DE2328196C3 - Verfahren zur Herstellung von Sulfonen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SulfonenInfo
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Description
Sulfone finden in der Technik vielfache Anwendung. Sie dienen beispielsweise als Ausgangs-, Zusatz- oder
Veredelungsstoffe bei der Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen und insbesondere als therapeutisch
wirksame Substanzen.
Die Herstellung von Sulfonen ist bekannt. So besteht ein zum Stande der Technik gehörendes
Verfahren darin, daß zunächst durch Umsatz einer Halogenverbindung mit einem Sulfid, beispielsweise
Natriumsulfid, das Sulfid R — S — R nach der Gleichung
2R —X + Na2S >2NaX + R —S —R
hergestellt wird, wobei X ein Halogenatom und R einen organischen Rest bedeutet. In einer zweiten
Verfahrensstufe werden dann die Sulfide durch ein Oxidationsmittel, beispielsweise Kaliumpermanganat
oder Salpetersäure oder auch katalytisch durch Luftsauerstoff, entsprechend der Reaktionssleichung
R —S--R + O,
' R SO? R
zu Sulfonen oxidiert. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, daß seine Durchführung einen verhältnismäßig
hohen Kostenaufwand erfordert, da es notwendig ist, die beiden vorbezeichneten Verfahrens-
»chritte unabhängig voneinander durchzuführen.
Bekannt ist auch ein einstufiges Verfahren zur Her-Heilung
von Sulfonen. Nach diesem Verfahren werden organische Verbindungen mit einer ungesättigten
C = C-Doppelbindung in Gegenwart von Schwefeldioxid und Ameisensäure zu Sulfonen umgesetzt
(DT-PS 12 22 048). Nachteilig ist dabei jedoch, daß die als Reduktionsmittel verwendete Ameisensäure
verbraucht wird. Das führt zu einer Erhöhung der notwendigen wirtschaftlichen Aufwendungen. Ein ganz
besonderer Nachteil dieses Verfahrens besteht jedoch darin, daß nur Sulfone hergestellt werden können,
bei der die Restgruppe R für die ungesättigte C = C-Doppelbindung der dabei verwendeten Verbindung
— beispielsweise durch eine Karbonylgruppe — aktiviert ist. Die Zahl der nach diesem bekannten
Verfahren herstellbaren Sulfone ist somit sehr begrenzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, nach dem Sulfone auf wirtschaftliche Weise
herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Anspruch näher bezeichnete Arbeitsweise gelöst.
Ein Vorzug des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, daß die hergestellten Sulfone einen
hohen Reinheitsgrad besitzen. Da außerdem eine hohe Ausbeute an Sulfonen erzielbar ist, ist das
Verfahren auch sehr wirtschaftlich.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in verschiedenen Varianten durchführbar. Eine Variante
besteht darin, daß die organische Halogenverbindung der Lösung des Schwefeldioxids nach Bildung der
SO->-Ionen zugegeben wird. Bei der Reduktion des
in dem organischen Lösungsmittel gelösten Schwefeldioxids entsteht eine sehr beständige, gewöhnlich
blau- oder blaugrüngefärbte Lösung des Radikalions SOJ. Das Zugeben der organiscaen Halogenverbindung
kann in der Elektrolysezelle geschehen. Doch kann statt dessen die Lösung auch zuvor aus
der Elektrolysezelle entfernt werden. Vorteilhaft ist diese Verfahrensweise insbesondere, wenn die Tür die
Sulfonbildung verwendete organische Halogenverbindung gegenüber den Reaktionsbedingungen in der
Elektrolysezelle nicht hinreichend stabil ist.
Liegt die verwendete organische Halogenverbindung in flüssiger Phase vor, so besteht eine andere Variante
des Verfahrens gemäß der Erfindung darin, daß die Halogenverbindung direkt als Lösungsmittel Tür das
Schwefeldioxid verwendet wird, was in vorteilhafter Weise die Abtrennung der Sulfone vereinfacht. Flüssige
organische Halogenverbindungen sind Chloracetonitril oder Chloraceton. Um zu erreichen, daß
der durch die Elektrolysezeile geleitete Strom die zur Bildung von SO2-Ionen erforderliche Stromdichte
nicht überschreitet, ist zweckmäßigerweise in der Elektrolysezelle eine nicht vom elektrischen Strom
durchflossene Bezugselektrode angeordnet. Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung
wird eine Stromdichte verwendet, bei der die Spannung zwischen Bezugselektrode und Kathode den
Betrag des auf die gleiche Bezugselektrode bezogenen Standardpotentials des aus Schwefeldioxid und Schwefeldioxidanionen
gebildeten Redoxpaares in der Lösung um nicht mehr als 0,1 V überschreitet. Dabei ist
es zweckmäßig, das Verfahren so zu führen, daß während des Stromdurchganges in der Lösung eine
Schwefeldioxidkonzentration von mindestens 0,1 Mol 1 aufrechterhalten wird.
Als die Leitfähigkeit förderndes Salz kann beispielsweise ein Tetraalkylammoniumsalz verwendet
werden.
Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung sind auch polymere Sulfone herstellbar. Der Reaktionsablauf erfolgt in diesem Falle nach der Gleichung:
2nX —Z + 2nSO2 + 4ne"
>(— Z — SO2- Z-SO2- )„ + 4nX"
In dieser Gleichung ist Z ein zweiwertiger organischer Rest und X ein Halogen. Die Vielseitigkeit des
Verfahrens gemäß der Erfindung ergibt sich weiterhin daraus, daß danach auch zyklische Sulfone herstellbar
sind. Hierzu bedarf es lediglich der Verwendung von organischen Halogenverbindungen mit zwei Halogenatomen
im Molekül.
Das Verfahren wird in einer Elektrolysezelle durchgeführt,
die durch ein Diaphragma oder eine Anionenaustauschermembran in einen Kathoden- und einen
Anodenraum unterteilt ist. Dabei wird der Strom durch Wanderung von Anionen X~, die beim kathodischen
Prozeß freigesetzt werden, in den Anodenraum transportiert und die Anionen an der Anode
oxidiert. Handelt es sich dabei um Chlorionen, so
bildet sich an der Anode das freie Halogen. Das Sulfon entsteht dabei im Kaihodenraum. Bei Verwendung
einer solchen Elektrolysezelle wurde eine besonders hohe Ausbeute an Sulfonen erzielt. Dabei werden die
in der Lösung gebildeten SOf-Ionen mit der organischen
Halogenverbindung unmittelbar, praktisch gleichzeitig mit ihrer Entstehung zur Reaktion gebracht.
Das gebildete Sulfon wird von der Lösung entweder durch Abdestillieren abgetrennt oder extrahiert. Zur
Extraktion wird dabei zweckmäßig ein Lösungsmittel verwendet, in dem das zur Förderung der Leitfähigkeit
zugesetzte Salz nicht löslich ist, wie beispielsweise Chloroform.
Zur Herstellung von Dibutylsulfon wurde eine Elektrolysezelle verwendet, die durch eine Anionenaustauschermembran
in einen Kathoden- und einen Anodenraum unterteilt war. Die dabei verwendete Anode bestand aus glasartigem Kohlenstoff, die
Kathode aus Platin mit einer Oberfläche von 13 cm2.
Als Lösungsmittel wurde Acetonitril verwendet, dem zur Erzielung einer hinreichenden Leitfähigkeit Tetraäthylammoniumbromid
in einer Konzentration von 0,2 Mol/l zugesetzt war. Das Lösungsmittel war sowohl in den Kathodenraum sowie in den Anodenraum
eingefüllt worden. In die im Kathodenraum enthaltende Lösung wurde sodann Schwefeldioxid
in Form einer 5molaren Lösung zugefügt. Als organische Halogenverbindung wurde n-Butylbromid verwendet.
Die Schwefeldioxidlösung und das n-Butylbromid wurden im Verlaufe der Elektrolyse dosiert
in den Kathodenraum eingefüllt. Die Elektrolyse wurde mit einer konstanten Stromdichte von
38,5 mA/cm2 bei einer Temperatur von 80° C durchgeführt. Nachdem eine Ladungsmenge von
10000 Coulomb durchgeflossen war, wurde die Elektrolyse beendet. Anschließend wurde das Lösungsmittel
von der im Kalhodenraum befindlichen Reaktionslösung durch Destillation abgetrennt. Der Rückstand
wurde in Wasser und Chloroform gelöst. Bei der fraktionierten Destillation der Chloroform-Phase
gingen nacheinander Chloroform, nicht umgesetztes Butylbromid, Nebenprodukt und zuletzt Dibutylsulfon
über. Das Dibutylsulfon hatte einen hohen Reinheitsgrad. Die auf die Ladungsmenge bezogene Ausbeute
betrug 74%.
r
Zur Herstellung von p-Polyxylylensulfon wurde die
Elektrolyse in gleicher Weise, wie in dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel beschrieben, durchgeführt,
wobei die Temperatur 4O0C betrug. Als
organische Verbindung wurde p-Xylylendiobromid
verwendet. Dabei kristallisierte das p-Polyxylylensulfon
im Verlaufe der Elektrolyse im Kathodenraum aus und konnte ohne besondere Maßnahmen durch
Filtration von der Reaktionslösung abgetrennt werden. Die Ausbeute betrug, bezogen auf die Ladungsmenge,
86%.
Die Elektrolyse wurde wie im Ausführungsbeispiel 2, jedoch mit o-Xylylendibromid durchgeführt. Das
bei der Elektrolyse entstandene Produkt wurde wie im Ausführungsbeispiel 1 beschrieben aus der Reaktionslösung
abgetrennt und danach durch Auflösen in Alkohol unter Zusatz von Kieselgel und durch
Sieden am Rückfluß nachbehandelt. Das cyclische Sulfon der Formel
CH,
wurde so in einer Ausbeute von 71%, bezogen auf die Ladungsmenge, erhalten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Sulfonen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Lösung einer organischen Halogenverbindüng and Schwefeldioxid in einem aprotischen Lösungsmittel elektrolysiert oder daß man die organische Halogenverbindung der mit Gleichstrom elektrolysierten Schwefeldioxidlösung zusetzt. ι ο
Priority Applications (8)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732328196 DE2328196C3 (de) | 1973-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Sulfonen | |
| CH623874A CH601213A5 (de) | 1973-06-02 | 1974-05-08 | |
| US05/474,167 US3980535A (en) | 1973-06-02 | 1974-05-29 | Process for producing sulfones |
| FR7418772A FR2231671B1 (de) | 1973-06-02 | 1974-05-30 | |
| GB2431474A GB1471186A (en) | 1973-06-02 | 1974-05-31 | Process for the preparation of a sulphone or of a mixture of sulphones |
| BE144971A BE815800A (fr) | 1973-06-02 | 1974-05-31 | Procede de preparation d'une sulfone ou d'un melange de sulfones |
| JP49061447A JPS5025529A (de) | 1973-06-02 | 1974-06-01 | |
| US05/923,328 US4151050A (en) | 1973-06-02 | 1978-07-10 | Process for producing sulfones |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732328196 DE2328196C3 (de) | 1973-06-02 | Verfahren zur Herstellung von Sulfonen |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2328196A1 DE2328196A1 (de) | 1974-12-19 |
| DE2328196B2 DE2328196B2 (de) | 1975-08-14 |
| DE2328196C3 true DE2328196C3 (de) | 1976-03-25 |
Family
ID=
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