DE2420089A1 - Pulverkraftbetriebenes setzgeraet - Google Patents
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Description
DR. BERQ D t P L.-I N G. ST AP F
DtPL.-mG. SCHWABE ΓΓ.,ΠΠ. SANDMAIR
PATENTANWÄLTE P MÜNCHEN-Aft · MAUERKIRCHERSTR.♦«.
HILTI AKTIENGESELLSCHAFT IN SCHAAN (Fürstentum Liechtenstein)
Die Erfindung betrifft ein pulverlcraftbetriebenes Setzgerät zum Eintreiben von Bolzen, Nägeln oder dergleichen
in harte Aufnahmematerialien, wobei die, durch die Zündung
einer, in einer Brennkammer angeordneten, hülsenlose Treibladung entstehenden Pulvergase durch einen
oder mehrere Gasströmkanäle in einen Arbeitsraum gelangen,
in welchem ein Eintreibkolben, dessen rückwärtige Ausgangsstellung vorwählbar ist, geführt wird.
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Bei pulverkraftbetriebenen Setzgeräten, in welche hülsenlose
Treibladungen Anwendung finden, tritt oftmals das Problem auf, dass die Treibladungen nicht oder nur ungenügend
abbrennen. Zudem kommt es auch vielfach zu einer
zeitlich verzögerten, sich ebenfalls negativ auswirkenden Verbrennung der·Treibladung.
Diesen nachteiligen Erscheinungen kann entgegengewirkt werden, wenn in der Brennkammer während der gesamten
Dauer der Verbrennung ein gleichbleibender Druck herrscht. Es hat sich gezeigt, dass schon geringfügige Druckschwankungen
zu den genannten nachteiligen Erscheinungen führen können.
Insbesondere anfällig sind Geräte, bei welchen zur Leistungsregulierung
der Kolben in seiner rückwärtigen Ausgangsstellung vorbestimmbar ist. «Je nach Stellung des
Kolbens steht zur Expansion der Pulvergase ein unterschiedliches Volumen zur Verfügung, welches somit die
Druckverhältnisse beeinflusst.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gerät der
genannten Art zu schaffen, bei welchem der Druck in der Brennkammer während der Brennzeit der Treibladung nicht
von äusseren Einflüssen abhängig ist.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass
die Gasströmkanäle als Lavaldüsen ausgebildet sind.
Die Lavaldüse dient bekanntlich der Herstellung von Ueberschallströmungen. Das charakteristische Merkmal
der Lavaldüse besteht darin, dass sich deren Querschnitt
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beim Fortschreiten in Strömungsrichtung zunächst verengt
und dann wieder erweitert. Bei Erreichen einer Ueberschallströmung
wird der Druck im Endguerschnitt der Düse unabhängig vom Druck vor der Düse. Eine Veränderung des Druckes
im Arbeitsraum hat also keinen Einfluss auf den Druck in der Brennkammer. Die Treibladung verbrennt deshalb stets
unter den gleichen, optimalen Druckbedingungen. Die günstigsten Abmessungen der Lavaldüse sind abhängig von der
Grosse der Brennkammer und der Stärke der Treibladung.
Für eine gleichmässige Verbrennung der Treibladung ist es von Vorteil, mindestens zwei Lavaldüsen vorzusehen.
Wird bei Verwendung von teilweise feucht gewordenen Treibladungen eine Oeffnung durch unverbrauchte Teile der Treibladung
verstopft, so kann sich in der Brennkammer kein gefährlich
hoher Druck entwickeln, da die Verbrennungsgase durch weitere Gasströmkanäle entweichen können. Für die
praktische Auslegung sind oftmals mehrere Lavaldüsen von Vorteil, da die Gerätekonstruktion besser optimiert werden
kann, als bei einer einzigen Düse von grossem Querschnitt.
Bei den meisten Gerätekonstruktionen wird die Treibladung durch einen, in der Mitte der Treibladung auftreffenden
Zündstift gezündet. Damit jedoch die für die Zündung der Treibladung erforderliche hohe Verdichtung zustande kommt,
ist es vorteilhaft, wenn die Treibladung auf der dem Zündstift gegenüberliegenden Seite abgestützt wird. Es ist
daher zweckmässig, wenn die Lavaldüsen gegenüber der Hauptachse
der Brennkammer radial versetzt angeordnet sind. Das Zentrum der laufseitigen Auflage der Treibladung kann dann
als Widerlager ausgebildet werden.
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-Um siclierzusteilen, dass keine unverbrannten Rückstände
der Treibladungen in den Arbeitsraum gelangen, ist es vorteilhaft, zwischen der Brennkammer und.dem Arbeitsraum
eine Mischkammer anzuordnen. Selbst wenn einzelne Teile der Treibladung durch den Gasstrom mitgerissen werden,
können diese in der Mischkammer vollständig verbrennen. Die Mischkammer wirkt auch als Druckspeicher, sodass
sich der Druck in der Brennkammer während des Abbrennens · ■ der Treibladung kaum ändert.
Bei einer Ausführungsform mit einer Mischkammer ist es
zweckmässig, die Lavaldüsen zwischen der Mischkammer und dem Arbeitsraum anzuordnen. Die Lavaldüse kann dann wieder
zentrisch angeordnet werden, sodass im Arbeitsraum eine symmetrische Verteilung des Gasstrahles erfolgt. Die Brennkammer
ist direkt verbunden mit einem in der Grosse stets gleichbleibenden Gasexpansionsraum, sodass zum Abbrennen der
Treibladung konstante Bedingungen herrschen. Zwischen der Mischkammer und der Brennkammer findet durch die Kanäle
von gleichbleibendem Querschnitt ein Druckausgleich statt. Eine Mischkammer ist ausserdem günstig für die Ausbildung
der Strömung durch die Lavaldüse.
Düsen von unterschiedlichem Querschnittt und Form können zusätzlich zur Leistungsregulierung verwendet werden. Zu
diesem Zweck ist es vorteilhaft, wenn die Lavaldüsen in einem auswechselbaren Einsatz angeordnet sind. Für eine
rasche Auswechselbarkeit der einzelnen Düsen können diese auch in einem trommeiförmigen Magazin angeordnet werden.
Es ist jedoch auch der Einsatz von auswechselbaren Büchsen möglich.
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Die Efindung soll nunmehr anhand der sie beispielsweise
wiedergebenden Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 einen Teilausschnitt eines erfindungsgemä ssen Gerätes
Fig. 2 einen Teilausschnitt einer weiteren
Ausführung des erfindungsgemässen Gerätes.
Aus Fig. 1 ist eine erfindungsgemässe Einrichtung ersichtlich,
welche im wesentlichen aus einem insgesamt mit 1 bezeichneten Verschluss und einem insgesamt mit 2 bezeichneten
Lauf besteht. Der Verschluss 1 ragt mit einem zapfenförmigen
Teil la in eine Bohrung 2a im rückwärtigen Ende des Laufes 2. Das zapfenförmige Teil la des Verschlusses 1
und die Bohrung 2a im Lauf 2 bilden eine Brennkammer 3, in welcher sich eine hülsenlose Treibladung 13 befindet. Am
Umfang des zapfenförmigen Teiles la sind zur Verbesserung
der Abdichtung Rillen Ib eingedreht. Im Verschluss 1 befindet sich axial verschiebbar gelagert ein Zündstift 4.
Bei der Zündung trifft der Zündstift 4 die Treibladung 13/
in deren Mitte. Im Lauf 2 ist in einer Kolbenführung 2b ein Eintreibkolben 5 axial verschiebbar gelagert. Der Eintreibkolben
5 ist an seinem Umfang mit einem Dichtring 6 versehen. Durch die Rückseite des Kolbens 5 und die Kolbenführung
2b wird ein Arbeitsraum 7 gebildet. Eine Regulierstange 8 ragt durch den Verschluss 1 und das rückwärtige
Laufende in den Arbeitsraum 7. Diese dient zur Begrenzung der rückwärtigen Endstellung des Eintreibkolbens 5. Durch
Verstellen der Regulierstange 8 kann die Grosse des Anfangs-Arbeitsraumes
7 verändert werden. Diese Einstell-
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möglichkeit dient der Leistungsregulχerung. Die entstehenden
Verbrennungsgase gelangen, durch Gasströmkanäle, welche erfindungsgemäss
als Lavaldüsen 9 ausgebildet sind in den Arbeitsraum 7. Bei richtiger Dimensionierung des Düsenquerschnittes
entsteht in der Düse eine Ueberschallströmung. Dies
hat zur Folge, dass der Druck in der Brennkammer 3 durch die Druckänderung im Arbeitsraum 7 nicht beeinflusst wird. Die
Lavaldüsen9 sind in der Brennkammer 3 aussermittig angeordnet.
Diese Massnahme dient dem Abstützen der Treibladung 13 auf der dem Zündstift 4 gegenüberliegenden Seite.
Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführung der erfindungsgemässen
Einrichtung. Gegenüber der ersten Ausführungsform weist diese jedoch zwischen der Brennkammer 3 und dem Arbeitsraum
7 eine Mischkammer 10 auf. Die Lavaldüse 9C welche in
diesem Fall in einem auswechselbaren Einsatz 11 angeordnet ist, befindet sich zwischen der Mischkammer 10 und dem Arbeitsraum
7. Von der Brennkammer 3 in die Mischkammer 10 führen Kanäle 12 mit konstantem Querschnitt. Unverbrannte
Teile der Treibladung 13, welche durch den Gasstrom in die Mischkammer 10 mitgerissen werden, können hier noch vollständig
verbrennen, bevor sie durch die Lavaldüse 9 in den Arbeitsraum 7 gelangen. Die Regulierung des Eintreibkolbens
5 sowie die Zündung der Treibladung 3 sind gleich wie bei der ersten Ausführungsform.
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Claims (6)
- PatentansprüchePulverkraftbetriebenes Setzgerät zum Eintreiben von Bolzen, Nägeln oder dergleichen in harte Aufnahmematerialien durch Pulvergase einer hülsenlosen Treibladung, mit einer Brennkammer, einem Arbeitsraum, in welchem ein' Eintreibkolben mit vorbestimmbarer rückwärtiger Ausgangsstellung geführt ist, wobei die Brennkammer mit dem Arbeitsraum mittels Gasströmkanälen verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasströmkanäle als Lavaldüsen (9) ausgebildet sind.
- 2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Lavaldüsen (9) vorgesehen sind.
- 3. Gerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,dass die Lavaldüsen (9) gegenüber der Hauptachse der Brennkammer (3) radial versetzt angeordnet sind.
- 4. Setzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Brennkammer (3) und Arbeitsraum (7) eine Mischkammer (10) angeordnet ist.
- 5. Arbeitsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lavaldüsen (9) zwischen der Mischkammer (10) und dem Arbeitsraum (7) angeordnet sind.
- 6. Setzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lavaldüsen (9) in einem auswechselbaren Einsatz (11) angeordnet sind.509846/0076Lee rs eit
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