DE2260380B2 - Verfahren zum Klimatisieren von Räumen - Google Patents
Verfahren zum Klimatisieren von RäumenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Klimatisieren von Räumen, insbesondere eines Operationsraumes,
bei dem innerhalb eines Zuluftfeldes ein gerichteter Zuluftstrahl in den Raum geblasen wird.
Bekannte Verfahren sehen hierfür Luftausiässe vor. die Raumluft induzieren oder es wird dort, wo dies
vermieden werden soll, eine aus der Reinraumtechnik her bekannte Luftzuführung mit turbulenzarmer Verdrängungsströmung,
mit oder ohne seitlichem Luftschleier zur Abschirmung des eigentlichen Operationsfeldes gegenüber dem Operationsraum verwendet. Die
beschriebenen Luftführungen haben mit ihren induzierenden Luftauslässen den Nachteil, daß die im
Operationsraum in der Luft befindlichen unerwünschten Partikelchen — die trotz aller reduzierenden Maßnahmen
durch die Operationsteams in hohem Maße abgegeben werden — in die den Operationstisch
bestreichende Zuluft gelangen und dort zu unerwünschten Komplikationen führen können.
Die Lösung, mit einer turbulenzarmen Verdrängungsströmung den Operationstisch von Partikelchen freizuhalten,
ist nur durch eine sehr hohe Zuluftmenge, die im Bereich des Operationstisches austreten muß, zu
erreichen, da sonst die Luftführung durch die in diesem Bereich anfallenden Wärme und die damit verbundenen
Auftriebstendenzen stark gestört wird, so daß in
r> erheblichem Maße unerwünschte starke Turbulenzen
auftreten, die wiederum nicht erwünschte Raumluft ins Operationsfeld gelangen lassen.
In der DE-OS 17 79 047 ist eine Luftaustrittseinrichtung für Klima- oder Lüftungsanlagen zur Anordnung in
einem Raum eines Gebäudes, insbesondere einer Decke und/oder Seitenwand, beschrieben, bei der mindestens
zwei räumlich getrennte Auslässe, nämlich mindestens ein Hauptauslaß und mindestens ein Hilfsauslaß für in
den Raum eindringende Zuluftströmungen vorgesehen
) sind. Hierbei geht man davon aus, daß es sich in der
Praxis ergeben habe, daß die Zuluft sich nicht ausreichend rasch mit der Raumluft vermischt, so daß
sich im Raum im Aufenthaltsbereich von Personen Zonen unterschiedlichen Klimas, insbesondere unterschiedlicher
Temperatur, bilden können. So soll die austretende Zuluft sich sehr rasch unter Vermischung
mit Raumluft im Raum ausbreiten. Die Strahlrichtung oder Strahlrichtungen des Hilfsauslasses sollen so
getroffen sein, daß durch die betreffende Hilfsströmung mindestens eine Hauptströmung ausgebreitet und
mindestens teilweise abgelenkt wird. Die Beaufschlagung der Hauptströmung und die gerichtete Hilfsströmung
siad so zueinander abgestimmt, daß die Hilfsströmung Raumluft ansaugt und zusammen mit
ihrer Zuluftmenge in die Hauptströmung einführt. Hierbei ist es das Ziel, eine besonders rasche
Vermischung der aus der Luftaustrittseinrichtung austretenden Zuluft mit Raumluft und eine zusätzliche
Ausbreitung der betreffenden Hauptströmung zu erreichen. Es soll die Hilfsströmung durch den
Zusammenprall mit der Hauptströmung rasch auf die sich einstellende Strömungsgeschwindigkeit der abgelenkten
Hauptströmung abgebremst werden. Dies bedeutet, daß verhältnismäßig starke Turbulenzen
erwünscht sind, die den erstrebten Vermischungsvorgang unterstützen, was zum Klimatisieren eines
Operationsraumes nachteilig ist.
Bei der Vorrichtung zur Aufrechterhaltung einer staub- und bakterienfreien Zone in einem Raum nach
der DE-OS 21 30 255 wird eine Zufuhr von Ventilationsluft zu der von Staub und Bakterien freizuhaltenden
Zone bei gleichzeitiger Erzeugung von die Zone umgebenden Luftvorhängen vorgenommen, wobei
Organe zur gleichmäßigen Verteilung der Ventilationsluft vorgesehen sind. Die Ventilationsluft wird mit
mäßigen Luftgeschwindigkeiten zugeführt, wobei auf eine gleichmäßige Verteilung und Zuführung der
Ventilationsluft zu der Zone Wert gelegt wird.
Die DE-OS 21 42 795 beschreibt ebenfalls eine Vorrichtung zur Aufrechterhaltung einer belüfteten
Zone innerhalb eines von einem Luftvorhang abgegrenzten Teils eines Raumes, wobei die weitere Aufgabe
gelöst werden soll, nicht nur einen Luftstrom durch den Luftvorhang in die belüftete Zone hinein zu verhindern,
sondern in ebenso wirksamer Weise einen Luftstrom in der entgegengesetzten Richtung zu verhindern. Dies
geschieht dadurch, daß außerhalb der Vorrichtung zur Zuführung von Ventilationsluft in den abgegrenzten Teil
die von Staub und Bakterien freizuhaltende Zone zusätzlich zu der Anordnung eines Luftvorhanges rund
um die Zuführung der Ventilationsluft ein weiterer Luftvorhang den inneren Luftvorhang umgeben soll, in
dem nochmals eine Luftzufuhr zum Bereich außerhalb
des Luftvorhanges vorgenommen wird. Man erstrebt einen Luftvorhang mit doppelter Sperrwirkung, d.h.
einen solchen, der nicht nur eine Leckageströmung durch den Luftvorhang hinein, sondern auch eine
Leckageströmung in der entgegengesetzten Richtung durch den Luftvorhang hinaus verhindert. Mit dem
zweiten äußeren Luftvorhang wird das Strömungsbild, das sich durch die Zuführung der Ventilationsluft in der
Mitte zu der betreffenden Zone und dem diese Zone umgebenden Luftvorhang ergibt, praktisch nicht verändert
Bei den Vorrichtungen der beiden Entgegenhaltungen wird also ein Luftschleier um die vorbestimmte
Zone, z. B. um den Operationsbereich, gelegt, wobei innerhalb dieses Feldes eine normale, d. h. mäßige
Luftgeschwindigkeit, in der Aufenthaltszone sichergestellt werden soll. Hierbei ergibt sich jedoch, daß die
Mittelluft, d.h. die Ventilationsluft, die auf den Operationsbereich gerichtet sein soll, mehr oder
weniger zur Seite weggesaugt wird. Die mäßigen Luffgesehwindigkeiien in dem betreffenden Bereich
haben zur Folge, daß die Thermik größer als die nach unten gerichtete Raumluftströmung sein wird. Ferner
zeigt sich, daß die von dem Luftschleier induzierte Luftmenge nicht so abgestimmt werden kann, daß nur
die über das mittlere Lochdeckelfeld eingeblasene Luftmenge, d. h. die Ventilationsluft, induziert wird. Es
wird eine Raumluftwalze innerhalb des abgeschirmten Bereichs auftreten, deren Drehsinn so gerichtet ist, daß
sie beim Luftschleier nach unten zeigt und im Operationsbereich nach oben gerichtet ist. Dadurch
gelangen die innerhalb des Operationsbereichs anfallenden störenden Partikel verhältnismäßig leicht wieder in
diesen Bereich. Die betreffenden Partikel bzw. der Schmutz wird durch die Luftwalze mit umgewälzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art anzugeben, bei dem sowohl die
unerwünschte Induktion von Raumluft bei der Zuführung der Zuluft mittels Strahlen als auch das instabile
Verhalten der Luftführung bei einer Qiiellüftung bzw. Verdrängungslüftung verhindert ist. Die Klimatisierung
von Räumen, bei der innerhalb eines Zuluftfeldes ein gerichteter Zuluftstrahl in den Raum geblasen wird,
zeichnet sich gemäß der Erfindung dadurch aus, daß der gerichtete Zuluftstrahl mit einer solchen Luftmenge und
hinsichtlich der Strahlgeschwindigkeit mit einem solchen Energieimpuls ausgeblasen wird, daß ein im Raum
befindliches Objekt, z. B. ein Operationsbereich eines Operationsraumes, nur von diesem erfaßt wird und daß
die weitere Zuluft als induktionsarme Quellüftung in den Raum eingeführt wird.
Die Zuluft ist also als turbulenzarme Verdrängungsströmung vorgesehen, wobei der Zuluftstrahl mit
starkem Energieimpuls geführt wird. Dadurch wird die sich mit Wärme und Partikelchen anreichernde Luft
durch den Strahl in eine definierte Richtung abgedrängt. Damit wird im engeren Operationsbereich eine
optimale Stabilität der Luftführung erreicht. Die weitere Zuluft als induktionsarme Quellüftung wird von dem
gerichteten Zuluftstrahl induziert und hält die Raumluft abgedrängt. Die über die Quellüftung eingegebene
Zuluftmenge ist mindestens so groß, wie es dem Induktionsverhältnis des Zuluftstrahls sowie der unvermeidlichen
Diffusion zwischen Raum und Zuluft entspricht Der Hauptstrom ist gemäß der Erfindung der
in den Raum weisende gerichtete Strom, der seine Strömungsrichtung beibehält, bis er den zu treffenden
Bereich im Raum genügend umspült hat Die andere zugeführte Zuluft dient als Abschirmungsluft gegenüber
der sonstigen Raumluft, damit dem Operationsbereich nur hochwertige Zuluft zugeführt wird. Dabei wird
einerseits durch den gerichteten Zuluftstrahl mit starkem Energieimpuls eine Ablenkung bis zu der zu
umspülenden Zone mit Sicherheit verhindert, andererseits ist rings um den Impulsstrahl ein Feld für eine
induktionsarme Quellüftung aufgebaut, wobei dieses Luftfeld in sicherer Weise als Schutzmantel dafür dient,
daß Raumluft und die Luft des Zuluftstrahls nicht miteinander vermischt werden. Das Entstehen einer
Luftwalze ist vollständig ausgeschlossen.
Vorteilhaft wird das Luftmengenverhäitnis von Strahl
zu Quelluft so gewählt, daß der Zuluftstrahl nur Quelluft
induziert. Die über die Quellüftung eingegebene Luftmenge ist so groß gehalten, wie es dem Induktionsverhältnis des Zuluftstrahls sowie der unvermeidlichen
Diffusion zwischen Raum und Zuluft entspricht Die Luftmenge und Strahlgeschwindigkeit der Strahllüftung
soll so groß sein, daß die aufsteigende Warmluft von dem luftmäßig zu schützenden Bereich abgedrängt wird.
Die Belüftung des Operationsbereichs kann über die allgemeine Zuluft des Operationsraumes erfolgen oder
aber auch über eine eigene thermisch geregelte Zuluftzone. Da im Bereich des Operationsfeldes im
allgemeinen ein erheblicher Wärmeanfall vorhanden ist, bietet sich dies besonders an.
Der Zuluftstrahl kann schräg oder im wesentlichen senkrecht auf den von der Strahlluft erfaßten Bereich
gerichtet werden.
Es kann dabei der auf den luftmäßig zu schützenden Bereich gerichtete Zuluftstrahl über einen eigenen
Regelkreis temperaturmäßig beeinflußt werden. Hierbei kann die durch den gerichteten Zuluftstrahl
gebildete Luftzone konstant mit Untertemperatur betrieben werden. Ferner ist es möglich, die Zuluft der
Strahl- und Quellüftung mit unterschiedlichen Temperatüren dem Raum zuzuführen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den F i g. 1 und 2 dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Operationsraumes mit der erfiridungsgemäßen Luftführung,
Fig. 2 veranschaulicht einen Schnitt längs der Linie
2-2 in F i g. 1 schematisch.
Im Operationsraum 1 befindet sich ein Operationstisch 2, der vom Fußende her schräg von einer
Zuluftdüse 3 angeblasen wird. Um die Zuluftdüse 3 ist
ein Zuluftfeld 4 mit Quellüftung angeordnet, die den gerichteten Zuluftstrahl 3a umgibt, so daß dem
Operationsgebiet nur hochwertige Zuluft zugeführt wird. Die Abluft wird dem Operationsraum über
öffnungen 5 im Boden- und Deckenbereich in der Nähe des Kopfendes des Operationstisches 2 entnommen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Verfahren zum Klimatisieren von Räumen, bei dem innerhalb eines Zuluftfeldes ein gerichteter
Zuluftstrahl in den Raum geblasen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß der gerichtete Zuluftstrahl mit einer solchen Luftmenge und hinsichtlich
der Strahlgeschwindigkeit mit einem solchen Energieimpuls ausgeblasen wird, daß ein im Raum
befindliches Objekt, z. B. ein Operationsbereich
eines Operationsraumes, nur von diesem erfaßt wird und daß die weitere Zuluft als induktionsarme
Quellüftung in den Raum eingeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftmengenverhältnis von Strahl
zu Queliuft so gewählt wird, daß der Zuluftstrahl nur
Quelluft induziert
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftstrahl schräg auf den
von der Strahlluft erfaßten Bereich gerichtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftstrahl im wesentlichen
senkrecht auf den luftmäßig zu erfassenden Bereich gerichtet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der auf den luftmäßig
zu schützenden Bereich gerichtete Zuluftstrahl über einen eigenen Regelkreis temperaturmäßig beeinflußt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die durch den gerichteten
Zuluftstrahl gebildete Zuluftzone konstant mit Untertemperatur betrieben wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuluft der Strahl-
und Quellüftung mit unterschiedlichen Temperaturen dem Raum zugeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Luftmenge und Strahlgeschwindigkeit
der Strahllüftung so gewählt ist, daß die aufsteigende Warmluft von dem luftmäßig zu
schützenden Bereich abgedrängt wird.
Priority Applications (1)
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| DE19722260380 DE2260380C3 (de) | 1972-12-09 | 1972-12-09 | Verfahren zum Klimatisieren von Räumen |
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| DE2260380C3 DE2260380C3 (de) | 1979-10-04 |
Family
ID=5864003
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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|---|---|
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