DE2939118C2 - Verfahren zur Verbesserung der Teerabscheidung aus dem Kondensat des Rohgases bei der Verkokung vorerhitzer Kohle - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der Teerabscheidung aus dem Kondensat des Rohgases bei der Verkokung vorerhitzer KohleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Gattungsbegriff des Hauptanspruches.
B.ei der Kohleverkokung entsteht ein Rohgas, das neben KohlewasserstofTen unter anderem auch inerte
Gaskomponenten, Wasserdampf und feinste Feststofipartikel
mit sich führt. Dieses meist 700 bis 800° C heiße Rohgas wird abgekühlt und zum Teil kondensiert,
wobei in einem nachgeschalteten Teerabscheider aus dem Kondensat die Teer- und Feststoffanteile von dem
Wasser, das zuvor als Spülwasser für die Abkühlung des Rohgases durch Direkteinspritzung in die Gasleitung
verwendet worden war, getrennt werden. Das Spülwasser wird nötigenfalls mit Frischwasser ergänzt und im
Kreislauf geführt. Die Kondensationsstufe hat einen eigenen Kühlwasserkreislauf. Da die Effektivität des
Teerabscheiders äußerst empfindlich von der Temperatur des zu scheidenden Kondensates abhängt, ist es notwendig,
diesen auf jeden Fall auf der erforderlichen Mindesttemperatur von 75° C zu halten.
Bislang wird das Spülwasser mittels einer Pumpe vom Teerabscheider bzw. Spülwassersammelbehälter direkt
zur Gasvorlage einer Koksofenbatterie, in der sich die Rohgase der einzelnen Koksofenkammern sammeln,
gepumpt, um dort zum einen Teil direkt in die Vorlage geleitet zu werden und zum anderen Teil in den mit der
Gasvorlage in Verbindung stehenden Steigrohrkrümmer, d. h. in den heißen Rohgasstrom, eingedüst zu werden.
Dabei wird das ca. 700 bis 800° C heiße Rohgas durch Erwärmung und teilweise Verdampfung des Spülwassers
schockartig auf Temperaturen von ca. 100° C abgekühlt. Diejenige Spülwasserteilmenge, die direkt
in die Rohgasvorlage geleitet wird, bewirkt, daß am Boden derselben sowie in der mit der Rohgasvorlage in
Verbindung stehenden Rohgassaugleitung eine Flüssigkeitsströmung entsteht, die das Abfließen des in der
Rohgasvorlage gebildeten Kondensates begünstigt. Der sogenannte Vorlagenrücklauf, also Spülwasser plus
Kondensat, wird dann aus der Rohgassaugleitung ausgeschleust,
um dem Teerscheider zugeführt zu werden. Das Rohgas, das diese Rohgassaugleitung passiert hat,
wird dem Rohgaskühler, einer Kondensationsstufe, die durch Wärmetauscher abgekühlt wird, zugeführt Während
das nicht kondensierte Rohgas weiteren Verfahrensstufen zugeführt wird, wird das Kondensat aus dem
Rohgaskühler, welches in einem Kondensatsammelbehälter gesammelt wird und dort eine Temperaturvon ca.
30° C aufweist, dem Teerscheider zugeführt. Es ist aber
auch üblich, das Kondensat aus dem Rohgaskühler bzw. Kondensatsammelbehälter zusammen mit dem Kondensat,
das sich im Sauger der Rohgassaugleitung und an anderen Stellen gebildet hat, noch einmal in die Rohgasvoriage
einzuspeisen, so daß es von dort über die Kondensatschleuse der Rohgassaugleitung in den Teerscheider
gelangt.
Unter solchen Bedingungen stellt sich durch den Wärmehaushalt des Gesamtsystems im Teerabscheider
eine Temperatur von ca. 80° C ein, sofern es sich um die Verkokung ca. 10% feuchter Einsatzkohle handelt. Bei
der Verkokung von vorerhitzter Kohle stellt sich unter sonst gleichen Bedingungen der Rohgasabkühlung eine
Temperatur von ca. 72° C im Teerabscheider ein. Während
eine Temperatur von 80° C im Teerabscheider zu den besten Abscheideergebnissen führt, ist eine
Temperatur von 72° C völlig unzureichend und führt zu unbefriedigenden Teerscheideergebnissen, d. h. daß
der Wassergehalt im Teer nicht ausreichend niedrig ist.
Die niedrige Temperatur im Teerscheider bei der Verkokung vorerhitzter Einsatzkohle wird durch die dieser
Kohle fehlende Feuchtigkeit bedingt, da in diesem Fall zu wenig Wasserdampf in lier Ros/gasvorlage und Rohgassaugleitung
kondensiert wird und mit entsprechend hoher Temperatur in den Teerscheider gelangt. Diese
fehlende Feuchtigkeit bedingt unter anderem eine starke Anreicherung des Spülwassers mit Chlorverbindungen
und ähnlich aggressiven Stoffen, weswegen dem Spülwasserkreislauf ständig Frischwasser zugeführt
werden muß, was zu einer weiteren Verminderung des Wärmeinhaltes im Spülwasserkreislauf führt.
Um dennoch eine ausreichend hohe Temperatur im Teerscheider zu erzielen, hat man deshalb bisher die
nötige Wärme- und Feuchtigkeitsmenge durch eine Dampfbeheizung herbeigeführt. - So ist z. B. bekannt,
einen extern erzeugten Wasserdampf über die Rohgasvorlage dem Spülwasserkreislauf direkt zuzuführen.
Die bezüglich der Verbesserung der Teerscheidung bei der Verkokung vorerhitzter Kohle bekannten Maßnahmen
haben den Nachteil, daß dem Prozeß ständig zusätzliche Wärme in Form von Wasserdampf zugeführt
werden muß, was die Effektivität des gesamten Prozesses nachteilig beeinflußt.
Es ist weiter ein Verfahren zur Digkteergewinnung
bekannt, das offenbar auch ohne zusätzliche Energiezufuhr auskommt, wenn staubhaltiges, rohes Kokereigas,
das beispielsweise bti der Verkokung von vertrockneter, nur etwa bis zu 1% Feuchtigkeit enthaltender Kohle
anfällt, vor der Kühlung mit Wasser gewaschen wird.
Dazu wird die Gas-Kondensat-Scheidung zu einem Wascher ausgestaltet, während das hierfür benötigte.
geklärte Waschwasser ebenfalls der Teer-Wasser-Scheidung
entnommen und gekühlt oder ungekühlt auf den Wascher gegeben wird. Das mit Staub angereicherte
Waschwasser geht in die Teer-Wasser-Scheidung zurück.
Das durch diese Waschung von Staub befreite Gas strömt in die Gaskühlung, die eine direkte oder auch
indirekte sein kann. Bei dieser Führung des Waschkreislaufes bleibt die Gaskühlung frei von Verkrustungen.
Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, welches bei möglichst geringem apparativem
Aufwand die notwendige Wärme- und Frischwassemienge für den Prozeß bereitstellt, ohne zusätzlich
externe Energie aufzuwenden.
Die Energie löst die Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1.
Der Rohgaskühler, ein Wärmetauscher, in welchem das Rohgas einen Teil seines Wärmeinhaltes an ein
Kühlmedium, meist Wasser, abgibt, weist im Bereich des Rohgaseintrittes, je nach Fahrweise, Temperaturen
etwa zwischen 80 und 100° C (meistens jedoch nur zwischen 75 und 85° C), auf, während im Bereich des Austrittes
des in ihm nicht kondensierten Rohgasfi und im Kondensat die Temperatur nur noch ca. 30° C beträgt.
Unterteilt man nun den Wärmetauscher, der im Gegenstrom arbeitet, in je eine Stufe für den heißeren und für
den kälteren Kühlerteil und leitet das Kondensat, das im Rohgaskühler selbst gebildet wird, durch den Wärmetauscher
im heißeren Bereich des Rohgaskühlers, so nimmt dieses Kondensat Wärme auf und gelangt, wenn
es über die Rohgasvorlage in die Rohgassaugleitung geführt wird, mit einer höheren Temperatur als nach
dem Stande der Technik in den Teerscheider. Diese erfindungsgemäße Maßnahme führt überraschenderweise
zu einer Temperatur im Teerscheider, die ober- J5 halb 75° C liegt, also für befriedigende Teerscheideergebnisse
ausreichend hoch ist, d. h. es werden Wassergehalte von 1 bis 2 Gew.-% im Teer erreicht, während
bei niedrigeren Temperaturen deutlich schlechter (größer) wird. «0
Dieses Vorgehen hat den weiteren Vorteil, daß der externe Kühlwasserkreislauf des Rohgaskühlers nun
eine verminderte Kühlleistung zu erbringen hat.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist es von Vorteil, das dem Prozeß zugesetzte Frischwasser *'■>
zusammen mit dem Kondensat aus dem Rohgaskühler durch den Wärmetauscher im heißeren Teil des Rohgaskühlers
zu leiten.
Es hat sich weiterhin gezeigt, daß der Wärmehaushalt
des Spülwasserkreislaufes im Sinne der Erfindung vor- >"
teilhaft beeinflußt werden !;ann, wenn ein Teil des Spülwassers
aus dem Teerscheider bzw. Spülwassersammelbehälter ebenfalls durch den Wärmetauscher des heißeren
Bereiches des Rohgaskühlers geleitet wird.
Weitere Vorteile und Ausführungsformen der Erfin- v
dung werden anhand der nachfolgenden Zeichnung und einem Beispiel erläutert:
Die Figur zeigt eine bevorzugte Ausführung der Spülwasserkreislaufführung
mit einigen alternativen Varianten.
Der Rohgaskühler 1 weist zwei Kühlzonen auf. Externes Kühlwasser strömt nur durch die untere, d. h. kältere,
Kühlzone. Das Kondensat aus dem Rohgaskühler, welches im Kondensatsammelbehälter 2 aufgefangen
wird, wird durch den Wärmetauscher 10 im heißeren &^
Bereich des Rohgaikühlers 1 geleitet und sodann der Rohgasvorlage 5 direkt zugeführt, von wo es über die
Rohgassaugleitung 6 und Kondensatschleuse 8 in den Teerscheider 7 gelangt Das in Teerscheider 7 geschiedene
Spülwasser gelangt über Pumpe 9 und Regulierventil 4 zu einem Teil durch den Wärmetauscher 10 im
heißeren Teil des Rohgaskühlers und von dort weiter in die Rohgasvorlage und zum anderen Teil direkt zurEindüsung
in den Steigrohrkrünimer 11, um von dort wieder über Rohgasvorlage 5, Rohgassaugleitung 6 und
Kondensatschleuse 8 in den Teerscheider 7 zurückzugelangen. Das hinzugefügte Frischwasser 3 wird hier
zusammen mit dem Kondensat aus dem Kondensatsammelbehälter 2 dem Wärmetauscher 10 zugeführt, wie es
ebenfalls einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht - Diese Frischwasserzufuhr kann
aber auch an jeder anderen Stelle des Spülwasserkreislaufes diesem zugeführt werden.
Überschüssiges Spülwasser kann z.B. bei 13a oder
13 b, aber auch an jeder anderen Stelle, dem Spülwasserkreislauf entzogen werden.
Es ist im Sinne der Erfindung natürlich auch möglich, das Kondensat aus dem Kondensatsammelbehälter 2,
das Frischwasser 3 und das im Teerabscheider geschiedene Spülwasser zuerst zusammenziriT-hren und dann
über Pumpe 9 und Regulierventil 4 zum einen Teil dem Wärmetauscher 10 und zum anderen Teil dem Steigrohrkrümmer
11 zuzuführen, so wie es ebenfalls u:öglich ist, die drei genannten Teilmengen (Kondensat,
Frischwasser und Spülwasser aus dem Teerscheider) gemeinsam durch den Wärmetauscher 10 zu leiten und
dann die Aufteilung in einen Strom zum Steigrohrkrümmer 11 und einen weiteren Strom zur Rohgasvorlage
5 zu teilen.
Vergleichsweise werden in einer Koksofenbatterie und mit nachgeschalteter Rohgaskühlung unter sonst
gleichen Bedingungen:
1. feuchte Kohle verkokt und das Rohgas nach dem Stande der Technik gekühlt,
2. vorerhitzte Kohle verkokt und nach dem diesbezüglichen
Stande der Technik gekühlt und schließlich
3. vorerhitzte Kohle verkokt und gemäß der Erfindung gekühlt.
1. Die Verkokung feuchter Kohle erfolgte unter folgenden Bedingungen:
Kohlendurchsatz 100 t/h
(durch 50 Großraumöfen)
Kohlefeuchte 10%
Kohlefeuchte 10%
Bildungswasser (das während des 3,5%
Verkokungsvorganges aus H2 und
eindringender Luft entsteht)
Rohgasmenge 330 mVt
Verkokungsvorganges aus H2 und
eindringender Luft entsteht)
Rohgasmenge 330 mVt
(Wf) i. N.
Rohgastemperatur bei Eintritt 750° C
in die RohgasvoFlage
in die RohgasvoFlage
spez. Wärme des Rohgases
Wärmeinhalt dei.
Wasserdampfes im Rohgas
Wasserdampfes im Rohgas
0,393 —
kg K
kg K
(bei 750° C)
0,335^1
kg K
kg K
(bei 8O0C)
940
kg
ibei 750° C)
Spülwassermenge incl.
Frischwasser
Frischwasser
Temperaturerniedrigung des
Spülwassers durch
Wärmeverluste
Oberflächenverluste der
Saugleitung
Spülwassers durch
Wärmeverluste
Oberflächenverluste der
Saugleitung
5 m Vl
Einsatzkohle
(wf)
2° C
2000 Meal
2000 Meal
Dabei ergeben sich bei der Rohgaskondensation die folgenden Temperaturen:
Gastemperatur vor dem Kühler
Temperatur im Teerscheider
Temperatur im Teerscheider
83,3° C 80,2° C ergeben sich die Temperaturen bei der Rohgaskondensation
dann zu:
2. Wird in der gleichen Batterie jedoch vorerhitzte Kohle eingesetzt, so wird der Durchsatz zwar gesteigert
- im folgenden Beispiel um 25% auf 125 t/h - aber der Wärmeinhalt der Kohlenfeuchte fehlt bei der Wärmebi- .'<
> lanz. Nur der Wärmeinhalt des Bildungswassers ist noch
• orhanden. Das Bildungswasser reicht aber mengenmäßig zur Verdünnung des Spülwasserkreislaufes nicht
aus, so daß kaltes Frischwasser zugesetzt werden muß (im vorliegenden Beispiel 5% der Einsatzkohlen- :\
menge).
Unter sonst gleichen Bedingungen wie im 1. Fall Gastemperatur vor dem Kühler
Temperatur im Teerscheider
Temperatur im Teerscheider
74.1° C 72,4° C
Die Tür eine gute Teerscheidung erwünschte Temperatur von mindestens 75°C wird hierbei nicht erreicht.
3. Wird nun das Kondensat des Rohgaskühlers und das Frischwasser (etwa 15 Gew.-% der Einsatzkohle)
erfindungsgemiiß im entsprechenden Wärmetauscher des Rohgaskühlers vorgewärmt, so daß die Vorwärmtemperatur
um etwa 2°C niedriger ist als die Rohgastemperatur am Eintritt in den Kühler, so ergeben sich
die folgenden Temperaturen:
Gastemperatur vor dem Kühler 75,4° C
Temperatur im Teerscheider 75.3° C
Die fur eine gute Teerscheidung erwünschte Temperatur
von mindestens 75°C kann also mit der erfindungsgemäßen Verfahrensweise erreicht werden ohne den
Einsatz zusätzlicher Energie.
Durch das vorgewärmte Frischwasser und Kondensat verringert sich die nötige Kühlleistung für den Rohgaskühler
nun gegenüber dem Stande der Technik.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Verbesserung der Teerabscheidung aus dem Kondensat des Rohgases bei der Verkokung
vorerhitzter Kohle, bei dem das Rohgas vor und im Bereich der RohgasvorJage mittels im Kreislauf
geführten Spülwassers, ggf. unter Hinzufügung von Frischwasser, abgekühlt und in einer nachfolgenden
Kühlstufe (Rohgaskühler) zum Teil kondensiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kondensat aus dem Rohgaskühler durch einen Wärmetauscher im heißesten Teil des Rohgaskühlers
geleitet wird, bevor es über Rohgasvorlage und -saugleitung in den Teerscheider gelangt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- ι j
zeichnet, daß das zugesetzte Frischwasser zusammen mit dem Kondensat aus dem Rohgaskühler
durch den Wärmetauscher des Rohgaskühlers geleitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzefihnet, daß das Spülwasser zum Teil ebenfalls
durch den Wärmetauscher des Rohgaskühlers abgeleitet wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rohgaskühler (1) mit zwei getrennten Wänaetauschsystemen (10),
(12) ausgerüstet ist, wobei das eine (10) im Rohgaseintrittsbereich
und das andere (12) im Rohgasaustrittsbereich angeordnet ist und das erstere an seiner
Kühimitteleintrittsseite mit der das Kondensat aus dem Rohgaskühler (1) führenden Leitung (3)
und an seiner Kühlraittelav- ,trittsseite mit der Einspeiseleitung
der Robsasvorlage (5) verbunden ist.
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