DE3000769C2 - Vorrichtung zum Behandeln brennbarer radioaktiver Abfälle - Google Patents
Vorrichtung zum Behandeln brennbarer radioaktiver AbfälleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 vorausgesetzten
Art. Bei den radioaktiven Abfällen handelt es sich insbesondere um radioaktive Schlämme aus Kernkraftwerken.
In einem Kernkraftwerk fallen körnige Ionenaustauscherharze, die hauptsächlich zum Reinigen von Kondensat
dienen, pulverförmige Harze von Filtermitteln, die hauptsächlich zum Reinigen von Reaktorwasser dienen,
und Filterschlamm von Filtermitteln, die hauptsächlich Cellulose umfassen, die in einer Behandlungsanlage für radioaktiven Abfall eingesetzt wird, als radioaktiver
Abfallschlamm an. Da dieser Schlamm radioaktiv ist, wird er in breiiger Form in Sammelbehältern oder
in mit Bindemittel verfestigter Form in Fässern aufbewahrt.
Die Aufbewahrung von radioaktivem Abfallschlamm in Breiform ist mit schwerwiegenden Problemen verbunden,
z. B. der Korrosion der Wandungen der Sammelbehälter, so daß es schwierig ist, den radioaktiven
Schlamm für lange Zeit aufzubewahren. Ferner sind zum Aufbewahren des radioaktiven Schlcmms Behälter
mit großem Fassungsvermögen erforderlich. Wenn radioaktiver Schlamm in verfestigtem Zustand aufbewahrt
wird, wird eine große Anzahl Fässer benötigt, da zur Erzielung der Festigkeit, die zum Unterhalten des
gebundenen Zustands des radioaktiven Schlamms notwendig ist, nur eine begrenzte Menge Schlamm, der mit
Bindemittel zu vermischen ist, aufgenommen werden kann. Zum Beispiel können in ein Faß mit einem Fassungsvermögen
von 200 I nur 10 bis 20 kg des radioaktiven Schlamms eingebracht werden, was etwa 30 I entspricht;
dies bedeutet, daß 30 I radioaktiver Schlamm zu
2001 Abfallstoff werden.
In der älteren DE-OS 29 07 984 ist eine Vorrichtung
der eingangs vorausgesetzten Art vorgeschlagen worden, in der zur Vermeidung eines Feuers oder einer
Pulverexplosion zwischen Dünnschichttrockner und Pelletierer die verbrennbaren Abfallstoffe vor der
Dünnschichttrocknung mit nicht verbrennbarem Abfall vermischt werden.
Aus der JP-OS 52-34 200 ist eine Vorrichtung zum
ίο Behandeln radioaktiver Abfälle mit einem Dünnschichttrockner
und einem Pelletierer bekannt, wobei das Gehäuse des Dünnschichttrockners als Heizwand ausgebildet
und im Gehäuse ein Rührer angeordnet ist, der die Feststoffanteile von der Wandung ablöst, bevor sie in
den Pelletierer überführt werden. Auf diese Weise läßt sich das ursprüngliche Volumen des radioaktiven Abfalls
schon erheblich reduzieren.
Schließlich ist aus der US-PS 40 53 432 eine Vorrichtung zum Behandeln brennbarer radioaktiver Abfälle
bekannt, mit welcher die Abfälle nach Trocknung bis unter 50% Feuchtigkeitsgehalt zunächst zur Bildung einer
flüchtigen Gasphase und eines festen Rückstandes in einem Wirbelschichtreaktor thermisch zersetzt werden
und der feste Rückstand anschließend im Wirbelschichtreaktor verbrannt wird, wodurch man eine Volumenverringerung
organischen radioaktiven Ionenaustauschmaterials von etwa 20 :1 erzielt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs vorausgesetzten Art zu entwikkein,
die ohne Umweltverschmutzung eine stärkere Verminderung des Volumens der brennbaren radioaktiven
Abfälle als bisher bei deren Umwandlung in ein leicht handhabbares Material ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Eine Ausgestaltung der Erfindung ist im Patentanspruch 2 gekennzeichnet.
Mittels der speziellen Anordnung der Schaufeln im Dünnschiohttrockner und der Anordnung des Verbrennungsofens
zwischen Dünnschichttrockner und Pelletierer wird eine erheblich stärkere Verminderung des Volumens
der behandelten radioaktiven Abfälle ermöglicht, bevor die Pulverasche zu leicht handhabbaren PeI-lets
verarbeitet wird.
Anhand der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Ansicht einer Vorrichtung zum Behandeln von brennbaren radioaktiven Abfällen;
F i g. 2 eine Schnittansicht eines Dünnschichttrockners, der in der Vorrichtung nach F i g. 1 verwendet
wird; und
F ig. 3 eine Schnitlansicht IU-III nach F i g. 2.
Nach F i g. 1 werden radioaktive Abfälle wie körniges Ionenaustauscherharz 1, das hauptsächlich zum Reinigen von Kondensat dient, pulverförmiges Harz 2, das als Filtermittel zum Reinigen von Reaktorwasser dient, und Filterschlamm 3, dessen Hauptbestandteil Cellulose ist, die als Filtermittel einer Behandlungsanlage für radioaktive Abfälle eingesetzt wird, gesammelt und in einem Sammelbehälter 4 aufgenommen. Um die gesammelten Abfälle zn pulverisieren, werden sie von einer Förderpumpe 7, die die Menge des zu fördernden breiförmigen Abfalls einstellen kann, einem Dünnschichttrockner 6 zugeführt.
Nach F i g. 1 werden radioaktive Abfälle wie körniges Ionenaustauscherharz 1, das hauptsächlich zum Reinigen von Kondensat dient, pulverförmiges Harz 2, das als Filtermittel zum Reinigen von Reaktorwasser dient, und Filterschlamm 3, dessen Hauptbestandteil Cellulose ist, die als Filtermittel einer Behandlungsanlage für radioaktive Abfälle eingesetzt wird, gesammelt und in einem Sammelbehälter 4 aufgenommen. Um die gesammelten Abfälle zn pulverisieren, werden sie von einer Förderpumpe 7, die die Menge des zu fördernden breiförmigen Abfalls einstellen kann, einem Dünnschichttrockner 6 zugeführt.
Der Aufbau des Dünnschichttrockners 6 ist in den F i g. 2 und 3 gezeigt. Nach F i g. 2 ist ein Gehäuse 8 des
Dünnschichttrockners 6 zylindrisch und weist an seinem
oberen Teil einen Dampfauslaß 9 sowie einen Zufuhreinlaß 10 auf. Ferner weist das Gehäuse 8 eine Heizwand
8a auf, die von einem außerhalb des Gehäuses 8 gebildeten Mantel 11 umgeben ist Der Mantel 11 umfaßt
einen Einlaß 12 und einen Auslaß 13 für ein Heizmedium, z. B. Wasserdampf. Im Gehäuse 8 ist eine Welle
14 angeordnet, die in einem oberen Lager 15 und einem unteren l^ger 16 drehbar gelagert ist. Nach F i g. 3 umfaßt
die Welle 14 mehrere Haltearme 17, deren jeder mit der Welle 14 verbunden ist und sich radial erstreckt Die
Haltearme 17 haltern Ringe 18. Zwischen den Ringen 18 sind Schaufeln 19 angeordnet, die mit den Ringen 18
durch Zapfen 20 schwenkbar verbunden sind und mit der Heizwand 8a des Gehäuses 8 in Kontakt gelangen,
wenn die Welle 14 von einer Antriebseinheit, z. B. einem Motor 25, gedreht wird. Über dem obersten Haltering
18 ist ein Verteiler 21 angeordnet, der Abfallstoffe aus dem Zufuhreinlaß 10 über die Heizwand 8a des Gehäuses
8 verteilt Über dem Verteiler 21 ist ein Tropfenabscheider 22 angeordnet Dieser bildet über sich, zusammen
mit einem am Gehäuse 8 gesicherten Kranz 24, einen Gasraum 23.
Die breiigen radioaktiven Abfälle, die vom Sammelbehälter 4 zugeführt werden, treten in den Dünnschichttrockner
6 am Zufuhreinlaß 10 ein. Sie werden vom Verteiler 21 gleichmäßig zur Heizwand 8a des Gehäuses,
die auf eine Temperatur von mehr als 1000C, bevorzugt
120 bis 1600C, durch Dampf, der am Einlaß 12
eintritt und am Auslaß 13 austritt, erwärmt wird, verteilt. Die längs der Heizwand 8a abwärtsfließenden Abfälle
werden von den Schaufeln 19, die durch die Umlaufbewegung der Welle 14 in Pfeilrichtung mit Fliehkraft beaufschlagt
werden, an die Heizwand 8a gedrückt, so daß Dünnschichten gebildet werden. Die Dünnschichten
nehmen Wärme von der Heizwand 8a auf, so daß die Abfälle zu Pulver zermahlen werden, bis sie einen Auslaß
26 erreichen. Die Temperatur des Pulvers am Auslaß 26 wird von einem Thermometer 27 erfaßt, und die am
Zufuhreinlaß 10 eintretende Menge Abfälle wird von der Förderpumpe 7 so eingestellt, daß das Pulver im
wesentlichen getrocknet wird; bevorzugt ist die Pulvertemperatur am Auslaß 26 ca. 100 bis 130° C. Das Pulver
im Auslaß 26 hat einen Feuchtegehalt von weniger als ca. 2—3% und eine mittlere Teilchengröße von ca.
ΙΟμίτι. Das Thermometer 27 dient hauptsächlich zum
Erfassen einer Unregelmäßigkeit der Einrichtung im Normalbetrieb.
Zur Erfassung des Feuchtegehalts des aus dem Auslaß 26 abgeförderten Pulvers kann statt des Thermometers
27 ein Feuchtefühler eingesetzt werden.
Durch das Trocknen der Abfälle erzeugter Dampf steigt nach oben, und mit dem Dampf vermischte Tröpfchen
werden vom Tropfenabscheider 22 abgeschieden, so daß in den Gasraum 23 nur Dampf eintritt. Der
Dampf wird einem außerhalb des Dünnschichttrockners 6 angeordneten Kondensator 28 zugeführt und zu Wasser
kondensiert.
Das im Dünnschichttrockner 6 gebildete Pulver wird einem Trichter 29 mit einem Absperrorgan 30 zugeführt.
Das im Trichter 29 befindliche Pulver wird einem Verbrennungsofen 32 unter Einsatz einer Druckluftfördereinheit
31 zugeführt, wenn das Absperrorgan 30 geöffnet ist. Der Verbrennungsofen 32 umfaßt eine Pulverzufuhrdüse
33, eine Druckluftdüse 34, einen ersten b5 Brenner 35 und einen zweiten Brenner 36. Jeder Brenner
35,36 ist über Leitungen 39,40 mit Absperrorganen mi! einem Propangastank 37 und einem Luftbehälter 38
verbunden. Der Brenner 35 erzeugt Flammen im Verbrennungsofen 32. Das Pulver aus der Druckluftfördereinheit
31, das mit der fördernden Druckluft vermischt ist wird durch die Düse 33 in den Verbrennungsofen 32
geleitet. Der zweite Brenner 36 bildet einen sekundären Verbrennungsbereich im oberen Teil des Verbrennungsofens
für den Fall, daß das Pulver nicht vollständig verbrennt Wenn die mit dem Pulver durch die Druckluftfördereinheit
31 vermischte Luft nicht ausreicht, um eine vollständige Verbrennung des zugeführten Pulvers
herbeizuführen, wird dem Verbrennungsofen 32 durch die Düse 33, die mit einer Luftzufuhrleitung 41 verbunden
ist, Zuluft zugeführt. Verbrennungsgase aus dem Verbrennungsofen 32 werden von einer Kühleinheit 42
gekühlt und einem Staubabscheider 43 zugeführt, der Keramikfilter aufweist Der vom Staubabscheider 43
abgeschiedene Staub, der in der Hauptsache aus Asche besteht, wird durch ein Rohr 46, das ein Absperrorgan
aufweist, einem auf einem Pelletierer 45 angeordneten Sammeltrichter 44 zugeführt Die den Staubabscheider
43 durchströmenden Verbrennungsgase werden mit einem hochwirksamen Teilchenfilter 47 weiter gefiltert,
so daß der radioaktive Staub vollständig abgeschieden wird. Das gereinigte Verbrennungsgas wird mit einem
Gebläse 48 durch einen Kamin 50 zur Atmosphäre abgeblasen.
Das Volumen der Abfälle, z. B. körnigen Ionenaustauscherharze, pulverförmigen Harze oder Cellulose, wird
durch die Verbrennung im Verhältnis 1/200 bis 1/500 vermindert.
Die am Boden de-, Verbrennungsofens 32 befindliche Asche wird zusammen mit dem Staub aus dem Staubabscheider
43 im Sammeltrichter 44 gesammelt und dem Pelletierer 45 zugeführt, wo sie zu Pellets geformt wird,
wobei aus einem Behälter 49 Bindemittel zugeführt wird.
Das Reduktionsverhältnis zwischen Pellets und Asche ist 1/2.
Für den Transport des im Dünnschichttrockner 6 gebildeten Pulvers wird bei dem erläuterten Ausführungsbeispiel
Luft eingesetzt, und die zum Transport verwendete Luft wird auch als Verbrennungsluft genutzt Daher
sind das Pulver und die Luft gut genug vermischt und werden im Verbrennungsofen 32 sehr gut verteilt.
Der Transport des Pulvers mit Hilfe von Luft fördert die vollständige Verbrennung des Pulvers sehr stark.
Mit der angegebenen Vorrichtung zur Behandlung von radioaktivem Abfall ist das Volumenverminderungsverhältnis
sehr hoch, d. h. im Fall körniger Harze werden die Abfallstoffe auf ca. Vj0 ihres Volumens reduziert;
im Fall von pulverförmigen Harzen ergibt sich eine Volumenminderung auf ca. '/Mio und im Fall von
Filterschlamm eine Volumenminderung auf ca. 'Λοικι-Mit
der beschriebenen Vorrichtung lassen sich die Abfälle kontinuierlich in einfacher Weise behandeln. Verschiedene
Arten von Abfällen können in jedem möglichen Verhältnis vermischt und gleichzeitig in derselben
Einrichtung behandelt und als Pellets lange in stabilem Zustand aufbewahrt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Behandeln brennbarer radioaktiver Abfälle, die in feuchter und unlöslicher Form
vorliegen, mit einem Dünnschichttrockner und einem Pelletierer, wobei das Gehäuse des Dünnschichttrockners
als Heizwand ausgebildet ist, im Gehäuse eine Welle drehbar gelagert ist, an der der
Gehäuseinrienwand gegenüberstehende Schaufeln an sich von der Welle radial erstreckenden Haltearmen
angeordnet sind, und im oberen Teil des Gehäuses ein Verteiler für die zugeführten Abfälle eingebaut
ist, dadurch gekennzeichnet, daß an den Haltearmen (17) des Dünnschichttrocknen (6)
Ringe (18) gehaltert sind, an denen die Schaufeln (19) schwenkbar sind, daß zwischen Dünnschichttrockner
(6) und Pelletierer (45) ein Verbrennungsofen (32) angeordnet ist, der eine Pulverzuführdüse (33),
eine Druckluftdüse (34) und wenigstens einen Brenner (35) aufweist, daß die Pulverzuführdüse (33) über
eine Druckluftfördereinheit (31) mit dem Auslaß (26) des Dinnschichttrockners (6) verbunden ist, und daß
der die Pulverasche aufnehmende Boden des Verbrennungsofens (32) mit dem Pelletierer (45) verbunden
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Veraschungsofen (32) ein
Staubabscheider (43) verbunden ist, der über ein Rohr (46) für den abgeschiedenen Staub zu dem Pelletierer
(45) führt.
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