DE2448994C3 - Verfahren zur Herstellung von Azopigmenten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von AzopigmentenInfo
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- C09B33/02—Disazo dyes
- C09B33/147—Disazo dyes in which the coupling component is a bis -(-o-hydroxy-carboxylic- acid amide)
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Description
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung von Mono- und Disazopigmenten in nichtwäßrigen,
organischen Lösungsmitteln.
Es ist bekannt, zur Herstellung von Azopigmenten in organischen Lösungsmitteln zu kuppeln, ausgehend von
trockenen, stabilisierten Diazoniumverbindungen oder Triazinen. Weiter ist bekannt, Diazotierungen ohne Isolierung
der Diazoverbindungen und Kupplungen in organischen Lösungsmitteln mit bis zu 10% Wasser in
heterogener Phase durchzuführen. Hierbei werden bevorzugt wäßriges Natriumnitril oder die Ester der
salpetrigen Säure zusammen mit einer anorganischen oder organischen Säure zum Diazotieren verwendet. Es
ist auch bekannt, daß Azopigmente entstehen, wenn man die diazotierbaren aromatischen Amine ohne
wasserlöslichmachende Gruppen in dipolaren, aprotischen. mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln
mit Nitrosylschwefelsäure diazotiert, die so erhaltenen Diazoniumverbindungen mit einer Kupplungskomponente
kuppelt, die so erhaltenen Pigmente ohne Zwischenisolierung gegebenenfalls einer Nachbehandlung
unterwirft und dann auf übliche Weise isoliert.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von Azopigmenten durch Diazotierung und Kupplung in
nicht wäßrigen organischen Lösungsmitteln gefunden, bei dem man ein diazotierbares aromatisches Amin
ohne wasserlöslichmachende Gruppen, bzw. dessen Salz in Dimethylformamid. Dimethylacetamid, Dimethylsulfoxid,
N-Methyl-pyrrolidon. Tetramethylensulfon odar Hcxamethylphosphorsäureiriamid in Gegenwart
von organischen Mono- oder Polysulfon· oder -carbonsäuren mit Salzen der salpeirigen Säure diazotiert
und anschließend mit einer Kupplungskomponente umsetzt.
Von den Mono- oder Polysulfon- oder -carbonsäuren verwendet man vorzugsweise Ameisensäure, Dichloressigsäure,
Oxalsäure, Maleinsäure, Bernsteinsäure, Weinsäure, Älhaiisulfonsäure, 2,4^Dichlorbenzoesäurc,
Terephthalsäure, 5-Brom-trimelÜthsäure, Benzoisulfon*
säure, p-ToluolsuIfonsäure oder Naphthalin-2,6-disulfonsäure.
Als diazotierbare aromatische Amine eignen sich die in der Chemie der Azopigmenle allgemein üblichen
Amine wie sie beispielsweise im Colour Index aufgeführt sind, Als Kupplungskomponenten sind alle kupplungsfähigen
Systeme geeignet, beispielsweise Verbindungen aus der Reihe der 2-Hydroxy-3-naphthoylaminoarylide,
Acetoacetylaminoaryle, Pyrazolone, Hydroxychinoline,
2-Hydroxy-3-naphthαy!amino-benzimidazolone
und Acetoacetylaminobenzimidazolone.
Die Diazotierung und anschließende Kupplung erfolgt in einem Temperaturbereich von -100C bis
+ 500C, vorzugsweise aber bei Raumtemperatur. Um einen möglichst vollständigen Reaktionsablauf zu gewährleisten,
ist es zuweilen von Vorteil, die zum Zersetzen der Nitrite nötigen Sulfon- oder Carbonsäuren
im Oberschuß einzusetzen.
In der Regel werden die diazotierbaren, aromatischen Amine bzw. deren mineralsaure Salze und die
Kupplungskomponenten in molaren Mengen eingesetzt, wobei ein lO°/oiger Oberschuß von Diazo- oder
Kupplungskomponente auf den Reaktionsvr*-ftiuf nicht
störend wirkt. Das erfindungsgemäße Verfahren läßt
eine variable Arbeitsweise zu. Man kann das diazotierbare, aromatische Amin im Lösungsmittel vorlegen,
diazotieren und dann die Kupplungskompontente zusetzen, bzw. beide Komponenten vorlegen und dann
diazotieren, wobei die Kupplung unmittelbar nach dem Entstehen der Diazoniumverbindung stattfindet.
Zur Erzielung besserer anwendungstechnischer Eigenschaften und Echtheiten ist es von Vorteil, das
Pigment vor seiner Isolierung in üblicher Weise einer thermischen Behandlung zu unterwerfen. Die auf diese
Weise hergestellten Pigmente zeichnen sich durch
jo sehr vorteilhafte Eigenschaften, wie z. B. hohe Reinheit.
Kornweichheit, enge Korngrößenverteilung, ausgezeichnete Dispergierbarkeil in Kunststoffen und Farblacken,
hohen Glanz und ausgezeichnete Deckkraft in Farblacken aus.
j5 Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber der
Diazotierung mit Nitrosylschwefelsäure folgende Vorteile:
Die Abwasserbelastung ist gering, da keine oder nur wenig überschüssige Säure vorliegt, die neutralisiert
werden muß. Der Aufwand an Zeit und Kühlenergie, der sowohl beim Lösen der Nitrosylschwefelsäure in
aprotischen Lösungsmitteln als auch bei der anschließenden Neutralisation der überschüssigen Schwefelsäure
mit einer Base nötig ist, entfällt, und die Verwendung fast ausschließlich fester Substanzen ermöglicht
ein wesentlich einfacheres und unfallsicheres Arbeiten. Außerdem erübrigt sich durch ein Einsatz geringerer
Mengen schwächerer Säuren der zum Auskuppeln der Reaktionsmischung benö;jgte Zusatz von
ίο organischen Basen.
Ajs der US-PS 33 82 228 ist ein Verfahren zur Herstellung
von Azoverbindungen bekannt, die als »Pigmente« bezeichnet werden. Nach DIN 55944 und 55945
ist ein »Pigmente jedoch ein im jeweiligen Medium praktisch unlösliches Farbmittel; dieser Begriffsbestimmung
entsprechen die in der genannten US-PS aufgeführten Verbindungen nicht, da sie als Dispersionsfarbstoffe
verwendet werden können, die sich bekanntermaßen im zu färbenden Polyester lösen.
Darüber hinaus ist aus der breiten Lehre dieser US-PS eine erfinderische Auswahl hinsichtlich der anzuwendenden
Säure, des Nitfils und insbesondere des Lösemittels zu treltfen. Bemerkenswert ist, daß bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren Aceton — ein bei dem
Verfahren der US-PS 33 82 228 bevorzugtes Lösemittel — nicht zum Erfolg führt. Diese Tatsaclhe ist überraschend,
da Aceton in der Literatur zusammen mit den erfindungsgemäß verwendeten Lösemitteln als »dipolar
aprotisches Lösemittel« klassifiziert wird.
Beispiel 1
Beispiel 1
350 Gewichtsteile Dimethylformamid werden auf O0C abgekühlt, 10 Gewichtsteile S-ChloM-amino^-
acetamino-toluoL 3,5 Gewichtsteile Natriumnitrit und 4,5 Gewichtsteile Oxalsäure eingerührt Nach einstündigem
Nachrühren werden bei dieser Temperatur 17,7 Gewichtsteile 5-(2'-Hydroxy-3'-naphthoyIamino}-7-chlorbenzimidazolon
zugesetzt und die Kühlung entfernt Nach Erreichen der Raumtemperatur wird noch
2 Stunden nachgerührt. Hiernach wird das Reaktionsgemisch langsam auf 130° C angeheizt und 1 Stunde bei
dieser Temperatur nachgerührt. Nach dem Abkühlen auf 60° C wird das Pigment durch Absaugen isoliert, mit
50 Gewichtsteilen Dimethylformamid und heißem Wasser gewaschen und bei 80° bis 100°C getrocknet.
Das auf diese Weise hergestellte Pigment besitzt hervorragende Echtheiten und eignet sich besonders zur
Einfärbung von Weichpolyvinylchlorid in reinem blaustichig-rotem
Farbton.
500 Gewichtsteile N-Methylpyrrolidon werden bi;i
Raumtemperatur vorgelegt. Unter Rühren werden 28.5 Gewichtsteile 4-(4'-Methoxy-3'-ammobenzoy!amino)-benzamid,
35,8 Gewichtsteile 2-Oxy-3-naphthoesäure-2,4-dimethoxy-5-ch!or-anilid,
7 Gewichtsteile Natriumnitrit und 25 Gewichtsteile Dichloressigsäure zugegeben
und die Mischung 3 Stunden bei Raumtemperatur gerührt Anschließend wird das Pigment wie in Beispiel
1 beschrieben, nachbehandeln, isolier, und getrocknet
Man erhält ein blaustichig-rotcs Pigment mit hervorragenden
Verarbeitungs- und Echtheit eigenschaften.
350 Gewichtsteile Dimethylformamid werden auf 0° abgekühlt, 25 Gewichtsteile S-Amino^-melhoxybenzoesäureanilid,
3,5 Gewichtsteile Na-nitrit und 30 Gewichtsteile Dioxy-Bernsteinsäure eingerührt Nach ·ιο
einstündigem Nachrühren werden 313 Gewichtsteile
5-(2'- Hydroxy-3'-naphthoylamino)-benzimidazoIon zi>
gesetzt. Anschließend wird die Kühlung entfernt und nach Erreichen der Raumtemperatur ca. 20—25° C noclii
2 Stunden nachgerührt Hiernach wird das Reaktions- «
gemisch auf 100" — 105°C erhitzt und bei dieser Temperatur
2 Stunden gehalten. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird das Pigment durch Absaugen
isoliert, mit 50 Gewichtsteilen Dimethylformamid und heißem Wasser gewaschen und dann bei 80" getrocknet
Das auf diese Weise erhaltene carminrote Pigment besitzt ausgezeichnete Echtheiten, besonders
hervorragende Migrationsechtheit in WeichpolyvJjiylchlorid
und Oberspritzechtheit im Lack.
350 Gewichtsteile Dimethylformamid werden im Rührgefäß vorgelegt und auf -5 bis 0°C abgekühlt
Darn werden 19,85 Gewichtsteile 5-ChIor-4-amino-2-acetylamino-toluol,
3,5 Gewichtsteile Na-nitrit und 15 Gewichtsteile p-ToluoIsulfosäure eingetragen, 1 Stunde
nachgerührt und 23 Gewichtsteile Bis-(2'-hydroyy-3'-naphthoyl-)l,4-diaminobenzol
zugegeben. Dann wird die Kühlung entfernt und die Temperatur auf 20—25°C
ansteigen lassen, hierbei 2 Stunden nachgerührt und auf 100—105° C erhitzt Man rührt noch 2 Stunden bei
dieser Temperatur nach, kühlt auf Raumtemperatur ab und isoliert das erhaltene Pigment wie im Beispiel 3 beschrieben.
Das auf diese Weise erhaltene rote Pigment ist sehr farbstark bei hoher Deckkraft und hat ausgezeichnete
Verarbeitung!- und Echtheitseigenschaften in Weich-polyvinylchlorid und Lacken.
350 Gewichtsteile Dimethylformamid werden auf —5 bis 0°C abgekühlt Dann werden 23,1 Gewichtsteile
l-Amino^-methoxybenzol-S-carbonsäure-äthyl-amidhydrochlorid,
7,0 Gewichtsteile Na-nitrit und 28,1 Gewichtsteile 4-(2'-Hydroxy-3'-naphthyiamino)-aniso! eingerührt
Es wird noch 1 Stunde nachgerührt, die Kühlung entfernt und die Temperatur auf 20—25°C ansteigen
lassen. Hierbei weitere 2 Stunden nachrühren lassen und anschließend auf 100—105uC erhitzt Bei
dieser Temperatur wird 2 Stunden gehalten, auf Raumtemperatur abgekühlt und die Isolierung des Pigments
wie in den anderen Beispielen beschrieben vorgenommen. Das auf diese Weise erhaltene rote Pigment besitzt
hervorragende Farbstärke und Echtheitseigenschaften im Lack.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Azopigmenten durrh Diazotierung und Kupplung in nichtwäßrigen
organischen Lösungsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß man ein diazotierbares
aromatisches Amin ohne wasserlöslich machende Gruppen bzw. dessen Salz in Dimethylformamid,
Dimethylacetamid, Dimethylsulfoxid, N-Methylpyrrolidon,
Tetramethylensulfon oder Hexamethylphosphorsäuretriamid
in Gegenwart von organischen Mono- oder Polysulfon- oder -carbonsäuren
mit Salzen der salpetrigen Säure diazotiert und anschließend mit einer Kupplungskomponente umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man die nach der Kupplung vorliegende Pigmentsuspension thermisch nachbehandelt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19742448994 DE2448994C3 (de) | 1974-10-15 | 1974-10-15 | Verfahren zur Herstellung von Azopigmenten |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19742448994 DE2448994C3 (de) | 1974-10-15 | 1974-10-15 | Verfahren zur Herstellung von Azopigmenten |
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Family Applications (1)
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-
1974
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Also Published As
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