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Reg.-Nr. 128 240 6. Dezember 1996/663820
Karl Pfisterer Elektrotechnische Spezialartikel GmbH & Co.KG
70327 Stuttgart Abdeckhaube
Die Erfindung betrifft eine Abdeckhaube gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1, wie sie insbesondere bei Transformatoren von Energieversorgungsnetzen
verwendet werden.
Früher wurden zum Abdecken von Transformatoren-Anschlußbolzen und den
an ihnen befestigten Anschlußklemmen Schrumpfhauben verwendet, die sich beim Schrumpfvorgang dicht an die Anschlußklemme und den Anschlußbolzen
anlegen und beiden Teile vollständig abdecken. Ein Entfernen der Schrumpfhaube war mühsam und hatte die Zerstörung der Schrumpfhaube zur Folge.
Aus den DE 83 13 944 U1 und DE 94 09 218 U1 sind elastisch verformbare,
abnehmbare Abdeckhauben bekannt. Die Kontur der Abdeckhauben und eine zusätzliche Verbindungsschraube verhindern im montierten Zustand ein Abnehmen.
Nachteilig bei derartigen Abdeckhauben ist, daß sie zum Erden entfernt werden müssen, was zeitaufwendig ist, und daß keine permanente Erdung
möglich ist.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Erdungsmöglichkeit zu
vereinfachen, wobei die Sicherheit berücksichtigt werden soll.
Diese Aufgabe wird durch eine Abdeckhaube mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
Eine Abdeckhaube, an der eine abnehmbare Kappe angebracht ist, bewirkt zum
einen, daß der Anschlußbolzen und die Anschlußklemme, die unter der Abdeckhaube verborgen sind, berührungssicher abgedeckt sind. Andererseits
ermöglicht die abnehmbare Kappe, daß die unter der Abdeckhaube verborgenen Teile durch eine mit Hilfe der Kappe verdeckte Öffnung ohne größeren
Aufwand geerdet werden können.
Die Erdung wird dadurch vereinfacht, daß am Anschlußbolzen ein deutlich
über die Anschlußklemme hinausragender Erdungsbolzen angeordnet ist. Dieser Erdungsbolzen ragt zumindest teilweise über die Abdeckhaube hinaus und wird
im normalen Zustand durch die Kappe verdeckt. Wird die Kappe abgenommen, so ist der Erdungsbolzen leicht zugängig, wodurch die Befestigung einer
Erdungsvorrichtung erheblich vereinfacht wird.
Besonders vorteilhaft ist, wenn die Kappe schwenkbar an der Abdeckhaube
befestigt ist. Dies erfolgt vorzugsweise mittels eines Scharniers. Dadurch, daß die Kappe mit der Abdeckhaube verbunden ist, kann sie während der Erdung
nicht verlorengehen.
Eine aufsteckbare Kappe hat dagegen den Vorteil, daß sie eine optimale Zugängigkeit
des Erdungsbolzens ermöglicht.
Eine optimale Sicherheit gegen ein unbefugtes Öffnen der Kappe bietet eine
Befestigung, bei der zum Öffnen der Kappe ein Schlüssel oder Werkzeug
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erforderlich ist. Auf diese Weise wird ein versehentliches Öffnen durch Unbefugte
sicher vermieden.
Durch die gleichartige Ausgestaltung des Endbereichs der Kappe und des Erdungsbolzens
kann die Erdungsvorrichtung (respektive ein Erdungsanschluß derselben) im normalen Betrieb auf die Kappe gesteckt werden, wo sie stets
einsatzbereit ist. Soweit die Kappe mit einem Schlüssel oder Werkzeug geöffnet wird, kann durch die gleichartige Ausgestaltung der Endbereiche die Erdungsvorrichtung
als solches Werkzeug zum Öffnen verwendet werden. Eine kugelförmige Ausgestaltung ermöglicht einen optimalen elektrischen Kontakt zwischen
dem Erdungsbolzen und der Erdungsvorrichtung. Es ist aber auch beispielsweise eine Ausgestaltung dieser Endbereiche als Ring oder T-Stück möglich.
Die Abdeckhaube kann einteilig ausgeführt sein durch eine Herstellung im
Tauchverfahren. Die Abdeckhaube kann aber auch aus zwei im Spritzgußverfahren hergestellter Halbschalen bestehen. Diese Herstellungsart ist wesentlich
kostengünstiger.
Eine Labyrinthdichtung an den Nahtstellen zwischen den beiden Halbschalen
der Abdeckhaube bewirkt auf besonders einfache Weise eine sichere Abdichtung gegenüber der Umgebung.
Eine besonders einfache Montage der Abdeckhaube ermöglicht eine Schnappverbindung
der beiden Halbschalen. Zur zusätzlichen Sicherung gegen unbefugtes Entfernen der Abdeckhaube kann eine Schraubverbindung vorgesehen
sein.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 das erste Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 das erste Ausführungsbeispiel in geerdetem Zustand und Fig. 3 einen Schnitt durch das zweite Ausführungsbeispiel.
Fig. 1 zeigt eine Abdeckhaube 1, die einen aus einem Durchführungsisolator 3
eines Transformators in einem Energieversorgungsnetz herausragenden und im Betrieb Spannung führenden Anschlußbolzen 5 berührungssicher abdeckt.
Durch die Abdeckhaube 1 wird ferner eine Anschlußklemme 7, die mit dem Anschlußbolzen 5 verbunden und die über Leiter 9 zu einem elektrischen
Gerät führt, abgedeckt.
Die Abdeckhaube 1 ist von nahezu spiegelbildlicher Gestalt. Zwei einander
entsprechende Flanschbereiche 13 und 14 zwischen dem Durchlaß für den
Durchführungsisolator 3 und dem Durchlaß für den Leiter 9 sind mittels einer Schraubverbindung 19 miteinander verbunden zur Sicherung der Abdeckhaube
1 gegen unbefugtes Abnehmen. Sowohl die Schraube als auch die Mutter der Schraubverbindung 19 bestehen aus Kunststoff. Ferner ist an der Abdeckhaube
1 eine Kappe 17 vorgesehen.
Der Anschlußbolzen 5 ist nach oben verlängert und bildet einen Erdungsbolzen
21, der bis in die Kappe 17 ragt. Die Kappe 17 ist schwenkbar an den beiden
Halbschalen 13 und 14 befestigt, so daß eine Erdung über den Erdungsbolzen
21 möglich ist (vergl. Fig. 2). Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weisen sowohl
der Erdungsbolzen 21 als auch die Kappe 17 einen kugelförmigen Endbe-
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23 bzw. 25 auf, an dem der Erdungsanschluß 27 angebracht werden kann.
In der Abdeckhaube 1 oder die Kappe 17 können ferner kleine Bohrungen von
beispielsweise 4 mm Durchmesser vorgesehen sein, durch die ein Spannungsprüfer eingeführt werden kann, um zu überprüfen, ob eine Spannung am
Erdungsbolzen 21 anliegt. Liegt keine Spannung an, so kann geerdet und danach an der Vorrichtung gearbeitet werden.
Das zweite Ausführungsbeispiel in Fig. 3 zeigt eine Abdeckhaube, die im
wesentlichen aus zwei Halbschalen 113 und 114 von nahezu spiegelbildcher
Gestalt besteht, welche aus Spritzgußteilen hergestellt sind. Eine Schnappverbindung
115 verbindet die beiden Halbschalen 113 und 114 miteinander. Eine
Labyrinthdichtung 116 dichtet die Stoßkanten ab. In den übrigen Merkmalen,
insbesondere die Kappe betreffend, stimmt das zweite Ausführungsbeispiel mit dem ersten Ausführungsbeispiel überein.