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In der ersten Stufe wird das lange bewegte Erzeugnis
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in der Luft bis zu einer Temperatur erwärmt, die unter der Oxidationstemperatur
seiner Oberfläche liegt. In der zweiten Stufe erwärmt man einen Abschnitt des langen
Erzeugnisses bei seiner Bewegung bis zur Wärmebehanlungs-Temperatur. wobei der erwärmte
Abschnitt um das Mehrfache kürzer als der Erwärmungsabschnitt in der ersten Behandlungsstufe
ist. und die Erwärmung in der zweiten Stufe mit einer Geschwindigkeit erfolgt, die
um das Mehrfache höher als die in der ersten Stufe ist. Dabei wird das Erzeugnis
in der zweiten Behandlungsstufe anfänglich in Wasserdampfatmosphäre und am Ende
der Stufe in Wasser erwärmt das entgegen der Bewegung des langen Erzeugnisses fließt.
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Nach Beendigung der Erwärmung in der zweiten Stufe bewegt sich das
lange Erzeugnis in der Wasserdampfatmosphäre. die beim Austritt des langen Erzeugnisses
aus dem Wasser zustande kommt.
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Die Abkühlung des langen bewegten Erzcugnisses crfolgt ebenfalls
in zwei Stufen. In der ersten Abkühlungsstufe wird das lange bewegte Erzeugnis im
Wasser unter die Temperatur der Oberflächenoxidation abgekühlt, die aber über der
Raumtemperatur liegt und für die Verdampfung der Flüssigkeit von der Erzeugnisobcrfläche
infolge der restlichen Wärme des Erzeugnisses ausreichend ist. In der zweiten Abkühlungsstufe
wird das Erzeugnis mit Luft beblasen.
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Infolge der instabilen Bewegungsgeschwindigkeit des langen Erzeugnisses
in den Wärmebehandlungsabschllitten kann dieses bekannte Verfahren aber nicht gleichmäßige
Erwärmung nach der Länge des Erzeugnisses und folglich keine homogenen mechanischen
Eigenschaften über die ganze Länge des Erzeugnisses gewährleisten, die für die weitere
Verarbeitung und besonders fiir die nachfolgende plastische Vcrformung erforderlich
sind.
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Bei der Wärmebehandlung nach diesem Verfahren hängt der Erwärmungs-
und Spannungsvorgang bei langen Erzeugnissen teilweisc auch von der Arbeit der Ab-und
Aufwickelvorrichtungen ab. und dics führt ebenfalls zu ungleichmäßiger Erwärmung,
manchmal auch zum Erzeugnisbruch. Dadurch ist die Benutzung dieses Verfahrens für
technologische Fließprozesse besonders vor plastischer Verforming mit hohem Gesamtabnahmegrad
erschwert.
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Die Wärmebehandlung nach diesem Verfahren kann bei einigen Stahlsorten
(z. B. bei kohlenstoffarmen Stiihlen) infolge schncller Abkühlung im Wasser zur
Verhtirtung einzelner Abschnittc der langen Erzeugnisse mit höherer Kohlenstofl'konzentnition
führen. Somit kann bei solchen Abschnitten eine höhere Festigkeit und eine niedrigere
Plastizität die Folge sien. Dadurch entsiechen stich Schwierigkeiten bei der Benutzung
dieses Verl'ahrens für technologische Fließprozesse vor nacl0fllgender plastischer
Verformung der langen Erzeugnisse.
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Beim beschriebenen Verfahren kann außerdem die Oberfläche des langen
Erzeugnisses nicht zur nachfolgenden plastischen Verformung vorbereitet werden.
Daher muß vor der nachfolgenden plastischen Verformung der Erzeugnisse ein zusätzlicher
Arbeitsgang zur oberflächenbehandlung eingeführt werden. wobei die Kontinuität des
Prozesses gestört wird.
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Bekanntlich wird Wassersieden an der erhitzten Metalloberfläche von
einer Film- und Blasenbildung begleitet. Bei der Anwendung des beschriebenen bekannten
Verfahrens kann eine Damptbildung an der oberfläche des langen Erzeugnisses bei
seinem Austritt aus Wasser in Form von Blasen auftreten, wobei eine beschleunigte
Abkühlung des Erzeugnisses erfolgt und an seiner Obertläche Oxidationstleckc erscheinen.
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Die nach diesem Vcrfahren in zwei Stufen erfolgende elektrische Erwärmung
dauert verhältnismäßig lange, wobei in der ersten Stufe ein langer Abschnitt des
Erzeugnisses erwärmt wird. Beides führt zu einem komplizieren technologischen Prozeß,
zu dessen Instabilität und niedrigen Leistungsfähigkeit.
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Das bekannte Verfahren gewährleistet keine gleichmäßige Wärmebehandlung
des langen Erzeugnisses vom Beginn seiner Bewegung an. Dies verhindert die Benutzung
dieses Verfahrens für Fließarbeitsprozesse, bei denen technologisch bedingte Stillsetzung
von einzelnen Baueinheiten der Ausrüstung öfters erforderlich wird.
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Aus der US-PS 3499804 ist eine Einrichtung zur Wärmebehandlung eines
langen bewegten Erzeugnisses zur Realisierung des beschriebenen Verfahrens bekannt,
die in Richtung der Erzeugnisbewegung hintereinander angeordnet - eine Vorrichtung
zum Abwickeln des langen Erzeugnisses, eine aus drei hintereinander liegenden Elektrontaktbaugruppen
bestehende Widerstands-Erwärmungsanlage, einen mit jeder Elektrokontaktbaugruppe
elektrisch verbundenen Leistungstransformator und eine Vorrichtung zum Aufwickeln
des Erzeugnisses enthält. Zwischen der ersten und der mittleren Elektrokontaktbaugruppen
weist die Einrichtung hintereinander angeordnete Leitrollen mit Regelvorrichtungen
auf, mit deren Ililfe das lange Erzeugnis fortbewegt wird und die Rotationsgeschwindigkeit
der Aufwickelvorrichtung geregelt wird. An die mittlere Elektrokontaktbaugruppe
schließen sich Vorrichtungen zur Wasserzufuhr an.
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Die Regelung der Rotationsgeschwindigkeit der Aul: wickelvorrichtung
erfolgt aber ausgchend von der Spannung des langen bewegten Erzeugnisses, wobei
das Erzeugnis gedchnt und sein Querschnitt geändert werden kann.
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Zur Erwärmung eines langen Abschnitts von aus verschiedenen Stahlsorten
hergestellten Erzeugnissen wird in der Einrichtung elektrische Energie mit hoher
Spannung benutzt, die für die Bedienung gefährlich ist und die Anwendung von platzraubenden
Vorrichtungen erfordert.
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Dic Elektrokontaktbaugruppen, an denen sich das erwärmt lange Erzeugnis
vorbei bewegt, sind in Luft angeordnct und müssen deswegen gekühlt werden. An den
Kontakistellen der Elektrokontaktbaugruppen, besondcrs der mittleren Elektrokontaktbaugruppen,
und des bewegten langen Erzeugnisses entstehen Funken. Die Fuiiken bildung führt
zu schncllem Verschleiß der Arbeistflächen der Elektrokontaktbaugruppen und zur
Beschüdlgung der Erzeugnisoberflüche. wobei das lange Erzeugnis in ma neben Fällen
auch durchbrennen kann.
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I)ie Betriebszuvcrlissigkeit der Elcktrokontaktbaugruppen, der Spannungsgrad
des langen bewegten 1 1 zeugnisses und tcilweisc die Erwärmungsverhältnisse hängen
bei der bekannten Einrichtung auch von der stabilen Arbeit der Auf- und Abwickelvorrichtungen
ab.
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und dies begrenzt die Benutzung der Einrichtung für Fließprozesse,
wobei zur Synchronisation des Betriebs der Auf- und Abwickelvorrichtungen komplizierte
Geräte eingesetzt werden müssen.
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Die Einrichtung kann nicht eine gleichmäßige Wärmebehandlung von
langen bewegten Erzeugnissen über ihre ganze Länge gewährleisten und kann infolgedessen
nicht für Fließprozesse benutzt werden. die aus technologischen Gründen oftmals
unterbrochen werden müssen.
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Zur Entfernung der Flüssigkeit von der Oberfläche eines langen Erzeugnisses
mit Hilfe von Preßluft werden nebst dieser Einrichtung außerdem zusätzliche kompliziertc
Anlagen benötigt.
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Offenbarung der Erfindung Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde.
ein Verfahren zur Wärmebehandlung einet langen bewegten Erzeugnisses zu entwickeln.
welches die tür die nachfolgende plastische Verformung erforderlichen gleichmäßigen
mechanischen Eigenschaften über die ganze Erzeugnislänge und eine dazu geeignete
Qualität der Erzeugnisoberflläche gewährleistet. sowie eine Einrichtung zur Verwirklichung
dieses Verfahrens zu schalten, deren Autbau und deren zusätzliche Baugruppen die
Erhaltung der für die nachfolgende plastische Verformung ertorderlichen gleichmäßigen
mechanischen Eigenschaften über die ganze Erzeugnisliinge sowie der dazu geeigneten
Oberflächengüte in einem kontinuierlichen Fließprozeß ermöglichen.
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Dies wird dadurch gelöst daß bei einem Verfahren zur Wärmebehandlung
eine lagen bewegten Erzeugnisses durch Abwicklung des langen Erzeugnisses. elektrische
Widerstandserwärmung anfangs in der Luft und dann in einer Flüssigkeit sowie durch
Abkühlung des langen bewegten Erzeugnisses. durch Entfernung der Flüssigkeit von
seiner Oberrfläche und nachfolgende Auf wicklung des langen Erzeugnisses erfindungsgemäß
die elektrische Widerstandserwärmung des langen Erzeugnisses mit einer Geschwindigkeit
von über 1000 Grad@sb erfolgt, wobei die Erwärmung in der Luft bis zur anfänglichen
Temperatur der Dampfbildung an der Oberfläche des langen bewegten Erzeugnisses bei
Berührung desselben mit der Flüssigkeit erfolgt und die Abkühlung des langen Erzeugnisses
in derselben Flüssigkeit vorgenommen wird. wobei die Länge des bei der Abkühlung
in der Dampfatmosphäre liegenden Erzeugnisses aus der Beziehung ermittelt sird:
in der die Länge des Erzeugnisubschnittes (m).der sich bei seiner Abkühlung in der
Flüssigkeit in der um ihn entstehenden Dampfatmosphäre befindet, die Bewegungspeschwindigkeit
des langen Irzeugnisses (m:s).
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f1-die Temperatur der Widerstandserwärmung des langen Erzeugnisses
( C).
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t2 - die Abkühlungstempcrntur ( C) ist, auf die das lange Erzeugnis
in der Flüssigkeit abgekühlt werden soll und f1-dieAbkühlungsgeschwindigkeit (Grad/s)
des langen Erzeugnisses in der Flüssigkeit bedeuten.
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und die Entfernung der Flüssigkeit von der Oberfläche des langen bewegten
Erzeugnisses durch Abpressen erfolgt.
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Bei dem Verfahren ist es zweckmäßig. ab dem Anfangsmoment der Bewegung
des langen Erzeugnisses nach der ersten Grundwiderstandserwärmung und der Grundabkühlung
des langen Erzeugnisses eine zusätzliche Widerstandserwärmung dieses langen Erzeugnisses
zuerst in Luft und dann in Flüssigkeit mit einer Geschwindigkeit von über 1000 Grad/s
vorzunchmen.wobei die Erwärmung in der Luft bis zur unfänglichen Temperatur der
Dampfbildung an der Oberfläche des langen Erzeugnisses bei Berührung des langen
Erzeugnisses und der Flüssigkeit erfolgen soll, und die zusätzliche Abkühlung des
langen Erzeugnisses in der-
selben @lüssigkeit durchzuführen, wobei die Länge des
Erzeugnisses bei dessen zusätzlicher Abkühlung in der Dampfatmosphäre aus der Beziehung
ermittelt wird. Hierbei bedeuten @ die Länge des Erzeugnisses in der Dampfatmosphäre.
die sich um das lange Erzeugnis bei seiner zusätzlichen Abkühlung bildet. (m): die
Bewegungsgeschwindigkeit des langen Erzeugnisses bei der zusätzlichen Widerstandserwärmung
und der zusätzlichen Abkühlung.
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(m s): f3 die Erwärmungstemperatur des lange Erzeugnisses bei seiner
zusätzlichen Widerstandserwärmung (C); t4 die Temperatur. aut' die das lange Erzeugnis
bei der zusätzlichen Abkühlung'abgekühlt werden soll. ( C'): f3 die Abkühlungsgeschwindigkeit
des kingen Erzeugnisses in der Flüssigkeit bei der zusätzliegen Abkühlung. (Grad
s).
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Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst. indem in einer lür die
Realisierung des Verfahrens entwickelten Einrichtung zur Wärmebehandlung eines langen
bewegten Erzeugnisses. die in Richtung der Bewegung des langen Erzeugnisses. hintereinander
angeordnet eine Vorrichtung zum Abwickeln des langen Erzeugnisses.
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eine Widerstands-Erwärmungsanlage mit drei in Richtung der ßewcgung
des langen Erzeugnisses hintereinander montierten Elektrokontaktbaugruppen. einen
mit jeder Elektrokontaktbaugruppe elektrisch verbundenen Leistungstransformator
und eine Vorrichtung zum Aufwickeln des langen Erzeugnisses aufweist, erfindungsgemäß
die Widerstands-Erwärmungsanlage eine zur Aulilallllle einer Flüssigkeit bestimmte
Wanne mit einer Eingangsöffung und einer Ausgangsöffung zum Durchlassen des langen
Erzeugnisses sowie eine in Richtung der Bewegung des langen Erzeugnisses hinter
den Elektrokontaktbaugruppen in der Wanne unmittelbar an ihrer Ausgangsöffnung unter
einer Schicht der Flüssigkeit angeordnete Ziehdüse zur Entfernung der Flüssigkeit
von der Oberfläche des langen Erzeugnisses aufweist, wobei die erste Elektrokontaktbaugruppe
vor der l';ingangsölrnung der Wanne liegt. die mittlere Elektrokontaktbaugruppe
in der Wanne unter einer Schicht der Flüssigkeit angeordnet ist und die letzte Elektrokontaktbaugruppe
so eingebaut ist. daß das lange Erzeugnis beim Abkühlen in der Wanne unter einer
Schicht der Flüssigkeit liegt.
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In der Widerstands-Erwärmungsanlage ist die letzte Elektrontaktbaugruppe
hinter der mitteren Elektrokontaktbaugruppe zweekmäßigerweise in einem Abstand angeordnet,
der wenigstens der doppelten Entfernung der ersten Elektrokontaktbaugruppe von der
mittleren Elektrokontaktbaugruppe entspricht.
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Vorteilhaft ist es, die letzte Elektrokontaktbaugruppe der Widerstands-Erwärmungsanlage
außerhalb der Flüssigkeit anzuordnen.
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Dabei enthält die Wanne vorzugsweise eine darin fest eingebaute Kammer,
in der die letzte Elektrokontaktbaugruppe untergebracht ist.
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I)ie letzte Elektrokontaktbaugruppe der Widerstands-Rewärmungsanlage
kann auch in der Wanne unter einer l;lüssigkeitsscbieht angeordnet sein.
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Vorteilhaft ist es, als letzte Elektrokontaktbaugruppe die mit dem
Leistungstransformator elektrisch verbundene Ziehdüse zur Entfernung der Flüssigkeit
von der Oberfläche des langen Erzeugnisses zu benutzen, In der Widerstands-Erwärmungsanlage
ist die Anwendung zweier zusätzlicher Elektrokontaktbaugruppen zweckmäßig, die in
Richtung der Bewegung des langen Erzeugnisses nach der Letzten Elektrokontaktbaugruppe
in der Wanne unter einer Flüssigkeitsschicbt hintereinander liegen und mit dem Leistungstransformator
elektrisch verbunden sind.
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Vorzugsweise sind dabei die zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppen
in einem Abstand voneinander angeordnet. der wenigstens der doppelten Entfernung
zwischen der letzten Elektrokontaktbaugruppe und der in Richtung der Erzeugnisbewegung
gesehen ersten zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppe entspricht wobei die Entfernung
der zuletzt genannten Elektrokontaktbaugruppen voneinander gleich dem Abstand der
mittleren Elektrokontaktbaugruppe von der letzten Elektrokontaktbaugruppe ist.
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Zweckmäßig enthält die Widerstands-Erwärmungsanlage eine dritte ztisätzliche
Elektrokontaktbaugruppe, die in Richtung der Erzeugnisbewegung nach der mittleren
Elektrokontaktbaugruppe in der Wanne unter einer Flüssigkeitsschicht mit einem Abstand
angeordnet ist.
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In der Widerstands-Erwärmungsanlage kann die Funktion der letzten
zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppe (der Richtung der Erzeugnisbewegung folgend)
eine mit dem Leistungstransformator elektrisch verbundene Zichdüse zur Entfernung
der Flüssigkeit von der Oberfläche des langen Erzeugnisses erfüllen.
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In der Einrichtung ist die Anwendung einer drehbarren Scheibe zweckmäßig.
die gleichmäßige E inführung des langen Erzeugnisses in die mit Flüssigkeit gefüllte
Wanne gewährleistet und vor der ersten Elektrokontaktbaugruppe in Richtung der Bewegung
des hingen Erzeugnisses angeordet ist.
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Hierbei kann in der Einrichtung vor der drehbaren Scheibe in Richtung
der Erzeugnisbewegung eine K'lliber-Ziehdüse eingebaut scin. mit deren Hilfe das
lange bewegte Erzeugnis gespannt wird und auf seine oberfläche vor der Einftihrung
in die Wanne mit Flüssigkeit eine Unterschmierschicht aufgetnigcn wird.
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Die Vorrichtung zum Aufwickeln des langen Erzeugmsses enthält vorzugsweise
eine an der drehbaren Scheibe starr befestigte Führungsrolle zum Aufwickeln eines
Abschnitts des langen Erzeugnisses, der der Länge des von der drehbaren Scheibe
zugeführten Erzeugnisses entspricht. und eine Aufnahme- und Speichertrommel. die
mit der drehbaren Scheibe glcichachsig angeordnet ist und zur Aufnahme des langen
Erzeugnisses von der Führungsrolle dient.
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Die Erfindung gewährleistet die Wärmebehandlung eines langen bewegten
Erzeugnisses in einer Behandlungsstufe und in einem kurzen Abschnitt unter Bentitzting
elektrischer Energie mit niedriger Spannung. wobei die Stabilität des technologischen
Prozesses erhöht wird und für die Erwärmung der Erzeugnisse Niedervoltausbrüstung
verwendet werden kann.
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Außerdem ermöglicht die Erfindung die Erwärmung und die Abkühlung
von langen bewegten Erzeugnissen in der Dampfatmosphäre, die an der Oberfläche des
langen Erzeugnissen bei dessen Durchlauf der Flüssig keit entsteht. Dadurch wird
die Oberfläche des langen Erzeugnisses während der Wärmebehandlung vor ()xidation
geschützt. Außerdem wird die Bildung einer dännen weichen Schicht an der Oberfläche
der langen Erzeugnisse erreicht die als gute Schmierung bei nach-Folgender plastischer
Verformung besonders durch Ziehen dient, den Fcrtigerzeugnissen gutes Aussehen verleiht
und sie beim Lagern vor Oxidation schützt.
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Durch die Erfindung wird eine gleichmäßige Wärmebehandlung des langen
bewegten Erzeugnisses sowohl während dessen Bewegung als auch vom Anfangszeitpunkt
der Bewegung an möglich. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit. die erfindungsgemäß
ausgeführte Einrichtung für technologische Fließprozesse mit öfters erfolgender
tcchnologisch bedingter Stillsetzung. z.B. in einem l'rozcß mit nachfolgendem Ziehen
zu benutzen.
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Die Erlindung gewährleistet gleichmäßige Spannung des langen kontinuierlich
bewegten Erzeugnisses in dem Wärmebehandlungsabschnitt unabhängig von Schwankungen
der Erzeugnisspannung in der Abwickelvorrichtung sowic in den anschließenden Bearbeitungseinrichtungen,
z.B. in einer Ziehbank. Dies trägt zur gleichmäßigen Erwärmung bei und erleichtert
die Benutzung der erfindungsgemäßen Einrichtung für technologische Fließprozesse.
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I)ic Erfindung ermöglicht auch gleichmäßige Einführung des langen
Erzeugnisses in die Wärmebehandlungsanlagc sowie gleichmäßige Aufnahmc desselben
nach dessen Wärmebehandlung. Dies begünstigt die Erhaltung homogener mechanischer
Eigenschaften über die ganze Länge der Erzeugnisse und erleichtert ebenfalls die
Benutzung der Erfindung Für technologische Fließprozesse.
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Die Anwendung der Erfindung ermöglicht die Durchführung der Wärmebehandlung
durch Widerstandserwärmung in einem kontinuierlichen Prozeß mit nachfolgender plastischer
Verformung mit Hilfe von Ausrüstungen, die mit der Wärmebehandlungs-Einrichtung
in einem Raum aufgestellt werden können.
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K urzbeschreibung der Zeichnungen l)ie Erfindung wird anhand der
nachstehenden Beschreibung konkreter Ausführungsformen mit Bezug auf die Zeichnungen
näher erläutert. Hicrbei zeigen Fig. 1 ein Strukturschema einer Einrichtung zur
Wärmebehandlung eines langen bewegten Erzeugnisses gemäß der Erfindung. in der die
letzte Elektrokontaktbaugruppe in einer Kammer angeordnet ist (die Wanne mit Flüssigkeit
ist im Schnitt dargestellt): Fig. 7 ein Strukturschema einer Einrichtung zur Wärmebehandlung
eines langen bewegten Erzeugnisses gemäß der Erfindung. in der die letzte Elektrokontaktbaugruppc
über der Wanne mit Flüssigkeit angeordnet ist (die Wanne mit Flüssigkeit ist im
Schnitt gezeigt); Fig. 3 ein Strukturschema einer Einrichtung zur Wärmebehandlung
eines langen bewegten Erzeugnisses gemäß der Erfindung in der die letzte Elektrokontaktbaugruppc
in der Wanne mit Flüssigkeit eingebaut ist (die Wanne mit Flüssigkeit ist im Schnitt
dargestellt); Fig. 4 ein Strukturschema einer Einrichtung zur Wärmebehandlung eines
langen bewegten Erzeugnisses gemäß der Erfindung. in der die Funktion der letzten
Elektrokontaktbaugruppe die Ziehdüse zur Entfernung der Flüssigkeit von der Erzeugnisoberfläche
erfüllt (dic Wanne ist im Schnitt gezeigt); I:ig. 5 ein Strukturschema einer Einrichtung
zur Wärmebehandlung eines langen bewegten Erzeugnissen gemäß der l:rfindung mit
zwei zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppen (die Wanne mit Flüssigkeit ist im Schnitt
dargestellt); Fig. 6 din Strukturschema einer Einrichtung zur Wärmebehandlung eines
langen bewegten Erzeugnisses ge-
mäß der Erfindung mit drei zusätzlichen
Elektrokontaktbaugruppen (die Wanne mit Flüssigkeit ist im Schnitt gezeigt); 1 ig.
7 ein Strukturschema einer Einrichtung zur mebehandlung eines langen bewegten Erzeugnissen
gemäß der Erfindung. in der dic Ziehdüse zur Erfindung tier l:lüssigkeit von tier
Erzeugnisoberfläche als letzte zusätzliche Elektrokontaktbaugruppe dient (die Wanne
mit Flüssigkeit ist im Schnitt gezeigt); Fig. 8 ein Strukturschema einer Einrichtung
zur Wlirmebehandlung eines langen bewegten Erzeugnisses gemäß der Erfindung mit
einer anderen Ausführungsvariante der Vorrichtung zum Aufwickeln der langen Erzeugnisse
(Vorderansicht): Fig. 9 schematische Darstellung der Wanne mit einer Eingangsöffnung
und einer Ausgangsöffnung in einer Stirnwand gemäß der Erfindung (Draufsicht); Fig.
10 ein Strukturschema einer Einrichtung zur Wärmebehandlung eines langen bewegten
Erzeugnisses gemäß der Erfindung mit der Wanne zur Aufnahme der Flüssigkeit nach
Fig. 9 und mit darin eingebauten Elektrokontaktbaugruppen nach Fig. 6 (die Wanne
ist im Schnitt dargestellt).
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Wärmebehandlung eines langen
bewegten Erzeugnisses wird ein langes Erzeugnis abgewickelt. worauf die Widerstandserwiirmung
des bewegten Erzeugnisses zuerst in Luft und dann in Flüsigkeit mit einer Geschwindigkeit
von über 1000 Grad/s erfolgt, wobei die Erwärmung in der Luft bis zur anfänglichen
Temperatur der Dampfbildung an der Oberfläche des langen Erzeugnisses bei Berührung
des Erzeugnisses ond der Flüssigkeit durchgeführt wird.
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l)ann wird das lange bewegte Erzeugnis in derselben Flüssigkeit abgekühlt.
Die Länge des Erzeugnisses, die bei der Abkühlung in der Dampfatmösphäre liegen
soll.
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wird aus der Beziehung
ermittelt. in der die Länge des Erzeugnisabschnittes, der sich bei seiner Abkühlung
in der Flüssigkeit in der um ihn entstehenden Dampfatmösphäre befindet. (m): r -die
Bewegungsgeschwindigkeit des langen hrzeugnissen (m/s): A1 - die Temperatur der
Widerstandserwärmung des langen Erzeugnisses( C); die Temperatur. auf die das lange
Erzeugnis in der Flüssigkeit abgekühlt werden soll. ( C) und r1 - Abkühlungsgeschwindigkeit
des langen Erzeugnisses in der Flüssigkeit (Gradls) bedeuten.
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Dann wird die Flüssigkeit von der Oberfläche des langen bewegten
Erzeugnissen durch Abpressen entferntworauf das Erzeugnis aufgewickelt wird.
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Falls eine Unterbrechung der Bewegung des langen Erzeugnisses und
nachfolgende Fortsetzung erforderlich werden, erfolgt im Anfangsmoment der Erzeugnisbewe
gung nach der Grundwiderstandserwärmung und der Grundabkühlung des langen bewegten
Erzeugnissen eine zusätzliche Widerstandserwärmung anfangs in Luft und dann in Flüssigkeit
mit einer Geschwindigkeit von über 1000 Grad/s wobei die Erwärmung in der Luft bis
zur anfänglichen Temperatur der Dampfbildung an der Oberfläche des langen Erzeugnisses
bei Berührung des Erzeugnissen und der Flüssigkeit durchgeführt wird. Dann wird
dis lange bewegte Erzeugnis in derselben Flüssigkeit ztisätzlich abgekühlt. Die
länge des Erzeugnisses.
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die bei der zusätzlichen Abkühlung in den Dampfatmosphäre liegen soll,
wird aus der Beziehung
errechnet. Hierbei bedeuten #1 die Länge des Erzeugnissen in der Dampfatmosphäre,
die sich um das lange Erzeugnis bei seiner zusätzlichen Abkühlung bildet. (m); die
Bewegungsgeschwindigkeit des langen Erzeugnisses bei der zusätzlichen Widerstandserwärmung
und der zusätzlichen Abkühlung.
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(ms): r3 die Erwärmungstemperature des langen Erzeugnisses bei seiner
zusätzlichen Widerstandserwärmung (C): t, die Temperatur. auf die das lange Erzeugnis
bei der zusätzlichen Abkühlung abgekühlt werden soll. ( C) und (3 die Abkühlungsgeschwindigkeit
des langen Erzeugnisses in der Flüssigkeit bei der zusätzlichen Abkühlung (Grad
s), Als Realisierungsbeispiel wird nachstehend die Wärmebehandlung eines durchlaufenden
Drahtes in einem kontinuierlichen Fließprozeß mit nachfolgendern Ziehen betrachtet.
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Die Einrichtung zur Wärmebehandlung eines langen bewegten Erzeugnisses
in Form eines Drahtes 1 (Fig. 1) enthält folgende in Richtung der Drahtbewegung
hinter: einander angeordnete Baugruppen und Bauelemente: eine Draht-Abwickelvorrichtung
2, eine Kaliber-Zichdüse 3. mit deren Hilfe der durchlaufende Draht 1 gespannt wird
und auf seiner Oberfläche eine Unterschmierschicht augetragen wird. eine drehbare
Scheibe 4 zur gleichmäßigen Drahtzuführung- eine Widerstands-Erwärmungsanlage 5
und eine Vorrichtung 6 zum Aufwickeln des Drahte- 1.
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Zur Wiederstands-Erwärmungsanlage 5 gehört eine zur Füllung mit einer-Flüssigkeit
bestimmte Wanne 7 mit einer zum Durchlassen des Drahtes 1 vorgesehenen Einglngsöilinung
8 und einer Ausgangsöffnung 9. die in den einander gegenüberliegenden Stirnwänden
10 und 11 der Wanne 7 ausgeführt sind. Mit den Stirnwänden 10. 11 der Wanne 7 sind
Kammern 12. 13 mit Öffnungen zum Ein- und Auslauf des Drahtes 1 fest verbunden.
Im Boden der Kammern 12, 13 sind Öffnungen 14 zum Abfluß der Flüssigkeit vorgesehen.
Der Boden der Wanne 7 weist eine Öffnung 15 zur Flüssigkeitzuführ auf. In der Wanne
7 ist einer Flüssigkeit bestimmte isolierende Kammer 16 mit einer zum Durchlassen
des Drahtes 1 bestimmten Eingangsöffnung 17 und einer Ausgangsöffnung 18 und einer
Abflußöffnung für die Flüssigkeit (nicht dargestellt) fest eingebaut. In der Widerstands-Erwärmungsanlage
5 sind auch in Richtung der Draht bewegung drei Elektrokontaktbaugruppen 19. 20,
21 und eine Ziehdüse 22 zur Entfernung der Flüssigkeit von der Oberfläche des Drahtes
1 hintereinander angeordnet. Die erste Elektrokontaktbaugruppe 19 liegt hinter der
Scheibe 4 und ist mit der geerdeten Klemme eines Leistungstransflorinators 23 elektrisch
verbunden. Die mittlere Elektrokontaktbaugruppe 20 befindet sich in der Wanne 7
unter einer Flüssigkeitschicht und ist mit der zweiten Klemme des Lesitungsformators
23 elektrisch ver-
bunden. Die letzte Elektrokontaktbaugruppe 21
ist in der sie von der Flüssigkeit isolicrenden Kammer 16 angeordnet und mit der
geerdeten Klemme des Lcistungstransformators 23 elektrisch verbunden. I)abei liegt
die letzte Elektrokontaktbaugruppc hintcr der mittleren Elektrokontaktbaugruppe
20 in einem Abstand von dieser, der wenigstens der doppelten Entfernung zwischen
der ersten Elektrokontaktbaugruppe 19 und der mittleren Elektrokontaktbaugruppe
20 entspricht.
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Bei einer anderen Ausführungsvariante der Einrichtung ist die letzte
Elektrokontaktbaugruppe 24 (Fig. 2) über der Wanne 7 befestigt. wobei der Draht
1 mit # Hilfe von Leitrollen 25 dieser Elektrokontaktbaugruppe 24 zugeführt und
von ihr abgeführt wird.
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In einer weiteren Ausführungsvariante der E inrichtung ist die letzte
Elektrokontaktbaugruppe 26 (Fig. 3) zwecks besserer Kontaktgabe in der Wanne 7 unter
einer Flüssigkeitsschicht angeordnet.
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Da die Ziehdüse 22 beim Abpressen des Drahtes 1 einen engen Kontakt
mit diesem bildet. wird die zur lintfernung der Flüssigkeit von der Oberfläche des
Drahtes I vorgesehene Ziehdüse 27 (Fig. 4) in der Folgenden Ausführungsvariante
der Einrichtung zwecks ihrer Vereinfachung auch als letzte Elektrokontaktbaugruppe
benutzt. Die Ziehdüse 27 ist hierbei mit der geerdeten Klemme des Leistungstransformators
23 elektrisch verbunden.
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Zur gleichmäßigen Wärmebehandlung des Drahtes 1 vom Anfangsmoment
seiner Bewegung an enthält die Wiederestands-Erwärmungsanlage-5-zwei zusätzliche
Elektrokontaktgruppen 28. 29 (Fig 5) die in Richtung der Drahtbewegung nach der
Elketrokontaktbaugruppe $# $Drahtes $Oberfläche $Anfangsmoment 21 in der Wanne 7
unter einer Flüssigkeits.schicht hintereinander liegen. Der gegenseitige Abstand
der Elektrokontaktbaugruppen 28 und 29 entspricht wenigstens der doppelten Entfernung
der Elektrokontaktbaugruppe 21 von der ersten zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppe
28 und ist also gleich dem Abstand der Elektrokontaktbaugruppe 20 und 21 voneinander.
Die crstc zusätzliche Elektronkontaktbaugruppe 28 liegt von der Elektrontaktbaugruppe
21 in einem Abstand, der dem Abstand der Elektrokontaktbaugruppen 19 und 20 voneninader
gleich ist. Die Elektrokontaktbaugruppen 28 und 29 sind mit der geerdeten bzw. ungeerden
Klemmc des Leistungstransforinators 23 elektrisch verbunden.
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Zur Verbesserung der Abkühlungsverhältnisse ftir den Draht 1 enthält
die Widerstands-Erwärmunganlage 5 eine dritte zusätzliche Elektrokontaktbaugruppe
30 (Fig. 6), die - in Richtung der Drahtbewegung gesehen hinter der mittleren Elektrokontaktbaugruppe
20 in der Wanne 7 unter einer Flüssigkeitsschicht liegt und mit der geerdeten Klemme
des Leistungstransformators 23 elektrisch verbunden ist. Die Elektrokontaktbaugruppe
30 liegt von der Elektrokontaktbaugruppe 20 in einem Abstand. der wenigstens der
doppelten Entfernung zwisehen den Elektrokontaktbaugruppen 19 und 20 cntspricht.
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Da die Ziehdüse 22 (Fig. 5. 6) beim Abpressen des Drahtes 1 einen
innigen Kontakt mit dicscm bildet, wird die Ziehdüse 31 (Fig. 7) in einer weiteren
Ausfüllrungsvariante der Einrichtung zwecks ihrer Vereinfachung als letzte zusätzliche
Elektrokontaktbaugruppe benutzt. Die Ziehdüse 31 ist mit der geerdeten Klemme des
Leistungstransformators 23 elektrisch verbunden, In einer Ausführung der Einrichtung
enthält die Vorrichtung 6 (Fig. 8) zum Aufwickeln des Drahtes 1 eine an der drehbaren
Scheibe 4 fest sitzende Führungsrolle 32 zum Aufwickeln von der Widerstands-Erwärmungsanlage
5 über eine Leitrolle 33 zugeführten Drahtabschnittes, der dem von der Scheibe 4
in die Widerstands-Erwärmungsanlage 5 eingeführten Drahtabschnitt entspricht. An
der Achse 34 der Scheibe 4 ist eine stationäre Aufnahme- und Speichertrommel 35
befestigt, auf die von der Führungsrolle 32 der Draht 1 aufgewickelt wird.
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Zur Erhöhung der Ablaulstabilität des technologischen Preozesses
während des Betriebs der Einrichtung weist die Wanne 36 (Fig. 9) in einer weiteren
Ausführungsvariante der Einrichtung eine Eingangsöffnung 37 und eine Ausgangsöffnung
38 zum Durchlassen des Drahtes 1, die in einer Stirnwand 39 der Wanne 36 ausgeführt
sind, auf.
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An der Stirnwand 39 ist eine Kammer 40 mit einer Eingangsöffnung 41
und einer Ausgangsöffnung 42 befestigt.
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im Boden der Wanne 36 und im Boden der Kammer 40 sind eine Öffnung
43 zur Flüssigkeitszufuhr bzw. eine $Öffnung 44 zum Abfluß der Flüssigkeit vorgesehen.
Die Kammer 16 ist im Innenraum der Wanne 36 befestigt.
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In Fig. 10 ist eine Variante der Anordnung der Elektrokontaktbaugruppe
19. 20. 21 (Fig. 6) und der zusätzlichen Elektrokontaktgruppen 28. 29. 30 in der
Wanne 36 (Fig. 9) dargestellt. Hinter der Elektrokontaktbaugruppe 30 (Fig. 10) ist
in der Wanne 36 eine Leirolle 45 eingebaut. Die Abstände der Elektrokontaktbaugruppen
19, 20, 21. 28, 29. 30 voneinander entsprechen ihrcn gegenseitigen Entfernungen
in Fig. 6.
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Die Einrichtung zur Wärmebchandlung von durchlaufendem Draht funktioniert
wie folgt.
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Dcr Draht 1 (Fig. 1) wird von der Vorrichtung 2 abgewickelt und durch
die Kaliber-Ziehdüse 3 gezogen. um eine Spannung des bewegten Drahtes 1 zu erreichen
und eine Schmierschift auf seine Oberfläche aufzutragen.
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Dann werden 7 bis 3 Windungen des Drahtes 1 auf die drehbare Scheibe
4 zwccks gleichmäßiger Drahtzuführung aufgewickelt. Von der Scheibe 4 gelangt der
Draht 1 in die Widerstands-Erwärmungsanlage 5 und zu ihrer ersten Elektrokontaktbaugruppe
19. Dann wird der bis zur anfänglichen Temperatur der Dampfbildung an der Oberfläche
erwärmte Draht 1 durch die Eingangsöffnung 8 in die Wanne 7 unter eine Flüssigkeitsschicht
eingeführt. Als Flüssigkeit kann man eine bekannte während des Ziellens benutzte
Schmierung verwenden. Bei seiner weiteren Erwärmung erreicht der Draht 1 die mittlere
Elektrokontaktbaugruppe 20, an der er bis zur Temperatur der Wärmebehandlung erwärmt
wird. Bei seiner Bewegung zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 21 wird der
Draht 1 zuerst in der um ihn entstehenden Dampfatmosphäre bis auf die Endtemperatur
der Wärmebehandlung und dann einfach in der Flüssigkeit bis auf die U Umgebungstemperatur
abgekühlt. Der von der l:.lektrokontaktbaugruppe 21 ablaufende Draht 1 wird durch
die Ziehdüse 22 zur Entfernung der Flüssigkeit von seiner Obcrtliiche gezogen. Durch
die Ausgangsöffnung 9 der Wanne 7 nach dem Durchlauf der Kammer 13 wird der Draht
1 der Aufwickelvorrichtung 6 zugeführt.
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Beim Betrieb der Anlage wird Flüssigkeit in die Wanne 7 durch die
Öffnung 15 eingeführt. Bei der Drahtbewegung fließt die Flüssigkeit durch die Öffnungen
8 und 9 in die Kammern 12 bzw. 13 und aus diesen durch die Öffnungen 14 ab. Der
Spiegel und die Menge der Flüssigkeit in der Wanne 7 werden so eingestellt, daß
die Erwärmung und die Abkühlung des Drahtes 1 in der Dampfatmosphäre erfolgen. Die
Dampfatmosphäre schützt den Draht vor ()xidation bei Erwärmung und Abkühlung und
bewirkt eine langsamere Abkühlung wodurch gute plastische Eigenschaften besonders
bei Stahldraht erreicht werden. Beim Ausbrennen dcs auf
die Oberfläche
des Drahtes 1 beim Zichen durch die Kaliber-Ziehdüse 3 aufgetragenen Schmiermittels
und beim Sieden der Flüssigkeit entsteht an der Drahtoberfläche ein weicher Film,
der bei der nachfolgenden plastischen Verförmung durch Ziehen als gute Unterschmierschucht
dient, den Fertigdraht vor Oxidatin schüzt und ihm gutes Aussehen verleibt.
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Bei der Anordnung der letzten Elektrokontaktbaugruppe 24 (Fig. 2)
über der Wanne bewegt sich der Draht I nach der Elktrokonaktbaugruppe 20 folgerichtig
an der crsten in Richtung der Drahtbewegung liegenden Lcitrolle 25, an der Elektrokontaktbaugruppe
24. an der zweiten und der dritten Leitrolle 25. und durch die Ziehdüse 22. In diesem
Falle wird der Draht 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 19 und 20 erwärmt und
zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 24 abgekühlt. Alle übrigen Baugruppen
der Einrichtung funktionieren wie oben beschrieben.
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Bei der Anordnung der letzten Elektrokontaktbaugruppe 26 (Fig. 3)
in der Wanne 7 unter einer Flüssigkeitsschicht wird der Draht 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 erwärmt und zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 26 abgekühlt.
wobei alle anderen Baugruppen der Einrichtung wic oben be schrieben funktionieren.
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Falls die Ziehdüse 27 (Fig. 4) als Elektrokontaktbaugruppe benutzt
wird, erfolgt die Erwärmung des Drahtes 1 im Abschnitt zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 und seine Abkühlung zwischen den Elektrokontaktbaugruppe 20 und der Ziehdüse
27. Alle übrigen Baugruppen der Einrichtung funktionieren nach der obigen Beschreibung.
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Zwecks gleichmäßiger Wärmebehandlung wird der Drahtabschnitt. der
am Beginn der Bewegung des Drahtes 1 zwischen den Elektrokontaktenbaugruppen 19
und 20 noch nicht bis zur Wärmebehandlungstemperatur erwärmt wird. nach dem Durchgang
der Elektrokontaktbaugruppe 21 an den zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppen 28 und
29 vorbei bewegt. Dadurch wird der Draht 1 beim Beginn seiner Bewegung gleichzeitig
an zwei in Richtung dieser Bewegung hintereinander liegenden Anlagenabsehnitten
mit Wärme behandelt. Somit wird der Draht 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 erwärmt und zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 21 abgekühlt.
wobei der bis zur erforderlichen Wärmebehandlungstemperatur noch nicht genügend
erwärmte Anfangsabschnitt des Drahtes glcichzeitig zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
21 und 28 zusätzlich erwärmt und zwischen den Elektrokontaktbaugruppcn 28 und 29
zusätzlich abgekühlt wird. Die Entfernung zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
20 und 21 ist bedeutend größer als der Abstand der Elektrokontaktbaugruppen 19 und
20 voneinander. Während der Draht den Abschnitt zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
20 und 21 durchläuft. wird cr zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 21 und 28 gleichzeitig
bis zur Wärmebehandlungstemperatur erwärmt.
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Der die zusätzliche Wärmebehandlungsstrecke durch laufende Abschnitt
des Drahtes 1 wird mit Garantie bis zur erforderlichen Temperatur erwärmt. wobei
nach dem Beginn der Drahtbewegung gleichmäßige Erwärmung dieses Drahtes 1 gewährleistet
wird. Da der gegenseitige Abstand der Elektrokontaktbaugruppen 21 und 28 glcich
dem Abstand der Elektrokontaktbaugruppen 19 und 20 voneinander ist und die gegenseitige
Entfernung tier Elektrokontaktbaugruppen 28 und 29 der Entfernung zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
20 und 21 entspricht, d.h. die Länge des ersten Wärmebehandlungsabschnittes der
Länge des zusätzlichen Wärmebehandlungsabschnittes entspricht, werden die beiden
Drahtabschnitte von einem Leistungstransformator 23 bis zur gleichen Temperatur
erwärmt.
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Falls in der Einrichtung eine dritte zusätzliche Elktrokontaktbaugruppe
30 (Fig. 6) vorhanden ist, wird der Draht I anfangs zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 erwärmt und zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 30 abgekühlt.
Dann erfolgt die zusätzliche Erwärmung des Drahtes zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
21 und 28. worauf der Draht 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 28 und 29 zusätzlich
abgekühlt wird. Alle anderen Baugruppen der Einrichtullg funktionieren dabei wie
oben beschrieben.
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Falls die Zichdüse 31 (Fig. 7) als letzte zusätzliche Elektrokontaktbaugruppe
benutzt wird, erfolgt die Erwiirmung des Drahtes 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 und seine Abkühlung zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 20 und 21. worauf
der Draht 1 zwischen den Elektrokontaktbaugruppen 21 und 28 zusätzlich erwärmt und
zwischen der Elektrokontaktbaugruppe 28 und der Ziehdüse 31 abgekühlt wird. Alle
übrigen Baugruppen der Einrichtung arbeiten wie beschrieben.
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Dank den vorhandenen zusätzlichen Elektrokontaktbaugruppen 28. 29,
30 (Fig. 5. 6. 7) werden nach dem Beginn der Drahtbewegung gleichmäßige mechanische
Eigenschaften über die ganze Drahtlänge erreicht und dadurch wird auch die Möglichkeit
gegeben. die Erfindung für technologische Fließprozesse mit öfters erfolgender technologisch
bedingter Stillsetzung. z. B. für einen Wärmebehandlungsprozeß mit nachfolgenden
Zieheu zu benutzen.
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Die Vorrichtung 6 (Fig. 8) zum Aufwickeln des Dn'ihtes 1 funktioniert
in folgender Weise.
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Nach dem I)urchlauf der Widerstands-Erwärmungsanlage 5 gelangt der
mit Wiirme behandelte Draht 1 über die Litrolle 33 zur Führungsrolle 32. von der
er auf ein Aufnahme- und Speichertrommel 35 aufgewickelt wird. infolge der gleichachsigen
Anordnung der Trommcl 35 und der drehbaren Scheibe 4 sowie dank der festen Verbindung
der Führungsrolle 32 mit dieser Scheibe 4 wird gleiche Drehgeschwindigkeit der Scheibe
4 und der Führungsrolle 32 erreicht. Dadurch werden der gleichmäßige t)urchlauf
des Drahtes 1 durch die Widerstands-Erwärmungsanlage 5 und seine gleichmäßige Spannung
in den Wärmebehandlungsabschnitten sowie eine zuverlässige Kontaktgabe und bessere
Erwärmungsstbilität möglich.
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Wen die Eingangsöffnung 37 (Fig. 9) und die Ausgangöffnung 38 in
einer Stirnwand 39 der Wanne 36 ausgeführt sind. wird der Draht 1 an den Elektrokontaktbaugruppen
19. 20. 30. in der Leitrolle 45. an den Elektrokontaktbaugruppen 21. 28 und 29 sowie
durch die Zichdüse 22 gezogen. Der Draht 1 wird anfangs zwisehen den Elektrokontaktbaugruppen
19 und 20 erwärmt und zwischen den Elektrokontaktbaugruppe 20 und 30 abgekühlt.
Dann erfogt die zusätzliche Erwärmung zwisehen den Elektrokontaktbaugruppen 21 und
28 sowie die zusätzliche Abkühlung zwischen den Elektrokontaktbaugrtippcn 28 und
29.
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Die erwähnte einseitige Anordnungs der Öffnungen 37 und 38 in der
Wanne 36 verbessert die Ablaufstabilität des technologischen Prozesses. ergibt kleinere
Abmessungen der Einrichtung und vereinfacht ihre Bedienung.
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I)ic Erfindting ermöglicht die Wärmebehandlung von langen Erzeugnissen
gleich nach Inbetriebsetzung der Ausrüstung und die plastische Verformung ohne Zcitver-
zögerung
und unabhängig von Betriebsunterbrechnungen.
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Außerdem ergibt sich durch die Erfindung dic Möglichkeit. die Arbeitsgänge
der Wärmebehandlung von langen Erzeugnissen und ihre mehrfache plastische Verformung
bis auf Fertigmaße in einem Fließprozeß-Aggregat ohne Herabsetzung der Leistungsfähigkeit
dcr Ausrüstung zur plastischen VerFormung zu verbinden.
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Dic Erfindting führt auch zur Verkürzung des tcchnologischen Prozesscs
bei dcr Fertigung von langen Frzeugnissen, ergibt eine geringere Anzahl von Transportvorgängen
und Transportmittcln sowic einen geringeren Energieverbrauch und eine Verminderung
des Bcdienungspersonals.
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Industrielle Anwendbarkeit Dic zur Realisierung des erfindungsgemäßen
Verfahrens bestimmte Einrichtung zur Wärmebehandlung eines langen bewegten Erzeugnisses
kann in technologischen Fließprozessen mit anschließender plastischer Verformung
bei der Herstellung von metallischen Erzeugnissen wie Drahten. Streifen. Bändern
verwendet werden.