DE2349161A1 - Anordnung zum schutz eines von einem gleichspannungszwischenkreis gespeisten selbstgefuehrten wechselrichters - Google Patents
Anordnung zum schutz eines von einem gleichspannungszwischenkreis gespeisten selbstgefuehrten wechselrichtersInfo
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Description
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Mp.-Nr. 637/73 Mannheim, den 21. Sept. 1973
PAT- Mn/Fl.
ι "Anordnung zum Schutz eines von einem Gleichspannungszwischenkreis
gespeisten selbstgeführten Wechselrichters."
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zum Schutz eines von einem Gleichspannungszwischenkreis gespeisten selbstgeführten
Wechselrichters, wobei der Gleichspannungszwischenkreis wenigstens eine Glättungsdrossel und wenigstens einen Glättungskondensator
aufweist und beim Auftreten einer Durchzündung in einem Ventilzweig des Wechselrichters alle Wechselrichterventile
(Lastventile oder zusätzliche Hilfsventile) gleichzeitig mit einem Zündimpuls beaufschlagt werden, wodurch der Glättungskoridensator
mit den Induktivitäten des Wechselrichters bei gleichzeitig gezündeten Wechselrichterventilen einen Schwingkreis
bildet. :
Ein wichtiges Problem bei selbstgeführten Wechselrichtern ist der Schutz des Viechseirichters bei Störungen, insbesondere bei
sogenannten Durchzündungen. Bei einer solchen Durchzündung werden die Ventile eines Ventilzweiges gleichzeitig leitend, was
einen Kurzschluß des Gleichspannungszwischenkreises bewirkt, der infolge Energienachlieferung aus der Gleichspannungsquelle
nicht ohne besondere Maßnahmen unterbrochen werden kann, weil die Ventile im leitenden Zustand verharren, solange ein· Stromfluß
in Durchlaßrichtung vorhanden ist.
Daher muß gewöhnlich die Spannung des Gleichspannungszwischenkreises
abgeschaltet werden, bevor die gezündeten Ventile wieder sperren und normal weiter arbeiten können.
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Ein besonderes Problem stellt dabei die im Glättungskondensator gespeicherte Energie dar. Bei einer Durchzündung kann sich
nämlich der Glättungskondensator über die relativ kleinen Induktivitäten (niedriger Wellenwiderstand) entladen, was zu
hohen Kurzschlußströmen führt. Da außerdem die Dämpfung dieser
Schwingkreise relativ klein ist, stellen diese Ströme eine Gefährdung für die Leiter und die Ventile im Stromkreis dar.
Es sind nun verschiedene Anordnungen bekannt, die Energie und damit den Kurz Schluß strom auf möglichst viele Haupt-· oder zusätzliche
Hilfszweige zu verteilen:
a) Zünden aller parallelen Lastthyristoren,
b) zusätzliches Parallelschalten und Zünden von Entlastungsthyristoren
,
c) Kurzschlußthyristor.
Hierbei kann man grundsätzlich folgende Verfahren unterscheiden:
1. Alle genannten Ventile werden mit einem langen Zündimpuls (Dauerimpuls) gezündet, wodurch sich
die gesamte im Glättungskondensator gespeicherte Energie in den Leitern und den Ventilen der Schaltung
in einer gedämpften Schwingung abbaut und diese Elemente erwärmt.
2. Man zündet die genannten Ventile mit einem kurzen, .abschaltbaren Zündimpuls (Kurzimpulsverfahren),wodurch
die Thyristoren in der zweiten Stromhalbschwingung, welche über die Dioden geht, wiader
ihre Löschfähigkeit erlangen können. An den Thyristoren baut sich dann wieder eine positive Sperrspannung
auf.
All den genannten Verfahren ist nun gemeinsam, daß sie im Prinzip nur den .Entladestrom des Glättungskondensators auf möglichst
viele Zweige verteilen, ohne dabei auch wirkungsvoll
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PM4F1U7Z1I5COKE1 ORIGINAL INSPECTED
. _ .. 23-9161
die Energie in einem stärkeren Mate als durch die in den Kreisen
sowieso vorhandene natürliche Dämpfung abzubauen. Insbe-r
sondere bei Anordnungen großer Leistung ist diese natürliche Dämpfung aber in der Regel sehr klein.
Die Erfindung stellt sich nun die Aufgabe, dem - Glättungskondensator
schnell und wirksam Energie zu entziehen, wodurch die zweite Stromhalbschwingung, aber auch alle folgenden, gedämpft
werden, d.h. eine geringere Amplitude haben.
Dies wird bei einer Anordnung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß zusätzlich ein dem Glättungskondensator
parallel geschalteter· Zweig vorgesehen ist, der aus einer in
Serie mit einem ohmschen Widerstand geschalteten Diode besteht, die in Sperrichtung zur normalen Polung des Gleichspannungszwischenkreises
geschaltet ist und die nach der schwingungsbedingten Umpolung des Glättungskondensators im
Störungsfall im Verlauf dieser Halbschwingung eine elektrisch leitende Verbindung zwischen den Polen des Glättungskondensa-■
tors herstellt.
J Dadurch wird dem Kreis ab dem Maximum der ersten Entladehalb-
schwingung des Stromes (=Spannungsnulldurchgang) auf sehr ! wirksame und einfache Art Energie entzogen, so daß alle folgenden
Stromhalbschwingungen wesentlich kleiner werden als
i ohne diese Zusatzeinrichtung.
j Außerdem wird dadurch erreicht, daß der Glättungskondensator auf Spannungswerte zurückschwingt, die wesentlich kleiner sind
; als der Ausgangswert. Dies ist "besonders vorteilhaft bei Anj
Wendung eines Schutzverfahrens, das bereits oben beschrieben
' wurde und als Kurzimpuls bezeichnet wurde.
' Vorteilhafterweise ist der Wert des Widerstandes in Reihe mit
j der Diode veränderlich, so daß vorgebbare Dämpfungswerte für
die auftretenden Schwingungen eingestellt werden können.
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ORIGINAL INSPECTED
— «τ —
Die Erfindung wird anhand eines schematischen Ausführungsbeispieles
anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Schaltungsanordnung mit der erfindungsgemäßen Anordnung
,
Fig. 2 das Diagramm der auftretenden Spannungen und Ströme mit verschiedenen Dämpfungswerten (verschiedenen Widerstandswerte)
als Parameter.
Fig. 1 zeigt das Prinzipschaltbild eines dreiphasigen selbstgeführten
Wechselrichters (hier eine sogenannte sperrspannungsfreie Anordnung) mit den verschiedenen genannten bekannten
Überstromschutzeinrichtungen sowie der erfindungsgemäßen Anordnung.
Die Kommutierungseinrichtungen sind nicht eingezeichnet, da sie für die Erläuterung der erfindungsgemäßen Anordnung
nicht wesentlich sind. Dafür sind die Lastthyristoren als abschaltbare Thyristoren mit zwei Querstrichen versehen. Im
Regelfall werden bei einer solchen Schaltungsanordnung nicht alle Schutzeinrichtungen gleichzeitig vorhanden sein. Für die
Erläuterung sind sie jedoch hier alle angegeben.
Eine Gleichspannungsquelle 2 (die z.B. aus einer ungesteuerten Gleichrichterbrücke gebildet sein kann) speist über eine Glättungsdrossel
3 den Glättungskondensator 7, dem die erfindungsgemäße
Anordnung parallel geschaltet ist, die aus einem in Reihe mit einer Diode D geschalteten ohmschen Widerstand R
besteht, wobei die Diode in Sperrichtung geschaltet ist. Dem Kondensator ist ferner als bekannte Schutzeinrichtung ein aus
der Induktivität 5 und dem Thyristor 17 bestehender Kurzschließer parallel geschaltet. Der nachgeschaltete dreiphasige
selbstgeführte Viechseirichter besteht pro Phase aus den Induktivitäten 8a, 8b bzw. 9a, 9"b bzw. 10a, 10b, den Lastthyristoren
11, 14,bzw.12,15 bzw.13,i6sowie den den Lastthyristoren
unmittelbar antiparallel geschalteten Lastdioden 11a, 14a bzw.
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Pil 4 F 1 (172 11500.Kf]
12a, 15a bzw. 13a, 16a. Den Lastthyristoren ist als weitere
bekannte Schutzmaßnahmen ein aus dem Thyristor 26 bzw. 27 bzw. 28 bestehender Entlastungszweig parallel geschaltet. Der Ausgang
des Wechselrichters führt an die Phasen R,S,T.
Die Schaltung arbeitet nun wie folgt:
Die Thyristoren 11 bis 16, sowie 17, 26, 27 und 28 sind mit
einem (nicht gezeigten) Steuergerät verbunden, das im Normalbetrieb des Wechselrichters die Thyristoren 11 bis 16 in bekannter
V/eise ansteuert. Die Thyristoren 17, 26, 27 und 28 bleiben in gesperrtem Zustand. Beim Auftreten einer Durchzündung
werden gleichzeitig alle Thyristoren 11, 16 bzw. 12, 15 bzw. 13, 16 der Wechselrichterzweige gezündet.
Je nach gewählter Schutzmaßnahme können auch der Thyristor 17 im Kurzschließer und/oder die Thyristoren 26, 27 und 28 der
Entlastungszweige gezündet werden. Dabei entlädt sich der Glättungskondensator 7,und im Laufe der Ausgleichsschwingung
zwischen Glättungskondensator 7 und den Induktivitäten 5, 8a bis 10a, 8b bis 10b polt sich der Glättungskondensator um und
entlädt sich dann wiederum in umgekehrter Richtung über die den Thyristoren antiparallel geschalteten Dioden 11a bis 16a.
Ohne die erfindungsgemäße Anordnung stellt sich für den Entladestrom
i und de Spannung u des Glättungskondensators etwa ein Verlauf für D = 0,01 aus Fig. 2 ein. Der Strom i teilt
sich dabei im Verhältnis der Leitwerte auf die einzelnen parallelen Zweige auf. Die Dämpfung der Schwingung ist praktisch
nur durch die natürliche,in der Schaltungsanordnung vorhandene Dämpfung gegeben. Zündet man die Thyristoren mit einem langen
Impuls (Dauerimpuls), so ergibt sich eine schlecht gedämpfte Entladeschwingung des Kondensators. Wie aus Fig. 2 zu erkennen,
haben dabei auch die auf die erste Halbschwingung folgenden Stromhalbschwingungen noch erhebliche Amplituden. Dabei belasten
die positiven Halbschwingungen 1,3, usw. die Thyristoren, dienegativen Halbschwingungen 2,4.usw. die Dioden. Da-
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P»t4f l|i?2 11S00.KE)
durch werden sowohl die Thyristoren als auch die Dioden durch ein hohes Lastintegral beansprucht. Insbesondere die Dioden
können hierbei gefährdet werden, da sie häufig für eine geringere Belastung als die Thyristoren ausgelegt sein können und
dadurch auch eine geringere Überlastungsfähigkeit haben.
Zündet-man die Thyristoren nur mit einem kurzen Impuls, der
dann abgeschaltet wird, so erreichen die Lastthyristoren während der über die Dioden fließenden Stromhalbschwingung 2 ihre
Sperrfähigkeit wieder. Der während der Halbschwingung 2 über die Dioden fließende Strom ist, ohne die erfindungsgemäße Anordnung,
in der Regel wesentlich größer, als es zum Löschen der Lastthyristoren eigentlich notwendig wäre. Zum Zeitpunkt
tp, wenn der Diodenstrom zu null geworden ist, baut sich an
den Lastthyristoren die positive Sperrspannung wieder auf, auf die sich der Glattungskondensator wieder aufgeladen hat. Infolge
der geringen Dämpfung des Kreises erreicht die Spannungohne die erfindungsgemäße Anordnung - Werte in der Höhe der Betriebsspannung,
wie ebenfalls Fig. 2 zu entnehmen ist.
Mit den erfindungsgemäßen Anordnungen lassen sich nun folgende Vorteile erzielen:
1. Bei Anwendung eines langen Zündimpulses werden alle Ventile strommäßig wesentlich entlastet. Dies gilt
sowohl für die Dioden als auch für die Thyristoren.
2. Bei Anwendung eines sogenannten Kurzimpulses werden einerseits die Dioden entlastet - wobei der Widerstand
so eingestellt werden kann, daß noch eine sichere Löschung der Hauptthyristoren erreicht wird andererseits
wird auch die wiederkehrende Spannung für die Lastthyristoren wesentlich verringert.
Vie ebenfalls aus Fig.2 entnommen werden, werden diese Vorteile
erkauft um den geringen Nachteil, daß die erste Stromhalbschwingung etwas länger wird als es ohne die erfindungsgemäße
Anordnung der Fall wäre. Doch ist die hierdurch be-
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dingte Belastungserhöhung geringfügig und wird durch die genannten
Vorteile weit überkompensiert.
Für die Dimensionierung des Widerstandes R sind folgende Kriterien
maßgeblich:
1. Die Dämpfung soll möglichst groß sein.
2. Für die Dimensionierung der Entlastungsdiode D will man mit einem möglichst kleinen Bauelement auskommen.
3. Bei Anwendung des Kurzimpulsverfahrens soll die Löschung der Lastthyristoren noch sicher gewährleistet sein und die
zum Zeitpunkt tp wiederkehrende Spannung soll möglichst gering
sein.
4. Die Erhöhung der Belastung in den Thyristoren in der ersten Halbschwingung durch die Verlängerung der Schwingungsdauer
soll möglichst gering sein.
Vie man anhand der Parameter in Fig.2 erkennen kann, sind diese
Forderungen zum Teil gegenläufig. Ein günstiger Kompromiß stellt jedoch die Dimensionierung des Widerstandes für eine
Dämpfung von D»0,5 dar.
Die Dämpfung ist dabei wie folgt definiert:
D =
Dabei ist für C der Wert des Glättungskondensators 7 einzusetzen, für L der Induktivitätswert der resultierenden Summe
der Induktivitäten von 8a und 8b bzw. 9a und 9b bzw. 10a und 10b und für R der verstellbare Widerstand.
Neben den beschriebenen Vorteilen zeichnet sich die erfindungsgemäße
Anordnung dadurch aus, daß sie sehr einfach in der Anwendung ist und aus rein passiven Bauelementen aufgebaut ist.
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2 -3-4 S T 6 1
Daneben bietet sie - abgesehen von den Dioden im eigentlichen Wechselrichter - einen Schutz gegen Falschpolung des Glättungs
kondensators 7, was besonders wesentlich ist, wenn dies ein Elektrolytkondensator ist.
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Pal 4 F 1 (172 Τ1500/Κει
Claims (3)
- PatentansprücheAnordnung zum Schutz eines von einem Gleichspannungszwischenkreis gespeisten selbstgeführten Wechselrichters, wobei der Gleichspannungszwischenkreis wenigstens eine Glättungsdrossel und wenigstens einen Glättungskondensator aufweist und beim Auftreten einer Durchzündung in einem Ventilzweig des Wechselrichters alle Wechselrichterventile ϊ (Lastventile oder zusätzliche Hilfsventile) gleichzeitig mit einem Zündimpuls beaufschlagt werden, wodurch der Glättungskondensator mit den Induktivitäten des Wechselrich- : ters bei gleichzeitig gezündeten Wechselrichterventilen ' einen Schwingkreis bilden, dadurch gekennzeichnet, daß ein dem Glättungskondensator parallel geschalteter Zweig vorgesehen Jsb, der aus einer in Serie mit einem ohmschen Widerstand geschalteten Diode besteht, die in Sperrichtung zur normalen Polung des Gleichspannungszwischenkreises geschaltet ist und die nach der schwingungsbedingten Umpolung des Glättungskondensators im Störungsfall eine '. elektrisch leitende Verbindung zwischen den Polen des Stützkondensators ab der zweiten Spannungshalbschwingung herstellt. j
- 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstandswert des Widerstandes (R) zur Einstellung eines vorgebbaren Dämpfungswertes dient. ;
- 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstandswert so gewählt wird, daß sich ein Dämpfungswert von D«*0,5 ergibt, wobei D wie folgt definiert ist:und für L und C die resultierenden Kapazitäts- bzw.' Induktivitätswerte einzusetzen sind, die für die Schwingung maßgeblich sind.509815/0664Pat*F 1 (172 11500/KE)
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