DE2648137C2 - Treibladungsanzünder für Munition - Google Patents
Treibladungsanzünder für MunitionInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft einen Treibladungsanzünder für Munition, mit elektrischem Zündsystem und in einem
Zündleitungsgehäuse untergebrachter Anzündladung, wobei das Material des Zündleitungsgehäuses eine
Mischung aus Sprengstoff und einem brennbaren Trägermaterial enthält.
Ein bekannter Treibladungsanzünder dieser Art (GB-PS 6 05 135) weist ein Zündleitungsgehäuse aus
einem sich exotherm umsetzenden Material auf. Das Zündleitungsgehäuse, in dem die Anzündiadung untergebracht
ist, besteht beispielsweise aus Schießwolle oder Nitrocellolose, die mit Nitroglycerin oder Dinitrotoluol
gelatiniert worden sind. Das Zündleitungsgehäuse, das nach dem Zünden exotherm verbrennt, trägt mit
seiner Verbrennungsenergie zur Steigerung der Feuerkraft und zur Verminderung des Patronengewichtes bei.
Da das Gehäuse aus verbrennendem Material besteht und die Zündung weiterleitet, kann es als Zündleitungsgehäuse
bezeichnet werden, obwohl nicht sichergestellt ist, daß seine Verbrennung erst dann stattfindet, wenn
die in ihm befindliche Anzündladung, aus z. B. Schießpulver, abgebrannt ist. Da das Material des
Zündleitungsgehäuses Sprengstoff enthält, ist mit einer schnellen Verbrennung dieses Zündleitungsgehäuses zu
rechnen. Da beim Abbrennen der Anzündladung, insbesondere wenn diese aus Schießpulver besteht, ein
hoher Gasdruck entsteht, besteht die Gefahr, daß das Zündleitungsgehäuse bereits im Anfangsstadium der
Zündung durch den hohen Innendruck zerlegt wird, mj
Darüber hinaus bilden die genannten Zusammensetzungen für das Zündleitungsgehäuse ein relativ sprödes
Material, das den beim Laden entstehenden Schockbcki-Mungen
nur schlecht standhalten kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hi
Treibladungsanzünder der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß sich ein reproduzierbarer
Anzündvorgang, wie er mit metallischen Zündleitungsgehäusen erzielbar ist, auch bei einem exotherm
verbrennenden Gehäuse ergibt
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Mischung aus pulverförmigen
Sprengstoff und Kunstharz-Bindemittel besteht und daß das Zündleitungsgehäuse als Zündführungsgehäuse
ausgebildet ist, das seitliche Öffnungen zum Verteilen der Anzündflamme von seiner Verbrennung aufweist
und das erst abbrennt, wenn die Anzündflamme über das Zündführungsgehäuse verteilt ist
Obwohl das Gehäuse ein Zündleitungsgehäuse ist, weil es verbrennt und im Prinzip geeignet ist, die
Zündung weiterzuleiten, hat es gleichzeitig die Funktion eines Zündführungsgehäuses, das die Anzündiadung
umgibt und während der Ausbreitung der Zündung in seiner Form erhalten bleibt Durch den Zusatz von
Kunstharz-Bindemittel zu dem Sprengstoff wird das Abbrennen des Zündführungsgehäuses verlangsamt so
daß das Zündführungsgehäuse seine Führungsfunktion während der Zündverteilung auf die Treibpulverladung
noch beibehält. Das Zündführungsgehäuse brennt erst ab, nachdem sich die Anzündflamme gleichzeitig in dem
das Treibladungspulver enthaltenden Ladungsraum verteilt und auf dieses übergriffen hat Es bewirkt somit
eine kontrollierte Verteilung der Anzündflamme und brennt erst ab, wenn diese Verteilung stattgefunden hat.
Damit wird einerseits ein kontrollierter, reproduzierbarer Anzündvorgang erreicht, andererseits aber der
Vorteil der exothermen Verbrennung des Zündführungsgehäuses unter Steigerung der Feuerkraft bei
gleichzeitiger Verminderung des Patronengewichts beibehalten.
Die seitlichen öffnungen dienen zum Verteilen der Anzündflamme auf die das Zündführungsgehäuse
umgebende Treibladung. Andererseits verhindern diese öffnungen auch den Aufbau eines zu hohen Drucks im
Innern des Zündführungsgehäuses.
Das Zündführungsgehäuse des erfindungsgemäßen Teibladungsanzünders hat ferner den Vorteil einer
hohen mechanischen Stabilität gegenüber Biegung, Vibration, Schlag usw. Dies liegt daran, daß der
Sprengstoff in das Kunstharz-Bindemittel eingebettet ist. Ein derartiges Zündführungsgehäuse wird auch bei
niedrigen Temperaturen nicht spröde und widersteht insbesondere den Schockbelastungen beim Laden der
Waffe besonders gut. Die Anzündladung wird von dem Zündführungsgehäuse solange zusammengehalten bis
beim Zünden die Zündflammen aus den seitlichen öffnungen ausgetreten sind und die Treibpulverladung
erfaßt haben.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Sprengstoff Oktogen. Geeignet sind
aber z. B. auch Hexanitrostilben, Triaminoguanidinnitrat, Hexanitrodiphenylähter oder Dipikrylsulfon. Als
Kunstharz-Bindemittel eignen sich insbesondere Polyesterharze, aber auch Polyurethane oder andere
einwandfrei verbrennbare Kunststoffe, durch die der Abbrand des Sprengstoffs gehemmt wird.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Material des Zündführungsgehäuses
nicht brennbare Einlagen aus einem sich beim Druckaufbau zerlegenden Material enthält Die
Verwendung solcher Verstärkungseinlagen kann im Einzelfall zweckmäßig sein, um eine zusätzliche
Erhöhung der mechanischen Steifigkeit und Formbeständigkeit des Zündführungsgehäuses zu erreichen.
Solche Einlagen bestehen vorzugsweise aus Glasfasern.
Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die einzige
Figur der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt einen schematischen Längsschnitt durch einen Treibladungsanzünder.
Der abgebildete Treibladungsanzünder weist die metallische hochdruckfeste Bodenschraube 1 auf, die in
den Patronenhülsenboden eingeschraubt wird. In der Bodenschraube 1 ist der druckfeste elektrisch isolierte
Mittelkontakt 11 angeordnet, der mit der elektrischen Zuleitung für das Zündsystem in Verbindung steht,
während die Bodenschraube 1 als Massepol für das Zündsystem verwendet wird.
In die Bodenschraube 1 ist das hintere Teil 2 des rohrförmigen Zündführungsgehäuses 2,3,22 eingesetzt,
dessen Länge etwa der halben Länge des Treibladungsanzünders entspricht Das Teil 2 des Zündführungsgehäuses
ist durch das vordere Teil 22 des Zündführungsgehäuses verlängert Zur Verlängerung dient die
manschettenartige Verbindungshülse 3, welche die beiden Teile 2 und 22 jeweils auf einem Abschnitt ihrer
Länge muffenartig übergreift In der Mitte der Verbindungshülse 3 befindet sich das Zündsystem 4, das
jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist
Das vordere Ende des Teiles 22 des Zündführungsgehäuses ist mit der außen spitz zulaufenden Kappe 7
verschlossen, unter der sich die Abdeckscheibe 6 befindet Die kegelige Kappe 7 gewährleistet in
vorteilhafter Weise, daß es beim Einsetzen des Geschosses in die Patronenhülse, in welche der
Treibladungsanzünder eingeschraubt und das Treibladungspuiver eingefüllt ist, zu keiner unerwünscht hohen
Verdichtung des Treibladungspulvers zwischen dem Treibladungsanzünder und dem Geschoßboden kommt,
da die einzelnen Treibpulverkörner an der Kappe 7 J5
seitlich abgleiten und damit ausweichen können. Diese Gefahr der Verdichtung und evtl. auch Zerstörung
besteht insbesondere dann, wenn sich der Treibladungsanzünder bis zum oder doch nahe bis zum Geschoßboden
erstreckt, was vorzugsweise der Fall ist.
Eine weitere Abschlußscheibe 6 ist im Inneren der Bodenschraube 1 angeordnet. Die Teile 2 und 22 des
Zündführungsgehäuses sind jeweils mit einer Anzündladung 5 gefüllt, vorzugsweise einer zündstofffreien
thermischen Mischung, auch Heißpartikelzündmasse genannt, die in bekannter Weise zumindest im
wesentlichen aus einem anorganischen Reduktions- und Oxydationsmittel, wie z. B. Bor iind Kaliumnitrat,
besteht Die Teile 2 und 22 weisen die längslaufenden elektrischen "Leiterbahnen a und b auf, von denen die
Leiterbahn a mit der Bodenschraube 1 als Massepol und die Leiterbahn b mit dem Mittelpol 11 verbunden ist,
indem sie zwischen der hinteren Abdeckscheibe 6 und dem Mittelpol 11 beispielsweise eingespannt ist Die
Leiterbahnen sind z. B. aus klebefähiger Kupferfolie hergestellt
Die Leiterbahn oder Zuleitung a läuft von der Bodenschraube 1 außen am Teil 2 des Zündführungsgehäuses
entlang, über die Verbindungshülse 3, das vordere Teil 22 des Zündführungsgehäuses bis zu dessen
vorderem Ende, wird dort zwischen der Kappe 7 und der vorderen Abschlußscheibe 6 umgelenkt und läuft am
Teil 22 zurück zum Zündsystem, mit dessen einem Kontakt sie elektrisch leitend verbunden ist. Der andere
Kontakt des Zündsystems ist mit der Leiterbahn oder Zuleitung b verbunden, die innen an dem hinteren Teil 2
des Zündführungsgehäuse- entlang zum Mittelpol 11 führt. Beide Leiterbahnen sind also mit dem Zündsystem
4 verbunden, wobei eine von beiden im »Umweg« über das vordere rohrförmige Teil 22 geführt ist, um auch bei
dessen möglicherweife auftretenden mechanischen Zerstörung eine dann nachteilige Auslösung des
Zündsystems 4 zu verhindern.
Außerdem ermöglicht die zum vorderen Ende des Treibladungsanzünders geführte Leiterbahn in vorteilhafter
Weise eine evtl. elektrische Verbindung mit dem Geschoß, indem das, vordere Ende des Treibladungsanzünders
als Steckverbinder ausgeführt wird, der in den Geschoßboden eingreift und die Leiterbahn mit
elektrischen Elementen des Geschosses verbindet. Beispielsweise kann auf diese Weise dann die Einstellung
eines Geschoßzeitzünders durch Eingabe entsprechender elektrischer Informationen vorgenommen
werden.
Die Teile 2 und 22 des Zündführungsgehäuses weisen radiale Durchbrechungen 23 auf, durch die hindurch die
Anzündflamme in den äußeren Ladungsraum hineinschlagen kann. Das Zündführungsgehäuse 2, 3, 22, die
Kappe 7 und die Abschlußscheiben 6 bestehen aus einem Gemisch aus Sprengstoff und Kunstharz-Bindemittel,
so deß sie während des Anzündvorgangs exotherm verbrennen. Sie können beispielsweise als
Preßkörper ausgebildet sein.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Treibladungsanzünder für Munition, mit elektrischem Zündsystem und in einem Zündleitungsgehäuse
untergebrachter Anzündladung, wobei das Material des Zündleitungsgehäuses eine Mischung
aus Sprengstoff und einem brennbaren Trägermaterial enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
die Mischung aus pulverförmigen Sprengstoff und Kunstharz-Bindemittel besteht und daß das Zündlei- in
tungsgehäuse als Zündführungsgehäuse (2, 3, 22) ausgebildet ist, das seitliche öffnungen (23) zum
Verteilen der Anzündflamme vor seiner Verbrennung aufweist, und das erst abbrennt, wenn die
Anzündflamme über das Zündführungsgehäuse verteilt ist
2. Treibladungsanzünder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprengstoff Oktogen
ist.
3. Treibladungsanzünder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des
Zündführungsgehäuses (2, 3, 22) nicht brennbare Einlagen aus einem sich beim Druckaufbau zerlegenden
Material enthält.
4. Treibladungsanzünder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlagen Glasfasern
sind.
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