DE2328196B2 - Verfahren zur Herstellung von Sulfonen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SulfonenInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D333/00—Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one sulfur atom as the only ring hetero atom
- C07D333/50—Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one sulfur atom as the only ring hetero atom condensed with carbocyclic rings or ring systems
- C07D333/72—Benzo[c]thiophenes; Hydrogenated benzo[c]thiophenes
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B3/00—Electrolytic production of organic compounds
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Description
Sulfone finden in der Technik vielfache Anwendung. Sie dienen beispielsweise als Ausgangs-, Zusatz- oder
Veredelungsstoffe bei der Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen und insbesondere als therapeutisch
wirksame Substanzen.
Die Herstellung von Sulfonen ist bekannt So besteht ein zum Stande der Technik gehörendes
Verfahren darin, daß zunächst durch Umsatz einer Halogenverbindung mit einem Sulfid, beispielsweise
Natriumsulfid, das Sulfid R — S — R nach der Gleichung
2R-X + Na2S >2NaX + R —S —R
hergestellt wird, wobei X ein Halogenatom und R einen organischen Rest bedeutet. In einer zweiten
Verfahrensstui e werden dann die Sulfide durch ein Oxidationsmittel, beispielsweise Kaliumpermanganat
oder Salpetersäure oder auch katalytisch durch Luftsauerstoff, entsprechend der Reaktionsgleichung
R-S-R + O2 —>R —SO2-R
zu Sulfonen oxidiert. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, daß seine Durchführung einen verhältnismäßig
hohen Kostenaufwand erfordert, da es notwendig ist, die beiden vorbezeichneten Verfahrensschritte unabhängig voneinander durchzuführen.
Bekannt ist auch ein einstufiges Verfahren zur Herstellung von Sulfonen. Nach diesem Verfahren werden
organische Verbindungen mit einer ungesättigten C = C-Doppelbindung in Gegenwart von Schwefeldioxid
und Ameisensäure zu Sulfonen umgesetzt (DT-PS 12 22 048). Nachteilig ist dabei jedoch, daß
die als Reduktionsmittel verwendete Ameisensäure verbraucht wird. Das führt zu einer Erhöhung der
notwendigen wirtschaftlichen Aufwendungen. Ein ganz besonderer Nachteil dieses Verfahrens besteht jedoch
darin, daß nur Sulfone hergestellt werden können, bei der die Restgruppe R für die ungesättigte C = C-Doppelbindung
der dabei verwendeten Verbindung — beispielsweise durch eine Karbonylgruppe — aktiviert
ist. Die Zahl der nach diesem bekannten Verfahren herstellbaren Sulfone ist somit sehr begrenzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, nach dem Sulfone auf wirtschaftliche Weise
herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Anspruch näher bezeichnete Arbeitsweise gelöst.
Ein Vorzug des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, daß die hergestellten Sulfone einen
hohen Reinheitsgrad besitzen. Da außerdem eine hohe Ausbeute an Sulfonen eraelbar ist, ist das
Verfahren auch sehr wirtschaftlich.
1 Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in vcrjchisdenen Varianten durchführbar. Eine Variante -besteht darin, daß die organische Halogenverbindung Ber Lösung des Schwefeldioxids nach Bildung der iSOj-lonen zugegeben wird. Bei der Reduktion des In dem organischen Lösungsmittel gelösten Schwefeldioxids entsteht eine sehr beständige, gewöhnlich
1 Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in vcrjchisdenen Varianten durchführbar. Eine Variante -besteht darin, daß die organische Halogenverbindung Ber Lösung des Schwefeldioxids nach Bildung der iSOj-lonen zugegeben wird. Bei der Reduktion des In dem organischen Lösungsmittel gelösten Schwefeldioxids entsteht eine sehr beständige, gewöhnlich
ίο kau- oder blaugrüngefärbte Lösung des Radikal·
1OnSSO2". Das Zugeben der organischen Halogenlerbindung
kann in der Elektrolysezelle geschehen. £)och kann statt dessen die Lösung auch zuvor aus
3er Elektrolysezelle entfernt werden. Vorteilhaft ist
fliese Verfahrensweise insbesondere, wenn die für die Sulfonbildung verwendete organische Halogenverbindung
gegenüber den Reaktionsbedingungen in der Elektrolysezelle nicht hinreichend stabil ist.
> Liegt die verwendete organische Halogenverbindung
> Liegt die verwendete organische Halogenverbindung
sn flüssiger Phase vor, so besteht eine andere Variante
lies Verfahrens gemäß der Erfindung darin, daß die flalogenverbindung direkt als Lösungsmittel für das
!Schwefeldioxid verwendet wird, was in vorteilhafter
!Weise die Abtrennung der Sulfone vereinfacht. Flüs-
lige organische Halogenverbindungen sind Chloräcetonitril
oder Chloraceton. Um zu erreichen, daß jjer durch die Elektrolysezelle geleitete Strom die zur
Bildung von SO2-Ionen erforderliche Stromdichte
licht überschreitet, ist zweckmäßigerweise in der
elektrolysezelle eine nicht vom elektrischen Strom ijlurchflossene Bezugselektrode angeordnet. Bei der
!Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung üvird eine Stromdichte verwendet, bei der die Spannung
zwischen Bezugselektrode und Kathode den
ßetrag des auf die gleiche Bezugselektrode bezogenen !Standardpotentials des aus Schwefeldioxid und Schwe-
!eldioxidanionen gebildeten Redoxpaares in der ιοί jung um nicht mehr als 0,1 V überschreitet. Dabei ist
fts zweckmäßig, das Verfahren so zu führen, daß
Während des Stromdurchganges in der Lösung eine ijkhwefeldioxidkonzentration von mindestens 0,1 Mol/l
aufrechterhalten wird.
j AU die Leitfähigkeit forderndes Salz kann beispielsweise
ein Tetraalkylammoniumsalz verwendet werden.
4 Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung sind auch polymere Sulfone herstellbar. Der Reaktionsahlauf
erfolgt in diesem Falle nach der Gleichung:
hnX ■- Z + 2nSO2 + 4n e~
j „__(_z_SQ2 _z-SO2-I, + 4nX
\ In dieser Gleichung ist Z ein zweiwertiger organischer
Rest und X ein Halogen. Die Vielseitigkeit des Verfahrens gemäß der Erfindung ergibt sich weiterhin
daraus, daß danach auch zyklische Sulfone herstellbar sind. Hierzu bedarf es lediglich der Verwendung von
organischen Halogenverbindungen mit zwei Halogenatomen im Molekül.
Das Verfahren wird in einer Elektrolysezelle durchgeführt, die durch ein Diaphragma oder eine Anionenaustauschermembran
in einen Kathoden- und einen Anodenraum unterteilt ist. Dabei wird der Strom durch Wanderung von Anionen X", die beim kathodischen
Prozeß freigesetzt werden, in den Anodenraum transportiert und die Anionen an der Anode
oxidiert. Handelt es sich dabei um Chlorionen, so
bildet sich an der Anode das freie Halogen. Das Sulfor·
eptstehl dabei im Kathodenraum. Bei Verwendung
einer solchen Elektrolysezelle wurde eine besonders hohe Ausbeute an Sulfonen erzielt. Dabei werden die
in der Lesung gebildeten SO^-Ionen mit der organischen Halogenverbindung unmittelbar, praktisch
gleichzeitig mit ihrer Entstehung zur Reaktion gebracht
Das gebildete Sulfon wird von der Lösung entweder durch AbdestOlieren abgetrennt oder extrahiert. Zur
Extraktion wird dabei zweckmäßig ein Lösungsmittel verwendet, in dem das zur Förderung der Leitfähigkeit
zugesetzte Salz nicht löslich ist, wie beispielsweise Chloroform.
Zur Herstellung von Dibutylsulfon wurde eine Elektrolysezelle verwendet, die durch eine Anionenaustauschermembran in einen Kathoden- und einen
Anodenraum uaterteilt war. Die dabei verwendete Anode bestand aus glasartigem Kohlenstoff, die
Kathode aus Platin mit einer Oberfläche von 13 cm2. Als Lösungsmittel wurde Acetonitril verwendet, dem
zur Erzielung einer hinreichenden Leitfähigkeit Tetraäthylammoniumbromid in einer Konzentration von
0,2 Mol/l zugesetzt war. Das Lösungsmittel war
sowohl in den Kathodenraum sowie in den Anodenraum eingefüllt worden. In die im Kathodenraum
enthaltende Lösung wurde sodann Schwefeldioxid in Form einer Smolaren Lösung zugefügt. Als organische Halogenverbindung wurde n-Butylbromid verwendet. Die Schwefeldioxidlösung und das n-Butylbromid winden im Verlaufe der Elektrolyse dosiert
in den Kathodenraum eingefüllt. Die Elektrolyse wurde mit einer konstanten Stromdichte von
38,5 mA/cm2 bei einer Temperatur von 800C durchgeführt. Nachdem eine Ladungsmenge von
10 000 Coulomb durchgeflossen war, wurde die Elektrolyse beendet. Anschließend wurde das Lösungsmittel von der im Kathodenraum befindlichen Reak-
tionslösung durch Destillation abgetrennt. Der Rückstand wurde in Wasser und Chloroform gelöst Bei
der fraktionierten Destillation der Chloroform-Phase gingen nacheinander Chloroform, nicht umgesetztes
S Butylbromid, Nebenprodukt und zuletzt Dibutylsulfon über. Das Dibutylsulfon hatte einen hoheu Reinheitsgrad. Die auf die Ladungsmenge bezogene Ausbeute
betrug 74%.
Zur Herstellung von p-Polyxylylensulfon wurde die
Elektrolyse in gleicher Weise, wie in dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel beschrieben, durchgeführt, wobei die Temperatur 400C betrug. Als
organische Verbindung wurde p-Xylylendiobromid
verwendet Dabei kristallisierte das p-Polyxylylensulfon im Verlaufe der Elektrolyse im Kathodenraum
aus und konnte ohne besondere Maßnahmen durch Filtration von der Reaktionslösung abgetrennt wer
den. Die Ausbeute betrug, bezogen auf die Ladungs
menge, 86%.
BeispieJ 3
Die Elektrolyse wurde wie im Ausführungsbeispiel 2, jedoch mit o-Xylylendibromid durchgeführt Das
bei der Elektrolyse entstandene Produkt wurde wie im Ausführangsbeispiel 1 beschrieben aus der Reaktionslösung abgetrennt und danach durch Auflösen
in Alkohol unter Zusatz von Kieselgel und durch Sieden arü Rückfluß nachbehandelt Das cyclische
Sulfon der Formel
wurde so in einer Ausbeute von 71%, bezogen auf die Ladungsmenge, erhalten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Sulfonen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Lösung einer organischen Haiogenverbmdung und Schwefeldioxid in einem aprotischen Lösungsmittel elektrolysiert c4er daß man die organische Halogenverbindung der mit Gleichstrom elektrolysierten Schwefeidioxidiösung zusetzt.
Priority Applications (8)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732328196 DE2328196C3 (de) | 1973-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Sulfonen | |
| CH623874A CH601213A5 (de) | 1973-06-02 | 1974-05-08 | |
| US05/474,167 US3980535A (en) | 1973-06-02 | 1974-05-29 | Process for producing sulfones |
| FR7418772A FR2231671B1 (de) | 1973-06-02 | 1974-05-30 | |
| GB2431474A GB1471186A (en) | 1973-06-02 | 1974-05-31 | Process for the preparation of a sulphone or of a mixture of sulphones |
| BE144971A BE815800A (fr) | 1973-06-02 | 1974-05-31 | Procede de preparation d'une sulfone ou d'un melange de sulfones |
| JP49061447A JPS5025529A (de) | 1973-06-02 | 1974-06-01 | |
| US05/923,328 US4151050A (en) | 1973-06-02 | 1978-07-10 | Process for producing sulfones |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732328196 DE2328196C3 (de) | 1973-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Sulfonen |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2328196A1 DE2328196A1 (de) | 1974-12-19 |
| DE2328196B2 true DE2328196B2 (de) | 1975-08-14 |
| DE2328196C3 DE2328196C3 (de) | 1976-03-25 |
Family
ID=
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE815800A (fr) | 1974-09-16 |
| CH601213A5 (de) | 1978-06-30 |
| FR2231671A1 (de) | 1974-12-27 |
| FR2231671B1 (de) | 1978-03-24 |
| GB1471186A (en) | 1977-04-21 |
| US3980535A (en) | 1976-09-14 |
| DE2328196A1 (de) | 1974-12-19 |
| JPS5025529A (de) | 1975-03-18 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |