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Abferkel- und Zuchtbucht, sowie Verfahren zur Durch-
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führung des Abferkelns, sowie zum Säugen und Züchten der Ferkel Die
Erfindung betrifft eine Abferkel- und Zuchtbucht sowie ein Verfahren zur Durchführung
des Abferkelns, sowie zum Säugen und Züchten der Ferkel für einen 30 Tage nicht
überschreitenden kontinuierlichen Aufenthalt.
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Die betriebsmässige, in geschlossenen Gebäuden vor sich gehende Schweinezucht
- die die quantitative Erhöhung der Schweinefleischproduktion und die Produktivität
sicherstellt - erfordert
während der Dauer des Abferkeins der Säue
und des Säugens der Ferkel, bis zum Abspänen der Ferkel, dass die Säue ihre Plätze
nicht verlassen. Diese Viehhaltungsweise weicht von der extensiven Viehhaltung ab
e bei der sich die Säue mit Ausnahme der Nachtstunden und derzweimaligen täglichen
Saugperiode in dem Fütterungsraum bzw. in dem Auslauf aufhalten.
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Für den Aufenthalt der Säue ist eine Abferkel- und Zuchtbucht bekannt,
die mit einem, den Aufenthaltsort der Säue beidseitig begrenzenden Anpressbrett
versehen ist. Das Anpressbrett dient gleichzeitig zur Verhinderung des Zerdrückens
der Ferkel. Diese Bucht ist hinten und vorne mit je einer Türe versehen, die für
den Ein- und Ausgang der Säue dienen. Zur Fütterung der Säue ist im allgemeinen
an der Ausgangstüre ein vorwärts und rückwärts kippbarer Futtertrog angeordnet.
Bei diesen Abferkel-und Zuchtbuchten ist an beiden Seiten der Säue ein Aufenthaltsplatz
(Rastplatz bzw. Zufluchtsort) für die Ferkel angeordnet.
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Dies er Aufenthaltsort dient in den Saugpausen als Rastplatz und -
wenn die Säue sich niederlegen - als Zufluchtsort für die Ferkel. Auch hier findet
das Tränken und Angewöhnen der Ferkel an die Fütterung statt.
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Die oben beschriebenen Abferkel- und Zuchtbuchten sind mit ihren longitudinalen
Seitenebenen nebeneinander angeordnet.
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Die in dieser Weise ausgestaltete Buchtenreihe wird von vorne und
hinten von je einem Bedienungskorridor aus bedient. Die Bewegung der Ferkel (Einsiedlung
und Aussiedlung) findet ebenfalls auf den erwähnten Bedienungskorridoren statt.
Bei einer manuellen Bedienung werden die das Futter und den Dung liefernden Wagen
auf diesen Korridoren fortbewegt. Auch die Aufsicht findet von hier statt. Das Abferkeln
wird ebenfalls von hier abgeleitet.
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Den bekannten Abferkel- und Zuchtbuchten haftet dennoch der
Nachteil
an, dass sie infolge ihrer Gestaltung nicht den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend,
also beliebig angeordnet werden können, so dass die Raumausnützung der Gebäude ungünstig
ist.
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Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass derartige bekannte Buchten
bei einer Buchtenreihe zwei Bedienungskorridore und bei zwei Buchtenreihen drei
Bedienungskorridore usw. beanspruchen. Im Hinblick darauf, dass das Einlassen und
Auslassen der Tiere durch die in den Abferkel- und Zuchtbuchten vorhandenen Türen
erfolgt, ist ein verhältnismässig breiter Korridor erforderlich. Die beschriebene
Anordnung der Futtertröge erhöht ferner die Grundfläche der Buchten.
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Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, derartige bekannte Abferkel-
und Zuchtbuchten derart weiterzubilden, dass sie eine geringere Grundfläche benötigen,
so dass bei der Rekonstruktion bereits vorhandener Schweinezuchtfarinen (sowohl
bei traditionellen als auch bei betriebsmässigen Zuchtfarmen) eine bessere, bei
der Errichtung neuer Farmen aber eine höchst wirtschaftliche Raumausnützung erreicht
werden kann.
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Erfindungsgemäss wird dieses Ziel dadurch erreicht, dass die Bucht
wenigstens eine aushebbare bzw. aufschliessbare Längsseite und Rückseite, sowie
eine feste frontale Buchtseite aufweist und auf der Buchtseite ein verschiebbarer,
nach oben verdrehbarer und in der verdrehten Position arretierbarer Futtertrog vorgesehen
ist.
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Das aufklappbare Geländer und aufklappbare Anpressbrett ermöglichen
das Umdrehen der Säue, so dass das Ein- und Auslassen in die Bucht bzw. aus der
Bucht auf demselben Bedienungskorridor erfolgen kann. Unter Zuhilfenahme des verschiebbaren
Futtertrogs
kann das Füttern ebenfalls von dem erwähnten Bedienungskorridor aus erfolgen. Im
Hinblick darauf, dass der Futtertrog verschiebbar und verdrehbar ist und in seiner
verdrehten Position befestigt werden kann, ist die Grundfläche der erfindungsgemässen
Abferkel- und Zuchtbucht - verglichen mit bekannten Gestaltungen - erheblich geringer.
Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen dass der erfindungsgemässe Futtertrog viel
einfacher entleert und gereinigt werden kann.
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Die erfindungsgemässen Abferkel- und Zuchtbuchten werden in einer
oder mehreren Reihen in der Richtung des Bedienungskorridors ausgerichtet und mit
ihren frontalen bzw. Rückseiten einander berührend angeordnet. Das Ein- und Auslassen
der Säue findet nach erfolgtem Aufkippen des "Rettungsgeländers" bzw.
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des Anpressbrettes statt. Durch die erwähnte Anordnung der Abferkel-
und Zuchtbuchten ist die Möglichkeit gegeben von einem Bedienungskorridor aus zwei
Buchtenreihen zu bedienen.
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Die Tatsache, dass nach dem Entfernen der Buchtenseite bzw.
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nach erfolgtem Aufkippen des Geländers und des Anpressbrettes die
Grundfläche der Bucht und des Behandlungskorridors summiert zur Verfügung stehen,
kann der Bedienungskorridor - verglichen mit den bekannten Anordnungen - enger bemessen
werden.
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Der grösste Vorteil der erfindungsgemässen Lösung besteht darin1 dass
Buchten von gleicher Anzahl eine um 20 bis 50 % kleinere Grundfläche einnehmen,
wodurch bei bereits vorhandenen Farmen der zur Verfügung stehende Raum besser ausgenützt
werden kann.
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Die erfindungsgemässe Lösung wird anhand eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig.
1 die erfindungsgemässe Abferkel- und Zuchtbucht zur Sauhaltung mit Abbindung, und
Fig. 2 die erfindungsgemässe Abferkel-und Zuchtbucht zur Sauhaltung ohne Abbindung.
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Wie es aus den Figuren ersichtlich ist, enthält die erfindungsgemässe
Abferkel- und Zuchtbucht zwei aushebbare bzw. aufschliessbare Längsseiten 3, 4 und
eine Rückseite 5, eine befestigte frontale Buchtseite 6, sowie einen verschiebbaren,
verdrehbaren und in der verdrehten Position arretierbaren Futtertrog 9. Wird ein
Halsband zur Abbindung der Sau verwendet, ist in der Bucht auch ein Rettungsgeländer
13 für die Ferkel (Figo 1) angeordnet. Bei einer Sauhaltung ohne Abbindung ist ein
aufklappbares Anpressbrett (Fig. 2) eingesetzt. In Abhängigkeit der Anordnung des
Rettungsgeländers 13 bzw. des Anpressbrettes kann dar zur Zuflucht der Ferkel bestimmte
Raum an der rechten oder linken Seite der Sau ausgestaltet werden. An der gegenüberliegenden
Seite ist der Ruheplatz für die Ferkel vorgesehen. Das Rettungsgeländer 13 bzw.
das Anpressbrett ist um einen Drehpunkt 11 von einstellbarer Höhe dreh- und aufklappbar
an einem Tragrahmen 10 befestigt. Der Tragrahmen 10 ist mit einer Schraubverbindung
oder mit einer in den Boden einbetonierten Verankerung 12 versehen. Die Art der
Befestigung hängt davon ab, ob die Abferkel- und Zuchtbucht auf Füssen oder auf
dem Boden selbst steht.
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Der Futtertrog 9 ist an der frontalen Bucht seite 6 der Abferkel-und
Zuchtbucht unter Verwendung eines Tragrohres 8 und einer U-förmigen Führungsschiene
7 angebracht. Der Futtertrog 9 gleiS tet an einer Führungsschiebe 7. Er ist um das
Tragrohr 8 verdrehbar und kann in seiner verdrehten Position arretiert werden.
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Die in den Figuren veranschaulichte Abferkel- und Zuchtbucht ist mit
dem Anpressbrett zur Begrenzung der Bewegung der Säue versehen, welchem ein an dem
Tragrahmen 10 befestigtes, aufklappbares unteres Rettungsgeländer 13 sowie ein oberer
Rahmen 15 und ein Klemmrahmen 16 zugeordnet sind Das Anpressbrett schliesst sich
der Rückseite 5 über eine lösbare Befestigung 14 an, wobei die erwähnte Befestigung
bei der Sauhaltung mit Abbindung mit einem an dem Rettungsgeländer 13 vorgesehenen
Anschlag ausgestaltet ist. Die Abferkel- und Zuchtbuchten können in gleicher Weise
auf oder über dem Bodenniveau angeordnet werden.
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Die erfindungsgemässen Abferkel- und Zuchtbuchten können den jeweiligen
Gegebenheiten entsprechend errichtet werden Zweckmässig werden die Abferkel- und
Zuchtbuchten mit dem Bedienungskorridor ausgerichtet und in einer oder mehreren
Reihen angeordnet, wobei sie einander mit der frontalen 6 bzw. Rückseite 5 berühren.
Das Ein- und Auslassen der Säue findet nach Entfernen der korridorseitigen Buchtseiten
3, 4 und nach erfolgtem Aufkippen des Rettungsgeländers 13 bzw des Anpressbrettes
statt.
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Eine derartige Anordnung der Buchten bietet die Möglichkeit, von einem
Bedienungskorridor aus zwei, bzw. Von zwei Bedienungskorridoren aus insgesamt vier
Buchtreihen zu bedienen. Die Buchten können zum Bedienungskorridor senkrecht, in
einer oder mehreren Reihen, angeordnet werden Das Ein- und Auslassen der Säue wird
nach Entfernung der Rückseite 5 der Bucht bzw. nach erfolgtem Aufkippen des Rettungsgeländers
13 bzw des Anpressbrettes vorgenommen In diesem Fall wird der geringere Raumbedarf
durch die Gestaltung eines engeren Bedienungskorridors erreicht. NAch Aufkippen
des Rettungsgeländers 13
bzw. des Anpressbrettes sind die Säue
im Stande, sich in der Abferkel- und Zuchtbucht zu drehen, so dass zur Bewegung
der Tiere nur ein einziger Korridor erforderlich ist, der sich entlang der Rückseite
der Bucht erstreckt.
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Das Füttern der Säue wird unter Zuhilfenahme des in der Richtung des
Bedienungskorridors verschiebbaren Futtertrogs 9 durchgeführt, so dass während des
Ausportionierens die Säue ferngehalten werden können. Nach dem Beenden des Fütterns
wird der Futtertrog 9 in der Richtung des Bedtienungskorridors verschoben. Nach
erfolgtem Herausgleiten aus der U-förmigen Führungsschiene 7 kann der Trog um das
,Tragrohr 8 nach oben verdreht und in dieser Stellung arretiert werden1 so dass
der Sauraum und der Ferkel-Rastplatz um das Mass der Projektion des Futtertroges
9 vergrössert werden. Die Entleerung und Reinigung des Futtertroges erfolgt ohne
SchwierigkeitO Zweckmässig werden die Abferkel- und Zuchtbuchten in der Weise angeordnet,
dass die Rastplätze der Ferkel an beiden Seiten des Bedienungskorridors angeordnet
sind die entsprechende Temperatur des Rastplatzes der Ferkel kann z,B. mit einem
unter dem Bodenniveau 1 vorgesehenen, automatisch geregelten1 mit Warmwasser beheizten
Heizrohren 2 sichergestellt werden. Ein zur Regelung der Temperatur des Rastplatzes
dienendes Regelgerät misst mit einem Fernwärmefühler die Temperatur an dem Rastplatz
der Ferkel und lässt über ein mit einem Thermostat betätigtes Ventil das die Heizenergie
tragende Warmwasser in das Heizrohr einfliessen. Mit einem einzigen Ventil kann
die Temperatur der Rasträume mehrerer, in einer Reihe liegender Buchten geregelt
werden, wobei die Anzahl der den Ventilen zugeordneten Buchten von dem gleichzeitigen
oder annähernd gleichzeitigen Ferkelnmehrerer Säue bzw. dem Temperaturbedarf der
Ferkel bestimmt wird.
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Die Seitenhöhe der erfindungsgemässen Abferkel- und Zuchtbuchten wird
dem 30-tägigen (biologischen und technologischen) Abspänen der Ferkel entsprechend
niedrig dimensioniert.
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Zum Tränken der Säue und Ferkel werden die handelsüblichen selbsttätigen
Viehtränkeno zur Angewöhnung an die Fütterung Fütterungsplatten und Selbstfütterer
vorgesehen.