DE235299C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B21/00—Nitrogen; Compounds thereof
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 235299 — KLASSE 12«. GRUPPE
in GELSENKIRCHEN.
und Stickstoffgemischen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. November 1907 ab.
Bei allen Verfahren, aus atmosphärischer Luft bzw. anderen Gemischen von Sauerstoff und
Stickstoff einen gewissen Betrag von Stickoxyden zu erhalten durch Erhitzung dieses
Gemisches auf eine möglichst hohe Temperatur und hierauf folgende rasche Abkühlung, wird
bekanntlich die Ausbeute an Stickoxyd um so größer, je höher die Erhitzungstemperatur und
je größer die Abkühlungsgeschwindigkeit ist.
ίο Diese Tatsache kann beispielsweise zur Gewinnung
von Stickoxyden mit Hilfe des elektrischen Lichtbogens, welcher eine außerordentlich hohe
Temperatur besitzt, in solcher Weise zur Benutzung kommen, daß die hocherhitzten Gase
aus dem Innern des Flammbogens durch ein gekühltes Rohr angezogen werden. Dadurch
ist entsprechend dem starken Temperaturgefäll in dem gekühlten Rohr die Ausbeute an Stickox3?den
eine bessere, weil die Abkühlungsgeschwindigkeit gegenüber den anderen Abkühlungsverfahren
eine erhebliche Erhöhung erfährt.
Alle hierauf aufgebauten Verfahren leiden jedoch an dem Übelstande, daß die Temperatur
der Flamme selbst durch das kalte Rohr .herabgedrückt
wird und daß andererseits trotz des Kühlrohres die Abkühlungsgeschwindigkeit nicht über ein gewisses, für die technische Ausbeutung
der Reaktion noch nicht genügendes Maß zu bringen ist.
Die wissenschaftliche Erklärung für die den bisherigen Verfahren zugrunde liegende Erscheinung
ist die, daß die Reaktionsgeschwindigkeit zwischen Stickstoff und Sauerstoff mit
Steigerung der Temperatur außerordentlich rasch zunimmt.
Wenn also ein Sauerstoff-Stickstoffgemisch nach erfolgter Erhitzung rasch abgekühlt wird,
so gelangt man schnell in Gebiete geringerer Reaktionsgeschwindigkeit und schließlich über
diese hinweg in solche Gebiete, in denen die Reaktion praktisch zum Stillstand kommt und
somit die weitere Verarbeitung der bisherigen Produkte möglich ist. Da die Reaktion mit
steigender Temperatur im Sinne der Stickoxydbildung, mit fallender Temperatur im Sinne
der Stickoxydzersetzung verläuft, so ist klar, daß eine möglichst rasche Herabsetzung der
Reaktionsgeschwindigkeit einen nennenswerten rückwärtigen Verlauf der Reaktion, also eine
nennenswerte Rückzersetzung verhindern muß.
Leider aber ist gerade bei einer sehr hohen Temperatur, welche aus thermischen Gründen
eine sehr hohe Ausbeute geben müßte, auch die Reaktionsgeschwindigkeit außerordentlich groß,
so daß bei den bisherigen Verfahren die Abkühlungsgeschwindigkeit nicht im entferntesten
entsprechend groß genug gemacht werden konnte und deshalb stets ein sehr großer Teil
des.erzeugten Stickoxydes während der Abkühlungsperiode wieder zerfiel.
Alle diese Nachteile werden durch das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung vollständig
vermieden, und zwar dadurch, daß die Verminderung der Reaktionsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Temperatur vorgenommen
wird, ε ο daß also kein Stickoxyd zerfallen kann.
Bei dem Gegenstand vorliegender Erfindung
Lagerexemplar
kommt es also darauf an, daß die möglichst hoch erhitzte Luft bzw. das möglichst hoch
erhitzte Gemisch in einem unter 400 mm Quecksilbersäule evakuierten Behälter einströmt, daß
dieser Behälter durch geeignete Mittel bzw. eine passende Wärmequelle genügend angewärmt
ist, um die Temperatur der eintretenden Luft bzw. Gasgemische auch während der Expansion
aufrecht zu erhalten, und daß erst nach erfolgter Expansion die Gase zur Kühlung gelangen.
Letztere wird also erst nach erfolgter Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit vorgenommen
und auf diese Weise der Gleichgewichtszustand der Gase, welche durch die höchste Reaktionstemperatur
gegeben ist, praktisch voll-, ständig gerettet.
Tatsächlich geschieht dies also dadurch, daß die Gase ohne Temperaturerniedrigung einer
möglichst weitgehenden Druckverminderung ausgesetzt werden, wodurch bekanntermaßen
die Reaktionsgeschwindigkeit außerordentlich stark sinkt. Erst dann, wenn die Reaktionsgeschwindigkeit
durch diese Maßnahmen so weit gesunken ist, erfolgt die Kühlung.
Es hat sich zur Herbeiführung dieser Druckverminderung am zweckmäßigsten gezeigt, die
Flammen unter normalem Druck zu erzeugen und die hocherhitzten Flammengase in ein
möglichst tiefes, mindestens aber bei 400 mm Quecksilbersäule liegendes Vakuum ausströmen
zii lassen. Naturgemäß muß durch eine Pumpe
dafür gesorgt werden, daß das Vakuum dauernd erhalten bleibt und die Gase in dem evakuierten
Raum entsprechend gekühlt werden, damit sie der weiteren Verarbeitung zugeführt werden
können.
Die erforderliche Erhitzung während der Expansion kann in verschiedener Weise bewirkt
werden. Man kann in den expandierenden außerordentlich heißen Gasstrom, welcher bekanntlich
einen großen Überschuß *an Sauerstoff haben muß, um die Stickoxydbildung herbeizuführen,
durch passend angeordnete Löcher in der Expansionsdüse ein brennbares Gas in solcher Menge zuführen, daß der Temperatursturz,
welcher durch die Expansion herbeigeführt wird, kompensiert wird. Dieser Zusatz braucht nur so gering zu sein, daß nur wenig
von dem verfügbaren Sauerstoff verbrannt wird.
Man kann auch in den Kompensationsraum einen elektrischen Flammenbogen mit wassergekühlten
Platinelektroden o. dgl. anordnen in solcher Weise, daß die Temperatur vom Anfang
bis zum Ende der Expansionsdüse konstant bleibt.. Endlich kann man die Wände der Expansionsdüse
mittels Heizkanäle auf die erforderliche hohe Temperatur erhitzen.
! Es genügt praktisch, bei Temperaturen von j etwa 2000° C. zu arbeiten ; ein bei dieser Temperatur
genügend widerstandsfähiges Material ist u. a. die geschmolzene Magnesia.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des beschriebenen Verfahrens
schematisch veranschaulicht, und zwar ι ist neben dem Ofen bzw. dem Reaktionsraume 1,
J in welchem die zu behandelnde Luft bzw. das zu behandelnde Sauerstoff-Stickstoffgemisch beispielsweise
durch die Düse 2 einströmt, der Raum oder der Behälter 3 angeschlossen, und zwar derart, daß die Austrittsöffming 4 des
Ofens ι direkt in den Behälter 3 einmündet.
Dieser Behälter 3 wird, falls die vom Ofen 1 ausstrahlende Hitze nicht genügend sein sollte,
mittels in den Wänden des Behälters 3 angeordneter Heizkanäle so stark erwärmt, daß
eine Herabminderung der Temperatur der in den Behälter 3 eintretenden Gase während der
Expansion derselben unter allen Umständen ver-', hindert wird.
Im unteren Teil des Behälters ist der Kühlapparat 7 angeordnet, und am Boden ist durch
das Rohr 5 die Luftpumpe 6 angeschlossen. Die in den Ofen 1 durch die Düse 2 eingetretene und
hocherhitzte Luft strömt direkt hinter der Stelle ihrer Höchsterhitzung durch die Austrittsöftnung
4 in den möglichst weit unter 400 mm Quecksilber evakuierten Raum 3 ein
und wird, nachdem hierdurch die Reaktionsgeschwindigkeit stark zurückgegangen ist, durch
die Kühlvorrichtung 4 zur Abkühlung gebracht.
Claims (2)
- ; Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur Erzeugung von Stickstoffoxyd aus Luft oder anderen Sauerstoff- und Stickstoffgemischen, dadurch gekennzeichnet, daß die möglichst hoch erhitzte Luft oder das möglichst hoch erhitzte Gemisch einer Expansion bei gleichzeitiger Temperaturerhaltung in solcher Weise unterworfen wird, daß eine Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit ohne Abkühlung der hocherhitzten Gase stattfindet.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einen Ofen zur Hocherhit- 105. zung von Luft oder anderen Sauerstoff-Stickstoffgeniischen bzw. an der Austrittsöffnung desselben ein bis unter 400 mm Quecksilbersäufe evakuiertes Gefäß bzw. Behälter angeschlossen ist unter Anordnung no einer die hoch erhitzte Luft ο. dgl. während des Überströmens in das Gefäß und während der Expansion in diesem Gefäß gegen Abkühlung schützenden Einrichtung.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE235299C true DE235299C (de) |
Family
ID=495090
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT235299D Active DE235299C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE235299C (de) |
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