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Teilbelagscheibenbremse mit einer Bremsbel agfed er Die Erfindung
bezieht sich auf eine Teilbelagscheibenbremse mit einer Bremsbelagfeder, welche
an zumindest einem Haltestift der Teilbelagscheibenbremse abgestützt ist und mit
einem Federarm derart an der Belagträgerplatte anliegt, daß diese zur Vermeidung
von Klappergeräuschen in radialer Richtung und zur Erzeugung einer Rückstellkraft
in axialer Richtunq kraftbeaufschlagt ist.
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Solche Teilbelascheibenbremsen sind in der Praxis als Schwimmrahmen-Scheibenbremse
bekannt geworden und beispielsweise im Bremsenhandbuch, 5. Auflage 1977, Bartsch-Verlaq
KG, 8012 Ottobrunn, Seite 129, beschrieben. Die Bremsbelaqfeder dient dem Zweck,
das Klappern der Bremsbacken zu verhindern und auf die bremskolbenseitige Bremsbacke
eine Rückstellkraft auszuüben. Die vorbekannte Bremsbelagfeder greift mit einem
Federarm unter beide Haltestifte und stützt sich mit einem quer hierzu verlaufenden
Federarm schräg auf jeweils eine bremsscheibenseitiqe Kante der Belagträgerplatte
ab.
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Bei der beschriebenen und in der Praxis verwendeten Schwimmrahmen-Scheibenbremse
sind die Haltestifte am ortsfest mit einem Teil der Fahrzeugradaufhängung verbundenen
Bremsträger angeordnet. Bei Bremsbetätigung verschieben sich beide Belagträgerplatten
um den gleichen Betrag in Bremsbetätigungsrichtung. Der maximal notwendige Verschiebeweg
ist die Summe aus Lüftspiel und Reibbelagdicke. Er ist klein genug, um an dem querverlaufenden
Federarm Schrägen vorsehen zu können, welche in jeder Lage der Belagträgerplatte
ausreichende Kräfte auf die Belagträgerplatte in radialer und axialer Richtung ausüben.
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In der letzten Zeit sind auch Teilbelagscheibenbremsen bekannt geworden,
bei denen die Belagträgerplatten an einem axial verschieblichen, die Bremsscheibe
übergreifenden Bremssattel auf Führungen verschieblich befestigt sind. Zum Stand
der Technik sei auf die DE-OS 2545748 und die DE-OS 2334232 verwiesen.
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Auch bei Teilbelagscheibenbremsen dieser Bauart ist es erforderlich,
die Belagträgerplatten durch Bremsbelagfedern in Bezug auf die Führungen am Bremssattel
zu verspannen, um Klappergeräusche zu vermeiden. Das geschieht gemäß der DE-OS 2334232
durch jeweils
eine Drahtfeder, welche mit jeweils einer Umschlingung
auf jeder Seite der Belagträgerplatte den Haltestift der Belagträgerplatte umschließt
und mit u-förmig gebogenen Verbindungsstücken vom Haltestift aus nach zwei Seiten
hin sich erstreckt und auf der Belagträgerplatte aufliegt. Eine Rückstellkraft wird
von der Bremsbelagfeder nach dieser Schrift nicht ausgeübt.
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Das gleiche gilt für die Bremsbelagfeder nach der DE-OS 2545748, welche
ebenfalls einerseits auf der Belagträgerplatte, andererseits am Bremssattel abgestützt
ist.
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Eine Rückstellkraft kann zwar durch eine auf solche Weise angeordnete
Bremsbelagfeder auf diejenige Bremsbacke, welche auf der dem Betätigungskolben gegenüberliegenden
Seite der Bremsscheibe angeordnet ist; nicht ausgeübt werden, weil zum Rückstellen
dieser Bremsbacke der Bremssattel verschoben werden müsste und die Bremsbelagfeder
hierzu am Bremsträger abgestützt werden müßte. Bei der am Betätigungskolben anliegenden
Bremsbacke kann eine solche Rückstellkraft aber prinzipiell von der Bremsbelagfeder
erzeugt werden. Konstruktiv ist das allerdings schwierig, weil diese Bremsbacke
einen Ver-
schiebeweg in Bezug auf ihre Führung am Bremssattel
ausführen können muß, der der Summe aus den beiden Lüftspielen und der Stärke beider
Reibbeläge entspricht. Dies kommt daher, weil nach dem Anlegen der bremskolbenseitigen
Bremsbacke der Schwimmsattel sich soweit verschieben muß bis auch die gegenüberliegende
Bremsbacke an der Bremsscheibe anliegt.
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Um trotz dieses großen Verschiebeweges der bremskolbenseitigen Bremsbacke
ausreichende radiale und axiale Kräfte auf sie ausüben zu können, müßte die Schräge,
welche auf der Kante der Belagträgerplatte aufliegt, sehr lang werden. Das führte
dazu, daß sich die auf die Bremsbacke übertragenen Kräfte mit zunehmendem Belagverschleiß
erheblich ändern würden. Außerdem stünde die Schräge der Bremsscheibe im Wege.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Teilbelagscheibenbremse
der eingangs genannten Art zu entwickeln, bei der die Bremsbelagfeder wenig Platz
beansprucht und unabhängig vom Belagverschleiß stets gleiche Rückstellkräfte auf
die Bremsbacke ausüben kann.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Bremsbelagfeder
einen u-förmig gebogenen Abschnitt hat, welcher die Belagträgerplatte umgreift,
wobei auf der Seite des Reibbelages der Belagträgerplatte zwischen der Belagträgerplatte
und dem u-förmig gebogenen Abschnitt in Bremsbetätigungsrichtung ein Spiel vorgesehen
ist.
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Durch dieses Spiel ist ein sogenannter Funktionsweg vorgegeben. Sobald
das Spiel durch Verschiebung der betätigungskolbenseitigen Bremsbacke und des Bremssattels
überwunden ist, gelangt die Belagträgerplatte gegen den u-förmig gebogenen Abschnitt
und verschiebt die Bremsbelagfeder.
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Dadurch ändern sich die durch den Federarm in radialer und axialer
Richtung auf die Belagträgerplatte ausgeübten Kräfte mit zunehmendem Belagverschleiß
nicht. Die Bremsbelagfeder wird von der Belagträgerplatte immer soweit verschoben,
daß der freie Federarm in optimaler Weise gegen die Belagträgerplatte anliegen kann.
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Dieser Vorteil kommt vor allem bei Schwimmsattel-Teilbelagscheibenbremsen
zum tragen, bei denen die Bremsbacken an Haltestiften aufgehangen und geführt sind,
welche sich ihrer-
seits am axial verschieblichen Schwimmsattel
abstützen, da bei solchen Scheibenbremsen die bremskolbenseitige Bremsbacke sich
bei Bremsbetätigung stets um das doppelte Lüftspiel verschiebt. Durch die Erfindung
ist sichergestellt, daß trotz dieses großen Verschiebeweges die Bremsbelagfeder
keinen großen Federarm haben muß, mit dem sie auf die Bremsbacke drückt.
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Dadurch beansprucht die Bremsbelagfeder wenig Platz und steht der
Bremsscheibe nicht im Wege.
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Vorteilhaft ist es, wenn das Spiel zwischen der Belagträgerplatte
und dem u-förmig gebogenen Abschnitt dem doppelten Lüftspiel entspricht. Durch diese
Ausgestaltung wird erreicht, daß sich die Bremsbelagfeder immer dann verschiebt,
wenn Reibbelagverschleiß eintritt. Dadurch kann die Bremsbelagfeder unabhängig vom
Belagverschleiß immer völlig gleich auf den zugeordneten Bremsbelagträger einwirken.
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Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß die Bremsbelagfeder eine Drahtfeder ist, welche an einer Seite der Belagträgerplatte
einen ersten Federabschnitt hat, der parallel zur Bremsbetätigungsplatte unterhalb
der Halte-
stifte verläuft, daß sich diesem ersten Federabschnitt
der u-förmig gebogene, die Belagträgerplatte umgreifende Abschnitt anschließt, und
daß von diesem Abschnitt ein freier Federarm in Anlage an die Belagträgerplatte
geführt ist, durch den die radiale und die axiale Kraft auf die Belagträgerplatte
ausgeübt wird. Diese Ausgestaltung stellt die einfachst mögliche Ausführungsform
dar. Die Bremsbelagfeder ist zum einen äußerst billig herstellbar, zum anderen kann
sie einfach und rasch in die Teilbelagscheibenbremse eingebaut werden.
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Die erfindungsgemäße Bremsbelagfeder kann auf einfache Weise gegen
eine Verschiebung quer zu den Haltestiften gesichert werden, wenn gemäß einer anderen
Ausgestaltung der Erfindung der freie Federarm mit einer Umbiegung in ein Loch der
Belagträgerplatte greift.
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Günstig ist es auch, wenn die Umbiegung schräg auf eine reibbelagseitige
Kante der Belagträgerplatte aufliegt. Durch eine solche Gestaltung wird die radial
gerichtete Kraft dieses freien Federarmes zerlegt, so daß eine axial gerichtete
Rückstellkraft auf die Bremsbacke ausgeübt wird. Der freie
Federarm
braucht dann nicht in axialer Richtung vorgespannt zu seine Eine andere vorteilhafte
Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß sich dem parallel zur Belagträgerplatte
verlaufenden ersten Federabschnitt zu beiden Seiten hin jeweils ein u-förmig gebogener,
die Belagträgerplatte umgreifender Abschnitt anschließt, wobei von einem Abschnitt
aus ein kurzer Federarm bis unter dem ihm benachbarten Haltestift verläuft und vom
anderen Abschnitt der Federarm zur Belagträgerplatte geführt ist. Durch diese Ausgestaltung
untergreift die Bremsbelagfeder beide Haltestifte auf beiden Seiten der Belagträgerplatte.
Dadurch ist die Bremsbelagfeder gut an den Haltestiften gehalten, so daß auf leichte
Weise sicherzustellen ist, daß die Reibung der Bremsbelagfeder an den Haltestiften
größer ist als die Reibung, welche zur Verschiebung der Bremsbacke zu überwinden
ist. Diese Reibverhältnisse sind eine Voraussetzung für die Funktion der erfindungemaRen
Teilbei ag scheibenbremse.
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Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß sich dem parallel zur Belagträgerplatte verlaufenden ersten Federabschnitt zu
beiden Seiten hin
jeweils ein u-förmig gebogener, die Belagträgerplatte
umgreifender Abschnitt anschließt und von beiden Abschnitten jeweils ein, die radiale
und axiale Kraft auf die Belagträgerplatte ausübender freier Federarm zur Belagträgerplatte
geführt ist.
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Durch diese Ausgestaltung vermag die Bremsbelagfeder größere axiale
Kräfte auf die Belagträgerplatte auszuüben als bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen.
Die Kraftbeanspruchung der Bremsbelagfeder ist symmetrisch, so daß sie besonders
gut und gleichmäßig an den Haltestiften anliegt.
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Um die Reibkraft zwischen den Haltestiften und der Bremsbelagfeder
noch zu vergrößern, kann es gemäß einer in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsform
zweckmäßig sein, daß die Bremsbelagfeder die Haltestifte zangenartig mit Vorspannung
umgreift.
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Eine andere günstige Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß
die Bremsbelagfeder eine Blattfeder ist, welche einen Federabschnitt hat, der an
einer Seite der Belagträgerplatte parallel zu ihr unterhalb der Haltestifte geführt
ist, von dem aus ein Federarm schräg auf eine reibbelagseitige Kante der Belagträgerplatte
aufliegt, daß die Blattfeder die Belagträgerplatte
an beiden Enden
des ersten Federabschnitts mit einem u-förmigen Abschnitt umgreift und auf der gegenüberliegenden
Seite der Belagträgerplatte mit zwei zu dem ersten Federabschnitt parallel verlaufenden
Endstücken unter die Haltestifte geführt ist.
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Die Blattfeder hat gegenüber der Drahtfeder den Vorteil , daß sie
mit einer größeren Fläche gegen die Haltestifte anliegt. Dadurch sind zur Verschiebung
der Blattfeder in Bezug auf die Haltestifte größere Reibkräfte zu überwinden. Es
ist deshalb leichter sicherzustellen, daß sich die Bremsbacke mit weniger Reibung
verschieben läßt als die Bremsbelagfeder.
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Durch scharfe Kanten in der Blattfeder kann man zudem noch erreichen,
daß sich die Blattfeder krallenartig an den Haltestiften festhält und dadurch gegen
unbeabsichtigtes Verschieben besonders gut gesichert ist.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß die Bremsbelagfeder eine Drahtfeder ist, welche mit jeweils einer Umschlingung
auf beiden Seiten der Belagträgerplatte an einem Haltestift befestigt ist, wobei
die Umschlingungen durch ein die Belagträgerplatte übergreifendesß u-förmiges, sich
auf dem Bremssattel abstützendes Federteil miteinander verbunden sind und an der
reibbelagseitigen
Umschlingung der die Bremsbacke in axialer und
radialer Richtung vorspannende Federarm vorgesehen ist.
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Der Vorteil dieser Ausgestaltung liegt darin, daß der Federarm die
beiden Umschlangungen auf dem Haltestift verkantet und dadurch für eine hohe Reibung
zwischen der Bremsbelagfeder und den Haltestiften sorgt. Wenn das Lüftspiel überschritten
ist, gelangt der Belagträger gegen die Umschlingung, so daß die Verkantung aufgehoben
wird und die Bremsbelagfeder verschoben werden kann.
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Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung kann dieses Ziel auch
durch eine Blattfeder erreicht werden, welche ein Mittelstück hat, das die Belagträgerplatte
mit zwei Schenkeln u-förmig umgreift, in denen jeweils ein Loch vorgesehen ist,
durch welches der Haltestift verläuft, daß von dem Mittelstück aus einerseits ein
Federabschnitt quer zum Haltestift verläuft, welcher sich auf dem Bremssattel von
oben her abstützt, und daß von dem reibbelagseitigen Schenkel ein Federabschnitt
zur Belagträgerplattenmitte verläuft, welcher dorf gegen die Belagträgerplatte mit
in Bezug auf die Bremsscheibe axialer und radialer Vorspannung anliegt.
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Wenn gemäß einer anderen Ausgestaltung die Bremsbelagfeder zumindest
im Bereich der Haltestifte eine Oberflächenbeschichtung mit hohem Reibwert hat,
dann ist auf einfache Weise das Erfordernis zu erfüllen, daß sich die Bremsbacke
leichter verschieben muß als die Bremsbelagfeder.
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Vorteilhaft ist es auch, wenn die Bremsbelagfeder einen die Lösebewegung
der Bremsbacken begrenzenden Anschlag hat.
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Bei den bisher bekannten Bremsbelagfedern wird die Lösebewegung der
Bremsbacken durch den Bremskolben begrenzt, der seinerseits durch einen Dichtring
in axialer Richtung gehalten wird. Dabei dürfen von der Bremsbelagfeder nur geringe
Rückstellkräfte ausgeübt werden, weil anderenfalls die Haltekraft des Bremskolbens
überschritten würde.
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Durch die erfindungemäße Gestaltung der Bremsbelagfeder kann eine
hohe Federkraft zum Lösen der Bremsbacken verwirklicht werden, weil die Bremsbelagfeder
selbst die Lösebewegung der Bremsbacke begrenzt.
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Durch die höhere Federkraft in Rückstellrichtung ist eine schnelle
und sichere Lüftspieleinstellung gewährleistet, ohne daß die Gefahr einer zu weiten
Rückstellung der Bremsbacken besteht.
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Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsmöglichkeiten zu. Mehrere
davon sind in der Zeichnung schematisch dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
Es zeigen Figur 1 eine Draufsicht auf eine Bremsbacke mit Haltestiften und einer
Bremsbelagfeder, Figur 2 einen Schnitt durch die in Figur 1 dargestellte Anordnung
entlang der Linie II-II, Figur 3 eine Vorderansicht einer Bremsbacke mit Haltestiften
und einer zweiten Ausführungsform einer Bremsbelagfeder, Figur 4 eine Draufsicht
auf die Anordnung gemäß Figur 3, Figur 5 eine Vorderansicht einer Bremsbacke mit
Haltestiften und einer dritten Ausführungsform der Bremsbelagfeder, Figur 6 eine
Draufsicht auf eine Bremsbacke mit Haltestiften
und einer vierten
Ausführungsform der Bremsbelagfeder, Figur 7 eine Vorderansicht der Anordnung gemäß
Figur 6 Figur 8 einen Schnitt entlang der Linie VIII-VIII-in Figur 7, Figur 9 eine
Vorderansicht einer fünften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Bremsbelagfeder,
Figur lo eine Draufsicht auf die Bremsbelagfeder gemäß Figur 9, Figur 11 eine Vorderansicht
einer sechsten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bremsbelagfeder, Figur 12 eine
Seitenansicht der Bremsbelagfeder gemäß Figur 11, Figur 13 eine Draufsicht auf die
Bremsbelagfeder gemäß den Figuren 11 und 12.
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Die Figuren 1 und 2 zeigen eine besonders einfache Ausführungsform
der Erfindung.
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Von einer Schwimmsattel-Teilbelagscheibenbremse sind zwei Haltestifte
1 und 2 dargestellt, welche am nicht dargestellten axial verschiebbaren Bremssattel
befestigt sind. Auf diesen Haltestiften 1, 2 ist axial verschiebbar eine Bremsbacke
3 angeordnet, welche in üblicher Weise aus einer Belagträgerplatte 4 und dem Reibbelag
5 besteht.
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Die Belagträgerplatte 4 hat oberhalb des Reibbelages 5 zwei Löcher
6, 7, durch welche die Haltestifte 1, 2 mit Spiel greifen.
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Zwischen den beiden Löchern 6, 7 ist etwas unterhalb der Verbindungslinie
dieser Löcher 6, 7 ein weiteres Loch 8 in der Belagträgerplatte -4 vorgesehen.
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Eine Bremsbelagfeder 9 dient dazu, die Bremsbacke 3 in Bezug auf die
Haltestifte 1, 2 zu verspannen und eine axiale Rückstellkraft auf die Bremsbacke
3 auszuüben.
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Die Bremsbelagfeder 9 ist bei dieser Ausführungsform eine Drahtfeder.
Sie hat einen ersten Federabschnitt 10, der parallel zur Belagträgerplatte 4 unterhalb
der Haltestifte 1 und 2 in geringem Abstand zur Belagträgerplatte verläuft. Dieser
erste Federabschnitt 10 geht auf der Seite des
Haltestiftes 2 in
einen u-förmig gebogenen Abschnitt 11 über, welcher die Belagträgerplatte 4 mit
Spiel umgreift. Dem u-förmig gebogenen Abschnitt 11 schließt sich ein freier Federarm
12 an, welcher mit einer Umbiegung 13 in das Loch- 8 greift. Dabei ist der Federarm
12 so vorgespannt, daß er die Bremsbacke 3 in Bezug auf die Bremsscheibe radial
und axial kraftbeaufschlagt.
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Wie Figur 2 zeigt, kann der freie Federarm 12 jedoch auch mit einer
Umbiegung 13 schräg auf einer reibbelagseitigen Kante 14 der Belagträgerplatte 4
aufliegen, so daß er nur in radialer Richtung vorgespannt sein muß und durch Kräftezerlegung
eine axiale Kraft auf die Belagträgerplate 4 ausgeübt wird.
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Für die Funktion der erfindungsgemäßen Teilbelagscheibenbremse ist
es notwendig, daß die Bremsbelagfeder 9 so montiert ist, daß der freie Federarm
12 auf der dem Betätigungskolben abgewandten Seite der Belagträgerplatte 4 verläuft.
Der u-förmig gebogene Abschnitt 11 muß dabei auf der Seite des freien Federarmes
12 ein solches Spiel zur Belagträgerplatte 4 haben, daß diese sich zumindest um
das zweifach Lüftspiel relativ zum Haltestift verschieben kann.
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Es ist vorteilhaft, wenn auch der erste Federabschnitt 10 mit geringem
Abstand zur Belagträgerplatte 4 verläuft. Dadurch wird sichergestellt, daß durch
Scheibenschlag die Bremsbacke nicht übermäßig weit zurückgeschoben werden kann,
so daß bei der nächstfolgenden Bremsbetätigung der Pedalweg zu groß wird.
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Die erfindungsgemäXeTeilbelagscheibenbremse gemäß den Figuren 1 und
2 wirkt wie folgt: Bei Bremsbetätigung verschiebt sich die Belagträgerplatte 4 relativ
zu den Haltestiften 1 und 2, während die Bremsbelagfeder 9 normalerweise als relativ
zu den Haltestiften 1 und 2 ortsfest angesehen werden kann. Durch die Verschiebung
der Belagträgerplatte 4 wird der freie Federarm 12 geringfügig verschwenkt, so daß
er mit zunehmend¢ Kraft auf die Belagträgerplatte 4 drückt. Dies führt dazu, daß
beim Lösen der Bremse der freie Federarm 12 die Belagträgerplatte 4 wieder zurück
in ihre ursprüngliche Stellung schieben kann. Wenn durch Verschleiß des Reibbelages
die Verschiebung der Bremsbacke 3 größer ist als das Spiel zwischen der Belagträgerplatte
4 und dem u-förmigen Abschnitt 11 auf der Seite des freien Federarmes 12, dann gelangt
die Belagträgerplatte 4 gegen diesen u-förmigen Abschnitt und verschiebt die Bremsbelagfeder
9 als Ganzes auf den Halte-
stiften. Für die zuvor beschriebene
Funktion ist es erforderlich, daß die Reibverhältnisse so gestaltet werden, daß
sich die Belagträgerplatte 4 leichter verschieben läßt als die Bremsbelagfeder 9.
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Die Ausführungsform gemäß den Figuren 3 und 4 unterscheidet sich von
der zuvor beschriebenen dadurch, daß die Bremsbelagfeder 9 zu beiden Seiten des
ersten Federabschnittes lo hin mit einem u-förmig gebogenen Abschnitt 11, 15 die
Belagträgerplatte 4 umgreift, und daß vom u-förmig gebogenen Abschnitt 15 aus ein
kurzer Federarm 16 bis unter den ihm benachbarten Haltestift 1 verläuft und vom
anderen Abschnitt 11 derFederarm 12 zur Belagträgerplatte 4 geführt ist. Dieser
freie Federarm 12 kann genau wie der freie Federarm gemäß den Figuren 1 und 2 gestaltet
sein.
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Er kann in axialer Richtung Vorspannung haben und dadurch die Belagträgerplatte
4 in Rückstellrichtung kraftbeaufschlagen.
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Er kann jedoch auch, wie bei der Ausführungsform gemäß Figur 2, mit
einer Umbiegung schräg auf eine reibbelagseitige Kante der Belagträgerplatte aufliegen.
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Bei der Ausführungsform gemäß Figur 5 ist die Bremsbelagfeder statt
mit einem kurzen Federarm 16 auch an dieser Seite des
u-förmig
gebogenen Abschnittes 15 mit einem freien Federarm 16 ausgestattet, der in ein Loch
8 der Belagträgerplatte eingreift. Durch diese Ausgestaltung wird die Bremsbelagfeder
9 symmetrisch Die Figuren 6, 7 und 8 zeigen, daß der Erfindungsgedanke auch mit
einer Blattfeder zu verwirklichen ist. Wie die Figur 6 zeigt, besteht die Bremsbelagfeder
9 aus einem ersten Federabschnitt 20 der parallel zur Belagträgerplatte 4 unterhalb
der Haltestifte 1 und 2 verläuft. Dieser erste Federabschnitt 20 hat in der Mitte
zwischen den Haltestiften 1 und 2 einen Federarm 21, der ähnlich der Kreuzfeder
bei Festsattel-Scheibenbremsen, schräg auf eine reibbelagseitige Kante 22 der Belagträgerplatte
4 aufliegt. An beiden Seiten des ersten Federabschnittes 20 schließt sich ein u-förmig
gebogener Abschnitt 23, 24 an welcher die Belagträgerplatte 4 mit Spiel umgreift
und auf der gegenüberliegenden Seite der Belagträgerplatte 4 mit zwei zu dem ersten
Federabschnitt 20 parallel verlaufenden Endstücken 25, 26 unter die Haltestifte
1, 2 geführt ist. Die Funktion der Ausführungsform gemäß den Figuren 6, 7 und 8
entspricht der bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen. In Figur 8 ist zu
Verdeutlichung der Funktion eine
zum Federarm 21 in einem rechten
Winkel verlaufende Gerade eingezeichnet. Hierbei handelt es sich um die Kraftwirkungslinie.
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Sie soll zeigen, daß sie innerhalb der Kolbenandrückfläche die scheibenparallele
Ebene zwischen Kolben und Belagträgerplatte durchdringt. Das ist erforderlich, damit
die Anlage zwischen Belagträgerplatte und Kolben stets erhalten bleibt.
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Die Figuren 9 und 1o zeigen eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Bremsbelagfeder 9. Diese hat zwei Umschlingungen 30, 31, mit denen sie zu beiden
Seiten einer Belagträgerplatte an einem Haltestift befestigt ist. Mit einem u-förmiq
gebogenen Federteil 32 liegt die Bremsbelagfeder 9 auf dem nicht dargestellten Bremssattel
auf, während sie mit einem freien Federarm 33 auf der Bremsbacke abgestützt ist
und die Bremsbacke dadurch in radialer und axialer Richtung vorspannt.
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Die Figuren 11, 12 und 13 zeigen, daß eine der Bremsbelagfedern aus
den Figuren 9 und 10 entsprechende Bremsbelagfeder auch als Blechteil hergestellt
werden kann. Die in den Figuren 11, 12 und 13 dargestellte Bremsbelagfeder hat ein
Mittelstück 40, welches sattelförmig ausgebildet ist und zu beiden Seiten der Bremsbacke
Schenkel
41 und 42 hat, in denen jeweils ein Loch 43 vorgesehen
ist. Durch dieses Loch ist der Haltestift zu führen, an dem die Bremsbelagfeder
9 zu befestigen ist. Von dem Mittelstück 40 aus verläuft ein Federabschnitt 44 quer
zum Haltestift, welcher auf dem nicht dargestellten Bremssattel von oben her aufzusetzen
ist. Ein freier Federabschnitt 45 verläuft von dem Schenkel 42 aus derart, daß er
sich auf die Bremsbacke aufsetzen kann und diese in axialer und radialer Richtung
kraftbeaufschlagt. Der Federabschnitt 45 braucht dabei nur in axialer Richtung Vorspannung
zu haben, weil die radiale Kraftkomponente durch Verschwenken der Bremsbelagfeder
auf dem Haltestift zustande kommt, d.h. durch die federnde Wirkung des Federabschnittes
44.
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Da die Bremsbelagfeder 9 bei allen Ausführungsformen die Belagträgerplatte
mit einem u-förmig gebogenen Abschnitt umgreift, kann dieser Abschnitt oder ein
anderer auf der dem Bremskolben zugewandten Seite der Belagträgerplatte verlaufender
Abschnitt der Bremsbelagfeder 9 einen Anschlag bilden, durch den die Lösebewegung
der jeweiligen Bremsbacke begrenzt ist. Die Bremsbacke läge dann in
Lösestellung
gegen diesen Anschlag an. Dadurch braucht der Bremskolben nicht mehr Anschlag für
die Bremsbacke zu sein, so daß mit der Bremsbelagfeder 9 Rückstellkräfte erzeugt
werden können, die größer sind als die durch die Haltekraft des Dichtringes des
Bremskolbens erzeugten Kräfte.