DE2737118A1 - Verfahren zur gewinnung von zuckern, gegebenenfalls cellulose und gegebenenfalls lignin aus lignocellulosischen pflanzlichen rohstoffen - Google Patents
Verfahren zur gewinnung von zuckern, gegebenenfalls cellulose und gegebenenfalls lignin aus lignocellulosischen pflanzlichen rohstoffenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Zuckern, gegebenenfalls Cellulose und gegebenenfalls
Lignin aus lignocellulosischen pflanzlichen Rohstoffen durch Behandlung mit einer Mischung aus etwa gleichen
Volumenteilen V/asser und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen bei erhöhter Temperatur und Druck und
Abtrennen der Faserstoffe, der organischen Lösungsmittel und des Lignins aus der Behandlungslösung.
Es ist bekannt, cellulosehaltige Rohstoffe aufzuschließen, um in den Rohstoffen, insbesondere im Holz, enthaltene
Produkte zu gewinnen. Je nach Art der gewünschten Produkte werden verschiedene Aufschlußverfahren angewandt. Im allgemeinen
handelt es sich um Aufschlußverfahren unter Verwendung von Chemikalien, unter deren Einfluß eine Auflockerung
des Zellwandverbandes und ein Lösen von Kittsubstanzen erfolgt, so daß die faserige Struktur der Cellulose
durch Defibrierung freigelegt werden kann und die Cellulose in dieser Form der Verwendung als Rohstoff für z.B. Platten,
Papier usw. zugeführt wird. Je nach Aufschlußbedingungen werden dabei die Begleitsubstanzen der Cellulose so weit
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entfernt, daß reine Cellulose für eine Weiterverarbeitung, z.B. zu Kunstseide, Zellwolle usw. zur Verfugung steht.
Die abgetrennten Begleitsubstanzen fallen in gelöster Form an und werden größtenteils vernichtet.
Es ist weiterhin bekannt, pflanzliche Rohstoffe mit einer Mischung aus Wasser und niederen aliphatischen Alkoholen
und/oder niederen aliphatischen Ketonen bei Temperaturen zv/ischen etwa 150° und 2000C bei erhöhtem Druck zu behandeln
und die Faserstoffe von der Behandlungslösung abzutrennen. Aus der Behandlungslösung können die organischen Lösungsmittel
entfernt und wiedergewonnen werden. Dabei erhält man einen Rückstand, der sich in zwei Phasen trennt. Die
schwerere Phase besteht im wesentlichen aus einer thermoplastischen Masse von Lignin, und die darüber stehende wässrige
Phase enthält die wasserlöslichen Bestandteile des Aufschlusses, im wesentlichen ein Gemisch von monomeren Zuckern,
Oligosacchariden, organischen Säuren usw. (US-PS 3 585 104). Dieses Gemisch von monomeren Zuckern, Oligosacchariden usw.
kann nach dem Stand der Technik einer Hydrolyse unterworfen werden, um die Oligosaccharide zu monomeren Zuckern zu
spalten.
Dieses bekannte Verfahren hat den Nachteil, daß man das Lignin schwer abtrennen kann. Es fällt in der Regel in Form
einer schmierigen Masse an, die bei niedrigen Temperaturen zähflüssig wird, und die aus der Apparatur schwer zu entfernen
ist. Dieses Lignin enthält viele Verunreinigungen. Es enthält auch einen erheblichen Teil Kohlehydrate.
Es ist weiterhin bekannt, Holz und andere pflanzliche Rohstoffe teilweise oder vollständig durch Behandlung mit
mineralischen Säuren bei erhöhter Temperatur zu verzuckern. Dabei werden bei der sogenannten Vorhydrolyse die Hemicellulosen, insbesondere die Xylane aus den pflanzlichen Roh-
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stoffen, entfernt, dabei zu monomeren Zuckern, insbesondere zu Xylose, hydrolysiert und als Zuckermelasse oder als kristalline
Xylose gewonnen. Bei der Totalverzuckerung wird der Rückstand der Vorhydrolyse mit starker mineralischer Säure
behandelt, wobei die nach der Vorhydrolyse verbliebenen Kohlehydrate, die vornehmlich aus Cellulose bestehen, zu monomeren
Zuckern - vornehmlich zu Glucose- hydrolysiert werden.
Diese bekannten Verfahren haben den Nachteil, daß das Lignin in einer so stark kondensierten Form anfällt, daß es in der
Regel nur zur Energiegewinnung verbrannt werden kann. Außerdem bereitet es im technischen Maßstab Schwierigkeiten, reine
Glucose, insbesondere kristalline Glucose - auch Dextrose genannt - nach diesen Verzuckerungsverfahren zu gewinnen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabenstellung zugrunde, ein Verfahren zur Gewinnung von Zuckern, insbesondere von
Xylose und Glucose, gegebenenfalls Faserstoffen, insbesondere von Cellulose und Lignin, zu finden, bei dem die Zucker in
hoher Reinheit und hoher Ausbeute, das Lignin in noch reaktiver Form als Pulver und gegebenenfalls andere wertvolle
Nebenprodukte erhalten werden. Bevorzugt soll die Xylose zu Xylit reduziert werden. Wenn diese Xylose in hoher Reinheit
anfällt, erhält man den Xylit ebenfalls in hoher Reinheit bei geringeren Komplikationen in der Verfahrensdurchführung.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Zuckern, gegebenenfalls Cellulose und gegebenenfalls Lignin
aus lignocellulosesischen pflanzlichen Rohstoffen durch Behandlung mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen
Wasser und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen bei erhöhter Temperatur und Druck und Abtrennen der Faserstoffe,
der organischen Lösungsmittel und des Lignins aus der Behandlungslösung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
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a) die pflanzlichen Rohstoffe bei einer Temperatur von
100 bis 1900C während 4 Stunden bis 2 Minuten behandelt,
wobei Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß von der im pflanzlichen Rohstoff
enthaltenen Hauptkornponente der Heinicellulosen weniger als etwa 10 Gewichtsprozent gespalten v/erden
- und in Lösung gehen, dagegen aber die ohne chemischen Abbau löslichen Bestandteile und die Spaltprodukte
derjenigen Stoffe gelöst v/erden, die bei Bedingungen chemisch abgebaut werden, bei denen die
Hauptkornponente der Hemicellulosen im genannten Umfang
noch nicht gespalten wird und in Lösung geht,
b) den Rückstand abtrennt,
c) diesen erneut mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen Wasser und niederen aliphatischen
Alkoholen und/oder Ketonen bei Temperaturen von 170 bis 2200C während 180 bis 2 Minuten behandelt, wobei
Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß die Hauptkomponente der Hemicellulosen in dem
angewandten Lösungsmittel zu löslichen Kohlenhydraten gespalten wird, .
d) die Faserstoffe aus der Lösung abtrennt,
e) in der von Faserstoffen befreiten Lösung die gegebenenfalls noch vorhandenen Oligo- und Polysaccharide
durch Zugabe von Säure bei der Aufschlußtempe-
. ratur oder einer niedrigeren Temperatur hydrolysiert und danach das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt,
oder erst aus der Aufschlußlösung das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt und die gegebenenfalls
noch vorhandenen Oligo- und Polysaccharide in der wässrigen Phase einer Hydrolyse unterwirft,
f) falls gewünscht, das durch Hydrolyse der Hauptkomponente
der Hemicellulosen erhaltene Monosaccharid aus der wässrigen Lösung gewinnt,
g) falls gewünscht, das durch Hydrolyse der Hauptkomponente der Hemicellulosen erhaltene Monosaacharid, gegebenenfalle
in Form der erhaltenen Lösung ohne besondere Isolierung, in an sich bekannter V/eise zu dem entsprechenden Zucker- ■
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alkohol reduziert,
h) falls gev/ünscht, die zweckmäßig gewaschene Cellulose
h) falls gev/ünscht, die zweckmäßig gewaschene Cellulose
zu Glucose spaltet und gewinnt und/oder, i) falls gewünscht, die Glucose gegebenenfalls in Form der
erhaltenen Lösung ohne besondere Isolierung in an sich bekannter V/eise zu Sorbit reduziert oder zu Alkohol
vergärt.
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Beispiele für gemäß der Erfindung verwendete Rohstoffe, deren Hemicellulose-Hauptkomponente aus Xylanen besteht,
und die deshalb in erster Linie zur Gewinnung von Xylose und Xylit geeignet sind, sind Laubhölzer, Stroh, Bagasse, Getreidespelzen,
Maiskolbenreste, Nußschalen und andere lignocellulosische Materialien, die einen Xylangehalt von z.B.
über etwa 15 Gew.%, vorzugsweise über etwa 25 Gew.JO aufweisen.
Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß gemäß der Erfindung auch pflanzliche Rohstoffe mit einem geringeren
Xylangehalt, wie Nadelhölzer, eingesetzt werden können, insbesondere dann, wenn von großem wirtschaftlichen Interesse
die Herstellung des Lignins und/oder des Faserstoffanteils, der Cellulose, der Glucose und/oder die Gewinnung von Mannose
aus mannanreichen pflanzlichen Rohstoffen ist. Dies hängt auch davon ab, welche pflanzlichen Rohstoffe in den jeweiligen
geographischen Gegenden zur Verarbeitung zur Verfügung stehen.
Im folgenden wird weitgehend auf die Verwendung von pflanzlichen
Rohstoffen eingegangen, deren Hemicellulosen vornehmlich aus Xylanen bestehen. Es wird aber ausdrücklich darauf
hingewiesen, daß nach dem Verfahren der Erfindung pflanzliche Rohstoffe, die reich an Mannanen sind - eine neben
den Xylanen im Pflanzenreich weit verbreitete Hemicellulose - in entsprechender Weise zu Mannose und Folgeprodukten
sowie Lignin, Cellulose und Folgeprodukten eingesetzt werden können. Unter der Definition "Hauptkomponente der Hemicellulosen"
im Sinne der vorliegenden Erfindung werden also diejenigen Hemicellulosen verstanden, die in den jeweils dem
Verfahren der Erfindung unterworfenen pflanzlichen Rohstoffen die Hauptkomponente der Hemicellulosen bilden. Der Grund
hierfür liegt darin, daß eine Gewinnung der Abbauprodukte der nur in geringen Mengen in einem pflanzlichen Rohstoff
enthaltenen Hemicellulosen nicht von besonderem Interesse ist, sondern daß eine wesentliche Aufgabenstellung der Erfindung darin besteht, die in dem jeweils eingesetzten
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pflanzlichen Rohstoff am stärksten vertretene Hemicellulose, "
d.h. die darin vorhandene Hauptkomponente der Hemicellulosen zu Monosacchariden abzubauen, zu gewinnen und gegebenenfalls
zum entsprechenden Zuckeralkohol zu reduzieren.
Gemäß einem bevorzugten Verfahren der Erfindung wird die Behandlung der Rohstoffe so durchgeführt, daß ein chemischer
Abbau von Cellulose und Lignin so weit wie möglich vermieden wird, wogegen eine Hydrolyse der Hauptkomponenten der Hemicellulosen,
insbesondere des Xylans, d.h. die Umwandlung des Polysaacharids zu wasserlöslichen Spaltprodukten, erwünscht
ist. Der Aufschluß erfolgt also so, daß möglichst hohe Anteile der Lignine und Xylane* in Lösung gehen, so daß als Feststoff
sehr reine Cellulose verbleibt. Die Aufarbeitung der Reaktionslösung erfolgt so, daß in möglichst einfacher Weise eine möglichst
weitgehende Trennung von Lignin und Xylanspaltprodukten*
erfolgt, wobei ein möglichst reaktives Lignin in fester Form und gelöste Xylanspaltprodukte* in möglichst hoher Konzentration
und Reinheit erhalten werden.
Unter "etwa gleichen Volumenteilen" bezüglich der Mengenverhältnisse
zwischen Wasser und organischen Lösungsmitteln wird im Sinne der Erfindung ein Volumenverhältnis von 70 : 30 bis
30 : 70, vorzugsweise 60 : kO bis 40 : 60 verstanden. Die Aufschlußtemperaturen
sollen in der Stufe a) im Bereich von 100 bis 190°C und in der Stufe c) im Bereich von 170 bis 22O0C
liegen. Werden die Temperaturen zu hoch gewählt, treten unerwünschte chemische Veränderungen der Rohstoffkomponenten auf;
z.B. nehmen die Ausbeute und der Reinheitsgrad der Xylanspaltprodukte* ab, und das Lignin wird weniger reaktiv. Bei zu
niedriger Temperatur dagegen kann der Aufschluß unzureichend sein, auch in dem Sinne, daß nur eine ungenügende Hydrolyse der
Xylane* stattfindet. Außerdem kann
* oder sonstigen Hemicellulosen - 8 -
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bei zu niedriger Temperatur der Aufschluß zu lange dauern. Die Aufschlußzeiten sollen in jeder Stufe vorzugsweise 2
bis 180 Minuten betragen und besonders vorteilhaft 5 bis 60 Minuten. Aufschlußtemperaturen und Aufschlußzeiten sind
dem jeweils eingesetzten Rohstoff anzupassen. Durch Entnahme von Proben oder durch einen Vorversuch vor Durchfuhrung
des Verfalirens gemäß der Erfindung in großtechnischem Maßstab
kann leicht festgestellt werden, welche Temperaturen und Aufschlußzeiten optimal sind zur Erzielung der in den
Stufen a) und c) definierten Effekte.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens gemäß
der Erfindung werden geringe Mengen Protonendonatoren, insbesondere
Säure zu der Aufschlußlösung gegeben. Durch Säurezusatz können auch solche pflanzlichen Rohstoffe aufgeschlossen
werden, die ohne Säurezusatz nur schwer oder unzureichend aufschließbar sind. Dies gilt z.B. für Nadelhölzer.
Als Säuren können mineralische Säuren, wie Salpetersäure, Phosphorsäure, Schwefelige Säure, bevorzugt Schwefel- oder
Salzsäure oder organische Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure oder Oxalsäure eingesetzt werden. Die optimale Säure-
konzentraticnist abhängig von der verwendeten Säure und von
der Art des eingesetzten Rohstoffs. Bei Verwendung von Salzsäure soll die Aufschlußlösung bezogen auf das Gesamtvolumen
in der Regel 0,001 bis 0,3 N, bevorzugt 0,005 bis 0,1 N und besonders bevorzugt 0,01 bis 0,Ό5 W Säure enthalten. Bei Verwendung von Oxalsäure soll die Aufschlußlösung bezogen auf
das Gesamtvolumen in der Regel 0,001 bis 1 N, bevorzugt 0,005 bis 0,3 N und besonders bevorzugt 0,01 bis 0,1 N Säure enthalten. Bei Verwendung anderer Säuren kann die optimale Säurekonzentration in einfachen Versuchen vom Fachmann bestimmt
werden. Als Protonendonatoren können auch saure Salze wie Ammoniumchlorid und/oder sauer reagierende phenolische Verbindungen, z.B. Phenol, verwendet werden.
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Bei pflanzlichen Rohstoffen, die neben den durch die Behandlung mit Wasser-Lösungsmittel-Gemischen bei erhöhter Tempe
ratur freigesetzten Säuren - insbesondere Essigsäure und Ameisensäure - andere, insbesondere stark sauer reagierende
Stffe enthalten, wie in~den Thuja-Hölzern die Thujaplicine, kann
auf eine Zugabe von Säure eventuell ganz verzichtet werden.
Es ist ein großer Vorteil, daß durch Zusatz von Säure der Aufschluß sehr rasch erfolgt. Bei Laub- und Nadelhölzern
gehen in der Regel z.B. bei Verwendung von Gemischen aus Wasser und Aceton und 0,02 bis 0,03 N Salzsäure bei 2000C
in 5 Minuten die Hemicellulosen - bei Laubhölzern vornehmlich Xylane und bei Nadelhölzern vornehmlich Mannane - und der
größte Teil des Lignins in Lösung, ohne daß von der Cellulose nennenswerte Mengen niedermolekularer Produkte abgespalten
werden. Es ist weiterhin ein großer Vorteil und konnte vom Fachmann nicht erwartet werden, daß dabei die Xylane bzw.
Mannane zu den entsprechenden monomeren Zuckern gespalten werden und das Lignin weitgehend reaktionsfähig und in organischen
Lösungsmitteln löslich bleibt. Wenn der Aufschluß in Gegenwart von Säure erfolgt, ist Aceton als Lösungsmittel
besonders geeignet. Dies gilt besonders für den Aufschluß von Nadelhölzern. Aceton ist von den Ketonen als Lösungsmittel
auch deshalb bevorzugt, weil es besonders leicht zugängLich
ist. Es können aber auch andere niedere aliphatische Ketone, z.B. Methyläthylketon oder Acetylaceton eingesetzt werden.
Der Ausdruck "niedere" im Sinne der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf aliphatische Kohlenwasserstoffreste bei
Alkoholen mit 1 bis 6, bevorzugt 1 bis 4, besonders bevorzugt 2 oder 3 und bei Ketonen mit 2 bis 6 bevorzugt 2 bis 4,
besonders bevorzugt 2 oder 3 Kohlenstoffatomen. Von den Alkoholen werden Äthylalkohol und Isopropanol und von den
Ketonen Aceton besonders bevorzugt.
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Gemäß dem Verfahren der Erfindung werden die pflanzlichen Rohstoffe in der Stufe a) einem hier als "Voraufschluß"
bezeichneten Aufschluß unterworfen. Auch dieser Voraufschluß kann in einem Gemisch aus etwa gleichen Volumenteilen
Wasser und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen durchgeführt werden wie der Hauptaufschluß. Dabei
können je nach Rohstoff dem Lösungsmittelgemisch geringe Mengen Säure zugegeben v/erden, wodurch die Aufschlußdauer
vermindert wird. Der Voraufschluß kann jedoch durch Zugabe von Puffersalzen, v/ie Phosphatsalze auch bei pH-Werten von
A bis 8, zweckmäßig 4 bis 7 durchgeführt v/erden. In diesem
Fall erfolgt das Herauslösen von leicht löslichen Verunreinigungen
langsam und sehr schonend und ist daher über die Aufschlußzeit sehr gut steuerbar. In diesem Fall ist es
aber besonders vorteilhaft, bei dem darauffolgenden Hauptaufschluß mit Säurezusatz zu arbeiten, da sonst die Hemicellulosen
unzureichend oder zu langsam aus dem vorbehandelten Rohstoff herausgelöst werden.
Der VoraufSchluß kann gegebenenfalls auch mit Dampf gegebenenfalls
unter Druck erfolgen, wie dies im einzelnen in den DT-OS 2 732 289 und 2 732 327 beschrieben ist.
Diese Durchführung des Voraufschlusses vor dem eigentlichen Hauptaufschluß ist ein wesentliches Merkmal der vorliegenden
Erfindung. Überraschenderweise wird dadurch erreicht, daß die durch Abbau der Hemicellulosen erhaltenen Monosaccharide,
z.B. die Xylose in beträchtlich verbesserter Reinheit bei sonst einfacher Verfahrensdurchführung erhalten werden. Außerdem
fällt auch das Lignin in reinerer Form an und in mehr pulveriger Form, so daß die Abtrennung erleichtert wird.
Der Voraufschluß mit Lösungsmittel-Wasser-Gemischen wird bei etwas milderen Bedingungen als der Hauptaufschluß durchgeführt. Geeignet sind Temperaturen im Bereich von 100
bis 1900C, vorzugsweise im Bereich von 150 bis 180°C. Die
Behandlungszeit beträgt zweckmäßig 4 Stunden bis 5 Minuten, bevorzugt 60 bis 10 Minuten.
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Wird dem Lösungsmittel-Wasser-Gemisch 0,001 bis 1 N mineralische
oder organische Säure hinzugefügt, so ergeben sich wesentlich kürzere Behandlungszeiten und zwar auch wesentlich
unter 5 Minuten. Die Behandlungszeiten bei Verwendung von Puffersalzen liegen in dem oben angegebenen Rahmen.
Wesentlich ist, daß Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß von der im pflanzlichen Rohstoff enthaltenen
Hauptkomponente der Hemicellulosen, insbesondere
von den Xylanen weniger als etwa 10 Gew.%, vorzugsweise
weniger als etwa 5 Gevr.% gespalten werden und in Lösung gehen, dagegen aber die ohne chemischen Abbau löslichen Bestandteile
und die Spaltprodukte derjenigen Stoffe gelöst werden, die bei Bedingungen chemisch abgebaut werden, bei
denen die Hauptkomponente der Hemicellulosen, insbesondere die Xylane, im genannten Umfang noch nicht gespalten werden
und in Lösung gehen. Die Bedingungen können in Abhängigkeit von den jeweils gewählten pflanzlichen Rohstoffen schwanken,
und die jeweils optimalen Bedingungen im Sinne der obigen Ausführungen können vom Fachmann an Hand einfacher Versuche
leicht ermittelt werden.
Danach wird der von der Lösung abgetrennte Rückstand erneut mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen Wasser
und organischem Lösungsmittel dem eigentlichen Hauptaufschluß unterworfen. Die Temperaturen liegen zweckmäßig im Bereich
von 170 bis 21O0C, vorzugsweise von 180 bis 2000C, während
die Reaktionsdauer im Bereich von 180 bis 10 Minuten, vorzugsweise im Bereich von 30 bis 70 Minuten liegt. Werden dem
Lösungsmittel-Wasser-Gemisch mineralische oder organische Säuren zugegeben, so müssen die Behandlungszeiten kurzer ge
halten werden, um zu vermeiden, daß die gewünschten entstehenden Zucker, insbesondere die Xylose, zersetzt werden
und die Cellulose bereits stärker angegriffen wird. Temperatur und Dauer der Behandlung werden in jedem Fall so gewählt, daß
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insbesondere die Xylane möglichst vollständig zu in dem angewandten
Lösungsmittelgemisch löslichen Xylanbruchstücken und/ oder zu Xylose gespalten werden, daß also im Faserstoff nach
Möglichkeit keine unter Einwirkung von organischem Lösungsmittel und Wasser spaltbaren Hemicellulosen und ebenso kein
Lignin zurückbleiben. Der Rückstand soll also möglichst reine Cellulose sein.
Zur Gewinnung besonders reiner Hemicellulosebruchstücke einerseits
und andererseits reiner Cellulose hat es sich bei vielen pflanzlichen Rohstoffen als vorteilhaft erwiesen, nach dem
Hauptaufschluß eine weitere einem Hauptaufschluß mit Säurezusatz entsprechende Behandlung des Faserstoff-Rückstandes des Hauptauf
Schlusses durchzuführen. Dabei sollen Restgehalte an Hemicellulosen und Ligninen und falls gewünscht, amorphe Anteile
der Cellulose entfernt werden.
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Nach Beendigung des Hauptaufschlusses ist darauf zu achten, daß vor der Abtrennung der Faserstoffe aus der Aufschlußlösung
keine wesentlichen Mengen des organischen Lösungsmittels entzogen werden, da mit zunehmendem relativen V/asseranteil in
der Lösung zunehmend das wasserunlösliche Lignin ausfällt, das sich dann auf dem Faserstoff niederschlagen würde. Die
gleiche Tendenz zeigt sich beim Abkühlen der Aufschlußlösungen. Es ist demnach vorteilhaft, das Abfiltrieren der Faserstoffe von
der Aufschlußlösung bei höheren Temperaturen, gegebenenfalls unter Druck, durchzuführen und unter diesen Bedingungen gegebenenfalls
auch das Nachwaschen der Faserstoffe mit frischer Aufschlußlösung durchzuführen.
Je nach Zielsetzung kann die Nachwäsche mit Wasser oder organischen
Lösungsmitteln oder ihren Mischungen oder auch schwacher Lauge durchgeführt werden oder unterbleiben. Bei einer
Nachwäsche mit frischer Aufschlußlösung kann die Lösung für den nächsten Aufschluß (Hauptaufschluß) verwendet oder wie die Aufschlußlösung
zur Gewinnung der Xylanspaltprodukte und des Lignins aufgearbeitet werden (siehe weiter unten). Der Einsatz
der Nachwaschlösung für den (Haupt)-Aufschluß kann für einige Rohstoffe vorteilhaft sein. Die Nachwaschlösung besitzt nämlich
bereits den für das Herauslösen des Xylans bzw. anderer Hemicellulosen und des Lignings optimalen pH-Wert. Somit bestehen
in dem Reaktionsgemisch von Anfang an optimale Aufschlußbedingungen. Je nach Zusammensetzung der Nachwaschlösung und
in Abhängigkeit von den Eigenschaften des eingesetzten Rohstoffes können die Reaktionsdauer und/oder die Reaktionstemperatur
vermindert werden.
Beim Nachwaschen der Faserstoffe mit heißen Lösungsmitteln oder
Lösungsmittel-Wasser-Gemischen wird insbesondere vermehrt Lignin
aus den Faserstoffen gelöst. Wenn die Ligningewinnung eine untergeordnete Rolle spielt, besteht die Möglichkeit, die nach
dem Aufschluß im Faserstoff verbliebenen löslichen Xylanspalt-
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-4*
produkte durch eine Nachwäsche mit Wasser, möglichst in heißem Zustand, zu gewinnen. Beim Nachwaschen der Faserstoffe mit schwach
alkalischen wässrigen Lösungen werden sowohl das Lignin als auch Xylan und Xylanbruchstücke sehr weitgehend und schnell in Lösung
gebracht. Zudem zeigen bei schwierig aufzuschließenden Rohstoffen die so behandelten Faserstoffe häufig höhere Verdaulichkeitswerte.
Auf das Nachwaschen mit Lösungsmittel-Wasser-Gemischen oder Wasser kann auch verzichtet werden, wenn die Herstellung von
Faserstoffen z.B. für Viehfutterzwecke das vornehmliche oder ausschließliche Produktionsziel ist und ausreichend scharfe
Aufschlußbedingungen zur Anwendung kommen.
Werden gemäß der Erfindung an xylanreiche Rohstoffe angepaßte optimale Aufschlußbedingungen gewählt, so erhält man bei Aufschlüssen
ohne Zusätze von mineralischen oder organischen Säuren nach Abtrennung der Faserstoffe in den Aufschlußlösungen
Xylanbruchstücke in hoher Reinheit und Konzentration, die vornehmlich als Oligo- und Polysaccharide vorliegen. Diese können
zur Gewinnung von Xylose vor Abtrennen des Lösungsmittels und des Lignins in einer dem Hauptaufschluß unter Zugabe von Säure
entsprechenden Weise hydrolysiert werden. Entsprechend kann verfahren werden, wenn bei Aufschlüssen mit Säure neben den monomeren
noch geringe Mengen dimerer und oligomerer Zucker in der vom Faserstoff abgetrennten Aufschlußlösung vorliegen.
Nach einer anderen Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung
können die oben genannten Xylanbruchstücke aus der vom Faserstoff getrennten Aufschlußlösung durch Zusatz von Lösungsmittel,
wie Äthanol, ausgefällt und abgetrennt werden. Sie fallen nach dieser Verfahrensvariante in sehr reiner Form an.
Es ist außerordentlich überraschend, daß diese Xylane und Xylanbruchstücke nach Hydrolyse praktisch reine Xylose frei von
4-0-Methylglucuronsäure ergeben. Die nach Abtrennen der Xylane
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und Xylanbruchstücke erhaltene Lösung kann wie nachstehend beschrieben weiter verarbeitet werden. Die Entfernung des
organischen Lösungsmittels aus der Reaktionslösung erfolgt z.B. durch Abblasen aus der überhitzten Lösung oder durch
Destillation kühlerer Lösungen. Dies dient einmal der Wiedergewinnung des Lösungsmittels und zum anderen der Abtrennung
des Lignins. Gemäß der Erfindung erfolgt die Rückgewinnung des organischen Lösungsmittels vorzugsweise durch Vakuumdestillation
der im Wärmeaustausch auf etwa 40°C abgekühlten Reaktionslösungen, da bei dieser Temperatur das wasserunlösliche
Lignin in pulveriger Form anfällt und mit vergleichsweise einfachen Mitteln, z.B. durch Filtration, abgetrennt
werden kann, während bei hohen Temperaturen das Lignin meist in Form schmieriger bis zäher oder zusammengebackener Massen
gefällt wird.
Gemäß der Erfindung ist es von besonderem Vorteil, daß das gefällte Lignin weniger schmierig und mehr pulverig anfällt,
wenn dem Hauptaufschluß ein Voraufschluß vorausging.
Es soll hier aber betont werden, daß, ganz gleich, in welcher Form das Lignin erhalten wird, die nach Entfernung der organischen
Lösungsmittel verbleibenden wässrigen Phasen bei richtig gewählten Aufschlußbedingungen hellfarbig sind, d.h.
nur noch geringe Mengen an Lignin-ähnlichen Produkten enthalten.
Die Aufschlußlösungen enthalten je nach Schärfe der Aufschlußbedingungen
unterschiedliche Prozentsätze Furfurol. Dieses Furfurol stellt ein wertvolles Nebenprodukt dar. Es ist überraschend,
daß Furfurolmengen von etwa 1 bis 3 Gew.96, bezogen
auf den pflanzlichen Rohstoff, gewonnen werden können, ohne daß eine merkliche Minderung der Ausbeute an Xylose eintritt.
Werden gemäß der Erfindung an den Rohstoff angepaßte optimale
Aufschlußbedingungen gewählt, so erhält man die Xylanspalt-
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produkte in den wässrigen Phasen der Aufschlußlösungen in hoher Reinheit und Konzentration. Sofern die Xylanspaltprodukte
nicht bereits in Form von Xylose vorliegen, wie dies bei Aufschluß unter Zusatz von Säure oder der Hydrolyse der
Aufschlußlösung vor Abtrennen des Lösungsmittels und des Lignins der Fall ist, ißt es bei der Weiterverarbeitung zu
Xylose zweckmäßig, eine saure Hydrolyse ohne Vorreinigung der Lösung durchzuführen, da unter dem Einfluß von Säure
nicht nur die Hydrolyse der Xylanspaltprodukte erfolgt, sondern gleichzeitig eine Umwandlung wasserlöslicher Verunreinigungen
in wasserunlösliche Produkte, die von den Hydrolysäten
sehr einfach durch Filtration abgetrennt werden können.' Es ist von besonderem Vorteil, daß die Hydrolyse und die Entfernung
von Verunreinigungen in einem Arbeitsschritt erfolgen können, und es ist weiterhin von besonderem Vorteil, daß
die Hydrolyse der gernäß dem Verfahren der Erfindung erhaltenen Xylanspaltprodukte als niedrigmolekulare Zucker in den wässrigen
Phasen unter wesentlich milderen Bedingungen, z.B. unter Verwendung geringerer Säurekonzentrationen, vorgenommen v/erden
kann als eine Hydrolyse der Xylane im Zellverband der pflanzlichen
Rohstoffe, d.h. einer Hydrolyse von z.B. Holz oder Stroh. Der Anteil der Xylose an den Gesamtkohlehydraten der
Hydrolysate beträgt im Mittel 85 % und die Konzentration der Xylose in den Lösungen etwa 4 bis 9 %»
Gemäß der Erfindung wird nach Abtrennen des organischen Lösungsmittels
und des Lignins und Durchführung der Hydrolyse eine wässrige Lösung erhalten, die im wesentlichen nur Xylose enthält.
Diese Xylose kann aus dieser Lösung in an sich bekannter Weise isoliert werden, wenn sie als solche gewünscht v/ird.
Sonstige in der Lösung enthaltene Zucker, insbesondere Glucose, können leicht beim Umkristallisieren entfernt werden, da sie
nur in geringer Menge vorliegen.
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Wenn gewünscht ist, daß aus der Xylose Xylit hergestellt wird,
ist es zweckmäßig, das Hydrolysat zunächst z.B. über Ionenaustauscher zu reinigen. Am Anionenaustauscher werden sowohl
die 4-0-Methylglucuronsäure als auch die bei der sauren
Hydrolyse'verwendete Säure gebunden, wogegen Xylose die Austauschersäule
frei passieren kann (vgl. K.DORFNER: Ionenaustauscher, Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 1970, S. 267,
M.SINNER, H.H. DIETRICHS und M.H. SIMATUPANG., Holzforschung
26 (1972), 218-228). Überraschenderweise ist der Gehalt an 4-0-Methylglucuronsäure im Hydrolysat beim Verfahren gemäß
der Erfindung außerordentlich gering.
Eine besondere Zielsetzung des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, daß die gemäß dem obigen Verfahren erhaltene
gereinigte Xylose durch vorzugsweise katalytische Hydrierung in bekannter Weise zu Xylit weiterverarbeitet wird (vgl.
DT-OS 2 536 416 und 2 418 800, DT-AS 2 005 851 und 1 066 567, DT-OS 1 935 934 und FR-PS 2 047 193). Bei dieser Ausführungs
form wird also aus den einen hohen Xylangehalt aufweisenden pflanzlichen Rohstoffen in einem wirtschaftlichen Verfahren
in einfacher Weise in hochreiner Form Xylit hergestellt (vgl. DT-AS 1 066 568) unter gleichzeitiger Gewinnung weiterer
wertvoller Produkte.
Die in den wässrigen Phasen enthaltenen Xylanspaltprodukte ebenso wie die daraus erhältliche Xylose können auch zu Furfurol
umgesetzt werden. Es ist hierzu nicht erforderlich, daß die Xylose zunächst in reiner Form abgetrennt wird. Entsprechendes
gilt z.B. für die Verwendung der Xylose als Substrat zur Herstellung von Protein.
Es ist bekannt und vorhergehend bereits erwähnt worden, daß nach solchen Verfahren gewonnene Faserstoffe zur Herstellung
von Papieren dienen können. Diese Art der Verwendung wird durch Aufschlußbedingungen gemäß der Erfindung nicht beein-
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-γι-
trächtigt. Nach dem Verfahren der Erfindung können sowohl Laubhölzer und Einfahrespflanzen als auch die nach bisher
bekannten Aufschlußverfahren mit Lösungsmittel-Wasser-Gemischen nicht oder nur schlecht aufschließbaren Nadelhölzer wie
Kiefer, Douglasie und Fichte zur Papierzellstofferzeugung eingesetzt werden. Für die Nadelhölzer sind hierfür besonders
geeignet Aceton-Wasser-Gemische oder Acetylaceton-Wasser-Gemische
von 60:40 bis 40:60 mit mineralischer oder bevorzugt organischer Säure. Bei Verwendung von mineralischen Säuren
soll die Konzentration bezogen auf das Gesarnt.volui.ien der Aufschlußlösung
bevorzugt 0,005 bis 0,1 N und bei organischen Sauren 0,01 bis 1 N Säure betragen.
Eine andere, besonders vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens
besteht darin, daß man den erhaltenen Faserstoff-Rückstand, der zum überwiegenden Teil aus Cellulose besteht,
einer sauren oder enzymatischen Hydrolyse unter Herstellung von Glucose unterwirft. Dieses Verfahren ist im einzelnen
in der DT-OS 2 732 289 beschrieben. Da der gemäß der Erfindung erhaltene Faserstoff einen außerordentlich hohen Reinheitsgrad
aufweist, d.h. an Kohlehydraten vorwiegend Cellulose enthält, entsteht bei der Hydrolyse praktisch nur Glucose
in ganz ausgezeichnter Ausbeute. Da weiterhin durch den Aufschluß gemäß der Erfindung große Anteile des Lignins gelöst
wurden, kann der so gewonnene Faserstoff auch enzymatisch in hoher Ausbeute zu Glucose umgewandelt werden, während z.B.
Holz enzymatisch nicht zu verzuckern ist. Die Aufarbeitung der Hydrolyselösungen kann in bekannter Weise unter Gewinnung
von Glucose erfolgen.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des Aufschlusses mit angesäuerten Lösungsmittel-Wasser-Gemischen gemäß der
Erfindung besteht darin, die Aufschlußbedingungen - insbesondere die Temperatur - bevorzugt 180 bis 2000C -, die Behandlungsdauer
- bevorzugt 5 bis 30 Minuten- und die Acidität - bevorzugt 0,01 bis 0,1 N Mineralsäure = - so
zu steuern, daß der Faserrückstand die kristalline Cellulose
des pflanzlichen Rohstoffs weitgehend vollständig und ohne
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größere Anteile an Hemicellulosen und/oder Lignin enthält, also eine kristalline Cellulose hoher Reinheit gewonnen wird.
der Polymerisationsgrad der Cellulose kann im Bereich von 50 bis 900 durch die Aufschlußbedingungen in Abhängigkeit
vom pflanzlichen Rohstoff gesteuert werden. Diese reinen kristallinen Produkte können z.B. als mikrokristalline Cellulose
oder für die Herstellung von Kunstseide Verwendung finden.
Eine andere besonders vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens
gemäß der Erfindung besteht darin, die Cellulose erneut mit einem Lösungsmittel-Wasser-Gemisch und bevorzugt
-mineralischer Säure, bevorzugt von 0,01 bis 0,1 N Säure bezogen
auf das Gesamtvolumen, bevorzugt bei 180 bis 2100C 5 bis 60 Minuten zu behandeln.
Die Aufschlußbedingungen sollen so gewählt werden, dab die Cellulose nahezu vollständig zu Glucose gespalten wird.
Hierbei ist die Verweildauer der Reaktionslösung kritisch, da aufgrund der hohen Temperatur und des niedrigen pH-Werts
der Reaktionslösung die aus der Cellulose entstandene Glucose zu 5-Hydroxymethylfurfurol und zu unerwünschten Abbauprodukten
weiter reagieren kann. Daher hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Behandlung stufenweise durchzuführen. Dies kann
chargenweise erfolgen, indem in gewissen Zeitabständenbesonders vorteilhaft alle 3 bis 15 Minuten, ilie Reaktionslösung
abgetrennt und durch frische Lösung ersetzt wird bis der Faserstoff vollständig - insbesondere zu Glucose - hydrolysiert
ist.Hierbei ist es besonders vorteilhaft, Heizsysteme einzusetzen, die eine rasche und gleichmäßige Aufheizung gewährleisten.
Die stufenweise Hydrolyse der Cellulose zu Glucose nach dem Verfahren der Erfindung kann auch in einem
kontinuierlich arbeitenden System erfolgen. Hierbei ist es erforderlich, daß die Verweildauer oder die Durchflußgeschwindigkeit
der Lösung im Reaktionsraum genau gesteuert werden kann. Die nach Abtrennen des Lösungsmittels in der
wässrigen Phase der Reaktionslösung in hoher Ausbeute und
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Reinheit enthaltene Glucose kann nach Abfiltrieren geringer fester Verunreinigungen und gegebenenfalls nach Entfernen
der Säure in an sich bekannter Weise in kristalliner Form gewonnen, zu Sorbit reduziert, zu Alkohol vergoren, als Nährmedium
für Mikroorganismen oder als Futtermelasse eingesetzt werden.
Je nach Schärfe der Aufschlußbedingungen werden, wie bereits erwähnt, unterschiedliche Mengen der aus der Cellulose entstandenen
Glucose zu 5-Hydroxymethylfurfurol umgesetzt. Diese Substanz stellt ein wertvolles Nebenprodukt dar, das aus den
Kondensaten und bei Aufarbeitung der wässrigen Phasen der Reaktionslösungen in der Regel in Mengen von 2 bis 6 %,
bezogen auf den eingesetzten Rohstoff, gewonnen werden kann.
Ein anderes, besonders vorteilhaftes Anwendungsgebiet des gemäß der Erfindung gewonnenen Faserstoffes liegt in der Verwendung
als Futtermittel für Wiederkäuer. Nicht nur schwächer lignifizierte Rohmaterialien, wie Stroh, sondern auch die
stärker lignifizierten Laubhölzer und die stark lignifizierten Nadelhölzer liefern Faserstoffe, die sämtlich höhere Verdauungswerte
am Rind ergeben, als gute Heuqualitäten. Eine größere Zahl von Rohstoffen kann bei gesteuertem Aufschluß
in Faserstoffe umgewandelt werden, deren Verdaulichkeit über 90 % liegt. Besonders vorteilhaft ist, daß die von der Reaktionslösung
abfiltrierten Faserstoffe direkt, d.h. ohne Nachwäsche oder sonstige Bearbeitung verfüttert werden können,
da die auf den so gewonnen Faserstoffen niedergeschlagenen, an sich löslichen Kohlehydrate den Nährwert des Pro
dukts erhöhen.
Ein wesentlicher technischer Fortschritt des Verfahrens der Erfindung liegt darin, daß keine umweltschädlichen Chemikalien verwendet werden, daß die eingesetzten Chemikalien in
sehr geringer Konzentration verwendet werden und alle Kompo-
- 21 -
909809/0184
nenten der eingesetzten pflanzlichen Rohstoffe einer wirtschaftlichen
Verwendung zugeführt v/erden.
Lufttrockene Holzschnitel von etwa 2x2x6 mm Größe oder feingehäckseltes
Stroh wurden in genauer Einwaage (Feuchtigkeit parallel bestimmt) in Mengen um 5 g - für Stroh um 3 g ~
mit 30 ml einer Mischung von Äthanol und Wasser im Volumenverhältnis
1:1 im Kleinautoklaven behandelt. Die Temperaturen und Zeiten sind der nachfolgenden Tabelle (Nr. 1) zu entnehmen.
Längere Aufheiz- und Abkühlzeiten konnten dadurch vermieden werden, daß der Autoklav nach Füllung und Verschluß in ein
entsprechend temperiertes Ölbad eingebracht wurde und nach Ablauf der Reaktionszeit in einem kalten Ölbad schnell abkühlen
konnte. Teilweise wurden VoraufSchlüsse durchgeführt (a-Serien, siehe Tabelle 1). In diesen Fällen wurde nach Beendigung
des ersten Aufschlusses das Lösungsmittelgemisch von den Feststoffen abfiltriert und durch frisches LÖsungsmittelgemisch
ersetzt. Nach Beendigung der Hauptaufschlüsse wurde der Feststoffanteil durch Filtrieren von der Reaktionslösung getrennt
wasser
und mit frischem LösungsmitteBg"emisch so lange nachgewaschen, bis das Filtrat klar ablief. Der Faserstoff wurde sodann im Klimaraum (200C, 65 % rel. Luftfeuchtigkeit) getrocknet, wobei sich im Mittel ein Feuchtigkeitsgehalt der Stoffe von 10 % einstellt. Unter Berücksichtigung dieses Faktors wurde die Ausbeute berechnet. Die vereinigten Reaktions- und Nachwasch- lösungen wurden einer Vakuumdestillation bei 40 bis 50°C unterzogen, bis der in der Lösung vorhandene Äthanol entfernt war. Die Restlösung wurde mit Wasser auf genau 100 ml aufgefüllt, und das ausgefallene Lignin durch Dekantieren abge- Λ trennt, getrocknet und gewogen. Zu diesem Wiegewert hinzugezogen wurde der Hydrolyserückstand (etwa), der bei der Totalhydrolyse der wässrigen Lösung ausfiel. Die Totalhydrolyse erfolgte nach den Angaben von I.J. Saeman, W.E. Moore,
und mit frischem LösungsmitteBg"emisch so lange nachgewaschen, bis das Filtrat klar ablief. Der Faserstoff wurde sodann im Klimaraum (200C, 65 % rel. Luftfeuchtigkeit) getrocknet, wobei sich im Mittel ein Feuchtigkeitsgehalt der Stoffe von 10 % einstellt. Unter Berücksichtigung dieses Faktors wurde die Ausbeute berechnet. Die vereinigten Reaktions- und Nachwasch- lösungen wurden einer Vakuumdestillation bei 40 bis 50°C unterzogen, bis der in der Lösung vorhandene Äthanol entfernt war. Die Restlösung wurde mit Wasser auf genau 100 ml aufgefüllt, und das ausgefallene Lignin durch Dekantieren abge- Λ trennt, getrocknet und gewogen. Zu diesem Wiegewert hinzugezogen wurde der Hydrolyserückstand (etwa), der bei der Totalhydrolyse der wässrigen Lösung ausfiel. Die Totalhydrolyse erfolgte nach den Angaben von I.J. Saeman, W.E. Moore,
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R.L. Mitchell und Μ.Α. Millet. TAPPI 37(1954), 336-343. Ira Hydrolysat
wurden die Zucker quantitativ bestimmt. Aliquote Anteile der Faserstoffe wurden ebenfalls einer Totalhydrolyse unterzogen, und in den Hydrolysaten die Zucker quantitativ bestimmt. Die Zuckeranalyse erfolgte* im
Biotronik-Autoanalyzer nach einen; Verfahren, das im einzelnen in der
am 17.12.197.6 eingereichten deutschen Patentanmeldung mit dem Titel: "Farb-Reagenz und Verfahren zur automatischen Zucker-Chromatographie"
derselben Anmelderin beschrieben ist ( P 26 57 516.6). Die Untersuchungsergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt. Einige Chromatogramme sind in
der Abbildung am Ende dargestellt. Einige der durch Vakuumdestillation erhaltenen wässrigen und alkoholischen Phasen von vereinten Reaktion;»-
und Nachwaschlösungen wurden auf Furfurol quantitativ untersucht. Die
Furfurolbftstimmung erfolgte durch Messung der Lichtabsorption des Eluats
der Trennsäule mittels eines Durchflußphotometers bei 280 nm,bevor dem
Säuleneluat das Farbreogenz zur Bestimmung der Zucker zugegeben wurcia.
Dieses Verfahren ist im einzelnen in der am 16.7. 1977 eingereichten
deutschen Paterfanineldung mit dem Titel: "Verfahren zur automatischen
Trennung und quantitativen Bestimmung von Furfurolen und/oder niederen aliphatischen Aldehyden gegebenenfalls im Gemisch mit Zuckern" derselben
Anmelderin beschrieben ( P 27 32 288.9). Beispiele für den Furfurolgehalt wässriger Phasen sind in den Tabellen 3,6 und 7 (Beispiel 7 und 10)
und in der Abbildung am Ende dargestellt.
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co co
OO
co
| Tabelle 1 | Aufschluß bedingungen Temp. Zeit 0C Min. |
65 | Gelöste "Lignin"^, bez. Roh stoff |
Gelöste hydrate Gesamt % bez.Rohr stoff |
Kohle- XyIose % bez. ge löste KJi. |
Gesamt % bez. Roh stoff |
Faserstoffrückstände Hydrolyse- Zucker % • Rückstand bez. Gesamt-KH % bez. Glucose Xylose Faserstoff |
84 | 15 |
| Rohstoff | 190 | 20 | 11,5 | 13,1 | 82 | 61,5 | 24 | _ | _ |
|
1. Rotbu
che |
170 | 65 | 2,2 | 1,2 | 33 | 93,4 | _ | 86 | 12 |
| 2a. » | 190 | • 65 | 13,8 | 15.0 | 86 | 55,7 | 21 | 85 | 13 |
| 2b. » | 200 | 25 | 24,1 | 12,5 | 79 | 51,7 | 19 | _ | _. |
| 3. Birke | 170 | 50 | 2,8 | 2,5 | 5Z, | — | — | 86 | 13 ' |
| 4a. » | 190 | 65 | 14,2 | 18,2 | 86 | 53,0 | 13 | 91 | 8 ^ |
| 4b. " | 200 | 25 | 17,1 | 14,9 | 67 | 48,3 | 19 | - | |
| 5. Eiche | 160 | 50 | 3,4 | 4,8 | 30 | - | — | 91 | 8 |
| 6a. » | 190 | 25 | 10,2 | 14,8 | 81 | 64,9 | 11 | ||
| 6b. " | 160 | 50 | 3,3 | 1,5 | 19 | 86 | 13 | ||
| 7. Weizen stroh 8a. « |
190 | 11,1 | 18,5 | 8,0 | 46,9 | 22,0 | |||
| 8b. " | |||||||||
IVJ
.p·
OO
Jeweils etwa 3 g der genau eingewogenen, lufttrockenen
(Feuchtigkeit parallel bestimmt), gemäß Beispiel 1 gewonnenen Faserstoffe wurden in Polyesternetzgewebebeutel eingenäht und
für 48 Stunden in den Pansen fistulierter Rinder eingebracht. Anschließend wurden die Beutel mit Inhalt gut gewaschen und
getrocknet. Durch Zurückwägen erfolgte die Bestimmung der Abbauwerte im Pansen.
Faserstoffe Abbau im Pansen
(nach Bei sp i_el Ij = Verdaulichkeit
Rotbuche 1 84
Birke 4b 98
Eiche 6b 99
Jeweils etwa 200 mg der genau eingewogenen, lufttrockenen (Feuchtigkeit parallel bestimmt), gemäß Beispiel 1 gewonnenen
Faserstoffe wurden mit 25 mg einer durch Dialyse und anschließende Gefriertrocknung aus dem Enzym-Handelspräparat
Onozuka SS (iLL Japan Biochemical Co., Nishinomiya, Japan) gewonnenen Produkts in 5 ml 0,1 m Natriumacetatpuffer pH 4,8
in verschlossenen Erlenmeyerkolben bei 46°C im Schuttelwasserbad
inkubiert. Die Lösungen waren gegen Mikroorganismenbefall mit ThimerSsal versetzt (28 mg/1). Zur Kontrolle wurden Proben
ohne Enzymzusatz inkubiert. Nach 24 Stunden Inkubation wurde der verbliebene Rückstand durch Absaugen über eine Fritte
abgetrennt und nach Trocknung gewogen. Zusätzlich wurde der Abbau durch quantitative Zuckeranalyse der Abbaulösungen ermittelt.
Letztere Werte lagen etwa 10 % höher als die gravimetrisch bestimmten Werte. Dies erklärt sich aus der Wasseranlagerung
bei der Hydrolyse von Polysacchariden zu Monosacchariden.
- 25 -
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Faserstoffe (nach Beispiel 1)
Zucker im Hydrolysat (%) bez. Faserstoffe
Zuckerzusammensetzung im Hydrolysat X%)
Glucose Xylose
| Rotbuche 1 | 48 |
| Birke 4b | 85 |
| Eiche 6b | 89 |
| Weizenstroh 8b | 84 |
84 86 91 87
15
13
13
Beispiel 4: Vergleichende saure Hydrolyse von Xylanspaltprodukten und Holz
Zu 20 inl einer nach Beispiel 1 aus Birkenholz (Probe 4b)
gewonnenen wässrigen Phase, die etwa 70 mg an Xylan und Xylanspaltprodukten
enthielt, wurde konz. H2SO^ zugegeben, so daß
die Lösung insgesamt 0,5 % H2SO^ enthielt. Die Lösung wurde in
einem Kolben mit Rückflußkühler gekocht und der Hydrolyseverlauf reduktometrisch (vgl. M. SINNER und H.H. DIETRICHS, Holzforschung
J50 (1976), 50-59) verfolgt. Als Vergleichsversuch wurden 1,8 g Buchenholzspäne (Siebfraktion 0,1 - 0,3 mm) mit
20 ml 0,5 #iger wässriger H2SO^ in einem verschlossenen Kolben
im kochenden Wasserband in gleicher Weise behandelt.
Die gemäß der Erfindung erhaltenen Xylanspaltprodukte waren nach 20 Minuten zu knapp 70 % und nach 2 Stunden vollständig hydrolysiert.
Aus dem Holz, das bekanntlich rund 28 % Xylan enthält, waren nach 1/2 Stunde 3 %t nach 3 Stunden 8 % und nach 9 Stunden
knapp 10 JN> reduzierende Zucker, zum größten Teil Xylose, freigesetzt worden.
Bei Anwendung einer HpSO λ-Konzentration von 2,5 96 wurde eine Total
hydrolyse der Xylanspaltprodukte in der wässrigen Phase der Reaktionslösung bereits innerhalb von 45 Minuten erreicht.
- 26 -
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Zu 2 ml einer nach Beispiel 1 erhaltenen wässrigen Phase der Aufschlußlösung von Rotbuche (Probe 2b) wurden 30 mg an
poröses Glas gebundene Xylanase, sowie 30 mg an poröses Glas gebundene ß-Xylosidase zugefügt und bei 40°C im Schüttelwasserbad
inkubiert. Die in der Abbaulösung enthaltenen Xylanspaltprodukte waren nach 15 Stunden total zu Xylose
hydrolysiert worden. Die Xylanspaltprodukte der wässrigen Phase eines Birkenaufschlusses (Probe 4b) konnten in
gleicher Weise hydrolysiert werden. Wasserlösliche Verunreinigungen in der wässrigen Phase beeinträchtigten die enzymatische
Aktivität nicht.
Die trägergebundenen Enzympräparate waren gemäß DT-OS
2 643 800.6 (Verfahren zur Herstellung von Xylose durch enzymatische Hydrolyse von Xylanen) hergestellt worden.
Die Bestimmung der Kohlehydratzusarnmensetzung in der Abbaulösung
erfolgte durch quantitative Zuckeranalyse am Biotronic-Autoanalyzer
(vgl. M-SINNER, M4H. SIMATUPAN und H.H.
DIETRICHS, Wood Science and Technology 9 (1975), S. 307-322),
Lufttrockene Holzschnitzel wurden entsprechend Beispiel 1 mit Mischungen aus Äthanol, Aceton oder Isopropanol und
Wasser oder wässriger Pufferlösung im gleichen Volumenverhältnis behandelt. Die Pufferlösung enthielt 0,3 M K H2 PO,
K2H PO, und besaß einen pH-Wert von 7. Die Werte in der
Tabelle zeigen, daß über Dauer oder die Temperatur der Behandlung die Entfernung von im darauffolgenden Hauptaufschluß
(nicht dargestellt) unerwünschten Zuckern und Verunreinigungen gesteuert werden kann. Einige Chromatogramme
und Zuckeranalysen sind in den Abbildungen am Ende dargestellt. - 27 -
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CO CD O CO
| Rohstoff | Lösungsmittel | Aufschlußbedingungen wässrige Temperatur Phase 0C |
170 | Zeit min |
Gelöste phenolische Substanzen bez. Rohstoff % |
Gelüste Kohlenhydrate bsz. Rohstoff Gesamt Xylose Mannose % % % |
0,1 | 0,7 | Ausbeute an behan deltem Rohstoff bez.Rohstoff % |
Co |
| Buche | Äthanol | Puffer | 180 | 35 | 2,8 | 0,6 | 0,02 | 91,9 | 89,2 ^ | |
| Buche | Äthanol | Puffer | 190 | 35 | 3,8 | 1,8 | 1,7 | 86,6 | 83,9 | |
| Buche | Äthanol | Puffer | 180 | 35 | 6,1 | 3,0 | 0,6 | 77,3 | 90,C | |
| Buche | Isopropanol | Puffer | 170 | 35 | 4,8 | 1,6 | 0,4 | 90,4 | 94, £ | |
| Buche | Äthanol | Wasser | 160 | 20 | 2,2 | 1,2 | 0,02 | 89,0 | ||
| Eiche | Aceton | Wasser | 160 | 10 | 2,0 | 1,0 | 1,4 | |||
| Eiche | Äthanol | Wasser | 170 | 25 | 3,4 | 4,8 | 1,3 | |||
| Birke | Äthanol | Wasser | 160 | 25 | 2,8 | 2,5 | 0,3 | |||
| Birke | Aceton | Wasser | 170 | 30 | 1,8 | 0,9 | ||||
| Fichte | Äthanol | Wasser | 170 | 20 | 2,9 | 1,8 | ||||
| Fichte | Aceton | Wasser | 15 | 2,1 | 0,6 | |||||
Beispiel 7: Aufschluß mit Säure
Feuchter llichenholr.-.Stoff, der von 5,4 g lufttrockenen Eichenholzspänen
(entsprechend 5,0 g atro, Spangröße: 2x2x6 mm) durch den Voraufschluß
von 10 min bsi 160 C mit Aceton-Wasser erhalten worden war (s.Tabelle 2,
Beispiel 6) wurde mit 29 ml Aceton-Wasser (VolumenverhBltnis. 1:1), das
0,025 N Salzsäure enthielt, entsprechend Beispiel 1 5 min bei 200 C behandelt,
der Faserrückstand gewaschen und die Lösung aufgearbeitet. Noch
Entfernen des Acetons durch Vakuumdestillation und Abfiltrieren des dabei
ausgefallenen Lignins, viurde eine klare, hell-bräunlich-gelbe Lösung
erhalten. Diese Lösung wurde ohne weitere Behandlung und nach zusätzlicher Totalhydrolyse entsprechend Beispiel 1 im Biotronik-Autoanalyser auf
Zucker und Furfurcle quantitativ untersucht. Bei der zusätzlichen Hydrolyse
fiel kein Niederschlag aus; die Lösung blieb klar und hellfarben· Die unbchandelte Lösung besaß eine Konzentration an monomeren Zuckern von
6,9 %. Die zusätzliche Hydrolysebehandlung erhöhte diesen Wert auf 8,9 %,
wovon 76 % Xylose waren. Furfurol war in der unbehandelten Lösung nur in Spuren nachweisbar. Weitere Analysenwerte sind in Tabelle 3 zusammengestellt.
Alle % Angaben in der Tabelle beziehen sich auf den eingesetzten Rohstoff, d.h. auf das unbehandelte Holz (atro), mit Ausnahme der Anga
ben Über die Reinheit der Xylose ("davon % Xylose")· Von dem erhaltenen
Faserstoff wurde nur ein kleiner aliquoter Anteil (100 mg) zur näherungs weisen Bestimmung der Ausbeute abgenommen, um eine möglichst große Faser
stoffmenge zur Gewinnung von Cellulose und Glucose zur Verfugung zu haben
(Beispiel 9 und 10).
Fichtenholzstoff, der von 6,5 g lufttrockenen Fichtenholzspänen (entsprechend 6,0 g atro, Spangröße 4 χ 8 χ 15 mm) durch den Voraufschluß
von 20 min bei 170 C mit Äthanol-Wasser erhalten worden war (β.Tabelle 2,
Beispiel 6) wurde mit Aceton-Wasser (Volumenverhältnis 1 :1, Flottenverhältnis 1 : 10), das 0,050 N Oxalsäure enthielt, 10 min bei 2000C
aufgeschlossen und ansonsten in der gleichen Weise wie der Eichenholz-
i - 29 -909809/0184
stoff behandelt. Die Analysenwerte enthält Tabelle 3 und ein Chroraatogramm der Zuckeranalyse ist in den Abbildungen am Ende dargestellt.
Tabelle 3: (Haupt-)Aufschluß von Eichen- und Fichtenholz mit angesäuertem
Aceton-Wasser
| Eiche | Fichte | |
| Produkte in wässriger Phase | ||
|
Lignin
abfiltriertes Lignin % HydrolyserUckstand % |
13,5
0,0 |
8,8
0,3 |
|
Kohlenhydrate
monomere Zucker % davon % Xylose davon % Mannose |
20,8
74 |
11,6
34 |
|
monomere Zucker nach
Hydrolyse % davon % Xylose davon % Mannose |
25,8
76 |
17,7
58 |
| Furfurol % | <0,1 | <0,1 |
| (Faseretoff-)RUckstand % | ca. 45 | 65,3 |
- 30 -909809/0184
Aufschlußlösungen bei Verwendung von Aceton und Äthanol als Lösungsmittel
Entsprechend Beispiel 1 wurden jο 5 g lufttrockenes Fichtenholz (Spangrößo: 4 χ 5 χ 15 mm) mit angesäuerten (0,020 N HCl) Mischungen quo
Aceton oder Äthanol und Wasser (Volumenverhciltnis 1 :1) 20 min bei
200 C behandelt. Das Flottonverhältnis betrug 1 :10. Der Faserstoff-
und reinem Lösungsmittel rUckctatid wurde mit Lösuricjsinittel-Wnasc:r-Gemisch (ohne Säure/Vg&waschcn
und getrocknet. Der mit Aceton aufgeschlossene Stoff wer weiß, dor wit
Äthanol aufgeschlossene Stoff hellbraun.
|
27,2
45,5 · |
Lignin Glucose
bez.Faserstoffrückst. |
98,8(92,3^
92,4(85,4^ |
Gesamtkohlenhy
drate |
|
|
Fußnote Tabelle 5
Gewinnung reiner |
1,9
12,5 |
99,8
99,3 |
||
|
Lösungsmittel Ausbeute
bez.Rohstoff |
Cellulose | |||
|
Aceton
Äthanol |
||||
|
1 siehe
Beispiel 9: |
Faserstoffe (1 bis 3 g berechnet atro) von Birken- und Fichtenholz,
die nach Entfernen unerwünschter Substanzen durch den Voraufschluß
(s.Beispiel 6 und 1) und nach Abtrennen des größten Teils der Xylane
und der Lignine durch den Hauptaufschluß mit Äthanol-Wasser (s.Beispiel 1) bzw. mit angesäuertem Aceton-Wasser (s.Beispiel 7) erhalten
worden waren, wurden mit angesäuertem Aceton-Wasser (Volumenverhältnis 1:1) bei 2000C im Autoklaven entsprechend Beispiel 1 behandelt. Das
Flottenverhältnis betrug 1 : 5 bis 1 : 6. Der Eichenfaserstoff wurde
- 31 -909809/0184
zweimal nacheinander in Autoklaven behandelt. Die erhaltenen (gewaschenen) Faserstoffe waren hell bis schneeweiß. In der Tabelle 5
sind die Analysendaten zusammengestellt. Zwei Zuckerchromatogromme
sind in den Abbildungen am Ende dargestellt; sie machen besonders
deutlich, wie rein die gewonnenen Cellulasen sind. In entsprechender Weise wurde ein Faserstoff von Fichtenholz behandelt (Ausbeute 47 % von 6 g Holz atro), der nach Entfernen unerwünschter Substanzen durch den Voraufschluß mit Äthanol-Wasser (20 min
170 C, s. Beispiel 6) und Abtrennen des größten Teils der Henticoliulosen
-insbesondere des Galactoglucomcnnans- und des Lignins durch einen Hauptaufschluß von 15 min bei 200 C mit Aceton-Wasser (Volumenverhüitnis 1 :1,
Flottenvorhöltnis 1:6) und 0,025 N Salzsüure erhalten worden war.- Die
Analysenwertd enthält Tabelle 5, ein Zuckorcliromatogramtc ist in den
Abbildungen am Ende dargestellt.
- 32 -
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Tabelle 5t Cellulose aus Faserstoffen von Birkenholz
CO OO O CO
| Rohstoff | Vorbehandlung | Aufschluß mit Aceton- | Fase | rstoff-Rüc | % | k s t α η d | hydrate | 99,2 |
| Wasser bei 200°C | Ausbeute bez. | Hydrolyserück- | Kohlen | Glucose bez. | ||||
| Salzsäurekonz. Zeit | Rohstoff | stcnd bez.Faser | 6f3 | GesG-rrt bsz. | Gesamtkohlenhydr· | |||
| stoff | Faserstoff | % | ||||||
| N min | % | ■ % | ||||||
| Birke | Äthanol-Wasser | 99,2 | ||||||
|
25 min 170°C u.
50 min 1900C |
0,020 13 | 22,4 | 98,0(96,O)1 | |||||
| (s.Beisp.1 Birke | ||||||||
| 4a,b) | ||||||||
| Eiche | Aceton-Wasser | |||||||
| 10 min 16O°C u. | ||||||||
| 0,025 N HCl- | 11,6 | |||||||
| Aceton-Wasser | ||||||||
| 5 min 20O0C | ||||||||
| (s.Beisp.7) | 14,9 | 99,7 | ||||||
| 1.Aufschl | • | 0,025 7 | ca. 34 | 93,1(86,0)' | ||||
| 2.Aufschl | • Faserstoff- | |||||||
| RUckst.v.1. | n | 99,9 ^ | ||||||
| Aufschluß | 0,025 8 | ca. 26 | 83,1(76,8)* | CO | ||||
| Fichte | Äthanol-Wasser | 10,9 | ||||||
| 20 min 17O0C u, | ||||||||
| 0,025 N HCl- | OO | |||||||
| Äthanol-Wasser | ||||||||
| 15 min 2000C | 0,025 10 | 38,5 | 91 (84) | |||||
Di· Wart· in Klammern wurden durch Multiplikation mit einem fUr die Hydrolyse von Cellulose Üblicherweise
angewendeten Korrekturfaktor errechnet (0,924; J.F.SAEMAN et al. 1954, s. Beispiel 1)
Beispiel 10; Gewinnung von Glucose, Furfurol und 5~Hydroxymcthyl~
furfurol
Faserstoffe (1 bic 3 g) von Bitkon- und Eichenholz, die nach Entfernung
unerwünschter Substanzen durch den Voraufschluß (s·Beispiel
6 und 1) und noch Abtrennen dos größten Teils der Xylanc und der
Lignine durch den Hauptoufschluß mit Atheriol-Wasser, Aceton--V/osser
oder angesäuertem Aceton-Wasscr erhalten worden v/aren (s. Beispiel
1 und 7), wurden mit angesäuerten Acetoiv-Wasser-Gemischen (Volumen verhältnis
1 : 1) bei 200 C einmal oder mehrmals im Autoklaven entsprechend
Beispiel 1 behandelt. Das Flottcnverhöltniü betrug in ollen
Aufschlußiitufon etwa 1:6. Fasorstoff-RUckstünde der oin?:elneo Aufschlußstufen
wurden jeweils von den Reaktionslösunrjen getrennt υηύ rait
Aceton-Wasser gewaschen. Die vereinigten Reaktions- und Waschlösun^n
der einzelnen Stufen wurden entsprechend Beispiol 1 aufgearbeitet und dio erhaltenen klaren hellbrüunlich-golben wässrigen Phasen ohne
weitere Behandlung und nach zusätzlicher Totalhydrolyso entsprechend
Beispiel 1 und 7 im Biotronik-Autoanalyscr auf Zucker und Furfurol©
quantitativ untersucht. Die unbehandelten wässrigen Phasen besaßen Konzentrationen an monomeren Zuckern von bis zu etwa 5 %, Durch zusätzliche
Hydrolysebehandlung (Totalhydrolyso),bei der keine unlöslichen Stoffe ausfielen, erhöhte sich dieser Wert auf etwas übor 5 %,
wovon bis zu 98 % Glucose waren. Die nach Aufarbeiten der Reaktionslösungen in den wässrigen Phase"! verbliebenen Mengen an 5-Hydroxymethyl«
furfurol betrugen, bezogen auf das eingesetzte Holz, bis 4,7 %; daneben
wurden bis zu 1,8/2 Furfurol nachgewiesen·
Die gewonnenen Produkte - Lignin, 5-Hydroxylmethylfurfurol, Furfurol
und Zucker - einschließlich der nach der letzten Aufschlußstufο verbliebenen Rückstände - stellen bis zu über 90 % der eingesetzton Faserstoffe dar. Wenn man die in den Vorbehandlungen abgetrennton Verunreinigungen und die gewonnen Zucker und Lignine hinzuzählt, so er-
909809/0184 - 34 -
geben sich Gesaintausbeuten von 77 bis 89 % bezogen auf die eingesetzten
Rohstoffe. In der Differenz sind Bestandteile enthalten,
die in don Rohstoffen vorlagen oder sich v.'iihrend der Temperatuj:-
Druck-Behandlung aus den Rohstoffen gebildet haben, aber in den
durchgeführten Anclyson nicht b&rUcksiclitigt wurden. Dczu zählen
mineralische Stoffe (Ascho l-2/£) und Säuren (bis 2:11 6 %); es entstehen
insbesondere Cc.sig- u. Ameisensäure, vornohinlich in den
Aufschlüssen der Vorbol\cndlunn (Hauptoufschluß), die als wertvolle
Nebenprodukte des Verfahrens gewonnen werden können. In den folgenden Tabellen 5,6 und 7 sine! die Analysendaten und in den
Abbildungen cm Endo einige Chroüiutogramrie dor Zucke?r-und Furfcrol-Analyse
zusaiTimengestcllt.
In den Figuren 1 bis 5 sind verschiedene, in den Beispielen
besprochene Kurven mit den entsprechenden Erläuterungen dargestellt.
0 9 8 0 9/0184
Vorbehandlung (Vor- / Hauptaufschluß)
Aufschlvßstufen der Verzuckerung des
Faserstoffs
Summe 2. 3. 4. 5. 1.-5.Stufβ
Gesamtausbeute
Aufschlußbedingungen org.Lösungsmittel
Salzsäure N
Zeit min
Lignin
, abfiltriertes Lignin % > Hydrolyserückstand %
1 Summe %
\ Furfurol %
5-Hydroxymethylfurfurol %
\ Kohlenhydrate
monomere Zucker %
davon % Glucose monomere Zucker nach
Hydrolyse %
davon % Glucose
(Foserstoff-)RUckstand
%
Äthanol
170/190 25/50
-/11,3 2,8/ 2,9 17,0
0,55 0,0
20,7
53,0 91,3
0,025 0,025 0,025 0,025 0,025
200 200 200 200 5 8 8 10
1,2
0,0
1,2
0,0
0,05
2,9
61
3,0
67
2,0
2,0
0,0
2,0
0,0
0,29
7,4
92
7,7
94
7,2
0,5 0,0 0,5
0,0 0,42
5,6 97
6,1 98 6,0
0,3 0,0 0,3
0,0 0,71
6,6 98
6,9 99 6,8^
13,85
36
6,2 0,0 6,2
0,0 1,55
30,1
31,9
24,7 13,8
23,2 ·*
52,6
13,8
53,4(51,O)1 91,7(89,3)
1) Siehe Fußnote 1 Tabelle 5 .
2) Dieser (Faserstoff-jRückstand ergab nach Totalhydrolyse ausschließlich Glucos© und zwar 83,1 % und 14,9 % KydrolyserüCK-stand (eingesetzter (Faser«toff-)Rückstand = 100 ),
Tabelle 7: Einstufige Verzuckerung eines Faserstoffs von Birke (Vor-ZHauptcufochluß mit Acetcn-Wasser
30 min 160°C/40 min 200°C, Faserstoffausbeute ca. 50 %) bei verschiedenen Aufschlußbedingungen(A,B,C,D)
| A | B | C | D | ro | |
| Aufschlußbedingungen | -j co |
||||
| org. Lösungsmittel | Aceton | Aceton | Aceton | Aceton | |
| Salzsäure N | 0,020 | 0,020 | 0,025 | 0,025 | OO |
| Temperatur C | 200 | 200 | 200 | 2CO | |
| Zeit min | 13 | 20 | '.3 | 20 | |
| Produkte in wässrigen Phasen | |||||
| Lignin | |||||
| abfiltriertes Lignin % | 1,3 | 5,5 | 0,6 | 11,2 | |
| Hydrolyserückstand % | 2,3 | 1,3 | 2,8 | 1,1 | |
| Summe % | 3,6 | 6,8 | 3,4 | 12,3 | |
| Furfurol % | 0,28 | 0,52 | 1,58 | 1,84 | |
| 5-Hydroxynethylfurfurol % | 2,14 | 4,72 | ώ. I/ | 3,83 | |
| Kohlenhydrate | |||||
| monomere Zucker % | 14,4 | 14,1 | 16,6 | 7,5 | |
| davon % Glucose | 85 | 93 | 90 | 88 | |
| monomere Zucker nach | |||||
| Hydrolyse % | 16,4 | 15,5 | 17,3 | 7,9 | |
| davon % Glucose | 89 | 94 | 93 | 93 | |
| Gesamtausbeute Glucose % | 14,6 | 14,6 | 16,1 | 7,3 | |
| (Faserstoff-)Rückstand % | 22,4 | 3,7 | 16,7 | 2,7 | |
| Summe der erfaßten Produkte % | 44,8 | 36,2 | 42,2 | 28,6 | |
Hehrstufige Verzuckerung des Faserstoffs von Eichenholz (Voraufschluß mit Aceton-Wasser,
Hauptaufschluß mit Salzsäure-Aceton-Wasser siehe Beispiel 7)
| Aufschlußbedingungen | Vorbehandlung | Aufschlußstufen der | 2. | 3. | Verzuckerung | 5. | des Faserstoffs Gesamt- | |
| org. Lösungsmittel | (Vor-/Haupt- | |||||||
| Salzsäure N | aufschluß) | Aceton | Aceton | Aceton | _ ausbeute Summe |
|||
| Temperatur °C | 1. | 0,025 | 0,025 | 4. | 0,025 | 1.-5.Stufβ | ||
| Zeit min | 200 | 200 | 200 | |||||
| Produkte in wässrigen Phasen | Aceton | Aceton | 7 | 9 | Aceton | 12 | ||
| Lignin | 0/0,025 | 0,025 | 0,025 | |||||
| abfiltriertes Lignin % | 160/200 | 200 | 200 | |||||
| HydrolyserUckstand % | 10/ 5 | 7 | 1,1 | 0,1 | 10 | 0,0 | ||
| Summe % | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |||||
| Furfurol % | 2,0 | 0,1 | 0,0 | |||||
| O | 5 4-h/droxymethylfurfurol % | 2,0/13,5 | 2,0 | 0,0 | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 3,6 |
| co | Kohlenhydrate | 0,0/ 0,0 | 0,0 | 0,14 | 0,38 | 0,0 | 0,55 | 0,0 ν · |
| 00 O |
monomer· Zucker % | 15,5 | 2,0 | 0,4 | 3,6 19,1 ^« | |||
| CD | davon % Glucose | < 0,1 | 0,0 | 3,7 | 4,1 | 0,0 | 1,3 | 0,0 0,0 ! |
| O | monomere Zucker nach | 0,0 | 0,33 | 94 | 98 | 0r70 | 96 | 2,1 2,1 >* |
| 0» | Hydrolyse · % | |||||||
| davon % Glucose | 6,6 | 5,2 | 5,2 | 3,4 | 1,5 | 19,1 | ||
| Gesamtausbeute Glucose % | 83 | 98 | 99 | 97 | 95 | |||
| (Faserstoff-)Rückstand % | 5,1 | 5,1 | 1,4 | |||||
| Summe der erfaßten Produkte % | 27,8 | 7,2 | ca.34 cc. 26 | — | 4,4 | 6,6 | 23,3 51,1 | |
| S6 | 98 | |||||||
| 6,2 | 4,3 | 22,1 κ) | ||||||
| ca. 45 | 6,6 JxJ 6,0 | |||||||
| ca. 88 | 35,6(33,S)1 ^78,9(77,1] | |||||||
'ftf-
Leerseite
Claims (15)
1.)Verfahren zur Gewinnung von Zuckern, gegebenenfalls
Cellulose und gegebenenfalls Lignin aus lignocellulosischen pflanzlichen Rohstoffen durch Behandlung mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen Wasser
und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen bei erhöhter Temperatur und Druck und Abtrennen der
Faserstoffe, der organischen Lösungsmittel und des Lignins aus der Behandlungslösung, dadurch
gekennze ich η et, daß man
a) die pflanzlichen Rohstoffe bei einer Temperatur von 100 bis 1900C während h Stunden bis 2 Minuten behandelt,
v/obei Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß von der im pflanzlichen Rohstoff
enthaltenen Hauptkomponente der Hemicellulose^ weniger als etv/a 10 Gewichtsprozent gespalten werden
und in Lösung gehen, dagegen aber die ohne chemischen Abbau löslichen Bestandteile und die Spaltprodukte
derjenigen Stoffe gelöst werden, die bei Bedingungen chemisch abgebaut werden, bei denen die
Hauptkomponente der Hemicellulosen im genannten Umfang noch nicht gespalten wird und in Lösung geht,
b) den Rückstand abtrennt,
c) diesen erneut mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen Wasser und niederen aliphatischen
Alkoholen und/oder Ketonen bei Temperaturen von bis 2200C während 180 bis 2 Minuten behandelt, wobei
Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß die Hauptkomponente der Hemicellulosen in dem
angewandten Lösungsmittel zu löslichen Kohlenhydraten gespalten wird,
d) die Faserstoffe aus der Lösung abtrennt,
e) in der von Faserstoffen befreiten Lösung die gegebenenfalls noch vorhandenen Oligo- und Polysaccharide
durch Zugabe von Säure bei der Aufschlußtempe-
- 2 909809/0104
ORIGINAL INSPECTED
ratur oder einer niedrigeren Temperatur hydrolysiert
und danach das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt, oder erst aus der Aufschlußlösung das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt und die gegebenenfalls noch vorhandenen Oligo- und Polysaccharide in der wässrigen Phase einer Hydrolyse unterwirft,
und danach das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt, oder erst aus der Aufschlußlösung das organische Lösungsmittel und Lignin abtrennt und die gegebenenfalls noch vorhandenen Oligo- und Polysaccharide in der wässrigen Phase einer Hydrolyse unterwirft,
f) falls gewünscht, das durch Hydrolyse der Hauptkompononte
der Heniicellulosen erhaltene Monosaccharid aus der
wässrigen Lösung gewinnt,
wässrigen Lösung gewinnt,
g) falls gewünscht, das durch Hydrolyse der Hauptkomponente
der Hemicelluloseri erhaltene Monosaacharid, gegebenenfalls
in Form der erhaltenen Lösung ohne besondere Isolierung, in an sich bekannter V/eise zu dem entsprechenden Zuckeralkohol
reduziert,
h) falls gewünscht, die zweckmäßig gewaschene Cellulose
zu Glucose spaltet und gewinnt und/oder, i) falls gewünscht, die Glucose gegebenenfalls in Form der
erhaltenen Lösung ohne besondere Isolierung in an sich bekannter V/eise zu Sorbit reduziert oder zu Alkohol
vergärt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Aufschlußstufe der pH im Bereich von pH 4 bis 8
gehalten wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man in der Stufe e) Oligo- und Polysaccharide unter Einwirkung von Säure in der Wärme zu Monosacchariden
hydrolysiert und zweckmäßig dabei ausgefallene Produkte
aus der Lösung abtrennt.
hydrolysiert und zweckmäßig dabei ausgefallene Produkte
aus der Lösung abtrennt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Faserstoff nach Abtrennen von der Lösung
mit einer Mischung aus 0 bis_70 Volumenteilen Wasser
und 100 bis 30 Volumenteilen niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen gewaschen wird.
mit einer Mischung aus 0 bis_70 Volumenteilen Wasser
und 100 bis 30 Volumenteilen niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen gewaschen wird.
909809/0184
-D-
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserstoff mit Wasser oder
schwach alkalischen wässrigen Lösungen gewaschen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Stufe e) das organische
Lösungsmittel unter vermindertem Druck aus der Lösung abdestilliert und das dabei ausgefallene Lignin abgetrennt wird.
gekennzeichnet, daß in der Stufe e) das organische
Lösungsmittel unter vermindertem Druck aus der Lösung abdestilliert und das dabei ausgefallene Lignin abgetrennt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß nach Abtrennen der Faserstoffe durch
Zusatz von organischen Lösungsmitteln Kohlehydrate ausgefällt und diese abgetrennt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß aus der wässrigen im wesentlichen nur Monosaccharide enthaltenden Lösung Furfuroleabgetrennt werden.
gekennzeichnet, daß aus der wässrigen im wesentlichen nur Monosaccharide enthaltenden Lösung Furfuroleabgetrennt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stufe h) die Cellulose in
einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen V/asser und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen
und 0,001 bis 1 N, bevorzugt 0,01 bis 0,1 N Säure bei 170 bis 220°C während 2 bis 60 Minuten zu Glucose gespalten
und,.falls gewünscht, zu 5-Hydroxymethylfurfurol
weiter umgesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die abgetrennte Cellulose stufenweise zu Glucose gespalten wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufschlußlösung zur stufenweisen Hydrolyse der abgetrennten Cellulose zu Glucose chargenweise
oder kontinuierlich durch frische Lösung ersetzt wird.
900809/0104 " 4 -
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Aufschlußlösung der Stufe c, mineralische Protonendonatoren, insbesondere 0,001 bis
0,3 N, bevorzugt 0,005 bis 0,1 N, besonders bevorzugt 0,01 bis 0,05 N mineralische Säure, vorzugsweise Schwefeloder
Salzsäure enthält.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Aufschlußlösung der Stufe c, organische Protonendonatoren, insbesondere 0,001 bis 1 N,
bevorzugt 0,005 bis 0,3 N, besonders bevorzugt 0,01 bis 0,1 N organische Säure, vorzugsweise Oxalsäure oder
Essigsäure enthält.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Stufe d, erhaltene Faserstoff
mit einer Mischung aus etwa gleichen Volumenteilen Wasser und niederen aliphatischen Alkoholen und/oder
Ketonen unter Zusatz von 0,001 bis 1 N Säure bei Temperaturen von 170 bis 2200C während 180 bis 2 Minuten
behandelt wird, wobei Säuremenge, Temperatur und Dauer der Behandlung so gewählt werden, daß in dem Faserstoff
verbliebene Restmengen an Hemicellulosen und digninen und falls gewünscht, amorphe Anteile der Cellulose entfernt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der VoraufSchluß der Stufe a, durch
eine Dampfbehandlung, gegebenenfalls unter Druck, durchgeführt wird, wobei die Dampfbehandlung bei Temperaturen
von 100 bis 2300C, vorzugsweise von 130 bis 1900C, während
4 Stunden bis 2 Minuten erfolgt, und die so behandelten pflanzlichen Rohstoffe mit Wasser und/oder mit Mischungen
aus 0 bis 70 Volumenteilen Wasser und 100 bis 30 Volumenteilen niederen aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen
gewaschen werden.
909809/0164
Priority Applications (25)
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|---|---|---|---|
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| FI863178A FI863178L (fi) | 1977-08-17 | 1978-08-14 | Foerfarande foer utvinning av vattenhaltig glukosloesning och mikrokristallin cellulosa ur lignocellulosahaltiga vaextraomaterial. |
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| AR273314A AR216798A1 (es) | 1977-08-17 | 1978-08-15 | Procedimiento de preparacion de azucares,y eventualmente tambien de celulosa y lignina,a partir de materia prima vegetal lignocelulosica |
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| IL55363A IL55363A (en) | 1977-08-17 | 1978-08-15 | Process for the production of sugars and optionally cellulose and/or ligning |
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| PL20909878A PL209098A1 (pl) | 1977-08-17 | 1978-08-17 | Sposob otrzymywania cukrow,ewentualnie celulozy i ewentualnie ligniny z lignocelulozowych surowcow roslinnych |
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| US07/009,569 US4742814A (en) | 1977-08-17 | 1987-01-30 | Process for production of xylitol from lignocellulosic raw materials |
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ID=6016637
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| ZA (1) | ZA784634B (de) |
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