DE2948158A1 - Verfahren zur extraktion von schwefel aus kohlenwasserstoffoelen - Google Patents
Verfahren zur extraktion von schwefel aus kohlenwasserstoffoelenInfo
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Description
Beschreibung
Verfahren zur Extraktion von Schwefel aus Kohlenwasserstoffölen
In Tiefbohrungen auf saure Gase scheidet sich oft Schwefel in dem Förderrohr oder in den ander Oberfläche befindlichen
Sammelsträngen ab. Um eine derartige Schwefelablagerung zu vermeiden .hat man bisher Kohlenwasserstofföle in den Ringraum
zwischen dem Futterrohr und dem Produktionsrohr eingepumpt. Man hat aber auch Öl in die oberflächlichen Sammelstränge
eingeführt. Das nun Schwefel gelöst enthaltende Öl wurde in der Gasfabrik von den gewonnenen Gasen getrennt und
in die Bohrungen und/oder die Sammelstränge rückgeleitet. Öl in Berührung mit schwefelhaltigen Gasen nimmt aus diesen
elementaren Schwefel auf. Da das Öl rückgeführt wird, sammelt sich in ihm allmählich Schwefel an. Um nun eine lange
Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten(ist es erforderlich^die
Schwefelkonzentration einzustellen durch Entfernung des Schwefels aus dem Öl mit gMcher Geschwindigkeit, wie er
aufgenommen wird. Es ist bekannt (US-PS 3 474 028),den
Schwefel aus Mineralölen, in denen sich Schwefel gelöst befindet, mit einer Sulfidlösung, nämlich von Alkalisulfiden
oder Ammoniumsulfiden, abzutrennen.
Aufgabe der Erfindung ist nun ein Verfahren zur wirksamen und billigen Extraktion von Schwefel aus Kohlenwasserstoffölen,
welche zur Verhinderung der Schwefelabscheidung in Rohrleitungen und Bohrungen,durch welche saure Gase strömen,
dienten.
/2
030024/0798
1A-52 816 ~2r- ψ
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Schwefel gelöst enthaltende öl mit einer wässrigen Lösung eines niederen
Alkali- und/oder Ammoniumpolysulfide gemischt, wodurch sich höhere Alkali- bzw. Ammoniumpolysulfide bilden, woraufhin
das öl von diesen abgeschieden wird.
Die niederen Polysulfide werden aus den höheren Polysulfiden regeneriert und können zur Regeneration weiterer ölmengen
rückgeleitet werden.
Als niedere Polysulfide kann man Na2Sx oder (NH^)2S verwenden,
wobei χ zwischen 1,5 und 2,5 liegt, während es sich bei den höheren Polysu
worin y 4,5 bis 6 ist.
worin y 4,5 bis 6 ist.
bei den höheren Polysulfiden um Na2S bzw. (NH^)2S handelt,
Die Regenerierung oder Herstellung der niedereren Sulfide oder eines Hydrogensulfids aus den höheren Polysulfiden
erfolgt durch Absorption von H2S durch höhere Polysulfide,
durch Destillation höherer Polysulfide im Stickstoff- oder Methanstrom oder durch Rückleiten eines Teils der höheren
Polysulfide zusammen mit frischem Alkali- oder Ammoniumhydrogensulfid.
Die Erfindung wird anhand der Figuren weiter erläutert»
Fig. 1 zeigt ein Fließschema des erfindungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 2 eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 3 und 4 zeigen ein Fließschema zur Regenerierung der niedereren Polysulfide.
Nach Fig. 1 wird ein Strom 1A aus Kohlenwasserstofföl, in welchem Schwefel gelöst ist.und emulgiertem Wasser (wie
Produktionswasser, welches in Mengen bis zu 30 bis 40 Vol-%,
bezogen auf öl. aus der Bohrung kommt) wird aus einem Waschgefäß, Lagegefäß.der Förderbohrung oder irgendeiner anderen
Stelle erhalten und in die Stufe 1 zum Brechen der Emulsion
0300 2 4/0798 /3
1A-52 816 Tr
und Entwässern geführt, in__dem in diese Stufe 1 zum Brechen
der Emulsion Dampf über die Leitung 2 eingeführt wird. Wasser
wird über die Leitung 1C ausgetragen. Aus der Stufe 1 gelangt
ein Strom 1B von schwefelhaltigem Öl in die Stufe 3, in der
es zur Entfernung des Schwefels mit einer wässrigen Lösung eines niedereren Polysulfide, welche über die Leitung 4 ankommt,
gemischt wird. Die Stufe 3 verläßt ein Strom 3A
in Form eines Gemische des Öls und der Polysulfidlösungen
und gelangt in die Stufe 5, in der sich die Phasen trennen. Das in der Stufe 1 angewandte Mittel zum Brechen der
Emulsion kann auch die Trennung der wässrigen Polysulfidphase von der Ölphase begünstigen. Die Ölphase wird über
ausgetragen und in die Bohrung rückgeführt oder einem anderen Zweck zugeleitet,wie in die Oberflächen-SammeIstränge. Die
Phase der höheren Polysulfide wird über 7 ausgetragen und zur Regenerierung geführt.
In den Stufen 1 und 3 kann eine turbulente Mischung des Öls mit dem die Emulsion brechenden Mittel bzw. den PoIysulfiden
stattfinden. Dieses Mischen kann innerhalb von Rohrsttlcken stattfinden, wozu Füllkörper wie Raschig-Ringe
dienen können( oder auch der Rohrquerschnitt variiert. Das
Mischen kann aber auch in Behältern und anderen Gefäßen mit einem maschinell angetriebenen Rührer erfolgen. In
der Trennstufe 5 scheiden sich die Polysulfide - wenn es sich um Alkalisulfide handelt - am Boden ab, während
sie im Falle von Ammoniumpolysulfiden aufschwimmen. Die Stufe 5 kann ein Behälter eines solchen Volumens sein, daß
er eine solche Ölmenge aufzunehmen vermag, daß die Verweilzeit der ölphase und der Polysulfidphase zumindest einige
Stunden beträgt. Die Zufuhr in den Abscheider kann mit Hilfe eines Verteilers in der Nähe des Bodens erfolgen, während
der Ablauf mit Hilfe der Schwerkraft stattfindet.
Bei einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Strömungsrichtung der Ölphase und der
Sulfidphasen gegenläufig, wodurch man den Gesamtbedarf an
/4
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1A-52 816 —4- - 29 A 81
Extraktionsmittel (Polysulfid) herabsetzen und/oder das Ausmaß der Schwefelentfernung vergrößern kann.
Bei dem Fließschema nach Fig. 2 wird ein Strom 2o aus Kohlenwasserstofföl, welches aus einer Bohrung oder einer Sammelleitung kommt,in eine Mischstufe 21 geführt, der über 22 ein
Strom von Hydrogensulfid enthaltend 4,5 Gew.-% S zugeleitet
wird. Aus dieser Mischstufe tritt ein Strom 23 aus und in das Absetzgefäß 24 ein. Hydrogensulfid mit einem Schwefelgehalt von 7 Gew.-# wird über 25 zur Regenerierung geleitet,
während ein Strom 26 in den Mischer 27 gelangt, welchem über 28 Hydrogensulfid (entweder frisch oder aus der Regeneration) enthaltend 2 Gew.-% S zugeführt wird. Aus dem Mischer
27 gelangt der Strom 29 in das Trenngefäß 29 A, aus dem gereinigtes öl enthaltend 0,5 Gew.-# S über 29 B abgeleitet
werden kann, während Hydrogensulfid mit 4 Gew.-% S über
die Leitung 22 wieder in den Mischer 21 zurückgeführt wird.
Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich Fraktionen von Rückstandsölen und deren Gemische mit Viskositäten mit
vorzugsweise nicht weniger at 2 g/cm-s (200 cP) bei 50°C
und <0,2 g/cm»s (20 cP) bei 1000C.
Als Mittel zum Brechen der Emulsion verwendet man in der Ölphase lösliche Stoffe; dies ist besonders günstig, da
das Mittel rückgeführt wird in die Gasbohrung wo es weiterhin Emulsionen zu brechen vermag. Ein gewisser Anteil
des Mittels wird durch ungünstige Bedingungen innerhalb der Bohrung zerstört, so daß es notwendig ist, kontinuierlich
etwas Mittel zum Brechen der Emulsion dem rücklaufenden Öl zuzusetzen. Der Hauptteil des Mittels bleibt jedoch
brauchbar. Bevorzugt für diesen Zweck werden öllösliche, anionische, kationische oder neutrale oberflächenaktive
Substanzen und deren Gemische. Man erhält sie durch Funktionali· sieren von Polyäthern, die ihrerseits erhalten worden sind
durch Telomerisation von Propylenoxid, Äthylenoxid oder
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deren Derivate. Die Funktionalisation kann - muß Jedoch
nicht - in einer Sulfonierung und Aminierung bestehen.
In der folgenden Tabelle sind geeignete Arbeitsbedingungen und die Zusammensetzungen der einzelnen Ströme, entsprechend
dem Fließschema der Fig. 1 zusammengefaßt:
Tabelle ι
/6
030024/0798
o>
| 1A | Temperatur | 1200C |
Phasen
zahl |
Gew.
Öl |
Olphase (1) | Wasser | Polysulfidphase (2) | - 2000 ppm | 9 - | Wasser | 95 | } - 60 | I | < | IV) IV) |
|
| 2 | 38 - | 380C | 2 | 90 - |
freir
Schwefel |
10 — 40 |
Emulsions- PoIy-
brecher sulfid |
95 | > - 60 | I | ||||||
| Strom | 1B | 16 - | 820C | 1 | 0,2 - 0,6 | I | ||||||||||
| Strom | 3A^ | 820C | 1 | 96 · | 0,5 - 2<5> | 20 - | 9' | I - 30 | ||||||||
| Strom | 4 | 6O0C | 2(6) | 96 - | 0,4 - 1,6 | 0,5 - 2(5) | 200 - | 40 | i X π 7) |
TO
-CD |
||||||
| Strom | 6 | 16 - | 6O0C | 1 | 0,4 - 1,6 | 200 - | 40 |
ti
±_ |
OO | |||||||
| Strom | 7 | 27 - | 600C | 1 | 0,5 - 1(2) | |||||||||||
| Strom | 27 - | 1 | 0,2 - 0,3 | 200 ■ | 70 | |||||||||||
| Strom | ||||||||||||||||
| -96 | ||||||||||||||||
| - 60 |
• 100* 'ppm
- 2000'-^ppm |
|||||||||||||||
| • 2000 ppm 5 - | ||||||||||||||||
| - 99 | 5 - | |||||||||||||||
| - 99 | ||||||||||||||||
to 4
VO
1Α-52 816 --6»- I NACHOEREiOHT I
Fußnoten:
1) Gew.-% bezogen auf öl.
2) Gew.-% bezogen auf Polysulfld.
3) Das öl kann z.B. 1,2 Gew.-% S enthalten, wovon die Hälfte
als freier Schwefel vorliegt und die andere Hälfte molekular gebunden ist. Über 50 % des freien Schwefels werden
bei einem Durchlauf entfernt. Der Gehalt an freiem Schwefel wird vorzugsweise unter 1 Gew.-?o gehalten, wobei
aber das erfindungsgemäße Verfahren ebenso durchführbar ist bei höheren Schwefelgehalten z.B. 1 bis 5 %
freier Schwefel.
4) Kann in einem aromatischen Lösungsmittel wie Toluol oder
Xylol gelöst sein»
5) Dosierung abhängig von dem speziellen Mittel. Zum Auffüllen des Mittels benötigt man im allgemeinen nur einen
geringen Teil der angegebenen Menge, da der Hauptanteil des Mittels auch unter den in einer Gasbohrung herrschenden
Bedingung funktionsfähig bleibt.
6) Verhältnis Öl : Schwefel 3 bis 20, vorzugsweise 5 : 10.
7) Dieses Wasser (1C Fig. 1) wird zuerst entfernt bis auf
0,5 bis 5, insbesondere 0,5 bis 2 Gew.-% Wasser in Strom 1B.
/7
030024/0798
1A-52
Als Alkali für die Sulfide kommt Lithium, Natrium, Kalium,
Rubidium und Cäsium infrage, wobei man Natrium bevorzugt. Die
prinzipiellen unterschiede in der Verfahrensweise zwischen Ammoniumpolysulfid und Natriumpolysulfid llegn in der Tatsache,
daß a) Ammoniumpolysulfid-Systeme wesentlich höheren Dampfdruck zeigen als Natriumpolysulfid-Systeme, und zwar in erster
Linie wegen der höheren HpS-Partialdrucke und b) Ammoniumpolysulfid-Lösungen sind leichter als ölphasen, während
Natriumpolysulfid-Lösungen schwerer sind.
Die Extraktion von elementarem Schwefel aus Kohlenwasserstoff-Phasen mit Hilfe von Lösungen niederer Polysulfide beruht
auf der Bildung von höheren Polysulfiden. Die Reaktionsstufen bei der Bildung der höheren Polysulfide sind komplex. Die
Gesamtreaktion für ein System auf der Basis von Ammoniumpolysulfid kann in etwa wie folgt zusammengefaßt werden.
Reaktion
(1) 2NH3 + H2S^=i(NH^)2S
(2)
+ nS-r>(NH^)
Bildung des SuIfids, in-dem
ein Gas aus einer Bohrung enthaltend zumindest 20 % H2S durchgeleitet wird.
Bildung höherer Polysulfide. Dies ist eine langsame Reaktion, kann jedoch mit Hilfe
von oberflächenaktiven Substanzen beschleunigt werden.
(3)
(4) (NH4)2Sm+1+(n-m)
030024/0798
sulfide durch Umsetzung der höheren Polysulfide mi-bübeiv
schUssigem H-S zur Herabsetzung des pH-Werts und damit Ausfällung von Schwefel.
Sehr schnelle Bildung höherer Polysulfide durch Aufnahme
des Schwefels aus der öüphase.
/8
1A-52816 ■ - **
294B158
Eine ähnliche Reaktionsfolge läßt sich für die Alkalipolysulfide aufstellen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden die
Stufen (3) und (4) wiederholt, wodurch eine kontinuierliche Entfernung von Schwefel aus dem Öl ermöglicht wird ohne Zugabe
von frischer Ammoniaklösung. Da der größte Teil des oberflächenaktiven Mittels wieder verwendet werden kann, so wird an
Chemikalien nur eine geringe Menge an oberflächenaktivem Mittel ersetzt.
Das Verhältnis der Phasen Öl : wässrigem Polysulfid kann zwischen 2 und 20 variieren. Das optimale Verhältnis hängt von der
Konzentration und der Kapazität der wässrigen Phase im Hinblick auf Schwefel ab und der Schwefelmenge, die extrahiert werden muß.
Es scheint, daß mehr Schwefel aus dem Öl entfernt wird durch Reaktionen, die aus Sulfiden, Polysulfide bilden (US-PS
3 474 028). Jedoch wird bei einem regenerativen Verfahren kein Extraktionsmittel verbraucht und damit sind die Entschwefelung
und die Reaktionsgeschwindigkeit die bestimmenden Faktoren. So kann ein etwas größeres Volumen an niederem
Polysulfid als von Sulfid erforderlich werden. Dieser Effekt wird minimal gehalten durch die Tatsache, daß die Verhältnisse
von Ölphase zu wässriger Phase hoch liegen, und zwar meistens über 5. Andererseits sind die Extraktionsgeschwindigkeiten wesentlich,
insbesondere in statischen Mischer-Extraktionen, bei denen Kontaktzeiten von <1 min einzuhalten sind.
Die Extraktionsgeschwindigkeit bei gleichen Verhältnissen der wässrigen Phase zur Ölphase ergibt sich aus folgenden
Beispielen:
Beispiel 1
Beispiel 1
Kontaktzeit: 1 min und schnelle Phasentrennung durch Zentrifugieren.
/9
0 3 ü ΰ ?. W 0 7 9 «
1A-52 816
Wässrige Phase: 20 #ige Na2S-Lösung gegebenenfalls enthaltend
Schwefel.
| Öllösüches | ob | erflächenaktives | Mittel 2000 | 0,9 | Wasserphase | ppm. | 3 | Geschwindigkeit |
| Jew.-% freier Schwefel | 0,3 | 11 | der S-Extraktion | |||||
| Phasen | )lphase | 1,0 | 5 | Gew.-96 wässrige | ||||
| verhältnis | 0,4 | zu Beginn am Ende | 16 | Phase/min | ||||
| 5 | ζ,χχ Beginn am Ende | 0 | 3 | |||||
| VJl | 1,5 | 5 | 6 | |||||
| 10 | 1,5 | 0 | 5 | |||||
| 10 | 1,5 | 5 | 11 | |||||
| 1,5 |
Bei beiden Verhältnissen der Ölphase zur wässrigen Phase
extrahierte das niedere Polysulfid mehr Schwefel bei einer Kontaktzeit von 1 min als das schwefelfreie Alkalisulfid-System.
Kontaktzeit: 1 min und schnelle Phasentrennung durch Zentrifugieren.
Wässrige Phase: 20 Gew.-%
gegebenenfalls mit Schwefel.
Öllösliches oberflächenaktives Mittel 2000 ppm.
| Jew.-96 freier Schwefel | am Ende | Wasserphase | 4 | Geschwindigkeit | |
| Ölphase | 0,7 | 5 zu Beginn am Ende | 11,5 | der S-Extraktioi | |
| Phasen | zu Beginn | 0,2 | 9 | 6 | Gew.-% wässrige |
| verhältnis | 1,5 | 0,9 | 5 | 17 | Phase/min |
| VJi | 1,5 | 0,3 | 0 | 4 | |
| VJl | 1,5 | 5 | 6,5 | ||
| 10 | 1,5 | 6 | |||
| 10 | 12 | ||||
Q3üj2W079R
/10
1A-52 816 - 4& -
Wie in Beispiel 1 extrahierte die Lösung des niedereren Polysulfide mehr Schwefel bei einer Kontaktzeit von 1 min
als schwefelfreies Sulfid, obwohl letzteres letzlich eine höhere Kapazität für die Schwefelextraktion haben kann.
Die Regenerierung der Sulfide nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verringert die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit
von Lauge und Ammoniak und eliminiert das Versorgungsproblem in Verbindung mit der Regeneration. Die echwefelreiche Sulfidlösung
wird so lange mit überschüssigem HpS-Gas behandelt(bis
der pH-Wert von 12 oder 13 für das Alkalisystem bzw. 9,5 bis 10 für das Ammoniaksystem herabgesetzt ist auf 8. Dies is:
mit der Aufnahme von 2 bis 4 Gew.-% HpS verbunden. Die genaue
Menge hängt ab von dem anfänglichen Verhältnis NaOH/H^S oder dem Verhältnis NH,/H2S. Bei niederem pH-Wert ist die Kapazität
der Lösung zur Aufnahme von elementarem Schwefel verringert und ein nennenswerter Anteil von Schwefel wird ausgefällt.
Nach Entfernen des ausgefällten Schwefels wird überschüssiger HpS durch Entspannen und/oder Erwärmen entfernt. Damit
stellt sich aber der ursprünglich hohe pH-Wert wider ein und die Lösung kann neuerlich zur Extraktion des Schwefels verwendet
werden nach neuerlicher Umwandlung in das niedere Polysulfid.
Ein Schema für die Sulfid-Regeneration ist in Fig. 3 gezeigt. Ein Strom 30 höherer Polysulfide (entsprechend Strom 7 der
Fig. 1) gelangt in den Regenerator 31f dem über 32 H2S zusammen
mit rückgeführtem HpS 33 zugeleitet wird. Aus dem Regenerator
wird ausgefällter Schwefel bei 44 ausgetragen. Aus dem Regenerator gelangt in die Entgasungsstufe 36 ein Strom 35(aus dem
Rücklauf-Schwefelwasserstoff über 33 und niedere Polysulfide über 37 (entsprechend Strom 4 der Fig. 1) abgeleitet werden.
Regenerierung des Natriumhydrogensulfid -Systems mit H2S bei
Ataosphärendruck
03G02A/0798 /11
1A-52 816 - -ti· -
Eine Lösung enthaltend 5 Gew.-% Alkallhydrogensulfid bei einem
Mol-Verhältnis NaOH : H2O von 2 : 1 diente zur Extraktion
von 3,95 Gew.-% elementarem Schwefel. Zu dieser Lösung wurde
H2S unter Atmosphärendruck bis zur H2S-AUfnähme von 2,5 Gew.-#
eingeleitet. Der pH-Wert sank dabei auf 7,9. Etwa 70 % des Schwefels wurden ausgefällt und konnten abfiltriert werden.
Die Lösung wurde dann erwärmt und entspannt.bis der pH-Wert
wieder auf 11,9 angestiegen war. Die Lösung enthielt dann laut Analyse 4,5 Gewi-% H2S. Sie wurde zur Extraktion von
weiterem Schwefel aus einer Ölphase enthaltend 1,5 Gew.-%
freien Schwefel bei einem Phasenverhältnis von 5 angewandt. Der Schwefelgehalt sank auf 0,7 Gew.-% entsprechend einer
Verringerung von 54 %. Die Schwefelaufnahme durch die wässrige Lösung der niederen Polysulfide betrug wie bei der ersten
Extraktion wieder*^4 Gew.-# S.
Regeneration eines Natriumhydrosulfid-Systems mit H2S bei
Überdruck
Eine etwa 5 Gew.-JfcLge Lösung von 2 mol NaOH/1mol H2S mit
einem pH-Wert von 12,85 diente zur Extraktion von 6,8 Gew.-jtt
elementarem Schwefel. Die erhaltenen hohen Polysulfide wurden mit H2S bei einem Druck von 2,4 bar bzw. 3,1 bar erwärmt. Die
Ergebnisse sind in folgender Aufstellung zusammengefaßt:
| H2S H2S | pH % | S ausgefällt | H2S | aufgenommene |
| bar aufge nommen |
S | ausgefällt | ||
| 2,4 3 Gewr-3t 3,1 3,4 GaM |
8,4 i 7,3 |
58, 70, |
0,9 1,4 |
|
| Die Zusammensetzung des Na2S4 4 **"* Na2S2* |
Polysulfide schwankte zwischen | |||
| ,6 ,5 |
030024/0793
Regenerierung einer Ammoniumpolysulfid-Lösung mit H2S
Eine Ammoniumpolysulfid-Lösung enthaltend 6 Gew.-56 Schwefel mit einem pH-Wert von 9,5 wurde so lange mit H2S behandelt,
bis 8ie 3,8 Gew.-% H S aufgenommen hatte. In dem geschlossenen
System war dadurch der pH-Wert auf 7,9 abgesunken und etwa 4 Gew.-96 Schwefel, das ist 60 % des vorhandenen Schwefels^
ausgefällt und konnte durch Filtrieren gewonnen werden.
Eine andere Möglichkeit der Regenerierung von Ammoniumsulfid-Lösungen
besteht darin, flüchtige aktive Komponenten NH, und
H2S durch Destillation zu entfernen.
Regenerierung einer Ammoniumpolysulfid-Lösung durch Destillation
Eine 20 Gew.-%ige Ammoniumsulfid-Lösung enthaltend 14,5 Gew.-96
Schwefel wurde unter einem Stickstoffstrom bei 1000C destilliert.
Der pH-Wert lag zu Anfang bei 9,9 und war nach Abdestillieren von 60 % des H2S und 70 % des NH, auf 7,9 abgesunken. Dabei
waren auch mehr als 90 % des Schwefels ausgefällt worden und konnte gewonnen werden. Das wässrige Filtrat war im
Gegensatz zu der anfäglich dunkel gefärbten schwefelreichen Ammoniumsulfid-Lösung klar.
Bei einer Regenerierung entsprechend Beispiel 6 erhielt man durch Verflüchtigung NH5 und H2S.aus denen die Extraktionslösung wieder gebildet werden konnte.
Die Regenerierung durch Destillation ist schematisch in Fig. gezeigt. Ein Strom 40 in Form einer schwefelreichen Polysulfid-Lösung
mit etwa 6 Gew.-% Schwefel und einem pH-Wert von etwa 11 bis 13 wurde in der Destillationskolonne 41 bei einem Druck
/13
03CC 24/07·-: 3
1A-52 816
2943158
von etwa 7 bar und einer Temperatur von 16 bis 270C
destilliert. Über Kopf wurde ein Strom 42 aus Np oder CHa abgezogen
und einer Hochdruck-Destillationskolonne 43 zugeführt, in der eine Temperatur von 93 bis 115 C herrschte. Vom
Boden der Kolonne 41 wurde ein Strom 44 abgezogen und/gelangte in das Absetzgefäß 45/ aus dem über 46 Schwefel ausgetragen
wurde. Die an Schwefel verarmte Polysulfid-Lösung mit etwa
2 Gew.-96 Schwefel und einem pH-Wert von 7,8 bis 8,4 gelangte
über 47 in die Hochdruck-Destillationskolonne 43, aus der
man ein Bodenprodukt 48 in Form der regenerierten Polysulfid-Lösung
mit einem pH-Wert von etwa 11 bis 13 und ein Uberkopfprodukt 49 in Form eines Gasstroms von H2S mit N_ bzw. CH^
erhielt.
Diese und andere Versuche zeigten, daß abhängig von der
Zusammensetzung der Lösung, des ursprünglichen SchwefelgehaltS/
der Temperatur und dem Druck die Aufnahme von 1 kg H2S
zur Ausfällung von mehr als 1 kg Schwefel führt. Der verwendete Schwefelwasserstoff muß nicht rein sein. Gasgemische
mit zumindest 20 Vol-% H2S können für diesen Zweck angewandt
werden. Auch Gemische von CO2 und HgS führten zu einer Ausfällung
des Schwefels. Wird reiner Schwefelwasserstoff angewandt, so kann man diesen auf übliche Weise durch Entgasen
einer regenerierten Sulfidlösung (Fig. 2) erhalten.
Obwohl die in den Beispielen 3 bis 5 beschriebenen Verfahren niedere Polysulfide aus höheren Polysulfiden ergeben, erreicht
man auch die Vorteile der schnellen Extraktion durch die niederen Polysulfide durch Anwendung einer im wesentlichen nicht regenerativen
VerfahrensVariante. Dafür ist es nur erforderlich, einen
geringen Teil der gesättigten ausgebrauchten Lösung der Polysulfide rückzuführen in das Verfahrenudbar Zumischung von
frischem Alkali- oder Ammoniumhydrogensulfid. Die höheren
Polysulfide äquilibrieren mit der frischen Hydrogensulfid unter Bildung niederer Polysulfide, welche sich durch hohe
Extraktionsgeschwindigkeiten auszeichnen.
Ö3G02 WC
8146
8146
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Claims (8)
- PatentansprücheAä Verfahren zur Extraktion von Schwefel aus Kohlenwasserstoffölen, in denen sich Schwefel in Lösung befindet, dadurch gekennzeichnet , daß man die Öle mit einer wässrigen Lösung eines niederen Alkali- oder Ammoniumpolysulfids in Berührung bringt und die gebildeten höheren Polysulfide von dem Öl trennt und gegebenenfalls regeneriert.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e η η ζ e ic h η e t , daß man als niedere Sulfide Na^S oder x_ verwendet, worin χ 1,5 bis 2,5 ist, welche zu höheren Polysulfidenbzw.führen, worin y 4,5 bis 6 ist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch g e k e η η ζ e i c h ne t , daß man - wenn das Öl zumindest teilweise mit einer geringen Wassermenge und/oder der wässrigen PoIysulfidlösung emulgiert ist - die Emulsion mit Hilfe eines oberflächenaktiven Mittels bricht./2030024/0798
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch g β k e η η -zeichne t, daß man als oberflächenaktives Mittel ein öllösliches,anionisches, kationisches oder neutrales Telomer von Propylenoxid oder Äthylenoxid einzeln oder im Gemisch verwendet.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch g e -kennzeichnet , daß man der Extraktion einUl unterzieht, welches zur Entfernung von Schwefelablagerungen in Steigrohren diente und eine Viskosität < 2 g/cm*s bei 50°C und < 0,2 g/cm-s bei 100°C hat.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch g e -kennzeichnet , daß man das niedere Polysulfid regeneriert, in_dem die höheren Polysulfide mit HpS unter Herabsetzung des pH-Werts und Ausfällung von Schwefel behandelt werden.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die niederen Polysulfide regeneriert durch Destillieren der höheren Polysulfide in Stickstoff oder Methan.
- 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß man niedere Polysulfide verwendet, die erhalten worden sind durch Rückleiten der höheren Polysulfide im Gemisch mit Hydrogensulfid, erhalten durch Einleitung eines sauren Gases mit zumindest 20 Vol-% HpS in eine Alkali- bzw. Ammoniumhydroxid-Lösung.03C02A/0798
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