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Nähmaschine mit einem oberen und einem unteren Stoffschieber
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Bei der Nähmaschine mit oberem und unterem Bandtransport nach dem
Hauptpatent ............... (P 28 48 123. 4) kann eine schlupffreie Mitnahme des
Transportbandes nur dann erreicht werden, wenn das Transportband in an sich bekannter
Weise unter Spannung gehalten wird.
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Das trifft in gleicher Weise auch für das in der deutschen Patentschrift
24 26 538 beschriebene Förderband zu.
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Treten innerhalb des Nähvorganges Hindernisse wie Falten, Quernähte
oder sonstige Nahtverdickungen auf, so wird dadurch der Bandtransport abgebremst.
Auf diese Weise entstehen Unregelmäßigkeiten im Nahtverlauf und in der Stichbildung.
Um diese Mängel zu vermeiden, muß auf das Transportband eine relativ große Spannkraft
ausgeübt werden. Sie verhindert das Entstehen von Verzögerungen im Bewegungsablauf
des Transportbandes bzw. im ungünstigsten Fall dessen Stillstand. Eine solche Spannkraft
wird, da sie als Dauerbeanspruchung auf das Transportband wirkt, dessen lJebensdauer
zwangsläufig herabsetzen.
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Uni den IJesagterl Schlupf zu vernieiden, ist es ferner bekannt, Zahnriemen
als Transportband zu verwenden.
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Wegen des Zahnprofils ist selbst der minimale Außendurchmesser einer
Zahnriemenscheibe - verglichen mit
dem Außendurchmesser einer glatten
Umlenkrolle -relativ groß. Ist eine solche Zahnriemenscheibe in der Nähe der Nähstelle
angeordnet, so werden dort die Sichtverhältnisse und damit die Arbeitsbedingungen
erheblich versehlechtert.
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Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
den oberen Bandtransport - ggf. auch den unteren Bandtransport - so zu gestalten,
daß auf das relativ dünne Transportband eine minimale Spannkraft aufgetragen wird
und daß bei steigender Rückhaltekraft (Bremswirkung) infolge des Auftretens von
Hindernissen im Nahtverlauf die auf das Transportband ausgeübte Durchzugskraft selbsttätig
vergrößert wird.
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Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 angegebenen Merkmale gelöst.
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Die auf einem verschwenkbaren Hebel gelagerte Umlenkrolle, die in
der Nähe der Antriebswalze angeordnet ist, wird von dem Transportband umschlungen,
das anschließend in einer weiteren Umschlingung die Antriebs walze teilweise umhüllt.
Infolge der geeigneten Lage des Drehpunktes der Umlenkrolle zum Drehpunkt der Antriebswalze
wird bei einer auf das Transportband ausgeübten Rückhaltekraft der Hebel mit der
Umlenkrolle im Uhrzeigersinn verschwenkt. Dadurch übt die Antriebswalze wie auch
die besagte Umlenkrolle auf das zwischen beiden befindliche Transportband Anpreßkräfte
aus, die direkt proportional mit der Vergrößerung der Rückhaltekraft anwachsen.
Somit wird erreicht, daß bei zunehmender Rückhaltekraft infolge im Nahtverlauf auftretender
Hindernisse die Mitnahme wirkung des Transportbandes
vergrößert
wird. Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Bandführung liegt darin, daß sich
während des Nähvorganges ein selbsttätig wirkender Regelvorgang einstellt, bei dem
mit größer werdender Rückhaltekraft die Anpreßkräfte ansteigen. Letztere sind für
die schlupffreie Bewegung des Transportbandes verantwortlich.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Fig. 1 und 2
nachstehend erläutert. Abwandlungen von diesem Ausführungsbeispiel werden in Fig.
3 und 4 dargestellt und nachträglich beschrieben.
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Es zeigen: Fig. 1 eine auf den Kopfdeckel gerichtete Seitenansicht
der Nähmaschine mit dem oberen Bandtransport, Fig. 2 eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen
oberen Bandtransportes, Fig. 3 eine Seitenansicht des oberen Bandtransportes, wobei
sich die den Einlauf des Transportbandes beeinflussende Umlenkrolle in der rechten
Extremlage befindet, Fig. 4 eine Seitenansicht des oberen Bandtransportes, wobei
sich die den Einlauf des Transportbandes beeinflussende Umlenkrolle in der linken
Extremlage befindet.
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Abweichend von dem im Hauptpatent ...................
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(P 28 48 123. 4) erwähnten Bandtransport nimmt in der hier beschriebenen
Erfindung das Transportband 42 einen anderen Verlauf. Das Transportband 42 wird
von der entgegen dem
Uhrzeigersinn umlaufenden Antriebs walze 36
angetrieben und umschlingt gemäß Fig. 2 die in Nähe der Antriebs walze 36 angeordnete
Umlenkrolle 31. Sie ist auf dem Hebel 33 drehbar gelagert, der um den Drehpunkt
38 verschwenkbar ist.
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Der Drehpunkt 37 der Antriebs walze 36 stellt zusammen mit dem Drehpunkt
35 der Umlenkrolle 31 und dem Drehpunkt 38 des Hebels 33 die Eckpunkte eines Dreiecks
mit einem stumpfen Winkel dar. Das als endloses Band ausgeführte Transportband 42
wird um die Umlenkrolle 41 geführt, die - in Transportrichtung gesehen - vor der
Umlenkrolle 31 angeordnet ist. Das Transportband 42 passiert gemäß Fig. 1 bis Fig.
4 die von der Umlenkrolle 31 und der Antriebswalze 36 gebildete Engstelle, umschlingt
anschließend die auf dem verschwenkbaren Hebel 34 gelagerte Umlenkrolle 32 und wird
schließlich um weitere, in Fig. 1 bzw. Fig. 2 dargestellte Umlenkrollen geführt.
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Auf den verschwenkbaren Hebel 34 wirkt in an sich bekannter Weise
eine solche Federkraft, die dem Transportband 42 eine minimale Spannkraft aufzwingt.
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Dadurch wird eine schlupffreie Bewegung des Transportbandes 42 im
Leerlauf, wenn also kein Nähgut transportiert wird, sichergestellt. Treten bei dem
zwischen dem oberen und dem unteren Bandtransport einlaufenden, mehrlagigen Nähgut
im Nahtverlauf Verdickungen wie Falten, Quernähte u. dgl. auf, wirkt auf das Transportband
42 eine bremsende, entgegengesetzt zur Transportrichtung gerichtete Rtickhaltekraft.
Diese Kraft und die mittels Reibung von der Antriebswalze 36 auf das Transportband
42 ausgeübte Durchzugskraft verursachen eine im Uhrzeigersinn erfolgende Verschwenkung
des Hebels 33. Dadurch werden auf das zwischen der Umlenkrolle 31 und der Antriebs
walze 36 befindliche
Transportband-Element zusätzliche Anpreßkräfte
wirksam, die im Sinne einer schlupffreien Bewegung des Transportbandes 42 wirken.
Bei wachsender Rückhaltekraft wird mithin der Durchzug des Transportbandes 42 verbessert.
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Eine optimale Durchzugswirkung wird erreicht, wenn die Umlenkrolle
41 in dem aus Fig. 1 und Fig. 2 ersichtlichen Bereich nahe der Nähstelle angeordnet
ist. Der besagte Bereich befindet sich in Nähe der Mittelsenkrechten, die auf der
zwischen den Drehpunkten 35 und 37 befindlichen Strecke errichtet werden kann.
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In weiteren Ausgestaltungen der Erfindung wird eine noch ausreichende
Durchzugswirkung erreicht, wenn die Umlenkrolle 41 die aus Fig. 3 ersichtliche rechte
Extremlage bzw. die aus Fig. 4 ersichtliche linke Extremlage einnimmt. Die linke
Extremlage wird durch die Verlängerung der Dreiecksseite 39 begrenzt, welche die
Umlenkrolle 41 gemäß Fig. 4 tangiert. Die rechte Extremlage wird durch die Hilfslinie
40 begrenzt, welche die Umlenkrolle 41 gemäß Fig. 3 tangiert. Die Hilfslinie 40
ist die dem Drehpunkt 38 nähere Linie, welche die Umlenkrolle 31 und den Hilfskreis
43 tangiert.
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Letzterer ergibt sich aus dem Radius der Antriebsscheibe 36 plus der
doppelten Dicke des Transportbandes 42 plus einem Sicherheitsabstand. Dieser verhindert
die gegenseitige Berührung der sich gegenüberliegenden, sich gegens innig bewegenden
Transportband-Elemente.
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Der erfindungsgemäße Schutzbereich umfaßt also hinsichtlich der Anordnung
der Umlenkrolle 41 den Raum, der durch die verlängerte Dreiecksseite 39 und die
Hilfslinie 40, die einen stumpfen Winkel einschließen, begrenzt wird.
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In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es auch möglich,
den im Hauptpatent .................. (P 28 48 123. 4) beschriebenen unteren Bandtransport
in der Weise auszubilden, daß - wie oben beschrieben - die auf das untere Transportband
ausgeübte Durchzugskraft selbsttätig und in dem Maße vergrößert wird, wie die auf
das untere Transportband wirkende Rückhaltekraft anwächst.
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Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erzielt: 1. Für den oberen
und/oder den unteren Bandtransport nach dem Hauptpatent ................ (P 28 48
123. 4) kann ein relativ dünnes Transportband verwendet werden.
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2. Da dieses Transportband unter dem Einfluß einer minimalen Spannkraft
steht, unterliegt es einem sehr geringen Verschleiß und hat deshalb eine lange Lebensdauer.
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3. Die erfindungsgemäße Bandführung ermöglicht eine belastungsabhängige,
mit steigender Rückhaltekraft sich selbsttätig vergrößernde Durchzugskraft, die
stets nur dann und in dem Maße wirksam wird, wenn im Nahtverlauf Hindernisse wie
Verdickungen, Falten, Quernähte u. ä. auftreten.