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Die Erfindung betrifft ein Segelboot mit einem Kiel-
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schwert an der unteren Seite des Bootsrumpfes.
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Bei Segelbooten befinden sich an der Unterseite des Bootsrumpfes Kiele
oder Schwerter, die dazu dienen, das Boot gegen den auf die Segel ausgeübten seitlichen
Winddruck abzustützen. Neben feststehenden Mittelkielen und aufziehbaren Schwertern
in der Längsmittelachse des Rumpfes sind einige weitere Konstruktionen von Schwertkielen
bekannt, die verschiedene Verstellmöglichkeiten bieten. Zum Stand der Technik wird
beispielsweise auf die DT-OS'en 23 57 064 und 24 60 479 Bezug genommen.
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Aus der DT-OS 23 57 046 ist es insbesondere zu entnehmen, anstelle
der üblichen Anordnung in der Längsmittellinie des Rumpfes Doppelschwertkiele auf
beiden Seiten des Bootes zu verwenden, die alternativ eingesetzt werden können,
so daß wenigstens einer der Schwertkiele bei seitlicher Neigung (Krängung) des Bootes
in ausreichendem Ausmaß in das Wasser eingreift. Bei dieser Lösung ergibt sich jedoch
nur bei einem bestimmten Neigungswinkel des Bootes eine optimale Stellung der Schwertkiele
in Bezug auf das Wasser.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Segelboot mit
Kielschwert der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß die Stellung des
Kielschwertes bei jeder Krängung des Bootes optimal eingestellt werden kann.
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Diese Aufgabe wird beim Segelboot des Gattungsbegriffes dadurch gelöst,
daß das Kielschwert um eine im Inneren des Bootsrumpfes in Längsrichtung des Segelbootes
verlaufende Achse zu beiden Seiten des Bodens des Bootsrumpfes schwenkbar ist.
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Ein derartiges Kielschwert kann stufenlos an die jeweilige Bootskrängung
angepaßt und beispielsweise stets in der Senkrechten gehalten werden. Im übrigen
kann es in der Mittel-
stellung wie ein übliches Schwert verwendet
werden.
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Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das
Schwertblatt des Kielschwertes, das heißt der im Betrieb unterhalb des Bootsrumpfes
im Wasser befindliche Teil des Kielschwertes zusätzlich in einer im wesentlichen
im Boden des Bootsrumpfes liegenden, in Längsrichtung des Bootes verlaufenden Achse
klappbar, so daß einerseits die Stellung des Schwertblattes in Bezug auf den Bootsrumpf
und andererseits der Winkel des Schwertblattes zur Senkrechten verändert werden
können.
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Das Kielschwert kann im oberen Bereich eines quer zum Bootsrumpf gerichteten
Schwertkastens in einer Schwenkachse aufgehängt sein, die von vorderen und hinteren
Wänden des Schwertkastens abgestützt wird. In diesem Falle ist es zweckmäßig, daß
das Kielschwert im Bereich des Eintritts in den Bootrumpf zu einem schmalen Steg
zusammeläuft, da auf diese Weise der Schwertkasten nur eine geringe Breite in Längsrichtung
des Bootes aufweisen muß. Sofern das Schwertblatt zusätzlich klappbar ist, kann
es am unteren Ende eines verhältnismäßig kompakten Trägersteges in einer in Längsrichtung
des Bootes verlaufenden Achse aufgehängt sein, während der Trägersteg seinerseits
im oberen Bereich in dem quer zum Boot liegenden Schwertkasten schwenkbar gelagert
ist, Der Steg oder der Träger steg können oben aus dem Schwertkasten austreten und
einen Handgriff zur seitlichen Schwenkung des Kielschwertes aufweisen. Zur Festlegung
der Schwenkstellung ist eine Verriegelung vorgesehen. Die Klappbewegung kann gesteuert
werden durch Zugseile, die auf beiden Seiten des Schwertblattes angreifen und über
Seilrollen nach oben geführt sind, oder mit Hilfe einer Zahnrad-, insbesondere Kegelradverstellung
und dergleichen. Für Einzelheiten wird auf die Unteransprüche Bezug genommen.
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Die Schwenkbewegung muß nicht notwendigerweise in einer
konstruktiv
vorhandenen Achse erfolgen, sodann kann auch als Gleitbewegung entlang einer Führung
quer zu der Unterseite des Bootes um eine in diesem Falle lediglich imaginäre Achse
oder in gewissen Grenzen wandernde Momentanachse vorgenommen werden.
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Im übrigen ist eine Kombination einer reellen Schwenkachse mit einer
Gleitführung am Boden des Bootes möglich, sofern der Steg oder Trägersteg, der in
der Schwenkachse gelagert ist, zur Anpassung an die Abweichung des Bootsquerschnittes
von einer Kreislinie ausfahrbar oder zusammenschiebbar ist.
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Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
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Fig. 1 zeigt eine teilweise aufgeschnittene perspektivische Darstellung
einer Ausführungsform der Erfindung; Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch den Schwertkasten
der Fig. 1; Fig. 3 ist eine teilweise aufgeschnittene perspektivische Darstellung
zur weiteren Erläuterung der Ausführungsform der Fig. 1 und 2; Fig. 4 veranschaulicht
in einem teilweisen Längsschnitt eine andere Ausführungsform der Steuerung der Klappbewegung
des Schwertblattes; Fig. 5 zeigt in einer Teildarstellung eine andere Ausführungsform
der Steuerung der Schwenkbewegung des Kielschwertes; Fig. 6- veranschaulichen verschiedene
Einsatzmöglichbis 9 keiten des erfindungsgemäßen Kielschwertes.
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Fig. 10 zeigen weitere Ausführungsformen.
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bis 12
In Fig. 1 ist ein Bootsrumpf 10 angedeutet,
in dem Sich ein quergerichteter Schwertkasten 12 befindet. Der Schwertkasten 12
besteht aus vorderen und hinteren, im wesentlichen senkrechten Wänden 14,16, die
durch seitliche Wände 18,20 verbunden sind, ist jedoch auf der oberen Seite offen.
Die seitlichen Wände 18,20 laufen schräg oder bogenförmig nach unten auseinander.
Zwischen den vorderen und hinteren Wänden 14,16 ist in deren oberem Bereich ein
insgesamt mit 22 bezeichnetes Kielschwert in einem Bolzen 24 beidseitig schwenkbar
aufgehängt ist, wie die Pfeile 26,28 andeuten.
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Das Kielschwert 22 setzt sich zusammen aus einem unteren, im Wasser
liegenden Schwertblatt 30 und einem das Schwertblatt tragenden, innerhalb des Schwertkastens
12 liegenden und aus diesem nach oben herausragenden Trägersteg 32. Der Trägersteg
32 sollte möglichst kompakt ausgebildet sein, da von seinen Abmessungen und dem
erwünschten Schwenkwinkel des Kielschwertes 22 die Abmessungen des Schwertkastens
12 abhängen. Vorzugsweise besteht der Trägersteg 32 aus einem Kastenprofil, das
oberhalb des Schwertkastens in einen schematisch angedeuteten Handgriff 34 zur Schwenkung
des Kielschwertes von Hand übergehen kann.
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Das Schwertblatt 30 kann mit dem Trägersteg 32 starr oder, wie es
in der bevorzugten Ausführungsform der Fig. 1 gezeigt ist, um eine Längsachse schwenkbar
verbunden sein. Zu diesem Zweck ist gemäß Fig. 1 der Trägersteg 32 auf der vorderen
und hinteren Oberfläche an deren unterem Ende mit längsgerichteten Scharnierhülsen
36,38 fest verbunden, die drehbar einen nicht gezeigten Bolzen aufnehmen, der von
Scharnierhülsen 40,42 umgriffen wird, die mit dem Schwertblatt 30 fest verbunden
sind.
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Der Bolzen 24 kann in gewissen Grenzen in nicht gezeigter Weise seitlich
in dem Schwertkasten 12 verstellbar sein.
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Die seitliche Schwenkung des Schwertblattes 30, die im vorliegenden
Zusammenhang zur Unterscheidung von der Schwenkbewegung des gesamten Kielschwertes
22 als Klappbewegung bezeichnet wird, kann gesteuert werden durch Seile 44,46, die
beidseitig an dem Schwertblatt 30 befestigt sind und über Rollen 48,50,52 an oder
in dem Trägersteg 32 nach oben geführt sind. Wie aus Fig. 2 hervorgeht, können die
Rollen 48,50,52 im Inneren eines insgesamt kastenförmigen Trägersteges 32 gelagert
sein. Zur Aufnahme der unteren Rollen 48 kann der Trägersteg 32 am unteren Ende
seitlich vorspringende Ansätze 54,56 aufweisen, damit über die Seile 44,46 eine
ausreichende seitliche Zugkraft auf das Schwertblatt 30 ausgeübt werden kann. Nach
ihrem Austritt aus dem oberen Ende des Trägerstegs können die Seile 44,46 in geeigneter
nicht näher gezeigter Weise durch Klemmen oder dgl. festgelegt werden.
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Eine andere Lösung zur Steuerung der seitlichen Klappbewegung des
Schwertblattes 30 ist in Fig. 4 veranschaulicht.
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In diesem Falle befindet sich im Inneren des Trägersteges 32 auf dem
bereits erwähnten Scharnierbolzen 58, der innerhalb der Scharnierhülsen 36,38 drehbar
gelagert ist, ein Kegelrad 60. Die mit dem Schwertblatt 30 verbundenen Scharnierhülsen
40,42 sind fest auf dem Scharnierbolzen 58 angebracht. Im Inneren des Trägersteges
32 ist eine im wesentlichen senkrechte Einstellwelle 62 in Lagern 64,66 abgestützt.
Die Einstellwelle 62 trägt an ihrem freien unteren Ende unterhalb des Lagers 64
ein Kegelrad 68, das mit dem Kegelrad 60 kämmt. Die Einstellwelle 62 tritt oben
aus dem Handgriff 34 aus und weist dort eine Kurbel 70 zur Steuerung der Klappbewegung
des Schwertblattes 30 auf.
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In Fig. 5 ist eine Lösung schematisch angedeutet, bei der ein Schwertkasten
12 nicht benötigt wird. In einer quer über den Boden des Bootsrumpfes 10 verlaufenden
Gleitführung 72 läuft ein seitlich verschiebbarer Wagen 74 auf Rollen 76,78, der
beispielsweise durch Seile 80,82 nach
beiden Seiten hin- und hergezogen
und in der gewünschten Position festgelegt werden kann. Eine Kurbel 84 und ein Kegelrad
86 deuten einen Klappmechanismus für das Schwertblatt 30 an. In diesem Falle erfolgt
also die Schwenkung des Kielschwertes nicht um die reelle Achse des Bolzens 24,
sondern um eine imaginäre Achse, die in der Regel nur eine in gewissen Grenzen wandernde
Momentanachse darstellen wird, sofern der Boden des Bootes nicht einer genauen Kreislinie
entspricht.
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Die Ausführungsformen der Fig. 1 und 5 können insoweit kombiniert
werden, als der Trägersteg 24 mit einem Wagen 74 gemäß Fig. 5 verbunden und seinerseits
ausfahrbar und zusammenschiebbar sein kann, so daß sich die Länge des Trägersteges
32 selbsttätig der Kontur des Bootsquerschnittes anpaßt.
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Fig. 6 bis 9 zeigen in schematischer Darstellung einige Anwendungsformen
des erfindungsgemäßen Kielschwertes. Der Bootsrumpf 10 und ein Mast 88 deuten schematisch
ein Segelboot an. In der Stellung der Fig. 6 befindet sich das Kielschwert 30 in
der unteren Mittelstellung, so daß es wie ein herkömmliches Schwert oder Kiel eingesetzt
werden kann.
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Gemäß Fig. 7 ist das Kielschwert nicht um den Bolzen 24 seitlich geschwenkt,
jedoch das Schwertblatt 30 ist seitlich umgeklappt, wie es bei flachem Gewässer
erforderlich ist.
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Gemäß Fig. 8 wird das Schwertblatt 30 als eine Art von Seitenschwert
benutzt.
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In Fig. 9 ist ein Segelboot bei starkem Wind in gekrängter Stellung
gezeigt. In diesem Falle ist das Kielschwert nach links in Fig. 9 geschwenkt. Das
Schwertblatt 30 ist im wesentlichen in die senkrechte Stellung geklappt, so daß
es wesentlich tiefer und in günstigerem Anstellwinkel in das Wasser eingreift, als
es bei der herkömmlichen Mittelstellung der Fall wäre.
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Über die zuvor beschriebenen Ausführungsformen hinaus kann die seitliche
Schwenkung des Kielschwertes und ggf. auch die Klappbewegung des Schwertblattes
konstruktiv auch in anderer Weise verwirklicht sein.
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Beispielsweise kann das Schwertblatt 30 an dem Trägersteg 32 in der
bisher bereits beschriebenen Weise in einer Achse 92 gelagert sein, jedoch über
die Achse 92 hinaus in einen Schwenkhebel 94 übergehen, an dessen oberem Ende sich
ein Handgriff 96 befindet. Der Schwenkgriff kann auf einer Außenseite des Trägersteges
12 oder im Inneren eines nicht gezeigten, doppellagigen Trägersteges liegen. Zur
Festlegung der Winkelstellung des Schwenkhebels 94 und damit des Schwertblattes
30 in Bezug auf den Trägersteg 32 kann ein beliebiger Rastmechanismus, beispielsweise
eine bogenförmige Rastleiste 98 gemäß Fig. 10 vorgesehen sein, die auf dem Trägersteg
befestigt ist. Die Rastleiste kann einen beliebigen, hier nur mit Hilfe von Strichen
angedeuteten Rastmechanismus aufweisen. Auch in diesem Falle ist der Trägersteg
wiederum mit Hilfe eines Bolzens 24 oder dgl. schwenkbar aufgehängt. Im übrigen
weist der Trägersteg 32 gemäß Fig. 10 einen abgewandelten, schalthebelartigen Handgriff
100 auf.
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Bei der Ausführungsform der Fig. 11 weist das Schwertblatt 30 in seiner
Verlängerung über seine Achse 92 hinaus einen stabförmigen Ansatz 102 auf, dessen
freies Ende über ein Gelenk 104 mit einem Schwenkhebel 106 verbunden ist. Der Schwenkhebel
weist ein Langloch 108 auf, mit dessen Hilfe er auf einem Bolzen 110 geführt ist,
der auf dem Trägersteg 32 befestigt ist. In diesem Falle dient wiederum eine bogenförmige
Rastleiste 112 zur Verrastung des Schwenkhebels 106 in den verschiedenen Winkelstellungen.
Auch in diesem Falle können der Ansatz 102 und der Schwenkhebel 106 auf einer Außenseite
oder im Inneren eines doppellagigen Trägerstegs 32 angeordnet sein.
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Fig. 11 vrra.lschaulicht darüberhinaus schematisch die Mög-
lichkeit,
die Position des Trägersteges in Querrichtung zum Boot zu verstellten Diese Möglichkeit
wird in der gezeigten Ausführungsform dadurch verwirklicht, daß der Bolzen 24 in
verschiedenen, nebeneinanderliegenden Nuten 114 abgestützt und in geeigneter, nicht
gezeigter Weise festgelegt werden kann. Darüberhinaus kann die Querverstellung des
Bolzens 24 mit Hilfe eines Spindelmeachnismus oder dgl erfolgen.
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Die Ausführungsform der Fig. 12 entspricht weitgehend derjenigen der
Fig. 5, unterscheidet sich jedoch von dieser dadurch, daß das Schwertblatt 30 über
den Wagen 74 nach oben durch einen Ansatz 116 verlängert ist, an dessen beiden Seiten
Zugseile 118,120 zum Klappen des Schwertblattes angreifen.
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