-
Vorratsdose für Tabletten und/oder Pillen
-
Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine Vorratsdose für
Tabletten und/oder Pillen, insbesondere für Süßstoff-Tabletten, - mit Dosenteil
mit umgendem Kragen, Deckel und Einrichtung zur Freigabe einzelner Tabletten,
welche
Einrichtung eine Freigabeöffnung und einen Schieber aufweist.
-
Bei den bekannten gattungsgemäßen Vorratsdosen befindet sich die Freigabeöffnung
im Deckel. Der Schieber dient lediglich dazu, die Freigabeöffnung zu öffnen oder
zu schließen; er nimmt an den Vorgängen, die zur Freigabe einzelner Tabletten erforderlich
sind, nicht teil. Die Freigabe einzelner Tabletten ist letztenendes nur über die
Größe der Freigabeöffnung geregelt. Die Vorratsdose insgesamt muß dazu in eine entsprechende
Position gebracht und gegebenenfalls zusätzlich geschüttelt werden. Die Einrichtung
zur Freigabe einzelner Tabletten bewirkt daher bei den bekannten Vorratsdosen keine
Dosierung in dem Sinne, daß nur eine einzelne Tablette freigegeben wird.
-
Die Freigabe der Tabletten ist vielmehr ein statistisches Phänomen,
wobei infolge der Bemessung der Freigabeöffnung in aller Regel nur eine einzige
Tablette freigegeben wird, ausnahmsweise aber auch deren mehrere oder sogar viele
die Freigabeöffnung passieren. Handelt es sich um Vorratsdosen, die für Süßstofftabletten
bestimmt sind, so erfolgt insoweit eine störende Übersüßung des-Getränkes, es sei
denn, die Vorratsdose wird nicht dazu benutzt, die Süßstofftabletten unmittelbar
in ein Getränk oder dergleichen einzugeben. Das wiederum macht unhygienische Zwischenmanipulationen
per Hand erforderlich. Haben ausstatistischen Gründen bei einer bekannten Vorrichtung
mehrere Süßstofftabletten die Einrichtung
zur Freigabe einzelner
Tabletten passiert, so müssen sie häufig umständlich über die verhältnismäßig kleine
Freigabeöffnung in die Vorratsdose wieder eingeführt werden.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorratsdose
zu schaffen, bei der die Einrichtung zur Freigabe der einzelnen Tabletten im Sinne
der obigen Ausführungen eine echte Dosierung vornimmt, so daß dosiert und nicht
nur im statistischen Mittel einzelne Tabletten abgegeben werden.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß die Freigabeöffnung
im Kragen des Dosenteils angeordnet und zum Deckel hin randoffen ausgeführt ist,
und daß der Deckel zumindest im Bereich der Freigabeöffnung als Schieber mit Freigabestellung
und Schließstellung ausgeführt ist, die eine der Freigabeöffnung zugeordnete Entnahmekammer
aufweist, die zum Doseninnenraum hin offen ist und an ihrem Deckelrand einen Steg
aufweist, der in Schließstellung des Schiebers die Freigabeöffnung verschließt.
- Die Begriffe Dosenteil und Deckel wurden aus terminologischen Gründen gewählt.
Bei der praktischen Anwendung kann das Dosenteil auch als Dosenoberteil funktionieren
und der Deckel gleichsam einen unteren Deckel darstellen. Bei der erfindungsgemäßen
Vorratsdose funktioniert insoweit der Deckel gleichsam nach einem Schubladenprinzip,
wobei jedoch die Schublade oberseitig und/oder rückseitig zum Doseninnenraum hin
offen ist, so
daß Tabletten aus dem Doseninnenraum der Vorratsdose
in die Schublade eintreten können. Falls bei der erfindungsgemäßen Vorratsdose der
Deckel nur im Bereich der Freigabeöffnung in der beschriebenen Weise als Schieber
ausgeführt ist, so ist die Vorratsdose insoweit mit einem mehrteiligen Deckel versehen,
bei dem Deckelbereiche einander überfassen und sich bei Betätigung des Schiebers
gegeneinander verschieben, so daß der Doseninnenraum in diesem Bereich nicht unkontrolliert
offen wird. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Entnahmekammer
durch ein U-förmiges Bauteil gebildet, was innenseitig auf den Deckel aufgesetzt
oder an diesen angeformt ist, und zwar so, daß die öffnung zwischen den U-Schenkeln
zum Doseninnenraum hinweist, während der U-Steg in der beschriebenen Weise und in
Schließstellung des Schiebers die Freigabeöffnung verschließt.
-
Bei der erfindungsgemäßen Vorratsdose erreicht man ohne weiteres eine
Dosierung durch Dimensionierung der Entnahmekammer. Dabei kann die Anordnung so
getroffen werden, daß in der Entnahmekammer mehrere Tabletten oder Pillen Platz
finden. Ohne weiteres kann man jedoch die Anordnung auch so treffen, daß stets nur
eine einzige Tablette oder Pille in der Entnahmekammer untergebracht werden kann.
Dazu lehrt die Erfindung, daß die Entnahmekammer eine Tiefe aufweist, die der Dicke
einer zu manipulierenden Tablette oder
Pille entspricht und daß
die Entnahmekammer im übrigen in Verschieberichtung des Schiebers eine Länge aufweist,
die dem Durchmesser der zu manipulierenden Tablette oder Pille entspricht. Im Rahmen
der Erfindung liegt es, den Deckel insgesamt als Schieber auszuführen. Dann ist
zusätzlich die Anordnung so getroffen, daß das Dosenteil eine eingesetzte Trennwand
aufweist, die den Bereich abgrenzt, der bei Verschiebung des Deckels auf der der
Entnahmekammer abgelegenen Seite frei wird. Der Deckel ist zweckmäßigerweise ein
ebener Deckel, der mit Führungselementen in das Dosenteil einfaßt und daß das Dosenteil
längsrandseitig mit entsprechenden Führungsausbildungen versehen ist. Insbesondere
wenn Dosenteil und Deckel aus Kunststoff hergestellt werden läßt sich die Anordnung
so treffen, daß die Führungselemente und die Führungsausbildungen gleichzeitig als
Schnappverbindung oder Rastverbindung wechselwirken und ein Eindrücken des Deckels
mit den Führungselementen in das Dosenteil zulassen, wobei mit dem Einrasten gleichzeitig
die Führung sichergestellt ist. Das gibt die Möglichkeit, eine erfindungsgemäße
Vorratsdose auf sehr einfache Weise zu füllen, wobei das Dosenteil mit seiner durch
den Deckel zu verschließenden Öffnung nach oben und eine entsprechende Füllvorrichtung
unter einen entsprechenden Vorratsbehälter gebracht wird und danach der Deckel lediglich
eingedrückt wird.
-
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung ausführlicher
erläutert. Es zeigen in schematischer
Darstellung Fig. 1 im gegenüber der Natur vergrößerten Maßstab eine erfindungsgemäße
Vorratsdose für Tabletten und/oder Pillen in perspektivischer Darstellung, Fig.
2 im gegenüber der Fig. 1 verkleinerten Maßstab eine Draufsicht auf den Gegenstand
nach Fig. 1 bei aufgebrochenem Dosenteil, Fig. 3 den Gegenstand nach Fig. 2 mit
vollständigem Dosenteil in anderer Funktionsstellung, und Fig. 4 einen Schnitt in
Richtung A-A durch den Gegenstand nach Fig. 2.
-
Die in den Figuren dargestellte Vorratsdose ist für Tabletten und/oder
Pillen 1, insbesondere aber für Süßstoff-Tabletten bestimmt. Im grundsätzlichen
Aufbau besteht die Vorratsdose aus Dosenteil 2 mit umgebendem Kragen 3, Deckel 4
und Einrichtung zur Freigabe einzelner Tabletten.
-
Die Einrichtung 5 zur Freigabe einzelner Tabletten 1 besitzt
eine
Freigabeöffnung 6 und einen Schieber 7.
-
Insbesondere aus der Fig. 1 entnimmt man, daß die Freigabeöffnung
6 im Kragen 3 des Dosenteils 2 angeordnet und zum Deckel 4 hin randoffen ausgeführt
ist. Der Deckel 4 ist zumindest im Bereich dieser Freigabeöffnung 6 als Schieber
7 mit Freigabestellung und Schließstellung ausgeführt. Fig. 1 zeigt ebenso wie Fig.
3 die Freigabestellung, in Fig. 2 und Fig. 4 ist die Schließstellung dargestellt
worden. Der Deckel 4 oder Schieber 7 besitzt eine der Freigabeöffnung 6 zugeordnete
Entnahmekammer 8. Diese ist zum Doseninnenraum 9 hin offen jedoch an ihrem Deckelrand
10 mit einem Steg 11 versehen, der in Schließstellung des Schiebers 7 oder Deckels
4 die Freigabeöffnung 6 verschließt. - Aus einer vergleichenden Betrachtung der
Fig. 1 und 3 bzw. 2 und 4 entnimmt man, daß insoweit gleichsam ein Schubladenprinzip
verwirklicht ist. Die Entnahmekammer 8 ist im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung aus einem U-förmigen Bauteil gebildet, welches in
der in Fig. 1 erkennbaren Art und Weise innenseitig auf den Deckel 4 aufgesetzt
oder an diesen angeformt ist. Der U-Steg bildet den Steg 11, der in Schließstellung
die Freigabeöffnung 6 verschließt. Der Bereich zwischen den U-Schenkeln 12 ist doseninnenraumseitig
frei. Im übrigen ist im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung die Anordnung so getroffen, daß die Entnahmekammer 8 eine Tiefe T
aufweist, die der Dicke D einer zu
manipulierenden Tablette 1 oder
Pille entspricht, - während die Entnahmekammer 8 in Verschieberichtung des Deckels
4 oder Schiebers 7 eine Länge L aufweist, die dem Durchmesser der in der Vorratsdose
befindlichen Tabletten oder Pillen 1 entspricht.
-
Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung
ist fernerhin der Deckel 4 insgesamt als Schieber 7 ausgeführt. Daher besitzt das
Dosenteil 2 eine eingesetzte Trennwand 13, die den Bereich abgrenzt, der bei der
Verschiebebewegung des Deckels 4 auf der der Entnahmekammer 8 abgelegenen Seite
frei wird. Im übrigen ist der Deckel 4 im Ausführungsbeispiel als im wesentlichen
ebener Deckel 4 ausgeführt, der mit Führungselementen 14 in den Doseninnenraum 9
des Dosenteils 2 einfaßt und dabei mit entsprechenden Führungsausbildungen 15 am
Kragen 3 des Dosenteils 2 wechselwirkt. Deckel 4 und Dosenteil 2 mögen aus Kunststoff
bestehen, so daß die zuletzt beschriebenen Elemente gleichzeitig eine Rastverbindung
oder Schnappverbindung darstellen und den Deckel 4 nicht nur bei der Verschiebebewegung
führen sondern auch festhalten. Im allgemeinen wird man die Vorratsdose nicht in
der Orientierung betätigen, die in Fig. 1 dargestellt ist.
-
Hat man sie in dieser Orientierung betätigt, so fällt durch eine Drehung
der dargestellten Vorratsdose um etwa 1800 um ihre Längsachse eine in der Entnahmekammer
8 befindlichen
Tablette oder Pille 1 aus der Entnahmekammer 8
heraus. Man kann die Vorratsdose aber auch gleich bei Betätigung des Deckels 4 oder
Schiebers 7 so schräg halten, daß das Herausfallen eintritt.