DE3002680C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Unterfangungskörpern unter Fundamenten oder von Abdichtungs
membranen nach dem Oberbegriff der Ansprüche 1 und 2.
Ein derartiges Verfahren ist aus der DE-OS 21 24 385 bekannt.
Es ist eine allgemeine Anforderung der Praxis, eine große
Reichweite des Hochdruckstrahles des erhärtenden flüssigen
Stoffes zu erzielen. Um dieser Anforderung gerecht zu werden,
ist in der Vorveröffentlichung gelehrt, daß zusätzlich ein
Druckluftstrahl in den Boden eingebracht wird. Die Praxis hat
jedoch gezeigt, daß diese Lösung wenigstens nicht voll zu be
friedigen vermag, weil die Reichweite des bekannten Verfah
rens gegenüber einem solchen, das keine Druckluft verwendet,
nicht nennenswert vergrößert werden konnte. Es kommt hinzu,
daß die Vorrichtung zur Durchführung des bekannten Verfahrens
ein Injektionsrohr aufweist, das mit mindestens zwei koaxia
len und unter einem Winkel zur Rohrachse gerichteten Düsen
ausgerüstet ist, wobei der erhärtende Stoff oder seine Kom
ponenten unter hohem Druck injiziert und der Druckluftstrahl
durch die äußeren Ringdüsen in den Boden eingebracht wird.
Die verwendeten koaxialen Düsen sind dementsprechend technisch
aufwendig und störanfällig.
Die Fachwelt hat bei einem Verfahren nach den Oberbegriffen
der Ansprüche 1 und 2, bei welchen es darauf ankommt, daß der
anstehende Boden zerstört wird, keinen besseren Lösungsweg
gesehen, obwohl bereits vor dem A.T. der DE-OS 21 34 385 ein
Verfahren zur Baugrundverdichtung bekannt war, bei welchem
ein Auspressen des Baugrundes mit einer Flüssigkeit erfolgt,
wobei diese einerseits unter Anwendung von Druck eingepreßt,
andererseits wechselnden Druckstößen von hoher Frequenz aus
gesetzt und infolgedessen eine Verdichtung des Baugrundes und
eine Erweiterung des Bohrloches herbeigeführt wird (DE-OS
17 59 692). Bei diesem Verfahren bewirken also die durch den
Druckwechsel mit hoher Frequenz erzeugten Schwingungen eine
Verdichtung sowie damit eine Verfestigung des Baugrundes und
dadurch eine Erweiterung des Bohrloches; der anstehende Boden
wird jedoch nicht zerstört.
Gleichfalls vor dem A. T. der DE-OS 21 34 385 war aus der DD-PS
5 659 ein Verfahren zum Abdichten klüftiger Felsschichten,
Lockergesteins und rissigen Bauwerks durch Einpressen von Luft
und Dichtungsmitteln bekannt, bei dem die Klüfte, Risse und
lockeren Schichten durch Druckwasser bzw. Druckluft ausgespült
werden, um das Eindringen der Dichtungsstoffe zu erreichen
und die Reichweite derselben zu vergrößern. Dabei können durch
Pulsieren des Spül- und Einpreßstromes noch größere Reich
weiten erzielt werden. Auch bei diesem Verfahren bleibt also
die Struktur des Bodens erhalten; der anstehende Boden wird
also nicht zerstört.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das bekannte Ver
fahren nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 2 derart
zu verbessern, daß dem Hochdruckstrahl ohne Beeinträchtigung
seiner Funktion, den anstehenden Boden zu zerstören, eine ver
größerte Reichweite verliehen wird.
Diese Aufgabe wird durch den Verfahrensschritt gemäß dem Kenn
zeichen des Patentanspruchs 1 gelöst. Während im Stand der
Technik ein zusätzlicher Druckluftstrahl in den Boden einge
bracht worden war, wird erfindungsgemäß der anstehende Boden
mit möglichst großer Reichweite des Düsenstrahles in der Weise
zerstört, daß der Strahl intermittierend verdichtet wird,
wobei er etwa im Bereich der angegebenen Frequenz pulsiert.
Der pulsierend arbeitende Hochdruckdüsenstrahl des erfindungs
gemäßen Verfahrens ist also erstmals für den Zweck eingesetzt,
den anstehenden Boden zu zerstören und eine wirksamere Boden
erosion herbeizuführen. Daß die Lösung der gestellten Aufgabe
durch das Kennzeichen des Patentanspruchs 1 erzielt werden
könnte, war angesichts des neuen Zwecks, zu dessen Erreichung
der pulsierende Hochdruckstrahl im Rahmen des erfindungsge
mäßen Verfahrens eingesetzt wird, nicht voraussehbar, für den
Praktiker vielmehr überraschend, da mit einem intermittierend
verdichteten Hochdruckstrahl eine zwischen 50% bis 100% ver
größerte Reichweite erzielbar ist, während normalerweise von
einem ununterbrochenen, gleichmäßig starken Hochdruckstrahl
eine größere Erosionskraft zu erwarten ist. Der im Kenn
zeichen mit "etwa" eingeleitete Frequenzbereich dient dem
entsprechend dazu, dem Fachmann im Rahmen der ursprünglichen
Offenbarung eine vollständige Lehre für technisches Handeln
zur Erreichung des neuen Zwecks einer wirksameren Boden
erosion an die Hand zu geben.
Der intermittierende Hochdruckstrahl kann durch eine Kolben
pumpe, die ohne einen Pulsierungsdämpfer bzw. ohne Windkessel
arbeitet, erzeugt werden. Möglich ist jedoch auch eine me
chanische Vorrichtung vor den Düsen, die durch wechselseitiges
Öffnen und Schließen infolge Rotation einer geschlitzten, zy
linderförmigen Steuervorrichtung mindestens zwei Austritts
düsen beschickt.
Eine weitere Lösung der gestellten Aufgabe besteht in dem
Kennzeichen des Patentanspruchs 2. Auch die im Hochdruckstrahl
des erhärtenden flüssigen Stoffes enthaltene gasförmige Phase
ergibt eine Vergrößerung der Reichweite bei technisch
befriedigender Durchmischung mit dem anstehenden Material des
Untergrundes, da die nach Verlassen der Düse expandierende
gasförmige Phase die Zerstörung des Gefüges des anstehenden
Bodens oder der Aufschüttung wesentlich unterstützt. Die
gasförmige Phase kann mit einem Hochdruckkompressor oder aus
einem Hochdruckbehälter in den zur Austrittsdüse führenden
Strom des flüssigen Stoffes eingeleitet werden.
Aus der DE-PS 6 93 642 ist ein Einpreßrohr mit Öffnungen zum
Einbringen von Verfestigungsmitteln in den Baugrund und zum
Auf
lockern des Baugrundes durch Druckluft bekannt, bei dem die
Öffnungen in Form von nach außen sich verengenden Düsen an
der Innenwandung des Rohres angebracht sind. Diese Düsen haben
den Zweck, Dampf oder Luft und Dichtungsstoffe in feinst
verteiltem Zustand und mit hoher Geschwindigkeit in die Poren
der zu verdichtenden Stoffe einzubringen und dadurch eine
stärkere und vor allem gleichmäßigere Durchtränkung des
Baugrundes herbeizuführen. Durch die Anwendung dieser Düsen
verringert sich zwar die Eindringungstiefe der Dichtstoffe,
aber es erfolgt eine wesentlich gleichmäßigere und stärkere
Durchtränkung des Baugrundes, wodurch im Endergebnis eine
größere Festigkeit erzielt wird. Allerdings ist es erforder
lich, die Einpreßrohre dichter zu setzen. Auch bei diesem
Verfahren wird jedoch die Kornstruktur des Bodens erhalten
und nicht zerstört.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung wird das
Verfahren nach dem Patentanspruch 1 mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 2 kombiniert. Dies empfiehlt
sich insbesondere bei kohäsiven Böden und bei Einlagerungen
grober Bestandteile.
Aus der bereits erwähnten DE-OS 21 24 385 ist auch bereits
eine Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach dem
Oberbegriff der Patentansprüche 1 oder 2 bekannt. Sie besteht
aus einem Injektionsrohr, das mit mindestens zwei koaxialen
und unter einem Winkel zur Rohrachse gerichteten Düsen ausge
rüstet ist, wobei der erhärtende Stoff oder seine Komponenten
unter hohem Druck injiziert und ein Druckluftstrahl durch die
äußeren Ringdüsen in den Boden eingebracht wird. Die verwen
deten koaxialen Düsen sind technisch aufwendig und störanfäl
lig. Zudem hat die Praxis gezeigt, daß die Reichweite des
bekannten Verfahrens gegenüber einem solchen, das keine
Druckluft verwendet, nicht nennenswert vergrößert wird.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfah
rens nach einem der Patentansprüche 1 bis 3 ist in Patentan
spruch 4 gekennzeichnet. Sie hat den Vorteil, daß nur ein Ein
fachgestänge eingesetzt zu werden braucht. Mit einer Vorrich
tung nach Patentanspruch 4 kann unabhängig von der Formation
des Bodens der gewünschte Unterfangungskörper bzw. die Abdich
tungsmembrane erstellt werden. Der Ausgestaltung der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung liegt dabei die Überlegung zugrunde,
daß das Verfahren um so besser durchführbar ist, je näher eine
oder mehrere Düsen an die auszuspülende Bodenschicht herange
führt werden können. Wird der Düsenträger sowohl beim Absenken
des Injektionsrohres als auch vorzugsweise beim Ziehen ge
dreht, so wird der Boden bzw. der Baugrund nach der Injektion
des erhärtenden Stoffes derart imprägniert, daß nach dem
Erhärten ein Verfestigungselement mit Abmessungen entsteht,
die auf alle Fälle denen des Düsenträgers entsprechen. Der
Unterfangungskörper bzw. die Abdichtungsmembrane wird durch
Wiederholungen in erforderlicher räumlicher Anordnung
hergestellt.
Die Erfindung wird im Nachstehenden anhand der Zeichnung bei
spielhaft erläutert.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine vorteilhafte Ausführungsform des Düsenträgers
und
Fig. 2 und 3 schematisch die Herstellung eines Unterfangungs
körpers.
Die Ausführungsform des Düsenträgers 1 weist eine Kreuzform
auf und ist mit dem Injektionsrohr 2 verbunden. An den horizon
talen Teilen sind axiale und radiale Düsen 3 angeordnet. Ferner
sind die unteren äußeren Ecken der horizontalen Teile abgeschrägt
und weisen geneigt angeordnete Düsen 3 auf. Eine weitere Düse 3 ist
in dem unteren senkrechten Teil axial angeordnet. Durch diesen
Düsenträger 1 ist gewährleistet, daß auch an einem sehr kohäsiven
Boden z. B. ein säulenartiger Körper hergestellt werden kann, der
mit Sicherheit einen Durchmesser aufweist, der dem des Düsen
trägers 1 entspricht.
Die Form des Düsenträgers ist jedoch nicht auf die dargestellte
Form beschränkt. Für relativ lockere Böden hat sich zur Errichtung
eines säulenartigen Körpers mit relativ großem Durchmesser ein
Düsenträger in Dreiecksform bewährt, der in der Mitte eines
Schenkels mit dem Injektionsrohr verbunden ist. An den üb
rigen Schenkeln und an der dem Befestigungspunkt gegenüber
liegenden Spitze sind in geeigneten Abständen voneinander Düsen
angeordnet.
Der Durchmesser der Düsen liegt bei 2 bis 4 mm. Die Durch
satzmenge beträgt 80 bis 600 l/min bei einem Druck von 100
bis 300 bar. Die Strahlgeschwindigkeit liegt bei diesen Ver
hältnissen zwischen 100 bis 150 m/s. Die Frequenz der inter
mittierenden Verdichtung liegt vorteilhaft zwischen 0,2 und
2 Hz, wobei die Druckdifferenz mindestens 50 bar betragen
soll.
Wird eine gasförmige Phase, vorteilhaft Preßluft, dem flüssi
gen Stoff zugeführt, soll dessen Druck mindestens 50 bar be
tragen; aber auch flüssige Luft und Flüssigstickstoff sind
dafür geeignet.
Zur Injektion wird vorteilhaft ein selbsthärtender flüssiger
Stoff auf Zementbasis benutzt, der je nach Erfordernis Zu
sätze enthalten kann.
Im folgenden wird beispielhaft die Herstellung eines Unter
fangungskörpers erläutert.
Von der Arbeitsebene A aus wird mit einem Drehbohrgerät B
der an einem Rohrstrang C montierte Düsenträger D rotierend
in den Boden abgesenkt. Gleichzeitig drückt intermittierend
das Pumpenaggregat E das Injektionsmittel mit hohem Druck
über den Hochdruckdrehkopf F durch den Rohrstrang und die
Düsen in den Boden. In situ kommt es zu einer innigen und
energiereichen Vermischung des Bodens mit dem Injektions
mittel, aus der nach einstellbarer Erhärtung eine Säule
der Unterfangungskörper resultiert.
Durch die Wiederholung des Vorganges ergeben sich die im
Schnitt dargestellten Säulen 1 bis 3, die zusammen einen
monolithischen Körper bilden.
Die Form der Körper für Gebäudeunterfangungen hängt von
der Aufgabenstellung und dem erforderlichen statischen
Nachweis der Standsicherheit ab. Zwei typische Beispiele
enthält die Fig. 3.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Unterfangungskörpern unter
Fundamenten oder von Abdichtungsmembranen durch Injizieren
eines oder mehrerer erhärtender flüssiger Stoffe unter
hohem Druck in den Baugrund mittels einer in den Baugrund
einzubringenden Injektionsvorrichtung, wobei der anstehen
de Boden zerstört wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der flüssige Stoff in Form eines intermittierend ver
dichteten Strahles mit einer Frequenz etwa im Bereich von
0,2 bis 2 Hz injiziert wird.
2. Verfahren zur Herstellung von Unterfangungskörpern unter
Fundamenten oder von Abdichtungsmembranen durch Injizieren
eines oder mehrerer erhärtender flüssiger Stoffe unter
hohem Druck in den Baugrund mittels einer in den Baugrund
einzubringenden Injektionsvorrichtung, wobei der anstehen
de Boden zerstört wird, dadurch gekennzeichnet, daß
dem flüssigen Stoff vor dem Austritt aus der Injektions
vorrichtung eine verdichtete gasförmige Phase mit einem
Druck von mindestens 50 bar zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
dem intermittierend verdichteten flüssigen Stoff vor dem
Austritt aus der Injektionsvorrichtung eine verdichtete
gasförmige Phase mit einem Druck von mindestens 50 bar
zugeführt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am unte
ren Ende eines Injektionsrohres (2) ein Düsenträger (1)
angebracht ist, dessen Düsen (3) radial oder radial und/
oder axial und geneigt angeordnet sind.
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