DE2439315C3 - Edelmetallkontakte für Gleichstromschaltgeräte, insbesondere für Relais in Kraftfahrzeugen - Google Patents
Edelmetallkontakte für Gleichstromschaltgeräte, insbesondere für Relais in KraftfahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Edelmetallkontakte für Gleichstromschaltgeräte,
insbesondere für Relais in Kraftfahrzeugen, unter Verwendung einer Palladium-Kupfer-Legierung
in geordneter Phase mit einem Palladiumgehalt von etwa 60 Gew.-%, Rest Kupfer.
In dem Buch A. Keil, »Werkstoffe für elektrische
Kontakte«, Springer-Verlag, 1960, ist im Tabellenanhang auf den Seiten 322 und 323 die Verwendung von
Palladium/Kupfer 60/40 in geordneter Phase als Werkstoff für Kontakte in Blinkgebern und Fernmelderelais
angegeben. Als Vorteil wird die nur geringe flächenhafte Materialwanderung angegen. Die übliche
Anwendung besteht in kleinen Nieten massiv, plattiert oder gelötet, auch aufgeschweißte oder auch aufgelötete
Plättchen sind bekannt. Die Verwendung in einer Kontaktpaarung mit unterschiedlichen Kontakten, z. B.
in einem Gleichstromschaltgerät mit einem von einem von dem Kathodenkontakt verschiedenen Anodenkontakt,
ist nicht angegeben.
Aus der deutschen Patentschrift 20 53 410 ist die Verwendung einer Palladium-Kupfer-Legierung mit
einem Kupferanteil von 40% als Schicht auf einem Kontaktträger aus Kupfer bekanntgeworden. Hierdurch
soll eine Materialwanderung in vorbestimmter Richtung erzielt werden. Auch hier ist keine Paarung
eines aus diesem Kontaktmaterial bestehenden Kontak
tes mit einem anders aufgebauten Kontakt angegeben..
Aus der deutschen Patentschrift 2041 978 ist ein
Starkstromschalter mit aus ungleichen, zur Fremdschichtbildung neigenden Werkstoffen bestehenden
S Kontaktstücken, z. B. aus Kupfer und Messing bestehenden
Kontaktstücken, bekanntgeworden, bei dem nur das
eine Kontaktstück, z.B. das aus Kupfer, mit einem Edelmetallfiberzug versehen ist Der Starkstromschalter
findet für Wechselstrom Verwendung, z. B. als Stufenschalter in Regeltransformatoren.
Aus der DE-AS 10 72 296 ist eine Schneidenlagerung für Schaltgeräte bekanntgeworden, bei der der Werkstoff
für die eine Lagerseite eine Legierung von mehr als
50% Gold, insbesondere eine Gold-Nickel-Legierung, ist und der für die andere Lagerseite eine Legierung mit
mehr als 60% Kupfer oder Silber. Die Schneidenlagerung ist zwar stromführend, es handelt sich aber nicht
um Schaltkontakte.
Aus der DE-AS 1090292 ist eine Gelenkverbindung bekanntgeworden, die stromleitend ist und die unterschiedliche Werkstoffe der Lagerpaarung aufweist nämlich einmal Silber und zum anderen blank, fein bearbeitetes und hochglanzpoliertes Kupfer.
Ferner sind aus der DE-AS 12 09 223 Sinterkontaktkörper mit einer Schicht aus schlecht schweißbarem Kontaktmaterial, z.B. Silber-Nickel oder Silber-Kohlenstoff und mit einer mit dieser zusammen gesinterten Schicht eines gut schweißbaren Metalls, z. B. Eisen, Nickel oder Monelmetall, bekanntgeworden. Hierdurch wird die Schweißbarkeit des Kontaktkörpers verbessert
Aus der DE-AS 1090292 ist eine Gelenkverbindung bekanntgeworden, die stromleitend ist und die unterschiedliche Werkstoffe der Lagerpaarung aufweist nämlich einmal Silber und zum anderen blank, fein bearbeitetes und hochglanzpoliertes Kupfer.
Ferner sind aus der DE-AS 12 09 223 Sinterkontaktkörper mit einer Schicht aus schlecht schweißbarem Kontaktmaterial, z.B. Silber-Nickel oder Silber-Kohlenstoff und mit einer mit dieser zusammen gesinterten Schicht eines gut schweißbaren Metalls, z. B. Eisen, Nickel oder Monelmetall, bekanntgeworden. Hierdurch wird die Schweißbarkeit des Kontaktkörpers verbessert
Ferner ist aus der DE-AS 6 12 631 ein Schaltstück für hohe Stromstärken bekanntgeworden, das ganz aus
Monelmetall oder aus üblichen Kontaktstoffen mit einem Monel-Metalleinsatz besteht
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Edelmetallkontakte der eingangs genannten Art zu
verbessern und insbesondere eine Verbilligung bei ausreichender Kontaktlebensdauer zu erzielen.
Bei verschiedenen Gleichstromschaltgeräten treten Schwierigkeiten auf, eine ausreichende Kontaktlebensdauer
zu erhalten, wenn insbesondere unterschiedliche Lasten geschaltet werden und wenn die zur Verfügung
stehenden Kontaktkräfte verhältnismäßig klein sind.
Insbesondere bei Kleinrelais und bei Hitzdrahtblinkgebern sind die Kontaktkräfte so gering, daß derartige
Schwierigkeiten auftreten. Die Belastung ist sehr unterschiedlich, z. B. werden ein bis sechs Lampen von
18 bzw. 21 W von ein und demselben Schaltgerät
so geschaltet z. B. einem Kleinrelais in einem elektronischen
Blinkgeber. Bisher wurden deshalb für diese Zwecke sehr teure Edelmetallkontakte aus Gold bzw.
Goldlegierungen bzw. aus Palladiumlegierungen eingesetzt
Erfindungsgemäß besteht der Anodenkontakt aus einer mindestens 0,1 mm dicken Kupferschicht mit einer
darüber befindlichen Kontaktschicht aus der Palladium-Kupfer-Legierung
in einer Schichtdicke von nur 0,1 bis 0,15 mm und der Kathodenkontakt aus Silber oder einer
Silberlegierung. Vorzugsweise ist die Kupferschicht 0,2 mm dick.
Der Anodenkontakt kann auch aus einer Grundschicht aus Monelmetall, aus einer darauf befindlichen
Schicht aus Kupfer und aus einer darauf befindlichen Kontaktschicht aus einer Palladium-Kupfer-Legierung
mit 60 Gew.-% Palladiumgehalt von 0,1 mm Dicke bestehen und der Kathodenkontakt aus Silber oder
einer Silberlegierung.
Vorteilhafterweise besteht der Kathodenkontakt aus einer Silber-Kupfer-Legierung mit 97 Gew.-% Silber
oder aus Feinkornsilber.
Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erreicht: Die verwendete Edelmetallmenge ist erheblich geringer S
als bei bekannten Kontakten für vergleichbare Anwendungsfälle, wodurch Einsparungen an Materialkosten
erzielt werden. Weiter ist eine geringere Materialwanderung festzustellen und damit eine höhere Lebensdauer
der Kantakte. Ferner läßt sich insbesondere bei der Verwendung in Hitzdrahtblinkgebern eine geringere
Neigung zum Verschweißen der Kontakte feststellen. Ferner wurde als weiterer Vorteil gefunden, daß bei
erfindungsgemäß aufgebauten Kontaktmaterialpaarungen der Anodenkontakt leichter verarbeitet werden
kann.
Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung
näher beschrieben werden. Ein Gleichstromschaitgerät,
z.B. ein Kleinrelais, wie es als Schaltstufe in elektronischen Blinkgebern für Kraftfahrzeuge verwendet
wird, z. B. in 12-V- oder 24-V Ausführung, kann mit
einem Anodenkontakt versehen werden, der aus einem gewalzten Band ausgestanzt oder von diesem abgeschnitten
ist, das aus einer Kontaktschicht aus einer Palladium-Kupfer-Legierung in geordneter Phase mit
einem Palladiumgehalt von 60 Gew.-°/o und einem Kupfergehalt von 40% in einer Schichtdicke von 0,1 mm
und einer darunter befindlichen Kupferschicht von 0,2 mm Dicke besteht Vorzugsweise wird eine weitere
Grundschicht aus Monelmetall vorgesehen, wodurch sich ein Dreischichtenaufbau ergibt. Die Schichtdicke
der Kupferschicht sollte mindestens 0,1 mm betragen. Auch die Schichtdicke der Monelmetallschicht kann
etwa 0,1 mm betragen. Durch die Verwendung der Grundschicht aus Monelmetall besteht die Möglichkeit,
das Kontaktmaterial leichter zu verarbeiten, insbesondere den Einzelkontakt leichter auf seiner Grundlage
aufzuschweißen. Als Gegenkontakt kann ein Kontakt aus Reinsilber verwendet werden. Es haben
sich aber auch verschiedene bekannte Silberlegierungen, die in anderem Zusammenhang als Kontaktmaterial
bekannt sind, bewährt, so z. B. das sog. Feinkornsilber,
eine Silber-Nickel-Legierung mit einem Nickelgehalt von z. B. 0,15% oder aber eine Silber-Kupfer-Legierung
mit einem Silbergehalt von 97 Gew.-%. Ferner eine Silber-Kupfer-Legierung mit einem Silbergehalt
von90Gew.-%.
Die Kontaktgröße hängt teilweise von den geschalteten Lasten ab. Im Rahmen der zuvor genannten Lasten
hat sich eine Kontaktpaarung bewährt, bei der die Anode aus dem beschriebenen Dreischichtenmaterial in
einer Kontaktgröße von 2x2 mm und die Kathode aus Silber oder einer Silberlegierung von 3 mm 0 in einer
Dicke von 0,4 bis 1 mm besteht Anstelle des Silberkontsktes kann auch versilbertes Messing verwendet
werden. In diesem Falle sollte keine enge Begrenzung der Fläche vorgesehen werden. Die
Kontaktfläche könnte also aus dem versilberten Kontaktträger selber bestehen.
In dem Dreischichtenmaterial kann gegebenenfalls die Kupferschicht auch durch eine Silberschicht ersetzt
sein. Wesentlich ist die Wärmeleitfähigkeit und die Wärmespeicherung. Insbesondere beim Schalten von
Glühlampen treten Stromspitzen auf (Einschaltspitzen), die eine Speicherung und Verteilung der bei den
Schaltvorgängen auftretenden Wärme notwendig machen.
Wesentlich erscheint, daß bei der Wärmeerzeugung
ein Materialwanderungsgefälle von dem aus dem Zweischichten- oder Dreischichtenmaterial bestehenden
Anodenkontakt zum Kathodenkontakt besteht Bereits nach wenigen Schaltungen befindet sich auf der
Oberfläche des an sich aus Silber oder einer Silberlegierung bestehenden Kathodenkontakts eine
Schicht aus einer Palladium-Kupfer-Legierung von einigen μιη Dicke, z. B. 7 μπι. Offenbar ist hierdurch die
geringere Klebe- bzw- Verschweißneigung bedingt.
Auch dann, wenn die geordnete Phase der Palladium-Kupfer-Legierung
zerstört wird, tritt durch die Hinterfütterung mit Kupfer eine derartige Verbesserung auf,
daß häufig auch dann noch die geforderte Lebensdauer der Kontakte erreicht wird.
Bei äußerst geringen Kontaktkräften, wie sie manche elektromagnetischen Hitzdrahtblinker aufweisen, ist mit
dem erfindungsgemäß aufgebauten Edelmetallkontakt zwar eine Verbesserung zu erreichen, aber häufig nicht
die vollständige Beseitigung aller Schwierigkeiten. Dagegen kann bei Hitzdrahtblinkgebern auf Schnapp-Schalter-Basis,
bei denen zwar ebenfalls noch sehr geringe Kontaktkräfte auftreten, z.B. Kontaktkräfte
von 0,25 N (25 p), bereits mit ausreichender Sicherheit die geforderte Kontaktlebensdauer erzielt werden.
Auch bei Kleinrelais mit Kontaktkräften von etwa 1 N (100 p) wird eine bevorzugte Anwendung des erfindungsgemäß
aufgebauten Edelmetallkontaktes gesehen.
Schutz wird nur begehrt für die Gesamtheit der Merkmale jedes Patentanspruchs.
Claims (5)
1. Edelmetallkontakte far Gleichstromschaltgeräte,
insbesondere für Relais in Kraftfahrzeugen, unter Verwendung einer Palladium-Kupfer-Legierung
in geordneter Phase mit einem Palladiumgehalt von etwa 60 Gew.-%, Rest Kupfer, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anodenkontakt aus einer mindestens 0,1 mm dicken Kupferschicht mit
einer darüber befindlichen Kontaktschicht aus der Palladium-Kupfer-Legierung in einer Schichtdicke
von nur 0,1 bis 0,15 mm besteht, und daß der
Kathodenkontakt aus Silber oder einer Silberlegierung besteht
2. Edelmetallkontakte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupferschicht 0,2 mm dick
ist
3. Edelmetallkontakte fur Gleichstromschaltgeräte, insbesondere für Relais in Kraftfahrzeugen, unter
Verwendung einer Palladium-Kupfer-Legierung in geordneter Phase, mit einem Palladiumgehalt von
etwa 60 Gew.-%, Rest Kupfer, dadurch gekennzeichnet, daß der Anodenkontakt aus einer Grundschicht
aus Monelmetall, aus einer darauf befindlichen Schicht aus Kupfer von 0,2 mm Dicke und aus
einer darauf befindlichen Kontaktschicht aus einer Palladium-Kupfer-Legierung mit 60 Gew.-% Palladiumgehalt
von 0,1 mm Dicke besteht, und daß der Kathodenkontakt aus Silber oder einer Silberlegierung
besteht
4. Edelmetallkontakte nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet daß der Kathodenkontakt
aus einer Silber-Kupfer-Legierung mit 97 Gew.-% Silber besteht
5. Edelmetallkontakte nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet daß der Kathodenkontakt
aus Feinkornsilber besteht
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| DE19742439315 DE2439315C3 (de) | 1974-08-16 | 1974-08-16 | Edelmetallkontakte für Gleichstromschaltgeräte, insbesondere für Relais in Kraftfahrzeugen |
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Owner name: HELLA KG HUECK & CO, 4780 LIPPSTADT, DE |
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