DE2322958A1 - Verfahren zum reinigen von abgasen - Google Patents
Verfahren zum reinigen von abgasenInfo
- Publication number
- DE2322958A1 DE2322958A1 DE2322958A DE2322958A DE2322958A1 DE 2322958 A1 DE2322958 A1 DE 2322958A1 DE 2322958 A DE2322958 A DE 2322958A DE 2322958 A DE2322958 A DE 2322958A DE 2322958 A1 DE2322958 A1 DE 2322958A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- sea water
- seawater
- hydrogen sulfide
- ions
- sulfites
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Withdrawn
Links
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D53/00—Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
- B01D53/34—Chemical or biological purification of waste gases
- B01D53/46—Removing components of defined structure
- B01D53/48—Sulfur compounds
- B01D53/50—Sulfur oxides
- B01D53/507—Sulfur oxides by treating the gases with other liquids
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Biomedical Technology (AREA)
- Environmental & Geological Engineering (AREA)
- Analytical Chemistry (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Treating Waste Gases (AREA)
- Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)
- Preventing Corrosion Or Incrustation Of Metals (AREA)
Description
Patentanwälte
DlpF.-Jng. R. BEETZ sen*
Dip!..|n-. μ;. LAMf=TCECHT
Dr.-!r. j. TV. α - E T Z Jr.
» '1S U η G h ο η £2, Sieinsdorf sir. t· 9 ^ 9 ? 9 R 8
» '1S U η G h ο η £2, Sieinsdorf sir. t· 9 ^ 9 ? 9 R 8
81-20.6TOP 7. 5. 1973
Verfahren zum Reinigen von Abgasen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Abscheiden von Schwefelwasserstoff aus Rauch- oder Abgasen,
die von verschiedensten Verbrennungseinrichtungen, z. B. Wärme-Kraftwerken, abgegeben werden.
Die Beseitigung von toxischen Substanzen, insbesondere von in den Rauchgasen der verschiedensten Verbrennungseinrichtungen
enthaltenen Schwefelwasserstoff-Gas, stellt ein wesentliches Problem zur Verringerung der Umweltverschmutzung
dar. Zu seiner Beseitigung werden erhebliche Anstrengungen unternommen und mit außerordentlich
hohen Aufwendungen Aufbereitungseinrichtungen von z. B. E-Verken und der chemischen Industrie konstruiert.
309847/0466
30 574)-Sd-r (7)
232295
Die gegenwärtig eingesetzten Verfahren zum Entfernen
toxischer Substanzen lassen sich grundsätzlich in Trockenverfahren unter Verwendung von Aktivkohle oder Mangan als
Absorptionsmittel, und in Naßverfahren, bei welchen gelöschter Kalkschlamm, Natronlauge oder wäßriges Ammoniak
als Adsorptionsmittel eingesetzt wirdg unterteilen,, Der
Entschwefelungsgrad ist bei den Trockenverfahren geringer
als bei Naßverfahren und liegt bei ersteren bei 70 bis 80 $, wobei noch die Nachteile einer sehr schwierigen Regeneration
des Manganpulvers (Braunstin-Pulver) oder der Aktivkohle, die kurze Lebensdauer der Aktivkohle und die
durch die Zerstäubung des Manganpulvers entstehende Sekundär-Umweltverschmutzung
hinzukommen., Die Naß-Verfahren
sind vorteilhafter, da ihr Entschwefelungsgrad höher als
90 ia liegt, sie haben jedoch den Nachteil einer erheblichen
Absenkung der Rauchga s tempera tür, Dartiber hinaus umfaßt
jedes dieser Verfahren chemisch komplexe Reaktionen durch den wirksamen Einsatz großer Mengen von Nebenprodukten
und in deren Überführung in nichtgiftige Substanzen, und es bestehen verschiedene noch zu lösende Probleme,
wenn sie in einer gegenwärtigen Abgas-Reinigungseinrichtung
praktiziert werden.
In der Vergangenheit wurde zur Abgasreinigung den
Trockenverfahren der Vorzug gegeben, weil bei ihnen keine Verringerung der Abgastemperatür eintritt und die Luftverschmutzung
durch Ableiten des Gases über einen Schornstein in Grenzen gehalten werden kann. Mit der ständig
sich vergrößernden Abgasmenge hat sich auch die Gaskonzentration in einer bestimmten Zone vergrößert, und es
scheint, daß der Diffusionseffekt des Abgases in der Atmosphäre seinen Spitzenwert erreicht hat. Unter diesen Um-
309847/0466
ständen besteht die Tendenz, den Schwefelwasserstoff aus dem Rauchgas so weit wie möglich zu entfernen. Bei dem
konventionellen Naßverfahren ergeben sich erhebliche Schwierigkeiten durch den Transport großer Mengen als
Neutralisier-Agentien verbrauchter Chemikalien und großer Mengen von Nebenprodukten, ferner bei der wirksamen
Verwendung der Nebenprodukte und der überführung der Nebenprodukte
in nicht giftige Substanzenο
Das erfindungsgemäße Verfahren ist im Hinblick auf
die Überwindung dieser Nachteile herkömmlicher Prozesse konzipiert worden«, Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren
zum Entfernen von Schwefelwasserstoff durch einen nassen Aufbereitungsprozeß unter Verwendung von in der
Umgebung von Wärme-Kraftwerken im Überschuß vorhandenem
Meerwasser, ohne irgendwelche chemische Absorbentien oder Adsorbentien aufzuzeigen,, Meerwasser ist alkalisch und
zur Absorption und Abscheidung von Schwefelwasserstoff-Gas gut geeignet.
Das Abgas-Entschwefelungsverfahren gemäß der Erfindung
umfaßt das direkte Einleiten von schwefelwasserstoffhaltigen
Abgasen in Meerwasser, damit der Schwefelwasserstoff vom Meerwasser absorbiert und gleichzeitig durch
die Reaktion zwischen den Schwefelwasserstoff-Ionen und den im Meerwasser enthaltenen Metall-Ionen in Sulfide
überführt wird, ferner das Lösen des Kohlendioxydanteiles
aus dem Meerwasser, das dann durch Decarboxylierung im sauren Bereich ist, um den pH-Wert des Meerwassers in
den neutralen Bereich einzustellen, und danach das Einleiten von Sauerstoff, welcher in Luft enthalten ist oder
aus einer anderen Quelle stammt, in das Sulfit enthaltende Meerwasser, um die Sulfite in Sulfate zu überführen.
309847/0466
Eine typische chemische Zusammensetzung des Meerwas· sers ist in Tabelle 1 zusammengestellt.
Chemische Zusammensetzung des Meerwassers
| pH-Wert | 8,2 - 8,4 | Kationen | Konzen tration ppm |
Anionen | Konzen tration ppm |
| Gesamt- Alkalität |
2,2 mg eq/l | Na+ Mg+ + Ca + + K+ Sr++ |
10556 1272 400 380 13 |
Cl" SO4" HCO3" Br" F~ H2BO3 |
18930 2649 14O 65 1 26 |
| Zusammen setzung |
Fe, Mn, Co, Ni, Cu, Cr, V und Tr, die katalytische Wirkungen haben |
Die Hauptionen, die die Gesamtalkalität des Meerwas
sers bestimmen, sind HCO.
HBO.
OH und H , wo
bei der durch Subtraktion der H von diesen Ionen erhaltene Wert als Gesamtalkalität bezeichnet wird, der bei
2,2 mg eq/l liegt. Ist demzufolge die Menge des im Meerwasser absorbierten Schwefelwasserstoffgases geringer als
309847/0466
das Gleichgewicht der Gesamtalkalität, kann die Alkalität
des Meerwassers durch selbständige Wiedereinstellung des pH-Wertes aufrechterhalten werden, auch wenn das Meerwasser
Schwefelwasserstoff absorbiert hat» Der pH-Wert
des Meerwassers, der im sauren Bereich liegt, wenn das Meerwasser Schwefelwasserstoff aufgenommen hat, kann in
den neutralen Bereich durch Reaktion des Schwefelwasserstoffes
mit Kohlensäure Radikalen (hauptsächlich HCO ~) oder durch die sog» Decarboxylierung überführt werden.
Der vom Seewasser aufgenommene Schwefelwasserstoff reagiert mit den im Meerwasser enthaltenen Metall-Ionen
(hauptsächlich Ca++, Mg++) zu Sulfiten., Diese Sulfite
sind aktiv und haben eine schädliche Wirkung auf die Lebewesen im Meer durch Verringerung des im Meer gelösten
Sauerstoffes. Zum Unschädlichmachen der Sulfite werden sie in die chemisch stabilen Sulfate durch Einleiten von
Luft (Sauerstoff) in das Meerwasser überführt» Das so behandelte Meerwasser kann somit als hygienisch unbedenkliches
Wasser ins Meer zurückgeführt oder es kann als Zulaufwasser für eine Meerwasser-Aufbereitungsanlage weiterverwendet
werden«
Die Hauptvorteile der Erfindung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1, Das Entschwefelungsverhältnis kann durch die Wechselwirkungen der im Meerwasser enthaltenen Jonen auf über
95 i* gesteigert werden;
2. die Entschwefelung der Abgase und die Entfernung
der schädlichen Substanzen aus dem abgeführten Meerwasser kann durch einen einfachen, leicht zu steuernden Vorgang
durchgeführt werden;
309847/046 6
3e der Transport der Chemikalien, die Handhabung für
die effektive Nutzung der Nebenprodukte und die komplexen Verfahrensvorgänge vor Einleiten der Nebenprodukte, die
bei herkömmlichen Verfahren notwendig sind, fallen weg;
4ο wird das erfindungsgemäße Verfahren bei Kraftwerken
eingesetzt, können die Betriebskosten drastisch gesenkt und Anlagen von kleiner kompakter Gestalt durch Verwendung
von Kühlwasser (Meerwasser) aus dem Kondensator beim erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden» Wird
darüber hinaus das Meerwasser in carboxyliertem Zustand zu einer Meerwasser-AufbereitungsaisXage geführt, dann
kann ein Teil der Betriebsstufen in der Anlage weggelassen werden;
5ο das aus der Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens abgezogene Meerwasser enthält nur ca. 3 Ί° mehr an gelösten Sulfaten als das normale Meerwasser,
die chemisch stabil sind und keine Gefahr einer Absenkung des gelösten Sauerstoffanteils im Meerwasser
herbeiführen, wobei durch Ablagerung auf dem Meerboden keine schädlichen Wirkungen auf die Lebewesen eintreten.
Die Vergrößerung der Meerwassertemperatur durch Einleiten des behandelten Meerwassers ist sehr gering und die
sog. thermische Verunreinigung kann verhindert werden.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
anhand der Zeichnung näher erläutert» Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Verfahrens ablaufes;
3098477 0 466
F±go 2 einen Längsschnitt durch einen Absorptionsturm
einer Ausführung gemäß der Erfindung;
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht der Einbauten
des Absorptionsturms nach Fig. 2;
des Absorptionsturms nach Fig. 2;
Fig» h ein Diagramm des Schwefelwasserstoff-Abscheidungsgrades
im Absorptionsturm nach Fig. 2;
Fig. 5 ein Diagramm des Oxydationsgrades im Absorptionsturm;
Fig. 6 ein Diagramm der pH-Werte im Absorptionsturm;
Fig. 7 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführung
gemäß der Erfindung;
Figo 8 ein Diagramm des Schwefelwasserstoff-Abscheidungsgrades
und des pH-Wertes im Absorptionsturm nach Fig«, 7;
Fig. 9 ein Diagramm des pH-Wertes im Absorptionsturm
nach Fig. 7.
Zuerst soll das Grundprinzip der Erfindung durch chemische Gleichungen in den einzelnen Verfahrensstufen dargelegt
werden» Zur besseren Klarheit der Beschreibung wird die Beziehung mit HCO ~ als Alkali-Ion, welches den Hauptteil
der Alkali-Ionen bildet, und mit Ca + als Metall-Ion der Sulfite dargestellt.
309 8 47/0466
Die chemischen Gleichungen der stufenweisen Reaktionen dieser Ionen sind folgende s
SO2 + H2O = H2SO3 (1)
Ca(HCO )2 + H2SO3 = CaSO3 + 2H2CO3. (2)
CaSO3 + -^O2 = CaSO4 (3)
3 + -^O2 = CaSO4
H2CO3 = H2O + CO2T (4)
H2CO3 = H2O + CO2T (4)
In der Absorptionsstufe wird als erstes der vom Meerwasser
aufgenommene Schwefelwasserstoff (S0_) in. H„SO„ gemäß
der Gleichung (1) überführt, wobei sich der pH-Wert des Meerwassers in den sauren Bereich verschiebt. In diesem
Fall wird gleichzeitig CaSO., nach der Gleichung (2)
gebildet» Dieses CaSO„ wird durch den im Abgas enthaltenen
und den im Meerwasser gelösten Sauerstoff oxidiert und teilweise in CaSO4 überführt» Der Hauptteil des nicht
reagierten CaSO„ wird vollständig in der folgenden Stufe
in CaSO. überführt, und zwar in einem Gerät, in dem Meerwasser mit Luft zur selbsttätigen Rückstellung des pH-Wertes
(Gleichung (3)) vermischt wird«, In der Stufe der selbsttätigen pH-Rucksteilung, die gleichzeitig mit der
Oxidation stattfindet, vollzieht sich eine Reaktion nach der Gleichung (k) und der pH-Wert des Meerwassers wird
selbsttätig wieder hergestellt.
Der Grad der CaSO„-Oxidation ist' Im allgemeinen gering,
und die Oxidation des gebildeten CaSO3 stellt bei den herkömmlichen Entschwefelungsverfahren unter Verwendung
von Kalkmilch ein schwieriges Problem dar. Bei der Erfindung vollzieht sich die Oxidation jedoch relativ einfach,
weil die Konzentration des CaSO„ gering und das CaSO„
309847/0-4 66
im Meerwasser gelöst ist und weil die Metall-Ionen, wie Zo B. Fe, Mn, Co, Ni, Cu, Cr, V und Ti im Meerwasser katalytische
Eigenschaften besitzen» H?CO„ nach der Formel
(4) ist im sauren Bereich chemisch instabil und kann in Gegenwart von Luft leicht gelöst werden» Die selbsttätige
pH-Wert-Rückstellung und die Oxidationen vollziehen
sich teilweise in der obigen Absprptionsstufe, da jedoch Kohlendioxyd in dem Abgas in einer Konzentration von über
400mal so hoch als in Luft vorhanden ist, findet hier nur eine geringe Decarboxilierung im Entschwefelungsverfahren
(Gleichung (i)) aufgrund der Gleichgewichtswerte statt. Durch Einleiten von Luft zur selbsttätigen Rückstellung
des pH-Wertes und zur Oxidation vollzieht sich aber die Reaktion nach der Gleichung (4) sehr schnell, wonach Kohlendioxid
(CO ) freigesetzt und der pH-Wert des Meerwassers aus dem sauren in den neutralen Bereich zurückgestellt
wird.
Im folgenden wird ein praktisches Verfahren gemäß der Erfindung beschriebene Figo 1 ist das Schema eines Verfahrensablaufes
bei einer praktischen Anlage der Erfindung. Als erstes wird das Abgas von einem Kessel 1 in einen elektrischen
Niederschlagsapparat 2 zur Entfernung von Staub und anderer Feststoffe geleitete Das aus dem elektrischen
Abscheider 2 abströmende Gas hat vorzugsweise folgende Zusammensetzungen s
CO2 10 - 15
H2O 10 #
SO2 0,1 - 0,3 Vol-#
O2 5,0 Vol-#
N2 70 - 75 Vol-#
sowie eine Temperatur von 130 0C.
309847/0 4 66
23229.5
Dieses Gas gelangt durch eine Leitung 10 in einen
Absorptionsturm 3« In diesem Absorptionsturm 3 wird es
mit Meerwasser in Berührung gebracht, welches zum oberen Teil des Turmes über eine Leitung 13 durch eine Pumpe 8
zugeführt wird und diesen nach abwärts durchläuft, wobei der Schwefelwasserstoff aus dem Abgas vom Meerwasser aufgenommen wird. In diesem Fall beträgt die Konzentration des Schwefelwasserstoffes ca» 1/1OO derjenigen des Kohlendioxydes, wobei aber die Löslichkeit des Schwefelwasserstoffgases im Meerwasser ca. doppelt so hoch wie die des Kohlendioxyds ist, so daß die Reaktion des gelösten Schwefelwasserstoffgases schneller und vollständiger erfolgt
als die des gelösten Kohlendioxyds■» Der Schwefelwasserstoff wird somit aus dem Gas beinahe vollständig im Absorptionsturm 3 entfernt, wobei in diesem Fall auch Kohlendioxid teilweise vom Meerwasser aufgenommen wird, mit dem Ergebnis, daß der pH-Wert des Meerwassers sinkt» Das Meerwasser mit dem geringen pH-Wert wird aus dem Absorptionsturm durch eine Pumpe 9 und eine Leitung i4 abgezogen und in einen Decarboxylierungs-Oxidations-Turm 5 zur Durchführung der nächsten Verfahrensstufe geleitet. Das
im Absorptionsturm 3 behandelte Abgas, welches nur noch
einen äußerst geringen Anteil an Schwefelwasserstoff besitzt, strömt durch eine Leitung 11 zu einem Wärmeaustauscher h und gelangt durch einen Kamin 7 in die Atmosphäre.
Absorptionsturm 3« In diesem Absorptionsturm 3 wird es
mit Meerwasser in Berührung gebracht, welches zum oberen Teil des Turmes über eine Leitung 13 durch eine Pumpe 8
zugeführt wird und diesen nach abwärts durchläuft, wobei der Schwefelwasserstoff aus dem Abgas vom Meerwasser aufgenommen wird. In diesem Fall beträgt die Konzentration des Schwefelwasserstoffes ca» 1/1OO derjenigen des Kohlendioxydes, wobei aber die Löslichkeit des Schwefelwasserstoffgases im Meerwasser ca. doppelt so hoch wie die des Kohlendioxyds ist, so daß die Reaktion des gelösten Schwefelwasserstoffgases schneller und vollständiger erfolgt
als die des gelösten Kohlendioxyds■» Der Schwefelwasserstoff wird somit aus dem Gas beinahe vollständig im Absorptionsturm 3 entfernt, wobei in diesem Fall auch Kohlendioxid teilweise vom Meerwasser aufgenommen wird, mit dem Ergebnis, daß der pH-Wert des Meerwassers sinkt» Das Meerwasser mit dem geringen pH-Wert wird aus dem Absorptionsturm durch eine Pumpe 9 und eine Leitung i4 abgezogen und in einen Decarboxylierungs-Oxidations-Turm 5 zur Durchführung der nächsten Verfahrensstufe geleitet. Das
im Absorptionsturm 3 behandelte Abgas, welches nur noch
einen äußerst geringen Anteil an Schwefelwasserstoff besitzt, strömt durch eine Leitung 11 zu einem Wärmeaustauscher h und gelangt durch einen Kamin 7 in die Atmosphäre.
Der Wärmetauscher h kann ein gewöhnlich in Kesselanlagen
verwendeter Luftvorwärmer sein«
In dem Decarboxylierungs-Oxydations-Turm 5 wird das
vom Meerwasser im Absorptionsturm 3 aufgenommene Kohlendioxid
durch Carboxylierung mit Luft entfernt, die einen geringen CO -Partialdruck besitzt und von einem Gebläse
308847/04
zum Boden des Turmes zugeführt wird, woraufhin das abgespaltene
Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Auch im Meerwasser enthaltene Kohlensäurereste werden daraus durch
Decarboxylierung entfernt und der pH-¥ert des Meerwassers somit in den neutralen Bereich zurückgestellt. Die Sulfite
werden gleichzeitig mit der Absorption im Turm 3 und der Decarboxylierung teilweise in Sulfate überführt. Die Sulfite
würden zu einer Verunreinigung des Meeres durch Reduktion des im Meerwasser gelösten Sauerstoffes führen,
wenn sie direkt ins Meer geleitet würden. Daher ist es notwendig, sie in die chemisch stabilen und unstetigen
Sulfate umzuwandeln. Die Oxydation der Sulfite erfolgt in vorteilhafter Weise schnell und gleichmäßig im Decarboxylierungs-Oxydations-Turm,
wenn eine, große Luftmenge im Turm verwendet wird, so daß dieser als Oxydationsturm
dient. Das derart unschädlich gemachte Meerwasser wird aus dem Decarboxylierungs-Oxydations-Turm über eine Leitung
15 ins Meer zurückgeführt«
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Angabe von Versuchsergebnissen im einzelnen beschrieben:
Im folgenden wird der Grundversuch zur praktischen Durchführung des erfindungsgemaßen Verfahrens beschrieben.
Zur Behandlung eines großen Abgasvolumens ist es vorteilhaft, gefüllte Türme mit geringen Druckverlusten als Absorptionsturm
und als Decarboxylierungs-Oxydations-Turm zu verwenden. Daher wurde ein mit vertikalen Plattenein-
30 9 847/0466
bauten versehener Turm gemäß Fig. 2 bei dem Experiment
eingesetzt. Die vertikalen Platteneinbauten 21 bestehen aus einer Vielzahl von 10 mm dicken Holzplatten, die parallel
nebeneinander in einem Abstand von 2,5 cm angeordnet sind. Der Durchmesser der gesamten Einbauten 21 beträgt
195 mm und die Höhe 200 mm. Die Einbauten 21 dieser Konstruktion wurden in einen Turm 3 mit einem Innendurchmesser
von 200 mm und einer Höhe von 2000 mm eingesetzt, um den Absorptionsversuch durchzuführen. Das Meerwasser
wurde durch eine Leitung 13 und das Abgas über eine
Leitung 10 im unteren Bereich des Turmes zugeführt.
Der im Abgas enthaltene Schwefelwasserstoff wurde durch
Vermischung zwischen den vertikalen Platten der Einbauten
vom Meerwasser absorbiert rand das behandelte Gas durch
eine Leitung 11 abgeizoge'ao Das mit dem Schwefelwasserstoff
angereicherte Meerwasser wurde dtireh ©ijie Leitung 14 nach
außen aus dem System abgezogen. Der für die Decarboxylierusigs-Oxidation
verwendete Turm besaß die gleichen Dimensionen
wie d@r Albsorptioiaaturm^ wobei Luft über eine Leitung
10 zum Tara ηηά das suit Schwefelwasserstoff angereicherte
Meerwasser üb©2° dl© Leitung 13 "von der Absorptionsstuf®
Säiägeführt
Bi© Ergebnisse ά±ΦΒ®τ Verstach® sind in den Fig. k dargestellt»
Figa 4 seigi dem Absorptionswirkungsgrad,
_F±g* 5 den Oxyäatioasgrad mad Fig. β ύ@η Becarboxylierungs-Wirfaangsgrad
oder die Siartieksteilung des pH-Werteso Das
Diagramm nach Fig. h tiurd© nach Durchlauf en des Meerwassers
durch den Absorptionsturm mit einem Durchsatz von
6o t/m h zur Behandlung ©Ines Abgases mit 0,2 Vol$ Schwefelwasserstoff
land 10 VoI-56 Kohlendioxyd erhalten und
zeigt den Absclieidungsgrad des Schwefelwasserstoffes un-
309847/046 6'
ter Verwendung von G/L als Parameter, d. h« des Rauchgasdurchsatzes
G (Nm /h) zum Meerwasserdurchlaß L (m /h) o In
diesem Fall betrug der G/L-Wert zur Erzielung der selbsttätigen Rückführung des pH-Wertes in der nächsten. Verfahrensstufe,
welcher aus dem gesamten Alkalitäts-Gleichgewicht im Meerwasser erhalten wirds 12,9 und der Abscheidungsgrad
lag bei diesem Punkt bei ca, 95 $· Der Gasdurchsatz
lag bei 2k m /h und die Oberflächen-Abströmgeschwindigkeit im Turm 0,22 m/s. Es sei darauf hingewiesen» daß
eine Vergrößerung des Gasdurchsatzes über das Verhältnis G/L von 12S9 hinaus nur eine geringe Absenkung des Schwefelwasserstoff
-Abscheidungsgrades ergibt, was die außergewöhnlich gute Eigenschaft des Seewassers zum Entfernen
von Schwefelwasserstoff unter Beweis stellt.
Das unter der Bedingung von G/L = 12,9 gewonnene Meerwasser,
dc h. Meerwasser mit ca, 1,1 m-Mol/Liter absorbierten
Schwefelwasserstoff wurde zur nächsten Verfahrensstufe
mit einem Durchsatz von 60 t/ h abgeleitet und mit Luft behandelt» Die Zurückführung des pH-Wertes des Meerwassers
und der Oxydationsgrade der Sulfite sind jeweils in den
Fig. 5 und 6 dargestellt, und zwar unter Verwendung des
Parameters Luft/L, d. h„ des Verhältnisses Luftdurchsatz Luft (Nm /h) zu Meerwasserdurchsatz L (m /h). Wie in Fig.
5 gezeigt, erreicht der SuIfitoxydationsgrad in der Nähe
des Luft/L-Verhältnisses von 4,5 auf der für Normaltemperatur
gültigen Kurve A und in der Nähe eines Luft/L-Verhältnisses
von 1,0 auf der Kurve B für die Flüssigkeitstemperatur von kO 0C 100 5&O Demzufolge wird der Oxydationsgrad von der Flüssigkeitstemperatür erheblich beeinflußt.
Andererseits wird der pH-Wert des Meerwassers in den neutralen Bereich bei einem Verhältnis Luft/L = 6 selbsttätig
zurückgeführt„
30 9 847/0466
Der Entschwefelungsgrad des erfindungsgemäßen Verfahrens wird auf der Grundlage dieser Daten kalkuliert, wenn
das Verfahren bei einem Kraftwerk durch eine in Fig. 1 gezeigte Anlage verwirklicht wird. Es sei beispielsweise vorausgesetzt,
daß der Abzug an Rauchgas von einem 175 MW Οίο
kessel 533»OOO Nm /h, die Schwefelwasserstoffkonzentration im Abgas 0,2 Vol% und die Gastemperatur 130 °C beträgt. Die zum Absorbieren des Schwefelwasserstoffes und zum Erhalt der selbsttätigen Rückstellung des pH-Wertes durch Decarboxylierung notwendige Menge an Seewasser beträgt mindestens 4i,200 t/h, wenn von einer Gesamtalkalität des Seewassers von 2,2 mg<,eq/l ausgegangen wird. Das im Absorptionsturm behandelte Abgas hat eine Schwefelwasserstoff konzentration von weniger als 100 ppm und eine Temperatur von 25 C und wird wie im herkömmlichen Naßverfahren im Wärmetauscher 4 auf ca» 60 C aufgewärmt und danach durch den Schornstein 7 in die Atmosphäre abgeführt. In diesem Fall beträgt die Menge an für den Wärmeaustauscher benötigtem Kerosin ca. 0,6 t/h. Das mit Schwefelwasserstoff angereicherte Meerwasser wird mit einer Temperatur von 20,4 C aus dem Absorptionsturm zum DecarboxylierOxydation s-Turm 5 gefördertο In der Decarboxylations-Oxydationsstufe wird Luft durch den Turmboden mit einem Durchsat zverhältnis G/L = 6,0, d. i. ein Durchsatz von 250,000 Nm /hr in den Turm eingeleitet, um gleichzeitig eine Decarboxylierung und eine Oxydation zu erreichen. Das aus dem Decarboxylierungs-Oxydations-Turm abfließende, auf diese Weise unschädlich gemachte Meerwasser wird ins Meer zurückgeführt.
kessel 533»OOO Nm /h, die Schwefelwasserstoffkonzentration im Abgas 0,2 Vol% und die Gastemperatur 130 °C beträgt. Die zum Absorbieren des Schwefelwasserstoffes und zum Erhalt der selbsttätigen Rückstellung des pH-Wertes durch Decarboxylierung notwendige Menge an Seewasser beträgt mindestens 4i,200 t/h, wenn von einer Gesamtalkalität des Seewassers von 2,2 mg<,eq/l ausgegangen wird. Das im Absorptionsturm behandelte Abgas hat eine Schwefelwasserstoff konzentration von weniger als 100 ppm und eine Temperatur von 25 C und wird wie im herkömmlichen Naßverfahren im Wärmetauscher 4 auf ca» 60 C aufgewärmt und danach durch den Schornstein 7 in die Atmosphäre abgeführt. In diesem Fall beträgt die Menge an für den Wärmeaustauscher benötigtem Kerosin ca. 0,6 t/h. Das mit Schwefelwasserstoff angereicherte Meerwasser wird mit einer Temperatur von 20,4 C aus dem Absorptionsturm zum DecarboxylierOxydation s-Turm 5 gefördertο In der Decarboxylations-Oxydationsstufe wird Luft durch den Turmboden mit einem Durchsat zverhältnis G/L = 6,0, d. i. ein Durchsatz von 250,000 Nm /hr in den Turm eingeleitet, um gleichzeitig eine Decarboxylierung und eine Oxydation zu erreichen. Das aus dem Decarboxylierungs-Oxydations-Turm abfließende, auf diese Weise unschädlich gemachte Meerwasser wird ins Meer zurückgeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein äußerst einfacher
Entschwefelungsprozeß, der keine Chemikalien erfor-
309847/0466
dert, "wie sie beim Kalk-Verfahren oder beim Ammoniak-Verfahren
notwendig sind. Das Verfahren erfordert jedocn größere
Mengen an elektrischem Strom als konventionelle Verfahren,
und zwar zum Betrieb der Pumpe zur Förderung der großen Meerwassermengen und zum Betrieb des Gebläses für
die bei der Decarboxylierung benötigte Luft und demzufolge eine größere elektrische Leistung. Durch Verwendung des
Kühlwassers aus dem Kondensator im Kraftwerk kann die aus
dem Meer zur Entschwefelung entnommene Wassermenge auf ca»
die Hälfte der sonst notwendigen Menge verringert werden, so daß auch der zum Betrieb der Pumpe notwendige elektrische
Strom, die dem Hauptstromverbraucher darstellt, auf
ca. die Hälfte gesenkt werden kann, was äußerst wir*ss3aa^tlich
ist. Die Nutzung des Kühlwassers aus dem Kondensator ist auch insofern vorteilhaft, weil die Temperatur des
Meerwassers im Carboxylierungs-Oxydations-Turm steigt uuad
sich dadurch der Deearboxylierungs-Wirkungsgrad verbessern und die Anlagengröße verringern läßt. Bie Verwendbarkeil;
der Anlage ist demzufolge annähernd die gleiche vie die
bei konventionellen Verfahren. Die Betriebskosten slSMä Jedoch
bei dem Verfahren gemäß der Erfindung geringer als
bei herkömmlichen Prozessen, da kein® Einrichtungen zsur
Feinzerkleinerung und für den Transport von Kalkstein t
für die Oalcinierung des als Nebenprodukt hergestelltem
G-ipses, wie bei den bekannten Terfaarea, erforderlich.
Demzufolge können gemäß der Erfindung dia Kosten für »si©
Nebenprodukt-Einrichtungen und die en t spare eilenden Fersonal
aufwenaungen praktisch gespart werden,
In Beispiel 1 wurde das erf±2idungsg©aaäßa Verfahren
309847/0466
- ιό -
mit einem Turm für die Entschwefelung des Abgases aus einem
Kraftwerk durchgeführt, der vertikale dünne Platteneinbauten enthielt, wohingegen dieses Beispiel mit einem
Reaktor mit einem Umbrella-Motor (beschrieben in der japanischen
Patentanmeldung Nr. 426i/72) durchgeführt wurde, der eine intensivere Flüssigkeits-Gas-Berührung bewirkt
als Apparat zur Entschwefelung des Abgases eines kleinen Kessels. Dieser bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens benutzte Apparat ist in Figo 7 dargestellt und enthält einen Reaktionstank 3 mit einem Innendurchmesser
von 300 mm sowie einen darin angeordneten Umbrella-Rotor 22. Ein Absorptionsversuch wurde bei umlaufendem
Umbrella-Rotor 22 mit einer Umfangsgeschwindigkeit von 10 m/s, Zuführen des Abgases mit 0,2 Vol-$ Schwefelwasserstoff über eine Gaszuströmleitung 10 in einer Menge
von 10 m /h und Zuführen des Seewassers über eine Flüssigkeitsleitung 13 durchgeführt, wobei das Verhältnis zwischen
dem Schwefelwasserstoff-Abscheidungsgrad und G/L
bestimmt und die Ergebnisse in Fig. 8 durch die Kurve C
dargestellt sind. In diesem Versuch betrug der Schwefelwasserstoff-Abscheidegrad 100 io, was bedeutet, daß das
Schwefelwasserstoffgas vollständig aus dem Abgas entfernt
werden konnte. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß feine Luftbläschen vom Rotor 22 in der im Reaktionstank
3 enthaltenen Flüssigkeit gebildet und gleichmäßig verteilt werden, wodurch sich die Flüssigkeits-Gasdurchmischung
merkbar verbessert.
Die Kurve D in Fig. 8 zeigt den pH-Wert des verwendeten
Meerwassers, w@lch.es aus dem Reaktionstank 3 durch
die Ablaufleitung Xk abfließt. Daraus wird deutlich, daß der pH-Wert langsam sinkt, wenn das G/L-Verhältnis steigt
309847/0466
und abrupt bei einem G/L·-Verhältnis von 13 abfällt. Dieser
G/L-Wert ist dem G/L-Wert von 12,9 gleich, der, wie oben ausgeführt, die Gleichgewichtsrelatioh zur Gesamtalkalität
des Meerwassers angibt und kennzeichnet, daß der Schwefelwasserstoff im Abgas vollständig vom Meerwasser
aufgenommen ist. Der so im Meerwasser absorbierte Schwefelwasserstoff bildet Sulfite, die zu Sulfaten oxydiert
werden müssen, bevor das verwendete Meerwasser ins Meer zurückgeleitet wird. Aufgrund der extrem hohen Flüssigkeits-Gasberührung
erfolgt in diesem Gerät die vollständige Oxydation der Sulfite gleichzeitig mit der Absorption
des Schwefelwasserstoffes, so daß der Oxydationsgrad 100 $ beträgt. Von der obigen Versuchsreihe getrennt
wurde unter der Bedingung von G/L = 12,9 behandeltes Meerwasser in einen gleichen, oben beschriebenen Reaktor geleitet
und Luft eingeblasen, um den pH-¥ert des Meerwassers durch Decarboxylierung zurückzustellen,, Das Verhältnis
zwischen dem pH-Wert und G1. ^,/L dieses Versuches ist
JLrUX t
in Fig. 9 dargestellt. Daraus wird ersichtlich, daß der
pH-Wert bei GT „,/L = 3,5 in den neutralen Bereich (pH =7)
JbU I ü
zurückgestellt wird. Somit wird verständlich, daß die Entschwefelung
der Abgase durch Meerwasser mit hohem Wirkungsgrad auch durch Verwendung eines Reaktors mit eingebautem...
Umbrella-Rotor erreicht werden kann.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist frei von Meeresverschmutzung
aus den folgenden Gründen, die aus den Erkenntnissen der Versuchsdurchführungen gemäß der Beispiele
1 und 2 gewonnen wurden?
Die chemisch stabilen Sulfate (z. B. CaSO^), die ursprünglich
im Meerwasser in Form von Sulfat-Ionen (S0l )
309847/0466
in einem Gehalt von ca. 2650 ppm enthalten sind, werden
um ca. 100 ppm in dem erfindungsgemäß als Absorbent verwendeten
Meerwasser auf ca« 2750 ppm erhöht, wobei sie jedoch in dem behandelten Meerwasser noch in Form von
Lösungen vorliegen und nicht auf den Meeresboden absinken, wie dies bei den in konventionellen Verfahren gebildeten
Sulfaten der Fall ist. Daher haben diese Sulfate keinerlei nachteilige Wirkung auf die Lebewesen im Meer.
Ferner verringern sich bei dem Verfahren gemäß der Erfindung nicht die nützlichen Bestandteile des Meerwassers,
z. B. Fe, POk , NO ~, NO ~, SiO_ , Ca, Si und
NH. +, die für den Fortbestand der Meeresbewohner notwendig sind. Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird eine gewisse Menge an im Meerwasser enthaltenen HCO ~ verbraucht (Gleichung (2)), wobei jedoeh dieser
Bestandteil für die Meereslebewesen nicht nutzbar ist und auf natürliche Weise allmählich ergänzt wird«
309847/0466
Claims (5)
1. Verfahren zur AbgasentSchwefelung, gekennzeichnet durch direktes Inberiihrungbringen der
schwefelwasserstoffhaltigen Abgase mit Meerwasser, dadurch
Absorbieren des Schwefelwasserstoffes vom Meerwasser und
gleichzeitig Ausbilden von Sulfiten durch die Reaktion der Sulfit-Ionen mit den im Meerwasser enthaltenen Metall-Ionen,
Lösen der Kohlensäurekomponente aus dem Meerwasser, die dann durch Decarboxylierung in den sauren Bereich gelangt
und so den pH-Wert des Meerwassers in den neutralen Bereich zurückbringt, und Kontaktieren des die Sulfite
enthaltenden Meerwassers mit Sauerstoffs um die Sulfite
in Sulfate zu überführen«
2. Verfahren nach Anspruch 19 dadurch gekennzeichnet,
daß Luft als Oxydationsmittel zur Überführung der im Meerwasser enthaltenen Sulfite in Sulfate verwendet wird«
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die die Sulfite und Sulfate bildenden Metall
Ionen Calcium-Ionen Ca sind.
k. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die die Sulfite und Sulfate bildenden Metall
Ionen Magnesium-Ionen Mg sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, daduzOi
gekennzeichnet, daß die Decarboxylierung und die Oxydation der Sulfite gleichzeitig durch Einleiten von Luft in das
Meerwasser erfolgt«,
30984 7/0468
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP4520972A JPS5641294B2 (de) | 1972-05-08 | 1972-05-08 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2322958A1 true DE2322958A1 (de) | 1973-11-22 |
| DE2322958B2 DE2322958B2 (de) | 1978-08-24 |
Family
ID=12712861
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2322958A Withdrawn DE2322958B2 (de) | 1972-05-08 | 1973-05-07 | Verfahren zum Abtrennen von Schwefeldioxid aus Abgasen |
Country Status (6)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US4085194A (de) |
| JP (1) | JPS5641294B2 (de) |
| DE (1) | DE2322958B2 (de) |
| FR (1) | FR2183955B1 (de) |
| GB (1) | GB1410884A (de) |
| IT (1) | IT985861B (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3135428A1 (de) * | 1981-09-08 | 1983-04-21 | ALPAS Maschinen GmbH, 2800 Bremen | Verfahren zur rauchgasreinigung, insbesondere von rauchgasen von lebensmittelraeucheranlagen, und rauchgasreiniger zur durchfuehrung des verfahrens |
| EP0756890A3 (de) * | 1995-07-29 | 1997-04-02 | Lentjes Bischoff GmbH | Verfahren zum Abtrennen von Schwefeldioxid aus Abgas |
| WO1999051328A1 (de) * | 1998-04-04 | 1999-10-14 | L. & C. Steinmüller Gmbh | Verfahren zum abtrennen von schwefeldioxid aus abgas mittels meerwasser und rauchgasentschwefelungsanlage zur durchführung des verfahrens |
| US7288235B2 (en) * | 2003-11-11 | 2007-10-30 | Lentjes Gmbh | Method and installation for purifying gas |
Families Citing this family (26)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JPS509568A (de) * | 1973-05-30 | 1975-01-31 | ||
| JPS5161480A (en) * | 1974-11-27 | 1976-05-28 | Toyo Soda Mfg Co Ltd | Aryusangasu oyobi chitsusosankabutsunoshorihoho |
| GB1577365A (en) * | 1976-02-28 | 1980-10-22 | Chiyoda Chem Eng Construct Co | Gas-liquid contacting method and apparatus |
| JPS55109432A (en) * | 1979-02-19 | 1980-08-22 | Kurita Water Ind Ltd | Deodorizing method |
| NO156235C (no) * | 1980-02-13 | 1988-02-02 | Flaekt Ab | Fremgangsmaate ved absorpsjon av svoveloksyder fra roekgasser i sjoevann. |
| JPH035844Y2 (de) * | 1984-12-11 | 1991-02-14 | ||
| JPS6267207U (de) * | 1985-10-17 | 1987-04-27 | ||
| US4804523A (en) * | 1987-06-17 | 1989-02-14 | Bechtel Group, Incorporated | Use of seawater in flue gas desulfurization |
| NL9002428A (nl) * | 1990-11-08 | 1992-06-01 | Hoogovens Groep Bv | Werkwijze en inrichting voor het verwijderen van zwaveldioxyde uit een afgas. |
| JPH07500286A (ja) * | 1992-03-30 | 1995-01-12 | メグ エッセ.エネ.チ.ディ スコペッリティ ソフィア アンド チ. | 水組成物 |
| US5683587A (en) * | 1992-03-30 | 1997-11-04 | Ferrara; Marcello | Process for treating industrial wastes |
| US5340382A (en) * | 1993-07-08 | 1994-08-23 | Beard Thomas L | Acid gas absorption process |
| US20050161410A1 (en) * | 2003-11-06 | 2005-07-28 | Wilson Gregg L. | System, method and composition for treatment of wastewater |
| JP4460975B2 (ja) * | 2004-08-20 | 2010-05-12 | 三菱重工業株式会社 | 海水処理方法および海水処理装置 |
| IL177874A0 (en) * | 2006-09-04 | 2006-12-31 | Clue As | A process for the absorption of sulfur dioxide from flue gas |
| US7922792B1 (en) * | 2007-03-13 | 2011-04-12 | U.S. Department Of Energy | Method for sequestering CO2 and SO2 utilizing a plurality of waste streams |
| CN101157504B (zh) * | 2007-09-19 | 2010-06-09 | 中南大学 | 利用尾气中so2、co2软化硬水的工艺 |
| CN102112210B (zh) * | 2008-06-13 | 2014-03-26 | 武汉晶源环境工程有限公司 | 海船排烟脱硫方法及装置 |
| PT3028760T (pt) * | 2008-06-13 | 2021-02-19 | Marine Protech Ltd | Aparelho e método de depuração para gases de escape de combustão de navios |
| US9757686B2 (en) | 2008-06-13 | 2017-09-12 | Sigan Peng | Ship flue gas scrubbing apparatus and method |
| JP2012505734A (ja) * | 2008-10-17 | 2012-03-08 | 斯幹 彭 | 海水法による排ガスの同時脱硫脱硝方法および装置 |
| WO2014021380A1 (ja) * | 2012-07-31 | 2014-02-06 | 月島機械株式会社 | 排煙脱硫装置および排煙脱硫方法 |
| EP2738364A1 (de) | 2012-11-29 | 2014-06-04 | Alfa Laval Corporate AB | Abgaswäscher, System zur Behandlung der Waschflüssigkeit und Verwendung eines Abgaswäschers |
| JP6313945B2 (ja) * | 2013-09-30 | 2018-04-18 | 三菱日立パワーシステムズ株式会社 | 海水脱硫用散気装置及びそれを備えた海水脱硫装置、並びに水質改善方法 |
| US10375901B2 (en) | 2014-12-09 | 2019-08-13 | Mtd Products Inc | Blower/vacuum |
| CN113120933B (zh) * | 2021-05-10 | 2022-06-17 | 山东大学 | 一种基于碳减排的生石灰制备工艺及系统 |
Family Cites Families (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2021936A (en) * | 1930-12-08 | 1935-11-26 | Univ Illinois | Removal of so2 from flue gases |
| US3389829A (en) * | 1963-04-24 | 1968-06-25 | Exxon Research Engineering Co | Method of providing an inert atmosphere |
| JPS5222951B1 (de) * | 1971-02-24 | 1977-06-21 | ||
| BE790096A (fr) * | 1971-10-21 | 1973-04-13 | Mobil Oil Corp | Reduction de la corrosion des compartiments destines a la cargaison desnavires petroliers |
| US3899099A (en) * | 1973-06-21 | 1975-08-12 | Tank Sapp Uk Ltd | Inert gas system and method for tankers |
-
1972
- 1972-05-08 JP JP4520972A patent/JPS5641294B2/ja not_active Expired
-
1973
- 1973-04-27 GB GB2023573A patent/GB1410884A/en not_active Expired
- 1973-04-27 US US05/355,272 patent/US4085194A/en not_active Expired - Lifetime
- 1973-05-07 IT IT7368272A patent/IT985861B/it active
- 1973-05-07 DE DE2322958A patent/DE2322958B2/de not_active Withdrawn
- 1973-05-08 FR FR7316561A patent/FR2183955B1/fr not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3135428A1 (de) * | 1981-09-08 | 1983-04-21 | ALPAS Maschinen GmbH, 2800 Bremen | Verfahren zur rauchgasreinigung, insbesondere von rauchgasen von lebensmittelraeucheranlagen, und rauchgasreiniger zur durchfuehrung des verfahrens |
| EP0756890A3 (de) * | 1995-07-29 | 1997-04-02 | Lentjes Bischoff GmbH | Verfahren zum Abtrennen von Schwefeldioxid aus Abgas |
| WO1999051328A1 (de) * | 1998-04-04 | 1999-10-14 | L. & C. Steinmüller Gmbh | Verfahren zum abtrennen von schwefeldioxid aus abgas mittels meerwasser und rauchgasentschwefelungsanlage zur durchführung des verfahrens |
| US7288235B2 (en) * | 2003-11-11 | 2007-10-30 | Lentjes Gmbh | Method and installation for purifying gas |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1410884A (en) | 1975-10-22 |
| JPS494669A (de) | 1974-01-16 |
| FR2183955B1 (de) | 1977-02-18 |
| DE2322958B2 (de) | 1978-08-24 |
| FR2183955A1 (de) | 1973-12-21 |
| US4085194A (en) | 1978-04-18 |
| IT985861B (it) | 1974-12-20 |
| JPS5641294B2 (de) | 1981-09-28 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2322958A1 (de) | Verfahren zum reinigen von abgasen | |
| DE69104997T2 (de) | Verfahren zur entfernung von schwefelkomponenten aus gasen. | |
| DE2459913C2 (de) | Verfahren zur Entfernung von SO&darr;x&darr; und NO&darr;x&darr; aus Abgasen | |
| DE2215177C3 (de) | Verfahren zur Behandlung von schwefeldioxid enthalteden Abgasen | |
| DD273386A5 (de) | Verfahren zum waschen des heissen abgasstromes aus einer dampferzeugeranlage oder einem zementofen | |
| DE2812980A1 (de) | Wiedergewinnung von schwefel aus schwefelwasserstoff-haltigen gasstroemen | |
| DE2650755A1 (de) | Verfahren zur absorption von schwefeloxiden aus heissen gasen | |
| DE2336112B2 (de) | Verfahren zum Entschwefeln von Schwefeldioxid enthaltenden Abgasen | |
| DE3232543A1 (de) | Verfahren zum entfernen von schwefel- und stickstoffoxiden aus einem abgas | |
| DE2442828A1 (de) | Verfahren zur behandlung von stickstoffoxidhaltigen gasen | |
| DE2432903A1 (de) | Verfahren zum abscheiden von schwefeloxyden und stickstoffoxyden aus verbrennungsabgasen | |
| DE2363793C3 (de) | Verfahren zur Entfernung von schwefelhaltigen Gasen aus Abgasen | |
| EP0151398B1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Rauchgasentschwefelung bei Heizölfeuerungen | |
| DE2342861C3 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Entschwefeln von Rauchgasen | |
| DE2455233A1 (de) | Verfahren zur entfernung und gewinnung von ammoniak aus abfallwasser | |
| DE2606277C2 (de) | Kontinuierliches Oxidations-Reduktions-Verfahren zur Entfernung von Schwefelwasserstoff aus einem Gasstrom und Mittel zu seiner Durchführung | |
| DE2625005A1 (de) | Verfahren zur entfernung von no tief 2 aus einem no tief 2 -haltigen abfallgas | |
| DE3136155C2 (de) | Verfahren zur Zuführung von Absorbenzien beim Naß-Kalk-Verfahren zur Abgasdesulfurierung | |
| DE2400345C3 (de) | Verfahren zur Entfernung von Schwefeldioxid aus einem Gas | |
| DE69706358T2 (de) | Verfahren zum Entfernen von Selen aus einer Selenionen enthaltenden Flüssigkeit | |
| DE2311515A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum oxydieren von sulfid enthaltenden waessrigen loesungen | |
| DE2249874B2 (de) | Verfahren zum Entfernen von Schwefeldioxid aus Verbrennungsabgasen | |
| DE2502079C3 (de) | Verfahren zum Entfernen von Schwefeldioxid aus Verbrennungsabgasen | |
| DE69012025T2 (de) | Verfahren zum Entfernen schädlicher Gase aus Abgasen der Müllverbrennung. | |
| EP0107144A1 (de) | Verfahren zum Abtrennen von Luftverunreinigungen aus Abgasen, insbesondere aus Rauchgas, durch Kondensation |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8230 | Patent withdrawn |