-
Hilfsgerät zum Bohren der Dübellöcher in
-
miteinander zu verdübelnfen Brettern od.dal.
-
Zur Verbindung zweier senkrecht aufeinanderstoßender Bretter od. dgl.
werden bei der Möbelherstellung die verschiedensten Systeme angewendet. Ein vom
Prinzip her sehr billiges und funktionsgerechtes System besteht aus Rundholzdübeln,
die je zur Hälfte in die aufeinanderstoßenden Bretter eingelassen werden. Dazu müssen
aber in den Brettern Sackloch~ bohrungen angebracht werden, wobei das eine Brett
stirnseitig, das andere Brett flachseitig gebohrt werden muß. Die lagerichtige Anordnung
der zueinander gehörigen Bohrlöcher stellt besonders den Heimwerker und Bastler
vor Schwierigkeiten, da sich Meß- und Bohrungenauigkeiten sehr nachteilig für die
Güte und den Fortgang der Arbeit auswirken.
-
Durch die DT#S 24 37 724 sind llilfsgeräte zum Bohren von Dübellöchern
bekannt, bei denen die Bretter zum Bohren in paßgerechter Lage zueinander fixiert
sind. Allerdings können bei diesem Gerät unterschiedliche Brettstärken nur durch
besondere Manipulationen und nur in gewissen Grenzen berücksichtigt werden. Weiterhin
können dort Dübelaufnahelöcher nur im Randbereich des flachseitig zu bohrenden Brettes
vorgesehen werden.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hilfsgerät zu schaffen,
das mehr Einsatzmöglichkeiten bietet, das in der Handhabung einfach ist und eine
zwangsläufige Kongruent zwischen den zugehörigen Dübellochgruppen gewährleistet.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung ein Hilfsgerät vor,
das gekennzeichnet ist durch einen an den zu bohrenden, mit ihren Flachseiten kantenbündig
aufeinanderliegenden Brettern festsetzbaren Winkel, an dessen Langlöcher aufweisenden
Schenkeln mit Bohrführungslöchern versehene Führungsstücke verschiebbar und festschraubbar
angeordnet sind.
-
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß mit einer Einspannung beider Bretter jeweils beide zugehörigen Dübellöcher gebohrt
werden, deren Lage damit zwangsläufig paßgenau gegeben ist. Durch das
Festschrauben
des Hilfsgerätes an den Brettern werden beide Hände zum Führen der Bohrmaschine
frei, die Arbeit kann schnell und bequem ausgeführt werden.
-
Die beiden zu verdübelnden Bretter werden mit ihren Flachseiten kantenbündig
aufeinandergelegt, und zwar so, daß das stirnseitig zu bohrende Brett unter dem
flachseitig zu bohrenden Brett zu liegen kommt. An dem Hilfsgerät werden die Führungsstücke
mit den Bohrführungslöchern auf dem Winkel verschoben, bis die Führungslöcher die
gewünschte Lage eingenommen haben. Daraufhin werden die Führungsstücke mittels Schrauben
od. dgl. an dem Winkel festgeklemmt und das Jetzt eingerichtete Hilfsgerät wird
an die zu bohrenden Bretter angeschraubt. Die Einstellung des Hilfsgerätes bleibt
für die ganze Bohrreihe bestehen, so daß ein Ausmessen und Anzeichnen der Bohrlichpaare
wegfällt und damit eine große Paßgenauigkeit erreicht wird.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen
werden, daß die Führungsstücke von dem Winkel lösbar sind und daß an einem Führungsstück
ein zweites dazu Bohrführungsloch mit zwei/diametral ind in gleichem Abstand befindlichen
runden Stehzapfen angeordnet sind.
-
Mit dieser Anordnung von Bohrführungsloch und Stehzapfen ist es möglich,
ohne Meßvorgang das Bohrloch und damit den Dübel mittig in dem stirnseitig zu bearbeitenden
Brett anzubringen.
-
Dieses Brett wird zweckmäßigerweise hochkantstehend eingespannt und
das Führungsstück wird mit nach unten gerichteten Stehzapfen auf das Brett aufgelegt,
wobei die Stehzapfen das Brett zwischen sich einfassen. Daraufhin wird das Führung
stück soweit verschwenkt, bis beide Stehzapfen am Brett anliegen. Durch die gleichzeitige
Anlage beider Stehzapfen an den Brettseiten ist unabhängig von der Brettstärke immer
gewährleistet, daß das Führungsloch exakt auf die Brettmitte ausgerichtet ist.
-
Nach dem Bohren eines mittigen stirnseitigen Loches wird ein Dübel
entsprechenden Durchmessers eingepaßt. Wenn ein bündiger Abschluß von stirn- und
flachseitigem Brett erfolgen soll, kann das Hilfsgerät mit Hilfe der Bretter eingestellt
werden, ohne daß ein Ausmessen mit möglichen Ablese- und Ubertragungsfehlern nötig
wird. Diese Einstellung des Hilfsgerätes wird später anhand der Figurenbeschreibung
ausführlich dargelegt.
-
In Ausgestaltung der Erfindung können an den Führungsstücken C-Profile
zur Führung an dem Winkel und zur Aufnahme der Abstützplatte einer Festspannschraube
vorgesehen werden. Derartig ausgebildete Führungsprofile gewährleisten einerseits
ein gutes Gleiten und andrerseits nach dem Festsetzen durch
eine
Schraube od. dgl. einen guten Halt und eine feste, spielfreie Verbindung.
-
Nach weiteren Merkmalen der Erfindung kann vorgesehen werden, daß
die Länge des einen Führungsstückes und/oder des einen Schenkels des Winkels ein
Vielfaches der Länge des anderen Führungsstückes und/oder des anderen Schenkels
des Winkels ist. Mit dieser Ausgestaltung wird erreicht, daß das ilfsgerät nicht
nur im Randbereich des flachseitig zu bohrenden Brettes eingesetzt werden kann,
sondern auch für Verdübelungs fälle, bei denen das flachseitig zu bohrende Brett
randfern mit Dübellöchern zu versehen ist.
-
Weiterhin kann bei dem Hilfsgerät nach der Erfindung vorgesehen werden,
daß die Bohrführungslöcher durch auswechselbare Bohrbu#chsen in ihrem Durchmesser
veränderbar sind und damit in Abhängigkeit der Brettstärken eine Auswahl geeigneter
Dübelabmessungen erfolgen kann.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können an den
Schenkeln des Winkels Skalen angeordnet werden. Diese Skalierungen gestatten eine
schnelle und genaue Ubertragung z. B. von Brettstärken und gewünschten Abständen
der Bohrlöcher vom Brettrand auf das Hilfsgerät und erleichtern damit dessen exakte
Einstellung.
-
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieles naher erläutert, wobei zeigen Fig0 1 ein Bohr-Hilfsgerät nach
der Erfindung in perspektivischer Darstellung, Fig. 2 das Hilfsgerät in Ansicht
gemäß des Pfeiles II in Fig. 1, Fig. 3 das Hilfsgerät in Draufsicht gemäß des Pfeiles
III in Fig. 1, Fig. 4 einen Schnitt gemäß der Linie IV-IV in Fig. 2, Fig. 5 in Draufsicht
ein Führungsstück des Hilfsgerätes beim Bohren eines mittigen Dübelloches im stirnseitig
zu dübelnden Brett, Fig. 6 eine Seitenansicht zu Fig. 5, Fig. 7 das Hilfsgerät in
einer Seitenansicht bei der Ausrichtung des waagerechten Führungsstückes, Fig. 8
eine Draufsicht gemäß dem Pfeil VIII in Fig. 7,
Fig. 9 das Hilfsgerät
in Seitenansicht bei der Ausrichtung des senkrechten Führungstückes, Fig. 10 eine
Ansicht in Richtung des Pfeiles X in Fig. 9 und Fig. 11 in perspektivischer Darstellung
die Anordnung von zu bohrenden Brettern und Bohr-Hilfsgerät.
-
Das Bohr-Hilfsgerät besteht im wesentlichen aus einem Winkel 1, einem
waagerechten Führungsstück 2, einem senkrechten Führung stück 3 und einer Abstützplatte
4 zur Führung einer Festspannschraube 5. Der Winkel 1 besteht aus zwei aufeinander
senkrecht stehenden, flachen Schenkeln 6, 7, in denen Je ein Langloch 8, 9 vorgesehen
ist.
-
An dem waagerechten und in dem Ausführungsbeispiel kürzeren Führungsteil
2 sind C-Profile 10 zur Führung auf dem Schenkel 6 des Winkels 1 angeformt. In dem
Führungsstück 2 ist ein Bohrführungsloch 11 vorgesehen, in das eine Bohrbuchse 12
auswechselbar eingesteckt ist. Für eine feste Verbindung von Führungsstück 2 und
Winkelschenkel 6 sorgt eine Schraube 13, die im Schenkel 6 geführt wird. Das Bohrführungsloch
11 ist durch das Langloch 8 im Schenkel 6 hindurch zugänglich.
-
In gleicher Weise ist das senkrechte Führungsstück 3 auf dem inkelschenkel
7 verschiebbar und arretierbar angeordnet. Der Winkelschenkel 7 ist hier von einem
C-Profil 14 aufgenommen.
-
Zum Bohren der stirnseitigen Dübellöcher ist ein Bohrführungs loch
15 vorgesehen, das mit einer auswechselbaren Bohrbuchse 16 bestückt ist. Der Bohrer
wird durch das Langloch 9 und das Bohrführungsloch 15 an das Brett herangeführt.
Fixiert wird das Führungsstück 3 an dem Winkelschenkel 7 durch eine Klemmschraube
17.
-
Das bei dem Ausführungsbeispiel längere Führungsstück 3 ist an dem
dem Bohrführungsloch 5 abgewandten Ende mit einem weiteren Bohrführungsloch 18 mit
Bohrbuchse 19 versehen.
-
Diametral zu diesem Bohrführungsloch 18 befinden sich in gleichem
Abstand zwei runde Stehzapfen 20, 21.
-
Das Führungsstück 3 weist auf der dem C-Profil 14 gegenüberliegenden
Seite ein weiteres C-Profil 22 auf, in das ein zu der Abstützplatte 4 senkrecht
stehender Schenkel 23 verschiebbar geführt wird. Dieser Schenkel 23 kann durch die
Schrauben 24, 25 an dem Führungsstück 3 festgeklemmt werden.
-
Die vorbereitende Einstellung des Gerätes kann auf zwei Arten erfolgen.
Eine erste Art mit bündigem Abschluß der aufeinander senkrecht stehenden Bretter
eines Möbelstückes
ist aus den Fig. 5 bis 10 ersichtlich. Hierbei
ist ein essen der Brettstärken und der Abstände der Bohrlöcher vom Brettrand nicht
erforderlich.
-
Als erster Arbeitsschritt wird ein Dübelloch in dem stirnseitig zu
bohrenden Brett angebracht. Dazu wird das Führung stück 3 von dem Winkel 1 abgenommen
und die Abstützplatte 4 entfernt. Das Führungsstück 3 wird derart auf die Stirnseite
des Brettes 25 aufgesteckt, daß die Stehzapfen 20, 21 nach unten zeigen und das
Brett 25 beidseitig einfassen. Das Führungsstück 3 wird dann verschwenkt, bis die
Stehzapfen 20, 21 das Brett 25 fest zwischen sich einklemmen. Danach kann der Bohrer
26 eingesetzt werden, mit dessen Hilfe ein in der Stirnseite des Brettes 25 exakt
mittig liegendes Dübelloch 27 gebohrt wird. Anschließend wird in dieses Loch 27
ein im Durchmesser passender Dübel 28 eingesetzt. Nachdem das Führungsteil 3 wieder
auf den Winkel 1 aufgeschoben worden ist und in einer beliebigen Lage am Schenkel
7 fixiert wurde, kann die Ausrichtung des waagerechten Führungsstückes 2 zur Bohrung
der flachseitigen Dübellöcher erfolgen. Hierzu wird der in das Brett 25 eingesetzte
Dübel von unten her in das Bohrführungsloch 11 des auf dem Winkelschenkel 6 verschiebbaren
Führungsstückes 2 eingeführt. Danach wird das Brett 25 mit dem Führungsstück 2 in
Richtung des Führungsstückes 3 verschoben, bis das Brett 25 an dem senkrechten Führungsstück
3 anliegt. Das Führungsstück 2 wird nun mit Hilfe der Schraube 13 an dem Winkelschenkel
6 arretiert.
-
Als nächster Schritt wird das Bohrhilfsgerät von dem Brett 25 abgenommen,
und das Brett 25 wird flachseitig mit dem anderen, flachseitig zu verdübelnden Brett
29 kantenbündig aufeinandergelegt, wobei das Brett 29 oben zu liegen kommt. Der
Dübel 28 wird von hinten in das Bohrführungsloch 15 des auf dem Schenkel 7 verschiebbaren
Führungstückes 3 eingeführt und das Brettpaar 25, 29 mit dem Führungsstück 3 auf
dem Schenkel 7 verschoben, bis das Brett 29 auf die Unterseite des Führungsstückes
2 auftrifft. Das Führungsstück 3 wird mit der Schraube 17 an dem Winkelschenkel
7 festgeklemmt. Danach wird der Schenkel 23 der Abstützplatte 4 in die Führungsnut
22 eingeschoben und mit den Schrauben 24 und/oder 25 fixiert, so daß das Bohr-Hilfsgerät
nunmehr zu einer Schraubzwinge ergänzt ist. Durch Drehen der Schraube 5 wird das
nunmehr genau Justierte Bohr-Hilfsgerät an den Brettern 25, 29, ggfs. unter gleichzeitiger
Einfassung der Werkbank, festgeschraubt. Jetzt wird das den Dübel 28 aufnehmende
Loch im anderen Brett 29 gebohrt, wonach das Hilfsgerät gelöst, an den Brettkanten
verschoben und wieder befestigt wird und zum Bohren Jeweils eines Lochpaares in
den Brettern 25, 29 zur Verfügung steht.
-
Unter Zuhilfenäme der an den Winkelschenkeln 6, 7 vorgesehenen Skalen
30, 31 kann die Einstellung des Bohr#Hilfsgerätes auf eine andere Art vorgenommen
werden. Bei gewünschter kantenbündiger Verdübelung der beiden Bretter 25, 29 müssen
die
Stärken dieser Bretter bekannt sein. Die Einstellung des waagerechten
Führungsstückes 2 erfolgt durch Einstellen auf die halbe Brettstärke des stirnseitig
zu bohrenden Brettes 25 auf der Skala 30. Das Führungsstück 3 wird mit seiner oberen
Kante auf den Wert der Skala 31 eingestellt, der sich aus der Summe der Stärke des
flachseitig zu bohrenden Brettes 29 und der halben Stärke des stirnseitig zu bohrenden
Brettes 25 ergibt. Wenn beide Führungsstücke 2, 3 eingestellt sind, werden sie an
dem Winkel 1 befestigtbnd der Bohrvorgang kann beginnen.
-
Soll ein überstand des flachseitigen Brettes 29 erfolgen, muß dieses
Maß bei der Einstellung des waagerechten Führung stückes 2 an der Skala 30 berücksichtigt
werden. An der Einstellung des senkrechten Schenkels 3 ändert sich demgegenüber
nichts.
-
In weiterer Ausgestaltung kann dem Bohr-Hilfsgerät ein sehr langes
horizontales Führungstück zugeordnet werden, das an seinem Ende ein oder mehrere
Bohrführungslöcher 11 aufweist.
-
Mit diesem Führungsstück wird gearbeitet, wenn das flachseitig zu
bohrende Brett 29 in weitem Abstand vom Rand mit Bohrlöchern zu versehen ist.
-
Leerseite