DE2258109B2 - Verfahren zum lagern frischgesponnener synthetischer faeden - Google Patents
Verfahren zum lagern frischgesponnener synthetischer faedenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Lagern frischgesponnener synthetischer Fäden.
Es ist bekannt, daß die Spinnstellen zur Herstellung synthetischer Fäden kontinuierlich arbeiten, während
die verstreckten Fäden mit Unterbrechungen weiterverarbeitet werden.
Eine bekannte Lagerung von frischgesponnenen, endlosen Fäden besteht darin, den Faden auf einem zylindrischen
Spulkörper aufzuwickeln. Die volle Spinnspule wird gelagert. Das Gewicht bzw. die Größe dieser
Spulen ist begrenzt durch ihren Platzbedarf unterhalb der Spinnstelle, aber auch durch die Spannungen,
mit denen sie die Spulmaschine belasten.
Man hat versucht, automatische Übergabevorrichtungen herzustellen, um beim Übergang von einer vollen
zu der folgenden leeren Spule ein Minimum an Abfällen zu erreichen. Alle diese Lösungen bedeuten einen
Kompromiß zwischen der Ausfallzeit, dem Platzbedarf der Spulmaschine, ihrer Kompliziertheit und schließlich
den Kosten.
Eine andere Ari, Fäden zu lagern, besteht darin, eine
als »Spinnkuchen« bezeichnete Wicklung auf einer Spinnzentrifuge herzustellen durch einen sich mit großer
Geschwindigkeit drehenden Spinntopf. Auch eine solche Lagerart weist viele Nachteile auf, z. B. begrenztes
Gewicht, variable Fadenspannung und die Schwierigkeit, die beiden Fadenenden wiederzufinden.
Ein anderes Verfahren besteht darin, frischgesponnene Fäden unmittelbar in einer langsam drehenden Kanne
zu lagern. Dieses Verfahren läßt sich gut auf schwere Spinnkabel mit zahlreichen Fäden, die zu Stapelfasern
verarbeitet werden sollen, anwenden, stellt sich aber als sehr schwierig heraus für die Verarbeitung von
Fäden mit Titern von z. B. unterhalb 5000 Dtex. Für derartige nicht gestreckte Fäden ist die richtige Anordnung
der Fäden in der Kanne und besonders das unbeschädigte Herausziehen der Fäden um so schwieriger,
je größer die Springgeschwindigkeit und je kleiner der Titer ist. Dieses Verfahren erleichtert zwar das Anspinnen,
hat aber nur einen begrenzten Anwendungsbereich bei nicht gestreckten Kabeln für die Faserproduktion.
Alle diese bekannten Lagerverfahren haben einen größten Nachteil: Sie führen zu Fadenvorräten, bei denen
Veränderungen der Umgebungstemperatur und der Feuchtigkeit nur langsam ins Innere vordringen
und sich zunächst hauptsächlich im Bereich der Oberfläche, sowie im Bereich der Berührungsflächen mit den
Trägern auswirken. Bekanntlich verstärkt solche Lagerung die Ungleichartigkeit in Längsrichtung der Fäden.
Bei der Spulenherstellung werden außerdem an jedem Umkehrpunkt des hin- und hergehenden Fadenführers,
der den Faden auf die Spule legt, Spannungsschwankungen in den frischgesponnenen Fäden erzeugt.
Diese Schwankungen bringen Strukturdifferenzen mit sich, die sich in Form von Fabrikationsfehlern,
ίο wie Änderung der Färbbarkeit nach dem Strecken äußern
können. Ferner üben die oberen Fadenwindungen auf die darunterliegenden Windungen Druckkraft aus,
wodurch sich in den Fäden mit der Dauer der Lagerung verstärkende Strukturunterschiede entsprechend den
•5 unterschiedlichen örtlichen Belastungen ergeben. Werden
frischgesponnene, nicht konditionierte Fäden aus Polyamid 6.6 auf Spulen aufgewickelt, so längen sich
die untenliegenden Windungen bei der Wiederaufnahme der ergänzenden Feuchtigkeit, die Wicklung quillt
*o auf und weicht auf. Das spätere Abwickeln ist dann
sehr problematisch.
Im allgemeinen muß man die frischgesponnenen, unverstreckten Fäden daher vor der Lagerung erst anfeuchten.
*5 Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten
Lagerverfahren zu beseitigen und ein Verfahren zur Lagerung frischgesponnener synthetischer Fäden
zu schaffen, das es ermöglicht, die nicht angefeuchteten, empfindlichen Fäden ohne Beeinträchtigung ihrer
Eigenschaften bis zu einer späteren Weiterbearbeitung zu lagern.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß unmittelbar hinter der Spinndüse der Faden
einer Einzylinder-Rundstrickmaschine mit feststehendem Nadelzylinder zugeführt und dort kontinuierlich
zu einem schlauchförmigen Gebilde verstrickt wird, das Gestrick mit bestimmter Länge in einem Lagerbehälter
abgelegt wird, und daß später zur Weiterverarbeitung der in Form des Gestrickes gespeicherte Faden wieder
aufgezogen wird.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die aus der Spinndüse kommenden Fäden zu einem drehungsfreien
Schlauch verstrickt, in dem sie in Maschenform locker und luftdurchlässig gehalten sind. Das
schlauchförmige Gestrick kann beliebig lange gelagert werden, ohne daß die Maschen nachteilige Spuren auf
den Fäden hinterlassen. Dadurch, daß die Umgebungsluft überall freien Zugang zu den Fäden hat, können
diese während der Lagerung stabilisiert werden. Ein Konditionieren wird überflüssig, weil die Fäden die ergänzende
Feuchtigkeit während der Lagerung aufnehmen. Beim Aufziehen des Gestrickes nach beendeter
Lagerung wird die während des Strickens entstandene leichte Drehung des Fadens wieder eliminiert, so daß
die Fäden vollständig drehungsfrei und mit gleichmäßiger Spannung für die weitere Behandlung zur Verfügung
stehen. Die Fäden sind weitgehend homogen, weisen keine Einschnürungen auf, die Gefahr von Verwicklungen
besteht nicht, so daß allgemein bei erfindungsgemäß gelagerten und dann gestreckten oder gestreckten-texturierten
Fäden eine größere Regelmäßigkeit erreicht wird. In bestimmten Fällen kann die Bildung
einer Masche eine teilweise Streckung des Fadens bewirken. Je nach Material und den gewählten Bedingungen
kann diese teilweise Streckung homogen entlang dem Faden erfolgen.
Erfindungsgemäß kann auch ein Fadenbündel verstreckt werden, dessen Fäden nach dem Aufziehen
des Gestrickes trennbar vorliegen, da — ebenso wie beim Einzelfaden — auch bei dem Fadenbündel die
während des Strickens entstandene leichte Drehung durch das Aufziehen wieder vollständig eliminiert wird.
Dadurch ergibt sich die vorteilhafte Möglichkeit, daß nach dem Aufziehen das Fadenbündel verstreckt werden
kann und danach die gestreckten Filamente getrennt in Form von Garnspulen abgenommen werden
können.
Die Erfindung und die gegenüber dem Bekannten er- to reichbaren Vorteile werden im folgenden an einigen
Beispielen näher erläutert.
Ein Fadenbündel aus Polyamid 6.6 von 44 Dtex/22 «5 Filamente (nach dem Verstrecken), wird unter normalen
Bedingungen ersponnen. Nach dem Extrudieren werden die Fäden auf übliche Art und Weise gekühlt
und dann direkt mit durch die Spinngeschwindigkeit bestimmter, konstanter Geschwindigkeit auf einer Ein- m>
zylinder-Rundstrickmaschine mit feststehendem Nadelzylinder zu einem schtauchförmigen Gebilde verstrickt,
ohne daß der Faden vorher konditioniert wird. Das Gestrick des noch nicht gestreckten Fadens wird von
einem Behälter aufgenommen, der als auswechselbarer Beutel ausgebildet ist und unterhalb der Spinnstelle angeordnet
ist. Die kontinuierliche Maschenbildung verhindert jede Ungleichmäßigkeit der Spannung.
Die langsame Austrittsgeschwindigkeit des Gestrikkes und der lockere Zusammenhalt der Maschen ermöglichen
den frisch gesponnenen Fäden eine Feuchtigkeitsaufnahme ohne Beeinträchtigung des Aussehens.
Die langsame Bewegung des aus dem feststehenden Nadelzylinder kommenden Gestrickes, die sogar
zusätzliche Maßnahmen, wie ergänzendes Präparieren zuläßt, ermöglicht den Austausch des Behälters ohne
Unterbrechung des Strickens.
Immer, wenn der volle Beutel durch einen leeren ersetzt werden muß, schneidet der Arbeiter das Gestrick
ab und legt die Enden des Schlauches so, daß die freien Enden der Fäden direkt zugänglich sind, um ihr Anknüpfen
zu ermöglichen. Der verschließbare auswechselbare Beutel bildet eine leichte widerstandsfähige
Verpackung für das Gestrick, die einen Transport selbst über weite Entfernungen ohne Beschädigung der
Fäden gestattet.
Zum Verstrecken des Fadens wird das Gestrick unter niedrigster konstanter Spannung einfach aufgezogen.
Die Drehung, die der Faden während des Strikkens erhalten hat, wird dabei aufgehoben.
Der auf diese Weise gelagerte Faden weist eine erhöhte Gleichmäßigkeit auf.
Wie in Beispiel I, wird unter normalen Bedingungen ein Fadenbündel aus Polycaproloctam ersponnen, das
nach der Streckung einen Titer von lOODtex/10 Filamente
ergeben soll. Wird ein solcher Faden in bekannter Weise auf eine Spule aufgewickelt und gelagert, so
ergeben später die Windungen beachtliche Spannungsschwankungen. Dagegen ist bei dem erfindungsgemäß
unmittelbar hinter der Spinndüse verstrickten Faden, wenn das Gestrick später aufgezogen wird, nur eine
schwache Spannung als Wirkung der Maschen festzustellen, die beim Abziehen der Fäden konstant ist.
Außerdem ermöglichen die Maschen durch ihre sehr offene Anordnung eine ausgezeichnete Konditionierung
der noch nicht gestreckten Fäden, die deren Streckung erleichtert.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens können teilweise durch einen einfachen Vergleich deutlich
gemacht werden:
Ein Fadenbündel aus Polyester wird unter normalen Bedingungen ersponnen und zunächst in Form einer
üblichen Spule aufgewickelt. Diese wird unmittelbar anschließend zum Teil abgewickelt und der Faden verstrickt.
Der Rest der Spule und das Gestrick werden 48 Stunden gelagert, und dann werden die Fäden aus dem
Gestrick und von der Spule parallel in eine kombinierte Streck- und Texturiermaschine eingebracht. Man stellt
einen besseren Lauf des aus dem Gestrick kommenden Fadens fest. Er weist außerdem weniger gequetschte
Stellen auf und eine gleichmäßigere Kraft-Dehnungs-Kurve sowie gleichmäßigere Färbefähigkeit nach der
Verstreckung und Texturierung als der unmittelbar von der Spule kommende Faden.
Claims (2)
1. Verfahren zum Lagern frischgesponnener synthetischer Fäden, dadurch gekennzeichnet,
daß unmittelbar hinter der Spinndüse der Faden einer Einzylinder-Rundstrickmaschine mit feststehendem
Nadelzylinder zugeführt und dort kontinuierlich zu einem schlauchförmigen Gebilde verstrickt
wird, das Gestrick mit bestimmter Länge in einem Lagerbehälter abgelegt, und daß später zur
Weiterverarbeitung der in Form des Gestrickes gespeicherte Faden wieder aufgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Fadenbündel verstrickt wird, dessen
Fäden nach dem Aufziehen des Gestricks trennbar vorliegen.
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