DE2611689C3 - Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten - Google Patents
Verfahren zum Einschließen von radioaktiven SpaltproduktenInfo
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- G21F—PROTECTION AGAINST X-RADIATION, GAMMA RADIATION, CORPUSCULAR RADIATION OR PARTICLE BOMBARDMENT; TREATING RADIOACTIVELY CONTAMINATED MATERIAL; DECONTAMINATION ARRANGEMENTS THEREFOR
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten in einer
erstarrten Glasschmelze, wobei zur Bildung des Ausgangsstoffes für die Schmelze der die Spaltprodukte
enthaltenden Lösung als glasbildende Substanzen Oxide von Silizium, Bor. Natrium und Calzium zugegeben
werden, wobei die Gesamtmenge der glasbildenden Substanzen zu der Menge der als Spaltproduktoxide
angenommenen Spaltprodukte im Gewichtsverhältnis von 4 zu maximal I steht, worauf im Anschluß daran die
so gebildete Mischung eingetrocknet und der dabei gebildete Rückstand bei einer Temperatur von etwa
11000C geschmolzen wird.
Bei der Wiederaufarbeitung verbrauchter Reaktorbrennelemente fallen hochradioaktive Abfälle an. die
vom Biozyklus streng gelrennt über lange Zeiträume gelagert werden müssen. Es ist daher das Bestreben der
Fachwelt, eine Möglichkeit zu schaffen, die radioaktiven Abfallstoffe, die einer weiteren industriellen Verwertung
nicht zugänglich sind, beim Transport sicher zu
handhaben und ohne Gefährdung der Umwelt zu lagern. Eine der dabei einzuhaltenden Bedingungen besieht
darin, die die Spaltprodukte enthaltenden Lösungen vor dem Transport oder der Lagerung zu einem festen
Endprodukt /u verarbeiten, das gegen die Einflüsse von Spallwiirmc, Korrosion und Grundwasser gesichert ist.
Dadurch soll verhindert werden, daß Spr.ltprodukte freigesetzt werden. Dazu genügt es jedoch nicht, die
wäßrige Lösung in festen Behältern einzuschließen
Hs ist bekannt, radioaktive Spaltprodukte in einer'
erstarrten Glasschmelze einzuschließen. Dabei wird angestrebt, die Spaltprodukt in der glasartigen Masse
in homogener Verteilung einzulagern. Die gebildete glasartige Masse soll eine gute Wasserbeständigkeit und
zugleich eine gute Beständigkeit gegen Entglasung bzw. Kristallisation aufweisen.
Aus Atomwirlschafl Juli/August 1975, S. 395 und 360 und Atomwirlschafl Juli 1971, S. 359 und 360 sind
Verfahren zum Einschließen von Spallprodukten in einer Glasschmelze bekannt, die außer den glasbildenden
Substanzen SiO2, B2Oj, Na2O und CaO auch relativ
hohe Anteile an Aluminium, Titan und Zink enthält. Das hat jpdoch den Nachteil, daß — infolge des hohen
Anteils an Aluminium — zum Erschmelzen der Gläser eine relativ hohe Temperatur im Temperaturbereich
zwischen 11000C und 1400°C erforderlich ist, was
wiederum zu einer relativ hohen Abgabe von flüchtigen Spaltprodukten während des Schmelzvorganges führt.
Die Anwesenheit von Schwermetallen, wie beispielsweise Titan, ist dabei insofern von Nachteil, als
to hierdurch die Löslichkeit der Schmelze für Spaltproduktschwermetalle
verringert ist
Auch bei weiteren aus der DE-OS 20 33 074 und Kernenergie 10. Jahrgang 1967, Heft 7, S. 205 bis 210
bekannten Verfahren zum Einschmelzen von Spaltprodukten in einer Glasschmelze werden relativ hohe
Zusätze an Aluminium, Eisen, Molybdän und Titan verwendet, so daß auch diese bekannten V« iahren —
ganz abgesehen von den damit verbundenen hohen Kosten — die gleichen Nachteile wie die zuvor
angegebenen bekannten Verfahren aufweisen.
Auch nach einem weiteren bekannten Verfahren, bei dem zur Bildung des Ausgangsstoffes für die Schmelze
das Spaltproduktkonzentrat mit einer Aufschlämmung aus Oxiden zusammengegeben wird, werden Oxide von
Silizium, Bor, Natrium, Calzium sowie ebenfalls von Titan und Aluminium verwendet. Da die Zugabe von
Aluminiumoxid dazu dienen soll, die Wasserbeständigkeit der so hergestellten glasartigen Masse, die infolge
des hohen Anteils an Na2O mit 13 bis 20 Gew.% gering
JO ist, zu verbessern und da Titanoxid zugegeben wird, um
durch Bildung von Cäsiumtitanat das Cäsium zu binden und somit ein Entweichen von Cäsium aus der
Glasschmelze zu verhindern, werden die mit der Zugabe dieser beiden Komponenten verbundenen Nachteile
auch bei diesem bekannten Verfahren in Kauf genommen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten zu
schaffen, das mit einer möglichst geringen Zahl von
•Ό glasbildenden Substanzen auskommt, die in ihrer
Zusammensetzung gleichwohl eine gute Schmelzbarkeit aufweisen und wobei eine gute Vermischung der
Spaltprodukte mit den glasbildenden Substanzen bei geringer Verflüchtigung der Spaltprodukte erzielt wird
und das zu einem Produkt führt, das eine gute Wasserbeständigkeit sowie praktisch keine Neigung zur
Entglasung aufweist. Das Verfahren soll insbesondere auch dann verwendbar sein, wenn in der die
Spaltprodukt enlhaltenden Lösung auch Fluoride, Sulfate und Phosphate enthalten sind.
D.üse Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einem
Verfuhren der eingangs bezeichneten Art dadurch gelöst, daß die glasbildenden Substanzen im Verhältnis
von 45 bis 52 Gew.% SiO2 zu 26 bis 32 Gew.% B2Oj zu
3.0 bis 7.5 Gew.% Na2O zu 13 bis 20 Gew.% CaO
stehen. Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung werden somit ausschließlich billige Chemikalien
verwendet.
Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung gebildete, mit dem Spaltpröduktkönzentrat vereinigte
Aufschlämmung der glasbildenden Substanzen hat einen niedrigen Schmelzpunkt, Eine Verflüchtigung von
Spaltprodukt während der Schmelze tritt daher praklisch nicht auf.
i'5 Wie sich gezeigt hat, sind die Spaltprodukte in der
Schmelze homogen verteilt, Wobei der hohe Calziumöxidanteil
eine homogene Verteilung auch des Molybdäns bewirkt, Auch werden Fluoridanleile infolge des
hohen Anteils an Calzium als schwerflüchtiges CaF2
zuverlässig gebunden. Die nach dem Erkalten der Schmelze gebildete glasartige Masse ist zu 100% glasig.
Die Wasserbeständigkeit der Masse entspricht der von Flaschenglas.
Eine vorteilhafte Weiterausgestaltung des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, daß das Trocknen
der Mischung und das Schmelzen des durch das Trocknen gebildeten Rückstandes in einer Inertgasatmosphäre
erfolgt. Dadurch wird die Bildung von Schlacken in der glasartigen Masse verhindert und
somit die Wasserbeständigkeit des gebildeten Produktes noch verbessert.
Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäß der Erfindung wird im folgenden näher erläutert:
1360 g SiO2, 385 g B2Oj, 1050 g Na2B4O7 und 525 g
CaO wurden in Wasser eingerührt. Zu der so gebildeten Suspension wurde das zu verfestigende Spaltproduktkonzentrat,
das 0,005 Mol/l Phosphat, 0,03 Mol/l Fluorid und 0,07 Mol/l Sulfat enthielt und dessen Menge etwa
720 g Spaltproduktoxiden entsprach, langsam eingegeben und die so gebildete cremige Suspension unter
Stickstoff-Atmosphäre getrocknet. Dazu wurde eine rotierende Walze verwendet, die in die Suspension
eintauchte und auf ihrer Oberfläche eine dünne Schicht der Suspension mitnahm. Bei der Drehung der Walze
wurde die dünne Schicht getrocknet und mittels eines die Oberfläche überstreichenden Messers abgekratzt.
Das so erhaltene grießige Produkt wurde in einen Tiegel aus AI2Oi gegeben, in einer Stickstoff-Atmosphäre bei
einer Temperatur von etwa 11000C geschmolzer und
einige Stunden bei dieser Temperatur geläutert. Im
ίο Anschluß daran wurde die Schmelze zur Bildung der
glasartigen Masse über einen Zeitraum von zwei Tagen langsam abgekühlt, um die Bildung von Spannungen in
der so gebildeten Masse zu vermeiden.
Die gebildete glasartige Masse besaß eine Dichte von etwa 2,67 g/cm1 und einen Erweichungspunkt von
787°C. Das Verhältnis der Auslaugbeständigkeit der gebildeten Masse mit derjenigen von Flaschenglas
wurde mit 3,5 zu 3.0 ermittelt. Eine röntgenographische Untersuchung der glasartigen Masse ergab, daß es sich
um eine zu 100% glasige Substanz handelt. Auch nach einer fast zweijährigen Lagerung des Materials bei einer
Temperatur von etwa 5000C waren röntgenographisch •keine kristallisierten Anteile feststellbar.
Claims (2)
1. Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten in einer erstarrten Glasschmelze,
wobei zur Bildung des Ausgangsstoffes für die Schmelze der die Spaltprodukte enthaltenden
Lösung als glasbildende Substanzen Oxide von Silizium, Bor, Natrium und Calzium zugegeben
werden, wobei die Gesamtmenge der glasbildenden Substanzen zu der Menge der als Spaltproduktoxide
angenommenen Spaltprodukte im Gewichtsverhältnis von 4 zu maximal 1 steht, worauf im Anschluß
daran die so gebildete Mischung eingetrocknet und der dabei gebildete Rückstand bei einer Temperatur
von etwa 11000C geschmolzen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die glasbildenden Substanzen im Verhältnis von 45 bis 52 Gew.% SiO2 zu
26 bis 32 Gew.% B2Oj zu 3.0 bis 7,5 Gew.% Na3O zu
13 bis 20 Gew.% CaO stehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trocknen der Mischung und das
Schmelzen des durch das Trocknen gebildeten Rückstandes in einer Inertgasatmosphäre erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762611689 DE2611689C3 (de) | 1976-03-19 | 1976-03-19 | Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762611689 DE2611689C3 (de) | 1976-03-19 | 1976-03-19 | Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2611689A1 DE2611689A1 (de) | 1977-09-29 |
| DE2611689B2 DE2611689B2 (de) | 1978-04-13 |
| DE2611689C3 true DE2611689C3 (de) | 1979-01-11 |
Family
ID=5972936
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19762611689 Expired DE2611689C3 (de) | 1976-03-19 | 1976-03-19 | Verfahren zum Einschließen von radioaktiven Spaltprodukten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2611689C3 (de) |
Families Citing this family (6)
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| US4487711A (en) * | 1982-06-29 | 1984-12-11 | Westinghouse Electric Corp. | Cinder aggregate from PUREX waste |
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| FR2596910A1 (fr) * | 1986-04-08 | 1987-10-09 | Tech Nles Ste Gle | Procede pour la preparation d'un verre borosilicate contenant des dechets nucleaires |
-
1976
- 1976-03-19 DE DE19762611689 patent/DE2611689C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE2611689A1 (de) | 1977-09-29 |
| DE2611689B2 (de) | 1978-04-13 |
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