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Vorrichtung zum Abbinden von Kabeisträngen o.dgl.
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abbinden von Kabelsträngen
o.dgl. Eine solche Vorrichtung dient generell zum Zusammenbinden einer Gruppe von
länglichen Gegenständen und speziell zum Abbinden von Kabelbäumen oOdglO In der
Elektrotechnik ist es allgemein üblich, fertige Leitungsbündel, z.B. in Schaltschränken,
Wählergestellen o.dgl.
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vor oder nach dem Verlegen abzubinden. Hierzu werden mit einer durchgehenden
Schnur von Hand in regelmäßigen Abständen Schlingen auf dem betreffenden Kabelstrang
gelegt und angezogen, und diese Schlingen oder Schlaufen halten dann den Kabelstrang
zusammen. Die Schnurspannung wird dabei so gewählt, daß man nachträglich noch einzelne
Drähte einziehen oder herausnehmen kann, z.B., wenn bei der Montage Leitungen vergessen
worden sind. Das ganze Abbinden solcher Kabelbäume erfolgt von Hand und ist deshalb
sehr lohnintensiv.
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Es sind Vorrichtungen zum maschinellen Abbinden von Würsten und zum
Umbinden von Rollbraten bekannt. Hierbei wird aber das Abbindematerial nach jeder
Bindeschlinge abgeschnitten. Auch gibt es Geräte, mit denen man kurze Drahtstücke
um längliche Gegenstände herumlegen und an den Enden verdrillen kann, um einzelne
Schlingen zu bilden, jedoch hat sich dies für Leitungsbündel oder Kabelstränge nicht
als zufriedenstellend erwiesen.
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Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen,
mit der eine Gruppe von länglichen Gegenständen, z.B. ein Kabelstrang oder ein Leitungsbündel,
mit einem einzigen durchlaufenden Schnurstück an im Abstand voneinander liegenden
Stellen abgebunden werden kann.
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Erfindungsgemäß wird dies bei einer eingangs genannten Vorrichtung
dadurch erreicht, daß eine vorzugsweise öffenbare Haltevorrichtung zum Festhalten
des Kabelstrangs im Bereich der abzubindenden Stelle vorgesehen ist, daß zur Aufnahme
der zum Abbinden verwendeten Schnur o.dgl. eine Spule vorgesehen ist, welche an
einer Tragevorrichtung angeordnet ist, mittels derer sie in einer vorzugsweise kreisförmigen
Bewegungsbahn um den Kabelstrang herumführbar ist, wobei aus der Spule kommende
Bindeschnur sich um den Kabelstrang herumlegt, daß eine Schlingenformvorrichtung
vorgesehen ist, welche anfänglich zwischen dem abzubindenden Kabelstrang und der
Bewegungsbahn der Spule angeordnet ist, so daß die Schnur auf sie zu liegen kommt,
wenn sich die Spule auf der Bewegungsbahn um den Kabelstrang herumbewegt, daß die
Schlingenformvorrichtung von ihrer anfänglichen Stellung wegbewegbar ist, um eine
Schlinge in der Schnur zu bilden, durch welche Schlinge die Spule in Verfolg ihrer
Bewegungsbahn durchtritt, und daß eine Schnurspannvorrichtung vorgesehen ist, welche
nach dem Durchtreten der Spule durch die Schlinge die Spannungslosigkeit der Schnur
beseitigt und den beim Durchtreten der Spule durch die Schlinge gebildeten Knoten
anzieht.
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Der Kabelstrang oder dergleichen wird also durch die Backen an der
gewünschten Stelle, an der abgebunden werden soll, festgehalten, und die Spule mit
der Schnur wird um den Kabelstrang herumgeführt, so daß die aus der Spule kommende
Schnur um den Kabelstrang herumgelegt wird; gleichzeitig wird die Schnur auf die
Schlingenformvorrichtung gelegt, die sich in der Nähe des Kabelstrangs und im Weg
der Schnur befindet. Während dann die Spule weiter um den Kabelstrang herumgeführt
wird, wird die Schlingenformvorrichtung angehoben und gleichzeitig um 2700 gedreht,
wodurch die Schnur zu einer Schlinge geformt und am unteren Ende dieser Schlinge
verdrillt oder verdreht wird. Am Ende der Drehung der Schlingenformvorrichtung ist
die Schlinge so angeordnet, daß sich ihre Öffnung im Weg der umlaufenden Spule befindet;
die Spule durchläuft dann die Schlinge und bildet einen losen Knoten in der Schnur.
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Nach dem Durchlaufen der Schlinge wird die Spule ein kurzes Stück
weiterbewegt und dann angehalten. An dieser Stelle wird die Spule vom Antrieb für
die Umlaufbewegung getrennt und mit einer anderen Vorrichtung verbunden, welche
über eine Rutschkupplung oder in sonstiger äquivalenter Weise, z.B. mittels eines
schwachen pneumatischen Motors oder eines Drehmomentenmotors, die Spule drehend
antreiht, so daß überschüssige Schnur auf sie zurückgewickelt und der Knoten am
Kabelstrang angezogen wird, nach dem die Schnur inzwischen von der Schlingenformvorrichtung
freigegeben wurde. Nach dem Anziehen des Knotens wird entweder der Kabelstrang zur
nächsten Abbindestelle vorgeschoben, oder der Kabelstrang bleibt stehen und die
Bindevorrichtung wird relativ zu ihm bewegt.
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Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus dem im folgenden beschriebenen und in der beigefügten Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiel,
Es zeigen: Fig. 1 eine Vorderansicht
einer Kabelbindevorrichtung nach der Erfindung, deren Elemente zum Teil im Schnitt
dargestellt sind, Fig. 1A eine raumbildliche Darstellung eines Kabelstrangs, der
mittels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zusammengebunden worden ist, Fig. 2
eine Seitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 1, gesehen von links, Fig. 3 eine ebensolche
Seitenansicht, gesehen von rechts, Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch den Arbeitszylinder
zum Betätigen der Schlingenformvorrichtung, Fig0 5 ein Schaubild zur Darstellung
der Umlaufbewegung der Spule relativ zum Kabelstrang, Fig. 6 eine teilweise Vorderansicht
nach der Art von Fig0 1 und ebenfalls teilweise im Schnitt dargestellt; diese Darstellung
zeigt die Vorrichtung in der Stellung, bei der in der Bindeschnur eine Schleife
gebildet ist, Fig. 7 eine Draufsicht von oben auf die Maschine, wobei der Deutlichkeit
halber Teile weggebrochen dargestellt sind, Fig. 8 einen vergrößerten Querschnitt
durch die Spule, Fig0 9 und 10 vergrößerte Schnittdarstellungen eines Teiles der
Knotenanziehvorrichtung, wobei die mit der Spule verbindbare Welle in der nicht
wirksamen bzw. in der wirksamen Stellung dargestellt ist, Fig. 11 bis 13 eine vergrößerte
Draufsicht, eine vergrößerte Seitenansicht und eine vergrößerte Vorderansicht der
Schlingenformvorrichtung, Fig. 14 eine vergrößerte Draufsicht von oben auf die Schlingenformvorrichtung
in ihrer ausgefahrenen Stellung,
Fig. 15 eine vergrößerte teilweise
Seitenansicht des Spreizglieds der Schlingenformvorrichtung.
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In den Fig. 1 bis 3 ist mit 20 eine in geeigneter Weise abgestützte
Grundplatte bezeichnet, auf der die Teile der Vorrichtung angeordnet sind, An der
Unterseite der Platte 20 ist ein Stützarm 21 und an dessen unterem Ende ein mit
ihm einstückiger, nach innen ragender Ansatz 22 vorgesehen. Eine nach unten hängende
Trageplatte 24 für den abzubindenden Kabelstrang 45 (Fig. 1A) und für eine Spule
hat eine Mittelöffnung 25 und ist am inneren Ende des Ansatzes 22 befestigt.
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Die Platte 24 ist horizontal in zwei trennbare Hälften oder Backen
24a und 24b unterteilt, wie das am deutlichsten Fig0 2 zeigt.
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Die Platte 24 ist mit einem nach innen ragenden Flansch 26 versehen,
der ihre Mittelöffnung 25 umgibt; ein ebenfalls aus zwei Hälften bestehendes Zahnrad
27 ist auf diesem Flansch 26 drehbar angeordnet. Eine an der Platte 24 Zè B. mittels
Stiften 29 befestigte Platte 28 hält die Hälften des Zahnrads 27 am Flansch 26 fest.
Eine etwa kreisförmige, als Tragevorrichtung für eine Spule 34 dienende Spulenträgerplatte
30 ist ebenfalls am Flansch 26 drehbar befestigt und mittels Stiften 31 am Zahnrad
27 befestigt. Die Spulenträgerplatte 30 besteht ebenfalls aus zwei Hälften, welche
jeweils an der zugeordneten Zahnradhälfte 27 befestigt sind.
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Die Spulenträgerplatte 30 ist mit einem radialen Vorsprung 32 versehen,
der einen Zylinder 33 trägt, auf welchem die Spule 34 angeordnet ist. Eine Welle
35 im Zylinder 33 ragt in die Nittelausnehmung der Spule 34 und wird dort durch
Kugelrasten 36 festgehalten. Die Welle 35 ist axial relativ zum Zylinder 33 verschiebbar
und wird normalerweise durch eine Feder 37 in ihre nach außen ragende Lage gedrückt.
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Bei dieser Anordnung ist die Spule 34 durch ihre Verbindung mit dem
Zahnrad 27 um die Mittellinie der Öffnung 25 der Trageplatte 24 drehbar.
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Die beiden Hälften der Trageplatte 24 sind bei 38 aneinanderangelenkt,
und ihre untere Hälfte oder Backen 24b (Fig. 2) hat einen Hebelarm 39, der mittels
einer Stift-Langloch-Verbindung 40 mit dem Ende des Kolbens 41 eines Pneumatikzylinders
42 verbunden ist, welch letzterer an dem festen oberen Backen 24a befestigt ist.
Wird über den Anschluß 44 dem Zylinder 42 Druckluft zugeführt, so wird der Kolben
41 in die Lage nach Fig. 2 ausgefahren, um die Backen 24a und 24b in Schließstellung
zu halten. Wird die Druckluft aus dem Zylinder 42 abgelassen, so bewegt sich der
Kolben 41 nach rechts und verschwenkt den Arm 39 im Uhrzeigersinn, so daß der untere
Backen 24b in seine Offenstellung bewegt wird, die in Fig. 2 mit gestrichelten Linien
eingezeichnet ist. In dieser Stellung kann der Kabelstrang 45 (Fig0 1A) in der Mitte
der Öffnung der Trageplatte 24 angeordnet werden; dann wird wieder Druckluft in
den Zylinder 42 eingelassen, um die Backen 24A und 24b zu schließen.
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Das Zahnrad 27 kämmt mit einem Ritzel 46 am freien Ende einer im
Ansatz 22 gelagerten Welle 47, deren anderes Ende ein Kettenrad 48 trägt, welches
z.B. über eine Rollenkette 4-9a (Fig. 2) mit einem Kettenrad 49 in Antriebsverbindung
steht. Das Kettenrad 49 (Fig. 1, 2, 7) ist Teil einer auf der Oberseite der Grundplatte
20 angeordneten Kupplungsanordnung und ist einstückig mit einer Hälfte 50 einer
Zahnkupplung ausgebildet. Die Kupplungshälfte 50 ist auf einer Welle 51 frei verschiebbar,
welch letztere an ihren Enden in den Seitenwänden 52 eines an der Grundplatte 20
befestigten, U-förmigen Formstücks 54 gelagert ist.
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Die Kupplungshälfte 50 ist zum Eingriff mit einer entsprechenden
Kupplungshälfte 55 ausgebildet, welche auf der Welle 51 verschiebbar ist, aber mit
ihr drehfest, nämlich durch einen Keil, verbunden ist. Ein Zahnrad 56 (Fig. 7) ist
auf der Welle 51 befestigt v,nd wird von einem Ritzel 57 auf der Welle eines reversierbaren
pneumatischen Motors 58 angetrieben, welch letzter&r at£ einer rükwärtigen Verlängerung
59 der oberes Wand 60 des Formstuekvj 54 angeordnet ist.
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Am rechten Ende der Welle 51, bezogen auf Fig. 7, befindet sich ein
zweites Paar von Kupplungshälften 61 und 62, von denen die eine Hälfte 61 frei auf
der Welle 51 angeordnet und einstuckig mit einem Kettenrad 64 ausgebildet ist, während
die andere Hälfte verschiebbar aber drehfest (wie die Kupplungshäfte 55) auf der
Welle 51 angeordnet ist.
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Die antreibenden Kupplungshälften 55 und 62 werden in der von ihren
zugehörigen Hälften getrennten Neutralstellung durch Federn 65 auf der Welle 51
gehalten, aber jede von beiden Hälften kann mittels einer Verschiebegabel 67, die
mit den Hälften 55, 62 in Wirkverbindung stehende, nach rückwärts ragende Arme 68
hat, in Eingriff gebracht werden.
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Die Gabel 67 ist am freien Ende der Kolbenstange 69 eines pneumatischen
Zylinders 70 angeordnet, welch letzterer auf einem Fortsatz 71 an der Vorderseite
der oberen Wand 60 des Formstücks 54 angeordnet ist.
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Das Kettenrad 64 ist, z.B. mittels einer Rollenkette 72 (Fig. 3)
mit einem Kettenrad 74 (Fig. 9, 10) verbunden, welch letzteres verschiebbar auf
einer Hülse oder Hohlwelle 75 angeordnet und drehfest mit dieser verbunden ist.
Die Hülse 75 stellt einen Teil einer Knotenanziehvorrichtung dar, deren Wirkungsweise
im folgenden beschrieben werden wird; sie ist frei verschiebbar in miteinander fluchtenden,
horizontalen Ausnehmungen 76 zweier im Abstand voneinander angeordneter Schenkel
77. Die Schenkel 77 ragen, wie das Fig. 2 klar zeigt, unter einem schrägen Winkel
von einem Stützfiglied 78 (vgl. Fig. 1) nach unten, welch letzteres an der Unterseite
der Grundplatte 20 befestigt ist0 Wie die Fig. 7, 9 und 10 zeigen, ist das Kettenrad
74 zwischen den beiden Schenkeln 77 auf der Hülse 75 angeordnet.
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Eine Welle 79 ist in einer Ausnehmung 80 der Hülse 75 verschiebbar
angeordnet und an ihrem äußeren Ende mit einer Welle 81 verbunden, welche durch
eine Verbindungsöffnung 82 verringerten Durchmessers an der Hülse 75 nach außen
ragt.
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Das äußere Ende der Welle 81 ist mit einem Ende eines Gelenkstücks
83 (Fig, 1,3) verbunden, dessen anderes Ende mit
der Kolbenstange
84 eines pneumatischen Zylinders 85 verbunden ist, der auf dem Stützglied 78 angeordnet
ist0 Eine am Stützglied 78 befestigte und von diesem wegragende Führungsstange 76
ist mittels eines Schiebesitzes mit einer Ausnehmung 87 des Verbindungsgelenks 83
verbunden, und zwar zwischen dessen Verbindungen mit der Welle 81 und der Kolbenstange
84. Eine Feder 88 ist auf der Welle 81 zwischen einer Mutter 89 am einen Ende der
Hülse 75 und einer Einstellmutter 90 im Bereich des Verbindungsgelenks 83 angeordnet.
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Wie die Fig. 1 und 3 am klarsten zeigen, ist eine Schlingenformvorrichtung
91 anfänglich so angeordnet, daß sie sich oberhalb des von den Backen 24a und 24b
gehaltenen Kabelstrangs, aber unterhalb der Spule 34 befindet, wenn sich letztere
um den Kabelstrang bewegt. Eine bogenförmige Nut 92 am inneren Ende der Schlingenformvorrichtung
91 ist vertikal ausgerichtet mit der vertikalen Mittellinie der Spule 34, so daß
die auf der Spule 34 angeordnete Binde schnur in diese Nut 92 gelegt wird, wenn
sich die Spule 34 um sie herum auf ihrer Umlaufbahn bewegt.
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Die Schlingenformvorrichtung 91 ist an einer Gelenkstelle 94 am unteren
Ende einer Stange 95 angelenkt, welche sich durch einen Ausschnitt 96 (Fig. 7) der
Grundplatte 20 nach oben erstreckt und dort (oberhalb der Grundplatte 20) frei verschiebbar
ein Führungsglied 97 durchdringt und in einer Ausnehmung eines zweiten Führungsglieds
98 befestigt ist0 Die Führungsglieder 97 und 98 umgeben frei verschiebbar einen
im folgenden auch als ersten Zylinder bezeichneten Nockenzylinder 99, welcher fest
mit der Grundplatte 20 verbunden ist und eine nutartige, schraubenlinienförmige
Nockenbahn 100 aufweist, welche, bezogen auf Fig. 1, auf der Rückseite des Zylinders
99 am unteren Ende beginnt und um diesen herum eine schraubenlinienförmige Bahn
um 2700 nach rechts bildet, wo diese Bahn 100 in einem vertikalen Abstand 101 (vgl.
Fig. 1 und 3) endet.
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Das Führungsglied 98 ist auf seiner Innenseite mit einem ylindrischen
Ansatz 102 (Fig. 4) versehen, welcher in die Nockenbahn 100 ragt, als Nockenrolle
dient, und zu diesem Zweck mit einer Rolle 104 versehen ist, um die Reibung zwischen
den Kanten der Nockenbahn 100 und dem Ansatz 102 zu verringern. Innerhalb des Nockenzylinders
99 befindet sich ein zweiter Zylinder 105 mit geschlossenen Enden; der Ansatz 102
hat einen inneren Fortsatz 106, welcher wie in Fig. 4 dargestellt in diesen Zylinder
105 eingeschraubt ist0 Eine Stange 107 mit einer O-Ring-Dichtung durchdringt eine
Öffnung am unteren Ende des Zylinders 105 und geht oben in einen Kolben 108 über,
welcher das Zylinderinnere in zwei AbschÆlitte aufteilt. Die Stange 107 ist mit
ihrem unteren Ende an der Grundplatte 20 befestigt, so daß der Kolben 108 ebenfalls
feststeht0 Der zweite, innere Zylinder 105 ist oben mit einem Anschluß 109 (Fig.
1) für einen Druckluftschlauch versehen.
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Dieser Anschluß steht mit einem Durchlaß 110 (Fig. 4) in Verbindung,
so daß Luft in denjenigen Abschnitt des Zylinders 105 eingeleitet werden kann, der
oberhalb des Kolbens 108 liegt. In ähnlicher Weise hat das Führungsglied 98 einen
Druckluftanschluß 111, welcher mit einem Durchlaß 112 im Ansatz 102 und dessen Fortsatz
106 in Verbindung steht, um Luft in den Zylinderabschnitt unterhalb des Kolbens
108 einleiten zu können. Bei einer solchen Anordnung bewirkt das Einleiten von Druckluft
in den Zylinderabschnitt oberhalb des Kolbens 108, daß der Zylinder 105 hochfährt,
da Ja der Kolben 108 feststeht. Befindet sich umgekehrt der Zylinder 105 in seiner
ausgefahrenen Stellung, so bewirkt Luft, welche durch den Anschluß 111 des Führungsgliedes
98 eingeleitet wird, daß der Zylinder 105 zurück nach unten fährt, Wenn der Zylinder
105 nach oben gepreßt wird, nimmt er das Führungsglied 98 mit, und dessen Ansatz
102 und Rolle 104 folgen der schraubenlinienförmigen Nockenbahn 100 im festen Nockenzylinder
99, so daß sich der innere Zylinder 105 und das Führungsglied 98 bei ihrer Anhebung
um 2700 d ehen.
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Infolgedessen bewegt sich die Schlingenformvorrichtung 91 am unteren
Ende der Stange 95 von ihrer in den Fig. 1 und 3 dargestellten Ausgangsstellung
in ihre in den Fig. 2 und 6 dargestellte angehobene und gedrehte Stellung, Die beschriebene
Kabelbindevorrichtung arbeitet wie folgt: Zunächst wird der pneumatische Zylinder
42 betätigt, um den unteren Backen 24b zu öffnen, und das Ende eines Kabelstrangs
45 wird zwischen die Backen 24 gelegt wonach der Zylinder 42 erneut betätigt wird,
um die Backen 24 zu schließen und den Kabelstrang 45 für den Bindevorgang festzuhalten.
Wie in Fig. 1A dargestellt, weist der Kabelstrang 45 mehrere gebündelte Leitungen
114 auf; selbstverständlich kann aber die erfindungsgemäße Vorrichtung auch dazu
verwendet werden, andere längliche Gegenstände abzubindeni Das nicht dargestellte
Bindematerial wird auf die Spule 34 gewickelt, welche aus zwei zusanimeiipassenden
Hälften 34a, 34b besteht, die an einer Stelle des Umfangs der Spule eine bügelartige
Vorrichtung 115 (Fig. 6 und 8) aufweisen. Das Bindematerial wird durch diese bügelartige
Vorrichtung 115 auf der vertikalen Mittellinie der Spule 34 herausgelassen, so daß
es mit der Nut 92 in der Schlingenformvorrichtung 91 ausgerichtet ist.
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Zu Beginn wird das Bindematerial, wofür man bei einem abzubindenden
Kabelstrang vorzugsweise gewachste Nylonschnur verwendet, aus der Spule 74 gezogen
und der erste Abbindeknoten 116 am Ende des Kabelstrangs wird von Hand gelegt.
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Dann wird der Kabelstrang um eine bestimmte Strecke vorgeschoben,
und zwar bis zu der Stelle, an der die nächste Schlinge gelegt werden soll. Die
Schnur welche beim Vorschub längs des Kabels in dessen Längsrichtung mitgefolgt
war, erstreckt sich nun von der Kabeloberfläehe durch eine Aussparung 117 in einem
oberen Fortsatz des Flansche 26 zur Spule 34, wobei die Aussparirng 117 dazu dient9
eie Schnur an derjenigen Stelle am Kabel zu halten, an der die Schlinge oder Schlaufe
gelegt
werden soll. Zu diesem Zeitpunkt ist die Spule 34 ungefähr
550 vor der vertikalen Mittellinie der Spulentragplatte 30 angeordnet, wie das Fig0
2 zeigt und wie es in Fig. 3 durch den-Punkt 118 angedeutet ist. Die Ausgangsstellung
der Spule 34 ist auch in dem Schaubild nach Fig. 5 dargestellt, welches den Weg
der Spule 34 beim Legen einer Schlinge oder Schlaufe zeigt e Wenn sich die Spule
34 also in ihrer Ausgangsstellung befindet, wird der pneumatische Motor 58 betätigt
und dreht über das Ritzel 57 und das Zahnrad 56 die Welle 51. Gleichzeitig wird
die Verschiebegabel 67 mittels des pneumatischen Zylinders 70 nach links, bezogen
auf Fig. 7, bewegt, um die Kupplungshälften 50 und 55 zum Eingriff zu bringens Dies
leitet eine Drehung der Spulentragplatte 30 ein, und zwar über die Kettenräder 48,
49 und die Zahnräder 46 und 27, und die Spule 34 fängt an, sich im Uhrzeigersien,
bezogen auf die Fig. 3 und 5, also von der rechten Seite der Vorrichtung aus gesehen,
um den Kabelstrang zu bewegen. Zu Beginn der Umlaufbewegung der Spule 34 befindet
sich die Schlingenformvorrichtung 91 in ihrer unteren Stellung zwischen dem Kabelstrang
und dem Bewegungsweg der Spule 34, wobei die bogenförmige Nut 92 der Vorrichtung
91 mit der Schnur ausgerichtet ist, die von der Spule 34 abläuft, vgl. die Fig.
1 und 3.
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Wenn die Spule 34 umläuft, legt sie die Bindeschnur in die Nut 92
der Schlingenformvorrichtung 91, und wenn sie etwa den halben Weg um den Kabel strang
umgelaufen ist und an der Schlingenformvorrichtung 91 richtig vorbei ist, und zwar
etwa bis zu dem Punkt 119 der Fig. 5, so wird ein (nicht dargestelltes) Luftventil
betätigt und läßt Druckluft in denjenigen Abschnitt des Zylinders 105 einströmen,
der oberhalb des Kolbens 108 liegt. Hierdurch wird die Schlingenformvorrichtung
91 angehoben und um 2700 in dieåenige Stellung gedreht, die in den Fig. 2 und 6
dargestellt ist. Der vertikale Abschnitt 101 am oberen Ende der Nockenbahn 100 gewährleistet,
daß die Schlingenformvorrichtung 91 am Ende ihrer Drehbewegung so hoch angehoben
ist, daß sie sich oberhalb der Spule 34 befindet,
wenn diese sich
weiter um den Kabelstrang herumbewegt. Infolge ihrer Breite (vgl. Fig. 11) bildet
die Schlingenformvorrichtung 91 eine Schlinge oder Schlaufe in der Schnur und verdreht
gleichzeltig die Schnur im Bereich der Aussparung 117 des Flanschs 26, wie das am
deutlichsten Fg. 6 zeigt. Die Schlingenöffnung wird der Spule 34 dargeboten, und
diese durchläuft die Schlingenöffnung an der Oberseite ihres Drehwegs, also beim
Winkel 00 in Fig. 5, und bildet somit einen losen Knoten in der Schnur.
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Die Schlingenformvorrichtung 91, die in den Fig. 11 bis 14 näher
dargestellt ist, ist bei der dargestellten Ausführungsform eine dreiteilige Konstruktisn
mit einer Grundplatte 120 und zwei zusammenpassenden Schieberteilen 121a, 121b,
welche über der Platte 120 liegen und mit dieser über Kopfbolzen 122 verbunden sind,
die sich von der Platte 120 durch Schlitze 124 der Schieberteile 121 erstrecken
Die Platte 120 hat einen Querschlitz 125, und die inneren Kanten der Schieberteile
weisen gegenilterliegende, rechteckförmige iusaparungen 126 auf, die mit dem Querschlitz
125 ubereinstimmen, vgl. Fig. 11 und 14. Die Grundplatte 120 weist ferner ein achmaleres
rückwärtiges Teil 127 auf, welches sich von der Vsrbindungastelle 94 der Platte
120 mit derStange 95 nach hinten erstreckt. Der Zweck dieser Maßnahme wird im folgenden
noch beschrieben.
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Wenn die Schlingenformsorrichtung 91, wie in Fig, 6 dargestellt,
eine Schlinge oder Schlaufe in der Schnur gebildet hat, können die Schieberteile
121a, 121b gespreizt werden, um sicherzustellen, daß die Schlinge oder Schlaufe
groß genug wird, damit die Spule 34 durch sie hindurchkann.
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Zum Spreizen dient ein Keil- oder Spreisglied 128, das in Fig. 15
stark vergrößert dargestellt ist. Dieses Keilglied 128 wird nach unten in die Aussparungen
126 der Schieberteile 121 gedruckt, um diese in der in Fig. 14 dargestellten Weise
auseinanderzudrücken. Das-Keilglied 128 ist in der Vorrichtung oberhalb der Schlingenformvorrichtung
91 in seiner angehobenen Stellung angeordnet; aus Gründen der Übersichtlichkeit
ist
dies nicht weiter dargestellt. Zwischen zwei Paaren von nach
oben ragenden Laschen 130 an den Schieberteilen 121 erstrecken sich Zugfedern 129
(nur in Fig. 13 dargestellt), welche normalerweise diese Schieberteile zusammenhalten.
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Nachdem die Spule 34 die Schlinge durchlaufen hat, setzt sie ihre
Bewegung im Uhrzeigersinn um weitere ca. 550, gerechnet von dar Oo - Stellung fort,
vgl. die Fig. 3 und 5, wobei sie die Lage 131 nach Fig. 5 erreicht. Dies bringt
ihre Mittelöffnung zum Fluchten mit der Welle 79 in der Hülse 75 auf der rechten
Seite der Vorrichtung, vgl. die Fig. 1 5 und 6. Zu diesem Zeitpunkt wird die Verschiebefabel
67 durch den pneumatischen Zylinder 70 nach rechts, bezogen auf Fig, 7, bewegt,
was den Antrieb der Spulentragplatte 30 unterbricht und andererseits durch das Kuppeln
der KupplungsMlften 61, 62 den Antrieb auf das Kettenrad 74 überführt, wodurch die
Hült 75 sich zu drehen beginnt. Sobald der Antrieb von der linken auf die rechte
Seite der Vorrichtung verlagert ist, wird der pneumatische Zylinder 85 auf dem Stützglied
78 (Fig. 6) betätigt, um seine Kolbenstange 84 einzuziehen und das Verbindungsgelenk
83 nach links zu ihren, Wie die Fig. 6, 9 und 10 am besten zeigen, wird bei der
Linksbewegung des Verbindungsgelenks 83 die Hülse 75, welche ein mit einer Schulter
versehenes inneres Ende hat, zum Eingriff mit einem mit Nuten versehenen Vorsprung
132 gebracht, der die Mittelöffnung der Spule 34 umgibt, wodurch die angetriebene
Hülse 75 auch die Spule 34 in Umdrehung versetzt.
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Gleichzeitig wird die innere Welle 79 in die Mittelöffnung der Spule
34 gepreßt und drückt die Welle 35 zurück in den Zylinder 33, vgl. z.B. die Fig.
1 und 6. Bei dieser Antriebsverbindung dreht sich also die Spule 34, nimmt die überschüssige
Bindeschnur auf und zieht den Knoten am Kabelstrang an. Die von der Spule 34 ausgeübte
Spannung und damit die Festigkeit von Schlinge und Knoten, können durch Verstellen
der Mutter 90 (Fig. 1 rechts unten) einreguliert werden.
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Hierbei wird die Kraft der Feder 88 verändert. -
Nachdem
also die Spule 34 genügend verdreht worden ist, um die gewünschte Festigkeit von
Schlinge und Knoten zu erhalten, wirken der Vorsprung 132 und das Ende der Hülse
75 als Rutschkupplung, und es wird keine weitere Drehbewegung auf die Spule 34 übertragen.
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Damit die Spule 34 überschüssige Binde schnur aufnehmen und den knoten
anziehen kann, muß die Schnur aus der Nut 92 der Schlingeflformvorrichtung 91 herausgezogen
werden, und dies wird erleichtert durch einen (nicht dargestellten) Luftsensor,
welcher bewirkt, daß ein Stift 134 (Fig. 1 und 2), der normalerweise gegen das rückwärtige
Teil 127 der Schlingen formtorrichtung 91 anliegt, zurückgezogen wird. Dann kann
das innere, mit der Nut 92 versehene Ende der Schlingenformvorrichtung 91 durch
sein eigenes Gewicht nach vorne herunterkippen, wonach die Schnur leicht aus der
Nut 92 herausgezogen werden kann. Der Stift 134 wird in einen pneumatischen Zylinder
135 zurückgezogen, welch letzterer eine Abstützung 136 (Fig.
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1 und 2) aufweist, die oberhalb der Gelenkverbindung mit der Sohlingenformvorrichtung
91 auf die Stange 95 aufgeschraubt ist. Das Zurückziehen des Stifts 134 erfolgt
gleichzeitig wie die Verachiebung der Hülse 75 zur Anlage gegen die Spule 34.
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Nachdem der Knoten in der Schnur in der beschriebenen Weise angezogen
worden ist, wird der pneumatische Zylinder 85 betätigt, um das Verbindungsgelent
83 nach rechts zurEckzuschieben, wobei die Hülse 75 und die Welle 79 von der Spule
34 getrennt werden und die Welle 35 unter der Wirkung der Feder 37 wieder in die
Spule 34 eintreten kann. Sogleich danach wird der pneumatische Zylinder 70 betätigt,
um die Verschiebegabel 67 nach links suruckzufffhren und dadurch die Kupplungshälften
61, 62 auszukuppeln und die Kupplungshälften 50, 55 einsukuppeln, Gleichzeitig wird
der pneumatische Motor 58 reversiert, und hierdurch wird die Spulentrageplatte 30
und lit ihr die Spule 34 in die Ausgangslage (vgl. Fig. 5) zurückgebracht. Dort
wird der pneumatische Motor 58 angehalten und dann für den nächsten Bindevorgang
erneut reverviert.
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Befindet sich die Spule 34 wieder in ihrer Ausgangslage und die Antriebsvorrichtung
steht still, so wird der untere Backen 24b geöffnet, so daß der Kabelstrang 45 ut-omatisch
oder von Hand vorgeschoben werden kann su einer Stelle, an der die nächste Schlinge
gezogen werden soll.
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Umgekehrt kann auch der Kabelstrang festgehalten und die Bindevorrichtung
relativ zu ihm bewegt werden, z.B. in-den man die Bindevorrichtung verschiebbar
auf einem (nicht dargestellten) länglichen Tragarm anordnet. Der zeitliche Ablauf
und die Betätigung der verschiedenen Vorgänge bei den einzelnen Bindesyklen erfolgt
über bekannte Programmsteuerglieder und in bevorzugter Weise mittels pneumatischer
Flillvorrichtungen und pneumatischer Schalter, und der Ablauf der Vorgänge kann
falls gewünscht auf einem Rechner progralniert und von diesem gesteuert werden.
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Durch die vorliegende Erfindung erhält man also eine sehr vorteilhafte
Bindevorrichtung, welche Kabelstränge o.
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dgl. sehr rasch abbinden kann, und zwar mit durchgehend gleichbleibender
Spannung, bedingt durch die Feder 88, und mit einer wesentlichen Ersparnis an Xrbeitskosten.
Dabei sind im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens der vorliegenden Erfindung
viele weitere Ausführungsformen itsglich.