DE2330578A1 - Verfahren zur herabsetzung des quecksilbergehalts in nassen gasstroemen - Google Patents
Verfahren zur herabsetzung des quecksilbergehalts in nassen gasstroemenInfo
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Description
PATENTANWALT DR. HANS-GUNTHER EGGERT, DIPLOMCHEMIKER
S KÖLN 51, OBERLÄNDER UFER 90
Köln, den Eg/Ax
UNION CARBIDE CORPORATION, 270 Park Avenue, New York, N.Y. 10017 (U.S.A.).
Verfahren zur. Herabsetzung des Quecksilbergehalts in nassen Gasströmen
Die Erfindung betrifft die Entfernung von Quecksilber aus Gasen, insbesondere die Verhinderung der Verunreinigung
der Atmosphäre durch selektive Adsorption von Quecksilber aus den Restgasen oder Abgasen verschiedener industrieller
Verfahren.
Bei der großtechnischen Herstellung von Chlor durch Elektrolyse von Natriumchlorid unter Verwendung einer Elektrode,
die metallisches Quecksilber enthält, bildet das elektrolysierte Natrium mit dem Quecksilber ein Amalgam.
Die Hydrolyse des Amalgams ergibt Natriumhydroxyd, Quecksilber und Wasserstoff als Nebenprpdukt. Der Wasserstoff
ist mit dem Quecksilber verunreinigt. Dieses Quecksilber muß vor der Verwertung des Wasserstoffs als Brennstoff oder
für die Rückgewinnung für andere Zwecke entfernt werden, um eine Umweltverschmutzung durch Quecksilber zu verhindern,
das in einer oder mehreren Formen für praktisch alle Lebewesen giftig ist. Der aus der Hydrolyse austretende Wasserstoff
ist ferner mit Wasserdampf gesättigt, der für die meisten Endverwendungen des Wasserstoffs nicht entfernt
zu werden braucht, jedoch bei vielen bisher vorgeschlagenen Verfahren zur Entfernung von Quecksilber bis auf die heute
vorgeschriebenen niedrigen Konzentrationen eine Komplikation und einen Kostenfaktor darstellt. Die gebräuchlichen
handelsüblichen Adsorptionsmittel einschließlich der MoIe-
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kularsiebe müssen.in übermäßig großen Adsorptionsbetten
verwendet werden, um ein genügendes Aufnahmevermögen für die Adsorption des Wassers und außerdem genügend Aufnahmevermögen
für das Quecksilber zu haben. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, den nassen Gasstrom auf 5°C zu kühlen,
um einen größeren Teil des Wassers und des Quecksilbers zu kondensieren, damit die Größe der Adsorber verringert
werden kann. Diese Kühlung ist auf Grund der zu behandelnden sehr großen Gasmengen kostspielig· Bei chemischen Verfahren
zur Entfernung des Quecksilbers kann das Wasserproblem umgangen werden, jedoch erfordern diese Verfahren ,
die zusätzlichen Kosten der Rückgewinnung des chemisch gebundenen Quecksilbers für die Wiederverwendung, anstatt
es in die Umgebung abzuführen.
Gegenstand der Erfindung ist demgemäß ein Verfahren zur Herabsetzung der Quecksilberkonzentration in nassen Gasatrömen
auf Werte, bei denen die Gasströme unbedenklich ,
in die Atmosphäre abgeleitet werden können, und zur Rück- !
gewinnung des Quecksilbers in einer leicht verwendbaren ;
Form.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß man
1) einen Gasstrom bildet, der eine Temperatur von O bis
380G und eine relative Feuchtigkeit von mehr als 60$
hat und mit Quecksilberdampf gesättigt ist,
2) die Temperatur des Gasstroms so weit erhöht, daß die reJaÖHive Feuchtigkeit auf weniger als 50$, vorzugsweise
auf weniger als 40$ herabgesetzt wird,
3) anschließend den Gasstrom in ein festes Adsorptionsbett führt, das im wesentlichen aus Adsorptionskohle besteht,
wodurch das Quecksilber selektiv adsorbiert und eine Quecksilber-Massenübergangszone gebildet wird, die sich
zum Austrittsende des Adsorptionsbettes bewegt,
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4·) die Zuführung des Gasstroms zum Adsorptionsbett vor
dem Zeitpunkt des Durchbruchs der Quecksilber-Massen-Übergangszone
beendet und
5) das Adsorptionsbett durch Desorption des Quecksilbers aus dem Bett regeneriert.
Der nach dem Verfahren gemäß der Erfindung behandelte Gasstrom kann aus zahlreichen industriellen Verfahren
stammen. Sine häufige Quelle ist, wie bereits erwähnt, der
Quecksilber enthaltende, als Nebenprodukt aus Chloralkalianlagen anfallende Wasserstoff. Eine weitere Quelle bei
Verfahren zur Herstellung von Chlor unter Verwendung von Quecksilberelementen ist die Sperrluft
der Endabscheider. Quecksilber ist ferner häufig in den Abgasen von Rohöfen, in den Abgasen der Eichung
von Laboratoriuras-Glasgeräten und in den Abgasen der Batteriebeseitung oder -verbrennung vorhanden. Die Entfernung
des Quecksilbers aus diesen letztgenannten Gasströmen ist gemäß der Erfindung ebenfalls möglich.
Die Bestandteile und ihre Mengenverhältnisse in zur Behandlung geeigneten Gasströmen sind somit keine sehr
entscheidend wichtigen Faktoren, jedoch muß bei der angewandten Temperatur des Adsorptionsbettes jede kondensierbare
Komponente auf nicht mehr als 5O7&, vorzugsweise auf
nicht mehr als 40$ ihres Sättigungsdrucks begrenzt werden.
Ferner müssen Bestandteile des Gasstroms, die mit der Adsorptionskohle sehr reaktionsfreudig sind oder von
Aktivkohle stark sorbiert werden, zur Aufrechterhaltung
des Sorptionsvermögens des Bettes bis zu dem praktisch möglichen Ausmaß vermieden werden. Beispielsweise sollten
die Gasströme Halogene und Ozon vorzugsweise nicht in Konzentrationen von mehr als etwa 1 VoI.-^ enthalten. Die
Gasströme, die gemäß der Erfindung mit großem Abstand am häufigsten behandelt werden, enthalten Quecksilber,
Wasser und Wasserstoff, Stickstoff, Luft, Kohlenoxyd und Kohlendioxyd jeweils allein oder zu mehreren.
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Welche Kohle "beim Verfahren jeweils verwendet wird, ist
nicht entscheidend wichtig. Geeignet sind alle im Handel erhältlichen Materialien, die üblicherweise als Adsorptionsmittel
für die Gasreinigung verwendet werden. Dies sind hauptsächlich die sog. Aktivkohlen, wie sie beispielsweise
durch geregelte Pyrolyse von Holz, Kokosnußschalen, Steinen von Steinobst, Cohune- oder Babassunußschalen
hergestellt werden. Die Adsorptionskohle kann gegebenenfalls durch geringe Mengen anderer Adsorptionsmittel, die
nicht auf Kohle basieren, z.B. durch zeolithische Molekularsiebe, die Quecksilber und/oder Wasserdampf zu adsorbieren
vermögen, ergänzt werden.
Eine Festlegung auf eine bestimmte Theorie ist nicht beabsichtigt,
jedoch wird angenommen, daß die Durchführbarkeit des Verfahrens gemäß der Erfindung weitgehend auf die Verminderung
der Intensität einer Wärmefront, die sich durch das Adsorptionsmittelbett bewegt, zurückzuführen ist.
Diese Front entsteht gewöhnlich aus der Adsorptionswärme von Adsorbatmolekülen und der Kondensationswärme, die
sich aus der Bildung einer Flüssigphase aus kondensierbaren Stoffen wie Wasser in den Poren der Adsorptionskohle
ergibt. Durch Regelung des Sättigungsdrucks des Wassers und etwaiger anderer kondensierbarer Stoffe in dem zu
behandelnden Gasstrom durchläuft ein großer Anteil dieser Bestandteile unschädlich das Adsorptionsmittelbett, ohne
einen wesentlichen Anstieg der Temperatur des Betts zu verursachen. Ein scharfer Anstieg des Dampfdrucks des
Quecksilberadsorbäts und eine sich daraus ergebende Herabsetzung der Fähigkeit des Betts, Quecksilber zurückzuhalten,
tritt somit nicht ein.
Das Verfahren wird durch das folgende Beispiel in Verbindung mit der Abbildung beschrieben, die ein Fließschema
einer bevorzugten Ausführungsform darstellt. Bei diesem Verfahren wird Wasserstoff, der als Nebenprodukt eines
Natriumamalgamzersetzers einer Chloralkalielektrolyse
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anfällt und mit Quecksilberdampf gesättigt ist, bei 100C und im wesentlichen normalem Druck durch
Leitung 10 in den Kühler 12 und Abscheider 14 eingeführt, wo etwas Wasserdampf und etwas Quecksilber aus dem Gasstrom
kondensiert. Flüssiges Wasser und etwaiges eingeschlossenes Quecksilber werden durch Leitung 16 aus der
Anlage abgeführt. Die gasförmigen Bestandteile, bestehend aus Wasserstoff und Wasserdampf, der eine relative Feuchtigkeit
von etwa 100$ hat und mit Quecksilberdampf ge- "
sättigt ist und etwas Quecksilbernebel enthält, werden durch Leitung 18 und Ventil 20 dem Kompressor 22 geführt,
der den Druck des Gasstroms auf etwa 0,63 atü erhöht
und den Gasstrom durch Leitung 25 in den Kühler 24- drückt,
der die Temperatur des Gases auf 10 bis 180C senkt, bevor
es zum Abscheider 25 gelangt, wo zusätzliches Wasser und zusätzliches Quecksilber kondensiert und durch Leitung 26 /
aus der Anlage abgezogen werden. Das verbleibende Gas wirtji
durch Leitung 27 in den Erhitzer 28 geführt, der seine Temperatur um 16,70C erhöht. Anschließend wird der Gasstrom,
der nunmehr eine relative Feuchtigkeit von etwa 405» hat, durch Leitung 29 und Absperrorgan 30 in das Adsorptionsmittelbett
31 geführt, das Aktivkohle enthält. Das Quecksilber wird ebenso wie ein geringer Anteil des
Wasserdampfs des Gasstroms an der Aktivkohle adsorbiert, Jedoch verläßt der größere Teil des Wasserdampfs das Adsorptionsmittelbett
durch Leitung 32 zusammen mit den Wasserstoff. Das Absperrorgan 33 wird so gesteuert, daß
ein größerer Anteil des gereinigten Wasserstoffs durch Leitung 34 aus der Anlage zum weiteren Verbrauch entfernt
und ein kleinerer Teil von etwa 15 bis 20?£ durch Leitung 35, Erhitzer 36, wo er auf 260 bis 343°C erhitzt wird,
und dann durch Leitung 37, Absperrorgan 38 und Leitung 39 zum Adsorptionsmittelbett 40 geführt wird, das in der
gleichen Weise ausgebildet ist wie das Adsorptionsmittelbett 31. Im Bett 40 ist zu Beginn des Adsorptionszyklus
im Bett 31 gerade ein gleicher Adsorptionszyklus beendet, so daß dieses Bett für die Desorption des darin enthaltenen
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Quecksilbers bereit ist. Durch den heißen gereinigten Wasserstoffstrom, der durch Leitung 39 in das Bett 40
eintritt, wird das Bett erhitzt und das Quecksilber daraus desorbiert. Das gesamte austretende Gemisch wird durch
Leitung 41, Absperrorgan 42 und Leitung 43 dem Kühler 44 und Abscheider 45 zugeführt, die dazu dienen, den Quecksilber-
und Wassergehalt vor dem Durchgang durch das Absperrorgan 20 in Kombination mit dem unbehandelten Gasstrom,
der durch Leitung 18 frisch in die Anlage eintritt, zu senken. Nach der Desorption des Quecksilbers aus dem
Bett 40 wird das Erhitzen des Gasstroms aus Leitung 35 beendet, und der erhaltene kühle Gasstrom, der in das
Bett 40 eintritt, bringt das Bett wieder auf die Temperatur für einen anschließenden Adsorptionszyklus, der vor
dem Durchbruch des Quecksilbers aus dem Adsorptionsmittelbett 31 beginnt.
Es liegt für den Fachmann auf der Hand, daß bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform des Verfahrens nach
einem Kreislaufprinzip zu dem Zweck gearbeitet wird, daß praktisch das gesamte Quecksilber in flüssiger Form aus
dem System entfernt wird, daß jedoch auch andere Verfahren zur Behandlung des desorbierten Quecksilbers ohne weiteres
angewandt werden können. Beispielsweise enthält der während eines Desorptionszyklus aus dem Bett austretende Verdrängungsgasstrom
wenigstens während einer feststellbaren Zeit eine viel höhere Quecksilberkonzentration als der zu
behandelnde ursprüngliche Gasstrom. Hierdurch wird die Entfernung des Quecksilbers durch Tiefstkühlung viel gangbarer
als ein Versuch, den ursprünglichen Gasstrom durch Tiefstktihlung zu behandeln« Eine weitere Möglichkeit ist
beispielsweise die ausschließliche Verwendung eines Verdrängungsgasstroms aus einer leicht kondensierbaren
Substanz wie Wasser (Wasserdampf) oder Benzol zur Desorption
des Quecksilbers aus dem Adsorptionsmittelbett mit anschließender Kondensation des Verdrängungsgases und des
Quecksilbers in einer Kammer, die nur den Austritt der
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Flüssigphase zuläßt. Bas hierbei erhaltene kondensierte j
Quecksilber läßt sich leicht vom kondensierten Verdrängungs-,
gas abtrennen·
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Claims (5)
1) Verfahren zur Herabsetzung des Quecksilbergehalts In nassen Gasströmen, dadurch gekennzeichnet, daS can
a) einen Gasstrom bildet, der eine Temperatur von O bis 380C und eine relative Feuchtigkeit von mehr
als 60$ hat und mit Quecksilberdampf gesättigt ist,
b) die Temperatur des Gasstroras so weit erhöht, daß
die relative Feuchtigkeit auf weniger als 50$ herabgesetzt
wird,
c) anschließend den Gasstrom in ein festes Adsorptionsbett führt, das im wesentlichen aus Adsorptionskohle
besteht, wodurch das Quecksilber selektiv adsorbiert wird, ein gereinigter Produktgasstrom aus den Adsorptionsbett
austritt und eine Quecksilber-Massecübergangszone
gebildet wird, die sich zum Austrittsende des Adsorptionsbettes bewegt,
d) die Zuführung des Gasstroms zum Adsorptionsbett vor dem Zeitpunkt des i) urcht)ruci]3 <jer Quecksilber-Massenübergangszone
beendet und
e) das Adsorptionsbett durch Desorption des Quecksilbers aus dem Bett regeneriert.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stufe (b) die Temperatur des Gasstroms so weit
erhöht wird, daß die relative Feuchtigkeit auf weniger als 40$ gesenkt wird.
3) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Gase behandelt werden, die Wasserstoff, Quecksilberdampf
und Wasserdampf enthalten.
4) Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Regenerierung in der Stufe (e) vorgenommen wird,
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indem das Bett erhitzt und das Bett erhitzt und das Quecksilber unter Verwendung eines Verdrängungsgas-Stroms,
der im wesentlichen die gleiche Zusammensetzung wie der gereinigte Produktgasstrom der Stufe (c) und
eine Temperatur von etwa 260 bis 4000C hat, daraus
desorbiert wird.
5) Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil des in der Regenerierungsstufe
(e) desorbierten Quecksilbers im Kreislauf geführt und mit dem Gasstrom der Stufe (a) vereinigt wird.
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| FR2189102B1 (de) | 1976-04-30 |
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|---|---|---|---|
| 8230 | Patent withdrawn |