DE2219251B2 - Verfahren zur herstellung von vanadiumpentoxid - Google Patents
Verfahren zur herstellung von vanadiumpentoxidInfo
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Description
Als Rohstoffe für die Vanadiumpentoxid-Erzeugung werden bevorzugt vanadiumhaltige Schlacken oder
vanadiumhaltige Erze (z. B. Magnetite) eingesetzt. Zur Extraktion des Vanadiums wurden sauer und alkalisch
arbeitende Verfahren entwickelt. Die bevorzugte Verfahrensweise, besonders bei der Gewinnung aus
Erzen, ist der pyrogenalkalische Aufschluß mit Alkalisalzen bei 800-13000C. Nachteilig bei diesem Verfahren
ist der gleichzeitige Aufschluß der im Ausgangsprodukt vorhandenen SiCVVerbindungen zu wasserlöslichen
Alkalisilikaten. Diese gehen bei der wäßrigen Extraktion des Röstproduktes zusammen mit den
löslichen Alkalivanadaten zu einem erheblichen Teil in Lösung.
Zur Herstellung eines alkaliarmen Vanadiumpentoxids wird die Ausfällung des Vanadiums aus diesen
Lösungen in Form von Ammoniumverbindungen in neutralem bis schwach alkalischem pH-Bereich vorgenommen.
Die in Lösung befindliche Kieselsäure fällt dabei fast vollständig mit aus und verunreinigt das
Ammoniumvanadat bzw. das daraus durch Zersetzung gewonnene Vanadiumpentoxid, dessen Wert damit
stark herabgesetzt ist. Beispielsweise erhält man beim pyrogen-alkaiischen Aufschluß eines Titanmagnetits mit
folgender Analyse:
| V2O3 | = 1,3% |
| Fe3O4 | = 78,5% |
| TiO2 | = 13,0% |
| Al2O3 | = 4,0% |
| SiO2 | = 2,8% |
JO
35
40
45
50
55
oberhalb 9000C einen Sinter, der bei der Extraktion mit
Wasser kieselsäurereiche Vanadatlaugen mit einem SiO2-Gehalt von etwa 2 g/! liefert. Das daraus gefällte
Ammoniumvanadat hat folgende Analyse:
Na2O
SiO2
= 41,5%
= 0,7%
= 2,8%
= 0,7%
= 2,8%
Diese Reinheit entspricht für viele Einsatzgebiete nicht den heutigen Erfordernissen. Der SiO2- und der
Na2O-Gehalt liegen bei einer guten V2O5-Qualität unter
0,5%.
65 Ziel der Erfindung ist die Entfernung der Kieselsäure aus vanadiumhaltigen Laugen vor der Ainmoniumvanadatfällurg.
Dies wird dadurch erreicht, daß man die bei der wäßrigen Extraktion des pyrogenalkalischen Sinters
gelöste Kieselsäure zu unlöslichem Alkali-, insbesondere Natriumaluminiumsilikat umsetzt und dieses durch
z. B. Filtration abtrennt.
Überraschenderweise zeigte sich, daß praktisch eine vollständige Abscheidung der Kieselsäure aus Vanadatlaugen
über Natriumaluminiumsilikat-Verbindungen sogar schon bei Zimmertemperaturen und im neutral bis
schwach alkalischen pH-Bereich durchgeführt werden kann. Als Fällungsreagenzien eignen sich alle wasserlöslichen
Aluminiumverbindungen, besonders Alkali-Aluminate, Aluminiumsulfat, Al&une und Aluminiumchlorid.
Dabei ist zu einer praktisch vollständigen SiO2-Abscheidung
die Einhaltung des Molverhältnisses Al: Si von mindestens 1:1 zweckmäßig (F i g. 1).
Die Erzeugung von Natriumaluminat ist durch Zugabe von Aluminiumhydroxid oder Oxid in Form von
Bauxit oder den reinen Verbindungen beim pyrogenalkalischen Aufschluß des Vanadiumerzes oder der
Vanadiumschlacke möglich.
Anwendungsbeispiele
Aus den folgenden Beispielen geht die Abhängigkeit der Kieselsäureabscheidung von der Reaktionszeit, der
Reaktionstemperatur, der Konzentration des Fällmittels und des pH-Wertes der zu entkieselnden Lauge
hervor.
Je 1 I einer schwach alkalischen Na-Vanadatlauge mit
18 g/l V
l,28g/SiO2
pH 9,8
l,28g/SiO2
pH 9,8
wurde mit wechselnden Mengen festem Natriumaluminat versetzt und bei 7O0C 15 Minuten gerührt. Nach
Dekantieren wurde die geklärte Lauge auf SiO2 und V untersucht. In Tabelle 1 sind die gefundenen Werte
wiedergegeben.
Originallauge
EntkJeselte Lauge
EntkJeselte Lauge
Na-Aluminat g/l
0,67
1,1
1,54
4,4
MV Al: Si
0;3:l
0,5:1
0,7:1
1 :1
1,5:1
2:1
pH
9.8
9,9 9,9 9,9 9,9 9,9 9,9
g'l
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
SiO2
g/l
V/SiOi
Mod;l
1.28
0,55
0,29
0,17
<0,03
<0,03
<0,03
14
33
62
105
600
600
600
62
105
600
600
600
>98
>98
>98
In Beispiel 2 wurde je 1 1 einer alkalischen Na-Vanadatlauge mit
17 g/l V
0,44 g/l SiO2
PH 9,9
0,44 g/l SiO2
PH 9,9
mittels Schwefelsäure auf pH 7,5 gestellt. Bei Zimmertemperatur wurden wechselnde Mengen einer 10%igen,
sauerreagierenden Aluminiumsulfatlösung zugesetzt. Der pH-Wert der zu entkieselnden Lauge fiel dadurch
bis auf 6,5 ab. Nach einer Reaktionszeit von 15 Minuten wurde der schnell ausfallende Niederschlag durch
Dekantieren von der überstehenden Lauge getrennt.
Jn Tabelle 2 sind die Entkieselungsergebnisse
wiedergegeben.
10%ig Al: Si (cm3)
PH
g/l
S1O2
g/i
V/SiO2
Modul
Ausfällgrad %
Originallauge
Entkieselte Laugen
Entkieselte Laugen
100
4:1
1,6:1
8:1
0,8:1
0,4:1
7,5
6,8 7,0 6,5 7,3 7,5 17
16,2
16,7
15,4
16,7
15,4
17
17
17
0,44
0,03
0,03
0,03
0,04
0,09
0,03
0,03
0,04
0,09
39
600
600
600
400
200
600
600
400
200
95
95
95
90
80
95
95
90
80
In Beispiel 3 wurde je 1 1 einer Lauge mit
20 g/l V
1,7 g/l SiO2
pH 10,5
1,7 g/l SiO2
pH 10,5
auf 70°C erhitzt und 3 g festes Natriumaluminat entsprechend dem Molverhältnis Al: Si = 1 : 1 eingerührt.
Die Reaktionszeit wurde variiert zwischen 3 und 30 Minuten. Nach Abtrennen des Niederschlages durch
Zentrifugieren wurde SiO2 und V in der klaren Lauge bestimmt.
In der Fig.2 sind die Ergebnisse aufgezeigt. Es ist
z.B. ersichtlich, daß die Entkieselung nach etwa 15 Minuten abgeschlossen ist
45
50 In Beispiel 4 wurden verschiedene Aluminium-Salze
als Fällmittel erpropt. Eingesetzt wurde eine Lauge mit
17,4 g/l V
1,13 g/l SiO2
pH 9,9
1,13 g/l SiO2
pH 9,9
Die Fällmittelmenge war auf ein Molverhältnis Al: Si =1,2:1 eingestellt. Als Reaktionstemperatur
wurde 900C und als Reaktionszeit 15 Minuten gewählt Nach erfolgter Reaktion wurde mit konzentrierter
H2SO.; auf pH 7 eingestellt, zentrifugiert und SiO2 und V
bestimmt.
In Tabelle 3 sind die Ergebnisse gegenübergestellt:
In Tabelle 3 sind die Ergebnisse gegenübergestellt:
Zusatz
V
g/l
S1O2
g/l
V/S1O2
Modul
Originallauge
Entkieselte Laugen
Entkieselte Laugen
NaA102
Al2(SO4)3
AICI3 Kaliumalaun 17,4
1,13
-15
| 17,1 | 0,04 | 430 | 96,5 |
| 16,7 | 0,06 | 280 | 95 |
| 16,7 | 0,06 | 280 | 95 |
| 16,8 | 0,06 | 280 | 95 |
In Beispiel 5 wurde die Entkieselung im technischen Maßstab praktiziert Dieser Versuch zeigt gleichzeitig
eine der Möglichkeiten, die Entkieselung gemäß der Erfindung technisch durchzuführen.
Als Ausgangsmaterial dienten 51 Titanmagnetit
gemäß der Analyse auf Seite 1 der vorliegenden Beschreibung. Das Erz wurde auf eine Körnung
<90μηι kugelgemahlen und nach Mischen mit 10%
feinstgemahlenem Natriumsulfat pelletiert. Die erhaltenen Pellets wurden dann einer Röstung bei etwa 1200°C
unterworfen.
Die erhaltenen festen Sinterkügelchen wurden mit Wasser gelaugt. In Fig. 3 Kurve 1, ist die Löslichkeits-Abhängigkeit
der Kieselsäure — ausgedrückt als Modul = Quotient aus V und S1O2 — von der Laugungstemperatur
wiedergegeben. Man sieht, daß die SiCh-Löslichkeit
mit steigender Laugungstemperatur zunimmt. Diese Laugen sind für die Herstellung von reinem
Ammoniumvanadat nicht geeignet. Die Anwendung der Erfindung erfolgt in der Weise, daß Natriumaluminatpulver
während der Laugung zwischen die Pellets geschüttet wird. Das einströmende Wasser nimmt die
Fällmittelpartikeln mit, so daß beim Extrahieren des Natriumvanadats und Natriumsilikats das Letztere sich
sofort mit gelöstem Natriumaluminat zu unlöslichem Natriumalumiumsilikat umsetzt. Nach der Laugung wird
neutralisiert, druckfiltriert und dabei das feste Natriumaluminiumsilikat abgetrennt. Die klare Lauge ist
praktisch SiCVfrei und kann sofort zur Abscheidung de:
Vanadiums als Ammoniumvanadat verwendet werdet (Fig. 3, Kurve2).
Aus Tabelle 4 ist der Qualitätsunterschied vor Ammoniumvanadat mit und ohne Entkieselung zi
entnehmen.
Durch das vorgeschlagene Verfahren ist es nur möglich, auch Erze für die Vanadiumgewinnung nutzbar
2:u machen, deren Aufbereitung wegen eines erhöhter S'iiCh-Ciehaltes bislang unwirtschaftlich war.
S1O2
Na2O
Ammoniumvanadat
aus kieselsäurehaltiger 41,5 2,8 0,7
Lauge
aus entkieselter Lauge 42,5 0,2 0,3
aus entkieselter Lauge 42,5 0,2 0,3
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Vanadiumpentoxid durch pyrogenalkalischen Aufschluß von
kieselsäurehaltigen Vanadiumverbindungen enthaltenden Erzen oder Schlacken mit Alkalisalzen bei
800- 13000C, wäßrige Extraktion des Aufschlußgutes
und anschließende Fällung des Vanadiums in Form von Ammonium-Vanadium-Verbindungen, ι ο
sowie Umwandlung derselben in das Pentoxid, dadurch gekennzeichnet, daß die beim
Aufschluß in Lösung gegangene Kieselsäure aus der vanadiumhaltigen Lauge vor der Ammonium-Vanadat-Fä!lung
zu unlöslichem Alkali-, insbesondere Natrium-Aluminium-Silikat, umgesetzt and dieses
durch z. B. Filtration abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fällung der Kieselsäure im
neutralen bis schwach alkalischen pH-Bereich durchgeführt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Fällungsreagenzien
wasserlösliche Aluminiumverbindungen, besonders Alkali-Aluminate, Aluminiumsulfat, Alaune oder
Aluminiumchlorid verwendet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 —3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fällungsreagenz, z. B.
Alkali-Aluminat, durch Zugabe von Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid und/oder Bauxit beim pyrogen-alkalischen
Aufschluß der Vanadiumverbindungen enthaltende Erze oder Schlacken direkt erzeugt
wird.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2219251A DE2219251C3 (de) | 1972-04-20 | 1972-04-20 | Verfahren zur Herstellung von Vanadiumpentoxid |
| ZA731991A ZA731991B (en) | 1972-04-20 | 1973-03-21 | Method of producing vanadium pentoxide |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2219251A DE2219251C3 (de) | 1972-04-20 | 1972-04-20 | Verfahren zur Herstellung von Vanadiumpentoxid |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2219251A1 DE2219251A1 (de) | 1973-11-08 |
| DE2219251B2 true DE2219251B2 (de) | 1978-02-09 |
| DE2219251C3 DE2219251C3 (de) | 1978-10-05 |
Family
ID=5842643
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2219251A Expired DE2219251C3 (de) | 1972-04-20 | 1972-04-20 | Verfahren zur Herstellung von Vanadiumpentoxid |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2219251C3 (de) |
| ZA (1) | ZA731991B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3136002A1 (de) * | 1981-09-11 | 1983-03-31 | GfE Gesellschaft für Elektrometallurgie mbH, 4000 Düsseldorf | "verfahren zur gewinnung von vanadium und chrom aus dem abwasser der vanadiumpoduktion" |
| RU2169203C1 (ru) * | 2000-06-19 | 2001-06-20 | Открытое акционерное общество "Ванадий-Тулачермет" | Способ извлечения ванадия |
| RU2193072C1 (ru) * | 2001-11-28 | 2002-11-20 | Открытое акционерное общество "Ванадий-Тула" | Способ извлечения ванадия |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2656683C3 (de) * | 1976-12-15 | 1981-10-08 | Vereinigte Aluminium-Werke Ag, 5300 Bonn | Verfahren zur Herstellung von Ammoniumvanadat |
| RU2245936C1 (ru) * | 2003-06-02 | 2005-02-10 | Сирина Татьяна Петровна | Способ извлечения ванадия |
| CN103601241A (zh) * | 2013-11-13 | 2014-02-26 | 河北钢铁股份有限公司承德分公司 | 高纯粉剂五氧化二钒的制备方法 |
-
1972
- 1972-04-20 DE DE2219251A patent/DE2219251C3/de not_active Expired
-
1973
- 1973-03-21 ZA ZA731991A patent/ZA731991B/xx unknown
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| DE3136002A1 (de) * | 1981-09-11 | 1983-03-31 | GfE Gesellschaft für Elektrometallurgie mbH, 4000 Düsseldorf | "verfahren zur gewinnung von vanadium und chrom aus dem abwasser der vanadiumpoduktion" |
| RU2169203C1 (ru) * | 2000-06-19 | 2001-06-20 | Открытое акционерное общество "Ванадий-Тулачермет" | Способ извлечения ванадия |
| RU2193072C1 (ru) * | 2001-11-28 | 2002-11-20 | Открытое акционерное общество "Ванадий-Тула" | Способ извлечения ванадия |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ZA731991B (en) | 1974-03-27 |
| DE2219251A1 (de) | 1973-11-08 |
| DE2219251C3 (de) | 1978-10-05 |
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