DE2559162B2 - Anlage zur Kompostierung von Müll und/oder eingedicktem Schlamm - Google Patents
Anlage zur Kompostierung von Müll und/oder eingedicktem SchlammInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Kompostierung von Müll und/oder eingedicktem Schlamm,
bestehend aus einer Behandlungskammer zur Aufnahme des zu kompostierenden Gutes mit einer an der
Unterseite der Behandlungskammer in deren Austragöffnung angeordneten, über den gesamten Bereich der
Austragöffnung sich erstreckenden Austraganordnung.
Aus der DT-AS 13 01 828 sowie der DT-AS 12 37 593 ist es bekannt, als Auszieh- oder Austraganordnung
einen durch drehbare Stäbe gebildeten Rost oder einen Drehteller vorzusehen.
Wird ein aus drehbaren Stäben bestehender Rost oder ein Drehteller verwendet, dann besteht der große
Nachteil, daß die Austragöffnung, insbesondere bei Inbetriebsetzung der Anlage oder bei relativ lockerem
Kompostierungsgut nicht verschlossen werden kann. Dies bereitet in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten,
da bei der Inbetriebsetzung eier Vorrichtung ein Füllen
derselben wegen den offenen Austragöffnungen oft fast nicht und bei verschiedenen Materialzusammensetzungen
gar nicht möglich ist. Diese Austraganordnungen weisen ferner noch den großen Nachteil auf, daß viele
im zu vergärenden Gut enthaltenen Bestandteile auf die drehbaren Stäbe bzw. den Drehteller aufgewickelt
werden, und in der Praxis die ' Austraganordnung dadurch oft zum Blockieren bringen. Dann bleibt oft
nichts anderes übrig, als den entsprechenden Behälter ganz zu entleeren und das aufgewickelte Gut zu
entfernen. Daß dies eine sehr unangenehme Erscheinung ist, ist jedem sofort klar. Nach dem Beheben der Störung
s kommt dann erneut wieder die Schwierigkeit des Füllens des mit offenen Austragöffnungen versehenen
Behälters. Ferner erfordern diese Austraganordnungen sehr große, teure, leistungsfähige Antriebsmotoren und
Reduktionsgetriebe zur Erzielung der gewünschten Drehbewegung.
Aus der DT-AS 12 50 844 ist ferner eine Vorrichtung zur Umwandlung von Müll, Klärschlamm etc. in
Kompostdüngemittel bekannt, bei welcher eine Austragschnecke als Austragvorrichtung vorgesehen ist
Auch bei dieser Austraganordnung ist es nicht möglich, die Austragöffnung zu verschließen, und auch hier
besteht die sehr große Gefahr, daß zu kompostierendes Gut auf die Austragschnccke aufgewickelt wird und
zum Blockieren bringt. Außerdem werden in relativ kurzer Zeit so viele kurzfaserige Materialteilchen
zwischen den Schneckenwindungen auf die Schneckenwelle aufgewickelt, daß der Raum zwischen den
Schneckenwindungen von diesen Teilchen ausgefüllt wird und damit die Austragleistung der Austragschnekke
so stark absinkt, daß der erforderliche Austrag nicht mehr erzielbar ist. Ferner ist der Antrieb dieser
Austragvorrichtung mittels zweier sehr starker Motoren erstens um eine vertikale Mittelachse und zweitens
um die Schneckenlängsachse sehr aufwendig und teuer im Betrieb.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Austraganordnung, welche einen vollständigen
Verschluß der Austragöffnung ermöglicht, bei welcher ein Blockieren durch faserförmiges Gut unmöglich ist,
mit deren Hilfe eine fein dosierbare Abgabe des auszutragenden, behandelten Gutes möglich ist, und
deren Ausbildung unkompliziert und unter den äußerst schweren Einsatzbedingungen betriebssicher ist
Diese Aufgabe wird bei einer Anlage der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Austraganordnung zwei übereinander angeordnete, unmittelbar aufeinanderliegende, je mit Durchtrittsöffnungen
versehene, aus einer Mehrzahl von parallel oder strahlenförmig zueinander verlaufenden Stäben bestehende
Austragelemente aufweist, wobei das obere Austragelement mit Antriebsmitteln zu seiner Verschiebung
verbunden ist, und die Durchtrittsöffnungen der Austragelemente derart bemessen und angeordnet sind,
daß sie in mindestens einer Verschiebungsstellung verschlossen und in mindestens einer anderen Verschiebungsstellung
offen sind.
Bei der erfindungsgemäßen Anlage kann die Austragöffnung einwandfrei ganz verschlossen werden. Ein
Blockieren der Austraganordnung ist nicht möglich, da auf gleiche Weise wie bei einem Rasierapparatscherkopf
durch die Durchtrittsöffnungen der beiden Austragelemente hindurchragendes Gut bei der Verschiebung
der beiden Austragelemente relativ zueinander, dieses Gut zertrennt wird. Ein Blockieren dieser
erfindungsgemäßen Austraganordnung ist somit nicht möglich, da kein Aufwickeln von Gut auf die
Austragelemente erfolgen kann.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 4.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht auf eine beispielsweise Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anlage,
teilweise im Schnitt;
F i g. 2 eine Draufsicht auf die in F i g. 1 dargestellte Anlage; und
F i g. 3 eine Draufsicht auf eine andere beispielsweise Ausführungsform des unteren zweiten Aus\ragelementes.
Wie aus den F i g. 1 und 2 ersichtlich, weist die darin dargestellte Anlage zur Kompostierung von Müll
und/oder eingedicktem Schlamm eine Behandlungskammer 1 zur Aufnahme des zu kompostierenden Gutes
auf. Bei dieser Anlage wird das zu kompostierende Gut
von oben in die Behandlungskammer 1 eingefüllt, danach in der letzteren kontinuierlich mit einem den
biologischen Umwandlungsprozeß beschleunigenden Gas durchströmt und dann der Kompost an der
Unterseite der Behandlungskammer ausgetragen, so daß der Durchsatz des zu behandelnden Gutes in
vertikaler Richtung von oben nach unten durch die Behandlungskammer hindurch erfolgt.
An der Unterseite der Behandlungskar.imer I1 in
deren Ausirsgöfinung, ist die Austraganordnung 2
vorgesehen, die zwei übereinander angeordnete, über den gesamten Bereich der Ausiragöffnung sich erstrekkende,
unmittelbar aufeinanderliegende Austragelemente 3 und 4 aufweist, die relativ zueinander
verschiebbar und mit schlitzförmigen Durchtrittsöffnungen 5 bzw. 6 versehen sind.
Um bei einer Störung im Betrieb der Austraganordnung zu vermeiden, daß dann überhaupt kein Kompost
mehr aus der Behandlungskammer ausgetragen werden kann, ist die Austraganordnung, wie aus F i g. 2
ersichtlich, in zwei gleiche Hälften 2a und 2b aufgeteilt, die je auf ein endloses Transportband 7a bzw. Tb
austragen. Von den beiden Transportbändern 7a und Tb gelangt der Kompost dann auf das gemeinsam
zugeordnete Transportband 8.
Um ferner das auszutragende Gut bei kompaktem Zustand desselben von der Unterseite der Behandlungskammer 1 her abkratzen zu können, ist das obere,
unmittelbar an das Innere der Behandlungskammer 1 angrenzende erste Austragelement 3 mit einem
hydraulischen Servomotor 9· zu seiner horizontalen Verschiebung relativ zur Austragöffnung der Behandlungskammer
1 und relativ zum unteren, zweiten Austragelement 4 verbunden.
Die beiden Austragelemente 3 und 4 weisen je eine Vielzahl von parallel zueinander verlaufenden Stäben 10
bzw. 11 auf, wobei zur Erzielung einer besseren Abkratzwirkung die Stäbe des oberen Austragelementes
3 aus Winkeleisen 10 bestehen, die derart angeordnet sind, daß die beiden Winkeleisenschenkel
10a und 10Ä nach unten ragen und sich bis unmittelbar bis zur nach oben gerichteten Oberfläche 11a des
zweiten, unteren Austragelementes 11 erstrecken. Auf
diese Weise weist jedes Winkeleisen 10 eine nach oben gerichtete Abkratzkante auf.
Die Stäbe 11 des unteren zweiten Austragelementes 4
weisen, wie aus F i g. 1 ersichtlich, ein rechteckiges Hohlprofil auf.
Dadurch, daß das zu verschiebende Austragelement 3 sich auf der Seite des auszutragenden Gutes befindet
und das letztere auf diesem Austragelement 3 aufliegt, ist jederzeit eine einwandfrei dosierte Austragung des
Kompostes aus der Behandlungskammer 1 möglich.
Wie aus Fig.3 ersichtlich, kann das untere, zweite
Austragelement 3' bei kreisförmigem Querschnitt der Behandlungskammer 1 auch kreisförmig ausgebildet
sein, wobei dann die unteren Stäbe 11' strahlenförmig
zueinander verlaufend angeordnet sind. Die Stäbe 10' (nicht dargestellt) des oberen, um eine Vertikalachse
drehbar angeordneten ersten Austragelementes 3' (nicht dargestellt) müssen in Richtung der Drehachse
gesehen einen solchen Grundriß aufweisen, daß mindestens in einer Stellung des oberen Austragelementes
3' die zwischen den Stäben 11' des unteren Austragelementes 4' vorhandenen Durchtrittsöffnungen
6 durch die Stäbe 10' des oberen Austragelementes 3' vollständig überdeckt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Anlage zur Kompostierung von Müll und/oder eingedicktem Schlamm, bestehend aus einer Behandlungskammer
zur Aufnahme des zu kompostierenden Gutes mit einer an der Unterseite der Behandlungskammer in deren Austragöffnung angeordneten,
über den gesamten Bereich der Austragöffnung sich erstreckenden Austraganordnung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Austraganordnung (2) zwei übereinander angeordnete,
unmittelbar aufeinanderliegende, je mit Durchtrittsöffnungen versehene, aus einer Mehrzahl von
parallel (10, 11) oder strahlenförmig (10', 11') zueinander verlaufenden Stäben bestehende Austragelemente
(3, 4) aufweist, wobei das obere Austragelement (3) mit Antriebsmitteln (9) zu seiner
Verschiebung verbunden ist, und die Durchtrittsöffnungen (5, tt) der Austragelemente (3, 4) derart
bemessen und angeordnet sind, daß sie in mindestens einer Verschiebungsstellung geschlossen und in
mindestens einer anderen Verschiebungsstellung offen sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe des oberen Austragelementes (3)
aus derart angeordneten Winkeleisen (10) bestehen, daß die beiden Winkeleisenschenkel (10a, lOtynach
unten ragen und sich bis mindestens annähernd zur Oberfläche (Ua) des unteren Austragelementes (4)
erstrecken.
3. Anlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe (11) des unteren
Austragelementes (4) ein rechteckförmiges Außenprofil aufweisen.
4. Anlage nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmittel (9) aus einem
hydraulischen oder pneumatischen Servomotor (9) bestehen.
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