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Sprunghindernis.
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Die Erfindung betrifft ein Sprunghlndernis, insbesondere ein Sprunghindernis
für den Pferdesport, das beim Touchieren in Sprungrichtung elastisch aus.weicht
und anschließend durch Federkraft wieder in seine Ausgangsstellung zurückgeführt
wird, wobei das Sprunghindernis aus schwenkbaren seitlichen Begrenzungen und einer
dazwischen befindlichen zu überspringenden Barriere In Form von Stangen, Horden,
Gattern, Zäunen, Mauern besteht.
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In der DT-OS 2 120 252 ist ein Hindernis dieser Art beschieben, be-i
dem die zu überspringende Barriere mit den seitlichen Begrenzungen zu einer Einheit
verbunden ist und das Sprunghindernis in seiner Gesamthelt beim Touchleren ausweicht.
Der Vorteil dieser Sprunghlndernisse liegt darin, daß die zu überspringende Barriere,
im einfachsten Falle eine aufgelegte Stange, beim Berühren durch das Pferd nicht
mehr abgeworfen wird, sondern vom Pferd einfach nach vorn weggedrückt und anschließend
durch Federkraft wieder in die Ausgangsstellung zurückgeführt wird. Ein weiterer
wesentlocher Vorteil besteht darin, daß keine Helfer mehr für das Wiederauflegen
der Stange und andere abgeworfene Teile oder das Wiederaufstellen umgeworfener tlindernisse
erforderl ich sind.
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Vor allem aber hat sich durch diese HindernTsse die Zahl der Verletzungen
gegenüber den bisherigen starren Hinderntssen wesentlich einschränken lassen.
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Es hat sich aber gelegentlich gezeigt, daß diese elastisch auswelchenden
Hindernisse, bei denen wesentliche Bereiche der seitlichen Begrenzung von Spiralfedern
gebildet werden1 dadurch noch zu Verletzungen führen können, daß sie nach dem Touchleren
zu schnell und heftig zurückpendeln und damt dTe Hinterwand des Pferdes treffen.
Außerdem sind diese Pendelh1pdernisse gelegentlich zum sogenannten Barren der Pferde
mißbraucht worden, Indem ste gewaltsam auf den Boden gedrückt und erst losgelassen
wurden, wenn das Pferd berelts meinte, das Hindernis übersprungen zu haben.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, diese neuen elastisch
ausweichenden Sprunghindernisse weiter zu verbessern, ihre Unfallsicherheit noch
zu erhöhen und Insbesondere ein zu heftiges Zurückpendeln und anschließendes wHln-
und Herpendeln des elastischen Hindernisses zu verhindern.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Sprungshlndernis, insbesondere
Sprunghlndernis flir den Pferdesport, das beim Touchieren inSpruchrichtung elastisch
ausweicht und anschließend durch Federkraft wieder in seine Ausgangsstl lung zurUckgefUhrt
wird, bestehend aus schwenkbaren selt.
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Ilchen Begrenzungen und einer dazwischen befindlichen zu Uberspringenden
Barriere In Form von Stangen, Würden, Gattern, Zäunen, Mauern dadurch gelöst, daß
zur Rücksillung dos Sprunghindernisses In die Ausgangsstellung nach dem Touchieren
die seitlichen Begrenzungen in ihrem unteren Bereich drehbar gelagert und mit einer
gedämpften Gasdruck~ oder Gaszugfeder verbunden sind. Im weiteren wird die Erfindung
am Beispiel einer Gasdruckfeder beschrieben.
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Mit der Verwendung einer gedampften Gasdruckfeder im Sinne der Erfindung
ist der erhebliche Vorteil verbunden, daß .s durch das Touchieren nach vorn weggedrückte
Hindernis nicht wie bisher bei einer Spiralfeder mit voller Wucht zurückpendelt,
sonderneSück.vorgang in die Ausgangslage zunehmend gedämpft wird, je stärker sich
das Hindernis wieder der Ausgangsstllung nähert, und nur kurz und geringfügig über
diese hinauspendelt und dann wieder still steht. Auf diese Art und Weise wird mit
Sicherheit vermieden, daß das zurück-
Sprungshindernls die Hinterhand des Pferdes treffen kann. Außerdem ist ein Mißbrauch
des Hindernisses zum Barren der Pferde ausgeschlossen.
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In einer zweckmäßigen Ausführungsform besteht jede der seitlichen
Begrenzungen aus einem Pfosten, der in einem mit einer Bodenplatte verbundenen Bock
drehbar gelagert ist und wobei die Gasdruckfeder zweckmäßig an der Bodenplatte und
dem unteren Bereich des Pfostens angreift.
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Bevorzugt verläuft die Gasdruckfeder dabei parallel zur Längserstreckung
des Pfostens und die Drehpunkte der Gasdruckfeder und des Pfostens liegen In Ruhestellung
in einer Geraden. Damit ist der Vorteil verbunden, daß die Gasdruckfeder auch bei
nach vorn weggedrücktem Hindernis im Bereich der seitlichen Begrenzung bleibt und
nicht größere Winkel zur seitlichen Begrenzung auftreten, in die evtl. das Pferd
hineinsprinBen könnte. Außerdem hat diese Anordnung den Vorteil, daß die Rückholkraft
umso geringer wird, je stärker sich das Hindernis wieder der Ausgangsstellung nähert,
so daß allein dadurch berelts eine erhebliche Verlangsamung der Rückführbewegung
eintritt.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungform weist der Pfosten in
seinem unteren Bereich eine Zentrierung auf, in die zweckmäßig ein im Bock federnd
gelagerter Arretlerbolzen eingreift.
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Mit dieser Zentrierung ist der Vorteil verbunden, daß auf dem letzten
Wegstück des Rückpendelvorgangs des Sprunghindernisses dieses sicher in die Ausgangsstellung
, d.h.
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in die senkrechte Lage zurückgeführt wird und dort arretiert bleibt,
so daß auch geringfügige Krafteinwirkungen, wie Windböen und ähnliches das Hindernis
nicht aus seiner normalen Stellung bewegen können.
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Vorteilhafterweise ist die Federspannung des Arretierbolzens einstellbar,
so daß dadurch eine weitere Möglichkeit gegeben ist, die Rückführgeschwlndigkeit
zu beeinflussen und die Kraft festzulegen, die beim Touchieren erforderlich ist,
um das Sprunghindernis zum Ausweichen zu bringen und damit dem bisherigen Abwerfen
des Hindernasses zu entsprechen. Diese Einstel Ibarkelt der Federkraft hat weiter
den Vorteil, dan der Reiter das Hindernis lndivlduell dem Pferd anpassen und beispielsweise
bei Jungtieren weicher einstellen kann als bei Turnierpferden. Der im Bock gelagerte
Arretierbolzen ist zur Sicherstellung einer harmonischen und reibungslosen Wendelung
in die Ausgangslage zweckmäßig kugel gelagert. Die Zentrierung kann auf sehr einfache
Weise mit Signal- Anzelge- und Zähleinrichtungen verbunden sein, so daß sich eine
automatische Fehlerauswertung ergibt.
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Der Arretierbolzen hat welter den Vorteil, daß er durch seine Einstellbarkeit
in der Federspannung, die einfacherweise durch eine Schraube erfolgt, so stramm
in die Zentrierung eingeschoben werden kann, daß der Pfosten in seiner Ausgangsstellung
festgelegt ist, so daß das Pendelhindernis ggf. auch in ein starres Hindernis umgewandelt
werden kann.
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Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der Figurenbeschreibung.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der Figuren erläutert, die schematisch
das Sprunghindernis zeigen.
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Figur 1 ist die Vordeansicht, Figur 2 die Seitenansicht von rechts
in geneigtem Zustand, Figur 3 eine Detailzeichnung des Arretierbolzens nebst Führung.
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Die seitliche Begrenzung 2, die die Barriere 1 trägt, wird durch den
als Vierkantrohr ausgeführten Pfosten 4 gebildet, der über einen Bock 6 mit der
Bodenplatte 5 verbunden ist.
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Im Bock 6 befinden sich die nicht dargestellten Lager, In denen die
Welle 9 die mit dem Pfosten 4 verschweißt Ist, ruht. Der Arretierbolzen 8 gleitet
in einem Vierkantrohr 10 und wird durch eine Feder 11 in die am Pfosten 4 angeschwelßte
Zentrierung 7 gedrückt. Der Arretierbolzen 8 trägt an seinem vorderen Ende, das
mit der Zentrierung 7 im Eingriff steht, eine Rolle 12 die kugelgela9ert ist. Der
Arretierbolzen 8 ist dabei als Gabel ausgeführt, die in ihrem Vorderbereich 14 abgeschrägt
ist, um den Eingriff der Rolle 12 in die Zentrierung 7 nicht zu behindern. Der rückwAtige
Bereich des Arretierungsbolzen 8 enthält eine Bohrung 15, iii: die die Feder 11
eingesetzt ist, die in der Zeichnung in zusammengedrücktem Zustand dargestellt ist,
wie es der Stellung der Rolle 12 In der Position 13 entspricht. Der Andruck der
Feder 11 kann durch Drehen des Handgriffes 16 und damit der Schraube 17 reguliert
werden. Durch völliges Eindrehen der Schraube 17 wird die Feder 11 soweit zusammengedrückt,
daß praktisch der Pfosten 4 nicht mehr bewegt werden kann, d.h. beim Touchieren
der Barriere 1 würde die seitliche Begrenzung 2 nicht ausschlagen.
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Wie in Figur 3 strichpunktiert dargestellt, besteht die Zentrierung
7 aus zwei Flügel 18 die mit dem Pfosten 4 verschwelßt sind und gegen die die Rolle
12 gedrückt wird und an denen sie beim Ausweichen des Hindernisses entl-anggleitet.
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Im unteren drittel des Pfostens 4 oberhalb der Welle 9 ist der mit
dem Pfosten 4 verschweißten Nabe 19 ein Bolzen 20 angeordnet, der mit Sprengringen
21 die Gasdruckfeder 3 hält.
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Auf der Gegenseite, also an der Kolbenstange 22, erfolgt die Verbindung
zur Bodenplatte 5 mittels eines Lagerbockes 23.
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Touchlert das Pferd beim Springen die Barriere 1, so weicht die seitliche
Bcgrenzung 2 in Sprungrichtung aus, die Kolbenstange 22 der Gasdruckfeder 3 schiebt
sich dabei in den Kolben und erhöht dadurch den Gasdruck, so daß der Pfosten 4 zurückfedert.
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Um dabei ein Pendeln zu vermeiden, ist die Gasdruckfeder 3 gedämpft.
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Statt einer Gasdruckfeder kann auch eine Gaszugfeder Verwendung finden,
die dann zweckmäßig direkt In Verlängerung des Pfosten 4 zwischen diesem und der
Bodenplatte 5 angebracht ist. In diesem Falle ist der Bock 6 überflüssig und kann
ersetzt werden durch beidseitige Halteschienen, in denen der Pfosten 4 auf der Welle
9 drehbar gelagert ist. Dabei muß freilich der Freiraum zwischen der Bodenplatte
5 und dem unteren Ende des Pfostens 4 groß genug sein, damit dort die Gaszugfeder
angreifen kann.