DE2701988A1 - Keramischer bauteil mit geringem ausdehnungskoeffizienten und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Keramischer bauteil mit geringem ausdehnungskoeffizienten und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
München, den · ' · JSÜ '&77
29/O11
NIPPON TELEGRAPH AND TELEPHONE PUBLIC CORPORATION, Tokyo/Japan
und
NIPPON TSUSHIN KOGYO KABUSHIKI KAISHA, Kawasaki-shi/Japan
Keramischer Bauteil mit geringem Ausdehnungskoeffizienten
und Verfahren zu seiner Herstellung
Es werden keramische Bauteile und deren Herstellungsverfahren vorgeschlagen, die als Träger und Halterungen für
Halbleitervorrichtungen geeignet sind. Das neue Material besitzt einen ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten wie
Silicium, das in Form von Plättchen (Chips) für integrierte Schaltungen verwendet wird, und eine der Tonerde
gleichkommende mechanische Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit.
Zur Herstellung der keramischen Bauteile werden Zirkon und calclnierte Tone wie Kaolin, Töpferton u. dgl.
mit einem Zusatz aus der Gruppe LiO-, TiO. und ZnO und gegebenenfalls einem v/eiteren Zusatz aus der Gruppe CoO,
Co2°3' Co3°-4 und MgO gemischt, ausgeformt und gebrannt.
Die Erfindung bezieht sich auf keramische Bauteile mit geringem Ausdehnungskoeffizienten, die als Träger und
Halterungen für integrierte Schaltkreise (IC), integrierte Schaltungen (LSI) u. dgl. verwendbar sind; ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung solcher Bauteile.
Dr.Hk/Du.
709832/0876
Bisher ist im allgemeinen Tonerde (Al2O.) für diesen
Zweck verwendet worden, und zwar meistens Tonerde mit einem Reinheitsgrad von 92% unter Zusatz kleiner Mengen
von MgO, SiO2 u. dgl. Im Falle hybrider integrierter
Schaltungen muß die Oberflächenrauhigkeit kleiner als sein; für diesen Zweck wird hochreine Tonerde mit einem
Reinheitsgrad von etwa 99% verwendet. Für Transistoren mit starker Wärmeentwicklung hat man stattdessen auch
schon Berylliumoxyd wegen seiner hohen Wärmeleitfähigkeit als Substrat eingesetzt.
Gemäß dem Handbuch "Solid Logic Technology"(SLT) der
Firma IBiI (s. auch den Aufsatz von P.A. Totta in Proceedings
of Electronic Components Conference, 1971, Seite 275) werden zur Befestigung von Halbleiterchips auf einer Unterlage bestimmte Bereiche an den Chips und der Unterlage
durch Erhitzen und Verschmelzen miteinander verbunden. Da die Wärmeausdehnungskoeffizienten der Unterlage und
der Chips voneinander abweichen, ergeben sich gewisse Spannungen an denVerbindungsteilen; insbesondere wenn
die Chips eine gewisse Größe überschreiten, können deshalb die Verbindungsteile Beschädigungen erleiden. In
den erwähnten Literaturstellen wird als Gegenmaßnahme die Verwendung eines nachgiebigen Lots für die Chips
empfohlen, aber dies stellt keine grundsätzliche Lösung des Problems dar. Selbst wenn als Unterlage eine Siliciumscheibe dient, um die Ausdehnungskoeffizienten der Unterlage und der Chips in Übereinstimmung zu bringen, ergeben
sich noch ungelöste Probleme hinsichtlich der elektrischen Isolierung und der Halterung für die Unterlage.
Mit der zunehmenden Anzahl der Bauelemente in LSI-Chips nimmt auch die Wärmeentwicklung innerhalb derselben zu.
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Um die Wärmeabführung zu verbessern, lötet man oft die ganze Rückseite des Chips auf die Unterlage auf.
In diesem Zusammenhang ist von Olson und anderen beobachtet worden, daß infolge der Differenz zwischen den
Ausdehnungskoeffizienten der Unterlage und des Chips die Wärmespannungen mit zunehmenden Abmessungen der
Chips so groß werden, daß bei v/iederholten Temperaturzyklen die auf dem Chip untergebrachten Schaltelemente
brechen oder abblättern (s. IEEE Trans, vol. PHP 7, Nr. 2, 76, 1971).
Silicium hat einen Ausdehnungskoeffizienten von 2,5 bis
3,2 χ 10 /0C. Als Werkstoffe mit ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten stehen die Legierungen mit den Handelsnamen
Covar (Ausdehnungskoeffizient >~ = 5,5 χ IO /0C) und
Invar ( ■*- = 2,7 χ 10~6/°C) , sowie Molybdän ( <*. = 4,9 χ
1O~ /0C) u. dgl. zur Verfügung. Da diese Werkstoffe
jedoch elektrisch leitend sind, muß bei ihrer Verwendung als Unterlage für Halbleiterchips eine besondere Verdrahtungsplatte vorgesehen werden.
Die im Hauptanspruch gekennzeichnete Erfindung hat die Aufgabe, einen als Unterlage für Halbleiterchips geeigneten keramischen Werkstoff zur Verfügung zu stellen,
dessen Ausdehnungskoeffizient demjenigen von Silicium nahekommt und dessen mechanische Festigkeit und Wärmeleitfähigkeit denjenigen von Tonerde mit dem Reinheitsgrad 92% nahekommen.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß Zirkon, d. h. Zirkoniumsilikat (ZrSiO4) ähnliche Wärmeleitfähigkeit und mechanische Festigkeit aufweist wie Tonerde,
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daß der Ausdehnungskoeffizient dieses Werkstoffs jedoch nur etwa 4,5 χ 1O~ /0C beträgt. Erfindungseremäß
ist es gelungen, das Problem der Verbesserung der Sinterfähigkeit und der weiteren Verringerung
des Ausdehnungskoeffizienten durch Beigabe von calciniertem
Ton und bestimmten Zusätzen zu Zirkon erfolgreich zu lösen.
Die Tone wie Kaolin, Töpferton u. dgl. können gegebenenfalls auch ohne vorheriges Calcinieren zugegeben werden
und die Zusätze brauchen nicht als Oxyde vorzuliegen, sondern können auch eine Form auf v/eisen, die
beim Brennen in das betreffende Oxyd übergeht (z. B.
Karbonate, Hydroxyde, Nitrate, Oxalate u. dgl.); sie können aber auch in Form von Verbindungen mit Zirkon
zugesetzt werden, z. D. als MgZrSiO5 oder ZnZrSiO5.
Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend beschrieben und an Hand der Zeichnung und der
am Schluß beigefügten Tabellen erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 ein Diagramm der Beziehungen zwischen Brenntemperatur und Biegefestigkeit verschiedener
Zusammensetzungen,
Fig. 2 bis 4 Diagramme zwischen Brenntemperatur und Ausdehnungskoeffizient der Zusammensetzungen
nach Fig. 1,
Fig. 5 ein Diagramm der Beziehungen zwischen Wärmeleitfähigkeit
und Temperatur der Zusammensetzungen nach Fig. 1, sowie von 92%iger Tonerde
und
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Fig. 6A und 6B Draufsicht und Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Bauteils mit aufgelöteter
Siliciunscheibe zur Erläuterung der Biegebeanspruchungen desselben.
Zunächst sollen einige Experimente erläutert werden, die zur Verbesserung der Sintereigenschaften und zur
Erhöhung der mechanischen Festigkeit von Zirkon unternommen wurden. Es wurden MgZrSiO5, Co3O3, Li2Co3, ZnZrSiO5
und TiO- in Pulverform zu Zirkonpulver gegeben, die betreffenden Mischungen wurden ausgeformt und die so erhaltenen
keramischen Formlinge gebrannt. Die verschiedenen Zusammensetzungen nach Gewichtsprozent sind in Tabelle I
angegeben.
Die durchschnittlichenTeilchengrößei von Zirkon und Kaolin
(erhalten durch Calcinieren von Al-O3^SiO2.2H3O und
Entfernen des Kristallwassers) waren 0,8 ,Aim bzw. 5
Die gewogenen Rohstoffe wurden in einem Pottmischer unter Zusatz von Wasser oder Alkohol naß gemischt, getrocknet
und danach zwei Stunden lang beillOO°C calciniert. Das Erzeugnis wurde erneut im Pottmischer naß zerkleinert
und getrocknet, so daß ein pulverförmiges Rohmaterial vorlag. Das Material wurde dann ausgeformt und zwei Stunden
lang im elektrischen Ofen bei einer Temperatur von 12OO bis 145O°C gebrannt. Die wahre Dichte, Biegefestigkeit
und Brenntemperatur der so erhaltenen Probestücke sind aus Tabelle II ersichtlich.
Die Messungen der Biegefestigkeit wurden in folgender Weise ausgeführt:
Ein prismatischer Stab mit den Abmessungen 27 χ 3 χ 1 mm
wurde als Probestück verwendet. Der Stab wurde auf zwei
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•f.
Schneiden gelegt, die einen Abstand von 2 nun hatten.
Eine weitere Schneide wurde in der Mitte der obigen Schneiden auf das Probestück auf gesetzt, um die maximale
Bruchlast zu bestimmen. Die Biegefestigkeit wurde hieraus durch Rechnung abgeleitet. Der angegebene Wert ist
der Mittelwert aus Messungen an vier bis fünf Probestücken.
Die Biegefestigkeit von Keramikteilen aus normalem Zirkon beträgt 1 5 40 kg/cm , während die Werte für die Sätze
2 Nr. 1, 2 und 3 sämtlich über 20OO kg/cm liegen, also
für den praktischen Gebrauch ausgezeichnet sind. Aus den Versuchen ergibt sich, daß nur MgZrSiO5 und Co3O3 als
Zusätze zur Verbesserung der Sintereigenschaften verwendet werden können. Im Falle von Co»0_ war es möglich,
das gleiche Ergebnis durch Zusatz von CoO oder Co-O. anstelle von Co2O- zu erzielen.
Weiter wurden Verbindungen von Li, Ti, Zn u. dgl. als Zusätze verwendet, um keramische Formteile mit einer
Struktur zu erhalten, in der Kristallkörner aus Zirkon von einer Substanz umgeben sind, deren Ausdehnungskoeffizient
kleiner als derjenige von Silicium ist, damit der Ausdehnungskoeffizient insgesamt sich demjenigen von
Silicium annähert. Solche Werkstoffe sind in den Sätzen Nr. 5 bis 10 in Tabelle I angegeben, während die betreffenden
Ausdehnungskoeffizienten e*. aus Tabelle III ersichtlich
sind.
In Tabelle III bedeutet z. B. die Angabe e*. 95-100 einen
durchschnittlichen Ausdehnungskoeffizienten im Bereich 25 bis 100 C. Zur Durchführung der Messungen wurde die
Ausdehnung Δ & eines Prüfmusters mit der Länge -£ im Bereich
O bis 500°C bestimmt und der Ausdehnungskoeffizient00,
bezogen auf die Normaltemperatur 25 , nach der folgenden Formel berechnet: g
<^25-T " (T-25)
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Auch hier handelt es sich um einen Durchschnittsv/ert aus Messungen an vier bis fünf Probestücken.
Man sieht aus diesen Ergebnissen, daß der Einfluß der Sätze Nr. 5 und 8 (Li2Co als Zusatz) so hoch ist, daß
der Ausdehnungskoeffizient demjenigen von Silicium sehr nahekommt. Auch bei den Sätzen Nr. 7 und 10 (TiO3 als
Zusatz) und 6 (ZnZrSiO- als Zusatz) kann ein deutlicher
Einfluß festgestellt werden. Dies dürfte davon herrühren, daß solche Verbindungen wie Eucryptit (Li3O.Al3O3^SiO3)
oder Spodumen (Li 0.Al3O3.4SiO_), Aluminiumtitanat (Al3TiO5),
eine Zinkverbindung (2ZnO.2Al3O3.5SiO2) u. dgl. die
Zirkonkörner (ZrSiO4) in den kristallinen Grenzbereichen
um die Kristallite umgeben und dadurch den Ausdehnungskoeffizienten
des ganzen keramischen Materials herabsetzen.
Auf der Grundlage der vorstehenden experimentellen Ergebnisse mit je einem Zusatz wurden bestimmte Fälle untersucht,
in denen mehrere Zusätze verwendet wurden, um den Ausdehnungskoeffizienten und die mechanische Festigkeit
zugleich zu verbessern. Die Zusammensetzungen der betreffenden Sätze sind in Fig. 4 angegeben. Die Prüfung zeigte,
daß die Sätze Nr. 11 und 14 ausgezeichnete Ergebnisse liefern. Die Brennbedingungen und die physikalischen
Eigenschaften der drei Sätze Nr. 8, 11 und 14 sind aus Tabelle V ersichtlich.
Wie immer in der Keramik nimmt der Brennschwund mit zunehmender Brenntemperatur bis zu einer gewissen Grenze
zu, verringert sich aber wieder, wenn die Brenntemperatur weiter gesteigert wird.
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Fig. 1 zeigt die Beziehungen zwischen der Biegefestigkeit und der Brenntemperatur für die drei Zusammensetzungen
Nr. 8, 11 und 14. Die Zusammensetzungen Nr. δ und 14 zeigen Scheitelwerte bei 13OO und 14000C, während
die Zusammensetzung Nr. 11 wegen des Einflusses von CoO auf die Sinterung ein höheres und breiteres Maximum ergibt.
In diesem Falle ist die zur Erzielung einer hohen Biegefestigkeit benötigte Brenntemperatur unkritisch.
Andererseits muß bei der Zusammensetzung Kr. 8 die Brenntemperatur
sehr genau eingehalten werden, wenn eine gute Biegefestigkeit erzielt werden soll.
In Fig. 2 bis 4 sind die Beziehungen zwischen der Brenntemperatur und dem Ausdehnungskoeffizienten für die
Zusammensetzungen Nr. 8, 11 und 14 dargestellt. Wie man sieht, stimmt der Ausdehnungskoeffizient der Zusammensetzung
Nr. 8 bei einer Brenntemperatur von 1325°C mit demjenigen von Silicium im wesentlichen überein; zum
Vergleich sind die Ausdehnungskoeffizienten von Silicium in der nachstehenden Tabelle VI angegeben:
Ausdehnungskoeffizienten von Silicium v*»O-lOO 2,5 χ 1O~6/°C
C^0-200 2,6 x lo"6/°C
(K 0-300 2,8 χ 1O~6/°C
O-O-4O0 3,0 χ 1O~6/°C
<*/ 0-500 3,2 χ 1O~6/°C
Ferner sieht man, daß die Ausdehnungskoeffizienten der
Zusammensetzungen Nr. 11 und 14 bei den Brenntemperaturen 13OO bzw. 135O°C den Koeffizienten von Silicium am nächsten
kommen.
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Beispiel 1 ' ^"
71,40 g Zirkon (ZrSiO., mittlere Korngröße 0,8 yum)
und 24,36 g Kaolin (M2O3.2SiO2.2H3O) , das eine Stunde
lang bei 10000C calciniert war, wurden als Hauptbestandteil
des Rohmaterials verwendet; hierzu wurden 4,24 er Li-CO., gegeben. Die Rohstoffe wurden in einem Pottmischer
naß gemischt, getrocknet und danach zwei Stunden lang bei 1100 C calciniert. Das so erhaltene Produkt wurde
abermals in dem Pottmischer naß zerkleinert und getrocknet und ergab einen pulverisierten Rohstoff, der trocken
ausgeformt und im elektrischen Ofen zwei Stunden lang bei 1325°C gebrannt wurde. Die Eigenschaften der so gewonnenen
Formkörper sind in Tabelle V unter Satz Nr. 8 verzeichnet. Ein Erzeugnis mit nahezu identischen Eigenschaften
konnte erhalten werden, wenn Töpferton anstelle von Kaolin verwendet wurde.
5,75 g CoCO3 und 12,5 g ZnZrSiO5 wurden zu 71,38 g Zirkon
gegeben und 12,50 g eines Pulvers zugefügt, das durch Calcinieren von Kaolin bei l000°C erhalten worden war.
Diese Mischung wurde in einem Pottmischer naß durchgemischt, getrocknet und danach zwei Stunden lang bei HOO0C
calciniert. Die gesinterte Masse wurde abermals im Pottmischer naß zerkleinert und getrocknet, um ein pulverisiertes
Rohmaterial zu erhalten. Aus einem mit diesem Pulver hergestellten Schlicker wurden dünne Blätter mit
einer Dicke von 0,2 mm mittels einer Rakel ausgestrichen. Einige dieser Blätter wurden aufeinandergelegt und der
so entstandene Schichtkörper durch Walzen vereinigt. Danach wurde die gewünschte Form ausgestanzt und im elektrischen
Ofen zwei Stunden lang bei 13000C gebrannt. Die Eigenschaften des so gewonnenen FormkBrpers sind in Tabelle
V unter Satz Nr. 11 veraeichnet. Ein Formkörper
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•41.
rait nahezu identischen Eigenschaften konnte hergestellt
werden, wenn statt ZnZrSiO5 ein Gemisch von ZnO und
ZrSiO- in äquivalenten Mengen verwendet wurde.
1,9Og TiO- und 6,25 g MgZrSiO5 wurden zu 79,35 g Zirkon
und 12,5 g calciniertem Kaolin zugegeben. Die Mischung wurde in einem Pottmischer naß abgemischt, getrocknet
und dann zwei Stunden lang bei 1100 C calciniert. Der Sinterkuchen wurde wieder im Pottmischer naß zerkleinert
und getrocknet, so daß sich ein Rohmaterial in Pulverform ergab. Aus einem hieraus hergestellten Schlicker wurden
Blätter mit einer Dicke von etwa 0,2 mm mit einer Rakel ausgestrichen. Eine Anzahl solcher Blätter wurde aufeinandergelegt,
ausgerollt und in der gewünschten Form ausgestochen, sowie anschließend im elektrischen Ofen zwei
Stunden lang bei 13OO C gebrannt. Die Eigenschaften der so erhaltenen Formkörper sind in Tabelle V unter Satz
Hr. 14 verzeichnet. Ein Erzeugnis mit nahezu identischen Eigenschaften wurde erhalten, wenn statt MgZrSiO5 Magnesiumoxalat
und ZrSiO. in äquivalenten Mengen verwendet wurden.
In Fig. 5 sind die Wärmeleitfähigkeiten der Sätze Nr. 8, 11 und 14 mit denjenigen von 92%iger Tonerde und normalem
Zirkon verglichen. Insbesondere die Wärmeleitfähigkeit des Satzes Nr. 11 stimmt mit derjenigen von Tonerde nahezu
überein und ist wesentlich besser als diejenige von Zirkon allein.
Fig. 6A und 6B zeigen die Verhältnisse bei der Biegung einer Unterlage, an der eine Siliciumscheibe befestigt
ist. Um das Biegeverhalten praktisch zu messen, wurde eine Siliciumscheibe mit dem Durchmesser 5 cm und der
Dicke 0,38 mm mit einem eutektischen Lot (Schmelzpunkt 3OO°C) auf eine Unterlage mit der Breite 8 cm, der
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Länge 10 cm und der Dicke 1 mm aufgelötet. Die Durchbiegung
<Δ y wurde bei verschiedenen Probestücken gemessen,
wobei einerseits Unterlagen aus 92%iger Tonerde und andererseits Unterlagen aus Zusammensetzung Nr. 11
verwendet wurden. Es ergaben sich folgende Durchbiegungen
Tonerde: «ö-y = 150 /um
Satz Nr. 11: Ay - 13 /um
Die neuen Werkstoffe können also auch in Bezug auf die Durchbiegung als ausgezeichnet angesehen werden. Wie aus
Tabelle V hervorgeht, haben die betreffenden Werkstoffe eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit und mechanische Festigkeit
und eine dem Silicium nahekommende Wärmeausdehnung.
Die einzelnen Zuschlagstoffe sind in folgenden Grenzen
verwendbar:
Ton,wie calciniertes Kaolin, Töpferton u. dgl. (Al2O.
5,00 bis 30,00 Gew.-%.
Der Ton bildet zusammen mit Li O, Ti0_, ZnO u. dgl. eine
Zone geringer Wärmeausdehnung um die Zirkonteilchen. Wenn
der Tonanteil weniger als 5,00 Gew.-% beträgt, ist die
Wärmeausdehnung nicht klein genug und wenn der Anteil 30%
übersteigt, wird die Brenntemperatur so hoch, daß ein vollständiger Brand schwierig zu erzielen ist. Der optimale
Anteil liegt zwischen 6 und 25%.
Li 0: 1,00 bis 5,00 Gew.-%
Diese Substanz soll zusammen mit dem Kaolin Li3O.Al2O3.
oder Li2O.Al2O3.4SiO2 bilden. Wenn der Anteil weniger als
1% beträgt, wird der Wärmeausdehnungskoeffizient nicht genügend verringert, d. h. er übersteigt denjenigen von
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"fc*
Silicium noch um mehr als ο,5 χ 10 /C. Bei einem
Anteil von mehr als 5,00 Gew.-% unterschreitet der Ausdehnungskoeffizient denjenigen von Silicium um
mehr als 0,5 χ IO /°C, die Brenntemperatur muß in einem außerordentlich schmalen Bereich eingehalten
werden und die praktische Herstellung wird sehr schwierig. Der optimale Bereich liegt zwischen 1,5 und 2,0%.
1,OO bis 10,00 Cew.-%
Diese Substanz soll durch Bildung von Al-TiO,- zusammen
mit dem Al-O- des Tons das Zirkon umhüllen. Wenn der
Anteil weniger als 1,00 % beträgt, übersteigt der Ausdehnungskoeffizient
denjenigen von Silicium um mehr als O,7 χ 1O~6/°C; wenn der Anteil mehr als 10,00 % beträgt,
wird die Dielektrizitätszahl der Keramik höher als 12 und der Isolationsv/iderstand verringert sich. Der optimale
Bereich liegt bei 1,9 bis 3,8%.
ZnO: 2,00 bis 10,00 Cew.-%
Diese Substanz bildet zusammen mit dem Al3O3.2SiO- des
Tons eine Verbindung mit geringem Ausdehnungskoeffizienten, in die das Zirkon eingebettet ist. Wenn die Substanz
einen Anteil von weniger als 2,OO% hat, ist der Ausdehnungskoeffizient
um mehr als 0,8 χ 10 /0C größer als derjenige
von Silicium; wenn der Anteil mehr als 10,00% beträgt, werden die Sintereigenschaften schlecht und die Biegefestigkeit
kann nicht über 20OO kg/cm gesteigert werden. Der optimale Anteil beträgt 3,5 bis 5,5%.
CoO, Co-O- und Co3O4: 2,OO bis 15,00 Gew.-%
Diese Substanzen sollen hinzugefügt werden, um die Sintereigenschaften
der Keramik zu verbessern. Wenn ihr Anteil
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' H.
weniger als angegeben beträgt, ist die Sinterung unbefriedigend;
wenn der /nteil den obigen Bereich überschreitet, v/erden die dielektrischen Verluste zu groß.
Der optimale Bereich für CoO, Co3O3 und Co3O4 liegt
zwischen 3,50 und 8,00%.
MgO: 1,OO bis 5,OO Gew.-%
Diese Substanz soll zur Beschleunigung des Sinterns zugesetzt v/erden. Wenn ihr Anteil weniger als 1,OO%
beträgt, geht die Sinterung nicht voran und v/enn der Anteil mehr als 5,00% beträgt, werden die Kristallkörner
zu groß und die Biegefestigkeit verringert sich. Die Obergrenze des Anteils von MgO ist so festgelegt, daß
die Biegefestigkeit oberhalb 2000 kg/cm2 bleibt. Der optimale Bereich für diesen Anteil liegt zwischen 1,10
und 2,50%.
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| Satz Nr | 1 | 2 | 83 12 |
3 | 4 | 5 | 50 18 |
75 12 |
6 | 7 | 70 50 |
71 12 |
8 | 9 | 50 OO |
IC | 20 OO |
| Bestand teile |
62,50 25,00 |
CO2 3 |
79,75 12,40 |
3 32 |
TiO2 3,80 |
Li 4 |
ZnZrSiO5 12,50 |
TiO2 3,80 |
|||||||||
| Zirkon Kaolin |
75,00 12,50 |
MgZrSiO5 12,50 |
,55 ,47 |
CO2O3 7,85 |
83, 12, |
,00 ,50 |
83, 12, |
,40 ,50 |
62, 25, |
71, 25, |
|||||||
| Zusatz | gZrSiOc 12,50 |
°3 ,98 |
Li2CO 4, |
ZnZrSiO5 12,50 |
2CO3 ,24 |
||||||||||||
| Satz Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Eigenschaft | ||||
| Wahre Dicke | 4,02 | 3,92 | 3,98 | 4,03 |
| Biegefestig keit 2 kg/cm |
2020 | 2180 | 2200 | 1640 |
| Brenntempe ratur 0C |
1350 | 14OO | 1400 | 1400 |
ro
-j ο
t£> 00 00
Tabelle III
| Satz Nr. | °°25-100 | **-25-200 | °^25-3OO | ^-25-4OO | '^25-5OO |
| 5 | 2,3 | 2,6 | 2,8 | 2,8 | 3,0 |
| 6 | 3,0 | 3,2 | 3,5 | 3,7 | 3,9 |
| 7 | 2,9 | 3,2 | 3,5 | 3,8 | 3,9 |
| 8 | 2,3 | 2,3 | 2,6 | 2,8 | 2,9 |
| 9 | 3,2 | 3,6 | 3,8 | 4,0 | 4,1 |
| 10 | 2,9 | 3,2 | 3,5 | 3,7 | 3,P |
| Satz Nr. | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| Bestand teile |
71,38 12,50 |
67.58 25,OO |
71.20 12,50 |
79,35 12, 5O |
|
| Zirkon Kaolin |
CoO 3,62 ZnZrSiO5 12,50 |
CoO 3,62 TiO23,80 |
MgZrSiO5 12,50 TiO2 3,80 |
VIgZrSiO5 6,25 TiO2 1,9 |
85,6O 6,25 |
| Zusätze | HgZrSiO5 6,25 TiO2 1,9 |
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|
«^^^ Satz
Eigenschaft"" |
25 - 1OO°C
25 -.20O0C 25 - 300°C 25 - 4OO°C 25 - 5000C |
25°C
1000C |
Biegefestigkeit
(kg/cm2) |
Nr. 8 | Nr. 11 | Nr. 14 |
Gewöhn
liches Zirkon |
3.7 |
92%
Tonerde |
| Brenntemperatur (0C) |
wärmeleit
fähigkeit CaI.cm 1S ioc X |
Elastizitätsmodul
(1O€ kg/cm2) |
1325 | 13OO | 1350 | - | Mo14 | - | |
|
Brennschwund
Koeffizient (%) |
Poissonsche Konstante | 11,60 | 16,02 | 13,81 | - | 8,8 | - | ||
| Wahre Dichte | 3,40 | 4,18 | 3,85 | - |
4,3
4,5 |
3,6 | |||
| Scheinbare Dichte | 3,41 | 4,18 | 3,85 |
O,O19
Ο.Ο16 |
— | ||||
|
Spezifischer Volumen-
viderstand (M Sl ) |
7,5xlO13 | l,2xlO14 | 1,IxIO14 | 1540 | Mo14 | ||||
|
Dlelektrizitätsζ ahl
(IMHz) |
9,2 | 1O,2 | 9,7 | 1,62 | 9,0 | ||||
|
Ausdeh
nungskoef fizient (1O"6/°C) |
2.4
2,7 2,9 3,1 3,3 |
3,0
3,3 3,6 3,8 3,9 |
3,O
3,2 3,4 3,6 3,7 |
0,25 | 6,5 | ||||
|
O,O24
O,O35 |
O,O35
-0,035 |
0,033
O,O25 |
■ — |
O,04
O,032 |
|||||
| 2064 | 2310 | 2500 | 3000 | ||||||
| 1,1O | 1,85 | 1,83 |
•
2,7 |
||||||
| 0,23 | 0,24 | 0,24 | 0,22 | ||||||
| VickershSrte 1103 | 1183 | HOO | 1350 |
709832/0876
ZC
Leerseite
Claims (6)
1. Verfahren zum Herstellen keramischer Bauteile für Halbleitervorrichtungen,
dadurch gekennzeichnet, daB Zirkon (ZrSiO.) mit 5 bis 3O Gev;.-% calciniertem Ton wie Kaolin, Töpferton
u. dgl. (Al-O..2SiO-) und einem Zuschlag aus der nachfolgenden Gruppe I oder aus je einem Zuschlag der Gruppen I
und die Formlinge bei 1200 bis 145O°C gebrannt werden (alle
und II vermischt werden, daß das Gemisch ausgeformt wird und die Formlinge bei J
Angaben nach Gewicht).
Angaben nach Gewicht).
Gruppe I:
Gruppe II: CoO : 2,OO - 15,0O t Co2O3 : 2,00 - 15,00 %
' Co3O4 : 2,00 - 15,00 %
MgO : 1,OO - 5,00 %
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB der calcinierte Ton in einer Menge von 6,00 - 25,OO % zugefügt
wird, daß die Brenntemperatur im Bereich zwischen 12OO und 14OO°C gewählt wird und daß Zuschläge der Gruppen
I und II in folgenden Bereichen gewählt werden:
Dr.Hk/Du.
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ORICHNAL INSPECTED
MgO : 1,10 - 2,50 %
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuschlag aus Gruppe I Li2 0 i" einer Menge von 1,50 2,00
% ist, daß die Ausformung bei Zimmertemperatur durchgeführt wird und daß die Brenntemperatur zwischen 1300
und 135O°C liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Zuschläge ZnO in einem Anteil von 3,5O - 5,50 % aus
Gruppe I und CoO in einem Anteil von 3,5O - 8,OO % aus Gruppe II gewählt werden und daß die Brenntemperatur zwischen
1200 und 135O°C liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Zuschläge TiO2 in einem Anteil von l,9O - 3,80 % aus
Gruppe I und MgO in einem Anteil von 1,10 - 2,5O t aus
Gruppe II gewählt werden und daß die Brenntemperatur zwischen 125O und 14OO°C liegt.
6. Keramische Unterlage für Halbleiterscheiben, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung (alle Angaben nach Gewicht):
a) Calcinierter Ton (Al2O3^SiO2) : 5 - 3O %;
b) ein Zuschlag aus der Gruppe I oder je ein Zuschlag aus Gruppe I und Gruppe II wie folgt:
Gruppe I: Li2O: 1,00 - 5,00 %
TiO2 : 1,OO -ΐΟ,οο % ZnO : 2,OO -10,OO t
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Gruppe II: CoO : 2,OO - 15,OO %
Co2O3 : 2,OO - 15,O0 %
Co-,Ο,, : 2,00 - 15,00 %
MgO : 1,OO - 5,OO %
c) Rest Zirkon (ZrSiO4).
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP1041776A JPS5294311A (en) | 1976-02-04 | 1976-02-04 | Ceramic materials having low coefficient of thermal expansion and manufacture |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2701988A1 true DE2701988A1 (de) | 1977-08-11 |
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Family Applications (1)
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Country Status (5)
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| JP (1) | JPS5294311A (de) |
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- 1977-02-03 FR FR7703071A patent/FR2340286A1/fr active Granted
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