DE2524866A1 - Verfahren zur herstellung von modifizierten polyolefinen und die dabei erhaltenen produkte - Google Patents
Verfahren zur herstellung von modifizierten polyolefinen und die dabei erhaltenen produkteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von modifizierten Polyolefinen und die dabei gebildeten Produkte.
Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Herstellung von modifizierten Polyolefinen durch chemisches Kombinieren oder
Vereinigen eines Polyolefins mit einer oder mehreren alicyclischen Carbonsäuren, die eine nicht konjugierte Doppelbindung
in der cis-Form aufweisen, #,ß-ungesättigten Carbonsäuren oder
Anhydriden dieser Verbindungen in Gegenwart eines Radikale bil-
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fr(089) 988272 8 München 80, Mauerkircherstraße 45 Banken: Bayerische Vereinsbank München 45310(1
denden Mittels in einer Strangpresse, in der während oder nach dieser Additionsreaktion das modifizierte Polyolefin im geschmolzenen
Zustand mit einer oder mehreren Verbindungen umgesetzt wird, die eine Vielzahl von Alkoholhydroxylgruppen oder Aminogruppen
aufweisen, wie mehrwertige Alkohole, Polyamine oder Aminoalkohole, um die in dem modifizierten Polyolefin verbliebenen
nicht umgesetzten ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydride an das Polyolefin zu binden, wodurch ein modifiziertes Polymerisat
erhalten wird, das ein besseres Haftvermögen als Polyolefine zeigt, die mit den Carbonsäuren und Anhydriden modifiziert worden sind,
wobei die Freisetzung der nicht umgesetzten ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydride davon, die während der Herstellung,
des Verarbeitens oder des Verformens des modifizierten Polyolefins
einen störenden Geruch verursachen, unterdrückt wird.
Polyolefine, wie Polyäthylen, Polypropylen und Polybuten-1,
die in der hochmolekularen Kette keinen polaren Gruppen aufweisen, sind nicht polar und im allgemeinen kristallin und zeigen
bei der praktischen Verwendung eine Reihe von Vorteilen. Die Anwendung dieser Harze ist jedoch wegen ihres schlechten
Haftvermögens an Glasfasern, Metallen und polaren Polymerisaten und wegen ihrer schlechten Druck- oder Farbe-Eigenschaften erheblich
eingeschränkt.
Zur Überwindung der oben genannten Nachteile der Polyolefine ist bereits vorgeschlagen worden, polare Gruppen dadurch in ein
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Polyolefin einzuführen, daß man ein polares Monomeres, beispielsweise
Maleinsäureanhydrid, endo-Bicyclo£2 .2.1J-5-hepten-2,3-dicarbonsäure
oder das Anhydrid dieser Säure, auf Polypropylen aufpfropft. Die modifizierende Reaktion eines Polyolefins mit einem
derartigen polaren Monomeren kann dadurch bewirkt werden, daß man das Polyolefin bei hoher Temperatur in einem Lösungsmittel löst
und das polare Monomere und einen Radikalbildner zusetzt. Dies ist jedoch aus kommerziellen Gründen nicht von Vorteil, da eine
Reihe von Verfahrensschritten notwendig sind, wie das Auflösen, das Umsetzen, das erneute Ausfällen, das Filtrieren und das Trocknen
des Polymerisats. Ein bevorzugtes Verfahren besteht darin, die Modifizierungsreaktion in einer Strangpresse durchzuführen.
Nach dieser Methode wird ein modifiziertes Polyolefin beispielsweise
dadurch erhalten, daß man das Polyolefin in Form eines Pulvers oder in Form von Pellets mit einem polaren Monomeren und einem
geeigneten Radikale bildenden Mittel in eine Strangpresse einführt,
und die erhaltene Mischung bei einer Temperatur durch die Strangpresse führt, die höher liegt als der Schmelzpunkt des Polyolefins.
Aus wirtschaftlichen oder arbeitstechnischen Gründen ist diese Methode sehr geeignet. Es läßt sich jedoch nicht vermeiden,
daß das durch die modifizierende Reaktion in einer Strangpresse erhaltene modifizierte Polyolefin eine gewisse Menge von nicht
umgesetztem polarem Monomeren enthält, von dem ein Teil durch das Entlüftungsloch der Strangpresse oder die Oberfläche des während
der Modifizierungsreaktion aus dem Mündstück ausgepressten geschmolzenen Polymerisats entweicht, oder von dem ein Teil während
der Weiterverarbeitung des modifizierten Polyolefins, bei-
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spielsweise beim Vermischen mit Glasfasern bei hoher Temperatur oder beim Verformen des modifizierten Polyolefins bei
hoher Temperatur entweicht, wodurch häufig ein störender Geruch verursacht wird.
Um die Bildung dieses Geruchs zu unterdrücken, wird das nicht umgesetzte polare Monomere von dem modifizierten Polyolefin
entfernt, wozu es jedoch notwendig ist, das modifizierte Polyolefin
in einem Lösungsmittel zu lösen und anschließend wieder auszufällen, oder mit einem Lösungsmittel zu extrahieren, das
nur das polare Monomere und nicht das modifizierte Polyolefin löst. Aus diesen Gründen wird diese Methode in kommerziellem
Maßstab nicht angewandt.
Die oben erwähnten Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt',
die ein Verfahren zur Modifizierung von Polyolefinen durch Kombinieren oder kontinuierliches Versetzen eines Polyolefins
mit einer alicyclischen Carbonsäure, die eine nicht konjugierte Doppelbindung in der cis-Form aufweist, einer
Qt,ß-ungesättigten Carbonsäure, einem Anhydrid dieser Verbindungen
oder Mischungen davon in Gegenwart eines Radikale bildenden Mittels in einer Strangpresse betrifft>das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man das modifizierte Polyolefin während oder nach der Additionsreaktion in geschmolzenem Zustand mit mindestens
einer Verbindung, die mindestens zwei alkoholische Hydroxylgruppen oder Aminogruppen aufweist, wie einem mehrwertigen Alkohol,
einem Polyamin oder einem Aminoalkohol, in einem Ver-
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hältnis von 2 Moläquivalenten oder weniger, bezogen auf die Gesamtmenge der in dem modifizierten Polyolefin vorhandenen
Carbonsäure oder dem Anhydrid davon, umsetzt, um in dieser Weise das in dem mit der Carbonsäure modifizierten Polyolefin
enthaltene nicht umgesetzte Carboxylgruppen-haltige Monomere in Form eines Esters oder eines Amids mit dem mehrwertigen
Alkohol, dem Polyamin oder dem Aminoalkohol zu binden. Aufgrund dieser Verfahrensmaßnahme wird die Freisetzung der
störende Gerüche verursachenden nicht umgesetzten Carboxylgruppen-haltigen Monomeren beim Erhitzen und Schmelzen des
modifizierten Polyolefins beim Herstellen, Verarbeiten oder Verformen auf ein Minimum gebracht.
Ein erstes Merkmal der Erfindung ist darin zu sehen, daß der zu dem mit Carbonsäuregruppen modifizierten Polyolefin zugesetzte
mehrwertige Alkohol oder das Polyamin selektiv mit der nicht umgesetzten monomeren Carbonsäure oder dem Anhydrid davon
gesetzt wird. Dies bedeutet, daß die in dem modifizierten Polyolefin verbliebene nicht umgesetzte monomere Carbonsäure
in wirksamer Weise durch den mehrwertigen Alkohol, das Polyamin oder den Aminoalkohol gebunden wird, wenn diese Verbindungen
in geringen Mengen, d.h. 2 itoläquivalenten oder weniger,
vorzugsweise 1,2 Moläquivalenten oder weniger, bezogen auf die Gesamtmenge der in dem modifizierten Polyolefin vorhandenen
Carbonsäure oder dem Anhydrid davon (d. h. die chemisch an das Polyolefin gebundene Carbonsäure oder das Anhydrid davon und
die nicht umgesetzte monomere Carbonsäure oder das Anhydrid davon) verwendet werden. Demzufolge erfolgt keine Bildung eines
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störenden Geruchs aufgrund der Freisetzung der nicht umgesetzten monomeren Carbonsäure, wenn das modifizierte Polyolefin anschließend
erhitzt oder verformt wird.
Ein zweites Merkmal der Erfindung besteht darin, daß das erfindungsgemäß
modifizierte Polyolefin, in dem das nicht umgesetzte Monomere durch Zugabe einer geringen Menge eines mehrwertigen
Alkohols, eines Polyamins oder eines Aminoalkohols gebunden wurde, eine verbesserte Haftung an Metallen oder Glasfasern
im Vergleich zu einem Polyolefin zeigt, das in ähnlicher Weise mit einer Carbonsäure oder einem Carbonsäureanhydrid modifiziert
worden ist, jedoch nicht erfindungsgemäß behandelt worden ist. Wenn ein mehrwertiger Alkohol, ein mehrwertiges
Amin oder ein Aminoalkohol in einem Verhältnis von 1,2 Moläquivalenten oder weniger pro Moläquivalent der in dem modifizierten
Polyolefin vorhandenen Carbonsäure oder dem Anhydrid davon zugegeben wird, zeigt das modifizierte Polyolefin eine ausgezeichnete
Haftung an Metallen oder Glasfasern. Weiterhin werden die ausgezeichneten mechanischen und thermischen Eigenschaften, die
den Polyolefinen eigen sind, nicht durch die Addition des mehrwertigen Alkohols, des mehrwertigen Amins oder des Aminoalkohols
beeinträchtigt. Das modifizierte Polyolefin, dem erfindungsgemäß ein mehrwertiger Alkohol, ein Polyamin oder ein Aminoalkohol
zugegeben worden ist, zeigt ähnliche oder verbesserte Druck-, Beschichtungs- und Färbeeigenschaften und ein ähnliches
oder ein verbessertes Haftvermögen an plattierten Metallüberzügen oder aufgedampften Metallfilmen, im Vergleich zu einem
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Polyolefin, das in ähnlicher Weise in einer Carbonsäure oder einem
Carbonsäureanhydrid modifiziert worden ist, jedoch nicht in einem mehrwertigen Alkohol, einem Polyamin oder einem Aminoalkohol
behandelt worden ist.
Ein drittes Merkmal der Erfindung ist darin zu sehen, daß durch Vermischen der erfindungsgemäß behandelten modifizierten Polyolefine
mit Glasfasern glasfaserverstärkte Polyolefine mit ausgezeichneter Verarbeitbarkeit und hervorragenden mechanischen
Eigenschaften hergestellt werden können. Es ist gut bekannt, daß glasfaserverstärkte Polyolefine mit ausgezeichneten mechanischen
Eigenschaften dadurch hergestellt werden können, daß man Polyolefine, die mit alicyclischen Carbonsäuren, die im
Ring eine nicht konjugierte Doppelbindung in der cis-Form aufweisen,
OC,ß-ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydriden davon modifiziert
worden sind, mit Glasfasern vermischt. Da dieses Verfahren üblicherweise unter Verwendung einer Strangpresse durchgeführt wird
und notwendigerweise eine gewisse Menge der nicht umgesetzten Carbonsäure oder des nicht umgesetzten Anhydrids davon in dem
modifizierten Polyolefin enthalten ist, ist die Entwicklung eines störenden Geruches aufgrund der Freisetzung der nicht umgesetzten
Carbonsäure bei dem Einmischen der Glasfasern oder beim Verformen des glasfaserverstärkten Polyolefins nicht zu vermeiden.
Erfindungsgemäß wird jedoch die nicht umgesetzte Carbonsäure oder deren Anhydrid leicht und selektiv durch die Zugabe einer
geringen Menge eines mehrwertigen Alkohols, eines Polyamine oder
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eines Aminoalkohole in dem modifizierten Polyolefin gebunden,
so daß die Entwicklung störender Gerüche bei den oben erwähnten Behandlungsschritten deutlich vermindert wird. Weiterhin
können glasfaserverstärkte Polyolefine erhalten werden, die ähnliche oder bessere mechanische Eigenschaften aufweisen
als glasfaserverstärkte Polyolefine, deren Polyolefine mit ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydriden davon modifiziert,
jedoch nicht mit mehrwertigen Alkoholen, Polyaminen oder Aminoalkoholen behandelt wurden.
Beispiele für erfindungsgemäß geeignete Polyolefine sind Polyäthylen,
Polypropylen, Äthylen/Propylen-Mischpolymerisate und Poly- OC -olefine, wie Polybuten-1, oder Mischungen davon.
Beispiele für alicyclische Carbonsäuren, die eine nicht konjugierte
Doppelbindung in der cis-Form aufweisen oder für Anhydride dieser Säuren sind cis-4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure,
endo-Bicyclo/2.2.i7-5-hepten-2,3-dicarbonsäure und deren Anhydride.
Bevorzugte Beispiele für Ot, ß-ungesättigte Carbonsäuren
und deren Anhydride sind Maleinsäureanhydrid und Acrylsäure. Weiterhin können auch Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure,
Citraconsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure, Isocrotonsäure, Itaconsäureanhydrid oder Citraconsäureanhydrid eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäße Modifizierung eines Polyolefins mit einer
ungesättigten Carbonsäure oder einem Anhydrid davon erfolgt un-
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ter Verwendung einer Strangpresse oder eines Extruders. Im allgemeinen erfolgt die modifizierende Reaktion in der Weise,
daß man ein Polyolefin in Pulverform oder in Form von Pellets und eine ungesättigte Carbonsäure oder das Anhydrid davon
mit oder ohne ein Radikale bildendes Mittel, in Form einer Mischung oder getrennt in eine Strangpresse einführt und bei
einer Temperatur, die mindestens dem Schmelzpunkt des Polyolefins entspricht, durch die Strangpresse führt.
Die erfindungsgemäße Zugabe einer polyfunktionellen organischen Verbindung, wie des mehrwertigen Alkohols, des mehrwertigen Amins
oder des Aminoalkohols, kann unabhängig nach der oben erwähnten modifizierenden Reaktion durchgeführt werden. Beispielsweise
kann man die mit der oben erwähnten modifizierenden Reaktion erhaltenen Pellets aus dem modifizierten Polyolefin mit der
polyfunktionellen organischen Verbindung vermischen und die Mischung erneut bei einer Temperatur durch die Strangpresse führen,
die höher liegt als der Schmelzpunkt des Polyolefins. Eine bevorzugtere Methode zum Modifizieren eines Polyolefins mit
einer ungesättigten Carbonsäure oder dem Anhydrid davon in einer Strangpresse besteht darin, daß man die polyfunktionelle
organische Verbindung in der Mitte des Strangpreßkolbens einpreßt, und die Reaktion von dieser Stelle bis zu dem Auslaß der
Strangpresse ablaufen läßt. In dieser Weise wird die bereits in dem modifizierten Polyolefin enthaltene nicht umgesetzte
Carbonsäure oder ihr Anhydrid mit Hilfe der polyfunktionellen organischen Verbindung in dem modifizierten Polyolefin gebunden,
bevor das modifizierte Polyolefin aus der Strangpresse
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austritt, so daß die Bildung des störenden Geruches aufgrund des nicht umgesetzten polaren Monomeren in wirksamer Weise unterdrückt
werden kann, der häufig dann auftritt, wenn man ein Polyolefin mit einer ungesättigten Carbonsäure oder dem Anhydrid
davon modifiziert.
Die erfindungsgemäß geeigneten polyfunktionellen organischen
Verbindungen umfassen mehrwertige Alkohole, Polyamine und Aminoalkohole. Bevorzugte Beispiele für mehrwertige Alkohole
sind Äthylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Propylenglykol,
Glycerin, Pentaerythrit, Polyäthylenglykole mit einem Molekulargewicht von 4 0 000 oder weniger und Polypropylenglykole
mit einem Molekulargewicht von 40 000 oder weniger. Beispiele für geeignete Polyamine sind Äthylendiamin, Tr imethylendiamin,
Hexamethylendiamin, p-Phenylendiamin, Benzidin, Diäthylentetramin, Tetramethylenpentamin und Polyäthylenimin
mit einem Molekulargewicht von 40 000 oder weniger. Beispiele für erfindungsgemäß geeignete Aminoalkohole sind Verbindungen,
die mindestens eine Aminogruppe und mindestens eine alkoholische Hydroxylgruppe aufweisen, wie Äthanolamin und 3-Amino-1-propanol.
Es versteht sich jedoch, daß die erfindungsgemäß verwendeten mehrwertigen Alkohole, Polyamine und Aminoalkohole
nicht auf diese beispielhaft aufgezählten Verbindungen beschränkt sind.
Die Menge, in der der mehrwertige Alkohol, das Polyamin oder
der Aminoalkohol erfindungsgemäß zu dem mit einer ungesättigten
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Carbonsäure oder dem Anhydrid davon modifizierten Polyolefin
zugesetzt wird, beträgt 0,1 bis 2,0Moläquivalente, vorzugsweise
0,2 bis 1,2 Moläquivalente, bezogen auf die Gesamtmenge der
in dem modifizierten Polyolefin vorhandenen Carbonsäure oder dem Anhydrid davon. Wenn die Menge des verwendeten mehrwertigen Alkohols,
Polyamins oder Aminoalkohols mehr als 2 Moläquivalente beträgt, wird das Haftvermögen des modifizierten Polyolefins
verschlechtert, während bei einer Menge von weniger als 0,1 Moläquivalent die Fixierung der nicht umgesetzten Carbonsäure
oder ihres Anhydrids in dem Polyolefin und damit die Unterdrückung der Bildung eines störenden Geruches während des Erhitzens des
Materials ungenügend sind. Bei der Anwendung dieser Verbindungen in einer Menge von 0,2 bis 1,2 Moläquivalenten wird insbesondere
nicht nur der störende Geruch während des Erhitzens des Materials in ausreichender Weise unterdrückt, sondern es
wird auch die Haftung an Metallen oder Glas stark verbessert, verglichen mit einem Polyolefin, das lediglich mit ungesättigten
Carbonsäuren oder Anhydriden modifiziert worden ist. Demzufolge ist dieser Bereich besonders bevorzugt.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung. Die angegebenen Teile sind auf das Gewicht bezogen.
Man vermischt 90 Gewichtsteile kristallines Polypropylen mit einem Schmelzpunkt von 1,2 in Form von Pellets, 10 Gewichtsteile kristallines Polypropylen mit einem Schmelzindex von 5,0
in Form eines Pulvers, 1 Gewichtsteil endo-Bicyclo^2.2.1JJ-5-
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hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid und 0,5 Gewichtsteile Ditert.-butyl-peroxid
und führt die Mischung zur Bildung von modifizierten Polypropylenpellets durch eine Strangpresse,
deren Kolbentemperatur auf 1900C eingestellt wird (Schneckendurchmesser
= 40 rau, L/D = 25, Schneckendrehzahl: 60 Ijfaiin) .
Die in dieser Weise erhaltenen Pellets aus modifiziertem Polypropylen enthalten 0,20 Gew.-% endo-Bicyclo/2.2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
in addierter und chemisch kombinierter Form, während 0,53 Gew.-% des Carbonsäureanhydrids
in nicht umgesetzter Form in dem modifizierten Polypropylen
verblieben sind.Der Rest des Carbonsäureanhydrids ist über das
Entlüftungsloch in der Nähe des Endes der Strangpresse entwichen
und wurde mit Hilfe eines Kühlers zurückgewonnen. Wenn man dieses modifizierte Polypropylen erhitzt, schmilzt
und verformt, so wird ein deutlicher störender Geruch von endo-Bicyclo^. 2. 1~7-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid entwickelt.
Die oben erwähnten Pellets aus dem modifizierten Polypropylen
werden mit Äthylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Tetraäthyleng
lykol, Glycerin bzw. Pentaerythrit in äquimolaren Mengen,
bezogen auf das in den Proben des modifizierten Polypropylens enthaltene endo-Bicyclo/2. 2.1_J-5-hepten-2 ,3-dicarbonsäureanhydrid,
vermischt, wonach die einzelnen Mischungen durch eine auf 2000C eingestellte Strangpresse geführt werden, um
die Veresterungsreaktion zu bewirken. In dieser Weise erhält man sechs verschiedene modifizierte Polypropylene (die als
"mit einem mehrwertigen Alkohol modifizierte Polypropylene"
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bezeichnet werden). In der folgenden Tabelle I sind die Menge des in dem mit dem mehrwertigen Alkohol modifizierten
Polypropylen verbliebenen nicht umgesetzten Carbonsäureanhydrids, der Veresterungswirkungsgrad und die Abziehfestigkeit von einer
Aluminiumfolie (Dicke 0,1 mm) (Haftvermögen) angegeben. Wie
aus der Tabelle I zu ersehen ist, verestert der mehrwertige Alkohol das nicht umgesetzte endo-Bicyclo/.2.2.iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
selektiv und fixiert es in dem modifizierten Polypropylen, so daß die Bildung eines störenden Geruches
während des Erhitzens, Schmelzens und Verformens verhindert wird. Weiterhin zeigt das mit dem mehrwertigen Alkohol modifizierte
Polypropylen ein gesteigertes Haftvermögen im Vergleich zu dem modifizierten Polypropylen, das nicht mit einem mehrwertigen
Alkohol behandelt worden ist.
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endo-Bicyclo^. 2. iJ-5-hepten·
| cn CD |
ΆχίααΛ | mehrwertiger | Alkohol 1) | Molver- | 2,3-dicarbonsäureanhydrid | Veresterungs | 4) | - | Abziehfestig | störender Geruch | keiner | |
| (Tl | IMI . | hältnis | wirkungsgrad (%) | 24 | keit von einer 5, | - während des Er- | ||||||
| O | 1 | 0 | TV ' | Aluminiumfolie ' | hitzens, Schmel- | keiner | ||||||
| Ln | 2 | Art Menge | 1,0 | Menge der nicht- | A | 24 | (kg / an ) ' | zens und Verfor- | ||||
| -J | JZ Gew.-% |
umgesetzten Ver | - | mens | ||||||||
| 3 | 1,0 | bindung 2) | 91 | 22 | 1,7 | ja | ||||||
| keiner 0 | (Gew.-%) | 2,3 | gering | |||||||||
| 4 | Äthylen- 0,30 | 1,0 | 0,53 | 91 | 20 | |||||||
| glykol | 0,05 | 2,3 | gering | |||||||||
| 5 | 1,4-Butan- 0,43 | 1,0 | 89 | 25 | ||||||||
| cn | dial | 0,05 | 2,6 | gering ι | ||||||||
| CD | 6 | 1,6-Hexan- 0,56 | 1,0 | 79 | 26 | |||||||
| CD | diol | 0,06 | 2,8 | gering 1^ | ||||||||
| CP | 7 | Tetraäthy- 0,92 | 1,0 | 98 | I | |||||||
| OO | lenglykol | 0,11 | 2,9 | |||||||||
| KS | Glycerin 0,44 | 98 | ||||||||||
| O | 0,01 | 3,1 | ||||||||||
| co | Pentaery- 0.64 | |||||||||||
| co | thrit | 0,01 | ||||||||||
| -Λ | ||||||||||||
Bemerkungen: 1) Molverhältnis von zugesetztem mehrwertigen Alkohol zu der Gesamtmenge des
Carbonsäureanhydrids in dem modifizierten Polypropylen.
2) endo-Bicylco/,'2. 2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid, das in dem modifizierten
Polypropylen verblieben ist und das weder mit Polypropylen noch mit dem mehrwertigen Alkohol umgesetzt wurde.
Veresterungswirkungsgrad des nicht umgesetzten endo-Bicyclo-
C2.2. iJ-S-hepten^^-dicarbonsäureanhydrids, das nicht mit
Polypropylen kombiniert ist.
4) - -1
Veresterungswirkungsgrad des endo-Bicyclo/2.2.iy-5-hepten-
2,3-dicarbonsäureanhydrids, das mit Polypropylen kombiniert ist.
Das Haftvermögen wird dadurch bestimmt, daß man eine Folie des modifizierten Polypropylens mit einer Dicke von 0,1 mm
als Probe zwischen zwei Aluminiumfolien mit einer Dicke von 0,1 mm einbringt, das Ganze in einer erhitzten Presse während
2 Minuten bei 2000C und einem Druck von 10 kg/cm verpresst,
die erhaltene Probe auf eine Breite von 2 cm beschneidet und sie in einer Zugprüfeinrichtung (Instron Tension Universal
Tester) einer Zuggeschwindigkeit von 5 cm/min unterwirft.
Man vermischt 90 Gewichtsteile kristallines Propylen mit einem Schmelzindex von 1,2 in Form von Pellets, 10 Gewichtsteile kristallines
Polypropylen mit einem Schmelzindex von 5,0 in Form eines Pulvers, 1,0 Gewichtsteile endo-Bicyclo^.2. i^-S-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
und 0,4 Gew.-Teile 2,5-Dimethyl-2,5-di-tert.-butylperoxyhexin-3, führt die Mischung über einen Trichter
in eine Strangpresse ein, mit einem Schneckendurchmesser von 50 mm, ein L/D-Verhältnis von 32, einen Flüssigkeitsdruckeinlaß
in der Stellung L/D 16 von dem Beschickungseinlaß entfernt und einem Entlüftungsloch in der Position L/D 24, dessen Schnekkentemperatur
auf 190 bis 2000C eingestellt ist, ein und bewirkt das Strangpressen bei einer Schneckendrehzahl von 110 U/min,
während man Glycerin, Polyäthylenglykol (Molekulargewicht = 400) oder Äthylenglykol in einer Menge von 0,75 Moläquivalenten,
bezogen auf das Carbonsäureanhydrid, über den oben beschriebenen
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Flüssigkeitseinlaß unter Druck einpreßt, so daß die Veresterungsreaktion in der zweiten Hälfte der Strangpresse erfolgt. Die geschmolzenen
Stränge aus dem modifizierten Polypropylen werden über das Mundstück aus der Strangpresse ausgetrieben, mit Wasser
abgekühlt und dann zu Pellets zerkleinert.
Bei einem anderen Ansatz, der in analoger Weise, jedoch ohne Zugabe des mehrwertigen Alkohols durchgeführt wird, erhält man
modifiziertes Polypropylen, das 0,30 Gew.-% chemisch gebundenes endo-Bicyc:lo/"2. 2.1_7~5-hepten-2 ,3-dicarbonsäureanhydrid und 0,57
Gew.-% nicht umgesetztes Carbonsäureanhydrxd enthält. Das nicht gebundene Carbonsäureanhydrxd entweicht über das Entlüftungsloch, wird abgekühlt und zurückgewonnen. In diesem letzteren
Falle verbreitet sich ein deutlicher störender Geruch beim Extrudieren des modifizierten Polypropylens aus dem Mundstück.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengestellt.
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| Case | Ansc Nr. |
mehrwertiger Alkohol 1) | endo-Bicyclo/2.2. iJ-5-hepten- 2,3-dicarbonsäureanhydrid |
Veresterungs wirkungsgrad (%) A3' Β4' |
Abziehfestig keit von einer 5> Aluminiumfolie ' (kg / cm ) |
störender Geruch , während des Er- hitzens, Schmel- zens und Verfor- mens |
|
| 69059/74 | 8 | itz Art Menge Gew.-% Molver hältnis |
_ | 1,7 | ja | ||
| 9 | keiner 0 0 | Menge der nicht- umgesetzten Ver bindung 2' (Gew.-%) |
97 21 | 3,2 | keiner | ||
| 10 11 |
Glycerin 0,42 0,75 | 0,57 | 77 17 88 19 |
4,3 2,5 |
gering gering I |
||
| Polyäthylen- 1,83 0,75 glykol Äthylen-, 0,28 0,75 glykol |
0,02 | 5) siehe Tabelle I. | I | ||||
| Bezüglich der Anmerkungen 1) | 0.13 0,07 |
||||||
| 509882, | , 2) , 3), 4) und | ||||||
| CD OO |
|||||||
| OO |
cn ISJ) JO-CO
- 18 Beispiel 3
Man vermischt 40 Gewichtsteile kristallines Polypropylen mit einem Schmelzindex von 15 in Form von Pellets und 20 Gewichtsteile zerschnittene Glasfaserstränge (400 Glasfasern mit einem
Durchmesser von 13 fim, die gebündelt und auf eine Länge von
6 mm zerschnitten werden), die an der Oberfläche mit Ϋ-Aminopropyltriäthoxysilan
behandelt worden sind, mit 40 Gewichtsteilen Pellets aus dem nicht mit dem mehrwertigen Alkohol behandelten
modifizierten Polypropylen (Ansatz Nr. 1); aus dem
mit Äthylenglykol behandelten modifizierten Polypropylen (Ansatz Nr- 2), aus dem mit Glycerin behandelten modifizierten
Polypropylen (Ansatz Nr. 6), oder dem mit Pentaerythrit behandelten modifizierten Polypropylen in einem Trommelmischer
und führt die Mischung dann durch eine auf 2300C eingestellte
Strangpresse (Schneckendurchmesser = 40 mm, L/D =25, Schnekkendrehzahl =49 U/min), und erhält in jedem Fall Pellets aus
mit Glasfasern versetztem modifizierten Polypropylen. Im Fall des nicht mit dem mehrwertigen Alkohol behandelten modifizierten
Polypropylens entwickeln die geschmolzenen Harzstränge, die aus dem Mundstück der Strangpresse ausgepreßt werden, einen
deutlichen störenden Geruch, während im Fall der mit dem mehrwertigen Alkohol behandelten modifizierten Polypropylene kaum
eine Geruchsbildung festzustellen ist.
Dann werden durch Spritzverformen Probestücke aus den erhaltenen Pellets aus dem mit Glasfasern versetzten modifizierten PoIy-
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propylen hergestellt. Während dieser Verformung ist im Fall des nicht mit dem mehrwertigen Alkohol behandelten modifizierten
Polypropylens ein störender Geruch festzustellen, während die mit den mehrwertigen Alkoholen behandelten modifizierten Polypropylene
keinen unangenehmen Geruch entwickeln. Die physikalischen Eigenschaften der erhaltenen Probestücke werden bestimmt
und sind in der folgenden Tabelle III zusammengestellt. Aus diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß die mit mehrwertigen Alkoholen
behandelten modifizierten Polypropylene bessere mechanische Eigenschaften aufweisen.
Ansatz-Nr.
12
13
15
Behandlung mit einem mehrwertigen Alkohol:
Mechanische Eigenschaften (230C)
Zugfestigkeit (kg/cm2) (ASTM D-638) Biegefestigkeit (kg/cm2) (ASTM D-790)1140
Biegemodul (kg/cm2) (ASTM D-790)
Izod-Kerbschlagzähigkeit (kg-cm/cm2) (ASTM D-256)
keine Äthylenglykol
Glycerin Pentaerythrit
860
1160
1160
35100 35700
10
10
880 1160
35700 10
910 1170
35400 11
Auftreten eines störenden Geruchs während des Vermischens mit den Glasfasern
und des Spritzverf ormens: ja
nein
nein
nein
Man wiederholt die Verfahrensmaßnahmen des Beispiels 2 mit dem Unterschied, daß man anstelle von endo-Bicyclo/^.2. iJ-5-hepten-
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2,3-dicarbonsäureanhydrid einen Gewichtsteil Maleinsäureanhydrid
und als mehrwertigen Alkohol Glycerin in einer Menge von 0,50 Moläquivalenten, bezogen auf das eingesetzte Maleinsäureanhydrid,
verwendet, und erhält Pellets aus modifiziertem Polypropylen
(Ansatz Nr. 16). Zu Vergleichszwecken wird ein Experiment ohne Glycerin durchgeführt (Ansatz Nr. 17). In beiden Fällen wird aus
den erhaltenen Pellets mit Hilfe einer Hartgußwalzen-Folienherstellungsvorrichtung
eine Folie hergestellt. Während der Herstellung des modifizierten Propylens und während der Herstellung
der Folie im Falle des nicht mit Glycerin modifizierten Polypropylens
wird ein störender Geruch von nicht umgesetzten Maleinsäureanhydrid freigesetzt, während im Fall des mit Glycerin behandelten
modifizierten Polypropylens kein störender Geruch auftritt. Die gemäß Beispiel 1 gemessene Abziehfestigkeit von Aluminium
beträgt im Falle des nicht mit Glycerin behandelten Materials 1,5 kg/cm, und im Fall des mit Glycerin behandelten Materials
2,8 kg/cm.
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 4, mit dem Unterschied,
daß man anstelle von Maleinsäureanhydrid 2 Gew.-Teile cis-4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid und als mehrwertigen
Alkohol 1,6-Hexandiol in einer Menge von 0,50 Moläquivalenten,
bezogen auf das verwendete cis-4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid,
einsetzt, und erhält modifizierte Polypropylenpellets. Während der Herstellung des modifizierten Polypropylens und während
der Bereitung des Films im Fall des nicht mit 1,6-Hexandiol
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versetzten Materials (Ansatz Nr. 18) wird ein störender Geruch
entwickelt, während im Fall der Zugabe von 1,6-Hexandiol kein
störender Geruch festzustellen ist (Ansatz Nr. 19). Die Abziehfestigkeit
von Aluminium beträgt im Fall des nicht mit 1,6-Hexandiol
behandelten Materials 0,8 kg/cm und im Fall des mit 1,6-Hexandiol behandelten Materials 1,3 kg/cm.
Man vermischt 100 Gewichtsteile Hochdruckpolyäthylen mit einem
Schmelzpunkt von 7,0 und einer Dichte von 0,925 in Form von Pellets, einen Gewichtsteil endo-Bicyclo^2.2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
und 0,3 Gew.-Teile Bis-(tert.-butylperoxyisopropyl)
-benzol und führt die Mischung in die gemäß Beispiel 1 verwendete Strangpresse ein, deren Schneckentemperatur auf
1900C eingestellt wird. In dieser Weise erhält man modifizierte
Polyäthylenpellets. Die in dieser Weise erhaltenen modifizierten Polyäthylenpellets enthalten 0,30 Gew.-% chemisch gebundenes
endo-Bicyclo/2.2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
und 0,52 Gew.-% nicht umgesetztes Dicarbonsäureanhydrid. Wenn
man dieses modifizierte Polyäthylen schmilzt und beispielsweise zu einem Film verformt, so ergibt sich ein störender Geruch aufgrund
des nicht umgesetzten Dicarbonsäureanhydrids. Das Haftvermögen an Aluminium beträgt 2,0 kg/cm (Ansatz Nr. 20).
Zu diesem modifizierten Polyäthylen gibt man 1,5 Gew.-% PoIyäthylenglykol
(Molekulargewicht = 400), d. h. eine 0,75 Moläquivalenten entsprechende Menge, bezogen auf das gesamte in dem
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modifizierten Polyäthylen enthaltene Carbonsäureanhydrid, und führt die Mischung durch die oben beschriebene Strangpresse
(2000C), um die Veresterungsreaktion zu bewirken. Hierdurch werden
81 % der nicht umgesetzten Carbonsäure verestert, wodurch die Menge der nicht umgesetzten Carbonsäure auf 0,1 Gew.-% vermindert
wird, was zur Folge hat, daß während des Verformens kaum ein störender Geruch auftritt. Das Haftvermögen an Aluminium
beträgt 2,8 kg/cm (Ansatz Nr. 21).
Man vermischt 100 Gew.-Teile kristallines Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat
mit einem Äthylengehalt von 7,2 Gew.-% und einem Schmelzindex von 1,0 mit 2 Gew.-Teilen endo-Bicyclo/2.2.\J-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
und 0,5 Gew.-Teilen Di-tert.-butylperoxid und führt die Mischung durch die in Beispiel 1 verwendete
Strangpresse, deren Schneckentemperatur auf 1900C eingestellt
wird. In dieser Weise erhält man Pellets aus einem modifizierten Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat.
Die in dieser Weise erhaltenen Pellets aus dem modifizierten
Mischpolymerisat enthalten 0,50 Gew.-% chemisch gebundenes endo-Bicyclo/2.2.iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid und 1,02
Gew.-% nicht umgesetztes Dicarbonsäureanhydrid. Wenn dieses modifizierte Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat erhitzt, geschmolzen
und verformt wird, so wird nicht umgesetztes endo-Bicyclo/2.2.1_7-5-hepten-2
,3-dicarbonsäureanhydr id freigesetzt,
was einen deutlichen störenden Geruch zur Folge hat.
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Zu diesen Pellets aus dem modifizierten Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat
gibt man 1,4-Butandiol, Glycerin oder Pentaerythrit in einer Menge von 0,4 Moläquivalenten, bezogen auf
das gesamte enthaltene endo-Bicyclo/2 . 2 .1_7~5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
und führt die erhaltene Mischung durch die auf 1900C eingestellte Strangpresse, um die Veresterungsreaktxon
zu bewirken. In dieser Weise erhält man Pellets aus dem modifizierten
Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat, das mit dem mehrwertigen Alkohol modifiziert ist.
In der folgenden Tabelle IV sind die Menge des in dem mit dem mehrwertigen Alkohol behandelten modifizierten Äthylen/Propylen-Mischpolymerisat
enthaltenen nicht umgesetzten Carbonsäureanhydrids, der Veresterungswirkungsgrad und die Abziehfestigkeit
von einer Aluminiumfolie angegeben. Wie aus diesen Ergebnissen zu ersehen ist, wird das nicht umgesetzte Carbonsäureanhydrid
durch den mehrwertigen Alkohol selektiv verestert und in dem modifizierten Polymerisat fixiert, so daß die Entwicklung eines
störenden Geruches während des Verformens merklich vermindert wird. Weiterhin wird die Haftung an der Aluminiumfolie gesteigert.
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Case 69059/74
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Zu den gemäß Ansatz Nr. 1 von Beispiel 1 erhaltenen Pellets aus dem mit endo-Bicyco/2. 2.1_y~5-hepten-2, 3-dicarbonsäureanhydrid
modifizierten Polypropylen gibt man Äthylendiamin in einer Menge von 1,0 Moläquivalenten, bezogen auf die Gesamtmenge
des in diesem modifizierten Polymerisat enthaltenen endo-Bicyclo-/2.2.i7-5-hepten-2/3-dicarbonsäureanhydrids
(0,73 Gew.-%), schmilzt die Mischung und vermischt sie während 5 Minuten bei
1900C mit Hilfe einer Mischeinrichtung (Brabender Plastgraph)
und erhält ein modifiziertes Polypropylen. In analoger Weise bereitet
man unter Verwendung von 1,3-Diaminopropan, m-Phenylendiamin,
p-Phenylendiamin und Benzidin modifizierte Polymerisate (die als "mit Polyamin modifiziertes Polypropylen" bezeichnet werden).
In der folgenden Tabelle V sind die Menge des in diesen mit Polyamid
modifizierten Polypropylenen verbliebenen nicht umgesetzten Dicarbonsäureanhydrids, der Amidbildungswirkungsgrad und die Abziehfestigkeit
von einer Aluminiumfolie angegeben. Wie aus dieser Tabelle ersichtlich ist, wird das nicht umgesetzte Dicarbonsäureanhydrid
durch das Polyamin selektiv in das entsprechende Amid überführt und in dem modifizierten Polypropylen fixiert, so daß
während des Erhitzens und Schmelzens kaum ein störender Geruch freigesetzt wird. Weiterhin wird die Abziehfestigkeit von einer
Aluminiumfolie gesteigert.
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| O | Polyamin | Gew.-% | ige | |
| ro | Ansatz ** m | Molver- | ||
|
σι
V0 |
keines O | hältnis | ||
| Ui | Äthylen- 0,27 | 0 | ||
| -J | 1 | diamin | 1,0 | |
| 26 | ||||
| 1,3-Diami- 0,34 | ||||
| cn | nopropan | 1,0 | ||
| ο | 27 | m-Pheny- 0,49 | ||
| (O | lendiamin | 1,0 | ||
| 00 | 28 | |||
| CD rv> |
p-Phenylen-0,49 | |||
| O | diamin | 1,0 | ||
| 00 | 29 | |||
| 00 | ||||
| -j | ||||
15
Benzidin 0,84 1,0
endo-Bicyclo/2,2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid
^5enge der nichtumgesetzten
Verbindung 2'
0,53 0,02 0,01 0,02 0,02 0,05
wirkungsgrad (%) A3) B4)
38 42 40 37 33
Abziehfestigkeit von einer
Aluminiumfolie
(kg / an )
1,7
2,1
1,8
3,0
3,4
4,4
2,1
1,8
3,0
3,4
4,4
5)
störender Geruch während des Erhitzens, Schmel·-
zens und Verformens
ja
keiner
keiner
K)
keiner
keiner
keiner
Bemerkungen: 1) Molverhältnis von zugesetztem Polyamin zu dem gesamten Carbonsäureanhydrid
in dem modifizierten Polypropylen.
2) Das in dem modifizierten Polypropylen verbliebene Dicarbonsäureanhydrxd, dasd
nicht mit Polypropylen oder mit polyamin reagiert hat. fs>
3) Amidbildungswirkungsgrad des nicht umgesetzten Dicarbonsäureanhydrids,
das nicht an Polypropylen gebunden ist.
4) Amidbildungswirkungsgrad des Dicarbonsäureanhydrids, das
an Polypropylen gebunden ist.
an Polypropylen gebunden ist.
5) Siehe Tabelle I.
Zu den gemäß Beispiel 7 erhaltenen Pellets aus dem mit endo-Bicyclo/2.
2.1_J-5-hepten-2, 3-dicarbonsäureanhydrid modifizierten
Ä'thylen/Propylen-Mischpolymerisat gibt man Monoäthanolamin oder
3-Amino-1-propanol in einem Molverhältnis von 1,0, bezogen auf
das gesamte in diesem modifizierten Polymerisat enthaltene
endo-Bicyclo/2.2.i/-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid, schmilzt die Mischung vermischt sie während 5 Minuten in einer auf 1900C eingestellten Mischeinrichtung (Brabender Plastgraph) und erhält ein modifiziertes Polymerisat. Wie die Tabelle VI verdeutlicht, wird während des Erhitzens und des Verformens des mit
den Aminoalkoholen behandelten Materials kaum ein störender Geruch gebildet, und es wird gleichzeitig die Abziehfestigkeit von der Aluminiumfolie deutlich gesteigert.
das gesamte in diesem modifizierten Polymerisat enthaltene
endo-Bicyclo/2.2.i/-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanhydrid, schmilzt die Mischung vermischt sie während 5 Minuten in einer auf 1900C eingestellten Mischeinrichtung (Brabender Plastgraph) und erhält ein modifiziertes Polymerisat. Wie die Tabelle VI verdeutlicht, wird während des Erhitzens und des Verformens des mit
den Aminoalkoholen behandelten Materials kaum ein störender Geruch gebildet, und es wird gleichzeitig die Abziehfestigkeit von der Aluminiumfolie deutlich gesteigert.
Case 69059/74
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η tu ω
Ci σ\ ο
Ul
Aasatz Nr.
Aminoalkohol
Art Menge
Gew.-% Molver-
hältnis
endo-Bicyclo/2.2. iJ-5-hepten-2,3-dicarbonsäureanh.Ydrid
Menge der nichtumgesetzten
Verbindung
(Gew.-%)
Reaktions— wirkungsgraa (%)
Abziehfestigkeit von einer
Aluminiumfolie
Aluminiumfolie
(kg / an )
störender Geruch während des Erhitzens, Schmelzens und Verformens
22 keiner
1,02
2,2
| CTJ | 31 | Mono- | 0,58 | 1,0 |
| O CD |
äthanol- | |||
| CO | amin | |||
| OO | ||||
| IO | 32 | 3-Amino- | 0,71 | 1,0 |
| 1-propa- | ||||
| O CO |
nol | |||
| 00 | ||||
0,04
0,04
96-
96
31
29
3,5
2,9
keiner
keiner
Claims (13)
- Patentansprüchei1/ Verfahren zur Herstellung von modifizierten Polyolefinen durch Kombinieren eines Polyolefins mit einer oder mehreren alicyclischen Carbonsäuren, die eine nicht konjugierte Doppelbindung in der cis-Form aufweisen, 'X,ß-ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydriden davon in Gegenwart eines Radikale bildenden Mittels in einer Strangpresse, dadurch gekennzeichnet , daß man das modifizierte Polyolefin während oder nach der Additionsreaktion im geschmolzenen Zustand mit einer oder mehreren Verbindungen, die eine Vielzahl von alkoholischen Hydroxylgruppen oder Aminogruppen aufweisen, wie mehrwertigen Alkoholen, Polyaminen oder Aminoalkoholen, umsetzt, um die in dem modifizierten Polyolefin verbliebenen nicht umgesetzten ungesättigten Carbonsäuren oder Anhydride in dem Polyolefin zu fixieren.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als polyfunktionelle Verbindung ein mehrwertiger Alkohol eingesetzt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als mehrwertigen Alkohol Äthylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Propylenglykol, Glycerin, Pentaerythrit, Polyäthylenglykole mit einem Molekulargewicht von 40 000 oder weniger, Polypropylenglykole mit einem MoIe-Case 69059/74509882/0881kulargewicht von 40 000 oder weniger oder Mischungen dieser Verbindungen einsetzt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als polyfunktionelle organische Verbindung ein Polyamin verwendet.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Polyamin .Ethylendiamin, Trimethylendiamin, Hexamethylendiamin, p-Phenylendiamin, Benzidin, Diäthylentetraamin, Tetramethylenpentamin, Polyäthyleniitiin mit einem Molekulargewicht von 40 000 oder weniger oder Mischungen dieser Verbindungen verwendet.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als polyfunktionelle organische Verbindung einen Aminoalkohol einsetzt, der mindestens eine Aminogruppe und mindestens eine alkoholische Hydroxylgruppe aufweist.
- 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man Aminoalkohol Ethanolamin oder 3-Amino-1-propanol verwendet.
- 8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß man die polyfunktionelle Verbindung in einer Menge von 0,1 bis 2,0 Moläquivalenten, bezogen auf die in dem modifizierten Polyolefin enthalteneCase 69059/74509882/0881gesamte Carbonsäure oder dessen Anhydrid, einsetzt.
- 9. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 8, dadurchgekennzeichnet , daß man die polyfunktionel-Ie Verbindung in einer Menge von 0,2 bis 1,2 Moläquivalenten, bezogen auf die in dem Polyolefin vorhandene Carbonsäure oder auf das in dem modifizierten Polyolefin vorhandene Anhydrid, einsetzt.
- 10. Modifiziertes Polyolefin erhältlich nach dem Verfahren des Anspruchs 1.
- 11. Modifiziertes Polyolefin erhältlich nach dem Verfahren des Anspruchs 8.
- 12. Modifiziertes Polyolefin erhältlich nach dem Verfahren des Anspruchs 9.
- 13. Modifizierte Polyolefine erhältlich gemäß den Ansprüchen 1 bis 12.509882/0881
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| JP6905974A JPS569925B2 (de) | 1974-06-19 | 1974-06-19 |
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| DE2524866A1 true DE2524866A1 (de) | 1976-01-08 |
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| DE19752524866 Pending DE2524866A1 (de) | 1974-06-19 | 1975-06-04 | Verfahren zur herstellung von modifizierten polyolefinen und die dabei erhaltenen produkte |
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