DE2739562C2 - - Google Patents
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Description
Das Hauptpatent 24 46 865 betrifft ein Verfahren zur Reinigung und Kühlung von
staubförmige Verunreinigungen enthaltenden Partialoxydationsgasen, die durch
Gleichstromvergasung von Brennstoffen nach dem Koppers-Totzek-Verfahren gewonnen
werden, unter Anwendung einer nassen Gasreinigung, wobei
- a) die heißen Gase zunächst trockene Entstaubung in einem Zyklon von 70-95% der in ihnen enthaltenen staubförmigen Verunreinigungen befreit werden, wozu die Gase mit einer Temperatur von 300°C und einer Eintrittsgeschwindigkeit zwischen 15 und 25 m/sec. in den Zyklon eingeleitet werden;
- b) nach Passieren des Zyklones die Gase in einem Naßreiniger mit einer solchen Wassermenge gewaschen werden, die für die Entfernung der restlichen Staubmenge gerade ausreichend ist, und
- c) die aus dem Naßreiniger austretenden Gase in einem direkten Gaskühler, der mit einem internen Kühlwasserkreislauf versehen ist, aus dem die auf den Naßreiniger aufgegebene Wassermenge abgezweigt wird, bis auf eine Temperatur von 35°C gekühlt werden.
Beim Verfahren nach dem Hauptpatent ist eine Kühlung des Gases zwischen dem
Zyklon und dem Naßreiniger nur als Eventualmaßnahme vorgesehen, wobei das
Gas an dieser Stelle nur in einem solchen Umfange gekühlt werden soll, daß
keine Kondensation von Wasserdampf erfolgt. Daraus ergibt sich jedoch, daß
das Gas beim Eintritt in den Naßreiniger immer noch eine Temperatur von
ca. 70-80°C aufweist entsprechend dem Taupunkt des Gases. Ohne eine
Zwischenkühlung zwischen dem Zyklon und dem Naßreiniger liegt die Gastemperatur
beim Eintritt in den Naßreiniger sogar noch wesentlich
höher. Das Verfahren nach dem Hauptpatent sieht deshalb ausdrücklich
die Möglichkeit vor, das aus dem Naßreiniger austretende,
weitgehend entstaubte Gas in einem direkten Kühler mittels Kreislaufwasser
weiter zu kühlen, wobei das Kreislaufwasser indirekt gekühlt
wird.
Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß bei dieser Arbeitsweise,
bedingt durch die hohe Waschwassertemperatur im Naßreiniger und
im nachgeschalteten direkten Kühler (ca. 70°C), Ablagerungen in
Rohrleitungen und Kanälen sowie eine starke Schwadenentwicklung
über dem zur Behandlung des ablaufenden Waschwassers vorgesehenen
Klärbecken auftreten können. Außerdem hat sich beim Verfahren
nach dem Hauptpatent die hohe Gaseintrittstemperatur in den Naßreiniger
als nachteilig erwiesen. Entsprechend der hohen Gastemperatur
muß nämlich in diesem Fall ein relativ großes Gasvolumen behandelt
werden, was natürlich eine entsprechende Dimensionierung des
Naßreinigers zur Folge hat. Die Investitions- und Betriebskosten
sind deshalb recht hoch.
Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, das Verfahren nach
dem Hauptpatent dahingehend weiterzuentwickeln, daß die vorstehend
geschilderten Schwierigkeiten vermieden und gleichzeitig die Investitions-
und Betriebskosten für die Gasbehandlung gesenkt werden.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die aus dem
Staubabscheider austretenden Gase vor der Weiterbehandlung im Naßreiniger
in einem direkten Kühler bis auf eine nahe dem Taupunkt liegende
Temperatur und anschließend in einem indirekten Kühler bis
auf eine Temperatur gekühlt werden, die 5 bis 10°C über der Kühlwassereintrittstemperatur
liegt.
Die erfindungsgemäße Arbeitsweise sieht also vor, das aus dem Zyklon
austretende heiße Gas zunächst durch direkten Kontakt mit
Wasser auf eine Temperatur von etwa 75 bis 85°C zu kühlen, die in
der Nähe des Taupunktes liegt. Anschließend erfolgt dann die indirekte
Kühlung bis auf etwa 25 bis 35°C. Durch entsprechende Auslegung
des indirekten Kühlers wird dabei sichergestellt, daß die Gastemperatur
5 bis 10°C über der Kühlwassereintrittstemperatur liegt. Bei der
Kondensation des Wasserdampfes im indirekten Kühler wird bereits ein
Teil des vom Gas noch mitgeführten Feinstaubes benetzt und abgeschieden.
Hinzu kommt, daß bedingt durch die niedrigere Temperatur das vor dem
Naßreiniger anfallende Gasvolumen nur noch etwa halb so groß ist wie
beim Verfahren nach dem Hauptpatent. Aus den beiden genannten Gründen
kann deshalb in diesem Falle der Naßreiniger entsprechend kleiner
dimensioniert werden, was natürlich niedrigere Betriebs- und Investitionskosten
zur Folge hat.
Vorzugsweise wird außerdem beim erfindungsgemäßen Verfahren
das aus dem indirekten und/oder direkten Kühler ablaufende staubhaltige
Kondensat mit dem aus dem Naßreiniger ablaufenden Waschwasser
vereinigt und daran anschließend gemeinschaftlich in einem
Klärbecken behandelt. Es ergibt sich somit nur ein Waschwasserkreislauf
mit einer verhältnismäßig niedrigen Temperatur (30-50°C),
der in einem entsprechend dimensionierten Klärbecken behandelt werden
kann.
Nachfolgend soll das erfindungsgemäße Verfahren an Hand der in den
Abbildungen dargestellten Fließschemata weiter erläutert werden.
Es zeigt
Fig. 1 ein Fließschema zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, bei dem der direkte und der
indirekte Kühler getrennt voneinander angeordnet sind
und
Fig. 2 ein Fließschema zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, bei dem der direkte und der
indirekte Kühler zu einer baulichen Einheit zusammengefaßt
sind.
Als Ausführungsbeispiel soll an Hand von Fig. 1 die Reinigung und
Kühlung eines Partialoxydationsgases beschrieben werden, welches
durch Vergasung von Kohlenstaub in einem Koppers-Totzek-Vergaser
bei einem Druck von 0,03 atü gewonnen wurde. Dieses Gas enthält
ca. 100 g/Nm³ staubförmige Verunreinigungen und wird zunächst in
einem im Fließschema nicht dargestellten Abhitzekessel, der mit
dem Vergaser zu einer Baueinheit zusammengefaßt ist, auf eine
Temperatur von ca. 300°C abgekühlt. Mit dieser Temperatur gelangt
das Gas durch die Leitung 1 in den Staubabscheider 2, der in
diesem Falle als Zyklon ausgebildet ist. Entsprechend den Bedingungen
des Hauptpatentes liegt die Eintrittsgeschwindigkeit des Gases dabei
zwiscen 15 und 25 m/sec. Der hier abgeschiedene Staub wird
durch die Leitung 3 aus dem Zyklon abgezogen. Das oben aus diesem
austretende Gas gelangt mit einer Temperatur von ca. 295°C durch
die Leitung 4 in den direkten Kühler 5, in dem das Gas durch Einspritzung
von Wasser bis auf eine Temperatur von ca. 80°C gekühlt wird.
Danach strömt das Gas über das Leitungsstück 7 in den indirekten Kühler
10, der ein von Kühlwasser durchflossenes Kühlsystem 8 aufweist.
Die Kühlwassermenge bzw. der Kühlwasserumlauf können dabei in Abhängigkeit
von der Gasmenge so eingestellt werden, daß die Gasaustrittstemperatur
etwa 5-10°C über der Kühlwassereintrittstemperatur
liegt. Nach dem Austritt aus dem indirekten Kühler 10 gelangt das
Gas mit einer Temperatur von ca. 30°C über die Leitung 9 in den Naßreiniger
6, der in diesem Fall als Desintegrator ausgebildet ist. Hier
wird das Gas mit einer solchen Wassermenge gewaschen, die für die
Entfernung der restlichen Staubmenge aus dem Gas gerade ausreichend
ist. Zu diesem Zweck wird über die Leitung 11 Waschwasser in einer
Menge von ca. ein l/Nm³ Gas auf den Naßreiniger 6 aufgegeben. Das
gereinigte und gekühlte Gas verläßt den Naßreiniger 6 mit einer Temperatur
von ca. 30°C. Dieses Gas enthält noch maximal 15 mg Staub
pro Nm³ und hat folgende Zusammensetzung:
| CO₂ | |
| 8,4 Vol.-% | |
| CO | 63,2 Vol.-% |
| H₂ | 26,1 Vol.-% |
| N₂ | 0,8 Vol.-% |
| Ar | 0,5 Vol.-% |
| CH₄ | 0,1 Vol.-% |
| H₂S | 0,8 Vol.-% |
| COS | 0,1 Vol.-% |
Über den Verdichter 13, in dem es seiner weiteren Verarbeitung entsprechend
verdichtet wird, kann es den nachgeschalteten Behandlungsstufen
zugeführt werden.
Das aus dem Naßreiniger 6 ablaufende Waschwasser, welches den in
dieser Stufe abgeschiedenen Staub enthält, gelangt über die Leitung 14
in das Klärbecken 15. Das in dem indirekten Kühler 10 aus dem Gas
auskondensierte staubhaltige Wasser wird vorzugsweise über die Leitung
16 abgezogen und mit dem Wasserstrom in der Leitung 14 vereinigt,
so daß eine gemeinsame Reinigung im Klärbecken 15 erfolgen kann.
Durch diese Schaltung wird außerdem erreicht, daß in den gemeinsamen
Waschwasserkreislauf für den direkten Kühler 5 und den Naßreiniger
6 kein Zusatzwasser gegeben werden muß, weil das im indi
rekten Kühler 10 ständig auskondensierende Wasser über die Leitung 16
in den Kreislauf zurückgelangt. Das Waschwasser in der Leitung 14
besitzt beim Eintritt in das Klärbecken 15 einen Staubgehalt von ca.
6-10 g/l. Beim Klärbecken 15 kann es sich um eine konventionelle
Anlage handeln, wie sie zur Abscheidung von Feststoffen aus Abwässern
üblich ist. Diese Anlage kann als Rund- oder Längsbecken ausgeführt
werden. Der bei der Klärung des Waschwassers abgeschiedene Schlamm
wird über die Leitung 20 aus dem Verfahren entfernt. Das aus dem Klärbecken
abfließende Waschwasser, welches weitgehend von Feststoffen
befreit ist, wird vermittels der Pumpe 17 über die Leitung 18 wieder
auf den direkten Kühler 5 gefördert. Die Verteilung des Waschwassers
im direkten Kühler 5 erfolgt dabei über die Sprühdose 19. Gegebenenfalls
können hier natürlich auch andere Verteilereinrichtungen, wie z. B.
Verteilerböden oder Rieseleinbauten, vorgesehen sein. Von der Leitung
18 zweigt die Leitung 11 ab, durch die das für den Naßreiniger 6 benötigte
Waschwasser abgezogen wird.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Verfahrensvariante sind der direkte Kühler
5 und der indirekte Kühler 10 in der Kühleinrichtung 21 zu einer baulichen
Einheit zusammengefaßt. Das durch die Leitung 4 strömende Gas
gelangt dabei von unten in die Kühleinrichtung 21 und durchströmt zunächst
den direkten Kühler 5 und daran anschließend den darüber angeordneten
indirekten Kühler 10. Das oben aus der Kühleinrichtung 21 austretende
Gas strömt anschließend über die Leitung 9 zum Naßreiniger 6 und
wird in der bereits beschriebenen Art und Weise weiterbehandelt. Die
Trennung zwischen dem direkten Kühler 5 und dem indirekten Kühler
10 erfolgt durch den Boden 22, der eine Gasdurchtrittsöffnung 23 aufweist,
durch die das Gas von unten nach oben strömen kann. Das im
indirekten Kühler abgeschiedene Wasser (Gaskondensat) wird auf dem
Boden 22 gesammelt und kann über die Leitung 24 abgezogen sowie über
die Sprühdüse 19 in den Gasstrom im direkten Kühler 5 als Kühlmedium
eingespritzt werden. Gegebenenfalls kann schließlich das aus dem
Kühlsystem 8 des indirekten Kühlers 10 ablaufende Kühlwasser auch in
den direkten Kühler 5 abgeleitet und dort zum Freispülen der Rohre und/oder
Einbauten sowie zum Kühlen des Gases benutzt werden. Das aus
dem Unterteil der Kühleinrichtung 21 ablaufende Wasser wird durch die
Leitung 16 abgezogen und mit dem Wasserstrom in der Leitung 14 vereinigt,
so daß auch hier eine gemeinsame Reinigung des aus dem Naßreiniger
6 und der Kühleinrichtung 21 ablaufenden Wassers im Klärbecken
15 erfolgen kann. Das geklärte Wasser kann aus dem Klärbecken 15 vermittels
der Pumpe 17 über die Leitung 11 wieder im erforderlichen Umfange
auf den Naßreiniger 6 aufgegeben werden. Im übrigen haben übereinstimmende
Bezugszeichen die gleiche Bedeutung wie in Fig. 1, so daß
auf ihre Funktion hier nicht näher eingegangen zu werden braucht.
Claims (7)
- Verfahren zur Reinigung und Kühlung von staubförmige Verunreinigungen enthaltenden Partialoxydationsgasen, die durch Gleichstromvergasung von Brennstoffen nach dem Koppers-Totzek-Verfahren gewonnen werden, unter Anwendung einer nassen Gasreinigung, wobei
- a) die heißen Gase zunächst durch trockene Entstaubung in einem Zyklon von 70-95% der in ihnen enthaltenen staubförmigen Verunreinigungen befreit werden, wozu die Gase mit einer Temperaur von 300°C und einer Eintrittsgeschwindigkeit zwischen 15 und 25 m/sec. in den Zyklon eingeleitet werden;
- b) nach Passieren des Zyklones die Gase in einem Naßreiniger mit einer solchen Wassermenge gewaschen werden, die für die Entfernung der restlichen Staubmenge gerade ausreichend ist, und
- c) die aus dem Naßreiniger austretende Gase in einem direkten Gaskühler, der mit einem internen Kühlwasserkreislauf versehen ist, aus dem die auf den Naßreiniger aufgegebene Wassermenge abgezweigt wird, bis auf eine Temperatur von 35°C gekühlt werden,
- gemäß Patent 26 46 865, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem Zyklon austretenden Gase vor der Weiterbehandlung im Naßreiniger in einem direkten Kühler bis auf eine möglichst nahe dem Taupunkt liegende Temperatur und anschließend in einem indirekten Kühler bis auf eine Temperatur gekühlt werden, die 5 bis 10°C über der Kühlwassereintrittstemperatur liegt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der direkte Kühler und der Naßreiniger durch einen gemeinsamen Waschwasserkreislauf miteinander verbunden sind, in den ein Klärbecken geschaltet ist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kühleinrichtung zur Anwendung gelangt, bei der der direkte und der indirekte Kühler übereinander angeordnet zu einer baulichen Einheit zusammengefaßt sind.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der direkte Kühler mit dem aus dem indirekten Kühler ablaufenden Gaskondensat beaufschlagt wird.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem indirekten Kühler ablaufende Kühlwasser zum Freispülen der Rohre und/oder Einbauten des direkten Kühlers benutzt wird.
- 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das aus dem indirekten und/oder direkten Kühler ablaufende Kondensat mit dem aus dem Naßreiniger ablaufenden Waschwasser vereinigt und daran anschließend dem Klärbecken zugeführt wird.
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