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Verfahren zur senderseitigen Fernsteuerung der Lautstärke in Empfängern
eines Rundfunkübertragungssystems Die Erfindung betrifft eine senderseitige Fernsteuerung
der Empfänger eines Rundfunkübertragungssystems mittels des Sendekanals einer Sendestation
dieses Rundfunkübertragungssystems.
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Neben den regelmäßig abgestrahlten Nachrichten betragen die Sendestationen
oft zwischen zwei Programmdarbietungen bevorzugte Nachrichten in der Form von Blitzlichtern
("flashes").
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Manchmal unterbrechen sie sogar dafür kurze Zeit eine dieser Prograinindarbietungen.
Ein Hörer, der unverzüglich über derartige bevorzugte Nachrichten unterrichtet sein
will, muß daher zusätzlich ein Programm mithören, das ihn in den meisten Fällen
nicht betrifft. Die Rundfunkübertragung kann in diesem Fall nur dann ein Mittel
zur andauernden Nachrichtenübertragung sein, wenn es möglich ist, außerhalb der
Übertragung bevorzugter Nachrichten die Lautstärke im Empfänger automatisch zu reduzieren
oder auf Null zu regeln.
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Aus der Zeitschrift "Funkschau 1971, Heft 24, Seite 793 bis 795 ist
für ein Verkehrs-Warnfunksystem ein Verfahren bekannt, bei dem mittels einer Informationskennung,
die der bevorzugten Verkehrsmeldung senderseitig am Anfang und am Ende beigefügt
wird, der Lautsprecher in den auf den Verkehrsfunksender abgestimmten Empfängern
nur für die Zeit der Verkehrsdurchsage eingeschaltet wird. Die Informationskennung
besteht darin
aus einem Steuerton von 2350 Hz, der mit einem Sinussignal
von 123 Hz frequenzmoduliert ist, und hat als Anfangssignal eine Länge von einer
Sekunde und als Schluß signal eine Länge von einer halben Sekunde. Im Empfänger
wird bei dem bekannten Verfahren die Informationskennung aus dem normalen Tonkanal
herausgesiebt, begrenzt und in einem Flankendemodulator demoduliert. Dies hierbei
gewonnene 123 Hz-Signal wird hinter einem Filter gleichgerichtet und als Gleichstrom-Schaltsignal
einem Schmittrigger mit umschaltbarer Einschalt-Zeitkonstante zugeführt. Dieser
kippt eine bistabile Kippschaltung, die mit dem einen Ausgang die Einstellung der
Zeitkonstante des Schmittriggers steuert und am anderen Ausgang ein Relais zum Durchschalten
des NF-Weges einschaltet.
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Die vorliegende Erfindung umfaßt ein derartiges Fernsteuerverfahren,
das einem Hörer nach vorheriger entsprechender Einstellung von Hand seines an das
Verfahren angepaßten Empfängers erlaubt' den Ton auszuschalten, ohne daß er Gefahr
läuft, bevorzugte Nachrichten nicht zu hören, da im Falle der Übertragung einer
bevorzugten Nachricht die Sendestation die normale Lautstärke im Empfänger wiederherstellt.
Zur Durchführung des Fernsteuerverfahrens ist an die Sendestation ein Generator
zur Erzeugung der Fernsteuersignale angeschlossen und an die übliche Schaltung jedes
Empfängers des Rundfunkübertragungssystems eine Erkennungsanordnung angeschlossen.
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Der Generator für die Fernsteuersignale, der von einer Bedienungsperson
ein- und ausgeschaltet werden kann, liefert nach der Erfindung im Niederfrequenzband
der Sendestation vor und hinter jeder bevorzugten Nachricht ein Anfangs- und ein
Schlußsignal, dessen Frequenzen sich innerhalb des üblichen, zwischen 100 und 5000
Hz liegenden Kanals befindet.
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Gemäß dem Verfahren nach der Erfindung hat das Angangssignal eine
Länge von etwa einer Sekunde und besteht aus einer Schwingung der Frequenz F. Auf
diese Schwingung ist ein Signal mit
einer Frequenz f von 115 Hz
moduliert, das durch gleiche FrequenziprUnge4F F von abwechselnd +175 Hz und -175
Hz entsteht. Das Schlußsignal hat gemäß dem Verfahren nach der Erfindung ebenfalls
eine Dauer von etwa einer Sekunde und besteht ebenfalls aus einer Schwingung der
Frequenz F. Das auf diese Schwingung modulierte Signal mit einer Frequenz f entsteht
durch gleichmäßige Frequenzspriinged F von abwechselnd +75 Hz und -75 Hz.
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Die Erkennungsanordnung hat gemäß der Erfindung die Aufgabe, die Fernsteuersignale
zu erkennen und in der Folge davon die Lautstärke des Empfängers zu verändern. Diese
Erkennungsanordnung enthält zunächst einen auf die Frequenz F abgestimmten Synchrondemodulator,
in dem das Fernsteuersignal in eine Amplitudenmodulation der Frequenz f umgewandelt
wird, dessen Amplitude angenähert proportional dem Wert des Frequenzsprunges ist.
Desweiteren enthält die Erkennungsschaltung einen herkömmlichen Detektor mit nur
einer Zeitkonstante, an dessen Ausgang sich ein dem Fernsteuerungssignal entsprechendes
Gleichstromsignal bildet mit einer Signaldauer von etwa einer Sekunde urid mit einer
dem Wert des Frequenzsprungest annähernd proportionalen Höhe. Außerdem enthält die
Erkennungsschaltung einen Schalterkreis, der mit dem Gelichstromsignal vom Ausgang
des Detektors gespeist wird und der eine Spannungsschwelle mit zwei einstellbaren
Schwellwerten aufweist. Mit Hilfe dieser Eigenschaft unterscheidet der Schalterkreis
das Anfangssignal vom Schlußsignal und ermöglicht die Steuerung der Lautstärkenschaltungen
im Émpfänger.
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Ein Rundfunkempfangsgerät, das mit den erfindungsgemäßen Anordnungen
ausgestattet ist und das auf eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitende
Sendestation abgestimmt ist, weist somit beispielsweise den Vorteil auf, daß nach
vorheriger Einstellung durch den Hörer automatisch und in der Art einer Selektion
nur die bevorzugten Nachrichten vom Empfänger abgestrahlt werden.
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Weitere Merkmale der Erfinduna gehen aus der nachfolgenden Beschreibung
hervor, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist. In den zugehörigen
Zeichnungen zeigen: Figur 1 ein Anfangssignal, Figur 2 ein Schlußsignal, Figur 3
ein zeitabhängiges Diagramm mit der Lage des Anfangs- und des Schlußsignals und
der Vorzugsnachricht sowie dem Wert der Lautstärke, Figur 4 ein Blockschema der
Erkennungsschaltung, Figur 5 den normalen Verlauf der Frequenz-Amplituden-Kennlinie
eines Synchrondemodulators.
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Wie aus dem Diagramm der Figur 3 zu ersehen ist, wird ein normales
Programm 1 in einer Sendestation von einer Vorzugsnachricht 2 unterbrochen. Das
Vorzugsprogramm wird mit einem Anfanossignal 3 eingeleitet und mit einem Schlußsignal
4 beendet. Während des normalen Programms ist die Lautstärke, die durch die Kurve
5a/5b in Figur 3 dargestellt ist, in einem auf die Sendestation abgestimmten Empfangsgerät
mit einer erfindungsgemäßen Erkennungsschaltung auf Null geregelt (urve 5a). Mit
Beginn der Übertragung der Vorzugsnachricht 2 nimmt die Lautstärke einen normalen
Wert an (Kurventeil 5b), und wird am Ende der Vorzugsnachricht nach dem Schlußsignal
4 wieder auf Null abgesenkt.
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Das Anfangssignal ist in Figur 1 und das Schlußsignal in Figur 2 schematisch
dargestellt. Beide Signale bestehen aus abwechselnd aneinander gereihten Frequenzblöcken
6 und 7 bzw. 8 und 9. Beim Anfangssignal wechselt jeweils ein Frequenzblock
6
der Frequenz F+175 Hz mit einem Frequenzblock 7 der Frequenz F-175 Hz ab, während
beim Schlußsignal jeweils ein Frequenzblock 8 der Frequenz F-75 Hz mit einem Frequenzblock
F-75 Hz abwechselt.
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Die Wirkungsweise der Erkennungsschaltung wird anhand der Figur 4
beschrieben. Ein herkömmlicher Demodulator eines Rundfunkempfangsgerätes speist
über eine Leitung 10 einen Begrenzerverstärker 11, der die Fernsteuersignale 3 und
4 derart verstärkt, daß sie eine Rechteckschwingung bilden, die mit den Frequenzsprlinaen4F
moduliert ist. Der daran anschließende Synchrondemodulator 12, der auf die Frequenz
F abgestimmt ist, erzeugt darauf aus dieser Rechteckschwingung eine Amplitudenmodulation
mit einer Frequenz von 115 Hz. Aus Figur 5 ist zu erkennen, daß die Amplitude Al
bzw. A2 dieser Amplitudenmodulation direkt von der Höhe des Frequenzhubes 4 F1 bzw.d
F2 abhängt: Für das Anfangssignal ist der Wert des Frequenzhubes 4F1=175 Hz größer
als der Wert des Frequenzhubes F2=75 Hz für das Schlußsignal, wodurch auch die Amplitude
der 115 Hz-Modulation für das Anfangssignal wesentlich größer ist.
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Ein nachfolgendes Bandpaßfilter (13) ist auf die Frequenz von 115
Hz abgestimmt. Es leitet somit nur die Fernsteuersignale weiter, wenn die Frequenz
ihres Modulationsgehaltes 115 Hz beträgt. Diese Signale erscheinen dann am Ausgang
des Filters als eine sinusförmige Welle von 115 Hz. Diese sinusförmige Welle wird
anschließend in einem Detektor 14 gleichgerichtet und so in ein gleichstromförmiges
Anfangssignal von der Höhe A1 bzw. in ein gleichstromförmiges Schlußsignal von der
Höhe A2 umgewandelt und an den Eingang eines Schwellwertschalters 15 geleitet. Die
Höhe des Gleichstrom-Anfangssignals Al ist größer als die Höhe des Gleichstrom-Sbhlußsignals.
Uberschreitet die Höhe des Gleichstromsignals eine Spannungsschwelle im Schwellwertschalter,
entsteht in diesem ein Impuls, der in einer bistabilen Kippschaltung 16 einen Kippvorgang
auslöst.
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Die Spannungsschwelle im Schwellwertschalter 15 hat zwei einstellbare
Schwellwerte S und s, die bezüglich der Höhen A1 und A2 der Gleichstromsignale so
bemessen sind, daß die Beziehung Al > S > A2 > s gilt. Die Einstellung
eines dieser Schwellwerte erfolgt durch die bistabile Kippschaltung.
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Die bistabile Kippschaltung 16 ist eine Speicherschaltung mit zwei
Ausgängen und zwei stabilen Speicherzuständen A und B. Der Übergang von einem Speicherzustand
in den anderen-erfolgt durch einen Ausgangsimpuls des Schwellwertschalters. Jedem
Speicherzustand entspricht eine eigene Spannung an den Ausgängen der Kippschaltung.
Der eine Ausgang der bistabilen Kippschaltung steuert über eine Leitung 17 die Lautstärkeschaltung
des Empfangsgerätes, der andere Ausgang bestimmt über eine Leitung 18 den Schwellwert
im Schwellwertschalter. Im Speicherzustand A beispielsweise regelt die bistabile
Kippschaltung die Lautstärke des Empfängers auf Null und stellt im Schwellwertschalter
den hohen Schwellwert S ein; der Speicherzustand B entspricht in diesem Beispiel
dann dem normalen Wert der Lautstärke und dem kleineren Schwellwert s.
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Die bistabile Kippschaltung 16 kann außerdem von der Bedienungsperson
über eine Drucktaste mit zwei Stellungen eingestellt werden, die die bistabile Kippschaltung
über eine Leitung 19 beeinflußt. In der Stellung 1 der Drucktaste, "Normale Lautstärke",
wird die bistabile Kippschaltung 16 zwangsweise im Speicherzustand B (normale Lautstärke)
gehalten, unbeeinflußt von den Impulsen aus dem Schwellwertschalter. In der Stellung
2, "ferngesteuerte Lautstärke" wird die bistabile Kippschaltung anfangs in den Speicherzustand
A (Lautstärke
Null) gesetzt. Sie ist in der Stellung 2 jedoch nicht
zwangsgesteuert, sondern kann vom Schwellwertschalter ungehindert gesteuert werden.
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Um das Rundfunkempfangsgerät in den Betriebszustand der ferngesteuerten
Lautstärke zu setzen, muß die Bedienungsperson das Gerät zunächst in der üblichen
Weise einschalten und danach den Drucktastenschalter für die Steuerung der Lautstärke
in die Stellung 2 bringen. Dadurch wird die bistabile Kippschaltung in den Speicherzustand
A gesetzt, der Ton abgeschaltet und im Schwellwertschalter die größere Spannungsschwelle
S eingestellt.
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Sobald die Sendestation eine Vorzugsnachricht abstrahlt, übersteigt
die Höhe A1 des aus dem Anfangssignal gebildeten Gleichstromsignals den Schwellwert
S und kippt die bistabile Rippschaltung in den Speicherzustand B für die normale
Lautstärke und den kleinen Schwellwert s. Am Ende der Vorzugsnachricht übersteigt
die Höhe A2 des aus dem Schlußsignal gebildeten Gleichstromsignals den kleinen Schwellwert
s und bringt dadurch die bistabile Kippschaltung wieder in den Speicherzustand A,
in dem die Lautstärke auf Null eingestellt ist und im Schwellwertschalter die hohe
Spannungsschwelle S besteht.
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Es kann vorkommen, daß eine Bedienungsperson, die zunächst den Empfänger
auf ungesteuerten Empfang eingestellt hat, zufällig während der Übertragung einer
Vorzugsnachricht die Drucktaste in die Stellung 2 für den Empfang einer ferngesteuerten
Lautstärke setzt. In diesem Fall ist die Höhe A2 des aus dem Schlußsignal gebildeten
Gleichstromsignals niedriger als der Wert S der Spannungsschwelle im Schwellwertschalter
und löst in diesem keinen Impuls aus. Der Empfänger bleibt somit bis zum Empfang
der nächsten Vorzugsnachricht stumm.
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3 Patentansprüche 2 Blatt Zeichnungen