DE2950567A1 - Verfahren zum extrahieren von metallen aus verduennten loesungen - Google Patents
Verfahren zum extrahieren von metallen aus verduennten loesungenInfo
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Description
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Extrahieren von Metallen aus verdünnten Lösungen, insbesondere ein Verfahren
zur modifizierten Flüssig/flüssig-Extraktion entsprechender
Metallionen.
Die Extraktion von Metallionen aus verdünnten Lösungen spielt eine wichtige Rolle bei der Wiedergewinnung von Uran, Kupfer
und vielen anderen Metallen, die wirtschaftlich genutzt werden. Sie ist auch wichtig bei der Reinigung des Wassers
z.B. von Quecksilberionen. Die Extraktion erfolgt sehr oft durch Flüssig/flüssig-Phasenverteilung unter Verwendung einer
verdünnten Lösung einer Komplexverbindung in einem wasserunlöslichen Öl oder dadurch, daß man den Beschickungsstrom mit
einem festen Ionenaustauscherharz in Berührung bringt. Ein Problem, das beim Einsatz von festen Harzen auftritt, besteht
darin, daß diese Harze leicht in feinste Kornfraktionen zerbrechen, die dann dazu neigen, das Extraktionssystem zu
verstopfen. Ferner macht die Anwesenheit von Feststoffen wie Schlamm, Kies u.a. eine Filtrationsstufe erforderlich, da
sonst die festen Teilchen das Harzbett verstopfen. Die Flüssigextraktion ist viel schneller als die Extraktion unter Einsatz
von festen Harzen, erfordert aber große Volumina der Ölphase, insbesondere bei verdünnten Lösungen von Metallionen. Ebenso
wie bei der Verwendung von festen Ionenaustauschern erfordert
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die' Gegenwart jeglicher Feststoffe gewöhnlich vor der Extraktion
eine Filtration.
Es sind bereits eine Anzahl von Vorschlägen gemacht worden, um diese Probleme zu umgehen. Beispielsweise wird in US-PS
3 102 782 ein Verfahren zur Rückgewinnung von Schwermetallmengen (Uran) aus wäßrigen Lösungen durch Lösungsmittelextraktion
mit Hilfe gelartiger, wasserunlöslicher, Lösungsmittel enthaltender Harzzusammensetzungen beschrieben.
Die DE-OS 2 732 800 beschreibt imprägnierte Harze vom Typ des großporigen Polystyrols. Die Harze sind mit einem in
einem Lösungsmittel gelösten selektiven Extraktionsmittel imprägniert, das von dem Polymeren leicht absorbiert wird.
Aus US-PS 3 320 033 ist ein Extraktionsmittel für in wäßrigen Medien gelöste Metalle bekannt, das aus einer festen Substanz
mit einer inerten hydrophoben Oberfläche besteht, auf der ein organisches Extraktionslösungsmittel absorbiert ist.
Eine Schwierigkeit, die bei der Durchführung der vorgenannten Vorschläge auftritt, ist die, daß die Teilchengröße der Harze
häufig festgelegt ist. Ferner trifft man lange Gleichgewichtszeiten an, wahrscheinlich als Folge des nur kleinen Grenzflächenbereichs
zwischen der an der Teilchenoberfläche adsorbierten Flüssigkeit und dem Beschickungsstrom.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines modifizierten Verfahrens zur Flüssig/flüssig-Extraktion
von gelösten Metallen aus einer flüssigen Phase, bei der die oben erwähnten Schwierigkeiten ganz oder weitgehend
vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Extrahieren mindestens eines in verdünnter Lösung vorliegenden
Metalles aus einer flüssigen Phase, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
(a) die flüssige Phase mit Agglomeraten eine Zeitlang in
Berührung bringt, die ausreicht, um die Agglomerate mit dem Metall bzw. den Metallen zu beladen,
(b) die beladenen Agglomerate von der flüssigen Phase abtrennt und
(c) das Metall bzw. die Metalle von den Agglomeraten abzieht.
In einer besonderen Ausführungsform werden die von dem Metall bzw. den Metallen befreiten Agglomerate wieder in den Prozeß
zurückgeführt und erneut mit einer mindestens ein gelöstes Metall enthaltenden flüssigen Phase in Berührung gebracht.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Agglomerate werden gebildet
durch
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(a) Vereinigung fein zerteilter fester Teilchen mit einer bindenden Flüssigkeit zu einer Paste,
(b) Zufügen einer suspendierenden Flüssigkeit in einer Gewichtsmenge,
die mindestens so groß ist wie diejenige der festen Teilchen, und Herstellen einer Mischung,
wobei die suspendierende und die bindende Flüssigkeit
im wesentlichen nicht miteinander mischbar und die festen Teilchen in der suspendierenden Flüssigkeit im wesentlichen
unlöslich sind, und
(c) Abscheren der Mischung bei einer im wesentlichen einheitlichen,
mäßigen Schergeschwindigkeit, wobei Agglomerate von kontrollierter Größe erhalten werden.
Entsprechend der Erfindung werden die so hergestellten fest/flüssigen Agglomerate mit einem Ausgangsmaterial in
Kontakt gebracht, das wenigstens ein Metall enthält, das aus dem Ausgangsmaterial entfernt werden soll. Das Ausgangsmaterial
und die Agglomerate werden ins Gleichgewicht gebracht, um die Agglomerate mit dem Metall bzw. den Metallen
zu beladen, und dann voneinander getrennt. Die beladenen Agglomerate werden anschließend von dem Metall bzw. den
Metallen befreit und wieder in den Prozeß zurückgeführt, wo sie erneut mit frischem Ausgangsmaterial in Berührung
gebracht werden.
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Die hergestellten Agglomerate können die Arbeitsvorgänge
der Kontakt- und Abstreifstufe praktisch unbegrenzt oft
durchlaufen und dabei ohne eine wesentliche Einbuße an Teilchengröße im Kreislauf zurückgeführt werden. In dem Ausgangsmaterial
enthaltene Feststoffe brauchen nicht vorher filtriert zu werden, es sei denn, daß andere Umstände dies erforderlich
machen. Die Extraktion erfolgt schnell und erfordert, verglichen mit der herkömmlichen Flüssig/flüssig-Extraktion, ein
viel geringeres Volumen der Extraktionsphase für ein gutes Inberührungbringen und für eine gute Flüssig/flüssig-Extraktion.
Zum Durchmischen ist nur eine geringe Energie aufzuwenden,
und das Klären des Abwassers ist ohne Schwierigkeiten durchzuführen. Außerdem stellt sich das Gleichgewicht viel
schneller ein als bei bekannten Verfahren, wobei sich die Flüssigkeit in der gesamten Agglomeratmenge verteilt und nicht
nur an der Oberfläche bleibt.
Die Erfindung wird weiter anhand einer Figur erläutert, in der in einem Diagramm die Gleichgewichtskapazität des
Extraktionsmittels für Uranylionen dargestellt wird, wobei die extrahierte Uranmenge (mMol) in Abhängigkeit von der
Extraktionsmittelmenge (mMol) aufgetragen ist.
Bei der herkömmlichen Flüssig-flüssig-Extraktion erfolgt
die Extraktion beispielsweise einer gelösten Metallmenge von einer Flüssigkeit in eine zweite über eine Grenzschicht,
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die durch Mischen, bei der die Phase dispergiert wird, oder durch Verwendung von Füllkörpern gebildet wird. Eine gute
Dispersion ist notwendig, da die Flüssigkeiten ineinander unlöslich sind und die Extraktionsgeschwindigkeiten durch
den Massenübergang über die Grenzschicht bestimmt werden. Wenn die Tröpfchen jedoch infolge übermäßiger Dispersion
zu klein sind, neigen sie dazu, in Form eines Schleiers dispergiert zu bleiben, wodurch der Extraktionsprozeß erheblich
erschwert wird. Um diese Trübungsschleier von Extraktionsflüssigkeit aus dem ausgebeuteten Beschickungsstrom zu entfernen,
sind häufig umfangreiche Absetzvorrichtungen erforderlich, ferner Koaleszenzhilfsmittel und im allgemeinen
große Einsatzmengen an Extraktionslösungsmittelphase. Dispersion und Koaleszenz der flüssigen Tropfen führen zur Bildung
von feinen Tröpfchen.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren sind die Flüssigkeiten,
die miteinander in Berührung gebracht werden, in der Massenübergangs- oder Extraktionsstufe keiner Dispersion oder
Koaleszenz unterworfen. Vielmehr wird eine Flüssigkeit in einem vorherigen Arbeitsgang in Agglomerate aus kleinen
Feststoffteilchen aufgenommen. Dieses Arbeitsverfahren kombiniert
die Feststoffe mit der bindenden Flüssigkeit in Gegentf&nfcr
suspendierenden Flüssigkeit, die auch ein Teil des Beschickungsstromes sein kann. Im agglomerierten Zustand
ist die bindende Flüssigkeit offensichtlich in bezug auf
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den Beschickungsstrom dispergiert, mit dem sie während der Extraktion in Kontakt steht. Auf diese Weise entstehen keine
neuen Tröpfchen und werden keine bestehenden Tröpfchen zerkleinert, was in der Regel die Dispersion und Koaleszenz
begleitet. Dadurch ist eine Hauptquelle für das Mitreißen von Flüssigkeit beseitigt.
Ferner werden die Probleme, die beim Vorliegen von festen Teilchen in einem Beschickungsstrom gewöhnlich auftreten, beim
erfindungsgemäßen Verfahren wirksam umgangen. Wie erwähnt,
werden bei einer entsprechenden angemessene Dispersion von Flüssigkeiten sehr feine Tröpfchen gebildet. Wegen ihrer
Kleinheit und großen Oberfläche ist ihre Wechselwirkung mit den festen Teilchen im Beschickungsmaterial sehr groß. Dies
wiederum führt zu einer Ansammlung von Feststoffen und nicht koaleszierten Tröpfchen an der Flüssig-flüssig-Grenzfläche in
den Absetzzonen (Schaum). Jede Bildung von feinen Tröpfchen aufgrund der Dispersion von Binderflüssigkeit in der suspendierenden
Flüssigkeit ist durch die Agglomerationsstufe des erfindungsgemäßen Verfahrens begrenzt, wodurch eine drastische
Verminderung der Wechselwirkung zwischen den Feststoffen im Beschickungsmaterial und den kleinen Tröpfchen der Flüssigkeit
und damit auch eine Verminderung in der Schaumbildung bewirkt wird.
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Agglomerate sind bekanntlich eine Ansammlung von kleinen Teilchen einer Fest-flüssig-Suspension, die aus drei Phasen
gebildet wird, nämlich einer suspendierenden Flüssigkeit, einer bindenden Flüssigkeit und festen Teilchen. Die suspendierende
und die bindende Flüssigkeit sind im wesentlichen nicht miteinander mischbar und können sowohl vom Wasser/Ölals
auch vom Öl/Wasser-Typ sein. Die festen Teilchen bestehen aus Materialien, die im wesentlichen in der suspendierenden
Flüssigkeit unlöslich sind, damit ein ins Gewicht fallender Verlust an Agglomerat vermieden wird.
Die besten Ergebnisse werden erhalten, wenn man Feststoffteilchen
verwendet, die in der bindenden Flüssigkeit teilweise löslich sind, vorzugsweise zu wenigstens etwa 5 Gew.%. Natürlich
sollte die feste Phase keine übermäßig hohe Löslichkeit besitzen, um eine ins Gewicht fallende Lösung in der bindenden
Flüssigkeit zu vermeiden. Die feste Phase löst sich in der bindenden Flüssigkeit, bis eine gesättigte Lösung entstanden
ist. Wenn nach Einstellung des Gleichgewichts in dem System in Gegenwart von Festkörpern gearbeitet wird, tritt die
Agglomeratbildung rasch ein.
Sowohl der Festkörper als auch die bindende Flüssigkeit können als Extraktionsmittel wirken. Zu den geeigneten extrahierenden
Feststoffen zur Bildung von Agglomeraten gehören hochmolekulare, wasserunlösliche, feste Carbonsäuren
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(n-C, c-C.„-Fettsäuren) wie Stearin- und Palmitinsäure. Zu den
Ib Io
geeigneten inerten, bindenden Flüssigkeiten gehören flüssige Kohlenwasserstoffe, wie geruchsarme, paraffinische Lösungsmittel
(LOPS = "low odor paraffinic solvent"), schweres Paraffin-Öl, schwere halogenierte Kohlenwasserstoffe und hochsiedende
Silikonflüssigkeiten, die wegen ihrer Benetzbarkeit gewählt werden.
Zu den bindenden Flüssigkeiten, die als Extraktionsmittel geeignet sind, gehören flüssige Carbonsäuren wie Ölsäure,
halogenierte Carbonsäuren, z.B. ^L-Brom-laurinsäure und
herkömmliche flüssige Ionenaustauschmittel, die mit Metallionen öllösliche Komplexe bilden. Im Gegensatz zur Flüssig-flüssig-Extraktion
unter Verwendung von Ionenaustauschmitteln ist jedoch beim erfindungsgemäßen Verfahren ein
Verdünnen der Agentien nicht erforderlich. Geeignete inerte Feststoffe zur Bildung von Agglomeraten sind feste Polymere
und Kohlenwasserstoffe mit einem hohen Molekulargewicht, z.B. p-Terphenyl.
Beispiele für einen erfindungsgemäß in der Praxis geeigneten
Feststoff in einer bindenden Flüssigkeit sowie seine Löslichkeit in derselben sind Stearinsäure in Chloroform (20 Gew.%)
und p-Terphenyl in Kerosin (etwa 10 Gew.%).
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In bestimmten Fällen kann die bindende Flüssigkeit mit den Metallen unter Bildung des Festkörpers reagieren, der dann
in Gegenwart von überschüssigen bindenden Flüssigkeiten Agglomerate bildet. Ein Beispiel hierfür ist die Reaktion
von Ölsäure (bindende Flüssigkeit) mit Cu +-Ionen zu Kupferoleat
(fester Niederschlag).
Die Gewichtsteile der drei Phasen können variieren, je nach den Umständen, die weiter unten erörtert werden. Ein geeignetes
Verhältnis von suspendierender Flüssigkeit zu Feststoff zu bindender Flüssigkeit ist 30:3:1. Bei wäßrigen Ausgangsmaterialien
ist die suspendierende Flüssigkeit der Wahl üblicherweise Wasser, und die Kombination Feststoff/bindende
Flüssigkeit wird nach den Extraktionseigenschaften und der Unlöslichkeit in den Ausgangsmaterialien ausgewählt. Dies
wird gewöhnlich Feststoffe mit beträchtlicher Löslichkeit in Wasser wie Benzoesäure (etwa 0,3 Gew.90 ausschließen.
Zur Herstellung von Agglomeraten mit gesteuerter Teilchengröße
läßt man auf das Dreiphasensystem eine Abscherkraft einwirken. Die fein zerteilten festen Teilchen werden mit
Hilfe der bindenden Flüssigkeit miteinander verbunden, wodurch sich, verglichen mit den fein zerteilten Ausgangsteilchen,
Agglomerate von wesentlich größerer Teilchengröße bilden. Man kann mit Teilchen mit einem Durchmesser von
5 bis 10,um beginnen, obgleich auch Teilchen mit größerem
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Durchmesser angewandt werden können. Solche Teilchendurchmesser stellen jedoch die untere Grenze des Mahlens dar,
die zum Einsatz geeignet sind. Teilchen mit solch kleinen Durchmessern sind bekanntlich bei der herkömmlichen Fest-flüssig-Extraktion
im allgemeinen nicht einsetzbar. Wenn man die hier beschriebenen Verfahren anwendet, erhält man in
kurzer Zeit Agglomerate mit einem Durchmesser von etwa 0,1 bis 0,5 mm. Agglomerate von wenigstens etwa 0,1 mm Durchmesser
sind erforderlich, um Suspensionen, die sich nicht absetzen, zu vermeiden. Natürlich ist die wirksame Oberfläche
umso geringer, je größer die Agglomerate sind, und entsprechend langsamer erfolgt die Extraktion der Metalle. Dementsprechend
bestimmt die Wirtschaftlichkeit die maximale Teilchengröße.
Werden jedoch unabsichtlich zu große Teilchen erhalten, dann kann die Teilchengröße durch Änderung der
Schergeschwindigkeit auf ein geeignetes Maß vermindert werden.
Das Abscheren des Dreiphasensystems ist wichtig für die Herstellung der Agglomerate. Eine zu hohe Schergeschwindigkeit
reduziert die Größe der Agglomerate, während eine ungenügend hohe Schergeschwindigkeit zu nicht akzeptablen großen Agglomeraten
führt. Ferner führt ein nicht gleichmäßiges Abscheren, wie z.B. beim Rühren mit einem RUhrblatt oder durch
einen Mischer, zu ungleichförmig großen Agglomeraten, die unerwünscht sind. Ein im wesentlichen gleichmäßiges Abscheren,
wie durch Schütteln oder Schleudern, erzeugt demzufolge
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rasch kugelförmige Agglomerate von gewünschter Größe. Beispielsweise
erhält man beim Schütteln einer Mischung aus 75 Teilen Wasser (suspendierende Flüssigkeit), 3 Teilen
Tetrachlorkohlenstoff (bindende Flüssigkeit) und 10 Teilen Stearinsäure (feste Teilchen, Ausgangsgröße weniger als
10,um) mit einer Schüttelfrequenz von 4/Sekunden über eine
Entfernung von 20,32 cm 2 Minuten lang als Ergebnis Agglomerate mit einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser
von 1 mm.
Die Endgröße der Agglomerate ist umgekehrt proportional der Schergeschwindigkeit, direkt proportional dem Mengenverhältnis
von Bindemittel zu Festkörper, direkt proportional der angewandten Temperatur und dem Verhältnis von Viskosität
der suspendierenden Flüssigkeit zur Viskosität der bindenden Flüssigkeit. Dementsprechend muß die optimale Abschergeschwindigkeit
und die Dauer des Abscherens, die erforderlich ist, um eine bestimmte Agglomerat-Teilchengröße zu erreichen, für
jedes Dreiphasensystem besonders bestimmt werden. Eine solche Bestimmung folgt bestimmten Regeln, da, wie oben erwähnt,
die Agglomerat-Teilchengrößen abnehmen oder zunehmen können entsprechend der Steigerung oder Verminderung der Schergeschwindigkeit.
Als eine Folge der vorstehend beschriebenen Abhängigkeit der Agglomerat-Teilchengröße von den angegebenen
Faktoren ergibt sich z. B., daß sich in einem System mit bestimmtem Verhältnis von bindender Flüssigkeit zu Festkörper
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eine Agglomerat-Teilchengröße von 0,3 mm in 2 Minuten erzeugen
läßt, und wenn man das Verhältnis von bindender Flüssigkeit zu Festkörper zu erhöhen und dabei Agglomerat-Teilchen der gleichen
Größe zu erhalten wünscht, dann muß man die Schergeschwindigkeit entsprechend steigern.
Agglomerate können bei jeder Temperatur unterhalb des Siedepunktes
der Flüssigkeiten gebildet werden. Üblicherweise haben die bei Raffinationsverfahren verwendeten Umgebungsflüssigkeiten eine Temperatur von ca. 40° C. Natürlich kann
erhitzt werden, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen, jedoch nimmt die Viskosität der bindenden und suspendierenden
Flüssigkeiten dabei in der Regel ab, während die Löslichkeit des Festkörpers in der bindenden Flüssigkeit zunimmt. Die
Wirkungen auf die Größe der Agglomerate und auf die Betriebsleistung können aufgrund der hier beschriebenen Prinzipien
leicht überprüft werden.
Falls gewünscht, können die Agglomerate mit Hilfe irgendeiner herkömmlichen mechanischen Methode aus der suspendierenden
Flüssigkeit entfernt werden. Werden die Agglomerate direkt dazu verwendet, spezielle Metalle aus den Ausgangsmaterialien
zu entfernen, kann es vorteilhaft sein, das Ausgangsmaterial selbst als die suspendierende Flüssigkeit
zu verwenden.
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Beschickungsstrom und Agglomerate werden in eine Kontaktvorrichtung
wie z. B. einen Schüttelbehälter oder ein mit Leitblechen versehenes Rührgefäß u. dgl. eingeführt. Der Beschickungsstrom
kann Metalle wie Uran, Kupfer, Quecksilber u. dgl. enthalten, die in verdünnter Lösung oder als Verunreinigung
vorliegen. Obwohl das erfindungsgemäße Verfahren auch bei konzentrierten Metallösungen angewandt werden kann,
ist es bei der Behandlung verdünnter Metallösungen besonders wirksam.
Nach der Gleichgewichtseinstellung, die überraschenderweise in Minuten vor sich geht, werden Beschickungsstrom und Agglomerate
getrennt. Die nunmehr mit den extrahierten Metallmengen beladenen Agglomerate werden in einen Abstreifer geleitet,
in dem die Metalle entfernt werden. Die Metalle können beispielsweise mit Hilfe konzentrierter wäßriger Lösungen der
geeigneten Mineralsäuren abgelöst werden. Die von den Metallen befreiten Agglomerate werden dann wieder in die Kontaktvorrichtung
zurückgeführt.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Agglomerate zeichen sich
bei der Handhabung und in den cyclisch aufeinander folgenden Arbeitsstufen der Beladung und des Abstreifens sowie beim
Trocknen und mechanischen Sieben durch ihre Stabilität aus. So können die Agglomerate durch die Kontakt- und Abstreifoperationen
tatsächlich beliebig oft ohne wesentliche Verluste
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an Teilchengröße der Agglomerate oder an Menge der bindenden Flüssigkeit im Kreislauf geführt werden. Im Laufe mehrerer
Cyclen kann ein Teil der bindenden Flüssigkeit ausgelaugt werden. Falls erforderlich, kann dann zusätzliche bindende
Flüssigkeit zugesetzt werden, um auf diese Weise die ausgelaugte bindende Flüssigkeit wieder aufzufüllen. Wenn nach
mehreren Cyclen die Teilchengröße der Agglomerate abgenommen hat, kann eine niedrigere Schergeschwindigkeit angewendet
werden, damit sich die Agglomerate wieder zu der gewünschten Teilchengröße aufbauen. Eventuell vorhandene abgesplitterte
feine Körnchen werden bei diesem Verfahren ebenfalls aufgenommen und den Agglomeraten zugefügt.
Das vorstehend beschriebene Verfahren läßt sich auf die mehrstufige Extraktion von Metallen aus verdünnten Lösungen
übertragen, wobei ein Beschickungsstrom, der ein Metall in verdünnter Form enthält, über mehrere Stufen im Kreislauf
geführt wird und wobei in der letzten Stufe ein erschöpfter Materialstrom erhalten wird und in diese letzte Stufe frische
(oder regenerierte) Agglomerate eingeführt werden, die kontinuierlich weiter bis zur ersten Stufe geführt werden, wo
die beladenen Agglomerate entfernt und zu der Abstreifstufe geleitet werden, die ebenfalls ein mehrstufiges Arbeitsverfahren sein kann. In der Abstreifstufe werden die Metalle
beispielsweise durch Lösen in einer Säure entfernt, wobei die Agglomerate regeneriert werden. Die von den Agglomeraten
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abgelösten Metallmengen werden in saurem Medium gelöst und können beispielsweise sofort aus der Lösung nach einem herkömmlichen
Metallextraktionsverfahren wie z. B. einer elektrolytischen Metallgewinnung u. ä. entfernt werden.
Es wurde festgestellt, daß die Anwesenheit von Feststoffen im Beschickungsstrom den Extraktionsvorgang nicht beeinflußt.
Wenn jedoch ein Festbett-Reaktor ähnlich dem, der bei festen Harzaustauschern verwendet wird, in Betracht gezogen wird,
dann kann es wünschenswert sein, das Beschickungsmaterial vorher zu filtrieren wie bei der herkömmlichen Harzaustausch-Verfahrenstechnologie,
um ein Verstopfen des Bettes zu verhindern. Auf jeden Fall ist die Verwendung von Fließbettverfahren
oder anderen Verfahren mit bewegten Feststoffen bei der Durchführung der Agglomerat-Extraktionen besonders vorteilhaft,
verglichen mit ähnlichen Verfahren mit festen Harzteilchen, da, wie oben beschrieben, Agglomeratteilchen unter
Bedingungen gebildet und eingesetzt werden, die zum Einbau von feinsten Kornfraktionen führen.
Das Verhältnis von Beschickungsmaterial zu Agglomerat kann
hoch sein. Daher ist das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere bei der Extraktion verdünnter Metallösungen oder gelöster
Verunreinigungen aus Lösungen nützlich, wobei Verhältnisse von 100 : 1 leicht erreicht werden. Dies steht im Gegensatz
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zur herkömmlichen Flüssig-flüssig-Extraktion, die in der
Regel mit einem Verhältnis von etwa 1 : 1 und maximal mit Verhältnissen von etwa 10 : 1 oder 20 : 1 arbeitet.
Die Agglomerate können in saurem, basischem oder neutralem Medium gehandhabt werden wie bei den üblichen Extraktionsvorgängen.
Es können auch gemischte Agglomerate eingesetzt werden, wobei das Gemisch aus Kationen- und Anionenaustauschern
besteht und jeder Austauscher Agglomerate von verschiedenem Aufbau aufweist, die mit dem Beschickungsstrom gleichzeitig
in Berührung kommen. So können beispielsweise Zink- und Chromionen im wesentlichen gleichzeitig aus einem Beschickungstrom
entfernt werden, der diese Ionen in Lösung enthält, wenn man Di-(2-ethyl)hexylphosphorsäure (DEHPA)
und Aliquat 3365 (Hersteller: General Mills, Inc.), das hauptsächlich aus Tri-(n-octyl)N-methylammoniumchlorid besteht,
einsetzt. Das erstgenannte Reagenz ist ein wirksames, in organischen Lösungsmitteln lösliches Extraktionsmittel
für Zinkionen in wäßriger Lösung; das letztgenannte Reagenz ist ein in organischen Lösungsmitteln lösliches Mittel,
das zur Extraktion von verschiedenen Anionen wie z. B. Dichromationen
(Cr_07 ), der Form, in der sechswertige Chromionen
in saurer, wäßriger Lösung gewöhnlich vorliegen, geeignet ist. Eine herkömmliche Flüssig-flüssig-Extraktion konnte
bei einer solchen Trennung nicht angewandt werden, da sich die Agentien zu einem in organischen Lösungsmitteln löslichen
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Salz umsetzen, das weder Anionen noch Kationen extrahieren kann. Das vorstehend beschriebene Verfahren kann in Analogie
zu einem Verfahren betrachtet werden, bei dem Mischbett-Ionenaustauscherharze eingesetzt werden.
Das Verfahren kann bei jeder gewünschten Umgebungstemperatur unterhalb des Siedepunktes der eingesetzten Flüssigkeiten
durchgeführt werden. Wie oben erwähnt, kann der Beschickungsstrom zur Beschleunigung der Reaktion erhitzt werden, wobei
jedoch die gleichen Überlegungen, die oben erörtert wurden, hinsichtlich des Einflusses der Temperatur auf die Agglomeratbildung
gelten.
Wenn man Agglomerate mit einer Teilchengröße im Bereich von etwa 0,1 bis 0,5 mm einsetzt, dann lassen sich die Agglomerate
schnell und leicht vom Beschickungsstrom abtrennen und der Abstreifstufe zuführen. Der Vorteil des Einsatzes
von Agglomeraten bei der Extraktion besteht darin, daß die Agglomerate nicht in feinste Teilchen zerbröckeln, sondern
durch das Verhältnis von Festkörper zu Flüssigkeit und durch das Abscheren bestimmt sind. Ein Verstopfen durch Feinststoffe
wird verhindert, da sämtliche Feinststoffe, die unabsichtlich erzeugt werden, sofort von den Agglomeraten aufgenommen
werden.
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Ferner ist die Belastungsgröße für Agglomerate wenigstens genau so hoch wie diejenige für Flüssig-flüssig-Systeme,
die festen Harzmengen liegen gewöhnlich im Überschuß vor, was eine weit geringere Mischintensität, niedrigere Volumenmengen
oder eine, bezogen auf das wäßrige Beschickungsmaterial, geringere Menge an organischer Phase erfordert, wodurch
große Absetzeinrichtungen oder Koaleszenzvorrichtungen als Absetzhilfen eliminiert werden können. Die Koaleszenz flüssiger
Tröpfchen ist für die Phasentrennung bei der Flüssigflüssig-Extraktion
erforderlich, nicht jedoch bei den Verfahren unter Einsatz von Agglomeraten. Als Ergebnis zeigt sich,
daß beim erfindungsgemäßen Verfahren die Erzeugung extrem
feiner Flüssigkeitströpfchen, die zu größeren Tropfen zusammenwachsen, vollständig vermieden wird, so daß auch keine TrU-bungsschleier
mehr auftreten und größere Anschaffungen für Koaleszenz- und Absetzvorrichtungen sowie Einrichtungen
zum Entfernen von Trübungsschleiern eingespart werden können. Die für das Extraktionsverfahren geeigneten Agglomerate
werden durch einfaches Mischen unter kontrolliertem Abscheren der richtigen Anteile von Festkörper und bindender Flüssigkeit
hergestellt. Dabei kann zur Herstellung der Agglomerate ein große Anzahl verschiedener Feststoffe eingesetzt werden,
z. B. lange, geradkettige Carbonsäuren wie Stearinsäure,
ferner Polystyrol, Polyphenyle, Polyester, Polyolefine u. dgl. Die Fest-flUssig-Kontaktverfahren mit Agglomeraten gewährleisten
die Vorteile des Transportes und der Strömung großer
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Teilchen, während dabei die schnelle Gleichgewichtseinstellung, die für kleine Festkörperteilchen charakteristisch
ist, erhalten bleibt. So lassen sich beispielsweise Agglomeratteilchen mit einem Durchmesser von 0,5 mm rasch aus einem
Beschickungsstrom abtrennen, beispielsweise durch Dekantieren oder ähnliche Verfahren, während die Teilchen selbst, wenn
sie in einer Größenordnung von 5 bis 10,um vorliegen, nur schwierig aus der Flüssigkeit, in der sie suspendiert sind,
abgetrennt werden können.
Bekanntlich beruht die Flüssig-flüssig-Kontaktbehandlung
auf mechanischem Mischen, bei dem ein großes Grenzflächengebiet erzeugt und der Massentransport von einer Phase zur
anderen erleichtert wird. Als eine Folge dieser Behandlung treten jedoch Emulsionen oder Schleiertröpfchen (d. h. Tröpfchen,
die zu fein sind, um sich aus der kontinuierlichen Phase abzuscheiden) auf, und eine beträchtliche Menge des
extrahierenden Lösungsmittels kann vom ausgelaugten Materialstrom mitgerissen werden. Kugelförmige Agglomerate wurden
kürzlich zur Klärung von Flüssig-flUssig-Emulsionen eingesetzt.
Eine anfängliche Schleierbildung und ein Mitreißen von extrahierendem Lösungsmittel durch den ausgelaugten
Materialstrom wird durch das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlichen vermieden. Dieser Vorteil wird infolge der
erfindungsgemäß gestellten Forderung an die vorgesehenen Agglomerate erzielt, daß nämlich die bindende Flüssigkeit
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den Festkörper besser benetzen soll als die suspendierende Flüssigkeit.
Ein gute Kontaktbehandlung ohne Erzeugung von Emulsionen oder Schleiertröpfchen erfordert gewöhnlich beträchtliche
Vorräte an extrahierendem Lösungsmittel, bezogen auf das Volumen des flüssigen Beschickungsmaterials, so daß eine
ausreichend große Grenzfläche rasch erzeugt werden kann. Aus diesem Grunde wird die Flüssig-Extraktion als eine Technik
zur Wiedergewinnung geringer Verunreinigungen aus Wasser nur selten angewandt. Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird
jedoch die extrahierende Flüssigkeit durch Agglomeration mit einem Festkörper dispergiert, bevor es mit dem Beschikkungsstrom
in Berührung kommt. Auf diese Weise wird die
Menge an extrahierender Flüssigkeit unter Berücksichtigung der Agglomerat-Stabilität gesteuert, so daß lediglich ein geringer Bruchteil der für die herkömmliche Flüssig-flüssig-Kontaktbehandlung benötigten Menge erforderlich ist.
Menge an extrahierender Flüssigkeit unter Berücksichtigung der Agglomerat-Stabilität gesteuert, so daß lediglich ein geringer Bruchteil der für die herkömmliche Flüssig-flüssig-Kontaktbehandlung benötigten Menge erforderlich ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich unter anderem auf dem bedeutenden Gebiet der Technologie der flüssigen Ionenaustauscher
verwenden, das auf der Rückgewinnung von Metallen wie Kupfer aus Laugenlösungen beruht. Die Reaktion läßt sich
z. B. durch die folgende Reaktionsgleichung beschreiben:
Cu++ + 2RH CuR2 + 2H+. (1)
030026/0813
Diese Gleichung trifft für die verschiedenen Arten der Rückgewinnung
gleichermaßen zu, also sowohl für diejenige mit Hilfe eines festen Ionenaustauscherharzes in der Säureform,
eines flüssigen, in Kerosin gelösten Ionenaustauschers oder eines Feststoffes, der mit einer bindenden Flüssigkeit kugelförmig
agglomeriert ist. Im Falle des Vorliegens von Agglomeraten können RH und CuR? als ungelöste (aber agglomerierte)
Festkörper vorliegen. Zum Vergleich erfordert das gewöhnlich benutzte flüssige Ionenaustauschersystem (LlX-System) eine
vollständige Lösung, und die festen Harze benötigen keine zweite Flüssigkeit. Aus Gleichung (1) geht hervor, daß der
pH-Wert des Beschickungsstromes stark variieren kann.
Beispiele für geeignete extrahierende Feststoffe zur Bildung von Agglomaraten für die Cu++-Extraktion sind Feststoffe
mit hohem Molekulargewicht (d. h. wasserunlösliche Stoffe)
wie n-C. C-Cn ,,-Carbonsäuren, ζ. B. Stearinsäure und Palmitinlb
lo
säure. Als geeignete inerte bindende Flüssigkeit kann ein halogenierter Kohlenwasserstoff eingesetzt werden, z. B.
Chloroform.
Geeignete extrahierende, bindende Flüssigkeiten sind beispielsweise
flüssige Ionenaustauschmittel, kombiniert mit inerten festen Kohlenwasserstoffen wie z. B. p-Terphenyl.
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Die Extraktion von Cu++ kann auch durch Bildung von festem
Kupferoleat aus Ölsäure und Cu+"1" durchgeführt werden; die
Agglomerate bilden sich in Gegenwart eines Überschusses an Ölsäure, wie oben beschrieben.
Das Ausmaß, in dem sich die Geschwindigkeiten der Metallaufnahme durch Agglomeration verändern lassen, hängt von der
Löslichkeit der Cu -Ionen und des Festkörpers in der bindenden
Flüssigkeit ab, ferner von der Teilchengröße des Feststoffes, der Diffusionsgeschwindigkeit durch die bindende
Flüssigkeit und von der Größe der Agglomrate.
Die Vorteile des Ärbeitens mit Agglomeraten beruhen auf
der Steuerung der Größe der Agglomeratteilchen durch Bemessung
der bindenden Flüssigkeit und der Abscherung. Agglomerate von
geringer Größe scheinen für die Beladung mit Metallen geeignet zu sein wegen ihrer größeren Oberfläche. Die Entfernung von
ausgelaugtem Wasser ist leichter mit größeren Agglomeraten. Eine noch andere Form der Agglomeration kann als besonders
leistungsfähig beim Abstreifen in saurem Medium (die Umkehr von Gleichung (I)) bezeichnet werden.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele weiter erläutert.
030026/0813
Beispiel 1; Uran-Extraktion aus Phosphorsäure A. Verfahren nach dem bekannten Stand der Technik
Uran wurde aus einer 5m Η,,ΡΟ.-Lösung, die ein stark komplexbildendes Medium für U0„++-Ionen ist, unter Verwendung von
Di-(2-ethyl)hexylphosphorsäure (DEHPA) und Trioctylphosphinoxid (TOPO) extrahiert, wobei die Konzentration von TOPO
ein Viertel der molaren Konzentration von DEHPA betrug. Lediglich ein geringer Prozentsatz der DEHPA-TOPO-Beschickung
wurde mit Uran beladen, selbst unter 100%igen Gleichgewichtsbedingungen. Das molare Verhältnis von H^PO4 zu DEHPA lag
im Bereich von 300 bis 1300, und das Volumenverhältnis von Säure zu Öl lag im Bereich von 45 : 1 bis 55 : 1. Die geringe
Beladung ist eine Folge der Konkurrenzreaktion, bei der H-PO4
mit UOp Komplexe bildet. Es wurde anschließend eine genügende
Menge schweres Paraffinöl (LOPS) zugefügt, um eine Phasentrennung zu bewirken und die mit UOp++ beladene DEHPA-TOPO-Lösung
wiederzugewinnen.
B. Erfindungsgemäßes Verfahren
Zum Vergleich wurden Agglomerate unter Verwendung von entweder
festem Polystyrol (PS) oder p-Terphenyl (PT) mit einer Teilchengröße
von 5 bis 10 ,um in einer DEHPA-TOPO-Lösung (bindende
Flüssigkeit mit dem gleichen DEHPA/TOPO-Verhältnis wie unter
A), jedoch ohne Zufügen von schwerem Paraffinöl, hergestellt.
Die erhaltenen Agglomerat-Teilchen mit einem Durchmesser
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von 0,294 mm wurden 2 Minuten lang mit U0? ++ ins Gleichgewicht
gesetzt, wobei viermal pro Sekunde mit einer Verschiebung von 20,32 cm bei einer Temperatur von 25° C geschüttelt
wurde. Das Volumenverhältnis von wäßriger zu organischer Phase betrug für die 100%ige Gleichgewichtseinstellung der
Agglomerate 86 : 1 bei einem Molverhältnis von H„P04 zu
DEHPA von 1300. Die Agglomerate ließen sich von der wäßrigen Phase aus Beschickungsmaterial viel leichter abtrennen als
von einer Kerosinphase, die die gleiche Menge an Uran enthielt. DEHPA zeigte hinsichtlich des Urans die gleiche Kapazität,
ganz gleich, ob sie agglomeriert war oder nicht. Wie jedoch aus dem Volumenverhältnis (86 : 1 gegenüber 55 :
in Versuch A) zu ersehen ist, erforderte das erfindungsgemäße
Verfahren weniger Extraktionsmittel als das Verfahren nach dem Stand der Technik.
Die Figur zeigt die Ergebnisse der Versuche zur Extraktion von Uranylionen aus 5m H3PO4 bei 25° C mit DEHPA/TOPO. Die
extrahierte Uranmenge (in mMol) ist gegen die beladene DEHPA-Menge
(in mMol) aufgetragen. Die Gerade definiert die Beladungsbedingungen bei 100%iger Gleichgewichtseinstellung.
Die Agglomeratpunkte, die die verschiedenen angegebenen Agglomeratteilchengrößen (mittlerer Teilchendurchmesser
in mm, bestimmt durch Siebanalyse) darstellen, zeigen, daß Agglomerate mit einer Teilchengröße von weniger als etwa
0,294 mm durch 2 Minuten langes Schütteln mit einer Schüttel-
030026/0813
frequenz von 4/Sek. und einer Verschiebung von 20,32 cm bei 25° C ins Gleichgewicht gesetzt werden. Eine gegebene
Füllung von DEHPA ergibt daher nur eine Gleichgewichtsbeladung mit Uranylionen, wenn für eine angemessene Kontaktbehandlung
gesorgt wird. Versuche unter Bedingungen ohne Gleichgewichtseinstellung ergeben eine unzureichende Dispersion von DEHPA,
bezogen auf die Oberfläche pro Gramm Agglomerate, die umgekehrt proportional zum mittleren Teilchendurchmesser ist.
Beispiel 2: Kupferextraktion
Saure Kupferlösungen, die z.B. im Grubenwasser vorkommen und die laufend zur Aufbereitung von Kupfer an vielen Standorten
verarbeitet werden, können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit Agglomeraten leicht extrahiert werden. Die
Kupferextraktion durch Agglomerate kann mittels eines festen Extraktionsmittels, das durch eine inerte bindende Flüssigkeit
agglomeriert wurde, oder durch ein flüssiges Extraktionsmittel, das als Bindemittel für einen inerten Festkörper wirkt,
oder durch eine Kombination eines extrahierenden Festkörpers und eines extrahierenden Bindemittels, wie oben erörtert,
erfolgen. Einige der untersuchten Systeme sind in der folgenden Tabelle I zusammengestellt.
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Zur Extraktion von Kupfer getestete Agglomerat-Systeme
(Die aktive Komponente ist jeweils unterstrichen)
Feststoff
Binder
Stearinsäure
Kupferoleat
Chloroform Ölsäure
O NJ CD
Cu(OH),
8-Hydroxychinolin
p-Terphenyl
Tetrachlorkohlenstoff
Ölsäure
LIX64N/L0PS
Limitiert durch Konkurrenz zu H .
Feststoff in situ hergestellt; kann dem
System als Natriumoleat zugefügt werden
und sowohl Feststoff als auch Bindemittel
in situ herstellen. H+ konkurrieren
stark mit Cu++.
System als Natriumoleat zugefügt werden
und sowohl Feststoff als auch Bindemittel
in situ herstellen. H+ konkurrieren
stark mit Cu++.
Geringfügige Agglomeratbildung - Feststoff ist wasserbenetzt.
Geringfügige Agglomeratbildung; Cu-SaIz ist zu löslich.
Bestes System für Cu++.
IS) CO
A. Kupferextraktion mit Agglomeraten aus Stearinsäure/flüssigem Kohlenwasserstoff
Die Chemie der Kupferextraktion mit Hilfe von Agglomeraten oder anderen Mitteln muß sich mit dem Säuregrad (pH-Wert
gewöhnlich kleiner als etwa 3), mit der Konkurrenz des dreiwertigen Eisens in Konzentrationen, die häufig genauso hoch
sind wie die der Kupferionen selbst, und mit der Gegenwart von Feststoffen im Beschickungsstrom befassen. Die Extraktion
von Kupfer und das Abstreifen durch Säure lassen sich tatsächlich durch die entgegengesetzten Richtungen derselben
Gleichung darstellen:
Extraktion
Cu++ + 2RH CuR2 + 2RH+ (2)
Abstreifen
Aus Gleichung (2) geht hervor, daß die Gleichgewichtskonstante von den relativen Affinitäten der Gruppe R zu Kupfer-II-Ionen
und -Protonen abhängt. Die Verwendung einer Carbonsäure wie Stearin- oder Ölsäure zur Kupferextraktion kann am besten
in der Weise erfolgen, daß man eine Base zufügt, um den pH-Wert zu erhöhen und die Gleichung (2) nach rechts zu verschieben.
Tatsächlich ist der Alkaliverbrauch der größere wirtschaftliche
Faktor bei der Verwendung von Öllösungen solcher "Seifen" zur Metallionenextraktionen. Die Verwendung von fester agglomerierter
Stearinsäure als Kupferextraktionsmittel zeigt eine einfache Abhängigkeit von der zugefügten Base. Ein großer
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molarer Überschuß von Stearinsäure wurde zur Bildung der Agglomerate eingesetzt. Das Verfahren wurde folgendermaßen
durchgeführt:
(1) Schütteln von 10 g Feststoff und bindender Flüssigkeit (CHCl-, CCl., Toluol, Heptan) mit 75 ml Natronlauge verschiedener
Konzentrationen 2 Minuten lang, um die Agglomerate zu bilden;
(2) Abgießen und Wägen der flüssigen Phase und Messung des pH-Wertes;
(3) Zufügen von 60 g einer 0,0157 m Kupfersulfatlösung (1000 ppm Kupfer) und 2 Minuten langes Schütteln mit einer Schüttelfrequenz
von 4/sec bei einer Verschiebung um 20,32 cm;
(4) Aussieben, um die Agglomerate von der Flüssigkeit zu trennen und Bestimmung des Kupfers in der Flüssigkeit.
In einigen der Versuche wurden die Agglomerate getrocknet und gesiebt, um die Größenverteilung festzustellen. Die Ergebnisse
sind in der Tabelle II zusammengestellt.
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Tabelle II
Cu -Extraktion durch Agglomerate
| Versuch | NaOH-Konzen- tration, η (a) |
zugefügte Base (b) in mMol |
Bindende Flüssigkeit |
extrahiertes Kupfer (mMol) |
% Extrahiertes |
I ω |
|
| 1 | O | O | CCl4 | 0,095 | 10,1 | I | |
|
O
CO |
2 | 0,0047 | 0,0705 | CCl4 | 0,118 | 12,5 | |
|
O
IO |
3 | 0,0094 | 0,1504 | CCl4 | 0,179 | 19,0 | |
|
an
>x |
4 | 0,0235 | 0,517 | CCl4 | 0,403 | 42,7 | |
|
O
03 |
5 | 0,0469 | 1,126 | CCl4 | 0,640 | 67,8 | |
(a) In Lösung eingesetzt, um Agglomerate zu bilden.
(b) Unter der Annahme einer quantitativen Umwandlung zu gelöstem Stearat.
Bei der Kupferextraktion werden insbesondere im Falle von eisenhaltigen Beschickungsmaterialien bei niedrigeren
pH-Werten (etwa 1 bis 4) häufig Feststoffpartikel in dem Beschickungsmaterial gefunden, die, wie vorstehend erläutert,
keine schwierigen Probleme aufwerfen, wenn man anstatt einer Lösungsmittelextraktion oder Ionenaustauschern erfindungsgemäß
Agglomerate einsetzt.
B. Kupferextraktion mit Agglomeraten aus p-Terphenyl/flüssigem
Ionenaustauscher
Die Kupferextraktion wurde mit dem spezifischen Kupferextraktionsmittel
LIX64N (General Mills Corp.) durchgeführt, das in saurem Medium wirksam ist und eine gute Selektivität
zugunsten des Kupfers über die Eisen-III-Ionen, die üblicherweise
in dem interessierenden Beschickungsstrom vorhanden sind, zeigt. LIX64N liegt handelsüblich in 50 %iger Lösung
in schwerem Paraffinöl, z.B. LOPS oder SlOON (Vakuumdestillat,
erhältlich von Exxon Corp.), als Verdünnungsmittel vor. Für den Gebrauch in einem herkömmlichen Flüssig-flüssig-Extraktionssystem
wird das Reagenz sogar noch weiter verdünnt, so daß das Volumen des organischen Phasendurchsatzes mit dem des
wäßrigen Beschickungsstromes vergleichbar ist (normalerweise beträgt das Strömungsverhältnis von wäßriger Phase zu organischer
Phase insgesamt 2:1 und in der Zwischenstufe 0,67, wobei die organische Phase zurückgeführt wird). Der Grund hierfür
ist der, daß weniger Energie für nahezu gleiche Phasenvolumina
030026/0813
!erforderlich ist, um die Grenzfläche zu erzeugen, die für
einen schnellen Massentransport benötigt wird. Es ist auch bekannt, daß größere Volumina der organischen Phase das
Absetzen und die Phasentrennung verbessern. Der Einsatz von Agglomeraten bietet gegenüber der flüssigen Extraktion Vorteile,
da sie eine geringere Energie zum Mischen erfordert und die Schwierigkeiten beim Absetzen und bei der Koaleszenz in
hohem Maße reduziert.
Es wurde der Abstreifvorgang von hergestellten und mit Kupfer beladenen Agglomeraten, die einen Teilchendurchmesser im
Bereich von 0,20 bis 0,25 mm aufwiesen, untersucht, und zwar wurden beladene Agglomerate eingesetzt, die aus LIX64N
als bindender Flüssigkeit und p-Terphenyl als Festkörper bestanden und die 2 Minuten lang bei 25 C in 2 m H?SO4 geschüttelt
wurden. Die Analyse der erschöpften Kupferlösung, die zur Behandlung der Agglomerate gedient hatte, ergab
über 9 colorimetrisch gemessene selbständige Proben eine Beladung von 78,0 + 10,0 %. Die in Tabelle III zusammengestellten
Ergebnisse zeigen, daß der Abstreifvorgang dieser Agglomerate ebenso effektiv ist wie die Beladung mit Kupferionen.
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| Tabe | He III | abgestreifte Kupfermenge |
25°C | |
| Abstreifen der Agglomerate bei | 0,0448 mMol ' 0,0337 mMol 0,0405 mMol |
|||
| Versuch | Vom Agglomerat aufgenommene Kupfermenge |
1 durchschnitt- L licher Abstrei j fungsgrad: J 84,4 + 4,5 % |
||
| 1 2 3 |
0,0491 mMol 0,0480 mMol 0,0405 mMol |
Die kritische Teilchengröße der Agglomerate, die zu einer Gleichgewichtseinstellung von mehr als 98 % bei 2 Minuten
langem Schütteln bei 25°C führt, wurde mit 0,28 mm bestimmt, Vergleicht man das erfindungsgemäße Verfahren mit der Flüssig-flüssig-Extraktion,
dann ergibt sich, daß bei der herkömmlichen Extraktion zwar das Gleichgewicht ebenfalls in
zwei Minuten eingestellt wird, die Phasentrennung jedoch untragbar langsam und unwirtschaftlich erfolgt, während
die erfindungsgemäß eingesetzten Agglomerate sich rasch von der wäßrigen Phase abtrennen lassen.
Am Beispiel des Kupfersystems wird deutlich, welche allgemeinen Vorteile die agglomerierte Flüssigextraktion über
die üblichen Flüssig-flüssig-Extraktionsverfahren aufweist. Bei einem hohen Phasenverhältnis kann eine beträchtliche
Einsparung an Energie beim Vermischen bei hoher Extraktionsleistung verwirklicht werden.
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Die Daten in Tabelle IV zeigen einen Vergleich zwischen dem bekannten FlUssig-Extraktionsverfahren mit einem Gewichtsverhältnis der wäßrigen zur organischen Phase von 9,1:1
und dem erfindungsgemäßen Extraktionsverfahren unter Verwendung von Agglomeraten (ein halbes Gewichtsteil LIX64N,
ein halbes Gewichtsteil LOPS und 10 Teile festes p-Terphenyl, Teilchendurchmesser etwa 0,28 mm) mit dem gleichen Gewichtsverhältnis von wäßriger zu organischer Phase. In beiden
Extraktionsversuchen wurde das Mischen in gleicher Weise durchgeführt. Die Beladung wurde 2 Minuten lang bei 10 bis
12 U/min vorgenommen. Die in Tabelle IV zusammengestellten Ergebnisse sind Mittelwerte von jeweils vier voneinander
unabhängig durchgeführten Bestimmungen.
| Flüssig- Extraktion |
Agglomerat- Extraktion |
|
| Tabelle IV | ||
| Kupferextraktion bei 25°C | 1000 | 1000 |
| 899 | 709 | |
| Kupfer in ppm: | 21,6 + 9 | 61,8 + 1 |
| am Anfang: | ||
| am Ende: | ||
| % Beladung des LIX |
Da eine hohe Leistungsfähigkeit des LIX-Reagenz bei der
Kupferextraktion erreicht wird, kann das zur Extraktion des Kupfers erforderliche Volumen an Agglomeraten sehr viel
geringer sein als das betriebsfähige Grenzvolumen der Ölphase
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für die gleiche Flüssig-Extraktion, wie oben erwähnt. Bei
diesem Versuch wurde eine gute Trennung der Agglomeratphase von der wäßrigen Phase beobachtet.
Es ist offensichtlich, daß unter Bedingungen eines minimalen Vermischens die Agglomerate nahezu dreimal mehr Kupfer extrahieren
als das bekannte flüssige System bei der gleichen Verarbeitungsmenge. Dies läßt vermuten, daß man in einfacher
Weise einen Beschickungsstrom durch ein Bett von Agglomeraten strömen lassen kann, um eine Extraktion zu erreichen. Es
empfiehlt sich jedoch, für Beschickungslösungen mit einem beträchtlichen Gehalt an Feststoffen entweder eine Kontakteinrichtung,
die auf einem kontinuierlichen Gegenstromverfahren beruht, oder eine Vorfiltrationsstufe vorzusehen, um
ein Verstopfen des Festbettes durch Festkörper zu vermeiden.
In einem weiteren Versuch wurde die Extraktion von Kupfer aus einem synthetischen Grubenwasser als Beschickung, das
man zwei Tage lang ablagern ließ, um suspendierte Festkörper zu erzeugen, durchgeführt, um die Möglichkeit von Störungen
durch die Festkörper zu überprüfen (Speicherung in den Agglomeraten, Entfernung von LIX aus den zugefügten Agglomeraten
durch konkurrierende Agglomeration usw.). Kontrollversuche mit LOPS, das anstelle von festem p-Terphenyl zugefügt wurde,
zeigten keine bemerkenswerten Unterschiede bei der 2 Minuten langen Extraktion bei 25°C gegenüber denjenigen, die mit
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Agglomeraten mit einem Teilchendurchmesser von 0,25 mm erzielt
wurden, wie aus Tabelle V hervorgeht.
Tabelle V
Kupferextraktion aus Feststoffe enthaltender Beschickung
Versuch A B C D
50 Gew.% LIX/LOPS (g) 0,1005 0,1026
p-Terphenyl (g) 1,0
LOPS (g) - 1,0
Kupfergehalt zu
Beginn (ppm) 25° 25°
Kupfergehalt am _A QD
Ende (ppm) \ /b yö
LIX-Leistungs-
fähigkeit (%) 73'8 63'2 63'8 66'3
| 0 | ,1062 | - | 0 | ,1087 |
| 1 | ,0 | - | ||
| 1 | ,0 | |||
| 250 | 250 | |||
| 91 | 81 |
Beispiel 3: Quecksilberextraktion
Quecksilber wurde aus verdünnten (100 ppm) Lösungen durch Agglomerate aufgenommen. Dabei wurde das Quecksilber durch
Agglomerate aus 20 Gewichtsteilen fester Stearinsäure und 1 Gewichtsteil flüssiger Ölsäure in vier getrennten Versuchen
bei einem pH-Wert von jeweils .2, 3, 4 oder 5 soweit entfernt, daß die in der Lösung verbliebene Menge unter der durch
Röntgenfluoreszenz nachweisbaren Grenze von 15 ppm lag.
Die Agglomerate wurden in den Quecksilberlösungen durch 4 Minuten langes Schütteln bei 25°C hergestellt. Der Ver-
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arbeitungsansatz war in diesen Versuchen sehr niedrig, wobei
das Quecksilber aus 100 ml der Beschickungslösung von 1,05 g Agglomeraten entfernt wurde.
Beispiel 4: Extraktion von Zink- und Chromionen aus wäßriger
Lösung
Di-(2-ethyl)hexyl-phosphorsäure (DEHPA) ist ein in organischen Lösungsmitteln lösliches, wirksames Extraktionsmittel für
Zink in wäßriger Lösung. Normalerweise extrahiert es kein sechswertiges Chrom, das als Dichromation (Cr?O_ ) vorliegen
kann.
Aliquat 3365 (General Mills) ist ein in organischen Lösungsmitteln
lösliches Agens, das für die Extraktion von Anionen, wie z.B. Dichromat-Ionen aus Wasser, geeignet ist. Es besteht
hauptsächlich aus Tri-in-octylJ-N-methylammoniumchlorid.
In einem Kontrollversuch, bei dem die organische Phase zu gleichen Gewichtsteilen aus DEHPA und Aliquat 3365 bestand,
wurde nach 5 Minuten keine Extraktion von Zink oder Chrom beobachtet. Es wird angenommen, daß dies das Ergebnis der
Wechselwirkung zwischen den beiden Extraktionsmitteln ist, wobei vermutlich ein öllösliches Salz gebildet wird, das
aus dem Alkylammonium-Kation und dem Anion des DEHPA besteht.
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Wenn man jedoch die beiden Extraktionsmittel getrennt voneinander als Agglomerate mit festem p-Terphenyl einsetzt
und beide gleichzeitig mit der wäßrigen Beschickungslösung schüttelt, dann erfolgt eine beträchtliche Extraktion beider
Metalle innerhalb von 5 Minuten. Dieses Ergebnis zeigt, daß jedes der beiden Extraktionsmittel in agglomerierter
Form unabhängig von dem anderen wirken kann. Da beide Mittel durch wäßrige Säure abgestreift werden können, ist die weitere
Schlußfolgerung, daß beide Mittel auch während des Abstreifvorganges eine selbständige Wirksamkeit entfalten, offensichtlich.
Nach dem AbstreifVorgang sollte die Agglomeratmischung
betriebsfertig sein für den Kontakt mit frischer Beschickungslösung. Die Ergebnisse der vergleichenden Extraktion sind
in Tabelle VI zusammengestellt.
030026/0813
Extraktion von Cr- und Zn-Ionen aus Wasser
Versuch
Extrahierendes Medium
Beschickungslösung/extrahierendes Medium (Gewichtsverhältnis)
Beschickungslösung/DEHPA (=Beschickung/Aliquat) (Gewichtsverhältnis)
ppm Chrom in wäßriger Phase, zu Beginn
ppm Chrom in wäßriger Phase, nach 5 Minuten
ppm Zink in wäßriger Phase zu Beginn
ppm Zink in wäßriger Phase nach 5 Minuten
Agglomerate
| 50/1 | ,6 |
| 1000 | ,0 |
| 19 | ,12 |
| 16 | |
| 4 | |
1,2
2 % DEHPA, 2 Aliquat in Kerosin (Kontrollversuch)
7,73/1 388
19,3 19,4 3,75
3,75
Tabelle VI zeigt, daß ein niedriger Agglomeratansatz, der
etwa ein Drittel der bei der herkömmlichen flüssigen Extraktion erforderlichen Menge an DEHPA und Aliquat enthält,
wirksam genug ist, um Chrom und Zink zu extrahieren. Es wurde
keine Optimierung der Agglomeratteilchengröße vorgenommen, was eine Erklärung dafür sein kann, daß bei der Extraktion weniger als die Gesamtmenge an Chrom, die in der Beschickung vorhanden war, durch die Agglomerate aufgenommen wurde.
etwa ein Drittel der bei der herkömmlichen flüssigen Extraktion erforderlichen Menge an DEHPA und Aliquat enthält,
wirksam genug ist, um Chrom und Zink zu extrahieren. Es wurde
keine Optimierung der Agglomeratteilchengröße vorgenommen, was eine Erklärung dafür sein kann, daß bei der Extraktion weniger als die Gesamtmenge an Chrom, die in der Beschickung vorhanden war, durch die Agglomerate aufgenommen wurde.
sy:bU:wo
030026/0813
Leerseite
Claims (15)
1. Verfahren zum Extrahieren mindestens eines in verdünnter Lösung vorliegenden Metalles aus einer flüssigen Phase,
dadurch gekennzeichnet, daß man
(a) die flüssige Phase mit Agglomeraten eine Zeitlang in
Berührung bringt, die ausreicht, um die Agglomerate mit dem Metall bzw. den Metallen zu beladen,
(b) die beladenen Agglomerate von der flüssigen Phase abtrennt und
(c) das Metall bzw. die Metalle von den Agglomeraten abzieht.
030C26/0813
ORIGINAL INSPECTED
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von dem Metall bzw. den Metallen befreiten
Agglomerate wieder in den Prozeß zurückgeführt und erneut mit einer mindestens ein gelöstes Metall enthaltenden
flüssigen Phase in Berührung gebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Agglomerate gebildet werden durch
(a) Vereinigung fein zerteilter fester Teilchen mit einer bindenden Flüssigkeit zu einer Paste,
(b) Zufügen einer suspendierenden Flüssigkeit in einer Gewichtsmenge, die mindestens so groß ist wie diejenige
der festen Teilchen, und Herstellen einer Mischung, wobei die suspendierende und die bindende
Flüssigkeit im wesentlichen nicht miteinander mischbar und die festen Teilchen in der suspendierenden
Flüssigkeit im wesentlichen unlöslich sind, und
(c) Abscheren der Mischung bei einer im wesentlichen einheitlichen, mäßigen Schergeschwindigkeit, wobei
Agglomerate von kontrollierter Größe erhalten werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die festen Teilchen in der bindenden Flüssigkeit
beschränkt löslich sind.
0^0026/0313
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die suspendierende Flüssigkeit aus der flüssigen
Phase besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als suspendierende Flüssigkeit Wasser eingesetzt
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Agglomerate einen mittleren Durchmesser von
mindestens etwa 0,1 mm aufweisen.
θ. Verfahren zur Herstellung von Agglomeraten, die zur
Extraktion mindestens eines gelösten Metalls aus einer flüssigen Phase geeignet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß man
(a) fein zerteilte feste Teilchen mit einer bindenden Flüssigkeit kombiniert, wobei die festen Teilchen
in der bindenden Flüssigkeit beschränkt löslich sind, und eine Paste herstellt,
(b) eine suspendierende Flüssigkeit in einer Gewichtsmenge, die mindestens so groß ist wie diejenige
der festen Teilchen, zusetzt und eine Mischung herstellt, wobei die suspendierende und die bindende
Flüssigkeit im wesentlichen nicht miteinander misch-
030026/0813
bar und die festen Teilchen im wesentlichen in der suspendierenden Flüssigkeit unlöslich sind,
und
(c) die Mischung bei einer im wesentlichen einheitlichen, mäßigen Schergeschwindigkeit abschert, wobei Agglomerate
von kontrollierter Größe erhalten werden.
030026/0813
Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19792950567 Withdrawn DE2950567A1 (de) | 1978-12-15 | 1979-12-13 | Verfahren zum extrahieren von metallen aus verduennten loesungen |
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|---|---|
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| DE (1) | DE2950567A1 (de) |
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