DE2519080C3 - Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Komponenten aus der gebrauchten Aluminiumoxidisolierung einer Aluminiumreduktionszelle - Google Patents
Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Komponenten aus der gebrauchten Aluminiumoxidisolierung einer AluminiumreduktionszelleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Komponenten aus der
gebrauchten Aluniiniumoxidisolierung einer Aluminiumreduktionszelle.
In Aluminiumreduktionszellen befindet sich der im wesentlichen aus in geschmolzenem Kryolith (Aluminiumnatriumfluorid)
gelösten Aluminiumoxid bestehende Elektrolyt innerhalb einer Zelle, welche eine mit
Kohlenstoff beschichtete äußere Schale aus Stahl aufweist. Die Kathode bildet den Boden der Zelle und
besteht aus Kohlenstoffblöcken. Zwischen den am Boden ungeordneten Kohleristoffblöcken der Kathode
und der stählernen Schale ist gewöhnlich eine Schicht stark verdichteten Aluminiumoxids eingeschlossen, die
als Wärme- und elektrische Isolierung zwischen den Kohlenstoffblöcken der Kathode und der stählernen
Schale dient.
Es ist bekannt, daß die Kohlenstoffbeschichtung einer Reduktionszelle von den Komponenten des Elektrolyten
einschließlich unerwünschter Verunreinigungen, die sich im Elektrolyten während längeren Gebrauchs
entwickeln, immer mehr durchdrungen wird. Zusätzlich zur Verschmutzung der Kohlenstoffbeschichtung wird
die darunterliegende Schicht aus Aluminiumoxid vom Elektrolyten durchdrungen. Die Konzentration des
Materials des Elektrolyten im Aluminiumoxid wächst progressiv in Richtung dor Zwischenfläche zwischen
dem Aluminiumoxid und den Kohlenstoffblöcken an. Die Isolierungseigenschaften der Aluminiumoxidschicht
werden infolge dieses Eindringens des Elektrolytmaterials zerstört und daher ist es üblich, diese Aluminiumoxidschicht
zu entfernen und wegzuwerfen, wenn die Kohlenstoffbeschichtung der Zelle zur Erneuerung
entfernt wird. Das weggeworfene Aluminiumoxidmaterial ist nicht zur Wiederverwendung bei der Beschichtung
von Reduktionszellcn geeignet und ist aufgrund seines hohen Gehalts an Verunreinigungen auch nicht
als direkter Zusatz zum Elektrolyten anderer Reduktionszellen geeignet, obwohl es zusätzlich zum Aluminiumoxid
einen wesentlichen Bestandteil wertvoller Fluoride enthält.
Das Hauptargument gegen den Zusatz von weggeworfenem
Aluminiumoxid zu Reduktionszellen sind die strengen Gründe die auftreten, wenn das Material
erwärmt wird, nachdem es der festen Kruste einer
Reduktionszelle zugesetzt wurde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, durch das die gebrauchten
Aluminiumoxidmaterialien zur Wiederverwendung aufbereitet werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die gebrauchte Isolierung zerkleinert und trockenem
Dampf mit einem Druck in der Größenordnung von 1 bis 7 kg/cm2 bei einer Temperatur von 120 bis
ίο 175"C in einem Druckbehälter während einer Zeit
ausgesetzt wird, die ausreicht, um einen im wesentlichen vollständigen Abbau der enthaltenen Karbide und
Nitride zu bewirken und daß das so behandelte teilweise hydratisierte Material der Aluminiumoxidisolierung
dem Elektrolyten einer Aluminiumreduktionszelle ohne
weitere Behandlung zugesetzt wird, wodurch die Aluminiumoxid- und Fluoridbestandteiie der gebrauchten
Aluminiumisolierungzurückgeleiie! werden.
Es wurde gefunden, daß die oben geschilderten Schwierigkeiten durch das erfindungsgemäße Verfahren
überwunden werden können, bei welchem das Aluminiumoxidmaterial einer Hydratisierung durch
trockenen Dampf unter erhöhtem Druck ausgesetzt wird. Dieses hat die Wirkung, daß die darin enthaltenen
Karbide und/oder Nitride abgebaut werden. Die Dampfbehandlung kann fortgesetzt werden bis die
Entwicklung von Kohlenwasserstoffen und/oder Ammoniak aufgehört hat. Typisch enthält eine aus einer
Reduktionszelle entfeinte Aluminiumoxidschicht bis zu 20% Fluor in Form von Fluoriden und bis zu 10%
unerwünschter Karbide und/oder Nitride. Diese unerwünschten Karbide und Nitride können im wesentlichen
vollständig eliminiert werden, indem das Alurniniumoxidmaterial nach einem Mahlen auf eine geeignete
Größe trockenem Dampf mit einer Tempjratur im Bereich von 120 bis 175UC und einem Druck von 1 bis
7 kg/cm2 in einem Druckbehälter etwa 7 Stunden lang ausgesetzt wird. Das behandelte Material erfährt
aufgrund der Hydratisierung des Aluminiumoxids eine
4u Gewichtszunahme von ungefähr 7 %. Das so behandelte
teilweise hydratisierte Material, welches wertvolle Fluoride enthält, ist zur Verwendung als zu einer
Reduktionszelle zugeführtes Aluminiumoxid selbst oder gemischt mit üblichem geröstetem Aluminiumoxid
geeignet.
Bei einem Beispiel wurde die aus einer Reduktionszelle entfernte Isolierung aus Aluminiumoxidmaterial grob
zu Partikeln unter 1 cm Größe zerkleinert und auf offenen Platten in einem wärmeisolierten Druckbehälter
behandelt, der mit einer Druckmeßeinrichtung, einem Therinomenter und einem Überdruckventil zum
Absaugen von Ammoniak und Kohlenwasserstoffen ausgerüstet war. Die Beschichtung aus Aluminiumoxidmaterial
wurde in einer Charge von 500 kg eingegeben.
Frischdampf mit einem Druck von 1,5 kg/cm2 wurde in den Druckbehälter geleitet und der Druck wurde
aufrechterhalten bis das Vorhandensein von Ammoniak oder Kohlenwasserstoffen durch Geruch oder periodische
Probennahme an den Abgasen, die durch öffnen
()0 des Überdruckventils abgelassen wurden, nicht mehr
bemerkbar war. Die zur Erreichung dieses Stadiums erforderliche Zeit beträgt ungefähr 7 Stunden. In
diesem Zeitraum wird der Gehalt von Aluminiumkarbiden und Nitriden im wesentlichen vollständig abgebaut
(i5 und ein kleiner Anteil an Aluminiumoxid wird
hydratisiert, was, wie oben erwähnt wurde, zu einem Gewichtszuwachs von ungefähr 7 % führt.
Das behandelte Material kann dann ohne weitere
Behandlung direkt dem Elektrolyten einer elektrolytischen Reduktionszelle zugefügt werden und auf diese
Weise wird der wertvolle Gehalt an Fluorid der benutzten Aluminiumbeschichtung auf einfache Weise
zurückgewonnen.
Die zur Erreichung des erforderlichen Abbaugrades der Karbide und Nitride erforderliche Behandlungszeit
ändert sich mit den Verfahrensbedingungen, insbesondere mit der Partikelgröße des in den Druckbehälter
eingegebenen Materials, der Tiefe des auf den Platten angeordneten /erkleinerten Materials, dem DrutK und
der Temperatur des Dampfes (der ein wenig überhitzt sein kann) ebenso wie mit dem Gehalt an Verschmutzungen
im Isoliermaterial. Jedoch ist eine angemessene Kontrolle des Verfahrens außerordentlich einfach, weil
die Behandlung vollständig abgeschlossen ist, wenn das Ablassen von Dampf über das Überdruckventil nicht
mehr von schlechten Gerüchen begleitet ist. Im allgemeinen dauert die Behandlung je nach den
Umständen 4 bis 10 Stunden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Komponenten aus der gebrauchten Aluminiumoxidisolierung einer Aluminiumreduktionszelle, dadurch gekennzeichnet, daß die gebrauchte Isolierung zerkleinert und trockenem Dampf mit einem Druck in der Größenordnung von 1 bis 7 kg/cm2 bei einer Temperatur von 120 bis 175°C in einem Druckbehälter während einer Zeit ausgesetzt wird, die ausreicht, um einen im wesentlichen vollständigen Abbau der enthaltenen Karbide und Nitride zu bewirken und daß das so behandelte teilweise hydratisierte Material der Aluminiumoxidisolierung dem Elektrolyten einer Aluminiumreduktionäzelle ohne weitere Behandlung zugesetzt wird, wodurch die Aluminiumoxid- und Fluoridbestandteiie der gebrauchten Aluminiumisolierung zurückgeleitet werden.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1877374 | 1974-04-29 | ||
| GB1877374 | 1974-04-29 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2519080A1 DE2519080A1 (de) | 1975-10-30 |
| DE2519080B2 DE2519080B2 (de) | 1976-12-23 |
| DE2519080C3 true DE2519080C3 (de) | 1977-09-01 |
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