Btumanberpar Straße 143/145
4050 Mönchengladbach 1
- 6 - 0981 Wio/Sch
11.11.1977
Verfahren und Vorrichtung zum Verbinden von Textilfaden
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verbinden von Textilfaden mittels einer eine Wirbelkammer
mit Längsschlitz zum Einlegen und Herausnehmen der zu verbindenden Fäden besitzenden Vorrichtung, in der die
nebeneinanderliegend eingelegten und durch außerhalb der Wirbelkammer angeordnete Fadenklemmvorriohtungen gehaltenen
Fäden durch Druckluftzufuhr miteinander verwirbelt und auf diese Weise miteinander verbunden werden.
Bei einer bekannten Vorrichtung der genannten Art befinden sich in Achsrichtung der Wirbelkammer vor und hinter deren
Mündungsrändern Fadenklemmvorrichtungen, die die miteinander zu verbindenden Fäden so halten, daß sie in gestrecktem Zustand
etwa in der Längsachse der Wirbelkammer angeordnet sind. Sobald Druckluft in die Wirbelkammer eingeblasen wird,
werden die Fadenstränge miteinander verwirbelt, gleichzeitig wird ihnen ein Falschdrall aufgezwungen, der sich bis zu den
Fadenklemmvorrichtungen fortsetzt.
Die mit einer derartigen Vorrichtung erhaltene Fadenverbindung weist verschiedene Nachteile auf.JDie Verbindungsstelle
selber ist sehr lang und reicht von einer Fadenklemmvorrichtung bis zur anderen. Dabei tritt die gewünschte Verwirbelung
aber nur innerhalb der Wirbelkammer auf, so daß an den Enden der Verbindungsstelle zwar ein doppelter Fadenquerschnitt
mit Falschdrall, aber nicht die gewünschte
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Durchmischung der Einzelfasern vorhanden ist. Um die Fadenstränge überhaupt halten zu können, müssen freie Fadenenden genügender Länge während des HalteVorgangs aus
der Fadenklemmvorrichtung herausragen. Diese Fadenenden sind überhaupt nicht mit dem Nachbarstrang verbunden und
wirken zusätzlichen sehr störend.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verbindung von Textilfaden zu schaffen, die im Vergleich zur Fadendicke eine begrenzte Länge hat und auf der ganzen Länge
aus miteinander verwirbelten Einseifasern besteht, wobei die Verbindung die gleiche Zugfestigkeit besitzt wie die
Einzelfäden selber.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch das im Patentanspruch 1 beschriebene Verfahren gelöst. Durch die Erfindung wird eine auf ihrer ganzen Länge verwirbelte Verbindung
von Textilfaden erhalten, deren Länge begrenzt und durch die Länge der Wirbelkammer selber bestimmt ist.
Zur vorteilhaften Mechanisierung der Arbeitsabläufe wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung das im Patentanspruch
beschriebene Verfahren vorgeschlagen.
Während man bisher darauf bedacht war, die zu verbindenden Textilfaden in Achsrichtung der Wirbelkammer zu führen,
wird nunmehr auf diese axiale Führung verzichtet und ganz bewußt dafür gesorgt, daß während des Wirbel-Vorgangs eine
Berührung der Fadenstränge mit den Mündungsrändern der Wirbelkammer eintritt. Die Verbindungsstelle wird durch diese
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Maßnahmen außerordentlich haltbar, was darauf zurückzuführen
ist, daß der aufgezwungene Falschdrall an den Mündungsrändern der Wirbelkammer aufgehalten wird und
an diesen Mündungsrändern eine besonders intensive Verbindung
der Einzelfasern eintritt.
Zum Durchführen des neuen Verfahrens wird in weiterer Aus-
gestaltung der Erfindung die im Patentanspruch 3 beschriebene
Vorrichtung vorgeschlagen. Diese Vorrichtung ist in der Lage, einen automatischen Arbeitsablauf von der Vorbereitung
der Fäden über das eigentliche Verwirbeln und nachfolgende
Abtrennen der Fadenenden bis zur Freigabe des Fadenstranges herbeizuführen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den Patentansprüchen 4 bis 15 beschrieben.
Kurze oder überhaupt keine störenden Fadenenden ergeben sieb,
wenn die Fadenscheren unmittelbar an den Mündungsrändern der
Wirbelkammer angeordnet sind. Das gelingt zum Beispiel durch schwenkbare Scherenmesser, denen Fadenführungsmittel zugeordnet
sind, die beim Betätigen der Scheren das abzutrennende Fadenende ergreifen und den Scherenmessern zuführen. Vorteilhaft
ist es, die zu verbindenden Textilfaden getrennt zu erfassen, getrennt zu halten und einzuspannen und nur
im Bereich der Wirbelkammer aneinerander zu legen. Ein der Verbindungsstelle aufgezwungener Falschdrall kann sich wegen
der außerhalb der Wirbelkammer vorhandenen- Trennung der Einzelfäden
nicht weiter fortsetzen.
Die Erfindung ermöglicht es auch, daß der verbundene Fadenstrang ohne besondere Hilfsmittel nach dem öffnen der Fadenklemmvorrichtungen
durch erneut einsetzenden Wickelzug
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iind die dadurch auf den Fadenstrang ausgeübte Querkraft
aus der Wirbelkammer herausgezogen und von der Vorrichtung zum Verbinden der Fadenenden entfernt wird. Diese Vorrichtung kann eine von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle wandernde Vorrichtung sein. Zum Aufnehmen und Halten der Fadenenden sowie zum Einlegen in die Fadenklemmvorrichtungen und
in die Wirbelkammer werden mit Saugluft arbeitende schwenkbare Fadenhalter verwendet. Falls in einen derartigen Fadenhalter zwecks Energieeinsparung oder aus anderen Gründen nur vorübergehend Saugluft einströmt und der Faden im
übrigen mechanisch gehalten wird, ist vorteilhaft in den
Fadenlauf ein besonderer, gesteuerter und mit dem Bewegungsablauf des Fadenhalters koordinierter, gegebenenfalls
nachgiebiger Fadenschlaufenzieher eingefügt. Ein derartiger Fadenschiaufenzieher hat die Aufgabe, gesteuert oder
federnd nachgebend eine bestimmte Fadenlänge zum Herstellen der Fadenumsohlingung an den Mündungsrändern der
Wirbelkammer wieder freizugeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Anhand dieses AusfUhrungsbeispiels wird
die Erfindung in den folgenden Textabschnitten noch weiter erläutert und beschrieben.
Es zeigen Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäSen Vorrichtung, Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung, Fig. 3 wichtige Teile der Erfindung in Form eines Explosionsbildes, die Figuren 4 bis 7 zeigen die erfindungsgemäße
Vorrichtung ausschnittsweise in vier verschiedenen Herstellungsphasen der Fadenverbindung.
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In den Zeichnungen Fig. 1 und 2 erkennt man eine Vorrichtung 11 zum Verbinden von Textilfaden. Die Vorrichtung 11
hat ein Maschinengestell 12, das gemäß Fig. 2 ein Fahrgestell 13 trägt. Das Fahrgestell 13 besitzt Fahrrollen 14
und 15» mit deren Hilfe die Vorrichtung 11 auf einem Tragrohr l6 verfahrbar ist.
Das Tragrohr 16 ist längs einer Spulmaschine geführt, von der gemäß Fig. 2 lediglich eine Spulstelle 17 sichtbar ist.
An dieser Spulstelle 17 ist die Vorrichtung 11 gerade tätig.
Ein Unterfaden 18 gelangt von einer Ablaufspule 19 über einen
Fadenführer 20, einen Rechentaster 21, eine Fadenbremse 22 und einen weiteren Fadenführer 23 zur Vorrichtung 11.
Ein Oberfaden 24 gelangt von einer Auflaufspule 25 Über
eine mit Kehrgewinderillen 26 versehene Fadenführungstrommel 27 ebenfalls zur Vorrichtung 11.
Die Teile 18 bis 27 gehören alle zur Spulstelle 17.
Im engeren Sinn besteht die den Unterfaden liefernde Vorrichtung aus dem Fadenführer 20 und die den Oberfaden liefernde
Vorrichtung aus der Auflaufspule 25. Die Linie des kürzestmöglichen,
unbeeinflußten und ungestörten Fadenlaufes ist mit 28 bezeichnet. Daß die Linie 28 strichpunktiert ist, soll
bedeuten, daß der Fadenlauf bereits gestört und der Faden selber in einen Oberfaden und einen Unterfaden aufgetrennt
ist.
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Die Vorrichtung 11 besitzt zwei am Maschinengestell 12
befestigte Platinen 29» 30, die eine Wirbelkammer 31 tragen.
Die Wirbelkammer 31 hat einen zylindrischen Innenraum 32.
Ein Längsschlitz 33 erlaubt das Einlegen und Herausnehmen der zu verbindenden Textilfaden. Der Längsschlitz 33 ist
durch Abschrägungen 34, 35 nach vorn trichterartig erweitert. Die Mtindungsränder 36, 37 weisen gemäß Fig. 3 ebenfalls Abschrägungen und Rundungen 38, 39 ihrer Kanten auf.
Ein dem Zuführen von Druckluft dienender Kanal 40 mündet tangential in den Innenraum 32 der Wirbelkammer 31. Der
Kanal 40 setzt sich in einer Rohrleitung 41 fort.
In den Zeichnungen Fig. 1 und 2 erkennt man einen schwenkbaren Fadenhalter 42, der zum Aufnehmen und Festhalten des
Fadenendes 24a des Oberfadens 24 dient. Der Fadenhalter 42 ist hohl und über ein Drehgelenk 43 an eine nicht näher dargestellte Unterdruckleitung angeschlossen. Der Fadenhalter
besitzt eine Saugschlitzdüse 44, die nach dem Schwenken des Fadenhalter 42 in die strichpunktiert gezeichnete Lage 42a
zum Aufnehmen des Oberfadens von der Auflaufspule 23 dient.
Ein weiterer schwenkbarer Fadenhalter 45 dient zum Aufnehmen
und Festhalten des Fadenendes l8a des Unterfadens l8. Der Fadenhalter 45 ist ebenfalls hohl und über ein Drehgelenk
mit der gleichen Unterdruckleitung verbunden. Der schwenkbare Fadenhalter 45 besitzt eine Saugdüse 47, die durch
einen steuerbaren Klemmdeckel 48 durch Federkraft verschlossen ist.
Zum Aufnehmen des Unterfadens wird der Fadenhalter 45 in die
strichpunktiert gezeichnete Lage 45a geschwenkt, wobei die
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Saugdüse 47 in die Nähe des Fadenführers 20 gerät und zugleich
der Klemmdeckel 48 durch Anschlagen gegen einen
Deckelöffner 49 geöffnet wird. In dieser Stellung kann ein
etwa oberhalb der Fadenbremse 22 gerissener Unterfaden angesaugt und beim Zurückschwenken des Fadenhalters 45 in
die Grundstellung zwischen dem Klemmdeckel 48 und dem R.ind der Saugdüse 47 eingeklemmt und mitgenommen werden.
In Fig. 1 erkennt man den Fadenlauf nach dem Einlegen des Unterfadens 18 durch den Fadenhalter 45 und des Oberfadens
24 durch den Fadenhalter 42.
Die Zeichnungen lassen erkennen, daß mit Abstand zur Wirbelkammer j51 oberhalb der Platine 29 eine Fadenklemmvorrichtung
50 und unterhalb der Platine 30 eine Fadenklemmvorrichtung
51 angeordnet ist. Jede dieser Fadenklemmvorrichtungen ist dreiteilig aufgebaut. Die Fadenklemmvorrichtung 50 besitzt
eine Fadenklemrae 52 zum Klemmen des Oberfadens 24 und eine Fadenklemme 53 zum Klemmen des Unterfadens 18.
Beide Fadenklemmen können gegen ein gemeinsames Mittelstück 54 gepreßt werden und dabei die Fäden festklemmen.
Die Fadenklemmen 52 und 53 sind an einem Drehgelenk 55
schwenkbar gelagert. Mittels eines Hebels 56 ist die Fadenklemme
52 und mittels eines Hebels 57 die Fadenklemrae
bewegbar. Die Bewegung der Fadenklemmen 52, 53 geschieht durch eine Steuerwelle 57a, die mehrere mit Steuerkurven
versehene Scheiben trägt, von denen die Scheibe 58 mit der Steuerkurve 59 in Fig. 1 sichtbar ist. Die durch die Scheibe
58 vermittelten Steuerbewegungen werden durch ein Steuergestänge
60 auf die Fadenklemme 53 und durch ein Steuer
gestänge 6l auf die Fadenklemme 52 übertragen.
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Die Bewegungen der Fadenhalter 42 und 45 werden auf"ähnliche
Art und Weise durch Steuerwellen, Steuerkurven und Steuerge stange ge steuert.
Die Fadenklemmvorrichtung 51 besitzt eine Fadenklemme 62
zum Klemmen des Oberfadens 24 und eine Fadenklemme 63 zum Klemmen des Unterfadens l8. Beide Fadenklemmen 62, 63
können gegen ein gemeinsames Mittelstück 64 gepreßt werden. Die Steuerung der Fadenklemmen 62 und 63 erfolgt ebenfalls
von der Steuerwelle 57a aus in ähnlicher Weise, wie die Steuerung der Fadenklemmen 52 und 53·
In den Zeichnungen Fig. 1,2 und 4 bis 7 erkennt man ferner einen zweiarmigen Fadenzubringer 65. Der Fadenzubringer
besitzt einen gebogenen Arm 66, der zwischen Wirbelkammer 3I
und Platine 29 in den Fadenlauf einschwenken kann. In gleicher Weise kann ein zweiter Arm 67 in den Fadenlauf zwischen Wirbelkammer
31 und Platine 30 einschwenken. Die Arme 66 und
des Fadenzubringers 65 sind auf einer Welle 68 befestigt, die mit zwei Zapfen 69, 70 in den Platinen 29, 30 gelagert
ist. Mittels eines Hebels 71 kann der zweiarmige Fadenzubringer
65 aus der in Fig. 1 und Fig. 2 gezeichneten Ausgangsstellung
heraus in die in Fig. 6 dargestellte Endstellung geschwenkt werden. Beim Zurückschwenken kann die in
Fig. 7 dargestellte Zwischenstellung eingenommen werden. Durch ein Steuergestänge 72 wird die Schwenkbewegung des
Fadenzubringers 65 durch die Steuerkurve einer auf der Steuerwelle 57a sitzenden, nicht dargestellten Scheibe bewirkt.
Man erkennt insbesondere in den Zeichnungen Fig. 3, 4 und 5«
daß den beiden MUndungsrändern 36 und 37 der Wirbelkammer
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je eine Fadenschere 75, 74 zugeordnet ist. Die Fadenscheren
sind als Doppelschere ausgebildet. Das feststehende Scherenmesser 77 kann, wie insbesonsere Fig. 3
zeigt, mittels Stiften 75, 76 im Inneren eines Metallrahmens 88 befestigt werden. Das feststehende Scherenmesser
hat eine Zentralbohrung 78, in die eine Lagerachse 79 paßt, die im zusammengebauten Zustand in eine
entsprechende Bohrung 80 der Wirbelkammer 31 eingepreßt
ist. Auf der Lagerachse 79 sind zwei weitere Teile drehbar gelagert, und zwar ein Fadengreifer 8l mit zwei entgegengesetzt
gerichteten Nasen 82, 83 und ein zweischneidiges, bewegliches Scherenmesser 84. Ein mit dem Fadengreifer
8l verbundener Zapfen 85 paßt in eine entsprechende Bohrung 86 des beweglichen Scherenmessers 84. Zugleich
bildet der Zapfen 85 eine gelenkige Verbindung zu einer Steuerstange 87* die zum Steuern der Fadenscheren 73» 74
und des Fadengreifers 8l dient.
Die Steuerstange 87 ist in ähnlicher Weise wie die Steuerstand«
60, 6l und 72 durch die Steuerwelle 5"/a steuerbar.
Den Fadenscheren 73» 74 sind besondere FadenfUhrungsmittel
zugeordnet. Diese bestehen aus einem Metallrahmen 88, in dem zum einen die Lagerachse 79 gelagert ist und von dem auch
zum anderen die Teile 77, 3l und 84 eingefaßt sind. Die Teile 77» 8l und 84 sind gemeinsam mit einer Distanzscheibe
89 auf die Lagerachse 79 aufgefädelt.
Der Metallrahmen 88 besitzt eine gewisse Elastizität, so daß das bewegliche Scherenmesser 84 durch Spannen einer
Druckfeder 90 mittels einer Stellschraube 100 das beweg-
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liehe Scherenraesser 84 eine bestimmte, einstellbare Anpreßkraft gegen das feststehende Scherenmesser 77 erhält.
Am oberen und unteren Ende des kastenförmigen Metall- ;
rahmens 88 erkennt man Je einen keilförmigen Fädenteiler
und 102. Die Fädenteller haben einen kleinen Abstand von den Mündungsrändern 36, 37 der Wirbelkammer 31 und stehen
nach vorn über den Längsschlitz 33 hinaus vor, um die einzulegenden Fäden bim Einlegen getrennt zu halten und später
beim Herstellen der Fadenverbindung das Weiterwandern des Fadendralls über die Fädenteiler hinaus zu verhindern.
Oberhalb der Fadenklemmvorrichtung 50 befindet sich ein schwenkbarer Fadenschiaufenzieher IO8. Der Fadenschlaufen- '
zieher IO8 1st mittels eines Drehgelenkes I03, das auf der
Platine 29 befestigt ist, in Richtung des Pfeils 109 in die strichpunktiert gezeichnete Lage 102a schwenkbar. Dies geschieht mittels eines Hebels 104, an dem eine Steuerstange
gelenkig befestigt 1st. Auch diese Steuerstange 105 wird in gleicher Welse wie die bereits genannten Steuerstangen und
Steuergestänge von der gemeinsamen Steuerwelle 57a aus betätigt.
Anhand der Zeichnungen soll nun das Funktionieren einer erfindungsgemäßen Vorrichtung am Beispiel eines Fadenverbindungsvorgangs erläutert werden.
Zunächst sei angenommen, daß an der Spulstelle 17 der zuvor längs der Linie 28 geführte Faden gerissen 1st. Dabei
1st ein Oberfaden und ein Unterfaden entstanden. Der Oberfaden wurde von der Auflaufspule 75 aufgenommen, der Unterfaden 1st durch die Fadenbremse 22 in Verbindung mit dem
Rechentaster 21 festgehalten worden.
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Der Fadenbruch ist in bekannter Weise durch nicht dargestellte
Mittel festgestellt und der Vorrichtung 11 zum Verbinden von Textilfaden mitgeteilt worden. Gemäß Fig. 2
ist die Vorrichtung 11 auf dem Tragrohr 16 vor die Spulstelle
17 gefahren, wo sie ihre Tätigkeit folgendermaßen aufnimmt:
Der Fadenhalter 42 schwenkt in die Lage 42a, wo sein Saugschlitz 44 den Oberfaden auf der Auflaufspule 25 aufsucht
und das Ende des Oberfadens ansaugt. Zugleich schwenkt der Fadenhalter 45 in die Lage 45a, wo durch den Deckelöffner 49
der Klemmdeckel 48 geöffnet wird. Jetzt kann Unterdruck auf den Unterfaden einwirken, so daß der Unterfaden angesaugt
wird.
Nach einer fest eingestellten, kurzen Einwirkzeit schwenken beide Fadenhalter in ihre in Fig. 2 eingezeichneten Ausgangsstellungen
zurück. Der Fadenhalter 42 hält das Fadenende 24a des Oberfadens 24 allein durch Unterdruck fest. Der Fadenhalter
45 ist nicht in der Lage, allein durch Unterdruck den
Unterfaden von der Fadenbremse 22 und aus dem Rechentaster 21 abzuziehen. Zu Beginn der Schwenkbewegung schließt sich jedoch
der Klemmdeckel 48 und klemmt den Unterfaden 18 zwischen
dem Rand der Saugdüse 47 und dem Klemmdeckel 48 ein. Dadurch
ist eine Mitnahme des Unterfadens gesichert.
Beide Fadenhalter 42 und 45 schwenken gleichzeitig, wobei die
RUckseite der Saugschlitzdüse 44 den Unterfaden 18 mitnimmt und auslenkt, wie es Fig. 2 zeigt.
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Während des Schwenkvorgangs der Fadenhalter 42 und 45 sind
die Fadenklemmvorrichtungen 50 und 51 geöffnet. Der Fadenzubringer
65 steht in der Ausgangsstellung, ebenso der Fadenschlaufenzleher
IO8.
Beim Zurückschwenken der Fadenhalter 42 und 45 aus den Lagen
42a beziehungsweise 45a in ihre Ausgangsstellungen gleiten
die Fäden in die Fadenklemmvorrichtungen 50 und 51 und in die Wirbelkammer 31. Man erkennt in den Zeichnungen Fig.
und Fig. 2, daß der Unterfaden l8 von der Ablaufspule 19 über
den Fadenführer 20, den Fadenrechen 21, die Fadenbremse 22, den Fadenführer 23, über die Rückseite der Saugschlitzdüse
zwischen der Fadenklemme 63 und dem Mittelstück 64 der Fadenklemmvorrichtung
51 und den Schlitz I06 der Platine 30 hindurch, rechte an dem Fädenteiler 102 vorbei durch den
Innenraum 32 der Wirbelkammer 31» rechts am Fädenteiler 101
vorbei durch den Sdiitz 107 der Platine 29» zwischen der Fadenklemme 53 und dem Mittelstück 54 der Fadenklemmvorrichtung
50 hindurch zum Fadenhalter 45 geführt wird.
Der Oberfaden 24 ist, von der Auflaufspule 25 kommend, an der Fadenführungstrommel 27 vorbei zwischen der Fadenklemme
und dem Mittelstück 54 der Fadenklemmvorrichtung und durch den
Schlitz 107 der Platine 29 hindurch, links am Fädenteiler vorbei durch den Innenraum 32 der Wirbelkammer 31, links am
Fädenteller 102 vorbei, zwischen der Fadenklemme 62 und dem Mittelstück 64 der Fadenklemmvorrichtung 51 und durch den
Schlitz 106 der Platine 30 hindurch zur Saugschlitzdüse 44
des Fadenhalters 42 geführt.
Anschließend wird der Fadenschlaufenzieher I08 in Richtung
des Pfeils 109 geschwenkt. Während der Schwenkbewegung er-
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greift der Fadenschlaufenzieher 108 den Unterfaden 18 und
den Oberfaden 24 oberhalb der Fadenklemmvorrichtung 50 und
zieht die in Fig. 5 angedeutete, oberhalb der Platine 29 gelegene Fadenschlaufe 110.
Nun schwenkt der Fadenzubringer 65 aus der in Fig. 1 dargestellten
Ausgangsstellung in Richtung des Pfeils 111 in eine Endstellung, die in Fig. 6 dargestellt ist. Sobald der Fadenzubringer
65 bei seiner Schwenkbewegung die in Fig. 5 gezeichnete Lage eingenommen hat, wird der Fadenschlaufenzieher
108 gegen die Richtung des Pfeils I09 wieder zurückgeschwenkt,
wodurch die in der Fadenschlaufe 110 gespeicherte Fadenlänge des Oberfadens 24 und des Unterfadens l8
wieder freigegeben wird.
Wenn der Fadenspanner 55 die in Fig. 6 gezeichnete Endstellung erreicht hat, haben sich die Fadenschlaufen 112 und
gebildet. Ober- und Unterfaden umschlingen beide Mündungsränder der Wirbelkammer j51. Der Fadenschlaufenzieher 108
steht nun wieder in seiner Ausgangsstellung. Während die Fadenreserve zum Bilden der Fadenschlaufe 112 durch das Auflösen
der Fadenschlaufe 110 geliefert wird, stammt die Fadenlänge zum Bilden der Fadenschlaufe II3 direkt von der Ablaufspule
19 beziehungsweise aus der Saugschlitzdüse 44 des Fadenhalters 42.
Sobald die Fadenschlaufen 112 und 113 gebildet sind, führt
der zwischen der Wirbelkammer j51 und dem Fadenhalter 45 gelegene
Teil des Unterfadens l8, zum späteren Abschneiden bereit, auf der rechten Seite oben auf dem Metallrahmen 88 auf,
wie es Fig. 3 zeigt. Entsprechend liegt der zwischen der Wirbelkammer
31 und dem Fadenhalter 42 gelegene Teil des Ober-
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fadens 24 an der linken unteren Seite auf dem Metallrahmen 88 auf, ebenfalls zum späteren Abtrennen bereitgelegt,
wie es Fig. 3 zeigt. Der Metallrahmen 88 verhindert, daß die Fäden vor dem gesteuerten Trennen die beiden Messerhälften berühren.
Wenn der Fadenzubringer 65 die in Fig. 6 dargestellte Einstellung erreicht hat, werden die Fadenklemmvorrichtungen
und 51 geschlossen. Damit 1st zunächst das Einlegen der
Textilfaden In die Wirbelkammer beendet. Daraufhin schwenkt
der Fadenzubringer 65 gegen die Richtung des Pfeils 111 ein kleines Stück zurück in die in Flg. 7 dargestellte Zwischenstellung. In dieser Zwischenstellung sind die Fadenschlaufen 112 und 115 zunächst etwas gelockert. Dann wird über die
Rohrleitung 41 Druckluft In den Innenraum 52 der Wirbelkammer 51 eingeblasen. Dabei werden die nebeneinander
liegenden Fäden durch Verwirbeln und Mischen ihrer Einzelfasern miteinander verbunden, wobei sie mit den MUndungsrändern der Wirbelkammer in Kontakt sind, was eine besonders gute Verbindung der Fäden zur Folge hat. Die Fädenteiler 101, 102 verhindern in vorteilhafter Weise ein Weiterwandern des Fadendralls. Dadurch wird auch das nachfolgende Abtrennen der Fadenenden erleichtert. Während der genau
festgelegten Wirbelzeit wird den Fäden ein Falschdrall in Richtung des Luftwirbels aufgezwungen. Dieser Falschdrall
dührt dazu, daß die zuvor lockeren Fadenschlaufen 112 und wieder unter Zugspannung geraten. Das erleichtert das nun
folgende Abtrennen der Fadenenden in der Nähe der Verbindungsstelle 114 der Textilfaden l8, 24. Fig. 7 zeigt den
Zeitpunkt des Abtrennens. Zum Abtrennen der Fadenenden wird die Steuerstange 87 in Richtung des Pfeils 115 gezogen, wodurch zunächst die Nasen 82 und 83 die Fäden ergreifen und
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danach das Scherenmesser 84 die Fäden gegen das Scherenmesser
77 drückt, wobei die Scherwirkung eintritt.
Sobald die überschüssigen Fadenenden abgetrennt sind, schwenkt
der Fadenzubringer 65 in seine Ausgangsstellung zurück, während die beiden Fadenklemmvorrichtungen 50 und 51 geöffnet
werden. Sobald sich die Fadenklemmvorrichtungen öffnen, werden die Fadenenden l8a und 24a frei und können
durch die Saugschlitzdüse 44 des Fadenhalters 42 direkt und durch die Saugdüse 47 des Fadenhalters 45 nach öffnen
des Klemmdeckels 48 vollends abgesaugt werden.
Wenn nun anschließend die Spulstelle 17 wieder in Betrieb geht, schnellt der Faden infolge der wiedereinsetzenden
Wickelspannung aus der Vorrichtung 11 zum Verbinden von
Textilfaden heraus und nimmt einen Fadenverlauf gemäß der Linie 28 in Fig. 2 ein. Die Tätigkeit der Vorrichtung 11
ist nun beendet. Die Vorrichtung kann an einen anderen Einsatzort weiterfahren.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Die Fadenscheren können
zum Beispiel auch als Einzelscheren ausgebildet sein. Die Fadenklemmvorrichtungen können für jeden Faden völlig
getrennt sein. Gegebenenfalls kann aber auch Jeweils oben und unten eine für beide Fäden gemeinsame Fadenklemme ohne
Mittelstück vorgesehen sein. Das Bilden der Fadenumschlingungen an den Mündungsrändern der Wirbelkammer 3I kann auch
mittels anders gearteter mechanischer oder pneumatischer Vorrichtungen geschehen. Die Begriffe Unterfaden und Oberfaden
sind nicht an die Begriffe oben und unten gebunden. Als Unterfaden wird vielmehr ein Faden bezeichnet, der von
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einer Ablaufspule oder aus einem Fadenerzeuger kommt. Der
Oberfaden ist der zu einer Aufwickelspule beziehungsweise
Auflaufspule führende Faden. Dabei kann die Fadenlaufrichtung von unten nach oben führen, wie es beim Ausführungsbeispiel der Fall ist. Der Fadenlauf kann aber auch entgegengesetzt gerichtet sein oder einen waagerechten oder
überhaupt einen beliebigen Verlauf im Raum haben.
Alle mit den Fäden in Berührung kommenden Teile sind vorteilhaft gut zu glätten und reibungsarm zu gestalten. Eine verschleißfeste Oberflächenbeschaffenheit höher beanspruchter
Teile ist anzustreben.
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