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Prjektionswaage Die Erfindung betrifft eine Projektionswaage mit
mehreren, durch optische Mittel wahlweise auf eine Mattscheibe projizierbaren Skalen,
bei der zwei verschiedene; in festem Abstand hintereinander angeordnete Skalenebenen
auf ein und dieselbe Mattscheibe scharf projizierbar sind.
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Zur Erhöhung der Anzahl von innerhalb einer vorgegebenen Fläche unterbringbaren
Skalen ist es bekannt- (DT-PS 1 264 090), aus Teilstrichen und zugeordneter Zahlenbeschriftung
bestehende Skalen in festem Abstand in zwei verschiedenen Ebenen hintereinander
deckungsgleich anzuordnen und ein axial, d.h. in Richtung der optischen Achse verschiebbares
Objektiv vorzusehen,
mit dem jeweils eine der hintereinander liegenden
Skalen auswählbar und auf die Mattscheibe scharf abbildbar ist. Es ist ferner bekannt
(DT-PS 1 272 015), zum Auswählen der jeweiligen Skale anstelle eines axial verschieblichen
Objektivs eine planparallele, den Strahlengang beeinflussende Glasplatte oder eine
Blende zu verwenden. Glasplatte oder Blende sind dabei beweglich angeordnet und
können an entsprechender Stelle in den Strahlengang eingebracht werden. Bei diesen
bekannten Projektionswaagen tritt der Nachteil auf, daß bei Verwendung eines axial
verschiebbaren Objektivs oder durch das Zwischenschalten einer Glasplatte bzw. Blende
ein besonderer, präziser, störanfälliger Verstellmechanismus für Objektiv, Glasplatte
oder Blende erforderlich ist. Bei der Projektion durch ein qemeinsames Objektiv
müssen ferner aus Eichgründen die hintereinander angeordneten Skalen extrem genau
zueinander plaziert werden, was eine höchst komplizierte Fertigungstechnik erfordert.
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Zur Vermeidung dieser Nachteile seht die Erfindung von der Aufgabe
aus, auf einfachere Weise als bisher die Anzahl der auf vorgegebenem Raum unterzubringenden
Skalen zu erhöhen, und zwar insbesondere ohne Verwendung beweglicher, den Strahlengang
verändernder optischer Mittel.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in der einen
Skalenebene lediglich die Teilstriche und in der anderen Skalenebene lediglich die
den Teilstrichen zugeordnete Zahlenbeschriftung vorgesehen und durch axial unverschiebliche
optische Mittel beide Skalenebenen übereinander gleichzeitig auf der Mattscheibe
scharf abgebildet sind.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch in Drauf- und Seitenansicht den Skalenträger einer an sich bekannten
Proj ektionswaage; Fig. 2 ähnlich Fig. 1 den Skalenträger einer Projektionswaage
gemäß der Erfindung; Fig. 3 schematisch eine erste Ausführungsform eines Strahlengangs
bei einer erfindungsgemäßen Waage und Fig. 4 eine zweite Ausführungsform des Strahlenganges
Der in Fig. 1 in Drauf- und Seitenansicht dargestellte Skalenträger 1 ist in an
sich bekannter und daher nicht eigens dargestellter Weise mit einem beweglichen
Waagenteil, z.B. einem schwingenden Wägehebel, verbunden und wird entsprechend der
auf die Waage aufgebrachten Last um einen bestimmten Winkel in Richtung des Pfeiles
a verschwenkt. Auf dem aus durchsichtigem Material, z.B. Glas, bestehenden Skalenträger
1 befinden sich in übereinander liegenden Reihen mehrere Skalen, z.B. Preisskalen,
die jeweils aus Teilstrichen 2 und einer zugeordneten Zahlenbeschriftung 3 bestehen,
wobei die einzelnen Zahlenwerte jeweils über dem zugehörigen Teilstrich stehen.
Bei der Wägung ist es erforderlich, eine bestimmte Skalenrehe auszuwählen.
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Handelt es sich bei den Skalen um Preisskalen, so sind sie
jeweils
auf einen bestimmten Grundpreis, das ist der Preis der Gewichtseinheit, bezogen.
Die Auswahl einer bestimmten Skale geschieht in bekannter Weise dadurch, daß ein
in Richtung des Pfeiles b, d.h. senkrecht zu seiner optischen Achse, hin und her
verschiebliches Objektiv 4 so eingestellt wird, daß es die ausgewählte Skale auf
einer Mattscheibe vergrößert abbildet.
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Wie aus der in Fig. 1 rechts gelegenen Seitenansicht hervorgeht, sind
die Teilstriche 2 und die Skalenbeschriftungen 3 der einzelnen Skalenreihen auf
ein und derselben Seite des Skalenträgers 1 angeordnet. Da die einzelnen Zahlenwerte
jeweils über den Teilstrichen liegen, ist die Breite des von einer Skale eingenommenen
Raumes relativ groß, so daß bei dem in Fig.l dargestellten Fall insgesamt nur zwei
Skalenreihen auf dem Träger 1 unterzubringen sind.
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Der in Fig. 2 schematisch dargestellte, für eine erfindungsgemäße
Projektionswaage bestimmte Skalenträger 5 entspricht in Aufbau und Funktion grundsätzlich
dem Skalenträger 1 in Fig. 1.
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Der Skalen träger 5 wird von einem Wägemechanismus lastabhängig in
Richtung des Pfeiles c verschwenkt. Die Projektion der ausgewählten Skalenreihe
erfolgt durch ein in Richtung des Pfeiles d entsprechend eingestelltes, z.B. aus
zwei Einzelobjektiven bestehendes Objektivsystem 6.
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Im Gegensatz zu Fig. 1 sind bei der erfindunqsgemäßen Ausführung gemäß
Fig. 2 die Zahlenbeschriftungen 7 und die Teilstriche 8 nicht auf derselben, sondern
auf einander gegenüberliegenden Seiten des Skalenträgers 5 angeordnet. Dabei liegen
die Zahlenbeschriftungen nicht wie in Fig. 1 oberhalb der (auf der anderen Seite
des Skalenträgers 5 angeordneten) Teilstriche,
sondern neben diesen
und innerhalb des von einer einzelnen Skalenreihe eingenommenen Raumes. Auf diese
Weise lassen sich wesentlich mehr Skalen als bei der Ausführung gemäß Fig.l auf
dem Skalenträger 5 unterbringen, im Fall der Fig. 2 praktisch doppelt so viele Skalen
wie in Fig. 1.
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Wie aus Fig. 3 hervorgeht, ist für die Projektion der Teilstriche
8 auf eine Mattscheibe 9 ein erstes Objektiv. 10 vorgesehen, das auf die die Teilstriche
8 tragende Seite oder Ebene des Skalenträgers 5 scharf eingestellt list. Der Abbildung
der auf der anderen Seite des Trägers 5 vorgesehenen Zahlenbeschriftung 7 dient
ein zweites Objektiv 11, das auf die jener anderen Seite des Skalenträgers zugeordnete
Ebene scharf eingestellt ist. Zur Beleuchtung der Skalen dient eine Lichtquelle
12, deren Strahlen über Spiegel 13 und Kondensoren 14 zum Skalenträger 5 hingelenkt
werden.
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In Fig. 2 und 3 ist angenommen, daß den Teilstrichen 8 jeder projizierten
Skale eine Zahlenbeschriftung 7 zugeordnet ist, die auf den Skalenträger 5 jeweils
oberhalb der Teilstriche 8 und somit innerhalb der benachbarten, dartiber liegenden,
nicht scharf projizierten Skalenreihe untergebracht ist. In diesem Fall würde die
in Fig. 2 unterste Skale keine Zahlenbeschriftung enthalten, weil dieser Skale die
Zahlen innerhalb der darüberliegenden Skale zugeordnet sind. über der obersten Skale
würde hingegen eine reine Reihe von Zahlen (ohne Teilstriche) stehen. Dies ist aber
nur eine mögliche Ausführungsform gemäß der Erfindung. Es ist auch eine Ausführungsform
denkbar, bei der die den Teilstrichen 8 zugeordneten Beschriftungen 7 jeweils innerhalb
des Bereiches ein und derselben'Skalenreihe liegen.
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In diesem Fall müssen die gemäß Fig. 3 vorgesehenen Objektive 10 und
11 zusätzlich zu den unterschiedlichen Scharfeinstellungen auf die verschiedenen
Skalenebenen noch so ausgerichtet werden, das die mit den Teilstrichen 8 verschachtelten
Beschriftungen 7 auf der Mattscheibe 9 immer über die.zugehörigen Teilstriche 8
projiziert werden. In diesem Fall sehen die Skalen tatsächlich etwa so aus, wie
in Fig. 2 dargestellt. Es gehört immer eine Zahl zu dem links daneben stehenden
Teilstrich. Durch die Projektion wird diese Zahl aber auf der Mattscheibe oberhalb
der zugehörigen Zahi abgebildet.
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Die Objektive 10 und 11 sind, abgesehen von der Verschiebemöglichkeit
in Richtung des Pfeiles d (Fig. 2), ortsfest eingestellt. Der Abstand des Skalen
trägers 5 von der Mattscheibe 9 und den Objektiven 10 und 11 ist ebenfalls unveränderlich.
Die Objektive 10 und 11 haben ferner eine solche Tiefenschärfe, daß sie sich genau
auf eine Ebene des Skalenträgers 5 scharf einstellen lassen, die gegenüberliegende
Ebene dabei aber nicht abbilden.
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Fig. 4 zeigt eine andere Ausführungsform der Erfindung, bei der zunächst
wieder auf der einen Seite des Skalenträgers 5 die Zahlenbeschriftung 7 und auf
der anderen Seite die Teilstriche 8 angeordnet sind. Die Beschriftung 7 wie auch
die Teilstriche 8 werden in diesem Fall von einer Lampe 15 über einen Kondensor
16 beleuchtet und über ein einziges, in seinem Abstandgegen-Uber der Mattscheibe
9 und den Skalenträger 5 unverEnderliches Hauptobjektiv 17 auf die Mattscheibe 9
projiziert. Das Hauptobjektiv 17 bildet dabei aufgrund seiner Einstellung und seines
Tiefenschärfebereiches lediglich die Teilstriche 8 scharf ab,
während
die zugehörige Zahlenbeschriftung-7 aufgrund ihrer unscharfen Abbildung praktisch
unsichtbar bleibt. Für die Scharfabbildung der Zahlenbeschriftung 7 ist ein lediglich
einen Teil des Strahlenganges erfassendes Hilfsobjektiv 18 vorgesehen. Das Hilfsobjektiv
18 läßt sich auch durch eine planparallele Glasplatte oder dgl. ersetzen.
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Die Erfindung gestattet es, mehr Skalen auf vorgegebenem Platz anzuordnen,
und zwar mit dem Vorteil gegenüber dem eingangs erwähnten Stand der Technik, daß
die Abbildung der Skalen ausschließlich mit axial unverschieblichen optischen Mitteln
erreicht wird. Es können also insoweit keine abnutzungserschei---nungen auftreten,
und die Projektion bleibt über lange Zeit hinweg klar. In Wegfall gelangen selbstverständlich
auch komplizierte und störanfällige Einstellmechanismen, insbesondere auch für Blenden
oder Glasplatten. Die Anzeigegenauigkeit hängt von der exakten räumlichen Anordnung
der einzelnen Skalenreihen ab.
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Diese Exaktheit ist dann, wenn die Tc'-ilstriche verschiedener Skalen
auf verschiedenen Ebenen eines Skalenträgers angeordnet sind, nur schwer zu erreichen.
Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung lassen sich hingegen sämtliche Skalen mit ihren
Teilstrichen auf einer einzigen Skalenebene exakt anordnen und infolgedessen einfacher,
z.B. durch ein einziges, photographisches Diapositiv, verwirklichen. Hingegen liegen
die an der Genanigkeit der Messung unmittelbar nicht beteiligten Zahlenbeschriftungen
in einer anderen optischen Ebene, wobei es nicht darauf ankommt, daß sie mit den
zugehörigen Teilstrichen bei der Projektion genau in Deckung gebracht werden, solange
nur die Zuordnung zwischen Beschriftung und Teilstrichen erkennbar bleibt.