Beschreibung
Die Erfindung betrifft die breitbandige Tarnung militärischer Ziele vom
ultravioletten Licht- bis zum Radarwellenbereich des elektromagnetischen Spektrums, wobei eine Kombination verschiedener Maßnahmen die Tarnwirkung
für die einzelnen Teilbereiche jeweils optimiert.
Erfii;■ MHKjSgemäß wird vorgeschlagen, daß zur Tarnung militärischer Ziele
in '. 'pcktralbereichen der atmosphärischen Fenster, In denen Wärmebild-Uberü\Hjung möglich ist, eine oder mehrere der folgenden drei Maßnahmen
ergriffen werden:
1. Verminderung des Emissions- und Remissionskontrastes vom Ziel gegen den
natürlichen Hintergrund durch Anwendung von Tarnnetzen, die mit einer in bekannter Weise aufgerissenen Garnierung versehen sind. Die Anpassung
bzw. Strukturierung der Emission und Remission der IR-Strahlung im Bereich
(K.■· oh'.-n genannten atmosphärischen Fenster geschieht dadurch, daß die Garnierung eine infrarot reflektierende Schicht und darüber eine entsprechende
Fa-bbcscl'.ichtung besitzt, wie beispielsweise in dem deutschen Patent
Ni 27 oo 2o2 beschrieben.
2. Der Temperaturkontrast vom Ziel gegen den natürlichen Hintergrund, der eine
Entdeckung warmer oder heißer Objekte im oben genannten Spektral bereich
auf große Entfernung erlauben würde, wird herabgesetzt durch Wärmedämmatten,
wie sie beispielsweise in der Offenlegungsschrift P 22 52 431 vom 26. Okt. 1972
beschrieben sind.
3. Bei zu tarnenden militärischen Zielen, welche laufend Wärme erzeugen, wird
zur Verminderung des Temperaturkontrastes die erzeugte Wärme in Form heißer
Gase abgeführt. Die heißen Abgase werden durch Kaltluft laminar umströmt in besonderen Luftkanälen aus dem Tarnaufbau herausgeführt, wobei eine Erwärmung
des Aufbaus und der Führungskanale selbst verhindert wird, wie dies beispielsweise in den Grundzügen der Patentanmeldung P 27 31 2o5.6 offenbart
worden ist.
Eine Anordnung zur Realisierung des Erfindungsgedankens am Beispiel eines
Dieselelektrischen Generators zeigt Bild 1. _2-
Eine Wärmedämmatte 1 ist in einigen Dezimeter Entfernung über den Dieselelektrischen Generator 4 ausgebreitet» wobei dafür gesorgt 1st, daß zwischen
diesem Generator und der Wärmedämmatte Luft zirkulieren kann. Ober diesen
Wärmedämnutten 1st in einigen Dezimetern Abstand ein bretbandiges Tarnnetz 2
gelegt, das durch Stutzstangen 3 auf Abstand gehalten wird. Durch den Schatten,
den dieses Breitbandtarnnetz auf die Wärmedämmatte wirft, wird verhindert, daß
sich dieses bei Sonnenbestrahlung gegenüber der natürlichen Umgebung, die durch
Wind und Verdunstung gekühlt ist, aufheizt und dadurch ein starker Temperaturkontrast entsteht. Da die Garnierung des Tarnnetzes 2 In bekannter Weise sichelförmig geschlitzt 1st, sorgt die natürliche Konvektion der Luft und der Wind
dafUr, daß sie sich In Ihrer Temperatur der Umgebung weltgehend anpaßt.
Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung befinden sich Innerhalb des Garnierraaterials, das nach Bild 2 als Verbundsystem aufgebaut 1st, metallisierte Lagen
15 bzw. Metall schichten 19, die eine Reflexion ankommender Radarwellen bewirken.
Durch den oben erwähnten Sichelschnitt ist gewährleistet, daß die Radarstrahlung
bei der Reflexion weitgehend zerstreut wird.
Aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen wird vorgeschlagen, als Grundmaterial fur fii» Herstellung von Wärmedäinnattun und iür die Herstellung der Garnierung
der larrnctze das gleiche Gewebe zu benutzen, welches vorzugsweise beidseitig
metallisiert und anschließend ein oder beidseitig mit entsprechenden IR-Tarnfarben
versehen wird. Bild 2 zeigt den Aufbau eines derartigen Materials, das ein Verbundsystem darstellt. Als tragendes Grundgewebe dient ein Textilgewebe 12, das vorzugsweise aus Polyamid besteht und eine Beschichtung 13 vorzugsweise aus Weich-PVC
trägt.
Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung wird das Weich-PVC mit einem metallischen
Anstrich 19 versehen, der ein infrarotdurchlässiges Bindemittel enthält, um
die Reflexion der 1m metallischen Anstrich befindlichen Metall pigmente weitgehend
zu erhalten.
Andererseits wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Metallisierung 19 chemisch
aufgetragen wird, z. ß. daß ein Niederschlag von Metall aus einer Metal!salzlösung
auf dem oben beschriebenen Grundmaterial 12, 13 erfolgt.
Eine weitere Möglichkeit zur Aufbringung einer Metallschicht 19 besteht
darin, daß der Tarnstoff 12, 13 zur Entfernung des Lösungsmittels aus der
Oberfläche im Niedervakuum geglimmt und anschließend durch Bedampfung
metallisiert wird.
Als weitere Möglichkeit der Metallisierung ergibt sich, das Gewebe 12, 13
vorzugsweise beidseitig mit einer vorgewalzten sehr dünnen Metallfolie 19 vorzugsweise aus Aluminium zu kaschieren.
Um eine gute Biege- und Knitterfestigkeit zu bekommen, wird erfindungsgemäß
alternativ vorgeschlagen, die Schichtenkombination 12, 13 vorzugsweise beidseitig
mit metallisierter, vorzugsweise mit Metall bedampfter Kunststoffolie
14 zu kaschieren. Die Dicke der aufgebrachten Metallschicht sollte einige loo nm betragen. Die sehr dünne Lacksicht 16 dient als Schutzschicht für die
Aluminiurcbedampfung und gleichzeitig als Primer, der die Haftung der darüber
Tarnfarbenschicht verbessert.
Ei - .-.· ;;gefrj'3 werden Wärmedämmatten, die zur Tarnung des Temperaturkontrastes
war; r . ;er ;,ehr heißer Gegenstände nach Maßnahme 2 des Anspruchs 1 notwendig
sind, durch eine Kombination nach Bild 3 realisiert. Diese Kombination besteht aus zwei oben beschriebenen Verbundfolien 2o, die am Rande 21 luftdicht verschweißt
sind und durch eine Dffnung 22 aufgeblasen werden können. Im Inneren
dieser Anordnung sind diese Verbundschichten nicht mit Tarnfarben versehen, so daß sie als Spiegel wirken und einen Wärmeübergang durch Strahlung weitgehend
verhindern. Durch die dazwischen liegende Luftschicht ist gewährleistet, daß
auch dip Wärmeleitung stark reduziert wird. Bild 4 zeigt eine weitere Verbesserung
-der Warneda.Tindtte. Die Verbundschichten 2o sind, wie vorher beschrieben, an ihrer
Außenseite 23 mit Tarnfarbe versehen, wobei die Innenseiten 24, wie ebenfalls beschrie:;"n,
nach Anspruch 5 bis 9 spiegelnd gestaltet sind. Es befinden sich im
Inr. -rer, ,'. tze 25, die für einen Abstand und damit für eine Luftisolation sorgen
und Spiegelfolien 26, die beidseitig metallisiert sind. Sie sind durch die Netze
und die stabile Außenhaut 2o gegen mechanische Beschädigung geschützt und können
daher in wenigen pm Stärke ausgeführt werden.
Derartige Verbundsysteme haben den entscheidenden Vorteil, bei kleinstem Gewicht
sehr hohe Wärmedämmungen zu erreichen, sowohl bezüglich Strahlung als auch Konvektion
uf.ü dj:nit einen Temperaturkontra:.t, der mehr als loo°C zwischen Ziel und
Hintergrund betragen kann, auf nur wenige Zehntel Grad Celsius herabmindern.
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Weiterhin hat sich ergeben, daß Wärmedämmatten nur an den Stellen der zu
tarnenden Gegenstände angebracht werden sollen, die einen verhältnismäßig
hohen Temperatur!«) nt rast besitzen, d. h. deren Oberflächentemperatur mehr
als Io C über der des natürlichen Hintergrundes Hegt.
Daraus ergibt sich der erfindungsgemäße Gedanke, daß Wärmedämmatten in ihrer
geometrischen Form den heißen Teilen der zu tarnenden Gegenstände, beispielsweise der Motorhaube eines Fahrzeuges oder der Frontseite eines Panzers, angepaßt, also maßgeschneidert werden sollte.
Es wird weiterhin vorgeschlagen, die dem zu tarnenden Gegenstand zugewandte
Sei!.-.· iiur Warmedämmatte nicht mit der üblichen Tarnfarbe, sondern mit einer
Infrarot vollständig durchlässigen Farbe zu versehen, um eine Aufheizung durch
Wärmestrahlung von vornherein zu unterdrücken, da dann die Spiegelwirkung der Metallisierung voll erhalten bleibt.
Tarnnetze zur Tarnung militärischer Ziele vom sichtbaren bis zum Radarbereich
unter Verwendung von sichelförmig geschnittenem Garniermateria],wobei als Tarnanstrich Tarnfarben benutzt werden, deren Pigmente im sichtbaren und nahen
TR-H-Nt i h eine dem Chlorophyll ähnliche? Reflexion aufweisen und die Bindemittel
der Farben in den Bereichen von 3 - 5 um und 8 - 14 um eine gute Transparenz
aufweiten und deren Grundierung metallisch spiegelnd ausgeführt ist, sind erfindüMj :v'-jZ gegen Radaraufklärung besonders wirksam, wenn der spezifische
Fläche:iwid-jrstand maximal nur einige Ohm beträgt, was gegen den Wellenwiderstand
des freien Raumes von 377 Ohm eine außerordentlich gute Reflexion bewirkt.
Wird der Emissionsfaktor der Farben 1m atmosphärischen Fenster im Bereich von
3 bis 5 um beispielsweise zwischen 5o und 9o % über die Fläche variabel eingestellt und im Bereich des Fensters von 8 - 14 um zwischen 6o - 95 % variiert, so
wird sich ein derartiges Netz unter allen atmosphärischen Bedingungen vorzüglich
1n den Hintergrund einpassen.
Bringt man auf der äußersten Farbschicht des Tarnnetzes 17, eine dünne im Ultravioletten wirkende Schicht 18 auf, so kann-diese für alle anderen Spektral bereiche
durchlässig gestaltet werden.
Dieses ist beispielsweise dadurch möglich, daß diese Schicht im Ultravioletten
eine optische Dicke von etwa λ/4 besitzt. Eine solche Schicht wirkt als Sperrschicht, ist aber bereits im sichtbaren Bereich durchlässig und wird im infraroten
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Bereich überhaupt nicht mehr zur Wirkung kommen. Außerdem kann durch Einlagerung an sich bekannter UV-Licht absorbierender Stoffe in diese Schicht
deren Wirkung noch weitgehend verbessert und der natürlichen Umgebung angepaßt werden.
Wird durch einen zu tarnenden Gegenstand laufend Wärme erzeugt, so genügt die
Maßnahme der Verminderung des Temperaturkontrastes durch Wärmedämmung allein
nicht, da sich dann unter der Wärmedämmschicht beliebig hohe Wärmemengen ansammeln. Es ist daher Sorge zu tragen, diese Wärmemengen für infrarote Be-οίΐΛΐ-Μιιη«] unsichtbar aus dem Tarnaufbau heraus zu transportleren. Als flir
Wärniebildaufklärung unsichtbare Wärmeträger können nur Gase dienen, die in der
Atp/- ;.·!.-.re vorhanden sind, da deren Eigenstrahlung in der Luft wieder absorbiert \i\rd. Kühlt man beispielsweise einen Verbrennungsmotor nach Bild 1 durch
den Turbolüfter 7 und führt die erwärmte Kühlluft 3 aus dem Tarnaufbau heraus,
so ist diese durch die Atmosphäre nicht sichtbar, weil sowohl Sauerstoff, Stickstoff, Wasserdampf und CO-, die Hauptbestandsteile der Luft, außerhalb der
atmosphärischen Fenster strahlen, da dort die Atmosphäre ihre stärkste Absorption, also auch die Abluft ihre stärkste Eigenstrahlung bei Erwärmung aufweist. Es ist aber dafür Sorge zu tragen, daß diese erwärmte Luft keine festen
Gegenstände, wie Kanal schachte, Wärmedämmatten, Tarnnetze oder in der Nähe
stehende Bäume erwärmt, da von diesen Wärmestrahlung breitbandig emittiert wird
und durch die atmosphärischen Fenster übertragen wird.
Erfiü ν, r,C1I-I,i.j3 geschieht dies dadurch, etaii über die warme Abluft 8 ein KaItluftv.trcm b gebreitet wird, der dafür sorgt, dal' die Teile der Abluftkanäle,
die nach außen sichtbar sein könnten, gekühlt bleiben. Die warme Abluft wird
durch einen Deckmantel von kühler Luft, der sie erfindungsgemäß laminar überströmt, mit Hilfe des Lüfters 5 aus dem Tarnaufbau hinausgebracht, wobei der
Anteil der Kaltluft dafür sorgt, daß auch Kanten der Tarnnetze und der Wärmedämmatten gekühlt bleiben.
Nach einem weiteren Erfindungsgedanken wird die Kaltluft 6, die zur laminaren
Umstromung der heißen Gase benutzt wird, su in den Tarnaufbau hereingeführt,
daß ein Warmluftstau unter der Wärmedämmatte mit Sicherheit verhindert wird. Dadurch wird die Konvektionsübertragung der Wärme wesentlich vermindert und sowohl
die äußere Temperatur des Generatorgehäuses 4, als auch die innere Temperatur der Wärmedämmatte 1 verkleinert.
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Die Kühlung des AuspuffStutzens erfolgt wie bereits in Patentanmeldung
P 27 31 2o5.6 gezeigt, durch eine laminare Umhüllung 10 der heißen Auspuffgase 9, die größtenteils aus CO^ und H2O bestehen, also aus Gasen, die in
der Atmosphäre vorhanden sind. Diese selektive Strahlung wird daher resonant in der Atmosphäre absorbiert. Da aber diese Auspuffstutzen in
vielen Fällen harte Gegenstände der Umgebung, wie Büsche, Bäume etc. erwärmen und diese dann Im Wärmebild hell leuchtend In Erscheinung treten,
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß das Ende des Kanal Schachtes 11, welcher
die in kalter Luft geführte Warmluft leitet, durch Drehen und Schwenken
inner ins Freie gerichtet werden kann.
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