DE2404361A1 - Verfahren und vorrichtung zum reinigen von schwefelwasserstoffhaltigem gas - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum reinigen von schwefelwasserstoffhaltigem gasInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen von schwefelwasser-
stoffhaltigem Gas
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Schwefelwasserstoff
aus technischen Abgasen, die Schwefelwasserstoff enthalten, und zur Reinigung dieser Gase« Die Erfindung
bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zur Wiedergewinnung von Schwefel aus Abgasen, die Schwefelwasserstoff
enthalten, und aus Abgasen, die Schwefeldioxid enthalten.
Neuerdings sind die Umweltverschmutzungsprobleine durch technische
Abgase, die Schwefelwasserstoff enthalten, z.B. Entschwefelungsgase bei der Erdölraffinierung, Eoksofen-
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gase, Gase, die beim Verdampfen der Schwarzflüssigkeit bei der Herstellung der Kraftpulpe freigesetzt werden,
Gase, die bei der Behandlung von Ausscheidungen entstehen, und Gase, die bei der Herstellung von Viskoserayon
und Cellophan freigesetzt v/erden, immer gravierender geworden. Es ist daher schon eine Anzahl von Verfahren zur
Entfernung von Schwefelwasserstoff aus technischen Abgasen
vorgeschlagen worden, z.B. Absorptionsprozesse, bei denen Schwefelwasserstoff in wäßrigen Lösungen von Natriumhydroxid,
Kaliumtriphosphat etc. oder von Äthanolaminen absorbiert wird, Naß-Oxidationsprozesse, z.B. das Thyloxverfahren,
das Fumaks-Verfahren, das Takahax-Verfahren etc.,
bei denen das schwefelwasserstoffhaltige Gas in eine wäßrige Lösung von Natriumcarbonat in Gegenwart eines Oxidationskatalysators
eingeleitet wird, Aktivkohleverfahren, bei denen der Schwefelwasserstoff auf Aktivkohle in Gegenwart
eines Oxidationskatalysators adsorbiert wird, und dergleichen.
Bei Anwendung der ersten zwei der obengenannten Absorptionsverfahren
kann jedoch das resultierende Abwasser aufgrund der starken Alkalinität des Ilatriumsulf ids, Natriumhydrosulfids
oder Kaliumhydrosulfids, das durch die Absorption
gebildet wird, nicht so, wie es ist, ausgetragen werden. Wenn aber das Abwasser mit einer Säure neutralisiert
wird, dann wird erneut Schwefelwasserstoff gebildet. Es ist daher erforderlich, zur gleichen Zeit ein
Claus-Verfahren durchzuführen, bei dem der resultierende Schwefelwasserstoff in Gegenwart eines Oxidationskatalysators
zu Schwefel oxidiert wird. Das Claus-Verfahren hat jedoch solche Wachteile, daß die Umwandlung nur niedrig
ist und daß darüber hinaus erhebliche Kengen von nichtumgesetztem
Schwefelwasserstoff und gebildetem Schwefel-
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dioxid, die in den Schluß-Abgasen enthalten sind, mit ausgetragen werden. Das letztgenannte Verfahren unter den ersten
Absorptionsverfahren hat z.B. den Nachteil, daß das Monoäthanolamin als Absorptionsmittel aufgrund seiner Flüchtigkeit
geeignet ist, während Diäthanolamin und Triethanolamin aufgrund ihrer geringeren Absorptionsgeschwindigkeit
für die Praxis nicht einsetzbar sind.
Das Naß-Oxidationsverfahren hat nicht nur den Nachteil, daß
ein hochgefährlicher Katalysator, wie Arsensäure, Picrinsäure und dergleichen, verwendet werden muß, sondern auch
noch den entscheidenden Machteil, daß das Verfahren für solche schwefelwasserstoffhaltigen Abgase, die an Luft (Sauerstoff)
reich sind, wie sie bei der Herstellung von Viskoserayon anfallen, aufgrund des speziellen Reaktionsmechanismus
nicht geeignet ist.
Schließlich ist das Aktivkohleverfahren mit dem Nachteil behaftet,
daß es erforderlich ist, die Aktivkohle zu regenerieren, indem man den auf der Aktivkohle durch Absorption
abgeschiedenen Schwefel mit einer großen Menge eines Lösungsmittels, z.B. Schwefelkohlenstoff, abtrennt. Damit ist
weiterhin der Nachteil verbunden, daß eine große Menge von Schwefelkohlenstoff gehandhabt werden muß, wobei eine erhöhte
Entflammungs- und Explosionsgefahr den Ort der Einrichtungen und die Betriebskontrolle erheblich einschränkt.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Reinigen von schwefelwasserstoffhaltigen Gasen zur Verfügung
zu stellen, bei welchem die obengenannten Nachteile der herkömmlichen Verfahren überwunden sind. Insbesondere soll
erfindungsgemäß ein Verfahren zum Reinigen von Abgasen zur Verfügung gestellt werden, die einen niedrigeren Ge-
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halt an Schwefelwasserstoff, jedoch einen höheren Gehalt an Luft (Sauerstoff) aufweisen, und wie sie bei der Herstellung
von V,iskoserayon-Fäden anfallen. Schließlich soll es gemäß der Erfindung bezweckt werden, Schwefel aus dem
Abgas zu gewinnen und zum gleichen Zeitpunkt ein schwefeldioxidhaltiges
Abgas zu reinigen.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zum Reinigen
von schwefelwasserstoffhaltigem Gas, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man in einer ersten Stufe das
schwefelwasserstoffhaltige Gas in einer wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid absorbiert
und daß man in einer zweiten Stufe nach der Absorption in
die wäßrige Lösung Schwefelsäure und Schwefeldioxid gleichzeitig einleitet, um Schwefel zur Abscheidung zu bringen.
In der ersten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens, in welcher ein Schwefelwasserstoffhaltiges Gas in einer wäßrigen
Lösung von Natriumhydroxid und/oder einer wäßrigen Lösung von Natriumsulfid absorbiert wird, laufen die folgenden
Reaktionen ab:
Im Falle, daß das Gas in einer wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid
absorbiert wird, entspricht die Umsetzung den folgenden Gleichungen:
H2S + 2NaOH >
Na2S + 2H2O,
und als weitere Umsetzung:
H2S + Na2S >
2NaHS
und/oder
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H2S + NaOH >
NaHS + Η£Ο
Im Falle, daß das Gas in einer wäßrigen Lösung von Natriumsulfid absorbiert wird, kann die ablaufende Reaktion durch
folgende Gleichung dargestellt v/erden:
H2S + Na2S ^ 2NaHS
In der zweiten Stufe, in welcher Schwefelsäure und Schwefeldioxidgas
zur gleichen Zeit in die wäßrige Lösung nach der Absorption eingeleitet werden, läuft die folgende Reaktion
ab:
2NaHS + H2SO4 + SO2 >
Na2SO4 + 2H2O + 3S
In der ersten Stufe wird, v/eil es erforderlich ist, Natriumhydrosulfid
aus Schwefelwasserstoff zu bilden, eine wäßrige Lösung von Natriumhydroxid und/oder Natr-iumsulfid verwendet.
In dieser Stufe schreitet die Umsetzung fast quantitativ fort, da es sich hierbei um eine anorganische Reaktion
zwischen einem sauren Gas und einer wäßrigen Lösung einer Alkaliverbindung handelt. Es ist daher möglich, den
Schwefelvmsserstoff fast vollkommen selbst aus einem solchen
Abgas zu entfernen, das Schwefelwasserstoff nur in extrem niedriger Konzentration enthält. So ist z.B. diese
Stufe besonders für die Reinigung von Abgasen wirksam, die Schwefelvmsserstoff gewöhnlich in der Größenordnung von
etwa mehreren 10 ppm enthalten und bei denen ein größerer Teil des Gases aus Luft besteht und in dem weiterhin Schwefelkohlenstoffgas
und Kohlendioxidgas enthalten sind, wie es bei der Herstellung von Viskoserayon-Fäden anfällt.
Diese Stufe ist auch zur Behandlung von Abgasen v/irksam, die zusätzlich zu Schwefelwasserstoff noch Methan, V/asser-
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stoff.und dergleichen enthalten, wie sie bei der Behandlung
von Exkrementen, und als Entschwefelungsgase der Erdölraffinierung, die verschiedene Arten von Kohlenwasserstoffen
neben Schwefelwasserstoff enthalten, anfallen. Obgleich kaum eine besondere Begrenzung hinsichtlich des Konzentrationsbereichs
des Schwefelwasserstoffes aufzustellen ist, ist diese Stufe gewöhnlich bei solchen Abgasen anwendbar,
die einen Schwefelwasserstoffgehalt von etwa mehreren ppm bis 1OO?o aufweisen. Die Absorptionsleistung (Entfernungswirksamkeit
des Schwefelwasserstoffs) erreicht in allen Fällen 9Ο?ό oder mehr.
Ferner besteht keine besonders ausgeprägte Begrenzung hinsichtlich
des Konzentrationsbereiches der wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid als Absorptionsmittel.
Ein Konzentrationsbereich, wie etwa 0,02 bis 9 Mol Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid pro 1 1 der-wäßrigen
Lösung, kann verwendet werden, wobei ein Bereich von 0,5 bis 7 Mol besonders bevorzugt wird.
Um die Gewinnung des Schwefels in der daran anschließenden zweiten Stufe mit guter Ausbeute vornehmen zu können, ist
es von Vorteil, die Natriumhydro.gensulfidkonzentration der Lösung, die von der ersten Stufe herkommt, erheblich höher
zu machen. Es wird daher bevorzugt, die Konzentration der Lösung, die Natriumhydroxid oder Natriumsulfid oder
beide Stoffe enthält, im Bereich von 1 bis 5 Mol einzustellen.
Wenn Natriumhydroxid als Absorptionsmittel verwendet wird, dann findet die Absorption der schwefelwasserstoffhaltigen
Gase hauptsächlich in zwei Stufen statt, wie sie in den obigen Gleichungen dargestellt sind. Das heißt, es
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wird zunächst Natriumsulfid gebildet, worauf dann Natriumhydrogensulfid
erhalten wird. Es ist demgemäß zur Erhöhung der Wirksamkeit der Verwendung von Natriumhydroxid
vorzuziehen, die Umwandlung von Natriumhydroxid zu Natriumhydrogensulfid
auf einen Viert zu bringen, der so hoch wie möglich liegt, d.h. der nahe an 1OO?o herankommt. Es ist
daher vorzuziehen, die Reaktionsbedingungen so einzustellen, daß das Natriumhydroxid sich mit dem Schwefelwasserstoff
in äquimolekularer Reaktion umsetzt.
Die Lineargeschwindigkeit, mit welcher das schwefelwasserstoffhaltige
Gas in die wäßrige Lösung eingeleitet wird, kann willkürlich gewählt werden. Besonders bevorzugt werden
Geschwindigkeiten von 0,3 bis 4 m/sec. So können z.B. Geschwindigkeiten von etwa 0,1 bis 7 rn/sec vorzugsweise verwendet
werden. Als Flüssigkeits/Gas-Verhältnis kann ein
Volumenverhältnis von 1/100 bis 1/5000 vorzugsweise verwendet
werden, wobei ein solches von 1/500 bis 1/3000 besonders bevorzugt wird. Als Absorptionstemperatur ist eine
besonders niedrige oder besonders hohe Temperatur nicht erforderlich. Ein Bereich von 5 bis 70°C wird bevorzugt.
Für die Durchführung der ersten Stufe sind keine speziellen
Einrichtungen erforderlich. So können z.B. herkömmliche vertikale Absorptionskolonnen verwendet werden, bei
denen eine von oben versprühte Absorptionslösung nach unten fällt und vom unteren Teil das Abgas eingeführt wird,
um einen Gegenstrom zu ergeben. Geeignet sind auch horizontale Absorptionsvorrichtungen, bei denen die absorbierende
Lösung als Regen von der Oberseite herabfällt und das Abgas in Seitenrichtung eingeführt wird, um einen
kreuzweise geführten Gegenstrom zu erhalten, sowie Blasenkappentürme,
Zyklonwäscher etc.
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Die Flüssigkeit, die das Gas absorbiert hat und die das gebildete
IJatriumhydrogensulfid enthält, wird der zweiten
Stufe unterworfen, in welcher gleichzeitig in die Flüssigkeit, die die Absorption beendigt hat, Schwefelsäure und
Schwefeldioxid eingeleitet werden. Die Reaktion, die in dieser zweiten Stufe abläuft, ist eine anorganische chemische
Reaktion, wie sie aus der oben angegebenen Gleichung ersichtlich wird. Diese Reaktion läuft fast augenblicklich
vollständig ab. "Wenn man die Reaktion hinsichtlich des Zeitablaufs
unterteilt, dann kann man sagen, daß zunächst die Hauptkomponente der wäßrigen Lösung, d.h. das Natriumhydrogensulfid,
durch die Schwefelsäure unter Bildung von Schwefelwasserstoff zersetzt wird. Da jedoch das Reaktionssystem
eine flüssige Phase darstellt, dissoziiert der Schwefelwasserstoff unter Erzeugung von SH~-Ionen (H2S ·
SH" +H+) Die SH~-Ionen setzen sich mit dem eingeführten Schwefeldioxidgas
unter Bildung eines labilen Additionsprodukts um, aas sich seinerseits mit weiteren SH~-Ionen umsetzt und
zu Schwefel und Wasser zersetzt wird. Durch diese Annahme kann der Mechanismus dieser Reaktion erklärt werden. Es ist
daher eine erforderliche Bedingung für die vorliegende Erfindung, daß die Umsetzung der zweiten Stufe in flüssiger
Phase durchgeführt wird, da es erforderlich ist, daß der Schwefelwasserstoff, der durch Zersetzung von Natriumhydrogensulfid
mit Schwefelsäure entstanden ist, sofort in Ionen dissoziiert.
Als Ergebnis ermöglicht es daher die zweite Stufe des erfindungsgemäßen
Verfahrens, Natriumhydrogensulfid so
leicht und mit so hoher Ausbeute zu behandeln, daß das erfindungsgemäße Verfahren mit den herkömmlichen Claus-Verfahren
nicht vergleichbar ist, welches bei höheren Temperaturen, bei höheren Drücken und in Gegenwart von spe-
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ziellen Katalysatoren- für die Gasphasen-Radikalreaktion
zwischen Schwefelwasserstoffgas und Schwefeldioxidgas
durchgeführt wird.
Da die zweite Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens in
flüssiger Phase vorgenommen wird und da weiterhin der gebildete Schwefelwasserstoff sofort zu Ionen dissoziiert,
besteht keine Gefahr, daß Schwefelwasserstoff in die Luft ausgetragen wird. Es kann daher mit Sicherheit gesagt v/erden,
daß das erfindungsgemäße Verfahren mit dem Claus-Verfahren
nicht vergleichbar ist.
Es ist weiterhin festzustellen, daß der obengenannte Effekt durch die gleichzeitige Einführung von Schwefelsäure und
Schwefeldioxidgas zustande gebracht wird, wobei eine Zeitverzögerung zwischen der Einführung der zwei Materialien
nicht zweckmäßig ist, da hierdurch die Zwecke der vorliegenden Erfindung nicht erreicht v/erden können.
In der zweiten Stufe kann die Absorptionslösung, die die erste Stufe verlassen hat, als solche verwendet werden.
Es braucht keine besondere Konzentrierung oder Verdünnung vorgenommen zu v/erden.
Hinsichtlich der Konzentration der Schwefelsäure, die zugesetzt
wird, bestehen keine besonderen Begrenzungen. Eine Konzentration im Bereich von 1 bis 300 g/l wird bevorzugt.
Es hat sich aufgrund von Versuchsergebnissen gezeigt, daß eine Konzentration im Bereich von 4 bis 150 g/l besonders
zufriedenstellend ist.
Wenn eine Wiedergewinnung des Schwefels beabsichtigt ist, dann ist die Verwendung einer relativ höheren Konzentra-
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tion von 100 bis 150 g/l innerhalb des oben angegebenen Be reiches zweckmäßig.
Es besteht keine Notwendigkeit für eine besondere Begrenzung der Konzentration des Schwefeldioxidgases, das eingeführt
wird« Die Konzentration liegt gewöhnlich im Bereich von 0,15 bis 100 Vol.-% und vorzugsweise im Bereich von
10 bis 100 Vol.-%.
Wenn aus dem in dieser Stufe gewonnenen Schwefel die Erzeu gung von Schwefeldioxidgas beabsichtigt ist, dann wird es
bevorzugt, einen Konzentrationsbereich von 10 bis 15 YoI.-auszuwählen,
damit das erhaltene Produkt in geeigneter Wei se als Beschickungsmaterial verwendet werden kann.
Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen der Schwefelsäure und dem Schwefeldioxidgas besteht keine besondere Begrenzung,
solange diese Stoffe in einem Ausmaß vorliegen, das nahezu dem Äquivalent zu dem liatriumhydrogensulfid in der
Absorptionslösung entspricht. Hierfür sind folgende Gründe maßgebend:
Wenn das Schwefeldioxidgas in einer größeren Menge als in der Äquivalenzmenge zu dem Hatriumhydrogensulfid zugeführt
wird, dann wird das überschüssige Schwefeldi xidgas nicht-umgesetzt ausgetragen. Es reicht daher aus, wenn
es durch Belüftung abgetrieben wird und in die erste Stufe zurückgeführt wird, um erneut in dem Absorptionsmittel
absorbiert zu werden. Wenn andererseits das Schwefeldioxid in einer Menge unterhalb der Äquivalenzmenge zu dem Natriumhydrogensulfid
zugeführt wird, dann ist es möglich, das Reaktionsgemisch, das von der zweiten Stufe ausgetragen
wird, einer Belüftung zu unterwerfen, damit Schwefelwasserstoffgas
abgetrieben wird; und dieses in die erste
Stufe zurückzuleiten.
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Hinsichtlich der Temperatur der zweiten Stufe ist ein Bereich von 5 "bis 7O0C geeignet, wobei der Bereich von 10
bis 500C bevorzugt wird. Um jedoch Schwefel mit besserer
Leistung zu erhalten und die Teilchengröße zu erhöhen, ist ein Bereich von 30 bis 500C am besten geeignet.
Hinsichtlich des pH-Wertes ist der Bereich von 1 bis 6 geeignet, wobei ein Bereich von 1 bis 5 bevorzugt wird und
zur besseren Abtrennung des Schwefels ein Bereich von 1 bis 3 am besten geeignet ist.
Hinsichtlich der Reaktionszeit in der zweiten Stufe ist gewöhnlich, da die Umsetzung augenblicklich zur Vervollständigung
abläuft, ein Zeitraum von 3 min oder mehr ausreichend. Ein Bereich von 30 min bis 90 min wird bevorzugt.
Zur Erzielung einer Erhöhung der Teilchengröße des Schwefels, um die Abtrennung zu erleichtern, wird es bevorzugt,
die Reaktionszeit im Bereich von 30 bis 90 min auszuwählen,
Auch bei der Durchführung des Verfahrens in der zweiten Stufe braucht keine spezielle Vorrichtung verwendet zu
werden. So kann z.B. eine extrem einfache Reaktionsvorrichtung verwendet werden, die aus einem zylindrischen Gefäß
besteht, das mit einem Einlaß für die Zuführung der Reaktionsflüssigkeit, einem Einlaß für das Beschickungsgas und einem Austragungs-Auslaß versehen ist.
Wenn jedoch die Gewinnung von Schwefel beabsichtigt ist, dann kann mit Vorteil eine Vorrichtung der nachstehend
beschriebenen Art verwendet werden.
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
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Die Figur 1 zeigt ein' Fließschema des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die Figur 2 ist eine schematische Vertikalquerschnittsansicht eines.Reaktors, die einen Stab mit Schwimmern,
Überlaufrohre und Gaseinblasrohre zeigt. Die Figur
3 ist ein schematischer Plan eines Gaseinblasrohres, gesehen
von der Linie IH-III der Figur 2. Die Figur 4 ist eine schematische Querschnittsansicht eines Gaseinblasrohres,
aufgenommen entlang der Linie IV-IV der Figur 5. Die
Figur 5 ist schließlich ein vergrößerter schematischer
Plan eines Gaseinblasrohres, gesehen von der Linie V-V der Figur 2.
In der Figur 2 wird ein Reaktor 2 dargestellt, der für das Verfahren der Erfindung vorzugsweise verwendet wird. In
diesem Reaktor ist ein Einlaß 21 für die Zuführung von Schwefelsäure, ein Einlaß 22 für die Zuführung von Absorptionsflüssigkeit
aus der ersten Stufe, ein Einlaß für die Zuführung von SO2-GaS und ein Auslaß 24 für die Austragung
vorgesehen. Weiterhin sind ein zylindrisches Überlaufrohr 25 vorgesehen, das sich vertikal von dein Einlaß
251 für die Überlaufflüssigkeit (ungefähr in der Mitte der Flüssigkeitsoberfläche gelegen) durch die Bodenwand
des Reaktors zu dem Auslaß 252 erstreckt, der außerhalb der Bodenwand angeordnet ist, sowie Gasbeschickungsrohre
4, die eine Anzahl von Gasblasenrohre 41 aufweisen.
Das vertikale Überlaufrohr ist mit einem langen Stab 3 versehen, der durch die gesamte Länge locker eingesetzt
ist und der mindestens einen Verzweigungsstab 31 auf v/eist,
der sich horizontal an dessen Ende erstreckt und der auf der Flüssigkeitsoberfläche erscheint, wobei der Verzweigungsstab
mindestens einen Schwimmer 33 enthält. Es wird bevorzugt, daß der Verzweigungsstab locker durch ein Mit-
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telloch eines kugelförmigen Schwimmers 33 hindurchgeht,
der aus einem leichten Haterial gefertigt ist, wobei jedoch auch eine andere Verbindungsmethode des Verzweigurigfsstabes
mit dem Schwimmer möglich ist. Dieser Mechanismus, der aus einem Mittelstab, Verzweigungsstäben und
Schwimmern besteht, ist dazu wirksam, um die Abscheidung der Schwefelteilchen auf der Peripherie der Innenwand der
Reaktionsvorrichtung gerade oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche
zu verhindern.
Das obengenannte Gasblasenrohr 41 des Gasbeschickungsrohrs 4 hat ein Schwingelement 5, das das Loch nicht völlig verschließt,
jedoch von dem Loch nicht abnehmbar ist. Das Schwingelement besteht aus einem Teil 51, der normalerweise
außerhalb des Gaseinblasrohres 4 vorliegt, einem Teil 53, der normalerweise im Inneren des Gaseinblasrohrs
vorliegt, und einem Stielteil 52, der normalerweise in
das Loch 41 eingesetzt ist und der die beiden Teile verbindet. Der Stielteil ist in dem Loch frei bewegbar und
führt entsprechend dem Durchlauf des Gases durch das Loch eine Schwingungsbewegung durch. Er verhindert das Anwachsen
einer abgeschiedenen Schwefelmasse. Es wird bevorzugt, die Gestalt des Loches 41 länglich zu wählen, so daß darin
das Schwingelement sich frei bewegen kann. Es ist möglich, den Stielteil (wie durch 54 gezeigt) in Richtung auf die
Rückseite des Teils auszudehnen, der normalerweise im Inneren des Gaseinblasrohres 4 vorliegt, so daß ein gemeinsamer
Stab 55, der in der Mitte des Gaseinblasrohres 4 angeordnet ist, angeschlossen wird. In einer solchen
Vorrichtung ist es möglich, den gemeinsamen Stab 55 von der Außenseite manuell oder automatisch zu bewegen. Es
ist auch möglich, andere Arten von Schwingelementen zu verwenden; so ist es z.B. möglich, einen Ring durch zwei
Gasblasenlöcher passieren zu lassen.
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Wie oben ausführlich "dargelegt wurde, ist es für die Erfindung erforderlich, eine erste Stufe, in welcher ein
schwefelwasserstoffhaltiges Abgas in einer v.Täßrigen Lösung
von Hatriurnhydroxid und/oder Natriumsulf id absorbiert wird, und sodann eine zweite Stufe, in welcher gleichzeitig
in die wäßrige Lösung nach der Absorption Schwefelsäure und Schwefeldioxid eingeleitet werden, um Schwefel
abzuscheiden, vorzunehmen. Wenn man nur eine dieser zwei Stufen durchführt, dann können die Ziele der vorliegenden
Erfindung nicht erreicht werden.
Wie bereits ausgeführt wurde, ist die vorliegende Erfindung
auf einen extrem weiten Bereich von technischen Abgasen, die Schwefelwasserstoff enthalten, anwendbar. Insbesondere
stellt die vorliegende Erfindung die am besten geeignete Methode zur Behandlung von Abgasen beim Verspinnen
von Viskoserayon-Fäden dar. Diese Abgase besitzen niedrigere Gehalte an Schwefelwasserstoff, jedoch höhere
Gehalte an Luft (Sauerstoff). Bislang ist man der Ansicht gewesen, daß es keine geeignete Behandlungsmethode
hierfür gibt. Weiterhin ist es bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren nicht erforderlich, daß das Natriumhydroxid, das Natriumsulfid, die Schwefelsäure und das Schwefeldioxid
als reine Materialien verwendet werden müssen. Vielmehr sind sogar verbrauchte Materialien geeignet, die
bereits einmal technisch verwendet worden sind. So kann
z.B. bei der Herstellung von Viskoserayon eine verbrauchte Lösung von Natriumhydroxid, die zum Einweichen der
Pulpe verwendet worden ist, sowie eine verbrauchte wäßrige Natriumsulfidlösung, die zur Entschwefelung von
Spinnfäden verwendet worden ist, als Absorptionsmittel verwendet werden. Verbrauchte Schwefelsäure, die beim
Verspinnen verwendet worden ist, kann in der zweiten Stufe
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verwendet werden. Es ist möglich, auch Abgase -von Wärmekraftwerken,
z.B. Schwefeldioxid, zu verwenden. Schwefeldioxidgas, z.B. wie es beim Wellman-Lord-Prozeß oder dergleichen
anfällt, welches z.B. einmal in einer wäßrigen Lösung von Natriumsulfit absorbiert worden ist und sodann
abgestreift worden ist, kann geeignet sein. Es wird jedoch bevorzugt, hochkonzentrierte Schwefeldioxidgase zu
verwenden, die durch Verbrennen des bei dem Verfahren der Erfindung erhaltenen Schwefels frisch erzeugt worden sind,
da hierdurch die Ausbeute weiter erhöht wird. Wenn die Erfindung in einer Herstellungsanlage für Viskoserayon angewendet
wird, dann wird hierdurch nicht nur der Schwefelwasserstoff in dem Abgas herausgereinigt, sondern es wird
noch der weitere erhebliche Vorteil erhalten, daß die Reinigung der verbrauchten wäßrigen Lösung von liatriuinsulfid,
das eine Verschnutzungsquelle für das Abwasser sein kann, und die Reinigung des Abgasrauches eines Wärmekraftwerks,
der Schwefeldioxidgas enthält, gleichzeitig durchgeführt werden können. Daher ist das erfindungsgemäße Verfahren
ein technisch sehr vorteilhaftes Verfahren.
Aus dem bei dem Verfahren der Erfindung anfallenden Abwasser
ist es möglich, auf einfache Weise elementaren Schwefel zu gewinnen, erforderlichenfalls nach Belüftung und
durch Anwendung bekannter Fest/Flüssig-Abtrennungsmethoden, z.B.. Sedimentation, Filtration etc., gefolgt von einem
Wasserwaschen, Trocknen und erforderlichenfalls von einem weiteren Schmelzen. Andererseits enthält das Abwasser nach
der Abtrennung des Schwefels das als Nebenprodukt anfallende Natriumsulfat und eine überschüssige Menge an Schwefelsäure.
Es kann nach Neutralisation mit einer alkalischen Substanz in Flüsse abgegeben werden.
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Schließlich kann das erfindungsgemäße Verfahren entweder
absatzweise oder kontinuierlich geführt werden.
Die Erfindung wird in den Beispielen erläutert. Beispiel 1
Zunächst wurde die erste Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt. Hierzu wurde, wie in Figur 1 gezeigt
wird, eine horizontale Sprüh-liaschvorrichtung 1 verwendet.
Eine wäßrige Lösung von Natriumsulfid mit einer Konzentration
von 120 g/l v/urde mit einer Geschwindigkeit von 18,4 l/std durch das Flüssigkeitsbeschickungsrohr 14 in der
Form eines Sprays durch die Sprühdüse 15 in die Innenseite der Vorrichtung geleitet. Die horizontale Sprüh-Waschvorrichtung
hatte einen quadratischen Querschnitt mit einer Kantenlänge von 1,35 m und einer Länge von 7 m. Sie war an
einem Ende mit einem Gasbeschickungsrohr 11 und einem Flüssigkeitsaustragungsrohr
12 sowie an dem anderen Ende mit einem Gasaustragungsrohr 13 und einem Flüssigkeitsbeschikkungsrohr
14 versehen. Sprühdüsen 15 waren an das Flüssigkeitsbeschickungsrohr 14 in der Innenseite angebracht. Andererseits
wurde Luft mit einem Gehalt von 30 ppm Schwefelwasserstoff durch das Gasbeschickungsrohr 11 in die
Vorrichtung mit einer Geschwindigkeit" von 280 Um /min und
einer Lineargeschwindigkeit von 4,5 m/sec eingeführt, um die Luft mit der versprühten Absorptionslösung in Kontakt
zu bringen. Ferner wurde die mit des Gas in Kontakt gebrachte Absorptionslösung, die am Boden der Vorrichtung gesammelt
wurde, durch eine Umlaufpumpe 16, die außerhalb des Systems installiert war, mit einer Geschwindigkeit
von 200 l/min umgeführt und wiederholt zusammen mit frischer Absorptionslösung versprüht. Die Reaktion wurde bei
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Umgebungstemperatur durchgeführt. Es zeigte sich, daß das
Abgas, das aus dem Gasaustragungsrohr 13 erhalten wurde, fast ausschließlich aus Luft bestand und daß der Schwefelwasserstoff
gehalt auf 2 bis 3 ppm vermindert worden war. Die Absorptionslösung mit dem absorbierten Schwefelv/asserstoff
(die nachstehend der Einfachheit halber lediglich als Absorptionslösung bezeichnet wird), die aus dem Flüssigkeitsaustragungsrohr
12 erhalten wurde, wurde untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß die ausgetragene Menge
19,0 1/std betrug und daß die Flüssigkeit 117 g/l Natriumhydrogensulfid,
10 g /l Natriumsulfid, 4 g/l Natriumsulfat und 13 g/l Natriumbicarbonat enthielt.
Sodann wurde die oben beschriebene zweite Stufe durchgeführt. Die Absorptionslösung wurde so, wie sie war, in eine
zylindrische Reaktionsvorrichtung 2 vom Boden her eingeleitet. Die Vorrichtung hatte einen Innendurchmesser von 20 cm
und eine Höhe von 1 m. Sie war mit BeSchickungsrohren 21,
22 und 23 für die Absorptionslösung, die Schwefelsäure und das Schwefeldioxidgas am Boden versehen. An der Oberseite
war ein Gasaustragungsrohr 24 und ein Flüssigkeitsaustragungsrohr 25 vorgesehen, wodurch das Überlaufen der
Flüssigkeit ermöglicht wurde.
Ferner wurden vom Boden her 62 g/l Schwefelsäure mit einer
Geschwindigkeit von 49,6 1/std und Luft mit einer Schwefeldioxidkonzentration
von 9% mit einer Geschwindigkeit von 5,6 Nnr/std eingeleitet. Auch diese Stufe wurde bei Umgebungstemperatur
durchgeführt. Als Ergebnis wurde Abwasser mit einer Hatriumsulfatkonzentration von 66 g/l, einer
Schwefelsäurekonzentration von 5 g/l, welches Schwefel enthielt, durch Überlaufen mit einer Geschwindigkeit von
68 l/std ausgetragen. Die ausgetragene Flüssigkeit wurde
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mit einem Oliver-Filter filtriert. Nach kontinuierlicher zehnstündiger Durchführung des Verfahrens wurden 19,4 kg
Schwefel als einfache Substanz, bezogen auf das Gewicht nach dem Trocknen, erhalten. Die Reinheit des Schwefels
"betrug 99,6%. Darüber hinaus wurde von dem Gasaustragungsrohr
24 an der Oberseite der Reaktionsvorrichtung Wasserdampf enthaltende Luft ausgetragen. Diese Luft enthielt
nur Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid in Mengen von 1,0 ppm bzw. 0,5 ppm.
Die erste Stufe wurde wie in Beispiel 1 durchgeführt. Unter Verwendung einer Sprüh-"» aschvorrichtung der gleichen
Art wie im Beispiel 1, mit der Ausnahme, daß der Querschnitt
60 cm und die Länge 4 m war, wurden 150 g/l einer wäßrigen Natriumhydroxidlösung durch einen Flüssigkeitsbeschickungseinlaß
mit einer Geschwindigkeit von 86,7 l/std unter Versprühen eingeleitet. Zur gleichen Zeit wurde Luft
mit einem Gehalt von 15000 ppm Schwefelwasserstoff durch einen Gasbeschickungseinlaß in die Vorrichtung mit einer
Geschwindigkeit von 400 Nm /std und einer Lineargeschwindigkeit von 0,3 m/sec eingeleitet. Als Reaktionstemperatur
wurde Umgebungstemperatur angewendet. Der Schwefelwasserstoff in dem Abgas von dem Gasaustragungsauslaß wurde
auf 750 ppm vermindert. Die prozentuale Entfernung betrug 95/0. Andererseits wurde aus dem Flüssigkeitsaustragungsauslaß
mit einer Geschwindigkeit von 87 l/std eine Absorptionslösung nach der Absorption ausgetragen, die eine
Natriumhydrogensulfidkonzentration von 125,6 g/l, eine Natriumsulfickonzentration von 20,4 g/l, eine Natriumsulfatkonzentration
von 26,8 g/l und eine Natriurncarbonatkonzentration von 20,3 g/l aufwies.
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409834/1004
Sodann wurde die zweite Stufe wie im Beispiel 1 durchgeführt. Die obengenannte Austragungsflüssigkeit wurde so,
wie sie war, in eine Reaktionsvorrichtung vom Boden her
in ähnlicher V/eise wie im Beispiel 1 eingeführt. Die Reaktionsvorrichtung
war von der gleichen Art wie im Beispiel 1, mit der Ausnahme, daß der Innendurchmesser 50 cm "betrug.
Ferner wurde vom Boden her Schwefelsäure mit einer Konzentration von 70 g/l mit einer Geschwindigkeit von 230
l/std und Luft, die Schwefeldioxid in einer Konzentration von 9% enthielt, mit einer Geschwindigkeit von 29,2 Wm /std
in die Vorrichtung eingeführt. Als Reaktionstemperatur wurde Umgebungstemperatur angewendet. Als Ergebnis wurde eine
Austragungsflüssigkeit, die 73 g/l Natriumsulfat, 5,6 g/l Schwefelsäure und Schwefel enthielt, als Überlauf mit einer
Geschwindigkeit von 316,7 l/std ausgetragen. Die ausgetragene Flüssigkeit wurde zur Ausfällung des Schwefels durch
ein Absetzungsgefäß geleitet. Auf diese Weise wurden nach zehnstündigem kontinuierlichen Betrieb 97,5 kg Schwefel,
bezogen auf das Trockengewicht, erhalten. Die Analyse des erhaltenen Schwefels zeigte, daß dieser eine Reinheit von
99,O?o hatte. Ferner wurde aus dem Gasaustragungsauslaß
an der Oberseite der Vorrichtung Wasserdampf enthaltende Luft ausgetragen. Es wurde gefunden, daß das Abgas nur
10 ppm Schwefelwasserstoff und 5 ppm Schwefeldioxid enthielt.
Es wurde ein Sprühwäscher des gleichen Typs wie im Beispiel 2 verwendet. Durch das Flüssigkeitsbeschickungsrohr wurde
in den Wäscher mit einer Geschwindigkeit von 100 l/std eine Mischlösung als Absorptionslösung eingeleitet, die
Natriumhydroxid und liatriumsulfid in den Konzentrationen
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86 g/l bzw. 54 g/l enthielt·. Die Lösung wurde durch Sprühdüsen
versprüht. Andererseits wurde Luft, die 15000 ppm Schwefelwasserstoff enthielt, durch ein Gasbeschickungsrohr
in den Wäscher mit einer Geschwindigkeit von 400 Nm /std und einer Lineargeschwindigkeit von 0,3 m/sec eingeführt,
um mit der versprühten Absorptionslösung in Kontakt zu kommen.
Die Absorptionslösung, die sich am Boden des Wäschers nach dem Herabströmen in Kontakt mit dem Gas ansammelte, wurde
durch eine außerhalb des Systems angeordnete Umlaufpumpe mit einer Geschwindigkeit von 100 l/min umlaufen gelassen,
so daß die Lösimg wiederholt zusammen mit frischer Absorptionslösung versprüht werden konnte.
Die Reaktion wurde bei Umgebungstemperatur durchgeführt.
Auf diese Weise wurde der Gehalt an Schwefelwasserstoff in dem durch das Gasaustragungsrohr ausgetragenen Gas auf
750 ppm vermindert. Die Menge der durch das Flüssigkeitsaustragungsrohr ausgetragenen Lösung mit absorbiertem
Schwefelwasserstoff betrug 108 l/std. Die Lösung, enthielt
134 g/l Natriumhydrogensulfid, 20 g/l Natriumsulfid, 15 g/l Natriumcarbonat etc.
Die Absorptionslösung wurde so, wie sie war, in eine Reaktionsvorrichtung
des gleichen Typs wie im Beispiel 2 geleitet. Ferner wurden 74 g/l Schwefelsäurelösung und Luft
mit einem 10bigen Schwefeldioxidgehalt mit einer Geschwindigkeit
von 252 l/std bzw. 33,0 Nm^/std eingeleitet und die Reaktion wurde bei Umgebungstemperatur durchgeführt.
Als Ergebnis wurde eine verbrauchte Lösung, die 68 g/l
Natriumsulfat, 5 g/l Schwefelsäure und Schwefel enthielt,
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durch ein Flüssigkeitsaustragungsrohr mit einer Geschwindigkeit von 360 l/std unter Überlauf ausgetragen. Diese
ausgetragene Lgsung wurde durch ein Oliver-Filter filtriert,
Nach kontinuierlichem zehnstündigen Betrieb wurden 128 kg Schwefel mit einer Reinheit von 97,5/^ erhalten. Durch ein
Gasaustragungsrohr wurde wasserdampfhaltige Luft ausgetragen,
die nur 10 ppm Schwefelwasserstoff und 4 ppm Schwefeldioxidgas
enthielt.
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409834/1004
Claims (12)
- Patentansprüche1 # Verfahren zum Reinigen von schwefelwasserstoffhaltigem Gas, dadurch gekennzeichnet , daß man in einer ersten Stufe das schwefelwasserstoffhaltige Gas in einer wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid absorbiert und daß man in einer zweiten Stufe nach der Absorption in die wäßrige Lösung Schwefelsäure und Schwefeldioxid gleichzeitig einleitet, um Schwefel zur Abscheidung zu bringen«
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß man als schwefelwasserstoffhaltiges Gas ein Abgas verwendet, das bei der Erzeugung von Viskoserayon oder von Cellophan anfällt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß man in der ersten Stufe eine wäßrige Lösung von Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid verwendet, deren Konzentration 0,02 bis 9 Mol Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid pro 1 1 der wäßrigen Lösung beträgt.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß man eine Lineargeschwindigkeit für die Einführung des Schwefelwasserstoffhaltigen Abgases in die wäßrige Lösung von 0,1 bis 7 m/sec anwendet.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß man in der ersten Stufe ein Volumenverhältnis Flüssigkeit zu Gas von 1/100 bis 1/5000 anwendet.-23-409834/ 1 004
- 6. ■ Verfahren nach' einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß man in der zweiten Stufe Schwefelsäure mit einer Konzentration von 1 bis g/l anwendet und daß man in dieser Stufe das Schwefeldioxid mit einer Konzentration von 0,15 bis 100 Vol.-% einführt.
- 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man in der zweiten Stufe eine Reaktionstemperatur von 5 bis 70 C anwendet.
- 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß man in der zweiten Stufe einen pH-Wert der Reaktionslösung von 1 bis 6 anwendet.
- 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet , daß man in der zweiten Stufe ein Schwefeldioxidgas verwendet, das erhalten worden ist, indem der in der zweiten Stufe abgeschiedene Schwefel abgetrennt und verbrannt worden ist.
- 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man das Schwefeldioxid oder den Schwefelwasserstoff, wenn diese Stoffe in der.zweiten Stufe zurückbleiben, abtrennt und in die erste Stufe zurückführt.
- 11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Konzentration der wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und/öder Natriumsulfid von 1 bis 5 Mol Natriumhydroxid und/oder Natriumsulfid 3e 1 1 der wäßrigen Lösung und eine Konzentration der Schwefelsäure von 100 bis 150 g/l anwendet und daß man in-24-U 0 9 8 3 k I 1 0 0 hder zweiten Stufe eine Reaktionstemperatur von 30 bis 500C, eine Reaktionszeit von 30 bis 90 min und einen pH-Wert von 1 bis 3 anwendet, wodurch der Schwefel mit höherer Ausbeute gewonnen wird.
- 12. Vorrichtung zum Reinigen von Schwefelwasserstoffhaltigen Gasen, gekennzeichnet durch einenmindestens Gas-Absorber des Sprühtyps, der mit/einem Flüssigkeitsbeschickungsrohr mit einer Anzahl von Sprühdüsen (15), mindestens einem Gaseinlaß, mindestens einem Auslaß für die absorbierende Flüssigkeit und mindestens einem Gasauslaß versehen ist, und einen Reaktor (2) mit einem Überlaufrohr (25), das sich zum Überlaufen der Flüssigkeit vertikal von dem Einlaß (251), der ungefähr in der I-iitte der Flüssigkeitsoberfläche angeordnet ist, durch die Bodenwand des Reaktors (2) zu dem Auslaß (252) der Flüssigkeit, der außerhalb der Bodenwand angeordnet ist, erstreckt, und Gasbeschickungsrohren (4) mit einer Anzahl von Gaseinblaslöchern (41), die im allgemeinen in Reihen angeordnet sind, mindestens einem Einlaß (22) für die absorbierende Flüssigkeit, die vom Auslaß des Gas-Absorbers zugeführt wird, und mindestens einem Auslaß (24) für das Abgas, wobei das vertikale Überlaufrohr (25) mit einem langen Stab (3) versehen ist, der lose durch seine gesamte Länge hindurch eingesetzt ist, wobei der lange Stab (3) mindestens einen Verzweigungsstab (31) aufweist, der sich horizontal an dessen Ende erstreckt und an der Flüssigkeitsoberfläche erscheint, und mirfdestens einen Schwimmer (33) trägt, wobei eine schwingende Bewegung des Schwimmers (33) das Verstopfen des Überlaufrohres (25) mit abgeschiedenem Material verhindert, wobei jedes Gaseinblasrohr auf der Wand des Gaseinblasrohres (4) ein Schwingelement (5) aufweist, das das Loch nicht vollständig schließt, jedoch von dem Loch nicht abnehmbar ist und wobei eine schwingende Bewegung des Schwingelements (5) das Verstopfen des Loches mit abgeschiedenem Material verhindert,409834/1ÜCULeerse ite
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