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DE2810097C2 - Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid in wäßriger Dispersion - Google Patents

Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid in wäßriger Dispersion

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DE2810097C2
DE2810097C2 DE2810097A DE2810097A DE2810097C2 DE 2810097 C2 DE2810097 C2 DE 2810097C2 DE 2810097 A DE2810097 A DE 2810097A DE 2810097 A DE2810097 A DE 2810097A DE 2810097 C2 DE2810097 C2 DE 2810097C2
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DE
Germany
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reactor
polymerization
coating
vinyl chloride
build
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DE2810097A
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Boris Chadstone Victoria Englin
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Orica Ltd
Original Assignee
ICI Australia Ltd
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Publication date
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  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid in wäßriger Dispersion.
Mit dem Ausdruck »Polymerisation in wäßriger Dispersion« ist eine Polymerisation in wäßriger Emulsion oder wäßriger Suspension (einschließlich wäßriger Mikrosuspension), gegebenenfalls in Anwesenheit von Kolloiden, wie Polyvinylalkohol, und/oder oberflächenaktiven Mitteln gemeint.
Wenn die Reaktion in der üblichen Weise ausgeführt wird, dann treten Schwierigkeiten auf, weil sich die F'ächen innerhalb des Reaktors mit einem zäh haftenden polymeren Material, das als »Aufbau« bekannt ist, überziehen. Dies ist unerwünscht, weil hierdurch ein ausreichender Wärmeübergang zum Kühlen und Erhitzen des Reaktorinhalls. eine wirksame Ausnutzung des Monomers und eine wirksame Überwachung der Polymerisationsreaktion verhindert werden. Außerdem sinkt die Polymerqiialität aufgrund von sich aus dem Aufbau lösenden Teilchen.
Diese Abscheidung, deren Dicke. Härte und Haftung am Metall variiert, besteht aus Polymer in verschiedenen physikalischen Formen, insbesondere aus einem harten Film über der gesamten Oberfläche des Reaktors. Die Dicke dieses Films ändert sich von Charge zu Charge, beträgt aber normalerweise einige Hundertstel mm. Andere Formen bestehen aus harten oder weichen Klumpen, die sich lokal im Reaktor ansammeln, oder aus Pulver, das ganz allgemein verteilt wird. Die weichen Klumpen bestehen aus einem Material, das dem Auswaschverfahren entkommen ist, ur.d können vergleichsweise leicht entfernt werden. Die harten Klumpen haben vermutlich ihren Ursprung im weichen Material, das im Reaktor länger als eine Charge verblieben ist. Sie werden normalerweise in Eintrittsöffniingen. auf Stoßstellen, auf dem Rührer und überhaupt in jedem Bereich gefunden, wo eine scharfe Diskontinuität in der Reaktorfläche auftritt. Sie sind sehr schwierig zu entfernen, wobei man normalerweise Hammer und Meißel braucht. Eine ähnliche Aiifbaulypc kann gebildet werden, wenn ein Reaktor unvollständig gesäubert wird, und /war aufgrund eines Wachstums auf einem zurückbleibenden hauiförmigcn Aufbau. Diese Art von Aufbau wie auch Klumpen vom Rührer können sich selbst wahrend der Herstellung einer Polymercharge lösen und müssen mechanisch aus dem Reaktor in häufigen Intervallen entfernt werden, da sonst eine Verstopfung der Ventile und der Überführungsleitungen auftreten kann. Es ist bekannt, daß die gebildete Menge Aufbau viel größer ist, wenn der Reaktor unzureichend gesäubert wird. Pulverförmiger Aufbau haftet oftmals fest an der Oberfläche und ist an oder über der Flüssigkeitsoberfläche im Reaktor am dicksten, wo er durch Spritzen abgeschieden wird.
Wegen dieser Schwierigkeiten ist es nötig, den Reaktor nach jeder Polymerisation zu reinigen, wobei
to das abgeschiedene Material so vollständig wie möglich zu entfernen ist, beispielsweise durch Abkratzen von Hand, durch Reinigen mit Lösungsmitteln oder durch Abspritzen. Dies erhöht die Herstellungskosten beträchtlich.
Aus den DE-OS 2541010 und 2618634 ist es bekannt, daß die Bildung von Aufbau bei der Polymerisation von Vinylchlorid in wäßrig-, r Dispersion zurückgedrängt werden kann, wenn man die Reaklorwandungen mit Umsetzungsprodukten aus einem monomeren Amin und einer oxygruppen-substituierten aromatischen Verbindung oder Chinonverbindung beschichtet. Wie die weiter unten angegebenen Vergleichsversuche zeigen, wird die Menge des Aufbaus dadurch zwar verringert, der Aufbau kann aber nicht vollständig beseitigt werden.
Nunmehr gefunden, daß die Bildung von Aufbau noch stärker verringert oder sogar vermieden werden kann, wenn man bei dem bekannten Verfahren für die Herstellung der Beschichtung ein Gemisch aus mindestens einem monomeren aliphatischen und mindestens einem monomeren aromatischen Amin verwendet.
Demgemäß betrifft die Erfindung den durch den vorstehenden Hauptanspruch gekennzeichneten Gegenstand.
Die Reaktion wird bei einer Temperatur unter HO0C ausgeführt. Ein Katalysator ist nicht erforderlich. Eine Temperatur bei oder etwas über Raumtemperatur kann zweckmäßig verwendet werden.
Mit dem Ausdruck »monomeres aliph.itischcs Amin« sind Amine wie Monoalkylaminc und Dialkylamine und strukturell davon abgeleitete Verbindungen gemeint, und mit dem Ausdruck »monomeres aromatisches Amin« sind primäre und sekundäre aromatische Amine und strukturell davon abgeleitete Verbindungen ge-
■»ί meint. Typische Amine, die für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet sind, sind p-Aminobenzoesäure, p-Toluidin. Triethanolamin, Tributylamin. Phenothiazin und Diphenylamin. Vorzugsweise enthalten die Amine mindestens 2 Aminogruppen je Molekül, das sind also monomere Polyamine. Bevorzugte monomere aliphatisch c Polyamine sind Triäthylentetramin und Teiraäthylcnpentamin
Typische oxygruppen-siibstituierlc aromatische Verbindungen und Chinonvcrbindiingen sind Hydrochinon, Benzochinone und substituierte Benzochinone, Pyrogallol, Phenol und para- und metasubstituiertc Phenole, Cresole. p-iert-.Butylbrenzkatechin, Picrinsäure und Resorcin. Bevorzugte solche Verbindungen sind Pyrogallol und Hydrochinon. Es wurde festgestellt, daß
μ besonders gute Resultate erhalten werden können, wenn zwei oder mehr derartige Verbindungen verwende! werden.
Das Ciewichtsvcrhältnis der Amine bzw. der anderen Reaktionskomponente zu deren Gesamtgewicht liegt
hi im Bereich von I : 100 bis J : 4.
Fs stellt ein Merkmal der Erfindung dar. daß ein überwiegender Anteil der Ocschichuings/.usammcnsctzung auf den Innenflächen und Wandungen des
Reaktors bleibt und die Entwicklung von Aufbau verhindert oder inhibiert Einige Zusammensetzungen können einen Belag ergeben, der für eine Reihe von Polymerisationen wirksam bleibt, ohne daß die Reaktorflachen von einer jeden Polymerisation beschichtet werden müssen.
Das erfindungsgemäße Reaktionsprodukt wird üblicherweise dadurch hergestellt, daß man die ausgewählten Verbindungen in einem Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch umsetzt. Die Auswahl des Lösungsmittels oder der Lösungsmittel ist nicht sehr kritisch. Beispielsweise kann das Lösungsmittel ein Alkohol, wie z. B. Methanol, Äthanol, Isopropylalkohol und Cetylalkohol, ein Keton, wie z. B. Aceton, ein aromatischer Kohlenwasserstoff, wie z.B. Toluol, π Benzol und Xylol, ein Ester, wie z. B. Äthylacetat, Butylacatat und Dioctylphthalat, oder eine Kombination aus zwei oder mehreren der erwähnten Lösungsmittel sein. Es ist auch möglich, die Reaktion in Abwesenheit eines zugesetzten Lösungsmittels auszuführen. 2u
Die Reaktion verläuft bei Raumtemperaturen rasch, die Lösung verfärbt sich und das Reaktionsprodukt fällt in typischer Weise aus. Das Beschichtungsprodukt wird dann auf die Innenflächen des Reaktors als Dispersion oder Lösung in einem flüssigen Trägermedium aufgebracht, welches abgedampft oder nbdampfen gelassen wird, beispielsweise durch Erhitzen und/oder Evakuieren oder Einblasen von Luft durch den Reaktor, so daß nach der Verdampfung ein haftender Belag zurückbleibt. Wenn eine Erhitzung verwendet wird, dann wird jo die Temperatur jnier 110"C gehalten. Das flüssige Trägermedium kann aus den ober erwähnten Lösungsmitteln ausgewählt werden.
Die Lösung oder Dispersion des Beschichtungsprodukts kann durch jede zweckmäßige Maßnahme auf die )"> Oberflächen aufgebracht werden, beispielsweise durch Spritzen, Streichen.Tauchen oder Fluten.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden zwei Lösungen hergestellt, wobei eine die Aminverbindungen und die andere die andere Verbindung enthält, -to Die beiden Lösungen werden gleichzeitig auf die erwärmten Innenflächen des Polymerisationsreaktor; aufgespritzt, so daß das Mischen dort stattfindet, wo die beiden Strahlen auf die Oberfläche auftreffen. Die Reaktion zwischen den Verbindungen der beiden « Gruppen verläuft dann rasch, wobei ein zäh haftender Belag aus der Beschichtungszusammensetzung gebildet wird.
Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird das Reaktionsprodukt unter alkalischen Bedingun- v> gen hergestellt. Solche Bedingungen werden zwar erreicht, wenn die Amine in einer ausreichenden Menge anwesend sind, es wird jedoch bevorzugt, eine zusätzliche Menge eines anorganischen Alkalis zu verwenden, wie z. B. eines Alkalimetallcarbonate oder >5 eines Alkalimetall- oder Ammoniumhydroxids, insbesondere Natrium- oder Kaliumhydroxid. Die Zugabe eines solchen anorganischen Alkalis kann vor. während oder nach dem Mischen der ausgewählten Verbindungen erfolgen. w
Die Herstellung des Beschichtungsprodukts wird vorzugsweise in Gegenwart von Sauerstoff ausgeführt. Dieser wird zweckmäßigerweise dadurch zugeführt, daß man die Besiandleile, aus denen sich das Produkt ableitet, der Umgebungsluft aussetzt, wobei dieses h"> Aussetzen während oder nach der Reaktion stattfinden kann, wie dies beispielsweise bei der Ausführungsform der Fall ist, wo das Beschichtungsprodukt durch gleichzeitiges Aufspritzen gesonderter Lösungen oder Dispersionen der Verbindungen hergestellt wird. Der Sauerstoff kann auch dadurch zugeführt werden, daß man Sauerstoff oder Luft während der Herstellung des Beschichtungsprodukts einbläst oder einspritzt. Wenn ein Chinon oder eine Chinonverbindung verwendet wird, dann kann diese als Oxidationsmittel wirken.
Die Beschichtungszusammensetzung kann auf jede Oberfläche innerhalb des Reaktors aufgebracht werden, bei welcher die Bildung von Aufbau wahrscheinlich ist. Beispielsweise kann sie auf die Innenflächen des Hauptkörpers des Reaktors, die Innenfläche der Abdeckung des Reaktors (die oftmals über dem Flüssigkeitsspiegel des Polymerisationsgemischs liegt und unter der Bildung von zähem Aufbau leidet), die Oberflächen des Rührersystems (Rührerwelle und Rührerschaufeln) und die Oberflächen von Vorspringen innerhalb des Reaktors, wie z. B. Leitbleche und Thermoelementtaschen, aufgebracht werden. Es soll darauf hingewiesen werden, daß die gemäß der Erfindung verwendeten Beschichlungsiusäirunenseizungen bei der Verhinderung des Bildens von Aufbau über dem Flüssigkeitsspiegel des Polymerisationsmediums im Reaktor außergewöhnlich wirksam sind.
Wenn ein Kühler in einem Teil des Polymerisationsbehälters installiert ist, der mit der Gasphase in Kontakt ist, oder wenn er außerhalb des Behälters installiert ist und mit dem Polymerisationsbehäiter in Verbindung steht, dann werden der Kühier wie auch die Leitungen, die den Kühler mit dem Polymerisationsbehälter verbinden, am besten in ähnlicher Weise behandelt.
Die Zusammensetzung wird vorzugsweise sehr dünn auf die Flächen aufgebracht. Sie kann wie sie ist oder als Lösung in einem Lösungsmittel oder nach Verdünnung mit einem Verdünnungsmittel aufgebracht werden. Es wird empfohlen, sie in einer Menge von mindesiens 0.1 g/m2 niederzuschlagen. Wenn die Menge der Beschichtungszusammensetzung weniger als 0.01 g/m-' betrügt, dann ist die Wirkungsdauer der Behandlung nichi lang. Es gibt aber keinerlei oberen Grenzwert für die Dicke des Belags, solange er keinen abträglichen Einfluß auf die Eigenschaften des hergestellten Polyvinylchlorids ausübt. Die Zusammensetzung sollte deshalb vorzugsweise in einer Menge von beispielsweise I p/m2 oder mehr abgeschieden werden.
Um gewisse erfindungsgemäße Zusammensetzungen auf der Oberfläche der Behälterwandungen zu fixieren, können verschiedene fixierungsmittel zugegeben werden. Solche Fixicrurigsmittcl sind beispielsweise natürliche und synthetische Polymere, wie z. B. Leim. Gelatine. Cellulosederivate. Polyvinylalkohol, Polyacrylsäure und Polystyrol, sowie thermisch härtbare Stoffe, wie z. B. Schellackharze, Phenolharze. Alkydharze. Epoxyharze. Urethanharze und Tungöl.
Mit dem Ausdruck »Polymerisation« ist sowohl eine Homopolymerisation des Vinylchlorids als auch eine Mischpolymerisation desselben mit anderen damit mischpolymerisierbarcn Comonomeren gemeint. Beispiele für die letzteren sind Vinylester, wie z. B. Vinylacetat, Acrylester, wie /„ B, Melhylacrylat und Butylmcthacrylat. Acrylnitril, wie z. H. Acrylnitril und Methacrylnitril, ungesättigte Diester, wie z. B. Ditähylmaleat. Allylester, wie z. fJ. Allylacetat. vOlcfinc. wie z. n. Äthylen und Propylen, Vinylether und Styrolvcrbindungen.
f:s wird jedoch bevorzugt, die Erfindung auf die Herstellung von Polymeren anzuwenden, die mindestens 50 MoI11Zo und insbesondere mindestens 80 MoI-11Zo
Einheiten enthalten, die sich von Vinylchlorid ableiten.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann bei jeder Polymerisationstechnik verwendet werden, bei welcher das Monomer oder die Monomere in Form von Tröpfchen in einer wäßrigen Phase dispergiert ist bzw. sind. Beispielsweise kann das Verfahren zur Polymerisation in wäßriger Emulsion verwendet werden, in welchem Fall irgendein Emulgiermittel, insbesondere ein ionisches Emulgiermittel, wie z. B. Natrium-Iaurylsulfonat oder Natrium-dodecyl-benzol-sulfonat, oder ein nicht-ionisches Emulgiermittel verwendet werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch besonders gut bei der Polymerisation in wäßriger Suspension oder Mikrosuspension anwendbar.
Die Polymerisation kann unter Verwendung der üblichen Initiatoren, Emulgier- bzw. Dispergiermittel und anderen bekannten Hilfsstoffen durchgeführt werden.
Die Betriebsbedingungen für die Polymerisation durch das erfindungsgemäße Verfahren sind wie üblich. Beispielsweise liegt die Temperatur im allgemeinen zwischen 40 und 75°C und der Druck ^n aligemeinen unter 15 kg/cm2.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert Wenn nichts anderes angegeben ist, beziehen sich die Teile und Prozentangaben auf das Gewicht
Vergleichsversuch A
Dieser Vergleichsversuch beschreibt ein herkömmliches Verfahren, das als Kontrolle zum Vergleich mit dem verbesserten erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird. Ein Reaktor in Form eines Druckbehälters aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsvermögen von 7 I, der mit einer Erhitzungs- und Kohlungseinrichtung ausgerüstet war, wurde mit 3500 ml entsalztem Wasser, 2,4 g Peroxydicarbonatkatalysator und 1,75 g Polyvinylalkohol (teilweise hydrolysiertes Polyvinylacetat) beschickt Der Inhalt des Behälters wurde gerührt, und die Luft d^rch Evakuieren entfernt. 3000 g Vinylchlorid wurden in den evakuierten Behälter eingebracht, und der Inhalt wurde auf 56°C erhitzt Die Temperatur wurde aufrechterhalten, bis ein Druckabfall das Ende der Polymerisationsreaktion anzeigte.
Das restliche Gas wurde abgeblasen, und die Aufschlämmung von Polyvinylchlorid in Wasser wurde durch ein Bodenventil abgelassen. Der Deckel wurde geöffnet, und das verbliebene lose Polymer wurde mit Wasser abgespült, und der feste Niederschlag des Polymers innerhalb des Behälters wurde untersucht.
Es lag eine Polymerabscheidung vor, die fest an der Wandung, an der Rührerwelle und an der Thermometerkugel haftete. Die Abscheidung war insbesondere an der Gas/Flüssigkeits-Grenze besonders stark. Zur Entfernung des Niederschlags war ein Kratzer notwendig. Der Niederschlag an der Rührerwelle und an den Rührerschaufeln war besonders hart zu entfernen. Es war nötig, einen Meißel mit einem mäßigen Hammerschlag zu verwenden, um diese besonders harten Teile des Aufbaus zu entfernen.
Das Gesamtgewicht des Niederschlags betrug 0,6% des dem Druckbehälter zugeführten Vinylchloridmono-
wurde wieder wie im Vergleichsbeispiel A ausgeführt, außer daß vor dem Einbringen der Reaktionsteilnehmer in den Reaktor alle Innenflächen, die von Aufbau gesäubert worden waren, mit einer bekannten Zusammensetzung beschichtet wurden. Die Innenflächen (Wandungen, Rührerschaufeln und Rührerwelle, Vorsprünge usw.) wurden auf eine Temperatur von ungefähr 900C erhitzt und mit einer Lösung beschichtet, die 1,5 g Hydrochinon und 1,5 g Triäthylentetramin in
ίο einem Lösungsmittel enthielt, das aus 70 g Äthanol und 30 g Wasser bestand. Die Beschichtung wurde dann während eines Zeitraums von 30 min auf eine Temperatur von ungefähr 90"C erhitzt und dann mit kaltem Wasser gespült. Der Polymerisationsreaktor wurde dann in der im Vergleichsbeispiel A beschriebenen Weise beschickt.
Nach Beendigung der Reaktion wurden 1,4 g Aufbau entfernt Dies entsprach 0,047% des dem Reaktor zugeführten Monomers.
Beispiel 1
Der Reaktor von Vergleichsverruch A, der ebenfalls gereinigt worden war, wurde auf eine Temperatur von ungefähr 90° C erhitzt Es wurden zwei Lösungen hergestellt Die Lösung (1) bestand aus 0,4 g Tetraäthylenpentamin, 0,25 g p-Phenylendiamin und 0,7 g p-Aminobenzoesäure, gelöst in 75 g Äthanol. Die Lösung (2) bestand aus 2,0 g Salicylaldehyd, 03 g Pyrogallol und 2 g Hydrochinon, gelöst in 45 g eines 1/1-Äthanol/Wasser-Gemischs. Die Lösungen (1) und (2) wurden gemischt, und das erhaltene Gemisch wurde unmittelbar darauf auf die Innenflächen des Reaktors gespritzt Die Beschichtung wurde 30 min auf eine Temperatur von annähernd 90°C erwärmt, und die beschichteten Oberflächen wurden dann abgekühlt und mit kaltem Wasser gespült.
Der Reaktor wurde dann mit 3600 ml entsalztem Wasser, 1,8 g DKtert-butyl-cycIohexylJ-peroxydicarbonat, 0,13 g 2,2'-Azo-bis-(2,4-dimethyl-valeronitril), 1,6 g Polyvinylalkohol (teilweise hydrolysiertes Polyvinylacetat) und 2,5 g Diallylphthalat beschickt. Der Inhalt des Reaktors wurde gerührt und Luft wurde aus dem Reaktor gepumpt 2500 g Vinylchlorid wurden zugegeben, der Reaktorinhalt wurde auf eine Temperatur von
•»5 56°C erhitzt, und die Polymerisation des Monomeren wurde wie im Vergleichsversuch A durchgerührt.
Nach beendeter Polymerisation wurden die Innenflächen des Reaktors inspiziert. Es wurde festgestellt, daß sie sauber und praktisch frei von Aufbau waren.
Beispiel 2
Zwei Lösungen mit den folgenden Zusammensetzungen wurden hergestellt:
£1) Wasser 50 g
55 Äthanol 50 g
Tetraäthylenpentamin 2,4 g
p-Phenylendiamin 3,6
(2) Wasser 50 g
60 Äthanol 50 g
Pyrogallol 2,4 g
Hydrochinon 3.6 g
Vergleichsversuch B
Der Reaktor von Vergleichsversuch A wurde sorg'ältig gereinigt, und o:s Polymerisation von Vinylchlorid Die beiden Lösungen wurden gemischt und 40 min bei Raumtemperatur stehen gelassen, wobei sich eine tiefbraune FarM bildete. Der im Vergleichsversuch A verwendete Reaktor wurde sorgfältig und gründlich gereinigt und auf ungefähr 50 bis 70°C erhitzt. Die
gemäß obiger Vorschrift hergestellte Lösung wurde auf alle Innenflächen aufgestrichen, so daß eine gleichmäßige braune Beschichtung erhalten wurde. Der Reaktor wurde 30 min auf ungefähr 80 bis 9015C erhitzt, und die beschichteten Oberflächen wurden dann mit kaltem Wasser gespült. Im Anschluß an das Spülen besaß die Beschichtung das Aussehen eines dünnen grau-braunen Films.
Eine Polymerisationsreaktion wurde dann im Reaktor wie im Vergleichsversiich A ausgeführt. Im Anschluß an in die Entfernung des Polyvinylchlorids wurde der Reaktor mit Wasser gespült, und drei weitere Chargen Polyvinylchlorid wurden in der gleichen Weise hergestellt. Die Beschichtung auf den Innenflächen änderte sich in keiner Weise.
Nach der vierten Polymerisationscharge wurden die Innenflächen des Reaktors sorgfältig inspiziert. Die !"ncrifluCher! cisr ^^2ndi!fiCTcn dec RpaWt^rc u/arpn dunkel gefärbt, aber absolut frei von Aufbau. Die Innenflächen des Deckels waren in ähnlicher Weise gefärbt. Ungefähr ein Viertel der Oberfläche war mit einem dünnen Aufbaufilm bedeckt, wobei sich eine leichte Kruste rund um den zentralen Rührerflansch gebildet hatte. Die Rührerwelle war frei von Aufbau. Etwas Film war auf den Schaufeln vorhanden. Das Gesamtgewicht des Aufbaus, das anschließend beim Reinigen entfernt wurde, war 7 g. was 0,06% der gesamten Monomerchiuge entspricht.
Beispiel 3
Das im Beispiel 1 beschriebene Verfahren wurde wiederholt, außer daß die Lösungen (1) und (2) wie folgt hergestellt wurden:
Lösung (I) 0.4 g
Tetraäthylenpcntamin 0.5 g
p-Phenylendiamin 0.2 g
p-Aminoben/oesäure 52.5 g
Wasser 0.5 g
Äthanol
Lösung (2) 0.2 g
Salicylaldehyd 0.3 g
Pyrogallol 0.5 ε
Hydrochinon 45g"
Wasser
Die Innenflächen wurden nach beendeter Polymerisationsreaktion inspiziert. Die Wandungen waren sauber und glänzend, nur der Deckel und die Schaufel waren teilweise mit einem dünnen Aufbaufilm bedeckt. Das Gewicht des Aufbaus war 8.2 g, was 0,33% des Gewichts der Monomercharge bedeutet.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid in wäßriger Dispersion in einem Reaktor, auf dessen Innenflächen vor der Polymerisation durch Umsetzung eines monomeren Amins mit einer oxygruppen-substituierten aromatischen Verbindung oder Chinonverbindung eine Beschichtung niedergeschlagen worden ist, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung der Beschichtung ein Gemisch aus mindestens einem monomeren aliphatischen und mindestens einem monomeren aromatischen Amin verwendet und bei einer Temperatur unter 110° C umgesetzt worden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion bei Raumtemperatur durchgeführt wurde.
DE2810097A 1977-03-08 1978-03-08 Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid in wäßriger Dispersion Expired DE2810097C2 (de)

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