DE2260327A1 - Neue carbamidsaeureester - Google Patents
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Description
FARBWERKE HOECHST AG vormals Meister Lucius & Brüning
Aktenzeichen:
HOE 72/F 3?8
Datum: 2 4. November 1972 Dr. D/stl
Neue Carbamidsäureester
Gegenstand der Erfindung sind neue Carbamate der allgemeinen Formel
Ρ/
in der
1 2 R und R
■2 Il
R und R
ι Γ/ CH -O-CO-NH-Γ
jeweils ein Wasserstoffatom oder zusammen die
-CH=CH-CH=CH-Gruppe, die dn~-oder mehrfach durch
niederes Alkyl, Halogenalkyl oder A-lkoxi, Halogen
oder NO„ substituiert sein kann, bedeuten und
unabhängig voneinander em Wasserstoffatom, eine
niedere Alkyl-, Halogenaükyl-, Alkoxi - oder Halogenalkoxigruppe, Halogen oder NO? darstellen
oder zusammen als -CH=CH-CH=CH-Gruppe mit dem Benzolring
die Naphthylgruppe bilden,
einschließlich ihrerphysiologisch verträglichen Säureadditionssalze
Die neuen Verbindungen besitzen wertvolle pharmakologische Eigenscnaften
und. können datier als Arzneimittel verwendet .v/erden.
Unter niederem Alkyl, Halogenalkyl, Alkoxi und Halogenalkoxi wird stets ein solches mit 1 bis 1I Kohlenstoffatomen in gerader oder
verzweigter Kette verstanden.
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HOE 72/F 378
1 ^
Bevorzugt unter den für R bis R genannten, Alkyl enthaltenden Resten sind die Methyl-, Halogenmethyl- bzw. Methoxi-Gruppen.
Bevorzugt unter den für R bis R genannten, Alkyl enthaltenden Resten sind die Methyl-, Halogenmethyl- bzw. Methoxi-Gruppen.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Formel I, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
man Imidazol bzw. Benzimidazole der Formel II
R2-
N II
12
in der R und R die Bedeutung aus Formel I haben, mit Formaldehyd oder Formaldehyd abgebenden Substanzen in 1-Stellung hydroxiinethyliert und die erhaltenen Methylolverbindungen der Formel III
in der R und R die Bedeutung aus Formel I haben, mit Formaldehyd oder Formaldehyd abgebenden Substanzen in 1-Stellung hydroxiinethyliert und die erhaltenen Methylolverbindungen der Formel III
R-K N
H2-O
III
a) mit Isocyanaten der Formel IV
IV
zur Reaktion bringt oder
b) mit Carbamidsäurehalogeniden der Formel V
If W
C-NH-<
Hai
worin Hai Halogen, vorzugsweise Chlor oder Brom bedeutet,
umsetzt und die hierbei anfallenden Hydrchalogenide gegebenenfalls in an sicn bekannter V/eise in die freien Basen überführt.
Für die Hydroximethylierung von Verbindungen der Formel II können Formaldehyd, vorzugsweise in wäßriger Lösung als Formalin, oder
vorteilhafter Formaldehyd abgebende Substanzen wie Trioxan und
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— Tj _
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insbesondere Paraformaldehyd verwandt werden, wobei es sich als.
günstig erwiesen hat, das Hydroximethylierungsmittel in geringem Überschuß (bis zu etwa 10 %) anzuwenden. Die Umsetzung kann in
Lösungsmitteln oder bevorzugt durch Verschmelzen des Imidazole der Formel II mit Paraforrcaldehyd bei Temperaturen zwischen
50° und 1200C erfolgen, wobei ein Zusatz katalytischer Mengen (vorzugsweise 0,1 Ms 2 Gev.fi, bezogen auf das Imidazol)
an basischen Stoffen wie Alkalihydroxiden oder tertiären Aminen, insbesondere Triäthylamin, zwar nicht erforderlich ist, aber vor
allem in der Benzimidazol-fteihe die Reaktion merklich fördert.
Eine Isolierung der Methylolverbindungen III in an sich bekannter Veise ist möglich, aber nicht notwendig. Man verfährt vorzugsweise
so, daß nan die klare Schmelze, gegebenenfalls nach Erkalten,
in einem inerten Lösungsmittel, beispielsweise Chloroform oder Methylenchlorid, aufnimmt und anschließend mit einem Isocyanat
der Formel IV (Vorfahren a) oder mit einem Carbamidsäurehaloirenid
der Formel V (Verfahren b) weiter umsetzt. Hierbei verdient die Umsetzung mit den Isocyanaten gemäß Verfahren (a) aus
technischen und wirtschaftlichen Gründen den Vorzug. Man gibt
dabei das Isocyanate IV, gegebenenfalls mit einem indifferenten ' Lösungsmittel verdünnt, zu der - vorzugsweise frisch hergestellte): Lösung
der Methylolverbindung III, worauf die Reaktion unter Erwärmen
einsetzt. Anschließend wird kurzzeitig (15 - 30 Minuten) auf 40° - 650C erwärmt und das ausgefallene Produkt isoliert.
Die Isocyanate der-Formel IV sind z.T. Handelsprodukte oder andernfalls
durch Phosgenierung der entsprechenden Aniline nach literaturbekannten Verfahren leicht zugänglich (vgl. u.a. Houben-Weyl,
Methoden d. org. Chemie, Bd. VIII, 3. 120).
Verwendet man gemäß Verfahren (b) in an sich bekannter Weise
Carbamidsäurehalogenide der Formel V anstelle der Isocyanate IV,. so verfährt man vorzugsweise wie folgt:
Zunächst wird das Carbamidsäurechlorid hergestellt, indem man zu
einer Lösung von Phosgen in einem inerten Lösungsmittel wie Benzol oder Tetrahydrofuran, die zweifach stöchiometrische Menge1
eines Anilins oder Naphthylamine der Formel VI
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VI
in der R3 und R4 die Bedeutungen aus Formel I haben,
gegebenenfalls in einem inerten Lösungs- oder Verdünnungsmittel,
bei Temperaturen zwischen -10° und +21J0C langsam hinzugibt. Das
ausfallende Amin-hydrochlorid wird abgetrennt. Zu dem
Filtrat fügt man die frisch hergestellte Lösung der Methylolverbindung
III in stöchiometriscber Menge hinzu.(Die exotherm verlaufende
Reaktion wird durch kurzfristiges Erwärmen unter Rückfluß beendet. Durch Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum erhält
mm als Rückstand das gewünschte Produkt, in Form seiner Hydrochloride,
aus dem die Base auf üblichem Wege durch Ionen in V/asser
und Ausfällen mit verdünnter Natronlauge freigesetzt worden iann.
Die Herstellung physiologisch verträglicher Säureadditionssalze
aus den Carbamaten der Formel I erfolgt in r,n sich bekannter
Weise. Hierfür eignen sich sowohl anorganische als auch organische Säuren wie £.B. Chlorwasserstoff-, Bromwasserstoff-, Schwefel-,
Phosphor-, Hethnnsulfon-, p-Toluolsulfon-, Essig-;, Milch-, Bernstein-,
"Wein- ur:d Maleinsäure.
Die Verbindungen der Formel I zeichnen sich durch interessante pharinskoloßische eigenschaften aus. Meben einem bemerkenswerten
Einfluß auf den Lipid-Spiegel des Blutserums zeigen insbesondere
die Verbindungen der Imidazol-Reihe antiinflammatorische, analgetische,
antipyrctische und anorexigene Wirkung. Einige Vertreter
dieser Eubstanzklpcse sind außerdem deutlich sedativ v/irksam und
verstärken und verlängern die narkotische Wirkung von Barbiturates.
Gegenstand der Erfindung sind daher weiter Arzneimittel, gekennzeichnet
durch einen Gehalt an Verbindungen der Formel I als Wirkstoff neben üblichen Träger- und Verdünnungsmitteln.
Hyp ο 11 ώ i d am is ehe _ bf i. r kunj;
Die beansOruchten Carbaminsäureester der Formel I vermögen bei
relativ geringer akuter Toxizität (s. LDcQ-l/erte in Tabelle I,
Spalte 1). sde-n-Serumtriglyceridspiegel normolipidämischer männ-
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ßAD ORIGINAL
" 5 - HOE 72/F
licher Ratten eindrucksvoll zu senken (s. Tabelle i).
Außerdem zeigen sie einen hervorragenden Hemmeffekt sowohl auf die Ausbildung der diätetisch-medikamentös auslösbaren Iiypercholesterinäraie
(s. Tabelle II) als auch auf die Erzeugung der mit Kohlenhydraten induzierbaren Hypertriglyceridämie (s. Tab. III).
Bei der Prüfung in den. anschließend beschriebenen Tiermodellen erwiesen sich die Verbindungen der Formel I dem bekannten Clofibrat;
das als Vergleichsubstanz diente, deutlich überlegen.
1. Standar'dterst an dor männlichen Rette jnit._ normalem Serumlipidgehalt
- ■ ·
Der Versuchszeitraum erstreckte sich über 8 Tage. Die Applikation erfolgte einmal täglich oral mit der Schlundsonde in Dosen von
100, 30, 10 bzw. 3 mg/kg. In der Regel* wurde vor und nach der Behandlung Blut abgenommen und im Serum die Konzentration der
Triglyceride nach der Methode von iiggstein und Kreutz bestimmt.
Die aus diesen Meßdaten berechneten Werte für c:'\e Senkung des
Serumtriglyceridgehaltes sind in Tabelle 1 zusar;;.iongefaßt.
Darübezjhinaus wird von den Präparaten A, L und Il noch in einer
Dosierung von 10 ing/kg/Tag, wo Clofibrat bereits keine Y/irkung
mehr zeigt, auch der Cholesteringehalt im Serun noraiolipidlr.iisclier
Ratten signifikant gesenkt (Verbindung Λ: -20 ft; L:
-15 ?ö und h: -31 #).
2. Diätetisch-medikementüse- Hypercholesterinäraie der männlichen
Ratte
Durch diätetische Ernährung mit einem Futtermittel, das 2 # Cholesterin,
2 io Natriuracholat, 0,3 i>
Methylthiouracil, 20 i* Palmin
und 44 ί° Rohrzucker enthielt, wurde der ,Serumcholesterinspiegel
männlicher Ratten innerhalb einer Woche bis auf etwa das Zehnfache
des Ausgangswertes angehoben. Die Tiere der Präparaxegruppe (jeweils 10 Tiere) erhielten gleichzeitig mit dem Beginn der Diät
täglich einmal per Schlundsonde 10 bzw. 5 mg/kg der in Tabelle II aufgeführten Verbindungen. Nach 8 Tagen wurde die mittlere Konzentration
des Serum-Cholesterins bestimmt und mit jener der diätetisch ernährten Kontrollgruppe (= 100 #) bei annähernd gleichem
Futterverbrauch verglichen.
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3. Kohlenhydrp tinciuzierte^ Hypertriglyceririämie der männlichen
his vurde der Einfluß' einer 3-tä£iftcn oralen Vorbehandlung: mit,
den in Tabelle III aufgezählten Verbindungen auf die Ausbildung
der bei männlichen Ratten durch !.''ruktosc-gr-ben induzierbarexi
Hypertriglycerldämie im Vergleich mit einer Placebogruppe (=
untersucht.
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.. BAD ORIGINAL
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| PräDarat (LD503-: in g/lcg) |
cp Veränderung des Serumtriglycerid-Gehalts im Standardtest nach 8 oralen Applikationen von rng/kp;/Taft· |
30 | 10 | 3 |
| Λ (2,9) - O 4) C (> 4) ij (1,5) :.; (i,5) c- (4,0 :: (1,2) I (3,5) K (> 8) L (> 8) i, (> 8)- Cloiibrat |
100 | -18/-29 -11/ -28/ -8 -2Ο/-15 -A-! -7 |
/-35 -41/-24 /-33 unv.rir]isam |
-8/ -6/ -36/ -25/ unwirksam |
| -S2/-74 -69/-61 -41/-52 »59/-39 -TU-Tl --4-3/-1Ο "S5/-43 -35/-4Ο -51/-57 -19/-44 -13/-37 -3Ο/-3Ο |
ermittelt an der Maus bei orslor Applikation.
Die Vierte vor dem Schrägstrich bedeuten die prozentuale
Veränderung des Nachwertes (Wert nach der Behandlung) bezogen auf den Vorvert (Ausf-;answert vor der Behandlung
= 100 '/O) der Präparatgruppe; die V/erte hinter dem Schrägstrich
geben die prozentuale Veränderung des Nachwertes der behandelten Gruppe in Bezug auf den Nachwert (= 100 £
einer mitlaufenden Placebogruppe an.
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IAL
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Tabelle II
Hemmung der diätetisch-mediKamentösen_H^2ercholesterinämie
Hemmung der diätetisch-mediKamentösen_H^2ercholesterinämie
| Präparat | Dosis in mg/kg/Tag |
fo Veränderung des Serum- cholesterin-Gehalts nach 8 Tagen |
| A | 10 3 |
-47 -34- 7 ':" ' ' .' ■' ' ■ |
| B | 10 | -13 |
| D | 10 | -12 |
| l·,1 | 10 3 |
-33 ' -31 |
| F | 10 | -22 |
| I | 10 | -18 |
| Clofibrat | 100 10 |
+2 . " +11 |
it, :■- ί
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8AD ORIGINAL
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| Präparat | io Veränderung des Serumtriglycerid-Gehalts nach 3 oralen Gaben von mg/kg/Tag |
30 | 10 |
| A £fe) | 100 | -29 | |
| B | -26 | -11 | |
| C | -78 | -53 | -44 |
| D | -76 | ||
| JJ | -65 | -44 | - |
| H | -81 | ||
| Clofibrat | -79 | -8 | .unwirksam |
| -38 |
m) Die. Serurncholesterin-Senkung betrug bei 30 mg/kg/Tag
-40 c/o und bei 10 mg/kg/Tag -34 %.
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Antiphlogistische Eigenschaften
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Die antiphlogistische Wirkung der beanspruchten Verbindungen
v/urde nach folgenden licthoden bestimmt, wobei Phenylbutazon als
Vergleichsverbindung diente.
1. Pfotenödera-Test an der v/eißon Rptto
Einem Kollektiv von 5-6 Sprague-Dav/ley-Ratten wurde ara I-Jachmittag
vor dem Versuchstag das Futter entzogen. 30 Minuten nach oraler Applikation der Prüfsubstanz injizierte man den"
Tieren in Aethernarkose Aerosil als Reizmittel subplantar in die Fußsohle. Die Messung des Fußumfanges erfolgte nach der von
Lenc*e beschriebenen Methode (Arch. int. Pharmacodyn· 136,
(I962)) umittelbar nach der Applikation des Reizmittels und
weiter nach 3, 6, 8 und gegebenenfalls auch nach 24 Stunden. Aus den ermittelten werten für die absolute Schv/ellungszunaane
wurde die ED1-Q berechnet, d.h. jene Dos
der Placebogruppe auf 50 c/o vermindert.
die das Oedemvoluincn
ED(-n-V*erte im Pfotoiiüdeüi-Test an der Ratte
| Präparat | ^0(rriß/kg, p.o.) | Präparat | ED50(mg/kg, p.o.) |
| A | 130 | F | ' 100 |
| B | 150 | G | 150 |
| C | 160 | H | 160 |
| D E |
150 | . I Phenyl butazon |
160 30 - 80 |
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SAD ORIGINAL
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2. ΐ/'attegranulon-Test an der Ratte . ' . ·
Der Test wurde im wesentlichen mit der von MEIER et al. in Experienta 6, 469 (1950) beschriebenen Versuchsanprdnung durchgeführt. Die IO Tiere der Präparatgruppe erhielten nach Implantation
eines Wattekügelchens in den Steiß einmal täglich 7 Tage
lang per Schlundsonde 10, 30 bzw. 100 mg/kg der Verbindung S in Stärkeschleim als Vehikel. Am 8. Tage wurden die .Tiere getötet
und die Granulome herauspräpariert, bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und die Trockengewichte mit jenen der Placebogruppe
und des mit dem Standardpräparat behandelten Kollektivs
| verglichen: Präparat |
ED50 in rag/kg, p.o. |
| Pi le-rjy lbuta zon | 100 110 |
| 3. Grnrmloi- Pouot | i-Vcrsuch en de- R.-tf-e |
In Anlehnung· an die Methode von A. EOIcIS et al., Arch. int.
Pliarmakodyn. 152, 2°5 (1965), vmrde der Einfluß des Präparats C.
auf die Exsudatmenge des, durch Carrageenan bei Sprague-Dawley-Ratten
induzierten Granuloms untersucht. Die Applikation erfolgte
einmal täglich an 4 aufeinanderfolgenden Tagen per os in ·
Dosen von 16, 40 und 100 mg/kg (8 Tiere pro Dosis). Danach wurden die Tier"e getötet, die mittlere Sxsudatmenge ermittelt und
mit jener der Placebogruppe verglichen;
| Präparat | ED^0 in mg/kg, p.o. |
| C Phenylbutaζ on |
100 80 |
Anaigetisehe Wirkung
Zum Nachweis der analgetischen Wirkung diente der von ßiegmund
et al., Proc. Soc. exp. Biol. Hed. £5, 729 (1957), und Hendershot
-et al., J. Pharmacol, exp. Ther. 125, 237 (1959), beschriebene
Phenylchinon-Strecktest an der I-iaus.
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226032?
Die Verbindungen wurden in Stärkeschleim per os in Dosen zwischen 40 - 200 mg/kg appliziert. Als Versuchskriterium gait
die Anzahl der typischen Streckbewegungen (writhing), innerhalb der ersten 15 Minuten nach intraperitonealer Verabreichung des
Reizmittels, wobei nur jene Tiere als geschützt angesehen wurden, die 50 c/o oder weniger Streckungen in Bezug auf den Mittelwert
der Placebogruppe ausführten (II. Blumberg et al., Proc. Soc. exp. Biol. Med. 118, 763 (1965)). Hieraus ließ sich der
Prozentsatz an geschützter Tieren im Präparatekollekt.i.v bestimmen
und nach Lichtfield und V.'llcoxon die 32Dcn berechnen.
Prvlur-rat
Phc-:.<acocin
ED50 in mg/kg, p.ο.
25 - 50 80 80
AntipvT01 1 B
ivitat
Die Prüfung auf fiebersenkende Wirkung erfolgte an Ratten (5 Tiere pro Dosis), deren Körpertemperatur durch subcutane
Injektion einer 15 ji-igen Bierhefe-Suspension 6 Stunden vor
der oralen Applikation der Testnubstonzen in Stärkoschleim
erhöht wurde-(s. Tabelle V).
Sedat ive .V(irjgg
Psychopharinakologische Untersuchungen zeigten, daß die in
Tabelle VI zußaM?nengeffißten Verbindungen bei oraler Applikation
an-Haunc vom Sta!:y;i KIiR.1 die motorische Aktivität nach
Behandlung mit l-Phenyl-^-methylamino-propan-hydrochlorid deutlich
herabsetzen und zum Teil eine beachtliche Fttenzierung der Hexobarbitalnarkose
bewirken.
Zur Bestimmung des Weckamin-Antagonismus (L. Ther, Dtsche. Apotheker-Zeitung
1953, 292) wurde den Tieren 15 Minuten nach Präparatgabe
0,5 mg/kg l-Phenyl-2-methylamino-propan-hydrochlorid sub-
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. . .- . iAO ORIGINAL
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cutan appliziert und nach abermals 15 Minuten mit der Registrierung
begonnen, indem man 1 Stunde lang in Zeitintervallen von 1 Minute die Anzahl der sich gerade in diesem Augenblick bewegenden
Tiere notierte. Die Auswertung erfolgte durch Addition dieser Heßwerte und Vergleich des ermittelten Summenwertes mit
dem einer Placebogruppe (= 100 ^).
Der Einfluß auf die Schlafdauer nach einer subcutanen Hexobarbitalgabe
von I40 mg/kg wurde an Mäusen getestet, die 30 Minuten
zuvor 20 mg/kg der jeweiligen Prüfsubstanz per os erhalten hatten.
Durch Vergleich der beobachteten mittleren Narkosedauer mit jener einer Placebogruppe (= 100 %) ließ sich die prozentuelle Verlängerung
berechnen (s". Tabelle Vl).
Die Carbamidsäureester der Formel I können entweder allein oder mit pharmakologisch annehmbaren Trägerstoffen vermischt angewandt
werden. Eine orale Anwendungsform wird dabei bevorzugt. Als pharmakologisch annehmbare Trägerstoffe seien beispielsweise Kagnesiumcarbonat,
Milchzucker, Maisstärke oder auch tic-rische und pflanzliche
OeIe genannt. Von den möglichen Applikationsformen konriinen u.a. Tabletten, Steckkaps-.eln, Pulver und Suspensionen in Betracht. Als Einzeldosis kommen etwa 3 bis 200 mg/kg/Tag
in Präge, '■ '
Eine besondere Anwendung der Verbindungen der Formel I liegt in der Kombination mit anderen Wirkstoffen. Neben anderen geeigneten
Substanzen gehören dazu vor allein: Herz- und Kreislaufmittel, Antidiabetika., andere Lipidsenker, Psychopharmaka, und Vitamine.
Die nachfolgenden Iierstellungsbeispiele sollen die Erfindung erläutern,
aber nicht begrenzen. Die Struktur der beschriebenen Verbindungen ergab sich aus der Elementaranalyse und den IR- und
NMR-spektroskopischen Daten.
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| Präparat | Dosis in mg/kg p.o. |
Ausgangswert in 0C |
Temperaturänderung in 0C nach |
BÖ1 | 1201^ | 240' |
| A | IO 30 100 |
38,3 38,3 |
30Ji | -0,5 -0,7 -1,1 |
-0,6 -0,9 -1,6 |
-0,4 -0,3 -1,3 |
| Phenyl- butazon |
30 | -0,3 -0,5 -0,6 |
-0,6 | -1,1 | -1,2 | |
| B | 80 160 |
-0,2 | -0,6 -1,1 |
-0,7 -1,3 |
||
| J. 1J - |
20 80 160 |
38,5 38,4 |
-0,3 -0,6 -.0,7 |
-0,4 -0,9 -1,4 |
-0,3 -1,1 -2,0 |
|
| O-Acetyl-: i^r§yl" ! |
80 | 38,4 | 0 -0,3 -0,2 |
-0,9 | -1,4 | -1,4 |
| Kontrolle | — | 38,3 | . -0,2 | 0 | 0 | 0 |
| 0 |
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Tabelle VI
| Präparat | ^-Veränderung der Motilität von | Verlängerung der Hexo- |
| mit l-Phenyl-2-methylaHiino- | barbitalnarkose (in %) | |
| propan-hydrochlorid behandel | nach Applikation von | |
| ten Mäusen nach Gabe.von | 20 mg/kg, p.o. | |
| 150 mg/kg, p.o. | ||
| A | - 28 +) | |
| B | - 25 | |
| C | - 14 | |
| D | -50 bis -60 | 236 |
| E | -40 bis -60 | |
| F | -30 bis -60 I |
182 |
| K | I -30 bis -40 |
+ )' nach 100 mg/kg
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HERSTFiLLUNGSBEISPIELE
68,1 g (1 MoI) Imidazol und 33,0 g (1,1 MoI) Parafornialdehyd
werden gut vermischt und nach Zugabe von 0,5 ml Triethylamin
unter Rühren langsam bis auf ca. 8O0C erwärmt, wobei unter Reaktion
eine klare Schmelze entsteht, die man nach dem Abkühlen in 500 ml Chloroform löst und unter Rühren tropfenweise mit 119»! g
(1 Hol) Phenylisocyanat in 200 ml Chloroform versetzt. Unter
Erwärmung bis auf ca. 55°C beginnt das Reaktionsprodukt auszufallen.
Nach Zugabe des Isocyanats, die nach 10 bis 15 Minuten
beendet sein sollte, erhitzt man noch für 30 Minuten unter Rückfluß,
läßt erkalten und saugt ab. Umlösen des Produktps aus Essigester verbessert den Schmelzpunkt nicht.
181 g (83 Ά d. Th.), Fp. 165° - 166°C (Zers. )
CFL -0-CO-MH
C11H11N3O2 HG 217,2
ber.: C 60,8 $; H 5,1 ^; N 19,34 #
gef. : C 60,8 #; H 5,0 jS; N 19,6 $
nach Verfahren_£b):
19,8 g (0,2 Hol) Phosgen v/erden in 100 ml Benzol gelöst und bei
5° - 100C tropfenweise mit 37,2 g (0,4 Mol) Anilin versetzt.
Man läßt 30 Minuten nachrühren und dabei auf Raumtemperatur kommen. Danach wird das ausgefallene Anilin-hydrochlorid abgesaugt
und zum Filtrat unter Rühren eine Lösung von 0,2 Mol 1-Hydroximethyl-imidazol (hergestellt aus 13,6 g (0,2 Mol)
Imidazol, 6,6 g (o,22 Mol) Parafornialdehyd und 0,1 ml Triäthyl-
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- 17 - HOE 72/F 378
amin) in 100 ml Chloroform hinzugetropft, wobei die Temperatur bis auf ca. 400C ansteigt. Man erhitzt anschließend 1/2 Stunde
unter Rückfluß, destilliert das Lösungsmittel im Vakuum ab, nimmt den Rückstand unter Zusatz von verdünnter Salzsäure in
V/asser auf und fällt das Carbamat unter Rühren und Kühlen mit verdünnter Natronlauge aus.
| Ausbeute: | 14,8 | g, | Fp. | 165 | °c | (Zers. | * |
| Analyse: | * | ||||||
| ber.: C | 60,8 <fo] | ; · η | 5,1 | *; | N | 19,34 | |
| gef. : C | 60,6 <fo\ | ; H | 5,2 | N | 19,5 | ||
Nach obigem Beispiel (Verfahren a) wurden die in der folgenden
Tabelle aufgeführten Verbindungen hergestellt, wobei sich die Rohprodukte von B und C aus Tetrahydrofuran, von K aus JJssig-'ester,
von D bis H aus Essigester/Petroläther und von I aus · Dioxan Umkristallisieren ließen.
I .
409825/1085
Verbindung
Strukturfο rme1
Summehformel MG-
Pp. 0C
(Zers.)
(Zers.)
Ausbeute
Analyse ber. gef.
N-(4-Chlorphenyl)-
C£rbamidsäure-/iinida
zolyl- (I)-methvl7-ester
CH2-C-CO-ITH-/ ^-Cl
^/ 251,7
176
84
CH2
C11H10ClN3C2
52,5
4,0
14,1
16,7
H
0Ί
0Ί
52,4
4,2
14,3
16,7
N-(3,4-Dichlorphenyl)
carbaraidsäure-/imidazolyl-(l)-methyl7-ester
Ψ'
CK2 -0-CO-ITH
L81-182
83
C11H9Cl2H3O2 286,1
46,2
3,2
24,8
14,7
Cl
N
N
46,0
3,2
24,6
15,0
ζ ο
cn
00
cn
N-/3-(l,l,2.2-Tetrafluoräthoxy)-phenyl7-carbamidsäure-
~" /Tmidazolyl-(l)-methyl7-ester
CH2 -0-C0-W
C13H11P4N3O3 3?3,3
, 0-CFp-CHP5
135
68 ??
46,9
3,3
22,8
12,6
P
N
N
47,0
3,3
23,1
13,0
K-(3-Tri fluorine thylphenyl)-carbamidsäure
2iaidazolyl-(l)-methylj-ester
CH2 -0-CO-
C12Hj0P3N3O2
158
^.
285,2
50,5
3,5
20,0
14,7
H
P
P
50,2
3,5
19,8
14,4
| f, ι | «1 | • | • | KNLfNCTv | H | ω | H | to | KN | CVI | in Kn co | 10" | I | KN | /3 KNCO O C- |
I | I | to | LfNVO | KN | CVJ | KN | C- | CM | CM | I | I O | 1^-I S | W KNOOO |
1 | owte | KN |
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| H-H | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Γ-ι|·Η | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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| E-! I | W | |||||||||||||||||||||||||||||||
| I Φ | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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| ^-' P | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| I :g5 | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| te κ- | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Pu | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Λ/Ζ'Ι-ΈΟΈί
409825/1085
- 20 - HOE 72/F 378
Beispiel L:
Man verreibt 35,4 g (0,3 Mol) Benzimidazol mit 9,9 £ (0,33 MoI)
Paraformaldehyd, setzt 0,5 bis 1,0 ml Triäthylamin hinzu und
erwärmt langsam unter Rühren. Zwischen 100° und 1200C entsteht
eine klare Schmelze, zu der man nach dem Abkühlen 150 ml Ch]oro.foriT!
gibt und dann 35,7 g (0,3 Mol) Phenyl j soeyanat, verdünnt
mit 45 ral Chloroform, zutropft. Anschließend wird 15 Minuten
unter Rückfluß erhitzt, 5 Stunden bei Raumtemperatur nachgerührt und über Nacht stehen gelassen. Das abgesaugte Produkt
läRt sich aus Essigester Umkristallisieren.
Ausbeute: 72 <£ d. Th., Fp. 193° - 194°C (Zers.)
_n_nn_Tm_// \
C15H13IJ3O2 MG 267,3
ber. : C 67,4 'X; H 4,9 ?; N 15,7 %
gef. ; C 67,-4^; H 5,Of; N 15,7 1=
Mit 3-Trifluormetb.yl-phenylisocyanat erhält man unter denselben
Bedingungen
Beispiel Γ·τ: ·
methvl7-ester,
der ebenfalls aus Fssigester umgelöst wird.
Ausbeute; 76 f d. Th., Fp. 189° - 1900C (Zers.)
CH2 -0-CO-IIH-
409825/1085
IAD ORIGINAL
- 21 - HOE 72/F 378
C16H12P3N3O2 MG 335,3
ber.: C 57,3 *; H 3,6 <; . P 17,0 *; N. 12,5 $
gef.: C 57,1 ^; H 3,3*; F 16,9^; N 12,6 #
409825/1085
Claims (15)
- Patentansprüche ~ 22 " HOE 72/F378j Verbindungen der FormelCH2-O-CO-NH-T 'in der1 2
R und R jeweils ein Wasserstoffatom oder zusammen die-CH=CH-CH=CH-Gruppe, die ein- oder mehrfach durch niederes Alkyl, Halogenalkyl oder Alkoxi, Halogen oder N0„ substituiert sein kann, bedeuten undR und R unabhängig voneinander ein V/asserstoffatom, eine niedere Alkyl-, Halogenalkyl-, Alkoxi- oder Halogenalkoxigruppe, Halogen oder II0„ darstellen oder zusammen als-CH = CH-CIi = CH-Gruppe mit dem benzolring die llaphthylgruppe bilden,und ihre physiologiscn verträglichen Säureadditionssalze. - 2. !T-Phenyl -carbpriiia,süure-/Tmidazolyl-( 1 )-metb.yl_7-ester
- 3. H- (4-^hÄort)henyl) -carbaraid säure-VTuvirlazo] y] - (1) ~met-hy_l7-est ?,τ
- 4. lT-(3,^-BJch3.orphepyl)-carbarcidsö.iire-/TjTiidazolyl-(l)-FiethyJl7~ ester
- 5. N-/5-0 ,1, ?, ?-Tetrafluoräthoxi )-pheny3.7-carbamidsäure-/Tmiäazolyl-(l)-methyT.7-ester
- 6. N-(3-Tr.i fluormetbyl -phenyl)-carbaraidsäure-/Tmidazo]yl-(l )-
- 7. N-(p-Toly] )-carbamidsäure-J/Tmidazoly]-(lj-raethy^-ester
- 8. N-(4-Methoxi-pher)yl)-carbarnidsäure-/Tmidazolyl-(l)-methy]i7 eeterA09825/108S'" :O ' BAD
- 9. 17-/5 j 5-BiB-(trif luorme thyl)-pheny 1.7-car bar7iidsäure-/imidaz;olyl-(1)-methyls-ester
- IC. II- (4-ί» itrophenyl) -cerbamid saure-Zimidazolyl- (1) -me thyl7-este:r
- 11. l·T-(l-lJaΌhthΛ'·l)-carb^midsäυre-/Γmida2;ol3'"l-(l )-methyl7-ester
- 12. N-Phenyl-carbain.idsäure-/ben?imida2;olyl-(l )-raethyl7~es"ter
- 13. 1Τ-( 3-Trif luormethyl-phpnyl )-carbamidsäure-/benziniiäazolyl-
- 14·. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel I gemäß Anspruch (l), dadurch gekennzeichnet, daß man Imidazol bzw. Benziipidasole der FormelXlin der R1 und R8 die. Bedeutung aus Anspruch (l) haben, mit Formaldehyd oder Formaldehyd abpebpnden Substanzen in !-Stellung hydroximethyliert und die erhaltenen Methylolverbindungen derini_ NTyCH2-OH
(a)" mit Isoeyanaten der FormelIVA09825/1086- 2ti - HOB 72/F 378zur Reaktion bringt oder (b) mit Carbamidsäurehalogeniden der Formelialworinrial Halogen vorzugsweise Chlor oder Brom bedeutet umsetzt und die hierbei anfallenden Hydrohalogenide gegebenenfalls in an sich bekannter Weise in die freien Basen überführt,und die freien Basen erwünschtenfalls in die physiologisch verträglichen Säureadditionssalze umwandelt. - 15.Arzneimittel, gekennzeichnet durch ihren Gehalt an einer Verbindung gemäß Ansprüchen 1 bis 13.409825/10 85
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