-
Wäßrige Tensidkonzentrate und Verfahren zur
-
Verbesserung des Fließverhaltens schwerbeweglicher wäßriger Tensidkonzentrate
Für
die technische tierstellung von Polymerdispersionen sie len Anionentenside als Emulgatoren
eine bei weitem dominierende Rolle. Neben Alkylsulfaten, Alkyläthersulfaten und
Alkylbenzolsulfonaten kommen heute hauptsächlich Alkylarylpolyglykoläthersulfate
und Sulfosuccinate natürlicher und synthetischer Alkoholpolyglykoläther oder Alkylphenoläthoxylate
zum Einsatz.
-
Die Herstellung solcher Emulgatoren ist bekannt sowie in der Fachliteratur
und insbesondere auch in Patentschriften ausführlich beschrieben. In diesem Zusammenhang
wird auf K. Lindner. Tenside, Textilhilfsmittel, Waschrohstoffe, Stuttgart, 1964,
sowie auf DE-PS 834 245, BE-PS 680 629, US-PS 1 970 578, FR-PS 10 79 974, US-PS
2 758 977, US-PS 2 416 254, US-PS 2 489 026 und US-PS 2 510 00B verwiesen.
-
Emulgatoren der betroffenen Art werden im Handel meist in Form verdünnter
wäßriger Lösungen angeboten. Hochkonzentrierte Gemische sind nur unter Zugabe von
bis zu 20 % niederer Alkohole wie Äthanol oder Isopropanol herstellbar.
-
Die Anwesenheit organischer Lösungsmittel, beispielsweise die genannten
Alkohole, ist jedoch in Polymerdispersionen aus anwendungstechnischen Gründen nicht
immer erwünscht, außerdem sind sie wegen ihrer leichten Entflamnbarkeit sowohl bei
der erstellung der Emulgatoren als auch während des Transports, der Lagerung und
des Einsatzes mit einem erheblichen Sicherheitsrisiko verbunden. Bekannt ist außerdem,
daß bereits leichte Verschiebungen im Verhältnis Wasser/Alkohol in solchen Konzentraten
zu unerwünschten Sedimentationserscheinungen führen können.
-
Dem Fachmann ist darüber hinaus bekannt, daß bei der Verdünnung nicht
alkoholhaltiger wäßriger Tensidkonzentrate häufig der Zustand eines nicht mehr pumpbaren
dicken Gels durchlaufen wird. Dics führt in der betrieblichen Praxis zu erheblichen
Schwierigkeiten. Beispielsweise ist es häufig nicht einfach, einmal gebildete Gelklumpen
wieder in Lösung
zu bringen. Die Ventile von Zulaufgefäßen können
damit verstopft werden und Konzentrationsschwankungen bei der Dosierung sind nicht
auszuschließen. Schließlich ist aus den genannten Gründen die Verdünnung solcher
wässriger Tensidpasten ein sehr zeitraubender Arbeitsgang.
-
Es bestehen verschiedene Vorschläge zur Bewältigung dieser Schwierigkeiten.
So beschreibt die DE-OS 22 51 405 den Einsatz bestimmter Carbonsäuresalze. Insbesondere
werden -die Salze von Hydroxycarbonsäuren, z.B. Natriumcitrat, empfohlen. Nach der
DE-OS 23 05 554 sind für den gleichen Zweck aromatische Sulfonsäuren und deren Salze
geeignet.
-
Der DE-OS 23 26 006 zufolge kann man Sulfonsäuren oder Sulfate bzw.
die entsprechenden wasserlöslichen Salze von gesättigten oder ungesättigten aliphatischen
Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen als Viskositätsregulatoren
verwenden. Alle diese Vorschläge beschränken sich jedoch auf die Gruppe der linearen
Alkylpolyglykoläthersulfate und deren Einsatz als Waschmitteltenside.
-
Gegenstand der älteren Anmeldung der Anmelderin P 29 35 428.7 sind
wässrige Tensidkonzentrate mit verbesserter Beweglichkeit und Verfahren zur Verbesserung
des Fließverhaltens schwer beweglicher wässriger Tensidkonzentrate. Als Tensidkomponente
liegen in diesem älteren Vorschlag in den Konzentraten wenigstens etwa 25 Gew.-%
an wasserlöslichen Salzen von nicht aromatischen alkoxylierten und anschließend
sulfatierten Alkoholen (Athersulfatsalze) vor. Als Viskositätsregler werden wasserlösliche
Salze von Mono- und/oder Disulfaten niederer Polyalkylenätherglykole mit einem Molekulargewicht
des Polyalkylenätherglykols von wenigstens etwa 600 - gewünschtenfalls zusammen
mit niederen Polyalkylenätherglykolen eines Molekulargewichts von mindestens 1500
- eingesetzt.
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist demgegenüber die Erweiterung
des in der genannten älteren Anmeldung offenbarten Arbeitsprinzips auf eine Gruppe
von Tensidkonzentraten, die gleiche oder vergleichbare Schwierigkeiten wie eingangs
geschildert zeigen. Insbesondere will die Erfindung alkoholfreie wäßrige Tensidkonzentrate
von Alkylaryläthersulfaten, Alkylarylsulfonaten und Alkylsulfaten sowie von Sulfosuccinaten
von Alkyl- und Alkylarylpolyglykolätheralkoholen sowie Fettalkoholen zur Verfügung
stellen, die auch in hohen Konzentrationen pumpbar sind, beim Verdünnen mit Wasser
kein unerwünschtes Ansteigen der Viskosität bzw. Eindicken des Gelzustandes zeigen
und ohne Zusatz von Metallsalzen, z.B. als Waschmitteltenside, für die Shampooherstellung,
zur Emulgierung von Naturfetten oder als Polymerisationsemulgatoren geeignet sind.
Gemäß der Erfindung soll insbesondere der Bildung kolloidaler Gelphasen entgegengewirkt
werden.
-
Die technische Lösung dieser Aufgabe geht von der Feststellung aus,
daß wasserlösliche Salze von Mono- und/oder Disulfaten niederer Polyalkylenätherglykole
- insbesondere des Polyäthylenglykols und/oder des Polypropylenylykols (hier insbesondere
des 1,2-Polypropylenglykols) - wirkungsvolle Viskositätsregler für wäßrige Tensidkonzentrate
auch der hier betroffenen Art sind. Es wurde dabei auch im Rahmen der vorliegenden
Lehre insbesondere die Feststellung gemacht, daß die Wirkung dieser Viskositätsregler
mit dem Ansteigen des Molekulargewichts des zugrunde liegenden Polyätherglykols
zunimmt.
-
Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend in einer ersten Ausführungsform
wäßrige Tensidkonzentrate, enthaltend wenigstens etwa 20 Gew.-% an wasserlöslichen
Salzen von einem oder mehreren der folgenden Tenside zusammen mit geringen Mengen
Viskositätsreglern: Alkylarylpolyglykoläthersulfate, Alkylsulfate, Alkylarylsulfonate,
Alkylpolyglykoläthersulfosuccinate, Alkylarylpolyglykoläthersulfo-
succinate
und Alkylsulfosuccinate. Diese Tensidkonzentrate sind dadurch gekennzeichnet, daß
sie als Viskositätsregler wasserlösliche Salze von Mono- und/oder Disulfaten eines
niederen Polyalkylenätherglykols mit einem Molekulargewicht des Polyalkylenätherglykols
von wenigstens etwa 600 enthalten. Gewünschtenfalls können zusammen mit den wasserlöslichen
Salzen der genannten Mono- und/oder Disulfaten der niederen Polyalkylenätherglykole
nicht-ionische niedere Polyalkylenglykole eines Molekulargewichts von mindestens
1500 mitverwendet werden. Die Tenside liegen vorzugsweise in Mengen von wenigstens
etwa 25 Ccw.-, z.B. in Mengen von 50 bis 80 Gew.-% - bezogen auf wäßriges Tensidkonzentrat
- vor.
-
Niedere Polyalkylenätherglykole der hier betroffenen Art leiten sich
von geradkettigen oder verzweigten Glykolen mit maximal bis zu 5 Kohlenstoffatomen
ab. Besondere Bedeutung besitzen die entsprechenden Polyäthylenätherglykole und/oder
Polypropylenätherglykole - wobei im Fall der zuletzt genannten Verbindungen wieder
die sich vom 1,2-Propylenglykol ableitenden Polyätherglykole besondere Bedeutung
besitzen. Diese Angaben sind auch gültig für die erfindungsgemäß als Viskositätsregler
eingesetzten wasserlöslichen Salze der Mono- und/oder Disulfate der niederen Polyalkylenätherglykole.
-
In einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Verbesserung des Fließverhaltens schwer beweglicher wässriger Tensidkonzentrate
der zuvor im Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform der Erfindung genannten
Art, wobei dieses Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß man als Viskositätsregler
wasserlösliche Salze von Mono- und/oder Disulfaten niederer Polyalkylenätherglykole
mit einem Molekulargewicht von wenigstens 600, vorzugsweise von wenigstens 1000
einsetzt. Auch hier können gewünschtenfalls im Viskositätsregler die nicht sulfatierten
freien, niederen Polyalkylenätherglykole eines Molekulargewicht
von
mindestens 1500 mitverwendet werden.
-
Die Sulfate und hier insbesondere die Disulfate von niederen Polyalkylenätherglykolen,
und zwar insbesondere des Polyäthylenoxids und/oder'des 1,2-Polypropylenoxidshaben
sich als besonders wirkungsvolle Viskositätsregler auch für hochkonzentrierte wässrige
Tensidkonzentrate der durch die vorliegende Anmeldung betroffenen Art erwiesen.
Die viskositätssenkende bzw. den Dickungszustand des Gels mindernde Wirkung dieser
Regler nimmt mit steigendem Molekulargewicht bzw. steigendem Polykondensationsgrad
des Alkylenglykols zu. Bevorzugt beträgt das Molekulargewicht des Basismaterials
für den Viskositätsregler mindestens etwa 1000. Es können dabei Molekulargewichte
bis zu 6000 oder auch darüber in Betracht kommen. Besonders bevorzugt sind Disulfate
von Polyalkylenglykolen der angegebenen Art mit Molekulargewichten in dem Bereich
von 1500 bis 4000.
-
Die erfindungsgemäß als Viskositätsregler eingesetzten Disulfate stammen
damit in der Regel von Polyätherglykolen ab, die sich von den Polyalkylenglykolen
unterscheiden, wie sie - bewirkt durch geringe Wasserspuren - bei der Oxalkylierung
von alkoholischen Komponenten entstehen können. Durch die Lehre der Erfindung lassen
sich zudem die Viskositätsregler in vorher bestimmbarer Weise nach Art und Menge
einsetzen, so daß vorausbestimmbare gezielte Wirkungen bezüglich der Minderung des
Gelzustandes möglich sind. Die erfindungsgemäß eingesetzen Viskositätsregler sind
selber wirkungsvolle waschaktive Substanzen (WAS) . Eine unerwünschte Belastung
mit inaktiven Komponenten wird vermieden.
-
Die erfindungsgemäßen Tensidgemische sind nicht nur auch in hochkonzentrierter
Form als solche pumpbar, beim Verdünnen mit Wasser tritt keine Steigerung des Gelzustandes,
sondern die erwünschte Verdünnungswirkung ein. Beliebige wasserlösliche Salze der
erfindungsgemäß eingesetzten Vis-
kositätsregler sind verwendbar.
Für die praktische Anwendung kommen insbesondere Alkalisalze, lösliche Erdalkalisalze,
beispielsweise entsprechende Magnesiumsalze, die Ammoniumsalze und/oder Salze mit
organischen Aminen in Betracht. Geeignete Aminsalze sind beispielsweise Alkylolaminsalze.
Besondere Bedeutung kommt den Natriumsalzen zu. Das für die praktische Anwendung
wichtigste Salz ist das Natriumsalz des Disulfats von Polyäthylenätherglykolen und/oder
1,2-Polypropylenätherglykolen mit den jeweils angebenen Mindestmolekulargewichten.
-
Die hier zu den salzbildenden Kationen der Viskositätsregler gemachten
Aussagen können entsprechende Gültigkeit für die in den Tensiden vorliegenden salzbildenden
Kationen haben.
-
Die Viskositätsregler können in den wässrigen Tensidkonzentraten in
Mengen bis zu 20 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von 0,1 bis 10 Gew.-% vorliegen.
Besonders bevorzugt können Mengen von 2 bis 5 Gew.-% sein. Diese Zahlenangaben beziehen
sich dabei jeweils auf das wässrige Tensidkonzentrat. Im einzelnen wird die Menge
des Viskositätsreglers durch die erwünschte Senkung des Gelpunktes und/oder durch
die Dikkungswirkung des jeweiligen Tensides bestimmt. Zum letzten Gesichtspunkt
kann die besondere Struktur des Tensides bedeutungsvoll sein. Liegen Tenside der
genannten Art vor, die Polyalkoxyreste enthalten, so kann das Ausmaß der Polyalkoxylierung
des zugrundliegenden Alkohols bedeutungsvoll sein. So lassen sich niedrig alkoxylierte
Alkohole auch in hohen Konzentrationen gewöhnlich mit 2 bis 5 Gew.-% des Viskositätsreglers
wirkungsvoll beeinflussen, während zusammen mit hoch-polyalkoxylierten Alkoholen
(Polymerisationsgrad des Polyalkoxyrestes oberhalb 10 bis beispielsweise 100) etwas
größere Mengen des Viskositätsreglers erforderlich sein können.
-
Wie zuvor angegeben, kann gewünschtenfalls zusammen mit den Sulfaten
des Polyäthylenglykols und/oder des Polypro-
pylenglykols, freies
Polyäthylenglykol und/oder freies Polypropylenglykol als viskositätsregelnde Komponente
mitverwendet werden. Auch hier hat sich gezeigt, daß die Wirkung dieser nicht-sulfatierten
Polyalkylenätherglykole um so ausgeprägter in Erscheinung tritt, je höher das Molekulargewicht
des Polyalkylenätherglykols ist. Diese ggf.
-
mitzuverwendenden freien Polyalkylenätherglykole sollten mindestens
ein Molekulargewicht von 1500 aufweisen, vorzugsweise beträgt ihr Molekulargewicht
mindestens 2000 und liegt beispielsweise im Bereich von 2000 bis 6000, insbesondere
im Bereich von 3000 bis 5000.
-
Das Mischungsverhältnis von den Sulfaten der niederen Polyalkylenätherglykole
- insbesondere den Disulfaten -zu den freien Polyalkylenätherglykolen liegt wünschenswerterweise
im Bereich von 1:0 bis 1:3. Der Mischungsbereich von 1:0 bis 1:1 ist im allgemeinen
bevorzugt.
-
Der Viskositätsregler kann im Rahmen der Erfindung als vorgebildete
Verbindung bzw. als vorgebildetesVerbindungsgemisch dem waßrigen Tensidkonzentrat
zugesetzt werden.
-
-Zweckmäßigerweise wird dabei der Viskositätsregler als konzentrierte
wässrige Lösung (Gehalt an WAS zum Beispiel 50 bis 90 Gew.-%) eingesetzt und mit
der wässrigen Lösung des jeweiligen Tensids vermischt.
-
In einer besonderen Ausführungsform ist es jedoch in bestimmten, unter
die Erfindung fallenden Fällen auch möglich, den Viskositätsregler durch Sulfatierung
der niederen Polyalkylenätherglykole in-situ in Gegenwart der tensidbildenden Grundkomponenten
herzustellen. Die Sulfatierung kann also beispielsweise in Gegenwart eines Alkylarylpolyglykolätheralkohols
erfolgen. Zweckmäßigerweise werden in dieser Ausführungsform die Sulfatierung sowohl
der alkoholischen tensidbildenden Komponente als auch der vorgebildeten nie-
deren
Polyalkylenätherglykole miteinander verbunden. Hier werden also einfach die gewünschten
Mischungsverhältnisse des bzw. der tensidbildenden alkoholischen Komponenten und
der den Viskositätsregler bildenden Polyalkylenätherglykole eingestellt und anschließend
dieses Stoffgemisch der an sich bekannten Sulfatierung unterworfen. Schließlich
werden die gebildeten Sulfate in das gewünschte wasserlösliche Salz umgewandelt.
Hierbei wird das gleiche Kation im Tensid und im Viskositätsregler eingestellt.
-
Zur bestimmten chemischen Natur der im Rahmen der Erfindung zu verwendenden
Tensidkomponenten wird auf die Angaben des genannten Standes der Technik verwiesen.
In den genannten Stoffklassen werden dabei erfindungsgemäß bevorzugt Vertreter der
folgenden Art eingesetzt: I: AlkylarylpolyglykoläthersUlfate Die bevorzugten Tenside
dieser Klasse können durch die allgemeine Formel R -Ar-O-A-O1 -S03M gekennzeichnet
werden. In dieser allgemeinen Formel bedeutet R = Alkylrest, der geradkettig oder
verzweigt und dabei gesättigt oder ungesättigt sein kann. Bevorzugt sind hier Alkylreste
mit 4 bis 16 C-Atomen, insbesondere mit 6 bis 14 C-Atomen. Besondere Bedeutung kann
Alkylresten mit 8 bis 12 C-Atomen zukommen.
-
m = 1 oder 2, wobei in der Regel 1 bevorzugt ist.
-
Ar = Phenylenrest oder Naphthylenrest. Bevorzugt ist hier
der
Phenylenrest.
-
A = niederer Alkylenrest, der geradkettig und/oder verzweigt sein
kann. Die bevorzugten niederen Alkylenreste sind Äthylen und/oder Propylen-(1,2).
-
n = 1 bis 100. Dabei kann zwischen den zwei großen Gruppen der niedrig-alkoxylierten
und der hoch-alkoxylierten Derivate unterschieden werden. Bei den niedrig-alkoxylierten
Derivaten sind bis zu 12, insbesondere 2 bis 10 Alkoxygruppen an den Alkoholrest
addiert. Bei den hoch-alkoxylierten Derivaten sind Polyalkoxyreste einer Gliederzahl
über 12, beispielsweise bis 100, insbesondere 20 bis 50, vorgesehen.
-
M = Kation eines löslichen Salzes, insbesondere Alkali, wasserlösliches
Erdalkali, Ammonium oder organische Amine. Das besonders bevorzugte Kation ist Natrium.
-
II.Alkylsulfate Die Verbindungen entsprechen bevorzugt der allgemeinen
Formel R-O-S03M.
-
Hierin bedeuten R-O- = Rest eines nicht-aromatischen Alkohols, der
geradkettig oder verzweigt und dabei gesättigt oder ungesättigt sein kann und in
der Regel 8 bis 24 Kohlen--stoffatome, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatome aufweist.
-
M = Bedeutung wie bei I.
-
III. Alkylarylsulfonate Tenside dieser Klasse entsprechen der Formel
R-Ar-SO3-M.
-
In dieser Formel bedeuten: R = Alkylrest, der geradkettig oder verzweigt
und dabei gesättigt oder ungesättigt sein kann. ubrzugsweise besitzt dieser Alkylrest
4 bis 16, insbesondere 6 bis 14 Kohlenstoffatome. Besondere Bedeutung kann Alkylresten
mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen zukommen.
-
Ar = Phenylen oder Naphthylen, bevorzugt ist der Phenylenrest M =
Bedeutung wie bei I.
-
IV. Alkylpolyglykoläthersulfosuccinate Tenside dieser Klasse entsprechen
der allgemeinen Formel
Dabei kann die S03S-Gruppe auch innerhalb des Bernsteinsäurerestes stellungsvertauscht
sein.
-
Die Bedeutung der Elemente dieser formelmäßigen Darstellung ist im
einzelnen: R = Rest eines nicht-aromatischen Alkohols, der geradkettig oder verzweigt
und dabei gesättigt oder ungesättigt sein kann und vorzugsweise 4 bis 24 C-Atome
aufweist.
-
Im Falle der Monoester enthält dieser Alkylrest bevorzugt mindestens
8 C-Atome, besonders bevorzugt können Reste mit 10 bis 18 Kohlenstoffatomen sein.
-
A = Niederer Alkylenrest, der geradkettig und/oder verzweigt sein
kann. Die bevorzugten Alkylenreste sind Äthylen und/oder Propylen-1,2.
-
n = Auch hier gilt,daß zwischen den zwei Klassen der niedrigalkoxylierten
und der hoch-alkoxylierten Derivate unterschieden werden kann. Für die niedrig-alkoxylierten
Derivate ist n vorzugsweise 1 bis 12, insbesondere 2 bis 10. Für die hoch-alkoxylierten
Derivate hat n einen Wert >12 bis insbesondere 100, vorzugsweise 20 bis 50.
-
Z = -OM oder lo-Aln-O-R. In diesem zuletzt genannten Fall liegen die
Diester der Sulfobernsteinsäure vor.
-
M = Bedeutung wie bei I.
-
V: Alkylarylpolyglykoläthersulfosuccinate Die Verbindungen dieser
Klasse entsprechen der allgemeinen Formel
Auch in Tensiden dieser Art kann der Sulfosäurerest in der Bernsteinsäure stellungsvertauscht
vorliegen.
-
Für die Symbole dieser formelmäßigen Darstellung gilt im einzelnen
das folgende:
R = Bedeutung wie bei I m = Bedeutung wie bei I Ar
= Bedeutung wie bei I A = Bedeutung wie bei 1 n = Bedeutung wie bei 1 Z = -OM oder
-[O-A]n -O-Ar-Rm. Im zuletzt genannten Fall liegt wieder der Diester der Sulfobernsteinsäure
vor.
-
M = Bedeutung wie bei I VI: Alkylsulfosuccinate Tenside dieser Klasse
entsprechen der allgemeinen Formel
Auch hier kann die Stellung des Restes SO3M im Bernsteinsäurerest vertauscht sein.
-
Zur Bedeutung der Symbole dieser allgemeinen Formel gilt: R = Rest
eines nicht-aromatischen Alkohols, der geradkettig oder verzweigt und dabei gesättigt
oder ungesättigt sein kann und vorzugsweise 4 bis 24 C-Atome und insbesondere 8
bis 18 C-Atome aufweist.
-
Z = -OM oder -OR diester der Sulfobernsteinsäure)
M
= Bedeutung wie bei I Neben diesen anonischen Tensiden können die erfindungsgemäßen
wässrigen Tensidkonzentrate auch andere oberflächenaktive Mittel enthalten. Geeignet
sind beispielsweise nichtionische WAS, beispielsweise Alkylphenolpolyglykoläther.
-
Aus der Herstellung der Alkyl- und Alkylaryläthersulfate sowie der
beschriebenen Sulfosuccinate und/oder der erfindungsgemäß eingesetzten Viskositätsregler
liegen üblicherweise geringe Mengen an anorganischen Salzen wie Natriumchlorid und/oder
Natriumsulfat in den wässrigen Konzentraten der Erfindung vor, siehe auch hierzu
die Angaben des Standes der Technik.
-
Beispiel 1 In diesem Beispiel wird der viskositätsregelnde Einfluß
von Polyäthylenglykoldisulfat auf alkoholfreie, wäßrige 70%ige Alkylarylethersulfat-Konzentrate
bestimmt.
-
Gemessen wurden die Viskositäten nach Höppler bei 50"C von A Nonylphenol
+ 4 EO-sulfat, NH4 + -Salz hergestellt nach US-PS 2 758 977 B Mischungen dieses
Produktes mit 1) handelsüblichen Polyäthylenglykolen (PEG) der mittleren Molgewichte
600, 1550, 3000 und 4000.
-
2) Polyäthylenglykolmono/disulfaten auf Basis von Polyäthylenglykolen
der Molgewichte 600, 1550, 3000 und 4000 erhalten durch direkte Sulfatierung mit
Chlorsulfonsäure und vorliegend als ca. 35 gewichts-
prozentige
wässrige Lösungen.
-
3) Polyäthylenglykol-4000-mono/disulfat, in-situ hergestellt durch
Sulfatierung eines Gemisches von Nonylphenol + 4 EO und Polyäthylenglykol 4000.
-
Die Ergebnisse sind in Tabelle I zusammengefaßt.
| Tabelle I |
| Viskosität |
| (mPa-s) / 500C |
| Produkt A nicht meßbar |
| Mischungen nach B1 |
| mit 5 % PEG 600 nicht meßbar |
| mit 10 % PEG 600 nicht meßbar |
| mit 5 % PEG 1550 nicht meßbar |
| mit 10 z PEG 1550 nicht meßbar |
| mit 5 % PEG 3000 nicht meßbar |
| mit 10 % PEG 3000 nicht meßbar |
| mit 5 % PEG 4000 32000 |
| mit 10 % PEG 4000 21000 |
| Mischungen nach B2 |
| mit 5 % PEG 600 mono/disulfat nicht meßbar |
| mit 10 % PEG 600 mono/disulfat nicht meßbar |
| mit 5 t PEG 1550 monoldisulfat 22000 |
| mit 10 % PEG 1550 mono/dlsulfat 9000 |
| mit 5 % PEG 3000 mono/disulfat 15000 |
| mit 10 % PEG 3000 mono/disulfat 6500 |
| mit 5 % PEG 4000 mono/disulfat 10000 |
| mit 10 % PEG 4000 mono/disulfat 4000 |
| Mischungen nach B3 |
| mit 5 % PEG 4000 mono/disulfat 2000 |
| mit 10 % PEG 4000 mono/disulfat 500 |
Beispiel 2 In diesem Beispiel wird der Einsatz von Polyglykolen
bzw.
-
Polyglykoldisulfaten zur Senkung des Gelpunktes eines hochäthoxylierten
Alkylphenoläthersulfats erläutert. Die wäßrige Lösung eines Dodecylphenol + 40 EO-sulfat,
Na-Salz, mit einem Aktivsubstanzgehalt von 30 Gew.-% hat einen Gelpunkt von +12,50C.
Zur Erniedrigung des Gelpunktes werden einyesetzt a) Polyäthylenglykole (PEG) des
mittleren Molgewichts 4000 b) Polyäthylenglykolmono/disulfate auf Basis eines Polyäthylenglykols
eines mittleren Molgewichts von 4000
| Zusatz Gelpunkt (°C) |
| ohne Zusatz + 12,5 |
| 1,5 Gew.-% PEG 4000 (100 %ig) |
| 3 Gew.-% PEG 4000 (100 %ig) + 9 |
| 5 Gew.-% PEG 4000 (100 %ig) + 6 |
| 1,5 Gew.-% PEG 4000-mono/di- + 4 |
| sulfat, Na-Salz, |
| ca. 30 %ig in |
| Wasser |
| 3 Gew.-% PEG 4000-mono/di- 0. |
| sulfat, Na-Salz, |
| ca. 30 %ig in |
| Wasser |
| 5 Gew.-% PEG 4000-mono/di- - 5 |
| sulfat, Na-Salz, |
| ca. 30 %ig in |
| Wasser |
Beispiel 3 Die Viskosität nach Höppler bei 250C eines 30 %igen
C12/ C15-Oxoalkoholsulfat-Na-Salzes (hier mit OAS abgekürzt) beträgt ca. 8500 mPa
s. In diesem Beispiel wird der viskositätsbrechende Einfluß von PEG-disulfaten auf
solche wäßrige Alkylsulfat-Konzentrate bestimmt. Dazu werden die folgenden Abmischungen
von OAS hergestellt und die Höppler-Viskosität gemessen.
| Abmischung |
| bei 25°C/mPa.s |
| 100 GT OAS |
| 8500 |
| 97,5 GT OAS + 2,5 GT PEG 4000 2400 |
| (30 %iy in |
| Wasser) |
| 95 GT OAS + 5 GT PEG 4000 1080 |
| (30 %ig in |
| Wasser) |
| 90 GT OAS + 10 GT PEG 4000 550 |
| (30 8ig in |
| Wasser) |
| 97,5 GT OAS + 2,5 GT PEG 4000- 640 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 %ig in |
| Wasser) |
| 95 GT OAS + 5 GT PEG 4000- 340 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 %ig in |
| Wasser) |
| 90 GT OAS + 10 GT PEG 4000- 160 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 %ig in |
| Wasser) |
Beispiel 4 50 %iges n-Dodecylbenzolsulfonat (hier mit ABS bezeichnet
und als Maranil 0tJ-Paste A 50 im Handel) bildet bei Zimmertemperatur eine hochviskose,
zähe, unbewegliche Paste, deren Itöppier-Viskosität nicht meßbar ist. Die Brookfleld-Viskosität
(Spindel 6, 20 UpM, 25°C) beträgt 23000 mPa s.
-
In diesem Beispiel wird der viskositätsbrechende Einfluß von Polyäthylenglykolen
und von PEG-disulfaten auf solche wäßrige ABS-Konzentrate bestimmt. Dazu werden
die folgenden Abmischungen von ABS hergestellt und die Höppler-Viskosität gemessen.
| Abmischung |
| bei 25°C/mPa.s |
| 100 GT ABS nicht |
| meßar |
| 97,5 GT ABS + 2,5 GT PEG 4000 nicht |
| (100 %ig) meßbar |
| 97,5 GT ABS + 2,5 GT PEG 4000- nicht |
| disulfat, Na-Salz meßbar |
| (30 Zig) |
| 95 GT ABS + 5 GT PEG 4000 nicht |
| (100 %ig) meßbar |
| 95 GT ABS + 5 GT PEG 4000- ca.11.000 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 eig) |
| 90 GT ABS + 10 GT PEG 4000 nicht |
| (100 gig) meßbar |
| 90 GT ABS + 10 GT PEG 4000- ca. 900 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 %ig) |
| 85 GT ABS + 15 GT PEG 4000 ca.13.000 |
| (100 %ig) |
| 85 GT ABS + 15 GT PEG 4000- ca. 750 |
| disulfat, Na-Salz |
| (30 %ig) |
Beispiel 5 In diesem Beispiel wird der Einsatz von Polyglykoldisulfaten
zur Senkung des Gelpunktes von Sulfobernsteinsäurehalbestern erläutert.
-
Der Di-Na-Sulfobernsteinsäurehalbester von Octylphenol + 11 EO bildet
bereits bei 30 % AS in wäßriger Lösung ein nicht gießbares, unbewegliches Gel, das
erst bei 330C (Gelpunkt) fließfähig wird. Die öppler-Viskosität des Gels bei 250C
ist naturgemäß nicht meßbar hoch. Bereits durch Zusatz von 5 % PEG 4000-disulfat,
Na-Salz, als 33 %ige wäßrige Lösung kann der Gelpunkt auf -2 0C gesenkt werden,
die Elöppler-Viskosität bei 250C ist meßbar und beträgt nur 80 - 100 mPa-s. Durch
Zusatz von 10 % PEG 4000-disulfat, Na-Salz, als 33 %ige wäßrige Lösung kann der
Gelpunkt noch weiter gesenkt werden und liegt dann bei <-100C.