DE2732290A1 - Polykristalline oxidfaser und verfahren zu ihrer herstellung - Google Patents
Polykristalline oxidfaser und verfahren zu ihrer herstellungInfo
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Description
COHAUSZ & FLORACK
SCHUMANNSTR. 07 . D-4OOO DÜSSELDORF
Telefon: (0211) 683346 Telex: 08586513 cop d
PATENTANWÄLTE :
Dipl.-Ing. W. COHAUSZ Dipl.-Ing. R. KNAUF Dr.-Ing., Dipl W.rtsch. Ing A. GERBER DIpI Ing H B COHAUSZ
THE CARBORUNDUM COMPANY 13. Juli 1977
Niagara Falls, New York 14302
(Vereinigte Staaten von Amerika)
(Vereinigte Staaten von Amerika)
Polykristalline Oxidfaser und Verfahren zu ihrer Herstellung
Die Erfindung betrifft eine polycristalline Oxidfaser aus
Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Mischungen davon, die auch noch Siliciumdioxid enthalten kann, sowie ein Verfahren
zu ihrer Herstellung.
Es ist bekannt, daß man Verbindungen, die sich in Oxide umwandeln lassen, in einer Flüssigkeit lösen, die Lösung
zu einer Faser ausspinnen und die erhaltene Faser durch Erhitzen in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre in eine
Oxidfaser umwandeln kann. Beispielsweise kann man basisches Aluminiumchlorid in Wasser lösen, die Lösung zu einer
basischen Aluminiumchlorid-Faser verspinnen und diese durch Erhitzen in eine polykristalline Aluminiumoxid-Faser
überführen. Bei Verfahren dieser Art zur Herstellung polykristalliner Oxidfasern treten jedoch häufig Schwierigkeiten
auf. Insbesondere ist es oft nicht möglich, eine hinreichende Menge des Oxidvorläufers in einer Flüssigkeit
zu lösen, ohne Lösungen mit Viskositäten zu erhalten, die zum Verspinnen zu hoch sind. Bei ungenügendem
Gehalt der Lösung an Oxidvorläufer erhält man aber — wenn
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überhaupt — nur Fasern von schlechter Qualität.
Bekannte polykristalline Oxidfasern hatten daher für viele
Anwendungszwecke eine unzureichende Festigkeit und Biegsamkeit
-
Um diesen Nachteil zu beseitigen, hat man schon vorgeschlagen, der Spinnflüssigkeit Essigsäure zuzusetzen und
dadurch die Viskosität der Lösung zu erniedrigen, doch erwiesen sich die nach diesem Verfahren hergestellten
Oxidfasern für viele Anwendungszwecke immer noch zu brüchig.
Ks stellte sich somit die Aufgabe, eine polykristalline
Oxidfaser mit verbesserten mechanischen Eigenschaften zur
Verfügung zu stellen und ein Verfahren zu ihrer Herstellung anzugeben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer polykristallinen
Oxidfaser der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß sie durch Erhitzen getrockneter Fasern, die aus einer
Flüssigkeit mit einer Viskosität zwischen 0,1 und 100 Pa-s (1 und 1000 P), die 40 bis 70 Gew.-t basisches Aluminiumchlorid,
Zirkoniumacetat, Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und 2 bis 50 Gew.-4 dieser Verbindung oder
Verbindungen Milchsäure enthält und die auch noch 1 bis 20 Gew.-% kolloidale Kieselsäure enthalten kann, erhalten
worden sind, auf eine Temperatur oberhalb 700 0C hergestellt
ist.
Das Verfahren zur Herstellung der polykristallinen Oxidfaser besteht darin, daß man eine Flüssigkeit mit einer
Viskosität zwischen 0,1 und 100 Pa»s (1 und 1000 P), die 40 bis 70 Gew.-* basisches Aluminiumchlorid, Zirkoniunacetat,
Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und 2 bis 50 Gew.-I dieser Verbindung oder Verbindungen Milchsäure
enthält, in Fasern überführt, die erhaltenen Fasern
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trocknet und sie durch mindestens 15 Minuten langes Erhitzen auf eine Temperatur oberhalb 700 0C in Fasern aus
Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Mischungen davon umwandelt.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Flüssigkeit kann, wenn gewünscht, auch kolloidale Kieselsäure enthalten. Unter "kolloidaler Kieselsäure" ist
hier Siliciumdioxid zu verstehen, dessen Teilchengröße so klein ist, daß es mit Wasser eine kolloidale Dispersion
bildet. Die kolloidale Kieselsäure vermindert, wie festgestellt wurde, die Schrumpfung der fertigen Oxidfaser.
Die Gegenwart der Milchsäure in der Spinnlösung ermöglicht das Spinnen von Flüssigkeiten mit einem höheren Gehalt
an basischem Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat, Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und kolloidaler
Kieselsäure als bekannte Lösungen ohne Essigsäure-Zusatz und ergibt eine Faser von höherer Biegsamkeit als bekannte
Aluminiumoxid- und Zirkoniumoxid-Fasern.
Die Flüssigkeit kann nach jedem zweckdienlichen Verfahren
in Fasern umgewandelt werden, beispielsweise durch Zentrifugalspinnen, Ziehen, Blasen, Haftspinnen, Extrudieren
durch Spinndüsen oder geeignete Kombinationen dieser Verfahren.
Die Spinnflüssigkeit hat zweckmäßigerweise eine Viskosität,
die dem benutzten Verfahren zur Faserherstellung angepaßt ist. Für Spinnzwecke liegt dieses Viskosität in der
Regel zwischen 0,1 und 100 Pa.s (1 und 1000 P) und am besten in einem Bereich zwischen 7 und 30 Pa.s (70 und
300 P). Niedrigere Viskositäten können, insbesondere wenn die Flüssigkeit durch Spinnen in Fasern übergeführt wird,
zu Fasern von sehr schlechter Qualität führen, sofern eine
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Faserbildung überhaupt gelingt. Diese Fasern enthalten einen hohen Anteil körniger Einschlüsse, die mitunter
auch das einzige Produkt bilden. Flüssigkeiten mit höheren Viskositäten lassen sich schlecht spinnen, zum Teil
wegen des hohen Druckes, der erforderlich ist, um die Flüssigkeit durch eine Spinndüse zu pressen.
Die erzeugten Fasern können auf jede geeignete Weise getrocknet werden, beispielsweise durch Erhitzen auf eine
Temperatur im Bereich von 30 bis 150 0C, vorteilhafterweise
unter vermindertem Druck. Auch andere Trocknungsmaßnahmen können Anwendung finden, z. B. Umspülen der Fasern
mit getrockneter Luft oder einem getrockneten Gas. Die Fasern können auch bei sehr hohen Temperaturen getrocknet
werden, doch ist dies wegen des höheren Energiebedarfs im allgemeinen nicht zweckmäßig. Wenn gewünscht,
können jedoch Trocknungstemperaturen bis 1200 0C angewendet
werden.
Die getrockneten Fasern werden dann solange auf eine so hohe Temperatur erhitzt, daß die Milchsäure ausgetrieben,
zersetzt oder oxydiert und das Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat oder Zirkoniumoxychlorid in Aluminiumoxid,
Zirkoniumoxid oder Mischungen davon umgewandelt wird. Das
Erhitzen kann in einer sauerstofffreien Atmosphäre geschehen,
da das aus der Spinnflüssigkeit stammende Wasser, so wird angenommen, das basische Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat
oder Zirkoniumoxychlorid in die betreffenden Metallhydroxide umwandelt, die dann beim Erhitzen in
Oxide übergeführt werden. Die Atmosphäre kann jedoch auch Sauerstoff enthalten oder ganz aus Sauerstoff bestehen.
Eine vorteilhafte Erhitzungsatmosphäre ist trockene Luft.
Die Erhitzungstemperatur liegt oberhalb 700 0C, am besten
in einem Bereich von 700 bis 2000 0C und besonders vorteilhaft
zwischen 850 und 1500 0C. Die Erhitzungsdauer beträgt mindestens 15 Minuten, am besten mindestens 1
Stunde.
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Wie erwähnt, enthält die Spinnflüssigkeit 40 his 70 Gew.-%
basisches Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat, Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und eventuell kolloidale
Kieselsäure. In einer vorteilhaften Ausführungsform der
Erfindung enthält die Spinnlösung basisches Aluminiumchlorid mit einem Al/Cl-Verhältnis von 1,7:1 bis 2,1:1
oder Mischungen von basischem Aluminiumchlorid mit diesem Al/Cl-Verhältnis und kolloidaler Kieselsäure. Eine
derartige Spinnlösung kann bis zu 20 Gew.-?« kolloidale
Kieselsäure enthalten, die bis etwa 45 Gcw.-O des Aluminiumoxids in der fertigen Oxidfaser ersetzen kann. Am
besten enthält die zur Faserbildung verwendete Flüssigkeit, die vorzugsweise eine Spinnflüssigkeit ist, 50 bis
60 Gew.-% basisches Aluminiumchlorid.
Die zur Faserbildung verwendete Flüssigkeit enthält außerdem
2 bis 50 Gew.-$ Milchsäure, bezogen auf das vereinigte
Gewicht der in Oxid oder Oxide überführbaren Verbindung oder Verbindungen, in einer vorteilhaften Ausführungsform
basisches Aluminiumchlorid und kolloidale Kieselsäure. Besonders vorteilhaft ist ein Gehalt an Milchsäure von
5 bis 15 Gew.-I der in Oxid überführbaren Verbindung oder
Verbindungen.
Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellte Faser ist ausgezeichnet feuerfest und biegsam. Es wird
angenommen, daß sie entweder nichtkristallin ist oder sehr kleine, zusammenhängende oder ineinander verdrehte
Kristallite enthält. Diese Kristallite dürften im Falle des Aluminiumoxids in der Eta-Form vorliegen. Die nach
dem Verfahren der Erfindung hergestellten Fasern sollen daher hier als polykristalline Fasern bezeichnet werden.
Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten Fasern, insbesondere solche, die zwischen 25 und 30 Gew.-%
Siliciumdioxid enthalten, zeigen eine ausgezeichnete Biegsamkeit,
die auch bei Temperaturen von 1500 0C oder höher
erhalten bleibt.
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Der günstigste Durchmesser der nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Fasern liegt zwischen 0,5 und 500 pm,
am besten zwischen 2 und 15 pm. Dieser Durchmesser wird von den Bedingungen der Faserbildung bestimmt, z. B. der
Größe der Spinndüsen und den Eigenschaften der in Fasern
überzuführenden Flüssigkeit, insbesondere der Viskosität der Flüssigkeit und ihrem Gehalt an in Oxid überführbaren
Verbindungen und Milchsäure. Höhere Viskositäten und höhere Feststoffgehalte der Flüssigkeit führen zu Fasern
von größeren Durchmessern.
Zum Spinnen der Fasern aus der Flüssigkeit können alle bekannten Methoden angewendet werden. Beispielsweise kann
amn die Spinnflüssigkeit in eine Schleuderspinnmaschine
füllen, deren Zylinder am Umfang mit Düsenöffnungen versehen ist. Beim Umlauf der Spinnmaschine mit hoher Drehzahl
wird die Spinnlösung durch die Düsenöffnungen in eine
Trocknungsatmosphäre geschleudert, wobei die Flüssigkeit in Fasern umgewandelt wird. Danach wird das Fasermaterial
zum Entfernen des Wassers getrocknet und dann zur Herstellung einer polykristallinen Faser kalziniert, d. h.
auf eine hohe Temperatur, z. B. im Bereich zwischen 700 und 1500 0C, erhitzt.
Die Flüssigkeit kann aber auch in ein Gefäß gefüllt und durch Düsenöffnungen auf eine unter dem Gefäß angeordnete,
mit hoher Drehzahl umlaufende Scheibe fließen gelassen werden. Die herabfallende Spinnlösung wird von der Scheibe
in eine Trocknungsatmosphäre geschleudert und dadurch in Spinnfasern übergeführt. Diese Fasern werden, wie beschrieben,
getrocknet und erhitzt. Bei einem anderen Verfahren wird die Spinnlösung aus einem mit einer Düsenöffnung
versehenen Behälter herabfallen gelassen und quer zu dem herabfallenden Strahl ein mit hoher Geschwindigkeit
strömender Gasstrahl gerichtet. Die Spinnlösung wird dadurch
in eine Trocknungsatmosphäre geblasen und in Fasern umgewandelt.
- 9 70988A/0910
An Hand der nachstehende Beispiele wird die Erfindung veranschaulicht. Sofern nicht anders angegeben, sind alle
Prozentangaben Gewichtsprozente.
Durch Erhitzen einer Lösung von Aluminiumchlorid in Wasser und Lösen von Aluminiumpulver in der Lösung wurde eine
wäßrige Lösung von basischem Aluminiumchlorid mit einem Feststoffgehalt von 52%, einer Viskosität von 8 Pa-s (80 P)
bei 19 0C und einem Al/Cl-Verhältnis von 2:1 hergestellt.
Zu dieser Lösung, die als Ausgangsmaterial zum Spinnen verwendet wurde, wurden die in der Tabelle 1 aufgeführten
organischen Säuren in einer Menge von 8,8 Gew.-I, bezogen auf den Gesamtfeststoffgehalt der Lösung von basischem
Aluminiumchlorid, zugesetzt. Nach 2 1/2-stündigem Mischen wurde die Viskosität der Spinnlösungen gemessen. Die Ergebnisse
sind in nachstehender Tabelle 1 angegeben.
| Tabelle 1 | Zugesetzte | Viskosität der Spinn |
| organische Säure | lösung (Pa.s) | |
| Ohne Säurezusatz | 8,0 | |
| Milchsäure | 0,2 | |
| Essigsäure | 0,3 | |
| Oxalsäure | 2,8 | |
| Äpfelsäure | 7,0 | |
| Citronensäure | Gel-Bildung | |
| Weinsäure | Gel-Bildung | |
| Maleinsäure | Gel-Bildung | |
| Bernsteinsäure | Gel-Bildung | |
Eine Betrachtung der Tabelle 1 zeigt deutlich, daß von den geprüften Zusätzen nur die Milchsäure und die Essigsäure
die Viskosität der Lösung wesentlich herabsetzten. Bei der Verwendung von Essigsäure wurde der stechende
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Geruch der Essigsäure als belästigend empfunden, während bei der Verwendung von Milchsäure der Geruch minimal ist.
Zu einer Lösung von basischem Aluminiumchlorid mit einer Viskosität von 7,2 Pa-s (72 P) bei 21 0C, einem Feststoffgehalt
von 55 Gew.-% und einem Al/Cl-Verhältnis von 2:1
wurden verschiedene Mengen Milchsäure zugesetzt. Nach 2 1/2 Stunden wurde die Viskosität der Lösungen gemessen.
Die Meßergebnisse zeigten, daß die Viskosität einer Lösung von basischem Aluminiumchlorid durch den Zusatz von
Milchsäure in Mengen von 2 Gew.-$ oder mehr, bezogen auf den Gesamtfeststoffgehalt der Lösung, wirksam verringert
werden kann. Besonders wirksam erwiesen sich Zusätze von mehr als 6 Gew.-$ Milchsäure, bezogen auf den Feststoffgehalt
der Lösung. Milchsäure-Zusätze von mehr als 121 ergaben nur noch eine geringe weitere Verringerung der
Viskosität.
Es wurden zwei Lösungen von basischem Aluminiumchlorid hergestellt, jede mit einer Viskosität von 100 Pa.s
(1000 P) bei 20 0C und einem Al/Cl-Verhältnis von 2:1.
Eine Lösung enthielt 8,9 Gew.-I Milchsäure, die andere
keinen Zusatz. Die Lösung ohne Zusatz hatte einen Feststoffgehalt von 53,75%, während die Milchsäure enthaltende
Lösung einen Feststoffgehalt von 55,65% hatte. Dieses Beispiel zeigt, daß Lösungen mit höherem Feststoffgehalt
bei gleicher Viskosität erhalten werden können, wenn Milchsäure als Zusatz verwendet wird.
- 11 709884/0910
Es wurde eine basisches Aluminiumchlorid und kolloidale Kieselsäure enthaltende Spinnlösung mit einem Feststoffgehalt
von 55% hergestellt. Die Lösung enthielt 3% Kieselsäure (SiO2) und hatte eine Viskosität von 5,2 Pa.s (52 P)
bei 20 0C. Das basische Aluminiumchlorid hatte ein Al/Cl-Verhältnis
von 2:1. Aus dieser Lösung wurde durch den Zusatz verschiedener Mengen Milchsäure eine Reihe von Spinnlösungen
hergestellt, deren Viskosität dann gemessen wurde. Es wurde gefunden, daß die Viskosität von basisches
Aluminiumchlorid und kolloidale Kieselsäure enthaltenden Lösungen durch den Zusatz von Milchsäure in einer Menge
von 3 Gew.-I oder mehr wirksam verringert werden kann und daß eine besonders kräftige Verminderung der Viskosität
erhalten wird, wenn der Milchsäuregehalt mehr als 6% beträgt. Ein Milchsäurezusatz von mehr als 12% ergab nur
noch eine geringe weitere Verminderung der Viskosität.
Das Verfahren des Beispiels 4 wurde wiederholt, wobei jedoch eine Zirkoniumacetat und Zirkoniumoxychlorid enthaltende
Lösung mit einer Viskosität von 5 Pa.s (50 P) bei 20 0C als Spinnlösung verwendet wurde. Die Feststoffe
der Lösung bestanden zu 70% aus Zirkoniumacetat und zu 30% aus Zirkoniumoxychlorid. Die Ergebnisse der Viskositätsmessungen
zeigten, daß schon ein Zusatz von 2% Milchsäure die Viskosität der Lösung verringert und daß 3%
Milchsäure die Viskosität wesentlich herabsetzen. Bei einem Zusatz von mehr als 6% Milchsäure wird die Viskosität
der Lösung erheblich herabgesetzt. Wie bei den vorstehend beschriebenen Beispielen führte ein Zusatz von
mehr als 12% Milchsäure nur noch zu einer geringen weiteren Senkung der Viskosität.
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Aus analysenreinem Aluminiumchlorid und Aluminiummetall wurden wäßrige Lösungen von basischem Aluminiumchlorid
mit Viskositäten von 15 Pa.s (150 P) bei Raumtemperatur hergestellt, wobei Lösungen mit verschiedenen Al/Cl-Verhältnissen hergestellt wurden. Diese Lösungen wurden zur Herstellung von Fasern verwendet. Die bei den Versuchen erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 2 wiedergegeben.
mit Viskositäten von 15 Pa.s (150 P) bei Raumtemperatur hergestellt, wobei Lösungen mit verschiedenen Al/Cl-Verhältnissen hergestellt wurden. Diese Lösungen wurden zur Herstellung von Fasern verwendet. Die bei den Versuchen erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 2 wiedergegeben.
Al/Cl-
Ver- Verhältsuch nis
0,83 1,16 1,50
1,70
Konzentrieren durch Erhitzen
Ausfallen unlöslicher Salze
Ausfallen unlöslicher Salze
Wasserklar beim und nach dem Konzentrieren
Wasserklar beim und nach dem Konzentrieren
| 5 | 1 | ,85 |
Ausfallen unlös
licher Salze |
| 6 | 2 | ,00 |
Wasserklar beim und
nach dem Konzen trieren |
| 7 | 2 | ,20 |
Ausfallen unlös
licher Salze |
ten Aluminiumoxid-Faser
Grieß-Gehalt Biegungen bis (%) zum Bruch
52,1
100
49,6
12
Die Versuchsergebnisse zeigen, daß die Lösungen innerhalb eines engen Bereichs des Al/Cl-Verhältnisses soweit konzentriert
werden können, daß eine Herstellung von Fasern möglich ist. Aus Tabelle 2 geht aber hervor, daß die aus
diesen Lösungen erhaltenen Fasern unbefriedigend waren.
- 13 -
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Es wurden Versuche unternommen, aus den Lösungen Fasern zu bilden, indem die Lösungen in eine Schleuderspinnmaschine
gegeben wurden, die mit Spinndüsenöffnungen von 0,5 mm Durchmesser versehen war, und die Maschine mit einer
Drehzahl von 900 U/min betrieben wurde. Die einzigen Lösungen, aus denen Fasern hergestellt werden konnten,
waren diejenigen mit Al/Cl-Verhältnissen von 1,5:1 bis
1,7:1. Bei den übrigen Lösungen fielen unlösliche Salze aus. Die einzigen Lösungen, aus denen neben Grieß eine
zur Prüfung ausreichende Menge Fasern gewonnen werden konnten, waren die Lösungen mit den Al/Cl-Verhältnissen
1,5:1 und 2:1. Die aus diesen beiden Lösungen erhaltenen Fasern wurden bei 900 0C kalziniert und zu einem Prüfkörper
in Form einer Matte von 12 mm Dicke geformt. Die Matten wurden von Hand wiederholt gebogen, um die Anzahl der
Biegungen bis zum Bruch (nachstehend als "Flexibilität" bezeichnet) zu bestimmen. Die Flexibilität der Matten erwies
sich als außerordentlich schlecht.
Das Verfahren des Beispiels 6 wurde wiederholt, wobei einer Lösung, die etwa 50% technisches basisches Aluminiumchlorid
[Al2(OH)5Cl.2,4 H2O] enthielt, verschiedene
Anteile Essigsäure zugesetzt wurden. Das Al/Cl-Verhältnis
betrug etwa 2:1. Die Lösungen wurden dann durch Erhitzen bis auf eine Viskosität von etwa 15 Pa-s (150 P) konzentriert.
Die mit diesen Lösungen erhaltenen Versuchsergebnisse sind in Tabelle 3 wiedergegeben.
- 14 -
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| Ver such |
Bas. Alumi ni um- chlorid- Lsg. Teile |
Essig säure Teile |
Beobachtungen beim Konzentrieren durch Erhitzen |
| 1 | 2000 | 200 | Ausfallen unlös licher Salze |
| 2 | 2000 | 170 | Ausfallen unlös licher Salze |
| 3 | 2000 | 150 | Ausfallen unlös licher Salze |
| 4 | 2000 | 125 | Ausfallen unlös licher Salze |
| 5 | 2000 | 100 | Wasserklar beim und nach dem Konzentrieren |
| 6 | 2000 | 45 | Wasserklar beim und nach dem Konzentrieren |
Eigenschaften der Al2O3-Fasern nach
dem Kalzinieren Grieß- Flexibilität gehalt (Biegungen % bis zum Bruch)
12
48
Dieses Beispiel zeigt, daß hohe Verhältnisse von Essigsäure zu basischem Aluminiumchlorid zur Ausfällung unlöslicher
Salze führen. Bei niedrigen Verhältnissen von Essigsäure zu basischem Aluminiumchlorid wird sowohl hinsichtlich
des Grießgehaltes als auch der Flexibilität der Fasern eine Verbesserung beobachtet. Die Flexibilität ist
jedoch immer noch nicht so groß, wie gewünscht, nämlich mindestens 200 Biegungen.
Das Verfahren des Beispiels 7 wurde wiederholt, wobei Lösungen von basischem Aluminiumchlorid mit verschiedenen
Al/Cl-Verhältnissen anstelle der Essigsäure unterschiedliche
Anteile Milchsäure zugesetzt wurden. Die Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle 4 wiedergegeben.
- 15 709884/0910
| Al/Cl- verhält- nis |
- 15 - Tabelle 4 |
Fasere | 27322S | |
| 1,85 |
Grieß
gehalt % |
igenschaf ten | ||
|
Versuch
Nr. |
1,95 |
Teile
Milch säure*) |
11,4 | Flexibilität**) |
| . 1 | 1,92 | 12,3 | 8,7 | Über 200 |
| 2 | 2,10 | 27,1 | 3,5 | Il Il |
| 3 | 2,18 | 56,8 | 2,9 | Il Il |
| 4 | 2,0 | 96,8 | 11,0 | Il Il |
| 5 | 1,5 | 141,5 | 11,7 | 13 |
| 6 | 1,7 | 4,5 | 18,7 | 40 |
| 7 | 1,7 | 4,9 | 11,9 | 15 |
| 8 | 1,85 | 4,9 | 4,1 | Über 200 |
| 9 | 2,0 | 8,6 | 7,0 | Il Il |
| 10 | 1,85 | 23,7 | 1,1 | Il It |
| 11 | 24,4 | 3,8 | It It | |
| 12 | 40,1 | Il Il | ||
*) Teile je 100 Teile festes basisches Aluminiumchlorid, erhalten
durch Verdampfen der Lösung bei 100 0C.
**) Anzahl der Biegungen der kalzinierten Faser bis zum Bruch.
Bei allen Versuchen der Tabelle 4 waren die Lösungen zu Beginn sowie beim und nach dem Konzentrieren wasserklar.
Die Versuchsergebnisse zeigen, daß beim Zusatz von Milchsäure aus den Lösungen Fasern von überlegener Flexibilität
erhalten werden. Aus den Versuchsergebnissen geht ferner hervor, daß das Al/Cl-Verhältnis größer als 1,5
und der Anteil der Milchsäure mindestens 5 Teile und weniger als 100 Teile je 100 Teile festes basisches Aluminiumchlorid,
d. h. 5 bis 50 Gew.-$ Milchsäure, bezogen auf das feste basische Aluminiumchlorid, betragen muß.
- 16 -709884/0910
Zu Lösungen, die etwa 50% basisches Aluminiumchlorid [Al2(OH)5Cl.2,4 H2O] enthielten, wurden unterschiedliche
Anteile kolloidaler Kieselsäure in Form einer kolloidalen Dispersion zugesetzt, die etwa 20 Gew.-I SiO2 enthielt.
Sodann wurde jeder Lösung Milchsäure in einer Menge von etwa 10,5 Gew.-°6 des Gesamtfeststoffgehaltes zugesetzt.
Sodann wurden die Lösungen durch Erhitzen bis auf eine Viskosität von etwa 15 Pa · s (150 P) bei Raumtemperatur
konzentriert und nach dem Verfahren des Beispiels 6 in Fasern übergeführt. Nach dem Trocknen wurden die Fasern
30 Minuten bei 1250 0C kalziniert und danach 24 Stunden
in Luft auf 1500 0C erhitzt. Die so erhaltenen Fasern wurden
nach dem Verfahren des Beispiels 6 geprüft. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 wiedergegeben.
| Teile | Tabelle 5 | Teile | Ungef. | Flexibili | |
| bas. | kolloid. | Gewichts- | tät | ||
| Aluminium | SiO, | verhältn. | |||
| chlorid- | 123 | Al2O,/SiO2 | 1500 0C | ||
| Lösung | 260 | i. d. er | 63 | ||
| 2000 | 413 | hitzten | 21 | ||
| 2000 | Teile | 585 | Faser | 32 | |
| 2000 | Milch | 781 | Al,Ο, SiO, | 52 | |
| Versuch Nr. | 2000 | säure | 911 | 95 5 | Über 200 |
| ; | 2000 | 120 | 1004 | 90 10 | Il If |
| 2 | 2000 | 123 | 1262 | 85 15 | Il Il |
| 3 | 2000 | 127 | 80 20 | 15 | |
| 4 | 2000 | 131 | 75 25 | ||
| 5 | 136 | 72 28 | |||
| 6 | 139 | 70 30 | |||
| 7 | 141 | 65 35 | |||
| 8 | 147 | ||||
- 17 -
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Die Versuche zeigen, daß die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten und auf 1500 0C erhitzten Fasern
eine ausgezeichnete Flexibilität haben, wenn das Gewichtsverhältnis von Al2O3 zu SiO2 zwischen 70:30 und 75:25
liegt.
Ferner wurde festgestellt, daß bei der Verwendung von
Milchsäure die konzentrierte Spinnlösung durch Zugabe von Milchsäure unmittelbar vor dem Spinnen auf die günstigste
Viskosität eingestellt werden kann, während Essigsäure nicht unmittelbar vor dem Spinnen zugesetzt werden darf,
da sie die Löslichkeit der in der Spinnlösung gelösten Salze begrenzt.
Des weiteren wurde festgestellt, daß bei der Verwendung
von Milchsäure als Zusatzstoff die Fasern in einem gut gelüfteten Raum hergestellt werden können, während bei
der Verwendung von Essigsäure die relative Luftfeuchte nicht höher 60$ sein darf und am besten nur 20-30? o beträgt.
Die unter Verwendung von Essigsäure hergestellte Faser muß in einem Raum mit niedriger relativer Luftfeuchte gelagert werden, während die unter Verwendung von
Milchsäure hergestellte Faser in Kunststoffsäcke verpackt und unter üblichen Umgebungsbedingungen gelagert werden
kann.
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Claims (1)
- COHAUSZ & FLORACKPATENTANWALTSBÜHO 9 7 Q 9 9 Q ΠSCHUMANNSTa O7 . U-4OOO DÜ8SELDOHK Telefon: (0211) 683346 Telex: 08586513 cop dPATENTANWÄLTE:
Dipl.-Ing. W. COHAUSZ Dipl.-Ing. R. KNAUF Dr.-Ing.. Dipl. W.rtsch Ing A. GERBER Dipl. Ing. H. B. COHAUSZPatentansprüchePolykristalline Oxidfaser aus Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Mischungen davon, die auch noch Siliciumdioxid enthalten kann, dadurch gekennzeichnet , daß sie durch Erhitzen getrockneter Fasern, die aus einer Flüssigkeit mit einer Viskosität zwischen 0,1 und 100 Pa.s (1 und 1000 P), die 40 bis 70 Gew.-$ basisches Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat, Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und 2 bis 50 Gew.-% dieser Verbindung oder Verbindungen Milchsäure enthält und die auch noch 1 bis 20 Gew.-% kolloidale Kieselsäure enthalten kann, erhalten worden sind, auf eine Temperatur oberhalb 700 ° C hergestellt ist.Verfahren zur Herstellung einer polykristallinen Oxidfaser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Flüssigkeit mit einer Viskosität zwischen 0,1 und 100 Pa-s (1 und 1000 P), die 40 bis 70 Gew.-I basisches Aluminiumchlorid, Zirkoniumacetat, Zirkoniumoxychlorid oder Mischungen davon und 2 bis 50 Gew.-% dieser Verbindung oder Verbindungen Milchsäure enthält, in Fasern überführt, die erhaltenen Fasern trocknet und sie durch mindestens 15 Minuten langes Erhitzen auf eine Temperatur oberhalb 700 0C in Fasern aus Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Mischungen davon umwandelt.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß man die Flüssigkeit durch Spinnen in Fasern umwandelt.31 2567 Π 9 H !U / 0 9 1 0ORIGINAL INSPECtED4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet , daß das Erhitzen in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre ausgeführt wird.5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein basisches Aluminiumchlorid mit einem Al/Cl-Verhältnis von 1,7—2,1:1 verwendet wird.6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man der Flüssigkeit noch 1 bis 20 Gew.-$ kolloidale Kieselsäure zusetzt.709884/0910
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