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Verfahren zur Herstellung von Formsteinen sowie Formling zur DurchfUhrung
dieses Verfahrens Priorität: Osterreich, A 3412/74 25.April 1974 Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung von Formsteinen mit zumindest einer durch Brechen
eines vorgefertigten Formlinges längs mindestens einer Sollbruchebene gebildeten1
als Sichtfläche benutzbaren Bruchfläche. Solche Formsteine dienen bekanntlich der
Herstellung eines Mauerwerkes oder einer Mauer= verkleidung, z.B. einer Stützmauerverkleidung,
mit einer bruch= steinähnlichen, rauh und unregelmäßig strukturierten Sichtfläche,
die infolge dieser Bruchprofilierung nicht nur in ästhetischer Hinsicht ansprechend
wirkt, sondern auch gegen Witterungsein= flüsse und Witterungsschäden weitestgehend
unempfindlich ist.
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Die Erfindung erstreckt sich weiters auf einen zur Durch= führung
dieses Verfahrens geeigneten Formling.
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Aufgabe der Erfindung ist es zunächst, ein Verfahren zu schaffen,
demzufolge der Verbraucher solcher Formsteine befähigt wird, von einem Herstellerwerk
fabriksmäßig in einer Einheitsgröße gelieferte Formlinge in Formsteine jeweils von
ihm benötigter Ab= messungen mit einer oder mehreren Bruch-Sichtflächen zu zerlegen,
ohne hierzu eine teuere maschinelle Vorrichtung zu benötigen, ohne hierfür besonderer
Geschicklichkeit oder Fachkenntnisse zu be= dürfen und ohne für die erforderliche
Maßgenauigkeit der jeweils herzustellenden Formsteine besondere Sorgfalt aufwenden
zu müssen.
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Eine solche Maßhaltigkeit verschieden großer Formsteine ist notwen=
dig,veil ein Mauerwerksverband bekanntlich der Verwendung von
Halb-
oder Drittel-Formsteinen bedarf, um diesen Voll auf Fug verlegten Verband auf eine
gerade Kante ergänzen und auffüllen zu können. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
sollen also die in einer einheitlichen Größe angelieferten Formlinge vom Verbraucher,
al-so erst unmittelbar vor ihrer Verlegung zwar einem Mauerwerksverband,in Formsteine
jener Sollgrößen zerlegt werden können, die der Benutzer für die Herstellung eines
Mauerwerks= verbandes mit regelmäßig oder unregelmäßig gegeneinander ver= setzten
Vertikalfugen jeweils benötigt. Dieses Brechen des in einer Einheitsgröße angelieferten
Formlinges soll händisch und risikolos längs bedarfsweise wählbarer Sollburchebenen
durch= führbar sein.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der zu brechende
Formling mit einer schalungsglatten Seitenfläche, in welcher mindestens eine in
einer Sollbruchebene verlaufende, bei der Herstellung des Formlinges mitgefertigte
Nut, Kerbe od.dgl. ausgebildet ist, auf zwei im Abstand voneinander befind= liche
Auflager derart aufgelegt wird, daß sich jene Sollbruch= ebene, in welcher der Formling
jeweils gebrochen werden soll, im hohlliegenden Bereich des Ferulinges, zumindest
annähernd mittig zwischen den Auflagern üeidet, und daf sodann dieser Formling durch
Aufbringung längs der Sollbruchebene wirkender Kräfte aud die den Auflagern gegenüberliegende
Seite einer Biege= beanspruchung bis zum Bruch des Formlinges längs dieser Soll
bruchebene unterworfen wird.
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Ein ähnliches Verfahren ist bereits aus der DT-PS 219 922 bekannt
geworden, es betrifft jedoch das Spalten von Pflaster= steinen aus Granit od.dgl.,
also das Brechen von Natursteinen, bei denen es von vornherein keine gegenüber schalungsglatten
Seitenflächen unterschiedlich profilierte Bruch-Sichtflächen gibt, sondern die infolge
ihrer Bearbeitung von vornherein an sämtlichen Seiten Bruchflächen (Spaltflächen)
aufweisen. Bei solchen Natursteinen stellt sich demnach die obenerwähnte, der vorliegenden
Erfindung zugrundegelegte Aufgabe nicht, weil sie nicht aus einem fabriksmäßig aus
einem erhärtenßen Material, insbesondere Beten, bergestellten @ermling gewonnen
werden, der schalungsglatte Sei@ @flast @@aufweist. Beim vorbekannten Verfahren
muß der Naturstein längs der Sollbruchebene mit einem Werkzeug vor dem Spalten angeritzt
werden.
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Demgegenüber ermöglicht es das erfindungsgemäße Verfahren, aus solchen
fabriksmäßig gefertigten und zumindest teilweise schalungsglatte Flächen aufweisenden
Formlingen einer einheitlichen Größe nach Belieben und Bedarf verschieden große
Formsteine mit zumindest einer als Sichtfläche benutzbaren Bruchfläche zu gewinnen.
Dank der erfindungsgemäßen Lösung wird diese Gewinnung solcher Halb-, Drittel- oder
Zweidrittel-Formsteine unmittelbar dem Verbraucher ermöglicht, er braucht ihre jeweils
erforderliche Anzahl nicht müheaufwendig vorausberechnen und in einem Sortiment
zusammenstellen bzw. sortenmäßig anzufordern, es genügt vielmehr, wenn er die zu
verbauende Fläche berechnet und eine dementsprechende Anzahl einheitlich großer
Formlinge anfordert.
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Im Zusammenhang damit erstreckt sich die Erfindung des weiteren auf
einen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeigneten Formling. Nach
einem weiteren Erfindungsmerkmal sind die Nuten od.dgl. eines solchen Formlinges
zueinander und zu den Stirnseiten des Formlinges parallel verlaufend in der Längsmitte
und/oder in den Längsdritteln der senkrecht zur Sollbruchebene gemessenen Länge
des Formlinges angeordnet, so daß also aus einem Formling der Einheitsgröße wahlweise
Drittel-, Zweidrittel-oder Halb-Formsteine hergesteilt werden können.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht ferner auch die Herstellung
von Eckenformsteinen, d.s. Formsteine, die an zwei benachbarten, zueinander senkrecht
stehenden Seitenflächen mit Bruch£lächen ausgestattet sind. Solche Eckenformsteine
benötigt man, venn das mit einer Bruch-Sichtfläche auszubildende Mauerwerk eine
Ecke bildet, über die sich der Voll auf Fug verlegte Form= steinverband kontinuierlich
Portsetzen soll.
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In diesem Fall weist der Formling - nach einem weiteren Erfindungsmerkmal
- als Teil eines vorgefertigten größeren Form= linges an einer Seite, vorzugsweise
an seiner den Nuten od.dgl.
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gegenüberliegenden Seite, vorzugsweise Längsseite, eine durch vorheriges
Brechen des größeren Formlinges längs einer Sollbruch= ebene geschaffene Bruchfläche
auf. Diese schon fabriksmäßig her= stellbare, vorzugsweise lange Bruchfläche und
die erst durch das Brechen am Verlegungsort gewonnene zweite kleinere Bruchfläche
verlaufen zueinander in einem rechten Winkel, wodurch dann der Formstein zur Verlegung
als EckenEormstein befähigtwird.
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In den Zeichnungen sind an Hand eines Ausführungsbeispieles die Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, die zur Durch= führung dieses Verfahrens geeigneten
Formlinge, sowie die nach diesem Verfahren hergestellten Formsteine veranschaulicht.
Im einzelnen zeigt die Fig.1 einen größeren Formling in schaubildlicher Ansicht,
Fig.2 und 3 stellen in Seitenansicht das Spalten kleinerer, aus dem großen Formling
gewonnener Formlinge dar und Fig. 4 bis 7 zeigen in schaubildlicher Ansicht die
nach diesem Verfahren gewonnenen fertigten Formsteine.
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Der große Formling nach Fig.1 wird als Ausgangsprodukt fabriksmäßig
aus Beton od.dgl. Material in einer Schalung herge= stellt und wird nach ausreichender
Erhärtung dieses Materiales - gleichfalls noch in dem Herstellungswerk - längs der
Spaltebene 2 in die kleineren Formlinge 3 und 3' unterteilt, wobei jeder Formling
3,3' eine als Sichtfläche benutzbare Bruchfläche 2' mit der wünschenswerten unregelmäßigen
Oberflächenstruktur erhält.
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Die vorzugsweise untereinander gleichgroßen, eine Einheits= größe
aufweisenden kleineren Formlinge 3,3' werden nun dem Wiederverkäufer (Händler) oder
dem Verbraucher geliefert und besitzen an ihrer der Bruchfläche 2' gegenüberliegenden
schalungs= glatten vertikalen Längsseite die Nuten 4,4 bzw. 5, und zwar befinden
sich diese Nuten 4,4' in-den Längsdritteln, die Nut 5 in der Längsmitte der Gesamtlänge
1 des Formlinges C bzw. 3'.
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Solche Nuten 4,4' und 5 könnten - zusätzlich oder anstelle der dargestellten
Nuten - auch an einer oder beiden horizontalen Flächen des Formlinges 3 bzw. 3 angeordnet
werden, doch würden sie dann - sofern sie durchlaufen - an der Sichtfläche der Form=
steine sichtbar werden und deshalb erscheint diese Anordnung weniger empfehlenswert,
gleichwohl sie von vorliegender Erfindung im Prinzip mitumfaßt wird.
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Will nun der Letztverbraucher aus einem solchen Formling 3,3' etwa
zwei Halbsteine gewinnen, dann wird der längs der Sollbruchebene 6 zu spaltende
Formling 3 gemäß Fig.2 derart auf zwe in Abstand a voneinander befindliche Auf lager
7 aufgelegt, daß sie die längsmittig verlaufende Spaltebene 6 im hohlliegenden
Bereich
des Formlinges 3 zumindest annähernd mittig zwischen den beiden Auflagern 7 befindet.
Sodann wird auf die als Bruchfläche 2r ausgebildete Oberseite des Formlinges 3 längs
der Sollbruch= ebene 6 eine abwärtsgerichtete Beanspruchung, z.B. mittels eines
Breitmeissels od.dgl. Werkzeuges 8, ausgeübt. Die einfachste und bestmögliche Art
der Beanspruchung läßt sich im Rahmen der Erfindung frei wählen und ist auf die
Art und Struktur des Materiales des Formlinges 3 empirisch optimal abzustimmen;
das Werkzeug 8 kann ein breiter Meissel, ein Messer, aber auch eine Meissel- oder
Messerschar linearer Anordnung sein und die Bean= spruchung kann, vorzugsweise nach
dem Aufsetzen des Werkzeuges 8 auf die Oberseite 2' des Formlinges 3 als Schlag,
Stoß od.dgl.
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abrupte Beanspruchung ausgeübt werden oder auch als eine stetig anwachsende
Druckbeanspruchung, die beispielsweise durch eine Vibration noch wirksamer gemacht
werden kann.
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Infolge der dabei an der Unterseite des Formlinges 3 auf tretenden
Biegezugspannungen bricht der Formling 3, und zwar erstaunlicherweise sehr genau
längs der vorbestimmten Sollbruch= ebene 6, also sehr genau senkrecht zu der bereits
fabriksmäßig hergestellten Bruchfläche 21.
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Will man aus demselben Formling 3 drei Drittelsteine oder einen Drittel-
und einen Zweidrittelstein gewinnen, dann legt man den Formling 3 zunächst gemäß
Fig.3 derart auf die beiden nun in geringerem Abstand a voneinander befindlichen
Auflager 7 auf, daß sich die Sollbruchebene 9 etwa mittig zwischen den Auflagern
7 befindet und man erhält beim Brechen des Formlinges mittels eines Werkzeuges 8
wiederum zwei Formsteine, von denen der kürzere einen Drittelstein, der längere
einen - nötigenfalls noch weiter teilbaren - Zweidrittelstein verkörpert. Durch
das Brechen des Formlinges 3 längs der Spaltebenen 6 bzw. 9 (Fig.2,3) erhalten alle
solcherart gewonnenen Formsteine zumindest zwei senkrecht zueinander verlaufende
Bruchflächen 6 bzw. 9', die als Sicht= flächen in einem Mauerwerksverband verwendbar
sind, aber nicht unbedingt als solche verwendet werden müssen (Fig.4 bis 7).
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Die insgesamt aus dem Formling nach Fig.l gewinnbaren Sorten von
Formsteinen sind in den Fig. 4 bis 7veranschaulicht; es sind dies die Formsteine
10 in der vollen Länge 1, die Formsteine 11
halber Länge l, die
Formsteine 12 mit zwei Drittel der normalen Länge 1 und die Fqrmsteine 13 mit einem
Drittel der vollen Länge 1.
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Aus diesen vier verschiedenen Sorten von Formsteinen lassen sich überaus
vielerlei Formsteinverbände mit regelmäßig oder unregel= mäßig gegeneinander versetzten
Vertikalfugen herstellen, wobei der Vorteil hinzutritt, daß die Formsteine 11 bis
13 durchwegs zwei im rechten Winkel aufeinanderstoßende benachbarte Bruchflächen
2' bzw 6' und 9' besitzen, die wahlweise belde oder nur eine davon als Sichtflächen
einsetzbar sind; bei Ecksteinen fügen sich beide Bruchflächen in den Fugenraster
der aufeinanderstoßenden Mauerwerksflächen ein.
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Selbstverständlich ist der Erfindungsgegenstand im Rahmen der Erfindung
mannigfach abwandelbar und ausbaufähig. Es wurde bereits erwähnt, daß sich die Nuten
4,5, die den Sollverlauf der Sollbruchebenen 6,9 zusätzlich gewährleisten, statt
über die Vertikalseiten des Formlinges 1 nach Es auch cder nur über die Horizontalseiten
dieses Formlinges erstrecken könnten. Diese Nuten 4,5 müssen selbstverständlich
nich@ unbedingt über die ganze Höhe hzw. Breite des Formlinges durchlaufen, um ihren
Zweck zu erfüllen; im Falle sie horizontal verlaufen, enden sie zweck= mäßigerweise
schon vor der Spaltebene 2 bzw. vor den Sichtflächen 2'. Ferner müssen nicht unbedingt
Nuten 4,5 als örtliche lineare Schwächungen des Formlinges 3 vorgesehen sein, sondern
es können auch Kerben, Perforationen, verbundhemmende flächige Einlagen in den Spaltebenen,
also in den Sollbruchebenen, vorgesehen sein, um den richtigen Verlauf des Bruches
sicherzustellen. Gleiches gilt im übrigen auch für die Spaltebene 2, doch bildet
diese erste Spaltung des großen Formlinges 1 keinen eigentlichen Erfindungs= gegenstand,
sie ist vielmehr - im Zuge der Fertigung der Formlinge 3,3' - in üblicher, bei derartigen
Produkten bereits bewährter Weise beliebig durchführbar und gehört zum freien Stand
der Technik, Erfindungswesentlich ist ausschließlich die weitere, an der Bau= stelle
oder beim Wiederverkäufer durchführbare, bedarfsweise Unterteilung der Formlinge
3 in Formsteine nach den Fig.5-7.
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Im Zusammenhang damit ergeben sich besondere Vorteile teils aus dem
Anreißen, Anritsen, der Spaltebene an der beim Spalten oben= liegenden Seite 2'
des @ermlinges, also in der Druckzone, teils aus der Erhöhung der Biegezungspannungen
an der Unterseite des
Formlinges 3, also in dessen Zugzone, durch
die dort vorgesehene Nut 4 oder 5. Diese Maßnahmen ergeben gemeinsam eine außerorden=
tlich genaue Bruchflächenausbildung, und zwar überraschend genau vor allem insofern,
als der angestrebte Erfolg durch eine Schwächung des beim Spalten druckbeanspruchten
Bereiches des Formlinges erzielt wird.
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Im Erzeugungsprogramm eines Formsteinherstellers empfiehlt es sich
- zur Vereinfachung dieses Programmes - sämtliche Form steine in einer Einheitsgröße
erfindungsgemäß auszubilden und die Formlinge mit Schwächungen auszustatten, zumal
sich die Sichtflächen der an ihrer Hinterseite mit solchen Schwächungen versehenen
Formsteine von den Sichtflächen unverschwächter Formsteine ohnehin nicht unterscheiden.
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Die senkrecht zur Längsseite gemessene Tiefe der Formsteine und Formlinge
sollte etwa einem Drittel der Einheitslänge (vollen Länge 1) der Formlinge 3 entsprechen,
damit die nach dem erSindungs= gemäßen Verfahren hergestellten Ecksteine gemäß der
Fig. 5-7 mit ihren Sichtflächen 6 bzw. 9t in einen senkrecht zu den Sicht= flächen
2' verlaufenden Formsteinverband einwandfrei eingegliedert werden können. Es entspricht
dann nämlich die quer zur Länge des Formlinges verlaufende Sollbruchebene des einzelnen
durch das Brechen des Formlinges gewonnenen Formsteines, also dessen Bruchfläche,
gleichfalls einem Drittel der Normallänge 1.