DE2710050C2 - Verfahren zur Extraktion von pflanzlichem Material - Google Patents
Verfahren zur Extraktion von pflanzlichem MaterialInfo
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Description
25
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Extraktion von pflanzlichem Material, insbesondere
Kaffee, mit einer Extraktionsflüssigkeit in einer Zellenbatterie.
Um Kaffee im großtechnischen Maßstab zu extrahieren, läßt man he'1Os Wasser durch Zellen hindurchfließen,
die mit geröstetem und gemahlenem Kaffee gefüllt sind. Die Zellen können durch ein Röhrenwerk, das
Ventile aufweist, miteinander verbanden sein, wobei eine sogenannte »Batterie« entstellt. Die Extraktion
erfolgt im Gegenstrom. Dies besagt, daß heißes Wasser mit 150 bis I85°C in diejenige Zelle eingeführt wird,
welche die am meisten erschöpfte Kaffeecharge enthält und bereits n-mal behandelt worden ist. Der aus dieser
Zelle austretende Extrakt wird dann in die bereits (n-l)-mal behandelte Kaffeecharge eingeführt und so
fort, bis der Extrakt diejenige Zelle erreicht, die mi» frischem Kaffee gefüllt ist. Der Extrakt tritt aus der
letzteren Zelle mit etwa 100° C aus. Es wird also der
erschöpfte Kaffee der höchsten Temperatur und der frische Kaffee der niedrigsten Temperatur ausgesetzt.
Wenn der Durchgang des Extrakts durch die Batterie beendet ist, dann wird diejenige Zelle, die den am
meisten erschöpften Kaffee enthält, entleert und mit frischem Kaffee gefüllt. Nachdem die Zellen wieder in
einer geeigneten Weise miteinander verbunden worden sind, kann die Extraktion wieder wie vorher durchgeführt
werden.
Der Einfachheit halber werden in der folgenden Beschreibung und auch in anderen Veröffentlichungen
mit dem Ausdruck »heiße Zellen« die Zellen bezeichnet, welche den stärker erschöpften Kaffee enthalten,
während die anderen Zellen »kalte Zellen« genannt werden. Diese Bezeichnung entspricht den Bezeichnungen
»Autoklavenzone« und »Frischzone« in anderen Veröffentlichungen.
Gemäß der Erfindung wurde festgestellt, daß sich die
Gcsehmacksqualitäten von pflanzlichen Materialien, insbesondere Kaffee, bei einem Verfahren zur Extraklion
von pflanzlichem Material mit einer Extraktionsflüssigkeit
in einer Zcllenbatterie verbessern lassen,
wenn man den Extrakt zwischen zwei Zellen teilweise eindampft und dem teilweise eingedampften Extrakt
Extraktionsflüssigkeit in einer Menge zusetzt, die zumindest gleich der Menge der verdampften Flüssigkeit
ist
Demgemäß betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Extraktion von pflanzlichem Material mit einer
Extrakiionsflüssigkeit in einer Zellenbatterie, bei welchem
der Extrakt zwischen zwei Zellen teilweise eingedampft wird, welches dadurch gekennzeichnet ist,
daß dem teilweise eingedampften Extrakt Extrafetionsflüssigkeit in einer Menge zugesetzt wird, die zumindest
gleich der Menge der verdampften Flüssigkeit ist
Das erfindungsgemäße Verfahren besitzt hinsichtlich des teilweisen Eindampfens zwischen zwei Zellen eine
Ähnlichkeit mit einem Verfahren, das aus der DE-OS Ii 58 235 bekannt ist Dieses Verfahren hat jedoch den
Zweck, einen höher konzentrierten Extrakt herzustellen, damit später beim Sprühtrocknen zwecks Herstellung
von Instant-Kaffeepulver nicht soviel Extraktionsflüssigkeit abgedampft werden muß. Der Zweck des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist dagegen eine GeschniacksvcrbesseruRg.
Es wurde ein gewisser Vorteil festgestellt, mehr Extraktionsflüssigkeit zuzusetzen, als sie der verdampften
Menge entspricht Es ist jedoch kaum interessant, mehr als die dreifache Menge der verdampften
Flüssigkeitsmenge zuzugeben. Durch Erhöhung der zugegebenen Menge wird auch die Flüssigkeitsmenge
gesteigert, die während der abschließenden Überführung des Extrakts in ein Pulver beseitigt werden muß.
Außerdem macht die Erhöhung der Verdünnung die Aromadestillation schwieriger.
Ein Beispiel einer Anlage, die bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet werden
kann, ist in der Zeichnung zu sehen. Diese Anlage umfaßt 6 Zellen. Die Zelle, welche den am meisten
erschöpften Kaffee enthält, ist mit 6 bezeichnet, und diejenige Zelle, welche den frischen Kaffee enthält, ist
mit 1 bezeichnet. Zwischen den Zellen 3 und 2, d. h. also zwischen den heißen Zellen und den kalten Zellen
befindet sich ein Verdampfer EV, der mit einem Kondensor CO und einer Vakuumpumpe V verbunden
ist, sowie eine Pumpe P für die Einführung von Wasser in den Kreislauf und ein Erhitzer R. Letzterer ist nur
nötig, wenn bei der Verdampfung die Temperatur der Flüssigkeit unter die Extraktionstemperatur fällt. Eine
Kläranlage kann gegebenenfalls nach dem Erhitzer oder zwischen der Pumpe und dem Erhitzer angeordnet
sein.
Gute Resultate wurden mit einem Entspannungsverdampfer erhalten. Das Eindampfen kann auch durch
Erhitzung mit einem Wärmeaustauscher durchgeführt wrden.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Verdampfung und die Einführung von Wasser auch zwischen anderen
Zellen als den Zellen 3 und 2 erfolgen kann. Bei den Versuchen A bis /, deren Ergebnisse weiter unten
angegeben sind, wurde das Wasser zwischen verschiedenen Zellen eingeführt.
Außerdem wurden Versuche ausgeführt, bei denen das Wasser nicht unmittelbar nach der Verdampfung
eingeführt wurde, sondern nach der Zelle, welche auf die
Verdampfung folgte, oder in die den frischen Kaffee enthaltende Zelle. Die erhaltenen Resultate waren gut.
jedoch ist eine solche Anlage komplizierter.
Zum Vergleich wurden Versuche mit einem Kühler anstelle des Verdampfers ohne Zugabe von Wasser
(Versuche W, X) und mit einem Verdampfer ebenfalls
ohne Zugabe von Wasser (Versuche K.Ztnusgeführt
Die bei diesen Versuchen erhaltenen Extrakte wurden dann durch Trocknen in ein Pulver überführt
(Eindampfen und anschließende Atomisierung oder Lyophilisierung). Anschließend wurde aus diesem
Pulver Kaffee angemacht und durch eine Gruppe von 7 oder 8 erfahrenen Geschmacksprüfern einer Prüfung
unterzogen. Die Resultate dieser Geschmacksprüfungen bestätigen die beträchtliche Verbesserung der
Qualität, die durch das erfindungsgemäße Verfahren erreicht wird.
Die folgende Tabelle enthält die einzelnen Parameter einer Auswahl der durchgeführten Versuche.
| Versuch | B | C | D | E | F | G | H | I | J | W | X | Y | Z | |
| A | ||||||||||||||
|
Temperatur beim Eintritt
in die Zellen (0C) |
182 | 180 | 182 | 182 | 178 | 168 | 178 | 178 | 182 | 175 | 182 | 182 | 178 | |
| Nr. 6 | 182 | 175 | 176 | 176 | 177 | 174 | 164 | 174 | 174 | 177 | 171 | 176 | 174 | 174 |
| Nr. 5 | !74 ' | 168 | 162 | 165 | 165 | 163 | 157 | 163 | 162 | 165 | 161 | 165 | 168 | 160 |
| Nr. 4 | 168 | 160 | 150 | 110 | UO | 110 | 148 | 152 | 152 | 110 | 157 | 110 | 102 | 150 |
| Nr. 3 | 160 | 102 | 105 | 106 | 106 | 106 | 105 | 105 | 140 | 106 | 140 | 106 | 102 | 105 |
| Nr. 2 | 102 | 100 | 100 | 102 | 102 | 102 | 102 | 102 | 105 | 102 | 102 | IiI | 100 | 100 |
| Nr. 1 | 100 | 3-2 | 3-2 | 4-3 | 4-3 | 4-3 | 3-2 | 3-2 | 2-1 | 4-3 | 2-1 | 4-3 | 3-2 | 3-2 |
|
Verdampfung (bzw.
Kühlung bei den Ver suchen W + X) zwischen den Zellen mit der Nr. |
3-2 |
Menge verdampftes Wasser
in kg/kg geröstetem und
gemahlenem Kaffee
in kg/kg geröstetem und
gemahlenem Kaffee
Menge zugesetztes Wasser
in kg/kg geröstetem und
gemahlenem Kaffee
in kg/kg geröstetem und
gemahlenem Kaffee
Feststoffgehalt im Extrakt
beim Austritt in %
beim Austritt in %
0,75 0,75 0,75 0,75 0,75 0,6 0,6 0,4 0,4 0,25 0 0 0,75 0,75
0,75 0,75 1,0 1,0 2,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 0 0 0 0
13,7 13,4 12,1 12,9 10,5 11,6 10,6 13,6 13,6 13,8 14,5 17,5 16,2 17,9
Die in der weiter unten stehenden Tabelle angegebenen Versuchsers;ebnisse wurden mit anderen pflanzlichen
Materialien erhalten. Sie entsprechen den vorstehend angegebenen Versuchsergebnissen für Kaffee
und sind unter vergleichbaren Extraktionsbedingungen erhalten worden.
Die Versuche K bis O wurden mit Mischungen von
Kaffee und Zichorie und die Versuche P und Q wurden mit einer Mischung von Gerstenmalz, Gerste und
Zichorie unternommen.
Die Extrakte der Versuche K bis O wurden von sieben
bis acht erfahrenen Geschmacksprüfern gekostet, die eine Verbesserung bei den Proben K bis N gegenüber
der Probe O feststellen konnten.
Auch die Extrakte der Versuche Pund Q wurden von Geschmacksprüfern gekostet. Von elf Prüfern, die die
Proben richtig erkannten, haben die fünf Prüfer mit der größten Erfahrung die Probe Q vorgezogen. Dieses
Ergebnis ist vielleicht weniger eindeutig als diejenigen, die mit Kaffeemischungen erreicht wurden. Es ist aber
zu berücksichtigen, daß die Abwesenheit von Kaffee in den Proben fund Q das Qualitätsniveau erniedrigt, so
daß die Qualitätsunterschiede weniger wahrnehmbar sind. Jedenfalls beweisen auch die letzten beiden
Versuche, daß allgemein bei der Extraktion von pflanzlichem Material eine Qualitätsverbesserung mit
dem erfindungsgemäßeTi Verfahren eintritt.
| Versuch | L | M | N | O | P | Q | |
| K | |||||||
| Temperatur beim Eintritt in die Zellen | 165 | 175 | 178 | 175 | 155 | 156 | |
| Nr. 6 | 178 | 157 | 170 | 173 | 170 | 147 | 147 |
| Nr. 5 | 173 | 150 | 161 | 156 | 165 | 132 | 129 |
| Nr. 4 | 164 | 142 | 151 | 90 | 133 | 120 | 125 |
| Nr. 3 | 152 | 135 | 90 | 88 | E8 | 94 | 99 |
| Nr. 2 | 90 | 95 | 88 | 87 | 87 | 85 | 85 |
| Nr I | 88 | ||||||
•Ortsct/imt!
| Versuch | I. |
42% üerstenmak
30% Gerste 28% Zichorie |
M | N | O | I' | (,) | |
| K | 2 1 | Hierzu 1 | 3- 2 | 4-3 | 3-2 | 5 4 | 5-4 | |
| Verdampfung zwischen den Zellen der Nummer |
3-2 | 0,6 | 0,7 | 0.8 | 0 | 0.84 | 0.85 | |
| Menge verdampftes Wasser in kg/kg Röstgut |
0,7 | 1.0 | i.o | 1.0 | 0 | 0 | 0,93 | |
| Menge zugesetztes Wasser in kg/kg Röstgut |
1,0 | 9,4 | 10,1 | 10,0 | 9.6 | 13.6 | 11.2 | |
| Feststoffgehalt im Abzugsextrakt in % | 10,7 | |||||||
| Gewichtsprozent | ||||||||
|
K 67% Kaffee M, N, O
33% Zichorie |
68% KalTee
32% Zichorie |
|||||||
|
L 55% KalTee P, Q
45% Zichorie |
Blatt Zeichnungen | |||||||
Claims (4)
1. Verfahren zur Extraktion von pflanzlichem Material mit einer Extraktionsflüssigkeit in einer
Zellenbatterie, bei welchem der Extrakt zwischen zwei Zellen teilweise eingedampft wird, dadurch
gekennzeichnet, daß dem teilweise eingedampften Extrakt Extraktionsflüssigkeit in einer
Menge zugesetzt wird, die zumindest gleich der Menge der verdampften Flüssigkeit ist
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man mehr Extraktionsflüssigkeit zufügt, als verdampft worden ist
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Verdampfung und Zuführung von Extraktionsflüssigkeit der Extrakt wieder erhitzt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem teilweisen Eindampfen der Extrakt geklärt wird.
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