-
Verfahren zur Herstellung von substituiertan schwefelhaltigen L-Aminosäuren
Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren zur Herstellung von L-Aminosäuren wie L-Cystein,L-Homocystein
und ihren S-substituierten Derivaten.
-
Schwefelhaltige. Aminosäuren, bei denen das Schwefelatom an die ß-
oder γ-Stellung der aliphatischen Kette gebunden istt sind eine bekannte Klasse
von Verbindungen, die für viele Zwecke brauchbar sind. Gewisse dieser Verbindungen
sind z.B. wegen ihrer physiologischen Aktivitäten bekannt. Einige von ihnen sind
als Zusatzstoffe zu Standardsäugetieren-Nahrungsmitte ln entweder wegen des ihnen
innewohnenden Nährwerts cder als Aromaerzeuger oder
-verstärker
brauchbar. Sie sind auch als Zwischenprodukte bei der synthetischen Herstellung
von therapeutischen Mitteln brauchbar Sie können ferner zuip Studium und zur Analyse,
insbesondere durch Vergleich ihrer physiologischen Aktivitäten mit den Aktivitäten
von anderen Materialien benutzt werden0 Es besteht daher ein Bedürfnis nach Verfahren
zur Herstellung vcn solchen Verbindungen, sowohl im experimentellen als auch im
technischen Maßstab.
-
Es ist nun gefunden worden, daß substituierte schwefelhaltige L-Aminosnur
n, bei denen der Schwefel an ein ß- oder γ-Kohlenstoffatom gesunden ist, dadurch
hergestellt werden können, daß man eine Vorläufer-Aminosäure in einem Methioninase
enthaltenden wäßrigen Medium und einem Vorläufer des Substituenten in Berührung
bringt. Insbesondere sind Verfahren gefunden worden, gemäß welchen γ-substituierte
Schwefelderivate von γ-substituierter -α-Aminobuttersäure erhalten werden
können.
-
Der Ausdruck "substituierte schwefelhaltige L-Mminosäure", wie er
in diesem Zusammenhang bei der Beschreibung der nach dem Verfahren gemäß der Erfindung
erzeugten L-Aminosäuren venrendet wird, bedeutet, daß bei der erzeugten Aminosäure
ein Schwefel an das ß- oder γ-Kohlenstoffatom gebunden ist, und daß dieser
Schwefel selbst mit einem anderen Atom wie Wasserstoff oder einer Gruppe wie Phenyl,
substituiert ist.
-
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird dadurch ausgeführt, daß man
ß- oder g-substituierte L-hminosäure in einen wäßrigen Medium, das Methioninase
enthält, in Gegenwart
des Vorläufers des Substituenten in Berührung
bringt.
-
Es kann eine große Mannigfaltigkeit von chemischen schwefelhaltigen
Verbindungen als Vorläufer des Substituenten bei der praktischen Ausführung der
Erfindung zur Anwendung gelangen. Im allgemeinen können sie als schwefelhaltige
Verbindungen definiert werden, die einen aktiven Wasserstcff mit wenigstens einem
ungeteilten Elektronenpaar, das dem Schwefelatom zugeordnet ist, enthalten.
-
Im Verlauf der Reakticn wird das gesamte Molekül mit der-Ausnahme
des aktiven Wasserstoffs an die ursprüngliche ß - oder g-substituierte Aminosäure
durch Vereinigung des Schwefelatoms mit dem ß- oder g-Kohlenstoffatom gebunden.
Der aktive Wasserstoff vereinigt sich mit dem ursprünglichen ß- oder g-Substituenten
zur Bildung eines molekularen Nebenprodukts. In gewissem Sinne ist die Reaktion
eine nukleophile Verdrängun gs re aktion,bei welcher der Substituentenvorläufer
abzüglich des aktiven Wasserstoffatoms als der nukleophile Teil wirkt.
-
Die bei der praktischen Ausführung der Erfindung brauchbaren schwefelhaltigen
Verbindungen können durch die allgemeine Formel Y-H dargestellt werden, in der Y
ein schwefelhaltiger, nukleophiler Anteil ist, in dem wenigstens ein ungeteiltes
Elektronenpaar (one unshared electron pair) dem Schwefel atom zugeordnet ist.
-
Typisch für die Verbindungen, die als Substituentenvorläufer bei
der praktischen Ausführung der Erfindung zur Anwendung gelangen können, sind Schwefelwasserstoff
und Wasserstoffpersulfid, schweflige Säure, Thiole wie Alkyl-,Alkenyl-,Aryl- und
Aralkylmercaptane,Sulfensäuren einschließlich Alkyl-, Alkenyl-, Aryl- und Aralkylsulfensäuren,
Sulfinsäuren einschließlich Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-und Aralkylsulfinsäuren. In diesen
Verbindungen können vorzugsweise Alkyl- und Alkenylreste bis zu 6 Kohlenstoffatome
enthalten, und Aryl- und Aralkylreste können bis zu 12 Kohlenstoffatome enthalten
und können mit gegen über der Reaktion inerten Substituenten substituiert sein.
-
Spezielle Verbindungen, die zur Anwendung gelangen können, umfassen
Oysteinthiol, Cystein, Homocystein, Cysteinsulfensäure, Homocysteinsulfensäure,
Homocysteinsulfinsäure, Propylmercaptan,Phenylmercaptan,o-Methylphenylmercaptan,
Benzylmercaptan,α-Naphthylmercaptan,Hexylmercaptan, Hexenylmercaptan,Phenylsulfensäure,p-Äthylphenylsulfinsäure
und α-Thio-ß-methylbaphthalin. Andere typische Verbindungen sind in den Beispielen
veranschaulicht.
-
Die Aminosäureausgangsverbindungen, die bei dem Verfahren gemäß der
Erfindung angewendet werden können, können durch die allgemeine Formel X(CH2)nCH(NH2)COOH
in n der n 1 oder 2 ist, dargestellt werden.
-
Sie sind daher ß-substituierte Alanine oder γ-substituierte
α-Aminosäuren.X kann eine große Mannigfaltigkeit
von Substituenten
bedeuten, von denen viele in den Beispielen veranschaulicht sind.
-
Das charakteristische Merkmal jedoch,durch das Sachverständige erkennen
können, daß das Alanin- oder α-Aminobuttersäurederivatwfür die Zwecke der
Erfindung geeignet ist, besteht darin, daß es, wenn es brauchbar istw zu XH Ammoniumion
und entweder Brenztraubensäure oder α-Ketobuttersäure umgewandelt werden kann,
wenn es mit Methioninase in einem wäßrigen Medium gehalten wird0 Es kann daher so
die Brauchbarkeit einer Verbindung als Ausgangsverbindung dadurch bestimmt werden,
daß man die Verbindung bei einer Konzentration von etwa o,5 g/dl während etwa 16
Stunden bei etwa 25 bis 30°C in einem wäßrigen Medium hält, das 1 g/dl KH2PO4, 2
g/dl K2PO4, 0,001 g/dl Pyridoxalphosphat und o,5 g/dl gefriergetrocknete Zellen
von Pseudononas ovalis IFO 3738 enthält.
-
Andere bekannte Quellen von Methioninase oder Methioninase-Zubereitungen
von verschiedenen Reinheitsgraden können zur Anwendung gelangen, wie dies für den
Sachverständigen ersichtlich ist.
-
Die Gegenwart einer α-Ketobuttersäure in der wäßrigen Lösung
kann durch die bekannte MTBH-Methode bestimmt werden, bei welcher 3-Methyl-2-benzothiazolonhydrazin
als Prüfreagenz angewendet wird (Agr. Biol. Chem. (Japan) 31, 1054 (1967)) Brenztraubensäure
kann nach dem Verfahren von Friedeman T.E. und Haugen, G.E.J. Biol. Chem, 147, 415-442,
(1943) bestimmt werden.
-
Typisch brauchbare Substituenten, die durch X dargestellt werden
können, umfassen diejenigen, die durch Halogen unc durch R1O-, R2S-, R2SO-, R2S02-
und HS03 dargestellt werden, wobei R1 Wasserstoff, Acyl, Alkyl, Aryl und Aralkyl
ist, und R2 Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Aralkyl, HOOC CH(NH2)CH2S- oder HOOC CH (NH2)CH2CH2S-ist,
Bei diesen Definitionen haben Alkyl, Aryl und Aralkyl die gleiche Bedeutung wie
oben und Acyl bezieht sich auf Substituenten einschließlich Formyl, die bis zu 5
Kohlenstoffatome enthalten.
-
Methioninase (Methionin-α -desamino- g-mercapt methanlyase)
ist ein bekanntes Enzym, das L-Methionin zu Methylmercaptan,Ammoniumion und α-Ketobuttersäure
zersetzt. Das Enzym kann in bekannter Weise durch verschiedene Mikroorganismen wie
Clostridium sporogenes (Cance, Research 33, 1862-1865), Eschericia coli (Medical
Journal of Osaka University 2, 111-117), Pseudomonas ovalis, Pseudomonas taetrolens,
Pseudomonas striata und Pseudomonas desmolytica (Summary of Report for the Annual
Meeting of Agricultural Chemical Society of Japan 96, 1974) erzeugt werden. Das
Enzym kann aus diesen Quellen durch bekannte Methoden isoliert werden.
-
Für dfd praktische Ausfahrung der Erfindung kann Methioninase in
verschiedenen Formen, einschließlich von gerein-gten oder rohen Methioninase-Zubereitungen,
unversehrten Zellen des Mikroorganismus, die die Methioninase-Aktivität enthalten,
gefriergetrockneten Zellen des Mikroorganismus, Zellen des Mikroorganismus, die
mit Aceton dehydratisiert worden sind, Homogenaten von Zellen des Mikroorganismus
und Sonicaten der Zellen des Mikroorganismus, zur Anwendung gelangen.
-
Das wäßrige Reaktionsmedium enthält das Enzym oder die Enzymquelle,
die Aminosäure der Formel I und Y-H und typisch Pyridoxalphosphat und/oder anorganische
Ionen.
-
Die bevorzugte Konzentration der Aminosäure der Formel in der Reaktionsmischung
beträgt o,l bis 20%, und die Konzentraticn von Y-H ist gewöhnlich weniger als lo%.
Der Substituent-Vorlaufer kann in Form eines Salzes, vorzugsweise einen Alkalisalzes
wie Kalium-oder Natriumsalzes, angewendet werden.
-
Die Reaktionsteinperatur wird vorzugsweise bei 1 bis 45°C gehalten.
Während der Reaktion wird der pH-Wert der wveaktionsmischung zwischen 5 und 12 gehalten.
Wenn die Reaktion während lo bis 40 Std. ausgeführt wird, werden hohe Ausbeuten
der schefelhaltigen L-Aminosäure gemäß der Erfindung in der Reaktionsmischung gesammelt.
-
Die schwefelhaltige L-Aminosäure in dem Reaktionsmedium kann durch
irgendein bekanntes Verfahren wie Fällen beim pH-Wert des isoelektrischen Punktes
gewonnen werden.
-
Beispiel 1 Es wurde ein wäßriges Züchtungsmedium hergestellt, das
je dl 0,25 g L-Methionin, 0,1 g Pepton, o,2 g Glycerin, ol g KH2PO4, o,l g K2HPO4,
o,ol g MgS04X7H20 und o,o25 g Hefeextrakt, eingestellt auf einen pH-Wert von 8,0
mit NaOH, enthielt, wovon looo ml in einen 2000 ml-Schüttelkolben eingebracht und
durch Dampf erhitzt wurden.
-
Jeder der in Tabelle I gezeigten Mikroorganismen wurde in eine Schütteiflasche
eingeimpft und bei 27 0C während 24 Std. gezüchtet, Zellen in der sich ergebenden
Züchtungsbrühe wurden durch Zentrifugieren gesammelt und gefriergetrocknet.
-
Es wurden wäßrige Reaktionsmedien hergestellt, die 32 inM der Aminosäure,
die in Tabelle I gezeigt ist, 50 mM n-Propylmercaptan, o,ol mM Pyridoxalphosphat
und o,5 g/dl der gefriergetrockneten Zellen enthielten, und es wurden lo ml Teilmengen
von jeder Mischung in 500 ml Schüttelflaschen eingebracht und bei 370C 16 Std. geschüttelt,
Es wurden die molaren Ausbeuten an propylthio-substituierter L-Aminosäure, die in
den sich ergebenden Reaktionsmedien angesammelt war, bestimmt und in der Tabelle
I aufgezeichnet.
-
Tabelle 1 Aminosäure Mikroorganismus Molare Ausbeute (%) L-Homocystein
Pseudomonas taetrolens IFO 3460 20 Pseudomonas ovalis IFO 3738 75 Pseudomonas striata
IFO 12996 60 Pseudomonas desmolitica IFO 12570 51 L-γ-Chlor-α-aminobuttersäure
IFO 3460 28 IFO 3738 85 IFO 12996 60 IFO 12570 50 L-Methionin IFO 3460 25 IFO 3738
80 IFO 12996 63 IFO 12570 57 Beispiel 2 Das wäßrige Züchtungsmedium von Beispiel
1 (40 1) wurde in einen50 l-Gärbehälter eingebracht und sterilis ert.
-
1 1 einer Kulturbrühe von Pseudomonas ovalis, hergestellt in ähnlicher
Weise wie bei dem in Beispiel 1 gezeigten Verfahren, wurde in den Gärbehälter überführt,
und die Züchtung
wurde bei 270C während 24 Std, ausgeführt.
-
Die Zellen in der sich ergebenden Kulturbrühe wurden durch Zentrifugieren
gesammelt. Sämtliche erhaltenen Zellen wurden in 5 1 einer o,ol M-Phosphatpufferlösung
suspendiert, die 10-5 5 M-Pyridoxalphosphat und o,ol% Mercaptoäthanol bei einem
pH-Wert von 7,2.enthielt, suspendiert und die Suspension der Zellen wurde homogenisiert.
-
Gereinigte Methioninase-Zubereitungen wurden aus der homogenisierten
Mischung durch Aussalzen mit Ammoniumsulfat DEAE-Cellulose-Chromatographie und Hydroxyapatit-Chromatographie
gemäß den üblichen Arbeitsweisen erhalten.
-
Es wurde ein wäßriges Reaktionsmedium hergestellt, das 20 mM der
in Tabelle II gezeigten Aminosäuren, 50 wM Äthylmercaptan und o,ol mPI Pyridoxalphosphat
enthielt und auf einen pH-Wert von 8,o mit KOH eingestellt. lo ml der waßrigen Reaktionsmedien
wurden mit o,4 mg der gereinigten Methioninase-Zubereitunq gemischt und bei 37 0C
während 16 Std. geschüttelt.
-
Die in den Reaktionsmedien erzeugte schwefelhaltige L-Aminosäure
wurde isoliert und unter Verwendung eines Ionenaustauschharzes ("Amberlite 1R-120"
(H#)) gereinigt, und durch Vergleich mit authentischen Proben identifiziert.
-
Molare Ausbeuten in Tabelle II sind die Ausbeute von Ethionin aus
dem in der Tabelle II gezeigten L-Isomeren der Aminosäure
Tabelle
II Aminosäure Molare Ausbeute (%) (X-(CH2)n-CH(NH2)-COOH) DL-γ-Fluor-α-aminobuttersäure
70 L-γ-Chlor-α-aminobuttersäure 95 DL- g-Brom- α-aminobuttersäure
83 DL- t-Iod- i-aminobuttersäure 13 DL-ß-Fluoralanin 30 L-ß-Chloralanin 55 DL-B-Bromalanin
21 DL-ß-Iodalanin 8 L-O-Formylhomos erin lo L-O-Acetylhomoserin 20 L-Homoserin 81
L-O-Methylhomoserin 55 L-O-Phenylhomoserin 45 L-O-Benzylhomoserin 85 L-O-Formylserin
12 L-O-Acetylserin lo L-Azaserin 8 L-Serin 67 L-O-Methylserin 63 L-O-Rthylserin
62 L-O-Phenylserin 25 L-O-Benzylserin 31 DL-Homocystein 75 DL-Homocysteinsulfensäure
13 DL-Homocysteinsulfinsäure 24 DL-Homocysteinsulfonsäure 30 L-Methionin 92
Tabelle
II (Fortsetzung) Aminosäure Molare Ausbeute (%) (X-(CH2)n-CH(NH2)-COOH) DL-Methioninsulfoxyd
42 DL-Methioninsulfon 74 DL-Nethionins ul foximin 30 L-Cystin 12 L-Cystinsulfonsäure
10 L-Cystinsäure 8 L-S-Methylcystein 67 Beispiel 3 Die gereinigte Methioninase-Zubereitung
(0,1 mg) wurde zu 1 ml eines wäßrigen Reaktionsmediums zugegeben, das 20 mM der
in Tabelle III gezeigten Aminosäure, 0,2 g dl Na2SO3, 50 mM der schwefelhaltigen
Verbindung, die in Tabelle III gezeigt ist, o,ol mM Pyr£doxalphosphat mit einem
pH-IJert von 8,0 (KOH) enthielt.Die wäßrige Reaktionsmischung wurde bei 37°C während
16 Std. geschüttelt.
-
Zehn µl des sich ergebenden Reaktionsmediuns wurden auf Kieselgei-Dünnschichtplatte
in Flecken aufgebracht, und mit einem Lösungsmittel entwickelt, das 40 Teile Isobutylalkohol,
20 Teile Methyläthylketon, 20 Teile ethanol, 1 Teil Wasser, 14 Teile konzentriertes
Ammoniakwasser und 5 Teile Aceton enthielt.
-
Der Rf-Wert des Ninhydrin positiven Flecks auf der Platte war identisch
mit demjenigen der authentischen schwefelhaltigen L-Aminosäure, die in Tabelle III
gezeigt ist.
-
Die Gegenwart von Radioisotopen in S35-Methionin und 5 35-L-Cystein
wurde durch einen Flüssigkeits-Scintillationszähler bestimmt, Zehn ml @ 20mM,15
mM,10 mM,5 mM und 1 mM L-Methioninlösung wurden ebenfalls auf die gleiche Kieselgelplatte
als Fleck gespritzt und die Farbentwicklungen der schwefelhaltigen L-Aminosäuren
wurden mit den Flecken von L-Methionin verglichen. Die Symbole in der letzten Spalte
zeigen, daß der Grad der Farbentwicklung der schwefelhaltigen L-Aminosäure nahe
demjenigen von 20 mM bis 15 mM L-Methionin' 15 ir bis lo mM L-Merthionin, lo mM
bis 5 mit L-Methionin, hzw. 5 bis 1 mM L-irethioninlagen.
-
In analoger Weise zu der oben geschilderten wurden L-Methionin, 3-Ch
lor-i,- aminohutters äure und γ-Methoxy-α-aminobuttersäure jeweils mit
Thiocystein,γ-Kresol, Thioessigsäure, Thioglykolsäure und Thiomilchsäure in
Berührung gebracht. Die Rf-Werte des Ninhydrin positiven Flecks der erzeugten Verbindungen
war von L-Methionin, γ-Chlor-α-aminobuttersäure und γ-Methoxy-α-aminobuttersäure
verschieden und so waren neue Aminosäuren erzeugt.
Tabelle III
Verwendete Verwendete schwefel- Erzeugte schwefelhaltige Produktmenge in Aminosäure
haltige Verbindung L-Aminosäure Reaktionslösung L-γ-Chlor-α- Methylmercaptan
L-Methionin ++++ aminobuttersäure S35-Methylmercaptan S35-L-Methionin ++++ Methylsulfinsäure
L-Methioninsulfon +++ Äthylmercaptan L-Ethionin ++++ Propylmercaptan L-Propionin
+++ Isopropylmercaptan S-Isopropyl-L-homocystein ++ n-Butylmercaptan S-n-Butyl-L-homocystein
+++ tert.-Butylmercaptan S-tert.-Butyl-L-homocystein ++ sek.-Butylmercaptan S-sek.-Butyl-L-homocystein
++ Thiophenol S-Phenyl-L-homocystein ++ Benzylmercaptan S-Benzyl-L-homocystein +++
ß-Mercaptoäthanol S-(ß-Hydroäthyl)-L-homocystein + Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-homocystein
+ ß-Mercaptopropion S-(ß-Carboxyäthyl)-L-homosäure cystein + Dithiothreitol γ-Dithiothreitoyl-L-α-aminobuttersäure
+ Methylsulfensäure L-Methioninsulfoxyd ++ Methansulfinamid L-Methioninsulfoximin
+
Tabelle III (Fortsetzung) Verwendete Verwendete schwefel- Erzeugte
schwefelhaltige Produktmenge in Aminosäure haltige Verbindung L-Aminosäure Reaktionslösung
Natriumsulfid L-Homocystein + Wasserstoffpersulfid L-Homocysteinthiol + L-ß-Chloralanin
Natriumsulfid L-Cystein ++ S35-Natriumsulfid S35-L-Cystein ++ Methylmercaptan S-Methyl-L-Cystein
+++ Benzylmercaptan S-Benzyl-L-Cystein ++ Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-cystein ++
Propenylsulfensäure S-Methyl-L-Cysteinsulfoxyd + ß-Carboxyisopropyl- S-(ß-Carboxyisopropyl)-mercaptan
cystein + Allylmercaptan S-Allyl-L-cystein ++ H2N-C(O)SH S-Carbamyl-L-cystein +
Wasserstoffpersulfid L-Cysteinthiol + schweflige Säure L-Cysteinsäure + L-Homoserin
S35-Methylmercaptan S35-L-Methionin ++++ Methylsulfensäure L-Methioninsulfon ++
Äthylmercaptan L-Ethionin ++++ Propylmercaptan L-Propionin ++ Isopropylmercaptan
S-Isopropyl-L-homocystein +
Tabelle III(Fortsetzung) Verwendete
Verwendete schwefel- Erzeugte schwefelhaltige Produktmenge in Aminosäure haltige
Verbindung L-Aminosäure Reaktionslösung n-Butylmercaptan S-Butyl-L-homocystein +++
tert.-Butylmercaptan S-tert.-Butyl-L-homocystein + sek.-Butylmercaptan S-sek.-Butyl-L-homocystein
+ Thiophenol S-Phenyl-L-homocystein ++ Benzylmercaptan S-Benzyl-L-homocystein +++
ß-Mercaptoäthanol S-(ß-Hydroäthyl)-L-homocystein + Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-homocystein
+ ß-Mercaptopropion S-(ß-Carboxyäthyl)-L-homosäure cystein + Dithiothreitol γ-Dithiothreitoyl-L-α-aminobuttersäure
+ Methylsulfensäure L-Methioninsulfoxyd + Methansulfinamid L-Methioninsulfoximin
+ L-O-Methylserin S35-Schwefelwasserstoff S35-L-Cystein ++ Methylmercaptan S-Methyl-L-cystein
++ Benzylmercaptan S-Benzyl-L-cystein ++ Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-cystein +
Propenylsulfensäure S-propenyl-L-cysteinsulfoxyd +
Tabelle III
Verwendete Verwendete schwefel- Erzeugte schwefelhaltige Produktmenge in Aminosäure
haltige Verbindung L-Aminosäure Reaktionslösung Allylmercaptan S-Allyl-L-cystein
++ H2N-C(O)SH S-Carbamyl-L-cystein + L-Methionin S35-Methylmercaptan S35-L-Methionin
++++ Methylsulfinsäure L-Methioninsulfon +++ Äthylmercaptan L-Ethionin ++++ Propylmercaptan
L-Propionin +++ Isopropylmercaptan S-Isopropyl-L-homocystein ++ n-Butylmercaptan
S-n-Butyl-L-homocystein +++ tert.-Butylmercaptan S-tert.-Butyl-L-homocystein ++
sek.-Butylmercaptan S-sek.-Butyl-L-homocystein ++ Thiophenol S-Phenyl-L-homocystein
++ Benzylmercaptan S-Benzyl-L-homocystein +++ ß-Mercaptoäthanol S-(ß-Hydroäthyl)-L-homocystein
+ Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-homocystein + ß-Mercaptopropionsäure S-(ß-Carboxyäthyl)-L-homocystein
+ Dithiothreitol γ-Dithiothreitoyl-L-α-aminobuttersäure +
Tabelle
III (Fortsetzung) Verwendete Verwendete schwefel- Erzeugte schwefelhaltige Produktmenge
in Aminosäure haltige Verbindung L-Aminosäure Reaktionslösung Methylsulfensäure
L-Methioninsulfoxyd ++ Methansulfinamid L-Methioninsulfoximin + L-Cystein S35-Schwefelwasser-
S35-L-Cystein +++ stoff S-Methylmercaptan S-Methyl-L-cystein +++ Benzylmercaptan
S-Benzyl-L-cystein ++ Cysteamin S-(ß-Aminoäthyl)-L-cystein ++ Propenylsulfensäure
S-Propenyl-L-cysteinsulfoxyd + Allylsulfensäure S-Allyl-L-cysteinsulfoxyd ++ Methylsulfensäure
S-Methyl-L-cysteinsulfoxyd + ß-Carboxyisopropyl- S-(ß-Carboxyisopropyl)-cystein
+ mercaptan Allylmercaptan S-Allyl-L-cystein ++ H2N-C(O)SH S-Carbamyl-L-cystein
+