-
Verfahren zur Verbesserung der Granulierfähigkeit von Düngemittelgemischen,
insbesondere von Thomasphosphatkali Die Herstellung granulierter Düngemittel muß
in vielen Fällen von trockenen pulverisierten Substanzen ausgehen. Bei einigen Dünger
genügt zur Erzielung von Granulat die Befeuchtung in dem Granulieraggregat (Rohr,
Trommel, Teller u. a.),, oft muß noch ein Granulierhilfsmittel anorganischer oder
organischer Natur dem Befeuchtungswasser zugesetzt werden, es gibt aber auch pulverförmige
Einstoffdünger, wie z. B. das Thomasmehl, die selbst mit den bisher bekannten Granulierhilfsmitteln
nur unvollkommen in verwendbares Granulat mittels des Ro 1 l-(Lawinen-)Verfahrens
übergeführt werden können.
-
In letzterem Falle wurde bisher als Ausweg die Vermischung des Thomasmehis
mit Kalisalz und anschließende Befeuchtung, gegebenenfalls unter Zusatz von Granulierhilfsmitteln
und die dann folgende Granulierung des Gemisches in der Praxis betrieben, da sich
nur auf diese Weise ein verwendungsfähiges Granulat erzeugen ließ. Dieses Verfahren
ist aber erheblich von der Qualität des zur Verfügung stehenden Thomas mehls und/oder
anderer phosphathaltiger Komponenten hinsichtlich ihrer Granulierwilligkeit abhängig,-
d. h., die Ausbeute an Gutkorn und damit die Durchsatzmöglichkeit durch eine Anlage
hängen von den physikalischen und chemischen Eigenschaften des verwendeten Thomasmehis
und/oder der anderen phosphathaltigen Komponenten ab. Zusätze verschiedenster Granulierhilfsmittel
brachten nur geringe Steigerungen
der Ausbeute und dienten durchweg
zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften des erzeugten Granulats. Dies
gilt ebenso auch für andere, schwer zu granulierende Substanzen, wie z. B. fein
gemahlenes Rohphosphat, Konverterkalk, Gemische derselben usw.
-
Es wurde nun gefunden, daß sich die Ausbeute an Fertiggranulat ganz
erheblich steigern läßt, wenn man das Kalidüngesalz vor der Vermischung mit dem
Thomasmehl und/oder anderen phosphathaltigen Komponenten bereits mit praktisch der
gesamten Wassermenge, die zum Granulieren notwendig ist, anteigt, so daß eine verhältnismäßig
dünnflüssige Kalisalzschlempe entsteht, der gegebenenfalls außerdem das oder die
verwendeten Granul ierhilfsmittel zugesetzt werden können. Solche Granul ierhi lfs
mittel können Salzlösungen (Calciumchlorid, Calciumnitrat, Magnesiumchlorid o. a.),
wässrige Aufschlämmungen anorganischer oder organischer Stoffe, Säuren u. a. sein.
-
Dieses Anteigen der bereits dosierten Kalisalzmengen läßt sich ohne
Schwierigkeiten in geeigneten Apparaturen (z. B. Mischschnecke) durchführen und
geht somit ohne besonderen Aufwand vor sich. in den Fällen, in denen die Mischung
und anschließende Granulierung in einer Anlage geschieht, die an eine Rohka 1 iaufa
rbeitungsfabrikation angeschlossen ist lassen sich die anfallenden Kalisalzschlempen,
u. U. nach entsprechender Einstellung auf den gewünschten Wassergehalt, direkt,
d. h. ohne Zwischenzentrifugierung und evtl. Trocknung verwenden Gegenstand der
Erfindung ist somit ein Verfahren zur Verbesserung der Granulierfähigkeit von Düngemittel
mischungen auf Basis von Kalisalzen und Thomas phosphat und/oder anderen phosphathaltigen
Komponenten durch Vermischen der Ausgangsstoffe unter Hinzufügen von Wasser und
durch anschließende Granulierung und Trocknung des Granulats und gegebenenfalls
Rückführung des abgesiebten Unter- und Überkornes, das dadurch gekennzeichnet
ist,
daß dem Kalisalz praktisch die gesamte zur Granulierung des Gesamtgemisches notwendige
Wassermenge, und zwar 20 bis 50 Gewichtsprozent, bezogen auf das Kalisalz, zugesetzt
wird und daß diese wässerige Kalisalzschlempe mit dem Thomasphosphat und/oder den
anderen phosphathaltigen Komponenten und gegebenenfalls dem Rückgut vermischt wird
und daß diese Mischung der Granulierung ohne Verwendung von Preßvorgängen und der
Trocknung unterworfen wird.
-
Weitere Ausführungsformen der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet,
daß Kalisalzschlempen verwendet werden, wie sie bei der Aufarbeitung von Rohkali
anfallen und die falls erforderlich auf 20 % bis 50 % Wassergehalt, bezogen auf
das Kalisalz, eingestellt werden und daß die zur Herstellung der Kalimaische verwendete
Wassermenge ganz oder teilweise durch wässerige Lösungen und/oder Aufschlemmungen
von Granulierhilfsmitteln ersetzt wird.
-
Ein derartiger Verfahrensgang, Kalisalz in Form einer Schlempe der
Vermischung mit Thomasmehl und/oder anderen phosphathaltigen Komponenten zuzuführen,
wurde bisher nicht vorbeschrieben.
-
Zwar nennt die DT-PS 1 242 644 das Vermischen von Thomasmehl und Kalisalz
unter Zusatz von konzentrierter gesättigter Kalisalzlösung, jedoch soll diese Maßnahme
gemäß Anspruch nur der Verbesserung bei dem beschriebenen Preßvorgang dienen und
bezieht sich nicht auf das erfindungsgemäße Verfahren der Granulierung ohne preßvorgänge.
-
Auch die in einic3( n anderen Drucl<scllriften, z. E3. DW-OS 2
205 082, DT-AS 2 101 585, DT-AS 1 792 192 und DT--I'S 973 3()(3, genannte Verwendung
von
Kalidüngesalz als '§Feuchtsaiz" mit 3 0 bis 14 0 Feuchtigkeit berührt nicht den
erfindungsgemäßen Gedanken, da es sich bei diesen Feuchtsalzen" um zwar zentrifugenfeuchtes,
aber doch nicht angeteigtes schlempeartiges Kalisalz handelt.
-
Demgegenüber stellt die erfindungsgemäße Schlempe eine Aufschlämmung
des Kalisalzes in verhältnismäßig viel Wasser dar, so daß sich, je nach notwendiger
Granulierwassermenge, die abhängig vom verwendeten Thomasmehl und/oder den anderen
phosphathaltigen Komponenten und.dem zurückgeführten Unter- und Überkorn (Rückgut)
ist, eine Kalisalzaufschlemmung mit einer Größenordnung von 20 bis 50 No H20, bezogen
auf das eingesetzte Kalisalz, ergibt.
-
Beispiel 5.000 kg Kalisalz gelangen von einer Dosier-Bandwaage kontinuierlich
im Laufe einer Stunde ineine Mischschnecke. In diese Mischschnecke werden während
der gleichen Zeit 4.360 kg Wasser eingeführt. Aus der Mischschnecke läuft dann die
wässerige Kalisalzschlempe mit rd. 46, 0 go H2O-Anteil ebenso kontinuierlich in
einen Intensiv-Mischer, in den im genannten Zeitabschnitt 15.000 kg Thomasmehl und
18.000 kg abgesiebtes Rückgut (Unterkorn sowie Überkorn, letzteres nach Vorzerkleinerung),
kontinuierl ich von Dosier-Bandwaagen kommend, eingeführt werden.
-
Das den Intensiv-Mischer verlassende Gemisch aus Kalisalz, Thomasmehl
und Rückgut enthält dann die für die anschließende Rollgranulierung notwendige Feuchtigkeit
und wird sofort dem Granulieraggregat kontinuierlich zugeführt.
-
Beispiel 2 Der Verfahrensablauf ist prinzipiell der gleiche wie in
Beispiel 1.
-
Es werden jedoch dieses Mal den 5.000 kg Kalisalz 2.120 kg Wasser
pro Stunde und 2.000 kg einer 25%igen Calciumnitratlösung als Granulierhilfsmittel
zugegeben. Die die Mischschnecke verlassende Schlempe hat dann einen Wasseranteil
von fast 40 %.
-
Beispiel 3 Bei gleichem Verfahrensablauf wie im Beispiel 2 werden
den verwendeten 6.000 kg Kalisalz (60 0 K20) 17.400 kg Thomasmehl und 14.000 kg
Rückgut pro Stunde zugesetzt. Die 6.000 kg Kalisalz werden mit 1.760 1 Wasser und
2.400 kg 25«obiger Calciumnitratlösung in der Mischschnecke angemaischt und kontinuierlich
mit vorgenanntem Thomasmehl und Rückgutmengen
vermischt. Die Kalisalz-Maische
weist einen Wassergehalt von rd. 35 No auf.
-
In allen 3 Beispielen erhält man ein Thomasphosphatkali mit 10 0 P205
und 15 0 K20 mit einer Ausbeute an Fertiggranulat bis zu 62, 5 % während ohne Verwendung
der Kalischlempe die Ausbeute an Fertiggranulat unter 50 po liegt.
-
Beispiel 4 50, 5 t Kalisalz (60 Iyo K K2O) werden kontinuierlich im
Verlauf von 7 Stunden mit 15.000 kg Wasser mittels einer geeigneten Mischschnecke
zu einer Schlempe angeteigt.Diese Schlempe mit rd. 23 0 Wassergehalt wird ebenso
kontinuierlich mit teilaufgeschlossenem Rohphosphat, welches durch Aufschluß von
71, 0 t Rohphosphat mit 24, 9 t Schwefelsäure (78%ig) gewonnen wird, vermischt.
Die gewonnene Mischung hat dann den für die Granulierung auf dem Teller oder im
Drehrohr notwendigen Feuchtigkeitsgehalt und ergibt ein Granulat mit hoher Kornausbeute
der Zusammensetzung 15 % P2o5 und 20 %