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Reinigungstuch
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-Die Erfindung betrifft ein Reinigungstuch, dessen Oberseite durch
eine erste Schicht mit einem Aufbau und einer Ausrüstung zum Lösen, Aufnehmen und
Festhalten von Feinverschmutzungen gebildet wird und dessen Unterseite durch eine
zweite Schicht gebildet wird mit einem Aufbau zur weiteren Einlagerung von gelöstem
Schmutz.
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Ein Reinigungstuch ähnlicher Art wird in US-PS 32 93 683 beschrieben.
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Seine Verwendung geht davon aus, daß die zu reinigende Oberfläche
zunächst benetzt und mit der Oberfläche des Reinigungstuches, die ein Detergent
enthält, abgescheuert wird. Dabei wird die zu entfernende Schmutzschicht aufgelöst,
so daß sie beim anschließenden Abreiben mit der Unterseite des Reinigungstuches
von dieser aufgesogen
werden kann. Eine Benetzung und gegebenenfalls
Verschmutzung der Hände ist bei dieser Arbeitsweise kaum zu vermeiden. Außerdem
wird der hohe Preis solcher Reinigungstücher beanstandet, der sich vor allem aus
dem großen Materialeinsatz ergibt, der notwendig ist, um die erforderliche Formstabilität
zu gewährleisten.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Tuch zur Fein-Reinigung
von lackierten Oberflächen, z.B. von Autos und Möbeln, zu entwickeln, das ohne das
Erfordernis der Verwendung von Wasser sauber gehandhabt werden kann.
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Diese Aufgabe wird bei einem Reinigungstuch der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß der Aufbau und die Ausrüstung der ersten Schicht zusätzlich
so modifiziert sind, daß Feinverschmutzungen aufgenommen, gespeichert und gebunden
werden, und daß die zweite Schicht zusätzlich eine Ausrüstung zum Konservieren der
behandelten Oberfläche aufweist.
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Unter Feinverschmutzungen verstehen wir im Sinne der vorliegenden
Erfindung feine Staub- bzw. andere Schmutzteilchen, die den Oberflächen locker anhaften,
Die erste und die zweite Schicht des erfindungsgemäßen Reinigungstuches bestehen
aus offenporigen Werkstoffen mit weichelastischen Eigenschaften, beispielsweise
aus synthetischen Schaumstofffen, aus Geweben oder aus Gewirken. Als besonders geeignet
hat sich jedoch die Verwendung von Vliesstoffen erwiesen, weil diese eine große
Sprungelastizität aufweisen sowie in allen Teilbereichen einen von den vorgenannten
Materialien nicht erreichten Porenanteil am Gesamtvolumen in gleichmäßiger Verteilung.
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Die Poren werden durch die Zwischenräume zwischen den Fasern gebildet,
wobei die Summe der Begrenzungsflächen, die identisch ist mit der Summe der Oberfläche
der Fasern, mit zunehmender Feinheit steigt. In gleichem Maße ergibt sich jedoch
eine Verminderung der Sprungelastizität, was schließlich ein Zusammenfallen der
Porenstruktur des Reinigungstuches
während der Benutzung zur Folge
haben kann. Zwischen der Sprungelastizität, die so groß sein muß, daß beide Schichten
nach einem Nachlassen der Anpressung wieder ihre ursprüngliche Gestalt annehmen,
und der mit zunehmender Feinheit der Fasern zunehmenden "inneren Oberfläche" des
Vliesstoffes muß deshalb im Einzelfalle ein Kompromiß geschlossen werden. Beide
Merkmale lassen sich in optimaler Weise vereinigen, wenn die beiden Schichten aus
Vliesen bestehen, die jeweils aus einer Fasermischung aus groben und feinen Fasern
zusammengesetzt sind. Die groben Fasern können dabei synthetische Fasern sein mit
einem Titer von 15 bis 3,3 dtex, die feinen Fasern können natürlichen Ursprunges
sein, wobei Titer in der Größenordnung von 1,7 bis 1,0 dtex bevorzugt werden, Die
Fasern der ersten Schicht weisen zusätzlich eine Ausrüstung auf, die aus einem daueraktiven
Kleber besteht. Die Filmdicke dieser Klebstoffschicht ist so gering gewählt, daß
die Anlagerung gelöster Feinverschmutzungen an die Fasern begünstigt wird, daß jedoch
Klebereigenschaften entsprechend dem üblichen Sprachgebrauch nicht erkennbar sind.
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Hierunter ist beispielsweise zu verstehen, daß ein Blatt üblichen
Schreibpapiers in freihängender, senkrechter Lage nicht länger als 5 s festgehalten
wird. Die Einhaltung dieses Merkmals ist insofern von großer Bedeutung, als neben
einem guten Staubbindeyermbgen ein festes Anhaften von Klebstoffpartikeln an der
zu reinigenden Oberfläche unter allen Umständen vermieden werden muß, weil diese
Klebstoffpartikel Verunrefnigungen bilden würden.
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Neben der ersten Schicht ist auch die zweite Schicht so aufgebaut,
daß gelöste Feinverschmutzungen darin aufgenommen werden. Zusätzlich weisen die
Fasern der zweiten Schicht eine Ausrüstung zum Konservieren der behandelten Oberfläche
auf, die vorzugsweise aus Wachs besteht.
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Die diesbezügliche Filstärke ist größer als bei der Ausrüstung der
Fasern
der ersten Schicht, weil ein Übergang auf die zu behandelnde Oberfläche im Sinne
einer Pflegemaßnahme angestrebt wird. Dabei ist das Arbeitsergebnis um so besser,
je größer die Sprungelastizität des Reinigungstuches ist, weil sich das im Teilbereich
aufgebrachte Wachsvolumen durch einfache Erhöhung der Anpresskraft des Reinigungstuches
vergrößern läßt. Es lassen sich dadurch in Abhängigkeit von dem jeweiligen Bedarf
auf verschiedene Bereiche etwa -einer Fahrzeugkarosserie unterschiedliche Wachsmengen
aufbringen. Eine-gewisse Mindestfilmdicke darf selbstverständlich ebenfalls nicht
unterschritten werden, um ein ausreichendes Reservoir zur Verfügung zu haben.
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Durch die gute Sprungelastizität werden aufgenommene Feinverschmutzungen
jeweils im Inneren der einzelnen Schichten gespeichert, wobei die Oberflächen nur
in relativ geringem Maße verschmutzt werden. Eine Kratzerbildung sowie eine Verschmutzung
der Hände durch den aufgenommen Feinschmutz während der Benutzung wird dadurch ausgeschlossen.
Die Verwendupg von Wasser ist nicht notwendig.
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Nach einer besonderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß die erste
und die zweite Schicht jeweils aus mehreren, untereinander gleichartig aufgebauten
ersten und zweiten Teilschichten bestehen, und daß die innere Stabilität der ersten
und der zweiten Teilschichten in sich selbst größer ist als die Stabilität der Verbindung
zwischen den einzelnen Teilschichten, so daß diese leicht abgerissen werden können,
sobald sie verbraucht sind, und so daß dadurch eine unverbrauchte Teilschicht freigelegt
wird.
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Die Dicke, die Volurninosität und die Sprungelastizität der einzelnen
Teilschichten weisen jeweils Werte auf, die ausreichend sind für eine einmalige
Verwendung. Die Elastizität der jeweils die Ober- bzw. die Unterseite bildenden
Teil schicht wird dabei zusätzlich durch die darunterliegenden weiteren Teilschichten
verbessert, was sich positiv
in bezug auf die Anschmiegungsfähigkeit
des Reinigungstuches an unebene Oberflächen auswirkt. Ein weiterer Vorteil, der
aus diesem mehrschichtigen Aufbau resultiert, besteht darin, daß für jede erneute
Verwendung immer wieder eine unverbrauchte, neue Oberfläche des Reinigungstuches
zur Verfügung steht. Andererseits ist das Volumen der abgezogenen, erschöpften Teilschichten
so gering, daß eine Unterbringung auf kleinstem Raume und beispielsweise im Aschenbecher
eines Kraftfahrzeuges ohne weiteres möglich ist, Voraussetzung dafür, die Teilschichten
zerstörungsfrei abziehen zu können, ist es, daß deren innere Stabilität größer ist
als die Stabilität der Verbindung zu der benachbarten Teilschicht. Die praktische
Realisierung dieses Merkmals kann auf mehrere Weisen erfolgen, vorzugsweise jedoch
dadurch, daß die Fasern sämtlicher Teilschichten untereinander durch Imprägnierung
mit einem Bindemittel leicht verklebt sind, während die Fasern innerhalb der einzelnen
Teil schichten zusätzlich untereinander in starkem Maße verfilzt oder verschlungen
sind, Eine weitere Verbesserung der Stabilität der Teilschichten in sich selbst
läßt sich zusätzlich dadurch erreichen, wenn die Fasern untereinander verschweißt
oder durch ein vernetztes Bindemittel verklebt sind.
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Die einzelnen Teilschichten sind relativ dünn ausgebildet, und die
Abtrennung jeweils nur der obersten, bereits erschöpften Teil schicht läßt sich
durch eine Markierung der Trennfuge zwischen den einzelnen Schichten erleichtern,
Nach einer besonderen Ausgestaltung ist es beispielsweise vorgesehen, daß die einzelnen
Teilschichten abwechselnd durch verschiedene Farben gekennzeichnet sind, Die Teilschichten
der ersten Schicht bestehen in einer bevorzugten Ausführungsfom aus einem Vliesstoff,
der bei einer Dicke von 2 bis 5 mm ein Flächengewicht von 50 bis 125 g/m2 aufweist,
und dessen Fasern
mit einem Film aus einem daueraktiven Klebstoff
umhüllt sind. Die eingangs erläuterten Eigenschaften, die dieser Film aufweisen
muß, lassen sich bei Anwendung eines Imprägniervorganges dann erhalten, wenn der
Film bei einem Titer der Fasern von 3 bis 15 dtex ein Gewicht von 5 bis 15 % des
Gewichtes der Fasern aufweist. Als daueraktiver Klebstoff kommen dabei insbesondere
Acrylate in Betracht, beispielsweise ein Klebstoff auf Basis Polybutylacrylat.
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Auch die Teilschichten der zweiten Schicht bestehen vorzugsweise aus
einem Vliesstoff, wobei bei einer Dicke von 2 bis 5 mm ein Flächengewicht von 50
bis 150 g/m2 bevorzugt wird, und wobei die Fasern mit einem Film aus einem Wachs
umhüllt sind. Als Wachs kommt insbesondere ein Säurewachs, ein llartwachs auf Montanwach-s
oder ein Polyäthylenwachs in Betracht, wobei eine konservierende Wirkung auch in
bezug auf die Behandlung von Oberflächen erzielt werden kann, die durch einen Befall
mit Bakterien oder Pilzen gefährdet sind. Ein entsprechend ausgestaltetes Reinigungstuch
kann beispielsweise zum Abreiben von Apfeln oder von Orangen verwendet werden. Die
Lebensmittelunbedenklichkeit der-verwendeten Substanzen muß in diesem Falle selbstverständlich
gewährleistet sein.
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Zusammen mit der Konservierung läßt sich außerdem in vielen Fällen
eine verbesserte Reinigung erzielen, wenn in das verwendete Wachs eine freie Fettsäure,
ein freier Kohlenwasserstoff und/oder ein Detergens in gleichmäßiger Verteilung
eingelagert wird. In bezug auf die Reinigung von Lackschichten kommen diesbezüglich
insbesondere folgende Stoffe in Frage: Petroleum, lineare, äthoxylierte Fettalkohole,
Alkylbenzolsulfate, Stearinsäure.
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In bezug auf die Behandlung verchromter Schichten die folgenden Substanzen:
Vaseline, Paraffinöl, Alkylbenzolsulfonate.
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Der Anteil in dem Wachs soll in einem Bereich von 10 bis 30 Gew.%
liegen. Die Aufbringung des Gemisches kann durch Imprägnierung oder durch Sprühen
vorgenommen werden.
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Beispiel 1 Eine Fasermischung bestehend aus 100 % olyesterstapelfasern
dtex 3,3/40 mm, wird mit Hilfe einer Krempelniaschine kardiert, Das dadurch erhaltene
Faservlies im Gewicht von 450 g/m2 wird mit einer feinteiligen, wässrigen, weichmacherfreien
Dispersion eines carboxylgruppenhaltigen Copolymeren auf Basis von Acrylsäureestern
imprägniert, das sich durch eine hohe Oberflächenklebrigkeit seines Filmes auszeichnet.
Die Klebstoffauflage beträgt 50 g/m2. Nach dem Trocknen wird dann auf die Rückseite
der Matte eine pastöse Zubereitung einer Autopolitur folgender Zusammensetzung aufgepflatscht:
8 Teile Säurewachs 1 Teil Olein 20 Teile Testbenzin 12 Teile Petroleum 4 Teile Siliconöl
1 Teil Diäthonolamin 54 Teile Wasser Die Auflage dieser Autopolitur beträgt 100
g/m2, so daß ein Gesamtgewicht der Vliesstoffmatte von 600 g/m2 resultiert.
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Beispiel 2 Eine Fasermischung, bestehend aus 60 % Polyesterstapelfasern
dtex 6,7/60 mm, 20 % Viskosefasern dtex 3,3/40 mm und 20 % einer Faser aus einem
Copolymerisat aus 85 % Vinylchlorid und 15 % Vinylacetat dtex 3,3/40 mm wird zu
einem Faservlies gekrempelt und in einem Ofen bei ca. 1450 C vorverfestigt. Dabei
entsteht eine voluminöse Fasermatte 2 mit einem Gewicht von 500 g/m . Danach wird
mit einer wässrigen, schaumigen, weichmacherfreien, feindispersen Dispersion von
Polyacrylsäurebutylester imprägniert; der einen sehr weichen, klebrigen Film bildet
und damit nach dem Trocknen die Fasern überzieht. Die Klebstoffauflage beträgt 50
g/m2. Auf die Rückseite dieser Matte wird dann eine Zubereitung einer Autopolitur
aufgepflatscht, die folgende Zusammensetzung haben kann: 6 Teile Hartwachs auf Montanwachsbasis
6 Teile Polyäthylenwachs 6 Teile Siliconöl 10 Teile Petroleum 10 Teile Testbenzin
0,01 Teil Ceresrot 1 Teil Butylacetat 12 Teile feinteilige Kreide Die Auflage dieser
Autopolitur beträgt 150 g/m2, so daß ein Gesamtgewicht der Vliesstoffmatte von 700
g/m2 resultiert. Die Rückseite dieser Matte wird anschließend mit einer Polyäthylenfolie
abgedeckt.
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Beispiel 3 In die Rückseite eines Faservlieses gemäß Beispiel 2 wird
die folgende Zubereitung eingepflatscht: 5 Teile Polyäthylenwachs 3 Teile Säurewachs
1 Teil Ulsäure 5 Teile Siliconöl 10 Teile hochsiedender Kohlenwasserstoffe 1 Teil
Diäthyläthanolamin 5 Teile Wasser Die Gewichtszunahme beträgt 150 g/m2. Das erhaltene
Tuch eignet sich ausgezeichnet für die Möbelpflege.