DE3116442C2 - Sinterkontaktwerkstoff - Google Patents
SinterkontaktwerkstoffInfo
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Abstract
Der Sinterkontaktwerkstoff gemäß der Erfindung besteht aus zwei getrennten Grundmetallen Silber und Kupfer. Die Grundmetalle liegen im Mikrogefüge getrennt voneinander vor. In den Grundmetallen sind das oder die Metalloxide verteilt. Die Art und die Menge des oder der Metalloxide sind in den Grundmetallbereichen gleich oder verschieden. Die Metalloxide sind wenigstens in einem Grundmetall mit einer Korngröße < 1 μm mit einer Häufung zwischen 0,1 und 0,5 μm und einer Korngröße 1 μm mit einer Häufung zwischen 1 und 5 μm verteilt. Der Silberanteil am Gesamtwerkstoff beträgt zwischen 10 und 80 Massen-% insbesondere zwischen 20 und 50 Massen-%.
Description
SnO2, ZnO, CdO, Bi2O3, In2O3, CuO oder Sb2O3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Grundmetalle Silber und Kupfer im Gefüge voneinander
getrennt vorliegen und daß im Silber als dem einen Grundmetall wenigstens eines der Metalloxide aus
der genannten Gruppe mit einer Korngröße < 1 μπι mit einer Häufung zwischen 0,1 und 0,5 μπι und einer
Korngröße >1 μπι mit einer Häufung zwischen 1 und 5 μπι verteilt ist, während eines der Metalloxide
aus der genannten Gruppe mit einer Korngröße < 1 μπι und einer Häufung zwischen 0,1 und 0,5 μπι
und einer Korngröße > 1 μπι mit einer Häufung zwischen
1 und 5 μπι an die Gefügekorngrenzen der Grundmetalle angelagert ist.
2. Sinterkontaktwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Silberanteil am Gesamtwerkstoff
zwischen 20 und 50 Massen-% beträgt.
3. Sinterkontaktwerkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
er aus 52,8 Massen-% Cu, 34,8 Massen-% Ag, 12 Massen-% CdO und 0,4 Massen-% Bi2O3 besteht.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Sinterwerkstoff gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Für Schaltgeräte der Energietechnik bestehen für elektrische Kontaktstücke besondere Eigenschaftsforderungen.
Bei Lichtbogenbelastung, wie sie bei Schaltvorgängen bei prellendem Ein- und beim Ausschalten
auftreten, wird ein möglichst kleiner Materialabbrand und damit eine hohe Lebensdauer verlangt. Beim prellenden
Einschalten soll ein möglichst hoher Strom geschaltet werden können, ohne daß dabei die Kontaktstücke
verschweißen, d. h. eventuell gebildete Schweißbrücken müssen von den für die Kontaktöffnung vom
Schaltgerät verfügbaren Kräfte noch getrennt werden können. Die als Schweißkraft definierte Größe soll daher
möglichst klein sein. Eine dritte Hauptforderung ist die Erwärmung der Kontaktstücke bzw. der Anschußklemmen
eines Schaltgerätes bei Dauerstromführung der Größe des Nenn.stromes. Für derartige Kontaktstücke
sind bereits viele Werkstoffe meist mit hohem Silberanteil bekanntgeworden.
Durch die DE-PS 26 59 012 ist ein Verfahren zur Herstellung
eines Sinterkontaktwerkstoffes aus Silber und mindestens zwei eingelagerten Metalloxiden, mittels
Pressen und Sintern eines Silber-Metalloxid-Verbundhplcannt hpi Hf»m pin
: Λ/prhiinHmilv^r \ir\r
alle Metalloxide mit annähernd der gleichen Konzentration im Silber vor.
Der bekannte Werkstoff besteht vielmehr aus verschiedenen nebeneinanderliegenden mikroskopischen
Bereichen, wobei in einem Bereich das eine Metalloxid bzw. eine Gruppe von Metalloxiden, im danebenliegenden
Bereich jedoch ein anderes Metalloxid oder eine andere Gruppe von Metalloxiden im Silber enthalten
sind. Es wechseln z. B. Bereiche aus AgMe(I)O mit Bereichen
aus AgMe(Il)O nebeneinander ab, wobei Me(I) und Me(II) für verschiedene Unedelmetalle steht
Der Aufbau von Sinterkontaktwerkstoffen aus verschieden zusammengesetzten Bereichen ermöglicht es,
durch den Metalloxidzusatz in dem einen Bereich einen Parameter des Eigenschaftsspektrums (z. B. Abbrand)
zu verbessern, wobei jedoch die in diesem Bereich hervorgerufene Verschlechterung eines anderen Parameters
im Eigenschaftsspektrum (z. B. Schweißkraft) durch den Metalloxidzusatz im benachbarten Bereich kompensiert
oder überkompensiert wird, so daß insgesamt eine Verbesserung des ganzen Eigenschaftsspektrums
des fertigen Werkstoffes erreicht wird.
Vom Stand der Technik, beispielsweise der DE-PS 8 07 416, sind bereits Kontaktwerkstoffe auf Edelmetall-Metalloxidbasis
bekannt, bei denen Silber als Edelmetall teilweise durch Kupfer ersetzt werden kann. Da Silber
und Kupfer ineinander lösbar sind und Mischkristalle bilden, wird üblicherweise von einer homogenen Matrix
ausgegangen, wobei gemäß der DE-OS 24 58 476 entweder das Silber oder das Kupfer dominieren kann und
in dieser Matrix beispielsweise Cadmiumoxid gleichmäßig eingebaut ist. Die Sinterung muß in inerter Atmosphäre
erfolgen.
Aus der DE-AS 17 58 610 ist ein Sinterverbundwerkstoff bekannt, bei dem im Silber als Grundmetall feinteilige Metalloxide eingelagert sind und zusätzlich feinteiliges Blei vorhanden ist. Der Wirkzusatz Blei verringert die Schweißneigung.
Aus der DE-AS 17 58 610 ist ein Sinterverbundwerkstoff bekannt, bei dem im Silber als Grundmetall feinteilige Metalloxide eingelagert sind und zusätzlich feinteiliges Blei vorhanden ist. Der Wirkzusatz Blei verringert die Schweißneigung.
Wenn in einem Werkstoff auf Silber-Kupfer-Basis Metalloxide von unedleren Metallen vorhanden sein
sollen, muß sichergestellt sein, daß Kupfer bei der Sinterung nicht oxidiert. In der DD-PS 52 506 ist dazu ein
Herstellungsverfahren angegeben, bei dem ein Fällungspulver aus Kupfer und Cadmium einer partiellen
Reduktion unterzogen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sinterkontaktwerkstoff
mit Silber und Kupfer gefügemäßig zu verbessern, daß der Silberanteil möglichst klein
gehalten werden kann und dennoch gleich gute Abbrand- und Schweißkraftwerte wie beim Stand der
Technik vorliegen.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Die
Unteransprüche 2 und 3 geben bevorzugte Konzentration des Silberanteils bzw. der übrigen Komponenten
von Kontaktwerkstoffen gemäß der Erfindung an.
Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel noch näher erläutert.
Für Kontaktstücke mit niedrigem Silberanteil, vor allern für Niederspannungs-Schaltgeräte der Energie-
Für Kontaktstücke mit niedrigem Silberanteil, vor allern für Niederspannungs-Schaltgeräte der Energie-
dem Pressen mit wenigstens einem weiteren Silber-Metalloxid-Verbundpulver
innig vermischt wird, welches sich in der Metalloxid-Komponente von dem ersten Verbundpulver unterscheidet. In dem auf diese Weise
hergestellten Sinterkontaktwerkstoff sind die Metalloxide nicht gleichmäßig über den gesamten Sinterkontaktwerkstoff
verteilt. Es liegen nicht in jedem Bereich fester Werkstoff mit geringer Schweißkraft gefordert.
Der im Beispiel beschriebene Kontaktwerkstoff besteht aus 52,8 Massen-% Cu, 34,8 Massen-% Ag, 12 Massen-%
CdO und 0,4 Massen-% Bi2O3. Dieser wird zur
Erzielung des gewünschten Gefüges folgendermaßen hergestellt:
Aus einer AgCdBi-Legierung wird durch Verdü-
sung und innere Oxidation ein Verbundpulver aus AgCdOBi2O3 mit 12 Massen-% CdO und I Massen-%
Bi2O3 hergestellt. Die Teilchengröße liegt bei
<0,2 mm. Aus 40 Massen-% dieses Pulvers und einer Pulvermischung aus 88% Elektrolyse-Kupferpulver der Teilchengröße
<10μπι und 12 Massen-% CdO-PuIver der
Teilchengröße < 5 μίτι wird eine Pulvermischung hergestellt,
in der die Komponenten möglichst gleichmäßig verteilt sind. Die Pulvermischung wird mit einem Druck
von 400MN/m2 in einer Matrize zu einem Formteil
verdichtet Anschließend wird der Preßkörper bei 7500C eine Stunde lang in Stickstoffatmosphäre gesintert
Zur Vermeidung von Oxidverlusten ist es zweckmäßig, die Wärmebehandlung der geschichteten Kontaktstücke
in einem abgedeckten Kasten vorzunehmen, in dem sich einige CdO-Tabletten befinden. Durch Nfchpressen
mit einem Preßdruck von 800 MPa wird das Formteil auf die gewünschte Endform des Kontaktstükkes
gebracht. Der Raumerfüllungsgrad soll 0,99 erreichen oder überschreiten, damit eine hohe Abbrandfestigkeit
im Lichtbogen erhalten wird.
Für höhere Verdichtungsgrade wird ein Warmpressen bei 6000C und 600 MPa, eine weitere Wärmebehandlung
bei 7500C während einer halben Stunde in Stickstoffatmosphäre und einem Kaltnachpressen mit
800 MPa durchgeführt.
Die Formteilkontaktstücke zeigten auf einem Prüfschalter bei einem Einschaltstrom von 1000 A gleich gute
Abbrand- und Schweißkraftwerte wie eine AgCdO12-Qualität mit optimierten Kontakteigenschaften.
Der Kontaktwiderstand nach prellendem Einschalten liegt in der Häufigkeitsverteilung etwa 20 bis 50%
höher und ist damit für Niederspannungsschaltgeräte der Energietechnik wie z. B. für Schütze, geeignet.
Wegen des geringeren Silberaufwandes im Vergleich zu AgCdO 12 ist der Werkstoff gemäß der Erfindung
besonders wirtschaftlich. Anstelle der im Beispiel angeführten Metalloxide können auch andere geeignete Metalloxide
verwendet werden, wie z. B.
SnO2, ZnO, In2O3, CuO, Sb2O3.
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Claims (1)
1. Sinterkontaktwerkstoff bestehend aus Silber als erstem Grundmetall mit einem Anteil zwischen IC
und 80 Massen-% sowie Kupfer als weiterem Grundmetall und als Rest mindestens einem Metalloxid
aus der Gruppe
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